BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

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Ger9374
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Ger9374 » Di 13. Aug 2019, 18:17

Skull hat geschrieben:(13 Aug 2019, 18:08)

Guten Abend,

das Thema ist hier: BGE.

Wenn einige Protagonisten einen Merkel-Wirtschafts- oder Sozial- Politik Strang aufmachen möchten. Bitte.

Aber NICHT in diesem Strang. Hier...ist das Spam.



Sorry, wird befolgt :thumbup:
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Di 13. Aug 2019, 22:17

Wenn ich zu weit abgeschweift bin, dann auch von mir sorry - das liegt aber schon daran, dass ich ein BGE als einen fundamentalen Baustein einer zukünftigen Sozialpolitik sehe. Dazu kommt, dass ich für die Berechnung eines sinnvollen BGEs in der Höhe folgende Grundannahmen treffen würde:

- Hartz IV-Satz
- Geld für die Miete einer einfachen Wohnung auf kleinem Niveau (Hartz IV liefert auch hier die Grundlage)
- Ausgleich für den Versicherungsbeitrag, den man für eine Pflege- und Krankenversicherung abschließen müsste, wenn diese als Kopfpauschale organisiert wäre
- Ausgleich für eine pauschale Haftpflichtversicherung (die sollte jeder haben, damit im Haftpflichtfall das Opfer nicht leer ausgeht)
- einen Tick mehr, weil die heutigen Hartz IV-Sätze es nicht wirklich ermöglichen, damit angemessen auf niedrigem Niveau am kulturellen Leben teilzunehmen

Nimmt man nun naiv an, dass alles andere in der Gesellschaft so bleiben würde, wie es heute ist, dann entspricht das in etwa einem Betrag von 1200€ +-x.

Würde man das BGE über indirekte Steuern finanzieren, könnte dies den Warenkorb Hartz IV verteuern - dann müsste auch das so gerechnete BGE entsprechend höher ausfallen.

Umgekehrt ist damit auch klar, was mit einem BGE entfallen kann, u.a.:
Hartz IV
Krankenversicherungsbeiträge
Steuerbefreiung des Existenzminimums
Kinderfreibetrag
Kindergeld
Grundsicherung (der Rente)
(eventuell sogar die gesamte Rente, denn wer mehr haben will, kann für das mehr dann auch privat vorsorgen)
Ehegattensplitting (denn Zusammenleben ist schon günstiger, bei gleichem BGE wäre damit schon ein Vorteil für Ehegatten und andere Zusammenlebensformen gegeben - weitere steuerliche Anreize sind dann nicht mehr notwendig)
Einige Abzugsmöglichkeiten im Einkommensteuerrecht (muss man im Detail untersuchen - steuerliche Anreize für die Kinderbetreuung sind nicht notwendig, wenn das BGE für Kinder hoch genug gewählt wird)
....

Wenn man das BGE für Kinder in gleicher Höhe wie für Erwachsene ansetzt, kann man im Umkehrschluss überlegen, ob wirklich der Besuch des Kindergartens und der Schule kostenfrei sein muss. Auch der Eintritt ins Schwimmbad muss dann nicht mehr nach Kindertarif und Erwachsenentarif unterscheiden.

Was man merkt - je weiter man die Gesellschaft in Richtung BGE entwickelt, desto mehr entfremdet sie sich Punkt für Punkt auch von der Gesellschaft, die wir heute kennen.

Trotzdem - es lohnt, denn der Staat würde zwar einerseits zusichern, dass jeder Leben kann, aber umgekehrt viel mehr gesellschaftliche Fragestellungen in die Eigenverantwortung zurückgeben.

Es bleibt damit dabei - letzten Endes ist die Frage BGE oder nicht eine Frage der Haltung zum Thema Selbstverantwortung versus staatlicher Fürsorge oder auch eine Frage der Haltung des Staates zu seinen Bürgern - sind die Bürger mündig und im großen und ganzen auch gemeinschaftlich unterwegs, oder muss man dem einzelnen Bürger permanent mißtrauen und ihn kontrollieren?

