Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

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jack000
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Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon jack000 » So 7. Jul 2019, 14:00

Eine in der vergangenen Woche von Forschern der ETH Zürich vorgelegte Studie hebt die Bedeutung von Wäldern als Speicher für das klimaschädliche CO2 hervor. Demzufolge ist Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel, um die Klimaerwärmung zu bremsen. Weltweit identifizierten die Forscherinnen und Forscher 900 Millionen Hektar, auf denen Wälder neu angepflanzt werden könnten. Diese hätten das Potenzial, etwa 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff zu absorbieren, rund zwei Drittel der CO2-Menge, die seit Beginn der Industrialisierung zusätzlich ausgestoßen wurde. Allerdings würde es bis zum Heranwachsen der Bäume mehrere Jahrzehnte dauern.

https://www.zeit.de/politik/2019-07/for ... MNJbiNRr1Y`

In der Tat ist wohl unstrittig, das Bäume CO2 aufnehmen und diesen Speichern. Der Vorteil gegen über CO2-Steuerumverteilung wäre aber, dass dieser das sein Leben lang tut.
=> CO2 wird nicht im großen Maßstab verschwenderisch in Deutschland erzeugt, sondern Einsparpotentiale sind mühsam umzusetzen
=> Bäume aber kann man sofort pflanzen und deren Wirkung hätte man steig steigend
=> Sollte somit erstmal der Focus auf die Pflanzung von Bäumen gerichtet werden?
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon Enas Yorl » So 7. Jul 2019, 14:16

jack000 hat geschrieben:(07 Jul 2019, 14:00)
=> Sollte somit erstmal der Focus auf die Pflanzung von Bäumen gerichtet werden?

Es wäre schon hilfreich wenn man das abholzen von Urwäldern einschränken würde. Das ist nicht nur ein Problem der jeweiligen Länder. Viel Holz wird illegal geschlagen, falsch deklariert und dann exportiert. Der weltweite Handel von illegal geschlagenen Holz und dessen Produkten, wird bislang wenig entschlossen bekämpft. Hier braucht es weitreichende Kontrollen durch die Zollbehörden (und ja ich weiß, die sind in vielen Ländern chronisch unterbesetzt).
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon Emin » So 7. Jul 2019, 14:33

2/3 des gesamten CO2-Ausstßes seit der Industrialisierung klingt zwar erst mal gut (und ist es auch), aber bei momentanem Ausstoß sind diese neuen Speicher in wenigen Jahren schon wieder aufgebraucht. Den absoluten Großteil des gesamten CO2-Ausstoßes hat man nach 1990 ausgestoßen. Ohne die CO2-Emissionen zu senken verschafft das ein bisschen Zeit, aber mehr auch nicht. Man müsste jetzt erst mal nachrechnen, wie genau die Zahlen sind, aber ich vermute, könnten wir heute 9 Millionen km2 neuen Wald herzaubern, dann wären wir wahrscheinlich in 10-20 Jahren wieder am gleichen Punkt angelangt, wenn man nicht auch gleichzeitig den CO2-Ausstoß massiv senkt.
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon BlueMonday » So 7. Jul 2019, 14:35

Interessant ist auch der Zusammenhang, dass durch einen höheren CO2-Anteil in der Atmosphäre auch ohne weiteres menschliches Zutun mehr Biomasse entsteht, also die Erde dadurch buchstäblich grüner wird: https://www.nasa.gov/feature/goddard/20 ... ing-earth/
Dazu kommt, dass derzeitige Klimamodelle die steigende Kohlenstoffbindung der Biomasse wahrscheinlich signifikant unterschätzen: https://www.nature.com/articles/s41467-019-08633-z
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon Emin » So 7. Jul 2019, 14:40

BlueMonday hat geschrieben:(07 Jul 2019, 14:35)

Interessant ist auch der Zusammenhang, dass durch eine höheren CO2-Anteil in der Atmosphäre auch ohne weiteres menschliches Zutun mehr Biomasse entsteht, also die Erde dadurch buchstäblich grüner wird: https://www.nasa.gov/feature/goddard/20 ... ing-earth/
Dazu kommt, dass derzeitige Klimamodelle die steigende Kohlenstoffbindung der Biomasse wahrscheinlich signifikant unterschätzen: https://www.nature.com/articles/s41467-019-08633-z


Es entsteht jedes Jahr sehr viel mehr neue Wüste, als neue Grünfläche.
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon Corella » So 21. Jul 2019, 21:02

