BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

Moderator: Moderatoren Forum 1

Ger9374

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Ger9374 » Do 8. Aug 2019, 09:29

Skull hat geschrieben:(08 Aug 2019, 08:24)

Ich habe da mal zwei alte Beiträge von mir gefunden.
Vielleicht helfen die ja in der Betrachtung:




mfg




Danke, das hilft deutlich weiter;-)
Atue001
Beiträge: 517
Registriert: Fr 2. Aug 2019, 00:00

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Do 8. Aug 2019, 22:50

Ger9374 hat geschrieben:(08 Aug 2019, 01:17)

Deine Auslegung von "Eigentum verpflichtet" und daraus ergebende Schlussfolgerungen
für den Deutschen Eigentümer und sein Eigentum ist doch schlichtweg Unsinn.
Der Deutsche Staat schützt das Privateigentum.Du erklärst es in deiner Auslegung zum Staatsbesitz der aber diesen duldend dem Eigentümer überlässt.
Das ist Sozialistische Sicht von Eigentum.
In der Freien Marktwirtschaft nicht praktikabel.

Allerdings bin ich Laie, und nehme gerne Informationen ohne Ideologischen Unsinn an .


Ich habe keine sozialistische Sicht auf das Eigentum, sondern eine ganz pragmatische. Wenn aber die Idee geäußert wird, dass eine BGE-Gesellschaft zu Enteignung führt, ist das Unsinn.
Es ist unstrittig, dass der Staat Vermögen besteuern darf - strittig ist allenfallst, wie dies im Detail mit der Bewertung von Vermögen gerecht organisiert werden kann.

Wenn befürchtet wird, dass durch den Finanzbedarf für ein BGE Vermögen aufgelöst werden müssen, steht genau dies aber nicht im Widerspruch zum Grundgesetz, wenn dieser Umstand nur deshalb zustande kommt, weil nicht genügend Geldvermögen vorhanden ist, um staatliche Verpflichtungen zu bedienen. Für diesen Fall muss Vermögen auch aufgelöst werden - sonst kommt der Kuckuck.

Eine Vermögensorientierte Finanzierung eines BGEs wäre wohl zulässig, wenn das Vermögen nicht zu unverhältnismäßig hohen Belastungen führen würde.

Das aber kann man mit normal hohen Belastungen regelmäßig vermeiden.
Atue001
Beiträge: 517
Registriert: Fr 2. Aug 2019, 00:00

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Do 8. Aug 2019, 22:56

unity in diversity hat geschrieben:(08 Aug 2019, 04:28)

Das BGE soll die Umlagesysteme ersetzen, die sich aus verschiedenen Gründen immer weniger selbst tragen können.
Dieselben Gründe müßten aber auch das BGE unfinanzierbar machen, oder wo ist mein Denkfehler?
Maschinensteuern und ähnlichen Unsinn, sollte man mit aller Konsequenz verhindern (Standortfrage).


Auch diese Betrachtungsweise ist falsch. Das BGE soll nicht Umlagesysteme ersetzen, sondern die Sicherung des Existenzminimums neu organisieren.
Es ist noch nicht mal zwingend, dass dies über ein Umlagesystem geschehen muss - allerdings ist ein Kapitalgedecktes System wesentlich teurer und damit über viele Jahrzehnte nicht finanzierbar.

Generell sind Umlagesysteme extrem effektiv, weil sie die Kapitalbindung niedrigst halten. Dass die Rente unter Druck ist, hat andere Ursachen. In einem BGE-System könnte man die Lasten der Demographie gleichmäßig und gerecht über alle Bevölkerungsgruppen verteilen - im heutigen Rentensystem ist das schwierig, weil Einzahler und Bezieher in der Rentenversicherung nicht gleichartig behandelt werden. Dazu kommt, dass in der Rente wie auch in den weiteren umlagefinanzierten Systemen, regelmäßig weite Gruppen der Bevölkerung ausgenommen sind und Sonderlösungen haben. Eine muntere Vermischung von Aufgaben, die eigentlich über Steuern zu finanzieren wären, und Aufgaben, die über die Umlagefinanzierten Sozialversicherungen zu organisieren sind, kommt hinzu.
Aus dem Chaos dieser Systeme heute aber zu schließen, dass es am Umlagesystem liegt, ist ein Irrweg.
Atue001
Beiträge: 517
Registriert: Fr 2. Aug 2019, 00:00

