Antisemitismus

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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Do 18. Jul 2019, 14:49

Bobo hat geschrieben:(18 Jul 2019, 12:15)

Ich gebe zu, könnte für sich stehend so interpretiert werden, aber aus dem Gesamtkontext geht hervor, dass die Politik zur Aufklärung nur die Weichen stellen kann. Stichwort Bildungsministerium. Ich meine, das entscheidet, ob und welche Themen in die Schulen kommen.


Zu meiner Schulzeit galten die Israelis/Juden im Nahost-Israel/Palästina-Konflikt grundsätzlich als die Pösen. Es wurde im Unterricht so viel ausgelassen, dass ich mir damals die Zeit nahm und die Aussagen durch Kopien aus Bibliotheken widerlegen konnte. Das brachte mir einen Verweis ein. Am Lehrplan geändert hat es nichts. Ich war im Ausland auf einem Internat.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon streicher » Do 18. Jul 2019, 15:06

Wolverine hat geschrieben:(18 Jul 2019, 14:49)

Zu meiner Schulzeit galten die Israelis/Juden im Nahost-Israel/Palästina-Konflikt grundsätzlich als die Pösen. Es wurde im Unterricht so viel ausgelassen, dass ich mir damals die Zeit nahm und die Aussagen durch Kopien aus Bibliotheken widerlegen konnte. Das brachte mir einen Verweis ein. Am Lehrplan geändert hat es nichts. Ich war im Ausland auf einem Internat.
Meinen Respekt!
Mit welcher fadenscheinigen Begründung wurde denn der Verweis ausgestellt? Und hat die Lehrkraft sich dementsprechend antisemitisch im Unterricht geäußert? Der Rektor muss den ja auch noch unterschrieben haben...
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Do 18. Jul 2019, 15:12

streicher hat geschrieben:(18 Jul 2019, 15:06)

Meinen Respekt!
Mit welcher fadenscheinigen Begründung wurde denn der Verweis ausgestellt? Und hat die Lehrkraft sich dementsprechend antisemitisch im Unterricht geäußert? Der Rektor muss den ja auch noch unterschrieben haben...


Das ist schon ewig her. Die Begründung lautete tatsächlich in etwa so, dass ich den Lehrplan als falsch dargestellt hätte. Was ich ja auch nachweisen konnte, das wurde allerdings nicht berücksichtigt. Nicht weiter schlimm. Ich hatte vorher in der Klasse schon die Fundstellen verteilt.

Einen Lehrplan als falsch darstellen, ja das war damals schon ein wenig frevelhafte Hybris. :D
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Senexx » Do 18. Jul 2019, 15:14

Wolverine hat geschrieben:(18 Jul 2019, 15:12)

Das ist schon ewig her. Die Begründung lautete tatsächlich in etwa so, dass ich den Lehrplan als falsch dargestellt hätte. Was ich ja auch nachweisen konnte, das wurde allerdings nicht berücksichtigt. Nicht weiter schlimm. Ich hatte vorher in der Klasse schon die Fundstellen verteilt.

Einen Lehrplan als falsch darstellen, ja das war damals schon ein wenig frevelhafte Hybris. :D

Wenn Sie heute im Unterricht die Klimahysterie in Frage stellen, werden Sie auch gemaßregelt.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Vongole » Do 18. Jul 2019, 16:19

Wolverine hat geschrieben:(18 Jul 2019, 14:49)

Zu meiner Schulzeit galten die Israelis/Juden im Nahost-Israel/Palästina-Konflikt grundsätzlich als die Pösen. Es wurde im Unterricht so viel ausgelassen, dass ich mir damals die Zeit nahm und die Aussagen durch Kopien aus Bibliotheken widerlegen konnte. Das brachte mir einen Verweis ein. Am Lehrplan geändert hat es nichts. Ich war im Ausland auf einem Internat.