BlueMonday hat geschrieben:(07 Jul 2019, 14:35)

Interessant ist auch der Zusammenhang, dass durch einen höheren CO2-Anteil in der Atmosphäre auch ohne weiteres menschliches Zutun mehr Biomasse entsteht, also die Erde dadurch buchstäblich grüner wird: https://www.nasa.gov/feature/goddard/20 ... ing-earth/
Dazu kommt, dass derzeitige Klimamodelle die steigende Kohlenstoffbindung der Biomasse wahrscheinlich signifikant unterschätzen: https://www.nature.com/articles/s41467-019-08633-z


Derzeit dehnt sich Taiga in die Tundra hinein aus und alles mag überraschend wüchsig sein. Es gibt aber ein paar entscheidende Details, die nicht gut prognostizierbar sind und für die wir auch aus der Fossilienkunde nichts zu Rate ziehen können. Zum Beispiel hat die im paper vorhergesagte, als höher eingeschätzte Nettoprimärproduktion entsprechende Wasserverfügbarkeit zur Vorraussetzung. Und es spricht leider einiges dafür, dass es in Taiga und Tundra für eine Zeit, die für menschliche Maßstäbe sehr relevant ist, trockener wird. Die Rekord-Flächenbrände in Arktis und Sibierien zeigen dies schon an. Es brennt nicht nur die stehende Biomasse sondern auch in nie gekannter Weise der über Jahrtausende angesammelte Torf (C-Senken werden zu -Quellen).
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon streicher » So 21. Jul 2019, 21:14

Emin hat geschrieben:(07 Jul 2019, 14:40)

Es entsteht jedes Jahr sehr viel mehr neue Wüste, als neue Grünfläche.
Hast du dazu Zahlen?
Russland, USA, Deutschland, Frankreich, und ich meine sogar auch VR China zählen zu den Ländern, die mittlerweile aufforsten, bei denen also der Waldanteil zunimmt. Verloren geht leider (noch immer) viel Urwald.
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon streicher » So 21. Jul 2019, 21:16

jack000 hat geschrieben:(07 Jul 2019, 14:00)
=> Bäume aber kann man sofort pflanzen und deren Wirkung hätte man steig steigend
=> Sollte somit erstmal der Focus auf die Pflanzung von Bäumen gerichtet werden?
Bäume pflanzen, begrünen - sehr zu befürworten. Einerseits wäre es äußerst sinnvoll, wenn man aufforstet bzw. dem Wald wieder Raum gibt. Andererseits denke ich, dass man Ortschaften auch grüner, also mit mehr Grün, gestalten sollte.
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon Gen_Y » So 21. Jul 2019, 22:39

streicher hat geschrieben:(21 Jul 2019, 21:14)

Hast du dazu Zahlen?
Russland, USA, Deutschland, Frankreich, und ich meine sogar auch VR China zählen zu den Ländern, die mittlerweile aufforsten, bei denen also der Waldanteil zunimmt. Verloren geht leider (noch immer) viel Urwald.


Nicht im Urwald und nicht in der Wüste, jeden Tag wird in Deutschland eine Fläche von 100 Fußballfeldern zur Versiegelung freigegeben.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=lICSMjVatns#t=26m40s
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 22. Jul 2019, 04:14

Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass wenn zu viel co2 in der Luft ist, man schauen soll, dass wieder co2 aus der Luft rausgenommen wird und nicht nur dass man verhindert, dass noch mehr co2 reinkommt.

Die Diskussion in der Lückenpresse dreht sich aber Merkwürdigerweise fast nur um das Thema co2 Vermeidung und ignoriert die ganz logische Frage wie man das überschüssige Co2 denn wieder effektiv einfangen kann.

Dazu gibt es nämlich einen ganzen Blumenstrauß an Möglichkeiten und viele davon gar nicht so teuer!
Neben -Aufforstung gibt es z.B. noch:
- Artificial Upwelling (="Aufforstung" im Ozean)
- synthetisches Methan / bzw. Blue crude
- künstliche Bäume
- physikalische pumpe
-...


Darüber ist eine öffentliche Debatte längst überfällig!
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon streicher » Mo 22. Jul 2019, 10:06

watisdatdenn? hat geschrieben:(22 Jul 2019, 04:14)
- künstliche Bäume
-...


Darüber ist eine öffentliche Debatte längst überfällig!
Kannst du zu den künstlichen Bäumen näheres sagen?
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon H2O » Mo 22. Jul 2019, 10:37

watisdatdenn? hat geschrieben:(22 Jul 2019, 04:14)

Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass wenn zu viel co2 in der Luft ist, man schauen soll, dass wieder co2 aus der Luft rausgenommen wird und nicht nur dass man verhindert, dass noch mehr co2 reinkommt.

Die Diskussion in der Lückenpresse dreht sich aber Merkwürdigerweise fast nur um das Thema co2 Vermeidung und ignoriert die ganz logische Frage wie man das überschüssige Co2 denn wieder effektiv einfangen kann.

Dazu gibt es nämlich einen ganzen Blumenstrauß an Möglichkeiten und viele davon gar nicht so teuer!
Neben -Aufforstung gibt es z.B. noch:
- Artificial Upwelling (="Aufforstung" im Ozean)
- synthetisches Methan / bzw. Blue crude
- künstliche Bäume
- physikalische pumpe
-...


Darüber ist eine öffentliche Debatte längst überfällig!


Das Aufforsten erscheint von allen Vorschlägen zur Einhegung der CO2-Zuwächse der klügste Vorschlag zu sein. Mit etwas Glück gibt es einigen Aufwand beim Anpflanzen und danach ist die Sache mehr oder weniger Waldwirtschaft. Bedenklich finde ich alle Vorhaben, die auf Dauer Energiezufuhr verlangen, oder deren Folgen auf Lebensformen im Meer kaum ein zu schätzen sind.
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon Quatschki » Mo 22. Jul 2019, 13:36

streicher hat geschrieben:(21 Jul 2019, 21:16)
Andererseits denke ich, dass man Ortschaften auch grüner, also mit mehr Grün, gestalten sollte.

Wegen des Mikroklimas.
Wenn das Bürofenster im Schatten eines Baumes liegt, brauchst du drinnen keine Klimaanlage.
Und wenn du mit dem Auto unter dem Blätterdach einer Allee fährst, brauchst du auch kein Air Condition, sondern es reicht Fenster auf. Außerdem absorbiert und speichert der beschattete Asphalt weit weniger Wärme.
Aber das wird ja überall zunichte gemacht.
Straßenbäume werden reihenweise umgelegt und dürfen wegen neuer Abstandsregeln nicht ersetzt werden.
Höfe verden für Stellplätze versiegelt. Tiefgaragenbauten zerstören die Böden und die Grundwasserzirkulation. Und wenn man dort hinein einen Baum pflanzt, ist er doch eher wie eine Topfpflanze, die dann wieder künstlich bewässert werden muß. Und das Laub, als natürliche Bodenregeneration, wird stets mit hohem Energieaufwand zusammengesaugt und abtransportiert.
Aber die Leute wollen's ja so!
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 22. Jul 2019, 13:37

streicher hat geschrieben:(22 Jul 2019, 10:06)
Kannst du zu den künstlichen Bäumen näheres sagen?

Gerne!
Hier als effektive Möglichkeit Co2 effektiv einzufangen:



Dann muss man sie nur noch abgeben und z.B. in Form von Blue Crude speichern..


H2O hat geschrieben:(22 Jul 2019, 10:37)
oder deren Folgen auf Lebensformen im Meer kaum ein zu schätzen sind.

Du spielst auf artificial Upwelling an (mein persönlicher Favorit, da potentiell sehr leicht finanzierbar, mit potentiell riesigem Effekt und auch nur eine Beschleunigung des Prozesses der sowieso abläuft).
Die bisherigen Untersuchungen haben einen positiven Effekt auf das maritime Leben gezeigt.
Diese Angst des negativen Einflusses ist aus meiner Sicht also unbegründet (habe noch keine gegenteiligen Fakten/Indizien gesehen). Es scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein.
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon H2O » Mo 22. Jul 2019, 13:54

Wenn die Nutzung der Meere zur Absorption von CO2 tatsächlich keinen Schaden für das Meeresleben nach sich zieht, dann kann es keinen vernünftigen Einwand dagegen geben. Dennoch warne ich davor, solche Großversuche ohne sehr enge fächerübergreifende wissenschaftliche Begleitung ein zu leiten. Solche Ängste plagen mich bei der Aufforstung von Ödland jedenfalls nicht!
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon Corella » Mo 22. Jul 2019, 18:42

watisdatdenn? hat geschrieben:(22 Jul 2019, 04:14)

Schon der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass wenn zu viel co2 in der Luft ist, man schauen soll, dass wieder co2 aus der Luft rausgenommen wird und nicht nur dass man verhindert, dass noch mehr co2 reinkommt.

