EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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peterkneter
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon peterkneter » Do 15. Aug 2019, 09:58

Wähler hat geschrieben:(15 Aug 2019, 07:34)

Zeit 15. August 2019 Corbyn will Johnson aus dem Amt drängen
https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... is-johnson
"Der Vorsitzende der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, will laut Medienberichten mit einem Misstrauensvotum gegen Premierminister Boris Johnson einen ungeregelten Brexit verhindern...Er wolle auch Neuwahlen ansetzen, schrieb Corbyn in einem Brief an die Chefs der oppositionellen Parteien und Rebellen der regierenden Konservativen. Labour wolle sich im Wahlkampf dafür einsetzen, dass die Briten über die Art des EU-Austritts abstimmen und sich auch für einen Verbleib in der Europäischen Union aussprechen dürften."
Sturz der Regierung Johnson, Neuwahlen und ein zweites Referendum bietet der britische Oppositionsführer an. Da wird die EU aber viel Geduld mitbringen müssen. ;)



Habe ich auch gerade gelesen. Die Sache hat aber den Haken, dass Corbyn selbst Premier werden will. Deshalb wird es dafür keine Unterstützung geben.
Zu schade, dass alle immer nur sich selbst feiern wollen und nicht das Wohl des Landes im Blick haben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Do 15. Aug 2019, 11:56

Regenmacher hat geschrieben:(15 Aug 2019, 07:20)

BoJos Lebenswerk war es, Premierminister zu werden, das hat er erreicht. In der Brexit-Frage hat er eine Weile zwischen "Stay" und "Leave" geschwankt und sich dann für "Leave" entscheiden, weil das aus seiner Sicht besser für seine Karriere war. Jetzt wird er alles tun, um Premierminister zu bleiben, die Brexit-Frage ist für ihn nebensächlich. Wenn es ihm nutzt, würde er plötzlich behaupten, ein Austritt aus der EU wäre ein Desaster.

Menschen wie BoJo (und auch Trump) vertreten keine Ideologien, die vertreten nur ihre eigenen Interessen, zu denen vor allem Macht und die Befriedigung ihrer Eitelkeit gehört.


Das Amt des Premierministers ist nur ein Karriereschritt. Der Brexit-Premier zu sein, ist was für die Geschichtsbücher. Der will auf einer Linie stehen, wie Disraeli, Churchill und Thatcher. Alles andere ist BoJo zu plünnerig.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Do 15. Aug 2019, 11:59

peterkneter hat geschrieben:(15 Aug 2019, 09:58)

Habe ich auch gerade gelesen. Die Sache hat aber den Haken, dass Corbyn selbst Premier werden will. Deshalb wird es dafür keine Unterstützung geben.
Zu schade, dass alle immer nur sich selbst feiern wollen und nicht das Wohl des Landes im Blick haben.


Cleverer wäre es, eine neutrale, über alle Parteigrenzen hinweg geachtete Persönlichkeit ins Rennen zu bringen, die dann eine Expertenregierung bildet.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon peterkneter » Do 15. Aug 2019, 12:13

sünnerklaas hat geschrieben:(15 Aug 2019, 11:59)

Cleverer wäre es, eine neutrale, über alle Parteigrenzen hinweg geachtete Persönlichkeit ins Rennen zu bringen, die dann eine Expertenregierung bildet.


Absolut. Aber dazu sind ja sowohl BoJo als auch Corbyn zu selbstherrlich. Schade.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Carravaggio » Do 15. Aug 2019, 12:21

Irrealistic.

Aber Tory-Rebellen erklären sich bereit zu verhindern No-Deal-Brexit.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Do 15. Aug 2019, 13:08

Carravaggio hat geschrieben:(15 Aug 2019, 12:21)

Irrealistic.

Aber Tory-Rebellen erklären sich bereit zu verhindern No-Deal-Brexit.


Wäre mal interessant, wie dieser zerstrittene Haufen das hinbekommen will...
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Do 15. Aug 2019, 13:19

peterkneter hat geschrieben:(15 Aug 2019, 12:13)

Absolut. Aber dazu sind ja sowohl BoJo als auch Corbyn zu selbstherrlich. Schade.


Corbyns persönliche Beweggründe dürften dieselben sein, wie die von BoJo.

Das Problem wird verschärft durch ein 93 Jahre altes, greises Staatsoberhaupt, das in überkommenen und in so einer Situation überhaupt nicht hilfreichen Konventionen gefangen ist, bzw. sich selbst gefangen hat. GB manövriert sich in eine schwere Staatskrise, und genau da wäre eigentlich jetzt das Staatsoberhaupt gefragt. Und zwar nicht nur, um alle zur Ordnung zu rufen und ggf. auf den Tisch zu hauen, sondern auch und vor allem, um vom Standpunkt der königlichen Neutralität aus zu moderieren.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Regenmacher » Do 15. Aug 2019, 15:01

sünnerklaas hat geschrieben:(15 Aug 2019, 13:19)Das Problem wird verschärft durch ein 93 Jahre altes, greises Staatsoberhaupt, das in überkommenen und in so einer Situation überhaupt nicht hilfreichen Konventionen gefangen ist, bzw. sich selbst gefangen hat.

Das ist eine schon fast bösartige Unterstellung. Die Queen hat ihren Job seit ihrer Krönung sehr gut gemacht, vor allem, weil sie sich an die Tradition gehalten und sich nicht in die Politik eingemischt hat. Wenn ich insoweit an unser Staatsoberhaupt mit seinem andauernden und oft kontroversen Geschwätz denke, dann will ich nicht tauschen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Do 15. Aug 2019, 15:51

Regenmacher hat geschrieben:(15 Aug 2019, 15:01)

Das ist eine schon fast bösartige Unterstellung. Die Queen hat ihren Job seit ihrer Krönung sehr gut gemacht, vor allem, weil sie sich an die Tradition gehalten und sich nicht in die Politik eingemischt hat. Wenn ich insoweit an unser Staatsoberhaupt mit seinem andauernden und oft kontroversen Geschwätz denke, dann will ich nicht tauschen.




Die Queen ist reine Moralische Instanz.
Tradition und britischer Konservatismus sorgen für den Erhalt der Royals.
Sie ist eine alte Dame die sich mehr
um ihre Hunde Gedanken macht wie um das" Empire".
Ihre seltenen Äußerungen zur britischen Politik haben keinen Einfluss auf das Politische Geschehen!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Regenmacher » Do 15. Aug 2019, 16:43

Ger9374 hat geschrieben:(15 Aug 2019, 15:51)

Die Queen ist reine Moralische Instanz. Tradition und britischer Konservatismus sorgen für den Erhalt der Royals. Sie ist eine alte Dame die sich mehr um ihre Hunde Gedanken macht wie um das" Empire". Ihre seltenen Äußerungen zur britischen Politik haben keinen Einfluss auf das Politische Geschehen!

Das ist aber sehr verkürzt dargestellt. Im 17. Jahrhundert gab es in England allerlei Konflikte zwischen Parlament und König. Nach der Hinrichtung Karls des I. und nach der folgenden Rebublik von (Diktator) Oliver Cromwell und der nachfolgenden Restauration (Karl der II. und Jakob der II.) kam durch die "Glorious Revolution" Wilhelm der III. (Oranien-Nassau) auf den Thron. Und damit waren die Absolutheitsansprüche der englischen Krone Geschichte, fortan bestimmte das Parlament. Und die Queen hält sich eben an diese Tradition, was auch richtig ist. Und richtig ist auch, dass sie als Staatsoberhaupt (übrigens ist die Queen nicht mal wahberechtigt) sich öffentlich nicht zu politischen Fragen äußert. Ganz im Gegensatz zu unserem 'Oberhaupt' Steinmeier, der sich offenbar den Titel "Labersack in allen Fragen" ehrlich verdienen will.
Ger9374

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Do 15. Aug 2019, 16:57

Regenmacher hat geschrieben:(15 Aug 2019, 16:43)

Das ist aber sehr verkürzt dargestellt. Im 17. Jahrhundert gab es in England allerlei Konflikte zwischen Parlament und König. Nach der Hinrichtung Karls des I. und nach der folgenden Rebublik von (Diktator) Oliver Cromwell und der nachfolgenden Restauration (Karl der II. und Jakob der II.) kam durch die "Glorious Revolution" Wilhelm der III. (Oranien-Nassau) auf den Thron. Und damit waren die Absolutheitsansprüche der englischen Krone Geschichte, fortan bestimmte das Parlament. Und die Queen hält sich eben an diese Tradition, was auch richtig ist. Und richtig ist auch, dass sie als Staatsoberhaupt (übrigens ist die Queen nicht mal wahberechtigt) sich öffentlich nicht zu politischen Fragen äußert. Ganz im Gegensatz zu unserem 'Oberhaupt' Steinmeier, der sich offenbar den Titel "Labersack in allen Fragen" ehrlich verdienen will.




Danke für diesen Informativen geschichtlichen Abstecher, damit hätte ich nicht aufwarten können;-))
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Do 15. Aug 2019, 17:58

H2O hat geschrieben:(14 Aug 2019, 21:43)

Nein, das hatte ich um die Ecke herum überlegt. Die EU kann schon sagen, daß sie den Briten jede Zeit einräumt für eine verbindliche Entscheidung "BREXIT". Dann muß die britische Seite schon entscheiden: "Für uns ist ab sofort BREXIT gültig!" Und genau so würde ich das Verfahren aufziehen, wenn ein "automatischer BREXIT" ohne große Worte vermieden werden soll. Da sollen britische Entscheidungen fallen, da soll Verantwortung für den vollzogenen BREXIT klar zugeordnet werden können.

Die Zeitverschwendung können die BRITEN doch abkürzen, indem sie ihren Austritt erklären, heute, morgen oder übermorgen.


Du meinst ein öffentliches Statement mit dem Inhalt „Wir geben Euch alle Zeit der Welt...“, damit BoJo und seine Komplizen hinterher nicht behaupten können, die EU hätte Zeitdruck gemacht und so den Brexit verschuldet? Das wäre ein kluger taktischer Schachzug. Allerdings hat die EU von Beginn an deutlich zu erkennen gegeben, dass sie bereit ist, den Briten soviel Zeit zu geben, wie sie brauchen. Trotzdem schimpfen die Brexit-Hardliner weiter, dass die EU schuld an dem ganzen Dilemma sei. Die EU sollte tatsächlich ganz öffentlich und lautstark nochmal jede nötige Verlängerung anbieten, aber bewirken wird das wohl nichts.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Do 15. Aug 2019, 17:59

Wähler hat geschrieben:(15 Aug 2019, 07:34)
Sturz der Regierung Johnson, Neuwahlen und ein zweites Referendum bietet der britische Oppositionsführer an. Da wird die EU aber viel Geduld mitbringen müssen. ;)

Die EU hat sicher das eine oder andere Definzit. Aber eines fehlt ihr ganz gewiss nicht: Geduld.

Ich hatte dieses ganze Brexit-Theater zwischenzeitlich auch so satt, dass ich dachte, je eher die Briten gehen desto besser. Mittlerweile finde ich es aber schon wieder ganz amüsant, zuzuschauen wie die sich auf ihrer Insel immer mehr in einen gordischen Knoten einwickeln. Je länger dort das Gezerre dauert, desto deutlicher sollte den Verantwortlichen werden, dass sie sich aus dem Knoten selbst wieder auswickeln müssen. Die EU hat in dem ganzen Hickhack eine bewundernswert klare Haltung eingenommen und behalten. Barnier verdient einen Orden.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Do 15. Aug 2019, 17:59

sünnerklaas hat geschrieben:(15 Aug 2019, 11:56)

Das Amt des Premierministers ist nur ein Karriereschritt. Der Brexit-Premier zu sein, ist was für die Geschichtsbücher. Der will auf einer Linie stehen, wie Disraeli, Churchill und Thatcher. Alles andere ist BoJo zu plünnerig.

Das Amt des Premierministers war für BoJo ja immer nur ein Etappenziel. Schon als Kind wollte er König der Welt werden. Beobachten wir weiter mit Interesse seinen Aufstieg.... ;-)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Europa2050 » Do 15. Aug 2019, 18:44

Kohlhaas hat geschrieben:(15 Aug 2019, 17:59)

Das Amt des Premierministers war für BoJo ja immer nur ein Etappenziel. Schon als Kind wollte er König der Welt werden. Beobachten wir weiter mit Interesse seinen Aufstieg.... ;-)


Da wird er aber schon noch ein wenig zulegen müssen, schließlich ist der größte Teil der Welt seit dem letzten Jahrhundert nicht mehr monarchisch organisiert. ;)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Do 15. Aug 2019, 20:31

Kohlhaas hat geschrieben:(15 Aug 2019, 17:59)

Die EU hat sicher das eine oder andere Definzit. Aber eines fehlt ihr ganz gewiss nicht: Geduld.

Ich hatte dieses ganze Brexit-Theater zwischenzeitlich auch so satt, dass ich dachte, je eher die Briten gehen desto besser. Mittlerweile finde ich es aber schon wieder ganz amüsant, zuzuschauen wie die sich auf ihrer Insel immer mehr in einen gordischen Knoten einwickeln. Je länger dort das Gezerre dauert, desto deutlicher sollte den Verantwortlichen werden, dass sie sich aus dem Knoten selbst wieder auswickeln müssen. Die EU hat in dem ganzen Hickhack eine bewundernswert klare Haltung eingenommen und behalten. Barnier verdient einen Orden.