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Do 8. Aug 2019, 23:19

Skull hat geschrieben:(08 Aug 2019, 08:24)

Ich habe da mal zwei alte Beiträge von mir gefunden.
Vielleicht helfen die ja in der Betrachtung:

mfg


Völlig richtig! Nur - auch diese Sichtweise ändert nichts daran, dass der Staat durchaus die Sicherung des Existenzminimums über ein BGE organisieren kann. Und er kann dies sogar auch, indem er zur Finanzierung einer solchen Sicherung als Grundlage eine Finanzierung entsprechend dem Vermögen organisiert, solange die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt.

Nehmen wir mal zwei Beispiele:
Wenn der Staat die Straße vor der eigenen Wohnung saniert, und er die Kosten dafür zu einem angemessenen Anteil auf die Grundstücksanteilseigner umlegt, dann sind entsprechende Zahlbescheide auch dann rechtmäßig, wenn der Grundstücksbesitzer nicht über genügend Einkommen verfügt, um sich den Zahlbescheid leisten zu können. Selbst wenn er also das Grundstück deshalb verkaufen muss, handelt es sich beim Zahlbescheid nicht um eine Enteignung.

Ein Mieter, der sich seine Wohnung nicht mehr leisten kann, kann auch nicht unter Berufung des Eigentumsrechts darauf bestehen, dass er in der Mietswohnung bleiben darf - obwohl das BVerfG auch einem Mieter ein Schutzrecht seines Eigentums (seines Wohnrechts) zugesteht. Der Mieter muss sich sein Wohnrecht leisten können!

Würde man das BGE also über eine Vermögensabgabe oder Vermögenssteuer finanzieren (letzteres ist schwierig, weil Steuern ja nicht Zweckgebunden sind), so wäre das erst dann unverhältnismäßig, wenn unter normalen Umständen ein Vermögenserhalt durch die Höhe der Abgabe in der Breite nicht mehr gesichert wäre. Eine Vermögensabgabe in Höhe von 2% jedoch wäre sicher noch zu vertreten, weil man immer auch annehmen kann, dass man sein Vermögen wenigstens so verwalten können muss, dass es 2% Rendite regelmäßig abwirft.

Bei einem Privatvermögen von ca. 14 Billionen Euro wäre eine Vermögensabgabe von 2% jedoch bereits 280 Mrd. EUR wert, und es ließe sich allein damit ohne weitere Veränderungen ein BGE von 285€ für jeden im Monat finanzieren. Umgekehrt wäre ein BGE in dieser Höhe finanziell eine Besserstellung oder wenigstens neutral bis zu einem Vermögen von ca. 170.000€ - über das nur der kleinere Teil der Deutschen verfügt (ca. 30%). Es gibt guten Grund zur Annahme, dass eine solche Finanzierung noch nicht den Tatbestand der Unverhältnismäßigkeit trifft.

Der Rest ist Detailarbeit - das überlasse ich gerne den Finanzexperten, denn so oder so ist das Finanzieren eines BGEs keine Aufgabe, die man mal eben zwischen Tür und Angel erledigen kann. Relativ leicht ist zu verargumentieren, dass es prinzipiell geht - kompliziert sind die Details.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 19440
Registriert: Do 11. Sep 2014, 18:55

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Do 8. Aug 2019, 23:25

Atue001 hat geschrieben:(08 Aug 2019, 23:19)

Völlig richtig! Nur - auch diese Sichtweise ändert nichts daran, dass der Staat durchaus die Sicherung des Existenzminimums über ein BGE organisieren kann.


Könnte... Grüne ? Mit CSU ???
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Atue001
Beiträge: 517
Registriert: Fr 2. Aug 2019, 00:00

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Do 8. Aug 2019, 23:50

Teeernte hat geschrieben:(08 Aug 2019, 23:25)

Könnte... Grüne ? Mit CSU ???