Wenn man sich mit solchen Fragen beschäftigt, fragt man sich dann schon, warum nicht jede Partei das BGE schon längst in ihr Programm übernommen hat. Von links bis rechts bietet es Ansatzpunkte für jeden Standpunkt.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Di 13. Aug 2019, 22:25

Atue001 hat geschrieben:(13 Aug 2019, 22:17)

Wenn ich zu weit abgeschweift bin, dann auch von mir sorry - das liegt aber schon daran, dass ich ein BGE als einen fundamentalen Baustein einer zukünftigen Sozialpolitik sehe. Dazu kommt, dass ich für die Berechnung eines sinnvollen BGEs in der Höhe folgende Grundannahmen treffen würde:

- Hartz IV-Satz
- Geld für die Miete einer einfachen Wohnung auf kleinem Niveau (Hartz IV liefert auch hier die Grundlage)
- Ausgleich für den Versicherungsbeitrag, den man für eine Pflege- und Krankenversicherung abschließen müsste, wenn diese als Kopfpauschale organisiert wäre
- Ausgleich für eine pauschale Haftpflichtversicherung (die sollte jeder haben, damit im Haftpflichtfall das Opfer nicht leer ausgeht)
- einen Tick mehr, weil die heutigen Hartz IV-Sätze es nicht wirklich ermöglichen, damit angemessen auf niedrigem Niveau am kulturellen Leben teilzunehmen

Nimmt man nun naiv an, dass alles andere in der Gesellschaft so bleiben würde, wie es heute ist, dann entspricht das in etwa einem Betrag von 1200€ +-x.

Würde man das BGE über indirekte Steuern finanzieren, könnte dies den Warenkorb Hartz IV verteuern - dann müsste auch das so gerechnete BGE entsprechend höher ausfallen.

Umgekehrt ist damit auch klar, was mit einem BGE entfallen kann, u.a.:
Hartz IV
Krankenversicherungsbeiträge
Steuerbefreiung des Existenzminimums
Kinderfreibetrag
Kindergeld
Grundsicherung (der Rente)
(eventuell sogar die gesamte Rente, denn wer mehr haben will, kann für das mehr dann auch privat vorsorgen)
Ehegattensplitting (denn Zusammenleben ist schon günstiger, bei gleichem BGE wäre damit schon ein Vorteil für Ehegatten und andere Zusammenlebensformen gegeben - weitere steuerliche Anreize sind dann nicht mehr notwendig)
Einige Abzugsmöglichkeiten im Einkommensteuerrecht (muss man im Detail untersuchen - steuerliche Anreize für die Kinderbetreuung sind nicht notwendig, wenn das BGE für Kinder hoch genug gewählt wird)
....

Wenn man das BGE für Kinder in gleicher Höhe wie für Erwachsene ansetzt, kann man im Umkehrschluss überlegen, ob wirklich der Besuch des Kindergartens und der Schule kostenfrei sein muss. Auch der Eintritt ins Schwimmbad muss dann nicht mehr nach Kindertarif und Erwachsenentarif unterscheiden.

Was man merkt - je weiter man die Gesellschaft in Richtung BGE entwickelt, desto mehr entfremdet sie sich Punkt für Punkt auch von der Gesellschaft, die wir heute kennen.

Trotzdem - es lohnt, denn der Staat würde zwar einerseits zusichern, dass jeder Leben kann, aber umgekehrt viel mehr gesellschaftliche Fragestellungen in die Eigenverantwortung zurückgeben.

Es bleibt damit dabei - letzten Endes ist die Frage BGE oder nicht eine Frage der Haltung zum Thema Selbstverantwortung versus staatlicher Fürsorge oder auch eine Frage der Haltung des Staates zu seinen Bürgern - sind die Bürger mündig und im großen und ganzen auch gemeinschaftlich unterwegs, oder muss man dem einzelnen Bürger permanent mißtrauen und ihn kontrollieren?

Wenn man sich mit solchen Fragen beschäftigt, fragt man sich dann schon, warum nicht jede Partei das BGE schon längst in ihr Programm übernommen hat. Von links bis rechts bietet es Ansatzpunkte für jeden Standpunkt.



Naja warum sich die meisten etabliertem Parteien ( in Ansätzen vielleicht noch die Grünen) sich davor drücken und lieber am Status quo festhält ja viel mit deren mentaler Bequemlichkeit und Ideologie ( der Ideologie der Leistungsgesellschaft) zu tun.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mi 14. Aug 2019, 00:05

Alpha Centauri hat geschrieben:(13 Aug 2019, 22:25)

... am Status quo festhält ja viel mit deren mentaler Bequemlichkeit
und Ideologie ( der Ideologie der Leistungsgesellschaft) zu tun.