Die Diskussion in der Lückenpresse dreht sich aber Merkwürdigerweise fast nur um das Thema co2 Vermeidung und ignoriert die ganz logische Frage wie man das überschüssige Co2 denn wieder effektiv einfangen kann.

Dazu gibt es nämlich einen ganzen Blumenstrauß an Möglichkeiten und viele davon gar nicht so teuer!
Neben -Aufforstung gibt es z.B. noch:
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Upwelling: Wiki "Globale Erwärmung" Quelle 266: https://www.nature.com/articles/ncomms4304

2 clicks, aber du klärst uns alle auf, hurra!
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon jack000 » Mo 22. Jul 2019, 18:55

Die Linke mit einer guten Idee:
Nur 24 Prozent Wald: Linke fordert Aufforstungsprogramm

Angesichts des Klimawandels hat die Linke ein massives Aufforstungsprogramm im Nordosten gefordert. "Gegenwärtig besitzt Mecklenburg-Vorpommern lediglich eine Waldfläche von etwa 588 000 Hektar und rangiert damit bundesweit an vorletzter Stelle", erklärten die beiden Landesvorsitzenden Wenke Brüdgam und Torsten Koplin am Sonntag. Die Wälder seien zudem häufig nicht miteinander verbunden - es gebe rund 22 000 Waldinseln. Laut Umweltministerium sind rund 24 Prozent der Landesfläche bewaldet, womit der Nordosten zu den waldärmeren Regionen in Deutschland gehört. Der Bundesdurchschnitt beträgt 32 Prozent.

Die Forderung der Linken-Chefs: In den nächsten Jahren sollte für jeden der rund 1,6 Millionen Einwohner des Landes ein Baum gepflanzt werden. Das nötige Geld sollte von Bund, Land und über Spenden bereitgestellt werden. Die Partei kündigte an, auch selbst aktiv werden zu wollen. So werde sie sich an geplanten Baumpflanzaktionen im Herbst auf Rügen beteiligen und eigene Projekte in Abstimmung mit der Landesforstanstalt initiieren.

https://www.n-tv.de/regionales/mecklenb ... 58277.html

Natürlich betrifft das nicht nur MC-Pomm, sondern bundesweit ist noch viel Platz für Bäume. Da geht schon damit los, dass eine jede Bundes- /Land- / Kreisstrasse (insofern möglich) Alleen werden sollten.
(Das Thema Unfälle bekommt man mit Leitplanken hin, die Kosten sollten ja durch die CO2-Steuer gedeckt werden können)
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon Sören74 » Mo 22. Jul 2019, 18:59

watisdatdenn? hat geschrieben:(22 Jul 2019, 04:14)

Die Diskussion in der Lückenpresse dreht sich aber Merkwürdigerweise fast nur um das Thema co2 Vermeidung und ignoriert die ganz logische Frage wie man das überschüssige Co2 denn wieder effektiv einfangen kann.


In der Presse wurde also nie berichtet, dass das Abholzen der Regenwälder (was gerade in Brasilien wieder ein Thema ist) ein massives Problem beim Klimaschutz darstellt?
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon jack000 » Mo 22. Jul 2019, 19:06

Sören74 hat geschrieben:(22 Jul 2019, 18:59)

In der Presse wurde also nie berichtet, dass das Abholzen der Regenwälder (was gerade in Brasilien wieder ein Thema ist) ein massives Problem beim Klimaschutz darstellt?

Wurde ggf. mal erwähnt, steht absolut nicht im Fokus. Im Fokus steht die Diskussion was alles um wie viel teurer werden muss und wie das ganze sozial abgefedert werden soll.
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Re: Aufforstung das mit Abstand effektivste Mittel fürs Klima?

Beitragvon Sören74 » Mo 22. Jul 2019, 19:16

jack000 hat geschrieben:(22 Jul 2019, 19:06)

Wurde ggf. mal erwähnt, steht absolut nicht im Fokus. Im Fokus steht die Diskussion was alles um wie viel teurer werden muss und wie das ganze sozial abgefedert werden soll.


Also in den 90er Jahren war es das Thema schlechthin. Was Du beschreibst ist eine Momentaufnahme der derzeitigen Diskussionen. Im übrigen die Aussage, dass Aufforstung ein sehr effektives Mittel ist, um CO2 einzusparen, ging ja auch durch die Presse. Du hast selbst einen Artikel von der Zeit verlinkt.

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