Ohne passende politische Mehrheiten geht generell nichts.
Deshalb ist es auch so wichtig, dass zunächst ein BGE erst einmal in der Breite der Gesellschaft gedacht wird....wenn eine Mehrheit ein BGE will, wird es kommen.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 19440
Registriert: Do 11. Sep 2014, 18:55

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Fr 9. Aug 2019, 00:06

Atue001 hat geschrieben:(08 Aug 2019, 23:50)

Ohne passende politische Mehrheiten geht generell nichts.
Deshalb ist es auch so wichtig, dass zunächst ein BGE erst einmal in der Breite der Gesellschaft gedacht wird....wenn eine Mehrheit ein BGE will, wird es kommen.


Die Mehrheit will nicht Hartzen.....

Wenn die "Mehrheit" BGE will....kanns der Rest nicht mehr "cashen".

Freibier !!
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 8687
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon unity in diversity » Fr 9. Aug 2019, 01:10

Atue001 hat geschrieben:(08 Aug 2019, 23:50)

Ohne passende politische Mehrheiten geht generell nichts.
Deshalb ist es auch so wichtig, dass zunächst ein BGE erst einmal in der Breite der Gesellschaft gedacht wird....wenn eine Mehrheit ein BGE will, wird es kommen.

Wenn jeder das BGE bekommt, ist das Verschwendung, für die keine Mehrheit zu erwarten ist.
Eher wäre eine Reform der Einkommenssteuer vorstellbar.
Bis zu einem festzulegenden Wert, hat die Einkommensteuer ein negatives Vorzeichen.
Ab diesem Wert, wird positiv besteuert.
Um die Bedürftigkeit zu prüfen, nimmt das Finanzamt Einblick in die Steuererklärung.
Der „Scheitelpunkt“ ab dem sich die Steuer von negativ zu positiv verändert, muß möglicherweise jährlich neu ausgehandelt werden, weil er vom gesamtwirtschaftlichen Erfolg abhängt. Eine Schrumpfwirtschaft würde sich von einer wachsenden Volkswirtschaft unterscheiden.
Das bringt jeden dazu, sich für Wachstum zu interessieren, was nicht unbedingt steigenden Ressourcenverbrauch bedeuten muß. Im Gegenteil, weniger Rohstoff- und Energieträgerimporte verbessern die Außenhandelsbilanz und damit das verteilbare Ergebnis einer Volkswirtschaft.
Benutzeravatar
JosefG
Beiträge: 424
Registriert: Mi 18. Jul 2012, 07:11
Benutzertitel: antichristlich antiislamisch
Wohnort: Regensburg
Kontaktdaten:

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon JosefG » Fr 9. Aug 2019, 20:19

unity in diversity hat geschrieben:(09 Aug 2019, 01:10)


Eher wäre eine Reform der Einkommenssteuer vorstellbar.
Bis zu einem festzulegenden Wert, hat die Einkommensteuer ein negatives Vorzeichen.
Ab diesem Wert, wird positiv besteuert.

Ist doch genau dasselbe wie ein BGE.
Der Berechnungsmodus ist anders, im Ergebnis ist es dasselbe.

Um die Bedürftigkeit zu prüfen,

Versteh ich jetzt allerdings nicht, wie du das meinst.
Geprüft wird bei der Steuer nur das Bruttoeinkommen.
Atue001
Beiträge: 517
Registriert: Fr 2. Aug 2019, 00:00

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Fr 9. Aug 2019, 22:31

unity in diversity hat geschrieben:(09 Aug 2019, 01:10)

Wenn jeder das BGE bekommt, ist das Verschwendung, für die keine Mehrheit zu erwarten ist.
Eher wäre eine Reform der Einkommenssteuer vorstellbar.


Es wäre lediglich eine andere Berechnungsart - aber eine, die auf Bedürftigkeitsprüfungen verzichten kann.
Das BGE muss ja in jedem Fall finanziert werden. Da es eine soziale Leistung ist, werden also in der Folge einige Bürger mehr haben als ohne BGE, und andere sogar weniger. Verschwendet wird da nichts.

