Geldgier der ekligsten Art

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JFK
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon JFK » Sa 20. Jul 2019, 16:44

Senexx hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:37)

Es ging um Ethik.

Islamischen Untericht gibt es auch sonst kaum.


Ethik ist aber kein Religionsunterricht, es ist eher Atheistisch ausgelegt und somit quasi das Gegenteil, entweder Ethik oder Religion.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Papaloooo » Sa 20. Jul 2019, 16:46

Senexx hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:37)

Es ging um Ethik.

Islamischen Untericht gibt es auch sonst kaum.

Auch Ethikunterricht gibt es in staatlichen Schulen viel häufiger als in kirchlichen Schulen.
Denn dann könnten Muslime wenigstens am Ethikunterricht teilnehmen.
Eigentlich gehört in eine Schule, in der genügend Muslime sind, zwangsläufig auch ein Islamunterricht.
Das ist zumindest viel besser als es irgendwelchen Moscheen zu überlassen, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen.
Und auch das Lehrmaterial kann so gesichtet werden.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon JFK » Sa 20. Jul 2019, 16:47

Senexx hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:20)

Auch nicht.

Informieren Sie sich doch, bevor Sie hier alles zusammen.


Versuche ich ja gerade, weil jeder glaubt was anderes.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Papaloooo » Sa 20. Jul 2019, 16:50

Quatschki hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:44)

Sehe ich auch so.
Diejenigen, welche sich wünschen, dass jemand in der Hölle schmoren möge, sollten sich das nochmal gut überlegen.
Befriedigung aus der Vorstellung und dem Glauben zu ziehen, dass jemand (und mögen seine Missetaten noch so böse sein) für alle Ewigkeiten permanent gefoltert und gequält wird, ist nämlich einfach nur krank und pervers.

Stimmt, so etwas geht im Wesentlichen von monotheistischen Religionen aus.
Die polytheistischen bzw henotheistischen Religionen vertreten solche Ansichten nicht.
Das ist Kapitalismus:
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jul 2019, 16:51

JFK hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:44)

Ethik ist aber kein Religionsunterricht, es ist eher Atheistisch ausgelegt und somit quasi das Gegenteil, entweder Ethik oder Religion.

Ich halte von Ethik auch nichts. Viele islamische Studentinnen, die ich kenne, studieren Ethik.

Ethik ist halt ein überflüssiges Laberfach, für das man sich nicht sonderlich anstrengen muss und das easy-going im Lehramt garantiert.
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jul 2019, 16:51

JFK hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:47)

Versuche ich ja gerade, weil jeder glaubt was anderes.

Entscheidend ist die offizielle Lehrmeinung.
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon JFK » Sa 20. Jul 2019, 16:56

Papaloooo hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:46)

Auch Ethikunterricht gibt es in staatlichen Schulen viel häufiger als in kirchlichen Schulen.
Denn dann könnten Muslime wenigstens am Ethikunterricht teilnehmen.
Eigentlich gehört in eine Schule, in der genügend Muslime sind, zwangsläufig auch ein Islamunterricht.
Das ist zumindest viel besser als es irgendwelchen Moscheen zu überlassen, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen.
Und auch das Lehrmaterial kann so gesichtet werden.


Ich bin eher dafür das komplett aus den Schulen rauszunehmen,die Lehre über die Religionen unter Ethik, Sozialkunde und Geschichte einbauen, und nur noch staatliche Schulen erlauben.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Papaloooo » Sa 20. Jul 2019, 16:58

Senexx hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:51)

Entscheidend ist die offizielle Lehrmeinung.

Wer vertritt denn in christlichen Glaubensfragen die offizielle Lehrmeinung?
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon JFK » Sa 20. Jul 2019, 16:59

Senexx hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:51)

Ich halte von Ethik auch nichts. Viele islamische Studentinnen, die ich kenne, studieren Ethik.

Ethik ist halt ein überflüssiges Laberfach, für das man sich nicht sonderlich anstrengen muss und das easy-going im Lehramt garantiert.


Ein Ethik Studium ist sichtlich besser als Pfarrer oder Iman zu werden.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Papaloooo » Sa 20. Jul 2019, 17:01

JFK hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:56)

Ich bin eher dafür das komplett aus den Schulen rauszunehmen,die Lehre über die Religionen unter Ethik, Sozialkunde und Geschichte einbauen, und nur noch staatliche Schulen erlauben.

Ja, aber das birgt dann auch wiederum die Gefahr, dass zunehmend häusliche Bibelkreise von christlichen Eltern den Religionsunterricht übernehmen.
Analog dazu sieht man es auch im Islam, weil einfach der religiöse Schulunterricht dort fehlt.
Und im Extremfall wird dann dort z.b. die Evolutionstheorie als Teufelswerk abgetan.
Das ist Kapitalismus:
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon H2O » Sa 20. Jul 2019, 17:07

Papaloooo hat geschrieben:(20 Jul 2019, 15:35)

Sagen wir es mal anders:
Sind Bildungseinrichtungen in den Händen von Kirchen,
wie kann man es dann rechtfertigen,
dass es nicht auch islamisch geführte Schulen in Deutschland für Muslime gibt?
Und hiermit meine ich nicht Koranschulen, die gibt es, und das ist ja auch in Ordnung,
solange sie nicht radikal sind.
Aber durch kirchliche Schulen,
die in der Regel weder islamischen Religionsunterricht, noch Ethik als Ersatz für den christlichen Religionsunterricht bieten,
wird eine gewisse Gettoisierung verschiedener Glaubensrichtungen gefördert.

Des weiteren und als Antwort auf diese Kritik, sind es ja nicht die christlichen Schulen,
in welchen die Menschen ihr Seelenheil suchen, sondern doch eher die Kirchen,
die habe ich damit aber nicht gemeint.

Außerdem haben wir doch in letzter Zeit bei der Aufarbeitung langer Zeit in der Kirchen noch viel Macht hatten, gesehen,
was dabei herauskam.

Sexuelle Ausbeutung minderjähriger von Schutzbefohlenen im großen Stil.

Ja und das ist es, was ich meine:
Diese Macht ist gebröckelt, glücklicherweise ist davon nicht mehr allzuviel übrig.

Dennoch schaffen es kirchliche Einrichtungen immer wieder,
sich der Strafverfolgung zu entziehen.

Man sollte sich mal die Ziele von Maria 2.0 anschauen,
diese sind gut und richtig.

Aber nochmal zurück zur Kritik:
Wenn die Kirchen wirklich keine Macht hätten,
wieso kommen die Katholiken sie dann als einzige Institution in der westlichen Hemisphäre mit so viel Sexismus durch,
den Frauen sämtliche höhere Ämter zu verwehren?

Wo bleibt der Einfluss der Antidiskriminierungsstellen?


Sie tragen zusammen, was man fehlbaren Menschen vorhalten sollte... um sie zu bessern. Was aber halten Sie Christus vor? Und solchen Mitmenschen die sich auf Taten des Heilands berufen? War da etwas? Oder doch nichts?
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Papaloooo » Sa 20. Jul 2019, 17:24

H2O hat geschrieben:(20 Jul 2019, 17:07)

Sie tragen zusammen, was man fehlbaren Menschen vorhalten sollte... um sie zu bessern. Was aber halten Sie Christus vor? Und solchen Mitmenschen die sich auf Taten des Heilands berufen? War da etwas? Oder doch nichts?

Nun, die Figur Christus ist im Wesentlichen Legende.
Man könnte mal die DNA des Blutstropfen in der Heilig-Blut-Basilika untersuchen.
Dann kann man aus dem Y-Chromosomen auf Gottes DNA schließen.
Aber das Ganze stammt ja im Wesentlichen aus der Zeit, als im griechischen Götterepos die Götter mit den Menschen übermenschliche Nachkommen zeugten.

Oder man vergleiche Jesus und Herodes mit Krishna und Kamsa.

Das ist auch gar nicht wichtig, wichtig ist ja, was man im Glauben daraus macht.
Man könnte es auch anders sagen:

Der Dienst am Mitmenschen ist wichtiger als der Gottesdienst, denn Gott braucht unseren Dienst nicht.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon JFK » Sa 20. Jul 2019, 17:28

Papaloooo hat geschrieben:(20 Jul 2019, 17:01)

Ja, aber das birgt dann auch wiederum die Gefahr, dass zunehmend häusliche Bibelkreise von christlichen Eltern den Religionsunterricht übernehmen.
Analog dazu sieht man es auch im Islam, weil einfach der religiöse Schulunterricht dort fehlt.
Und im Extremfall wird dann dort z.b. die Evolutionstheorie als Teufelswerk abgetan.


Solange die Schulpflicht in den Staatlichen Schulen herrscht, können Religiöse natürlich in ihrer Freizeit machen was sie wollen, Koran und Bibelschulen dürfen erzählen was sie müssen, solange es geltendes Recht nicht verletzt, und wenn es zb bei Muslimen heißt, du darfst die Frau Ohrfeigen um sie zu züchtigen, muss das Grundgesetz gelten, das dieses nur für Allah in Ordnung ist, es aber Juristische Folgen haben kann im öffentlichen Interesse.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Skeptiker » Sa 20. Jul 2019, 17:55

H2O hat geschrieben:(20 Jul 2019, 11:12)
[…]
Davon weiß ich gar nichts; ernsthaft erwogen hat das höchstens ein politisches Herrschaftssystem ohne Rechtsgrundlagen. Ich glaube auch eher, daß die Entschädigung in die -zig Billionen ginge.

Nun, ich habe mich mit dem Thema noch nicht so tief befasst - bin da also recht offen. Was mich aber wundert sind Zahlen von zig Billionen.

Wie kommen solche Zahlen zustande? Welche Werte sind das?

Ich frage mich auch, dass wenn die Kirche dem Staat derartige Werte nur für das Recht überlassen hat die Kirchenabgaben über das Steuersystem einzunehmen, dann war das doch für zig Billionen an Vermögenswerten ein grandios dummer Deal.
Der einzige Mehrwert ist ja einen Mitgliedsbeitrag nicht selber eintreiben zu müssen - dafür verkauf ich doch nicht Haus und Hof.

Also, wie gesagt, ich habe mich damit nicht so detailiert beschäfigt, aber irgendwo ist da etwas ganz mächtig faul.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Papaloooo » Sa 20. Jul 2019, 17:58

JFK hat geschrieben:(20 Jul 2019, 17:28)

Solange die Schulpflicht in den Staatlichen Schulen herrscht, können Religiöse natürlich in ihrer Freizeit machen was sie wollen, Koran und Bibelschulen dürfen erzählen was sie müssen, solange es geltendes Recht nicht verletzt, und wenn es zb bei Muslimen heißt, du darfst die Frau Ohrfeigen um sie zu züchtigen, muss das Grundgesetz gelten, das dieses nur für Allah in Ordnung ist, es aber Juristische Folgen haben kann im öffentlichen Interesse.

Ja, das ist natürlich völlig richtig.
Nur birgt immer die Einseitigkeit religiösen Unterrichts außerhalb staatlicher Schulen das Risiko, das da Dinge vermittelt werden, die sich der allgemeinen Kenntnis entziehen.
Aus diesem Grunde wäre ich schon für christlichen, muslimischen und meinetwegen auch hinduistischen Unterricht an unseren Schulen.
Denn dann sind es die Schulämter, die den Unterrichtsstoff beschließen, und nicht irgendwelche dubiosen Leute, welche Kinder auf ihren Fundamentalismus einschwören wollen.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Ammianus » Sa 20. Jul 2019, 19:23

Senexx hat geschrieben:(20 Jul 2019, 12:44)

Das wird Ihnen am Tag des jüngsten Gerichts aber nichts nützen.


Dann soll er mich doch meinetwegen bis in alle Ewigkeit quälen, foltern und misshandeln ...

ist ein toller Gott ...
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Ammianus » Sa 20. Jul 2019, 19:35

Quatschki hat geschrieben:(20 Jul 2019, 16:44)

Sehe ich auch so.
Diejenigen, welche sich wünschen, dass jemand in der Hölle schmoren möge, sollten sich das nochmal gut überlegen.
Befriedigung aus der Vorstellung und dem Glauben zu ziehen, dass jemand (und mögen seine Missetaten noch so böse sein) für alle Ewigkeiten permanent gefoltert und gequält wird, ist nämlich einfach nur krank und pervers.


Aber irgendwo wieder typisch menschlich.
Und was lernen wir daraus:
Die Religionen scheinen ein Produkt der menschlichen Fantasie zu sein in die Homo sapiens sapiens seine Wünsche hineinprojiziert hat ...
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Progressiver » Sa 20. Jul 2019, 19:38

Skeptiker hat geschrieben:(20 Jul 2019, 17:55)

Nun, ich habe mich mit dem Thema noch nicht so tief befasst - bin da also recht offen. Was mich aber wundert sind Zahlen von zig Billionen.

Wie kommen solche Zahlen zustande? Welche Werte sind das?

Ich frage mich auch, dass wenn die Kirche dem Staat derartige Werte nur für das Recht überlassen hat die Kirchenabgaben über das Steuersystem einzunehmen, dann war das doch für zig Billionen an Vermögenswerten ein grandios dummer Deal.
Der einzige Mehrwert ist ja einen Mitgliedsbeitrag nicht selber eintreiben zu müssen - dafür verkauf ich doch nicht Haus und Hof.

Also, wie gesagt, ich habe mich damit nicht so detailiert beschäfigt, aber irgendwo ist da etwas ganz mächtig faul.


Natürlich ist da etwas ganz mächtig faul. Man vergleiche zum Beispiel Deutschland mit Österreich. Dieses gehörte auch zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Eine Kirchensteuer gibt es dort aber meines Wissens schon lange nicht mehr. Und auch in Deutschland wollte man schon ab 1919 die Säkularisierung vorantreiben. So stand es auch in der Weimarer Verfassung. Das Grundgesetz ist ein Erbe dieser Weimarer Verfassung. Ich kenne den entsprechenden Paragraphen nicht. Aber es beruft sich ganz klar auf die Weimarer Verfassung, dass dieses Problem gelöst werden soll. Ich habe mir vor kurzem ein Buch darüber gekauft. Es heißt "EXIT: Warum wir weniger Religion brauchen" und behandelt unter anderem genau diesen seit siebzig Jahren bestehenden Verfassungsbruch. Als Autoren sind neben dem Herausgeber Helmut Ortner auch so namhafte Verfasser gelistet wie Michael Schmidt-Salomon, Hamed Abdel-Samad usw.

Siehe zum Beispiel hier:

https://www.amazon.de/EXIT-weniger-Reli ... 143&sr=1-1

Ich habe mich noch nicht in das Buch hineingelesen. Aber es scheint gut zu sein.

Und bevor ich es vergesse: Die FDP hat ja auch in den 1970ern die Trennung von Kirche und Staat gewollt. Und auch die SPD war mal kirchenkritisch. Leider sind die Kirchenlobbyisten in beiden Parteien danach immer stärker geworden.

Und wenn ich an den christlichen Bildungsauftrag denke, rollen sich bei mir auch die Fußnägel hoch. Es gibt da ein anderes Buch von einer britischen Autorin, das von einer amerikanischen Zeitung zum Buch des Jahres gekürt wurde. Siehe zum Beispiel hier:

https://www.amazon.de/Heiliger-Zorn-zer ... HQZK1WHX56

Es heißt "Heiliger Zorn: Wie die frühen Christen die Antike zerstörten". Die Autorin schildert darin, wie frühe Christen mit ihrer totalitären Ideologie so ziemlich alles im Römischen Reich verwüsteten und zerstörten, was nicht zu ihrer Religion passte. Also zum Beispiel die antiken Tempel auch der Athene, Philosophenschulen usw. Man kann aus diesem Buch vermutlich ganz gut lernen, wohin religiöser Fanatismus führt, wenn man ihn gewähren lässt. Bei mir steht dieses Buch ganz oben auf der Wunschliste.

Auf jeden Fall hat das Christentum mit dazu geführt, dass das ehemalige Weströmische Reich für circa tausend Jahre seine Dark Ages erlebte. Und erst in der Renaicance fand man zum Humanismus zurück. Was aber nicht lange währte. Denn während andere Staaten ihren Horizont weiteten und Amerika entdeckten bzw. den Seeweg nach Indien, ist es Personen wie Martin Luther gelungen, die Menschen wieder religiös zu fanatisieren. Ohne diesen wäre das Christentum schon viel früher am Boden gewesen. Stattdessen bekämpften sich in der Folgezeit fanatisierte Katholiken und Protestanten, was alleine in Deutschland zu Millionen Toten führte. Aus der Asche der Konfessionen tauchte dann zwar ein Zeitalter der Aufklärung auf. Aber im Laufe der Geschichte war es dann Hitler, der sich mit dem damaligen Papst einigte, wie die Religion in Deutschland zu behandeln sei. Welche Legitimation hat aber eine Vereinbarung, die einer der größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte mit dem Papst getroffen hat, heute noch?

Und was den Humanismus betrifft: Um wieviel weiter hätte Europa sein können, wenn das antike Bildungssystem nicht den Bach runter gegangen wäre? Dies nicht nur zufällig, sondern auch mutwillig, weil die ersten Christen jegliche weltliche Bildung verabscheuten.

Und zum Thema "Jesus Christus" als Vorbild möchte ich noch anmerken: Christus ist eine Kunstfigur, die mit dem historischen Jesus wohl nicht viel gemeinsam hat. Die Christen können von mir aus noch tausend Jahre warten, bis dieser leibhaftig auf die Erde zurückkommt. Jesus wiederum wäre für mich auch kein gutes Vorbild. Wenn er mit achtzig Jahren eines friedlichen Todes gestorben wäre und ein ethisch korrektes Leben geführt hätte, wäre er vielleicht ein Vorbild gewesen. Aber mit circa dreißig Jahren für seine Überzeugungen zu sterben bzw. umgebracht zu werden, ist und war nie mein Lebensziel. Dies nur am Rande.
"Skepsis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Philosophie." (Denis Diderot)
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Senexx » Sa 20. Jul 2019, 19:41

Ammianus hat geschrieben:(20 Jul 2019, 19:23)

Dann soll er mich doch meinetwegen bis in alle Ewigkeit quälen, foltern und misshandeln ...

ist ein toller Gott ...

Ich glaube nicht, dass man Sie foltern wird.
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Re: Geldgier der ekligsten Art

Beitragvon Papaloooo » Sa 20. Jul 2019, 21:52

Senexx hat geschrieben:(20 Jul 2019, 19:41)

Ich glaube nicht, dass man Sie foltern wird.

Aber irgendeine Strafe muss ja wohl doch sein, wenn jemand sich erdreistet, Gott beim falschen Namen zu nennen, oder nicht zu glauben, oder?

Es ist doch oft die Vorstellung eines Gottes,
wie eines eifersüchtigen Ehemannes,
oder einer eifersüchtigen Ehefrau:
Liebe mich, aber wie ich merke, dass du stehst nicht zu 100% hinter mir, dann kannst du aber was erleben!

Und dann ist natürlich immer die Frage von den Gläubigen:
habe ich wirklich genug missioniert,
habe ich wirklich genug gebetet,
war ich wirklich genug tätig in meiner Glaubensgemeinschaft,
reicht es aus, dass ich von Gott aufgenommen werde?
Das ist Kapitalismus:
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