Wäre Dir auch im Inland passiert. Bei uns wurde der Israel/Palästina-Konflikt überhaupt nicht behandelt, dafür kräftig die Nazizeit und die Shoah relativiert, was sich erst ab der Unterprima durch neue Lehrer änderte.
Darauf hin forderten Elternvertreter die Ablösung dieser Lehrer, allerdings erfolglos. Ich hatte jedenfalls die gesamte Schulzeit hindurch keinen leichten Stand.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Do 18. Jul 2019, 16:32

Vongole hat geschrieben:(18 Jul 2019, 16:19)

Wäre Dir auch im Inland passiert. Bei uns wurde der Israel/Palästina-Konflikt überhaupt nicht behandelt, dafür kräftig die Nazizeit und die Shoah relativiert, was sich erst ab der Unterprima durch neue Lehrer änderte.
Darauf hin forderten Elternvertreter die Ablösung dieser Lehrer, allerdings erfolglos. Ich hatte jedenfalls die gesamte Schulzeit hindurch keinen leichten Stand.


Das kann ich mir wirklich gut vorstellen. Bei uns wurde immer so in den Raum gestellt, dass die Staatsgründung Israels unrechtmäßig gewesen wäre und deshalb die armen Araber unter den Israelis leiden mussten. Die Kriege, von arabischen Staaten angefangen, wurden als Reaktion auf die angeblich unrechtmäßige Staatsgründung begründet und son weiterer Quatsch.
Es war auch nicht einfach.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Tetsu » Do 18. Jul 2019, 16:53

Senexx hat geschrieben:(18 Jul 2019, 15:14)

Wenn Sie heute im Unterricht die Klimahysterie in Frage stellen, werden Sie auch gemaßregelt.



Ich denke es kommt an vielen stellen deutlich mehr zum einen Darauf an wie du es tust, aber vor allem und zuerst auf den Lehrer - der Inhalt selbst ist dabei eher unerheblich...

Es gibt da einfach welche die sich sehr in ihrem Status, im Unterrichtsablauf, den Klassenfrieden, oder sonst wie angegriffen fühlen und dafür braucht es kein ideologisch aufgeladenes Thema...



Das geht dann bisweilen mit Sozialpsychologischen Dilemma einher - da ein Schüler gar keinen Konflikt mit dem Lehrer will, sondern vielmehr nach dessen Anerkennung strebt und darüber auch dessen Autorität ausdrücklich anerkennt; es von Diesem aber gegenteilig aufgefasst wird, woraus sich ein ziemlicher Teufelskreis entwickeln kann, insbesondere wenn noch andere Risikofaktoren hinzukommen...


Wolverine hat geschrieben:(18 Jul 2019, 16:32)

Das kann ich mir wirklich gut vorstellen. Bei uns wurde immer so in den Raum gestellt, dass die Staatsgründung Israels unrechtmäßig gewesen wäre und deshalb die armen Araber unter den Israelis leiden mussten. Die Kriege, von arabischen Staaten angefangen, wurden als Reaktion auf die angeblich unrechtmäßige Staatsgründung begründet und son weiterer Quatsch.
Es war auch nicht einfach.



Bei uns war es ein bisschen anders (in Bezug auf Israel) aber auch nicht ganz korrekt - Schuld waren da die westlichen Imperialistischen Mächte die die Araber im WWI über den Tisch gezogen hätten....
Das es sich dabei aber primär um andere Gebiete als das heutige das heutige Palästina handelte wurde dabei auch nicht explizit thematisiert, genauso wenig dass es die Araber waren, welche die Kompromisse ablehnten.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Uffhausen » Do 18. Jul 2019, 18:04

Bobo hat geschrieben:(18 Jul 2019, 12:15)
Ich gebe zu, könnte für sich stehend so interpretiert werden, aber aus dem Gesamtkontext geht hervor, dass die Politik zur Aufklärung nur die Weichen stellen kann. Stichwort Bildungsministerium. Ich meine, das entscheidet, ob und welche Themen in die Schulen kommen.

Man geht aber nicht sein ganzes Leben in die Schule - irgendwann ist die Schulzeit rum und somit auch evt. die direkte Konfrontation mit Themen wie bspw. Antisemitismus.