Da ein BGE aber das Thema Grundsicherung / Existenzsicherung aus einem Guss organisiert, gibt es nicht die vielen fragwürdigen Stellen, wie wir sie heute im System haben. Diese Grauzonen werden jeweils mit viel Bürokratie und hohen Gerichtskosten begleitet - das kostet die Gesellschaft viel! Gleichzeitig aber schafft dieses Bürokratiemonster auch noch viel Leid, weil Bedürftige nicht das, was sie brauchen, zu dem Zeitpunkt bekommen, wo sie es brauchen. Es schafft auch viel Neid, weil die, die dafür bezahlen, andere Lebenskonzepte ablehnen und wüst beschimpfen, beispielsweise als Schmarotzer. Das auch dann, wenn dieser Vorwurf völlig ungerechtfertigt ist.

Wenn jeder das BGE bekommt, fällt vieles dieser Debatten in sich zusammen. Die Bürokratie beschränkt sich auf das Notwendigste. Ob jemand für sich dann frei entscheidet, dass er ein weiteres Einkommen braucht und wieviel - ist dann Ausdruck seines freien Willens, und nicht mehr Folge von Arbeitspflicht. Das BGE macht frei!
Alpha Centauri
Beiträge: 5510
Registriert: Mo 19. Jun 2017, 10:49

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 9. Aug 2019, 22:39

Atue001 hat geschrieben:(09 Aug 2019, 22:31)

Es wäre lediglich eine andere Berechnungsart - aber eine, die auf Bedürftigkeitsprüfungen verzichten kann.
Das BGE muss ja in jedem Fall finanziert werden. Da es eine soziale Leistung ist, werden also in der Folge einige Bürger mehr haben als ohne BGE, und andere sogar weniger. Verschwendet wird da nichts.

Da ein BGE aber das Thema Grundsicherung / Existenzsicherung aus einem Guss organisiert, gibt es nicht die vielen fragwürdigen Stellen, wie wir sie heute im System haben. Diese Grauzonen werden jeweils mit viel Bürokratie und hohen Gerichtskosten begleitet - das kostet die Gesellschaft viel! Gleichzeitig aber schafft dieses Bürokratiemonster auch noch viel Leid, weil Bedürftige nicht das, was sie brauchen, zu dem Zeitpunkt bekommen, wo sie es brauchen. Es schafft auch viel Neid, weil die, die dafür bezahlen, andere Lebenskonzepte ablehnen und wüst beschimpfen, beispielsweise als Schmarotzer. Das auch dann, wenn dieser Vorwurf völlig ungerechtfertigt ist.

Wenn jeder das BGE bekommt, fällt vieles dieser Debatten in sich zusammen. Die Bürokratie beschränkt sich auf das Notwendigste. Ob jemand für sich dann frei entscheidet, dass er ein weiteres Einkommen braucht und wieviel - ist dann Ausdruck seines freien Willens, und nicht mehr Folge von Arbeitspflicht. Das BGE macht frei!


Naja schau dir doch diese überbürokratische System und den Verwaltungsaufwand von heute an, samt den ganzen Gerichtskosten und Klagewellen gegen Bescheide an den Sozialgerichten an, solchen realen Unsinn können sich nur die vermeintlichen Profis ausdenken. Ansonst hast du recht, Zustimmung meinerseits.
Atue001
Beiträge: 517
Registriert: Fr 2. Aug 2019, 00:00

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Fr 9. Aug 2019, 23:06

Alpha Centauri hat geschrieben:(09 Aug 2019, 22:39)

Naja schau dir doch diese überbürokratische System und den Verwaltungsaufwand von heute an, samt den ganzen Gerichtskosten und Klagewellen gegen Bescheide an den Sozialgerichten an, solchen realen Unsinn können sich nur die vermeintlichen Profis ausdenken. Ansonst hast du recht, Zustimmung meinerseits.


Genau das habe ich ja geschrieben.