Dieser Leistungsgesellschaft hast Du Deine heutige Situation zu verdanken.

Das hat auch gar nichts mit bequem zu tun.

Bequem ist es allenfalls zu fordern und (nur) verteilen zu wollen.

Haben, haben, haben ... wollen, ohne seinen eigenen Anteil dazu beizutragen. Beitragen zu müssen.

Da kannst Du noch so viele „intellektuelle“ Klimmzüge versuchen. :p

mfg
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Mi 14. Aug 2019, 00:33

Atue001 hat geschrieben:(13 Aug 2019, 22:17)

Wenn ich zu weit abgeschweift bin, dann auch von mir sorry - das liegt aber schon daran, dass ich ein BGE als einen fundamentalen Baustein einer zukünftigen Sozialpolitik sehe..



Welche Partei//Koalition ? :D :D :D

Mehr als die Grünen in ihrer Kanzlerferne - und vielleicht noch die MLPD ....mehr Regierung vertritt den MIST doch nicht...
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Mi 14. Aug 2019, 00:40

Teeernte hat geschrieben:(14 Aug 2019, 00:33)

Welche Partei//Koalition ? :D :D :D

Mehr als die Grünen in ihrer Kanzlerferne - und vielleicht noch die MLPD ....mehr Regierung vertritt den MIST doch nicht...


Bitte erläutere doch mal, wieso du zu der Ansicht kommst, dass ein BGE Mist wäre...
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Mi 14. Aug 2019, 00:54

Atue001 hat geschrieben:(14 Aug 2019, 00:40)

Bitte erläutere doch mal, wieso du zu der Ansicht kommst, dass ein BGE Mist wäre...


Das ist keine ANSICHT - sondern Werte, ....

Das gibt es anerzogen//sozialisiert..... da kann man kurz in der Jugend mal aus der Spur kommen - aber spätestens mit 30 sollte man wieder "NORMAL" denken.

Aber natürlich kann man auch an einen Soli für Afrika denken....oder an Toilettenanlagen für Schrankenmechaniker...

Also - welche Partei soll mit solchen "WERTEN" >> (BGE) wählbar sein ?

...die Deutsche Freibier UNION ?

Bei den Grünen bin ich mir SICHER - dass die BGE NIE (für alle) umsetzen würden ...selbst wenn man damit WIRBT oder an der Regierung wäre.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Sybilla » Mi 14. Aug 2019, 03:57

Skull hat geschrieben:(14 Aug 2019, 00:05)

Dieser Leistungsgesellschaft hast Du Deine heutige Situation zu verdanken.

Das hat auch gar nichts mit bequem zu tun.

Bequem ist es allenfalls zu fordern und (nur) verteilen zu wollen.

Haben, haben, haben ... wollen, ohne seinen eigenen Anteil dazu beizutragen. Beitragen zu müssen.

Da kannst Du noch so viele „intellektuelle“ Klimmzüge versuchen. :p

mfg


Welchen Anteil hat der Erwerbstätige in einem vollautomatisierten und digitalisierten Logistikzentrum wie oben verlinkt ? In dem Roboter die Waren aus den Regalen Ein- und Aussortieren? Ich sehe darin keinerlei Möglichkeit das in dieser Arbeitsstätte der Erwerbstätige seinen eigenen Anteil dazu beitragen kann, er würde den Robotern nur im Weg stehen. Der Mensch wird nur noch als Kunde benötigt. Ich habe immer mehr das Gefühl das von vielen immer noch nicht verstanden wird, was Industrie 4.0 und KI in der Wertschöpfungskette bedeuten. Und nur in der Wertschöpfung wird ein Wert geschöpft, nicht in der Dienstleistung man kann zu den Erwerbstätigen natürlich sagen, wenn er im Wertschöpfungsprozeß nicht mehr benötigt wird. Er könne seinen eigenen Anteil in der Form einer Dienstleistung beitragen, zum Beispiel als "Schuhputzer" aber damit schafft er eben keinen Wert, sondern nur bei den anderen das Gefühl, dass er für seinen Lebensunterhalt arbeitet, Was er im Falle eines BGE eben selbst entscheiden könnte, vor allem was oder wie lange er arbeiten möchte oder auch nicht, der Wert wird ja in der vollautomatischen Fabrikation mit KI und Robotern geschaffen. Schon heute gibt es viele dieser Fabriken und es werden immer mehr.