Mir ging es mit dem BREXIT-Theater genau so; das hing mir ellenlang aus dem Hals heraus. Je eher die Leute den Abflug machen, desto besser. Inzwischen habe ich meine Ansichten dazu geändert, nachdem die grundvernünftige PM May aus dem Amt gemobbt wurde. Die wollte den geordneten BREXIT, die sah die Katastrophe mit Irland... und vor allen wollte sie immer wieder "die bestmöglichen Beziehungen des Vereinigten Königreichs mit der EU".

Das ist jetzt anders. Da wollen machtgeile Chaoten ihr Spiel spielen, und die EU soll am Ende den BREXIT auslösen durch die Automatik 31. Oktober 2019. Sollen die Chaoten sich doch gegenseitig die Beine stellen und sich raufen, daß die Haare fliegen. So lange die Briten das Schauspiel genießen, soll uns Europäern dabei nicht langweilig werden. Also bitte die öffentliche Erklärung, daß die EU sämtliche Maßnahmen unterlassen wird, die als Folge eines BREXITs gewertet werden könnten, bis endlich die britische Seite sich zu einer formell gültigen Austrittserklärung bereit findet... wann auch immer in den nächsten Jahrzehnten. Natürlich werde man dabei jederzeit mit großer Freude den Widerruf der Kündigung der Mitgliedschaft annehmen. Jawohl, Herr Barnier verdient einen Orden für seine Klarheit und Härte in den Verhandlungen im Interesse der EU-Mitglieder und aus meiner Sicht auch der Briten!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Do 15. Aug 2019, 20:44

Es sieht für mich so aus, als würden britische Politiker immer noch in einer grossen Sandkiste spielen und den Ernst der Lage - wenn schon nicht erkennen - dann doch zu ignorieren, um das grössere Förmchen zu bekommen.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 82137.html
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Do 15. Aug 2019, 20:56

Misterfritz hat geschrieben:(15 Aug 2019, 20:44)

Es sieht für mich so aus, als würden britische Politiker immer noch in einer grossen Sandkiste spielen und den Ernst der Lage - wenn schon nicht erkennen - dann doch zu ignorieren, um das grössere Förmchen zu bekommen.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 82137.html


Natürlich ist der Ernst der Lage groß. Allerdings werden die Briten auch froh sein, dass sie an von der Leyens Sozialunion nicht mehr teilnehmen müssen. Auch hier könnte man sich wundern, warum diese katastrophalen Pläne nicht größeres Aufsehen in Deutschland erregen und offenbar weitgehend ignoriert werden. Man will das Unangenehme halt nicht sehen.

Im Vereinigten Königreich werden zumindest nach dem Austritt, trotz aller unmittelbaren wirtschaftlichen Nachteile, wieder gewisse Prinzipien gelten, etwa Transparenz und Verantwortlichkeit. Deutschland wird bluten müssen für die Südländer; offenbar wurde von der Leyen extra installiert, weil sie als Deutsche - die sich aber mehr als Europäerin fühlt und eigentlich doch Deutschland verachtet - bestens geeignet ist, den Deutschen zu suggerieren, dass eine europäische Arbeitslosenversicherung und der ganze andere Sozialkram eine gute Idee sei.

Deutschland wird Großbritannien noch bitter vermissen, wenn die Südländer Deutschland überstimmen und ausnehmen werden wie eine Weihnachtsgans. Alles natürlich nur im Namen der europäischen Solidarität, in der politische Verantwortlichkeit und das Prinzip von Ursache und Wirkung außer Kraft gesetzt sind.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Do 15. Aug 2019, 21:01

Julian hat geschrieben:(15 Aug 2019, 20:56) weil sie als Deutsche - die sich aber mehr als Europäerin fühlt und eigentlich doch Deutschland verachtet
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Europa2050 » Do 15. Aug 2019, 21:05

H2O hat geschrieben:(15 Aug 2019, 20:31)

Jawohl, Herr Barnier verdient einen Orden für seine Klarheit und Härte in den Verhandlungen im Interesse der EU-Mitglieder und aus meiner Sicht auch der Briten!


Der Barnier wäre für mich der Kommissionspräsident gewesen.
Wenn der an Trump, Putin und Xi mit der gleichen akribischen Vorbereitung und strukturierten aber hartnäckigen Verhandlungsführung rangegangen wäre, hätte er den Trump schon ausgeknockt gehabt und mit den anderen beiden mithalten können.

War ist doch auch ein Franzose und EVP, und „Spitzenkandidat“ war dann ja irgendwie nicht mehr nötig?
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