Ein "schönes" Beispiel, wie ungerecht das heutige System ist, und warum eine einfache Negative Einkommensteuer auch nicht alles fixt, ist das Thema, dass sozialer Ausgleich im heutigen System teilweise im Steuersystem stattfindet - teilweise aber auch in den Sozialversicherungen.
Im Steuersystem ist es so, wenn ich zuviel bezahlt habe, habe ich eine reelle Chance, das mit der Einkommensteuererklärung zu korrigieren. Wer aber mal zuviel in die Sozialversicherung bezahlt hat, bekommt das nie korrigiert. Wer beispielsweise in einem Jahr genau und nur in einem Monat ein Einkommen von 4.500€ hat, der bekommt die gezahlte Einkommensteuer am Jahresende vollständig zurück. Die Sozialabgaben von mehr als 900€ jedoch nicht. Wer alternativ statt dessen 10 Monate im Jahr 450€ an Einkommen hat, der zahlt weder Steuern noch Sozialabgaben. Was genau rechtfertigt den Unterschied von 900€? Nun kann man bei der Rentenversicherung noch sagen: Dafür wird ja auch eingezahlt. In gewissen Grenzen gilt das auch noch für die Arbeitslosenversicherung. Für die Krankenkasse und die Pflegekasse jedoch ist nicht ersichtlich, dass hier mehr Leistungen entstehen, wenn man eingezahlt hat...das sind mehr als 400€, denen keine Gegenleistung gegenübersteht.

Soziale Gerechtigkeit sieht dann doch irgendwie anders aus. Und das ist nur ein Beispiel - viele tausend weitere lassen sich finden, weil wir ein so verworrenes System der sozialen Absicherung haben.

In einer BGE-Gesellschaft kann man diesen Unsinn vermeiden! (Eine Garantie dafür, dass es dann auch vermieden wird, würde ich aber nicht abgeben - gerade wir Deutschen sind regelrecht Weltmeister, Dinge unnötig zu verkomplizieren.....es wird uns auch einfallen, wie man eine BGE-Gesellschaft kompliziert organisieren kann......)

Man könnte auch ohne ein BGE vieles schon verbessern - allerdings adressiert das BGE genau das Thema der Grundsicherung - und hier ist mir derzeit keine Alternative zu den BGE-Ansätzen bekannt, die das Thema besser adressiert.
Die Idee mit der negativen Einkommensteuer klingt gut - läuft aber ins Leere, wenn nicht alle Einkommensarten erfasst sind. Langfristige Spekulationsgewinne beispielsweise werden heutzutage weder besteuert noch wurde dafür jemals Sozialversicherung bezahlt. Und: Die negative Einkommensteuer adressiert in keiner Weise das Problem mit den Sozialversicherungen. Würde man das lösen wollen, müsste man auch in den Sozialversicherungen über so etwas wie einen Jahresausgleich nachdenken......ich trau der deutschen Bürokratie alles zu.....
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 8687
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon unity in diversity » Sa 10. Aug 2019, 02:05

JosefG hat geschrieben:(09 Aug 2019, 20:19)

Ist doch genau dasselbe wie ein BGE.
Der Berechnungsmodus ist anders, im Ergebnis ist es dasselbe.


Versteh ich jetzt allerdings nicht, wie du das meinst.
Geprüft wird bei der Steuer nur das Bruttoeinkommen.

So ganz das selbe, wie ein BedingungslosesGE ist das nicht. Man reicht seine Steuererklärung ein und nach der Überprüfung durch das Finanzamt, kommt der etwas andere Steuerbescheid.
Wie viel ist nachzuzahlen, oder wie viel kommt zurück?
Ausgangspunkt ist wie immer der Nachweis, was man alles von der Steuer absetzen darf.
Neu wird auf dieser Grundlage die Bewilligung eines steuerfinanzierten Zusatzeinkommens, oder ein weiterer Abzug von Steuern, um das Zusatzeinkommen von Bedürftigen zu finanzieren.
Wenn man den solidarischen Grundgedanken einer Mehrheit vermitteln kann, kommt es so.
Das ist anders, als wenn das Gießkannenprinzip der allgemeinen BGE-Befürworter greift.
Es dürfte sich gar nicht so schwer ausrechnen lassen, ein neues Bürokratiemonster ist darum unwahrscheinlich.
Probleme kommen nur auf jene zu, die eine jährliche Einmalzahlung nicht verantwortungsbewußt durch 12 Monate teilen können.
Ger9374

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Ger9374 » Sa 10. Aug 2019, 07:28

unity in diversity hat geschrieben:(10 Aug 2019, 02:05)