Ich persönlich bin skeptisch, was die Ausweitung dieser Themenbehandlung in den Schulen angeht - nicht, weil es nicht für nötig oder wichtig erachte. Sondern, weil viele Themen, denen ich in der Schule gezwungenermaßen ausgesetzt war und die mich nicht die Bohne interessiert haben, heute noch unschöne Gefühle bei mir auslösen. Wenn ich bspw. an Indien denke, was bei mir damals ein unnötig aufgeblasenes Thema im Erdkunde-Unterricht war und ein gutes halbes Jahr andauerte, dann denke ich automatisch an einen langweiligen Unterricht, nervige Gruppenarbeiten, einen ätzenden Lehrer und schlechte Noten. Wer weiß, vielleicht würde ich heute auch Antisemitismus oder die Lehre der deutschen NS-Vergangenheit auf derartiges reduzieren und von mir weisen, wären diese Theman damals nicht lediglich Stoff für vier, fünf Schulstunden gewesen.

U. a. Antisemitismus, die deutsche NS-Vergangenheit oder eine evt. Themanbearbeitung des Nahost-Konfliks im schulischen Unterricht - das sind alles eigentlich viel zu wichtige und ernste Themen, um sie lediglich hinterher auf eine Schulnote zu reduzieren, nur um dann zum nächsten Thema übergehen zu können.

Man sollte diesbezüglich auch mal hinterfragen, um was es heutzutage eigentlich noch beim Schulbesuch tatsächlich geht - etwas auch, oder gerade für das spätere Leben zu lernen, oder geht es nur um Noten, welche dir u. a. deinen späteren Berufsweg und Gesellschaftsklassenstatus diktieren. Ich persönlich habe die leidvolle Erfahrung gemacht, dass es meinen damaligen Lehrern auf der Realschule mehrheitlich nur darum ging, uns irgendeinen (vom Bildungsministerium!) vorbestimmten Stoff zu verklickern, diesen von uns auswendig lernen zu lassen, damit sie uns hinterher darüber zensieren konnten. Ob er wichtig für's spätere Leben war, oder ob er auf allgemeines Interesse stieß, war dabei völlig egal. Es hieß immer wieder nur: Denk an die Zeit nach der Schule - du musst doch einen Beruf erlernen um Geld zu verdienen = und dafür brauchst du gute Noten!
Meine schulfreie Zeit und die Ferien habe ich deshalb gern in der Stadtbibliothek verbracht - um etwas zu lernen; etwas mich wirklich interessiert hat und was ich später vielleicht wirklich gebrauchen könnte = ganz ohne Notendruck.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon streicher » Do 18. Jul 2019, 20:51

Wolverine hat geschrieben:(18 Jul 2019, 15:12)

Das ist schon ewig her. Die Begründung lautete tatsächlich in etwa so, dass ich den Lehrplan als falsch dargestellt hätte. Was ich ja auch nachweisen konnte, das wurde allerdings nicht berücksichtigt. Nicht weiter schlimm. Ich hatte vorher in der Klasse schon die Fundstellen verteilt.

Einen Lehrplan als falsch darstellen, ja das war damals schon ein wenig frevelhafte Hybris. :D
Interessant. Immerhin geht es ja um Geschichte und möglicherweise um nichts weniger als Geschichtsverdrehung. War eventuell noch so der ein oder andere von der alten Schule, der ein verschweigendes Weltbild dogmenhaft über die Zeit zu retten suchte.
Da hatte ich an meiner Schule wohl Glück. Mein erstes Referat war in der Tat eine Buchvorstellung: Das Tagebuch der Anne Frank. Und die Buchvorstellung, so nervös ich auch war, und die Zeit hatte ich auch noch überzogen, kam gut an.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon streicher » Do 18. Jul 2019, 20:54

Senexx hat geschrieben:(18 Jul 2019, 15:14)

Wenn Sie heute im Unterricht die Klimahysterie in Frage stellen, werden Sie auch gemaßregelt.
Das hört sich so an, als wäre im Klassenraum keine Diskussion möglich.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon imp » Fr 19. Jul 2019, 07:09

streicher hat geschrieben:(18 Jul 2019, 20:54)

Das hört sich so an, als wäre im Klassenraum keine Diskussion möglich.

Das erscheint mir eher unwahrscheinlich. Diskussion verdrängt an Schulen immer mehr klassisches Lernen.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon streicher » Fr 19. Jul 2019, 08:02

imp hat geschrieben:(19 Jul 2019, 07:09)

Das erscheint mir eher unwahrscheinlich. Diskussion verdrängt an Schulen immer mehr klassisches Lernen.

Mir auch. Also wird im Klassenzimmer auch über die Folgen menschlichen Handels für Umwelt und Natur diskutiert. Und verschiedene Standpunkte zugelassen. Meinungsfreudige Lehrer gibt es sicher ebenfalls.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon imp » Fr 19. Jul 2019, 08:08

streicher hat geschrieben:(19 Jul 2019, 08:02)

Mir auch. Also wird im Klassenzimmer auch über die Folgen menschlichen Handels für Umwelt und Natur diskutiert. Und verschiedene Standpunkte zugelassen. Meinungsfreudige Lehrer gibt es sicher ebenfalls.

Meinungsfreude ist gut und in Ordnung. Der Lehrer darf die Schüler nicht überwältigen oder indoktrinieren. Er darf Position beziehen und das kann auch sehr förderlich sein.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 19. Jul 2019, 08:43

Wolverine hat geschrieben:(18 Jul 2019, 16:32)

Das kann ich mir wirklich gut vorstellen. Bei uns wurde immer so in den Raum gestellt, dass die Staatsgründung Israels unrechtmäßig gewesen wäre und deshalb die armen Araber unter den Israelis leiden mussten. Die Kriege, von arabischen Staaten angefangen, wurden als Reaktion auf die angeblich unrechtmäßige Staatsgründung begründet und son weiterer Quatsch.
Es war auch nicht einfach.

In der DDR der 50er bis 70er war die Politik gegenüber den arabischen Staaten vor allem davon geprägt, dass Ägypten unter Staatschef Nasser zu den ersten großen Ländern gehörte, die die DDR als Staat anerkannten und offizielle diplomatische Beziehungen aufnahmen. Tatsächlich war Nasser ein autokratischer Politiker, der durch einen Militärputsch an die Macht gelangte. Seine Ideologie, der Panarabismus, war im Prinzip ein antikolonialistisch verbrämter arabischer Ultranationalismus mit deutlich antiisraelischer Ausrichtung. Die Person Nasser wurde im Schulsystem der DDR jedoch - ähnlich wie etwa Ho Chi Minh - als Held nationaler Befreiungen dargestellt.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Fr 19. Jul 2019, 10:03

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Jul 2019, 08:43)

In der DDR der 50er bis 70er war die Politik gegenüber den arabischen Staaten vor allem davon geprägt, dass Ägypten unter Staatschef Nasser zu den ersten großen Ländern gehörte, die die DDR als Staat anerkannten und offizielle diplomatische Beziehungen aufnahmen. Tatsächlich war Nasser ein autokratischer Politiker, der durch einen Militärputsch an die Macht gelangte. Seine Ideologie, der Panarabismus, war im Prinzip ein antikolonialistisch verbrämter arabischer Ultranationalismus mit deutlich antiisraelischer Ausrichtung. Die Person Nasser wurde im Schulsystem der DDR jedoch - ähnlich wie etwa Ho Chi Minh - als Held nationaler Befreiungen dargestellt.


Ja, ist mir auch so in Erinnerung. Obwohl meine Schulzeit schon ewig lange her ist.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Senexx » Fr 19. Jul 2019, 10:33

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Jul 2019, 08:43)

In der DDR der 50er bis 70er war die Politik gegenüber den arabischen Staaten vor allem davon geprägt, dass Ägypten unter Staatschef Nasser zu den ersten großen Ländern gehörte, die die DDR als Staat anerkannten und offizielle diplomatische Beziehungen aufnahmen. Tatsächlich war Nasser ein autokratischer Politiker, der durch einen Militärputsch an die Macht gelangte. Seine Ideologie, der Panarabismus, war im Prinzip ein antikolonialistisch verbrämter arabischer Ultranationalismus mit deutlich antiisraelischer Ausrichtung. Die Person Nasser wurde im Schulsystem der DDR jedoch - ähnlich wie etwa Ho Chi Minh - als Held nationaler Befreiungen dargestellt.

Die DDR war ja auch gegen Israel eingestellt. In der DDR hat sich der Antisemitismus als quasi offizielle Position ja auch bis zum Schluss gehalten.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Fr 19. Jul 2019, 10:40

Senexx hat geschrieben:(19 Jul 2019, 10:33)

Die DDR war ja auch gegen Israel eingestellt. In der DDR hat sich der Antisemitismus als quasi offizielle Position ja auch bis zum Schluss gehalten.


Und lebt in der Partei der Linken munter weiter.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Senexx » Fr 19. Jul 2019, 10:43

Wolverine hat geschrieben:(19 Jul 2019, 10:40)

Und lebt in der Partei der Linken munter weiter.


Auf jeden Fall.

Er reicht ja bis in die SPD. Siehe Gabriel, Steinmeier, Maas.
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Re: Antisemitismus

Beitragvon Wolverine » Fr 19. Jul 2019, 10:52

Senexx hat geschrieben:(19 Jul 2019, 10:43)

Auf jeden Fall.

Er reicht ja bis in die SPD. Siehe Gabriel, Steinmeier, Maas.


Richtig. Danke für die Ergänzung. :thumbup:
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Re: Antisemitismus

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 19. Jul 2019, 11:01

Senexx hat geschrieben:(19 Jul 2019, 10:33)

Die DDR war ja auch gegen Israel eingestellt. In der DDR hat sich der Antisemitismus als quasi offizielle Position ja auch bis zum Schluss gehalten.

Das trifft bis Anfang der 80er Jahre und vor allem auch auf die Unterstützung der PLO zu.

Ab Mitte der 80er gab es in dieser Hinsicht einen gewissen Paradigmenwechsel, über dessen Ursache und Zweck ich mir noch nicht ganz im Klaren bin. Schau: Es bringt nix, politische Diskussionen mit dem Austausch von Allerweltfloskeln zu führen. Es muss irgendeine Art von Neu-Erkenntnis herauskommen. Im PLO-Büro in Ostberlin war ab Mitte der 80er von einer (wörtlich) "infamen Judenfreundlichkeit" der DDR-Führung die Rede. Was war passiert? Mit Waffenlieferungen und medizinischer Hilfe für Kämpfer war die DDR bislang zuverlässiger und auch in Hinsicht auf Israelfeindlichkeit zuverlässiger Partner der Palästinenser. 1987 gab es mit der Gründung der Stiftung "Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum" und einigen anderen Maßnahmen wie etwa dem Abbruch von Verkehrsbauten, die den großen jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee (Ostberlin) beschädigt und aus jüdischer Sicht entweiht hätten (nach einem Brief von Galinski), einen Schwenk kurz vor dem Ende. Die Bauarbeiten waren eigentlich beschlossene Sache. Es ist, soweit ich es mitbekommen habe, überhaupt noch nicht historisch geklärt, was da irgendwann nach 1985 eigentlich wirklich vorgefallen ist. Es waren ganz sicher keine philanthropischen Gründe. Es dürfte auch kaum etwas mit den wachsenden Oppositionsbewegungen zu tun gehabt haben. Die evangelische Kirche hat sich noch nie durch übermäßige Judenfreundlichkeit ausgezeichnet. Auf der anderen Seite wuchs Ende der 80er, Anfang der 90er das Ansehen Arafats im Westen.
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