Wer vorankommen möchte und ein besseres Gemeinwohl für alle erreichen möchte muss umdenken. Wer die Armut in der Gesellschaft erhalten möchte kann weiter machen wie bisher, mein Weg ist das nicht.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Mi 14. Aug 2019, 06:50

Die Digitalisierung gibt es schon seit Konrad Zuse, der den ersten Rechner erfunden hat. Industrie 4.0 gibts auch schon einige Jahre. Weniger Arbeitsplätze sind es trotzdem nicht geworden. Aber schließlich habt ihr ja eure Theorien. Wen juckt da schon nackte Realität :p
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Sybilla » Mi 14. Aug 2019, 12:35

Mendoza hat geschrieben:(14 Aug 2019, 06:50)

Die Digitalisierung gibt es schon seit Konrad Zuse, der den ersten Rechner erfunden hat. Industrie 4.0 gibts auch schon einige Jahre. Weniger Arbeitsplätze sind es trotzdem nicht geworden. Aber schließlich habt ihr ja eure Theorien. Wen juckt da schon nackte Realität :p


Ups bitte die mediale Blase verlassen in der Realität werden In der Produktion also der Wertschöpfung von den Mitarbeitern schon lange immer weniger Stunden gearbeitet, die Maschinen der Industrie 3.0 arbeiten 24/7/365 ebenso die Industrie 4.0 und KI nur das noch weniger Erwerbstätige zur Überwachung der Produktion benötigt werden. Die Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten hat natürlich mehr Arbeitsstunden der Beschäftigten geschaffen allerdings wird dieser Zuwachs an Arbeitsplätzen und Arbeitsstunden durch die Aufteilung der Arbeitszeit auf viele Erwerbstätige geschaffen. Leider kann von diesen (Teilzeit) Arbeitsplätzen kaum ein*e Erwerbstätige*r den Lebensunterhalt für sich und seine/*/ihre Kinder erwirtschaften. Die Folge ist die Zunahme der Kinder und Altersarmut. Wer glaubt das viele Arbeitsplätze in Teilzeit ein bombastischer Erfolg sind, der verkennt die langfristigen Folgen für die Gesellschaft. Es gibt nach wie vor mehr als 3 Millionen Menschen die tatsächlich arbeitslos sind und als Unterbeschäftigte im monatlichen BA Bericht auch in dieser Kennzahl erfasst werden. (Das diese in der medialen "Vollbeschäftigung-Blase" nicht vorkommen ist vermutlich politisch erwünscht) aber eben weder Tatsache noch Realität. Bis jetzt glänzen die Neo-liberalen mit Theorien die nur erfolgreich sind wenn die Ergebnisse dementsprechend erfasst und interpretiert werden. In der Theorie gibt es Rekordbeschäftigung in der nackten Realität gibt es schon heute in D Millionen erwerbstätige Menschen die in Armut leben oder Armutsgefährdet sind.

Näheres kann jeder hier im Forum nachlesen.

Wie gesagt wer die Armut in der Gesellschaft überwinden möchte sollte ein BGE befürworten, wer dass nicht will, macht einfach weiter wie bisher und sagt wenn jeder an sich selbst denkt, ist auch an alle gedacht.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Mi 14. Aug 2019, 17:54

Sybilla hat geschrieben:(14 Aug 2019, 12:35)

Wie gesagt wer die Armut in der Gesellschaft überwinden möchte sollte ein BGE befürworten,
wer dass nicht will, macht einfach weiter wie bisher und sagt wenn jeder an sich selbst denkt, ist auch an alle gedacht.

Nö. Es gibt ja noch den existierenden Sozialstaat.

DER denkt ja auch an DIE, die ihn brauchen. :)

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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Mi 14. Aug 2019, 20:05

Sybilla hat geschrieben:(14 Aug 2019, 12:35)

Ups bitte die mediale Blase verlassen in der Realität werden In der Produktion also der Wertschöpfung von den Mitarbeitern schon lange immer weniger Stunden gearbeitet, die Maschinen der Industrie 3.0 arbeiten 24/7/365 ebenso die Industrie 4.0 und KI nur das noch weniger Erwerbstätige zur Überwachung der Produktion benötigt werden. Die Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten hat natürlich mehr Arbeitsstunden der Beschäftigten geschaffen allerdings wird dieser Zuwachs an Arbeitsplätzen und Arbeitsstunden durch die Aufteilung der Arbeitszeit auf viele Erwerbstätige geschaffen. Leider kann von diesen (Teilzeit) Arbeitsplätzen kaum ein*e Erwerbstätige*r den Lebensunterhalt für sich und seine/*/ihre Kinder erwirtschaften. Die Folge ist die Zunahme der Kinder und Altersarmut. Wer glaubt das viele Arbeitsplätze in Teilzeit ein bombastischer Erfolg sind, der verkennt die langfristigen Folgen für die Gesellschaft. Es gibt nach wie vor mehr als 3 Millionen Menschen die tatsächlich arbeitslos sind und als Unterbeschäftigte im monatlichen BA Bericht auch in dieser Kennzahl erfasst werden. (Das diese in der medialen "Vollbeschäftigung-Blase" nicht vorkommen ist vermutlich politisch erwünscht) aber eben weder Tatsache noch Realität. Bis jetzt glänzen die Neo-liberalen mit Theorien die nur erfolgreich sind wenn die Ergebnisse dementsprechend erfasst und interpretiert werden. In der Theorie gibt es Rekordbeschäftigung in der nackten Realität gibt es schon heute in D Millionen erwerbstätige Menschen die in Armut leben oder Armutsgefährdet sind.

Näheres kann jeder hier im Forum nachlesen.

Wie gesagt wer die Armut in der Gesellschaft überwinden möchte sollte ein BGE befürworten, wer dass nicht will, macht einfach weiter wie bisher und sagt wenn jeder an sich selbst denkt, ist auch an alle gedacht.



Volle Zustimmung!!! Das BGE ist notwendig und wir können nicht so weiter machen wie bisher.
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Do 15. Aug 2019, 00:34

lili hat geschrieben:(14 Aug 2019, 20:05)

Volle Zustimmung!!! Das BGE ist notwendig und wir können nicht so weiter machen wie bisher.


Bei der ganzen schrecklichen Armut ohne BGE in Deutschland frage ich mich : Warum riskieren zigtausende Menschen ihr Leben im Mittelmeer um zu uns zu kommen? Wenn man das Gejammer der BGE-Befürworter ernst nehmen würde, müsste der Menschenstrom eigentlich in die andere Richtung gehen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Sybilla » Do 15. Aug 2019, 03:15

Mendoza hat geschrieben:(15 Aug 2019, 00:34)

Bei der ganzen schrecklichen Armut ohne BGE in Deutschland frage ich mich : Warum riskieren zigtausende Menschen ihr Leben im Mittelmeer um zu uns zu kommen?


Weil sie vor Krieg, Elend und Überbevölkerung fliehen ? Aber was hat das mit der Diskussion zum BGE zutun? Nichts, also bitte beim Thema bleiben und keine anderen Fässer aufmachen, dazu gibt es im Forum genug Diskussionsraum. Wir sprechen hier über das BGE!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Do 15. Aug 2019, 08:33

Mendoza hat geschrieben:(15 Aug 2019, 00:34)

Bei der ganzen schrecklichen Armut ohne BGE in Deutschland frage ich mich : Warum riskieren zigtausende Menschen ihr Leben im Mittelmeer um zu uns zu kommen? Wenn man das Gejammer der BGE-Befürworter ernst nehmen würde, müsste der Menschenstrom eigentlich in die andere Richtung gehen.


Dämmlicher Vergleich herrscht hier den Krieg??? Oder wie in Eritrea eine Militärdiktatur??? Und dass hierzulande Armut gibt ( ob Alters- oder Kinderarmut) trotz vermeintlich glänzender Wirtschaftszahlen ist auch Fakt.

Das Fass was du hier aufgemacht hast hat aber mit dem BGE an sich nicht viel zu tun
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Do 15. Aug 2019, 08:41

Mendoza hat geschrieben:(15 Aug 2019, 00:34)

Bei der ganzen schrecklichen Armut ohne BGE in Deutschland frage ich mich : Warum riskieren zigtausende Menschen ihr Leben im Mittelmeer um zu uns zu kommen? Wenn man das Gejammer der BGE-Befürworter ernst nehmen würde, müsste der Menschenstrom eigentlich in die andere Richtung gehen.



Weil ihn falsche Versprechungen gemacht wurden. Ich habe einmal im TV gesehen, dass ein Mann interviewt wurde und er meinte dass er in Deutschland ein großes Haus und Wohlstand bekommt.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Do 15. Aug 2019, 08:41

Sybilla hat geschrieben:(15 Aug 2019, 03:15)

Weil sie vor Krieg, Elend und Überbevölkerung fliehen ? Aber was hat das mit der Diskussion zum BGE zutun? Nichts, also bitte beim Thema bleiben und keine anderen Fässer aufmachen, dazu gibt es im Forum genug Diskussionsraum. Wir sprechen hier über das BGE!


Das natürlich auch. Ich denke er meint Wirtschaftsflüchtlinge.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Do 15. Aug 2019, 08:51

Guten Morgen,

es macht keinen Sinn, mehrmals den gleichen Beitrag zu zitieren,
um dann immer wieder seine Zustimmung darunter zu schreiben.

Desweiteren halte ich es für wenig zielführend,
darauf hinzuweisen dass das Thema hier zu Recht BGE ist,
aber trotzdem eine Diskussion um Immigranten fortzuführen.

Ich bitte dieses zu unterlassen.

Danke.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Regenmacher » Do 15. Aug 2019, 09:11

Alpha Centauri hat geschrieben:(15 Aug 2019, 08:33)

Und dass hierzulande Armut gibt ( ob Alters- oder Kinderarmut) trotz vermeintlich glänzender Wirtschaftszahlen ist auch Fakt.

Armut wird es immer geben, denn der Armutsbegriff ist relativ definiert, z. B. Einkommen unter 60% des mittleren Einkommens. Ebenso sieht es mit dem Vermögen aus. Armut kannst du also nur dann abschaffen, wenn du jedem ein BGE (um beim Thema zu bleiben) in gleicher Höhe zahlst und allen außerdem verbietest, etwas hinzuzuverdienen. Dann wären tatsächlich alle Menschen gleich, der Traum aller Utopisten wäre wahr geworden. Die Sache hätte nur einen kleinen Haken ... :D
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Do 15. Aug 2019, 10:05

Sybilla hat geschrieben:(15 Aug 2019, 03:15)

Weil sie vor Krieg, Elend und Überbevölkerung fliehen ? Aber was hat das mit der Diskussion zum BGE zutun? Nichts, also bitte beim Thema bleiben und keine anderen Fässer aufmachen, dazu gibt es im Forum genug Diskussionsraum. Wir sprechen hier über das BGE!


1. Die meisten sind - wie lilly mich richtig interpretiert - ganz klar Wirtschaftsflüchtlinge.
2. Es gibt auch innerhalb der EU Migration und es kommen deutlich mehr Menschen nach Deutschland als weg ziehen und das nicht wegen dem schönen Wetter.
Wenn du argumentiert, dass man das BGE braucht um Armut zu beseitigen, kannst du dich hinterher nicht beschweren, dass ich erwähne wie wohlhabend die meisten Menschen
Deutschlands im Weltmaßstab sind! Ich habe den Eindruck euch fehlt jegliche Bodenhaftung, weil ihr nicht kapiert wie gut es euch geht. Und die deutsche Armutsdefinition ist doch
sowieso ein Witz. Wer unter 60% des Medianeinkommens hat gilt ja als arm. Bedeutet z.B. dass in einem Raum mit einem Milliardär und 9 einfachen Millionären 90% armutsgefährdet sind. Es gibt in Deutschland zweifellos arme Menschen vor allem die Obdachlosen. Die gibt es aber fast überall und was soll da mit BGE besser werden? Jetzt hat man ja schon mit
Hartz 4 ein Grundeinkommen, also den Regelsatz + Miete + Krankenversicherung. Der Unterschied ist halt, dass man jetzt bedürftig sein muss und verlangt wird, dass man sich bemüht auf eigenen Beinen zu stehen. Für mich eine Selbstverständlichkeit, für dich scheinbar eine Zumutung.
Außerdem wird von BGE-Fans immer behauptet man werde die Armut besiegen. Worauf stützt sich denn diese steile These? Ist doch nur reines Wunschdenken und nackte Theorie!
Macht doch mal sowas auf wie den Freistaat Christiana in Kopenhagen, nur eben für Grundeinkommens-Anhänger. Wenn das klappt hab ihr echte Argumente statt reiner Fantasie.
Für mich wäre die Einführung eines BGE in D so, als würde man ein 1a-Haus einreißen, weil der Wasserhahn tropft.

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