So ganz das selbe, wie ein BedingungslosesGE ist das nicht. Man reicht seine Steuererklärung ein und nach der Überprüfung durch das Finanzamt, kommt der etwas andere Steuerbescheid.
Wie viel ist nachzuzahlen, oder wie viel kommt zurück?
Ausgangspunkt ist wie immer der Nachweis, was man alles von der Steuer absetzen darf.
Neu wird auf dieser Grundlage die Bewilligung eines steuerfinanzierten Zusatzeinkommens, oder ein weiterer Abzug von Steuern, um das Zusatzeinkommen von Bedürftigen zu finanzieren.
Wenn man den solidarischen Grundgedanken einer Mehrheit vermitteln kann, kommt es so.
Das ist anders, als wenn das Gießkannenprinzip der allgemeinen BGE-Befürworter greift.
Es dürfte sich gar nicht so schwer ausrechnen lassen, ein neues Bürokratiemonster ist darum unwahrscheinlich.
Probleme kommen nur auf jene zu, die eine jährliche Einmalzahlung nicht verantwortungsbewußt durch 12 Monate teilen können.



Das könnte was geben;-))
Drei Monate Party, Dann ist die Kohle für das ganze Jahr verprasst Dann ab zum Amt betteln!
Das könnte eine neue Rtl2 Show werden.
"Hunger in Deutschland"

Nein einige müssen ihr Geld zugeteilt bekommen, die können nicht mit grösseren Jährlichen zahlungen umgehen!!
Atue001
Beiträge: 517
Registriert: Fr 2. Aug 2019, 00:00

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » Sa 10. Aug 2019, 22:56

Die negative Einkommensteuer muss nicht erst durch den jährlichen Steuerbescheid greifen - bei Hartz IV gibt es ja auch Aufstockermodelle. Die würde man auslaufen lassen, und statt dessen im Niedriglohnsektor die Aufstockermodelle durch eine negative Einkommensteuer ersetzen.
Das charmante an diesem Modell ist, dass über den jährlichen Steuerbescheid die unterjährig sich verändernde Situation noch finanziell ausgeglichen wird.

Kritisch am Modell der negativen Einkommensteuer sind andere Themenstellungen, wie beispielsweise die Erklärungspflicht. Kritisch ist auch, dass üblicherweise ganzheitliche Konzepte dazu fehlen, die die Problematik der Sozialversicherungen mit beinhalten. Tatsächlich ist es aber so, dass derzeit auch im gesetzlichen Sozialsystem ein solidarischer Transfer parallel aber deutlich unschärfer als im Steuerrecht organisiert ist. Wenn man NUR eine negative Einkommensteuer organisiert, bleiben diese Aspekte auf der Strecke. Kritisch wäre dann auch noch die übliche Thematik von zumeist Frauen zu benennen, die Kinder bekommen, und dann immer wieder als Alleinerziehende zwar einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten, dafür aber kein Einkommen haben.

Auch beim BGE wie auch bei Modellen der negativen Einkommensteuer empfehle ich für die konkrete Umsetzung regelmäßig, sich zunächst ans Aufräumen im Sozialsystem zu begeben - beispielsweise mal scharf zu unterscheiden, ob man soziale Umverteilung als Aufgabe des Steuersystems oder des Sozialsystems sieht. Man kann beides tun - jede Sicht hat hier ihre Berechtigung. Nur - wenn man es Gemischt macht, also teilweise im Steuersystem und teilweise im Sozialsystem, dann wird das System intransparent, inkonsequent, ungerecht und fragwürdig. Teuer ist es obendrein auch noch.

Die negative Einkommensteuer ist kein schlechtes Konzept - sie wirkt ähnlich wie das BGE. Das BGE ist aber konsequenter, weil das BGE letzten Endes das Thema der Grundsicherung als soziale Absicherung adressiert, während die negative Einkommensteuer die Absicherung der Grundsicherung ins Steuersystem verlagert. Ein BGE-System ist der konsequentere und mutigere Schritt.
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 8687
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon unity in diversity » So 11. Aug 2019, 04:19

Den Angriff auf die Umlagesysteme, nennt man Entbürokratisierung. Man möchte im Interesse der Finanzwirtschaft, daß sich jeder einen Kapitalstock zulegt, um gegen alle Wechselfälle des Lebens abgesichert zu sein.
Pech hat, zum Beispiel, wer älter wird, oder seine Altersvorsorge zu schnell verpraßt hat.
Weder das BGE, noch eine Negativsteuer, wird die Lücke schließen, welche die Abschaffung der Umlagesysteme gerissen hat.
Egal wie es nennt, es wird von unten nach oben umverteilt.
Atue001
Beiträge: 517
Registriert: Fr 2. Aug 2019, 00:00

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Atue001 » So 11. Aug 2019, 22:48

Dass das Umlagesystem dem Kapitalstock überlegen ist, hat gerade die Finanzkrise gezeigt. Ob das Umlagesystem aber seine volle Stärke entfalten kann, hängt ganz entscheidend davon ab, dass möglichst viele (alle) am Umlagesystem beteiligt sind.
Ist das der Fall, kann man in Krisenzeiten fair die Lasten über alle verteilen.

Vermögensakkumulation ist eines der größten Probleme des Kapitalismus - gleichzeitig aber schöpft der Kapitalismus gerade daraus auch seine Kraft. Vermögensakkumulation ist deshalb nicht gänzlich zu unterbinden, sondern vielmehr gilt es, die Kraft zu bändigen und zum Wohle aller wirken zu lassen.

Mein Lieblingsrezept dafür ist es, die Staatsfinanzierung (Bund, Länder, Städte, Gemeinden, Sozialversicherungen....) zu einem wesentlichen Anteil entsprechend der Vermögenssituation zu organisieren. Das würde nachhaltig das Problem der Vermögensakkumulation bändigen.
Sybilla
Beiträge: 792
Registriert: Di 3. Jun 2008, 21:56

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Sybilla » Di 13. Aug 2019, 17:45

Schichtwechsel Die Roboter übernehmen oder warum Merkel-Deutschland die Zukunft verschläft.

Die Kanzlerschaft von Frau Merkel íst durch bleiernen Stillstand und den berühmten drei Schimpansen (Medien) gekennzeichnet, weite Teile der deutschen Wirtschaft seit mehr als einem Jahr in eine tiefen noch lange andauernde Rezession gerutscht und die Industrie 4.0 wird immer mehr Realität in dem Erwerbsleben der Bürger. Die Roboterarmee im Paketzentrum

In Merkel Deutschland fabuliert die Politik die offensichtlich in den Kategorien des letzten Jahrhunderts denkt noch vom "sozialen Arbeitsmarkt" von der Beschäftigung ALLER in Minijobs und Job-Sharing, auch in Armut und Armut/Armutsgefährdung mit KInder und Altersarmut. Anstatt ein zukunftfähiges Konzept eines BGE zu entwickeln, dass über eine Wertschöpfungsabgabe durch die Industrie 4.0 und KI finanziert werden kann. Der Arbeitsmarkt wird sich für die meisten Erwerbstätigen drastisch verändern. Die Politik verschläft in einem Land" in dem die herrschende Nomenklatur gern und gut leben" unsere Zukunft. Und nur wenige haben die Zeichen der Zeit verstanden andere schweigen weil sie nicht schreiben dürfen was wirklich auf der politischen Agenda Priorität hat. Gute Nacht Deutschland.
Ger9374

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Ger9374 » Di 13. Aug 2019, 17:54

Die treuen Merkelanten werden auf die guten wirtschaftlich erfolgreichen Jahre verweisen.Doch sehe ich darin ein reines zufälliges zusammenfallen mit der Kanzlerschaft von Mutti Merkel.
Sie selbst hat höchstens aussenpolitisch versucht zu glänzen( mit mäßigen Erfolg).
Wirtschaftlich gab es keine Grossen Taten.
Alles Selbstläufer , gute Konjunktur- höhere Beschäftigung- Rekord bei Minijobs- Rekord Steuereinnahmen . Folgen Rekordbeschäftigung, Schuldenabbau ect.
Wie ein 6er im Lotto, Glück nichts eigenes eingebracht .
Benutzeravatar
Skull
Moderator
Beiträge: 22502
Registriert: Do 12. Apr 2012, 22:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW

Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Skull » Di 13. Aug 2019, 18:08

Guten Abend,

das Thema ist hier: BGE.

Wenn einige Protagonisten einen Merkel-Wirtschafts- oder Sozial- Politik Strang aufmachen möchten. Bitte.

Aber NICHT in diesem Strang. Hier...ist das Spam.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke

Zurück zu „10. Sozialpolitik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast