Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

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Europa2050
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Europa2050 » Mo 15. Jul 2019, 14:30

H2O hat geschrieben:(15 Jul 2019, 13:15)

Bei Ihnen liegt es aber ganz allein, ein Staatsinteresse, nämlich sein Überleben in einer in sich selbst solidarischen Gemeinschaft, nicht erkennen zu wollen. Harte Maßnahmen der FRONTEX sind dann tätliche Polizeizugriffe an unseren EU-Außengrenzen, um unerwünschte Zuwanderung zu verhindern. Den Tatbestand "Hausfriedensbruch" kennen Sie doch, oder? Und Türsteher vor einer Disko sind sicher auch nichts Neues für Sie?

Das alles für den Fall, daß tatsächlich ein geordnetes Zuwanderungsverfahren in den Herkunftsländern der Zuwanderer organisiert werden kann. Na ja, man wird doch auch einmal träumen dürfen...


Letztlich ist die Herausforderung, eine vernünftige Lösung zwischen „Kommet doch alle“ und „Hier kommt keiner rein“ zu finden, und das zudem unter Wahrung der verbrieften Menschenrechte und ohne Hetzkampagnen gegen die betroffenen Menschen.

Unser Asylrecht und zugehörige Verordnungen von AEMR bis Dublin3 stammen aus einer Zeit, in der Flüchtlinge zuerst den faschistischen Diktaturen und später dem real existierenden Sozialismus entflohen.
In beiden Fällen sorgten die Heimatländer der Flüchtenden dafür, diese Flucht zu verhindern, der Sozialismus sogar noch stärker als der Faschismus. Kurzum, Mauern und Zäune wirkten nach innen, nicht nach außen. Logisch war natürlich auch, dass Asyl erst im Fluchtland beantragt werden konnte, und manche abenteuerliche Flucht ohne Papiere etc. endete - im
Heimatland wäre das vom Staatsapparat verfolgt worden, bzw. waren die Papiere vom Staatsapparat eingezogen worden.

Somit war es kein Problem, die Flüchtlinge aus dem ComeCon (DDR-Bürger hatten ja eh einen anderen Status) zu versorgen, einem komplexen rechtsstaatlichen Verfahren zuzuführen und letztlich hier zu behalten.

Mit dem Syrienkrieg und der bisher nicht bekannten Grausamkeit nahezu aller Beteiligten kamen nun schlagartig wesentlich größere (für Europa) Flüchtlingsmengen zusammen, zumal dort auch keine Zentralregierung ihre „Schäfchen“ mehr einsperren konnte.

Ab diesem Moment versagte das europäische Flüchtlingssystem, der rechtlich einwandfreie, aber bürokratische Apparat zur Sicherstellung der Rechtsstaatlichkeit packte die reine Menge nicht mehr.

Anstatt jedoch gemeinsam ein passenderes Verfahren zu entwickeln, erging man sich im St. Floriansprinzip:
- die Südländer, die nach Dublin3 die A...Karte gezogen hatten wundern im Stich gelassen (Fast Alle EU, besonders die Visegradskis haben sich da hervor getan).
- diese wiederum begannen in Notwehr die Menschen freundlich gen Norden zu geleiten (I, GR) und an sonsten zu ignorieren.
- oder mit Verzicht auch humanitäre Mindeststandards andere erpressen (HUN).

Und weil alles zusammenpasst, kamen dann zu den eigentlichen Diktatur- und Kriegsflüchtlingen noch Menschen (vornehmlich aus Afrika), die ihre Chance sahen, in dem Chaos ihre Chance auf wirtschaftlichen Aufstieg zu suchen.

Klar ist:
- Das Asylsystem aus dem kalten Krieg funktioniert nicht mehr
- Die AEMR gilt nach wie vor, d.h. Menschen, die vor Krieg oder Diktatur flüchten, ist Schutz zu gewähren
- die Entscheidung, ob der betreffende Mensch Asyl berechtigt ist, muss schneller und standardisierter fallen, nicht erst, wenn die Menschen, insbesondere Kinder, integriert sind, und aus Beruf oder Schule gerissen werden.

In sofern würde ich schon einen Nachweis für Asylberechtigung verlangen:

- Papiere, andere Nachweise oder einwandfreie Zeugen, dass derjenige aus einem Land kommt, das als nicht sicher gilt,

oder für die anderen

- Nachweise individueller politischer Verfolgung (sowas wie eine Dokumentation einer Mitgliedschaft einer sozialistischen Partei im Iran o.ä.). Gerade in Internetzeiten, wo alles und jedes festgehalten wird, muss das binnen angemessener Zeit möglich sein.

Und den Leuten (wie auch den integrierten Flüchtlingen aus 2015ff.) dann schnellstmöglich die Sicherheit und rechtliche Stellung verleihen, dass sie hier etwas aufbauen können.

Und immer bedenken - es handelt sich um Menschen auf der Suche nach individuellem Glück - nicht um Monster, die Europa zerstören wollen. So sollte man sie auch behandeln, unabhängig vom Asylverfahren. (Ausnahmen, die mit unserem Rechtsstaat massiv im Konflikt geraten, sind natürlich anders zu sehen).

Und die nicht Berechtigten wird man abweisen und auf eine Immigrationsbewerbung verweisen (die es dann natürlich auch geben muss). Aber nicht erst nach 5-10 Jahren.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon relativ » Mo 15. Jul 2019, 14:31

Bremer hat geschrieben:(15 Jul 2019, 14:01)

Nein, die habe ich nicht. Aber wie hier von Menschen gesprochen wird, die auf der Flucht vor Krieg und bitterer Armut sind, wie sie dargestellt werden, was für *Lösungen* angedacht sind, lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. In diesem Thread blickt man in die Abgründe der menschlichen Seele, wenn sie meint, sie müsse ihre Pfründe mit Haut und Haaren und jeden Preis verteidigen. Es ist einfach nur zum Fremdschämen. Das einzig Beruhigende ist, dass niemand hier tatsächlich jemals etwas zu entscheiden haben wird.


Evtl. hast du diesbezüglich nur wenig Erfahrung, aber du wirst dich Wundern zu was ein Mensche alles fähig ist, um seine Pfründe, oder Haut zu retten , oder auch nur seinen Status Quo zu zementieren. Was glaubt man eigentlich warum die Dinge in der Welt so laufen wie sie laufen?
Ich bin sofort dabei wenn es darum geht der nächsten Generation diese nächste evolutionäre Stufe eines Samaritertum einzuimpfen , es vorzuleben ect.pp. Aber leider Gottes sind wir noch lange nicht so weit, ohne Kompromisse des kleinsten Nenneres zu schließen, um überhaupt Fortschritte zu erzielen.
Ich kritisiere Aktioen wie die von Rackete und ähnliches aber nicht, weil ich glaube der öffentliche Fokus ist bei dieser Entwicklung von entscheidener Bedeutung und diese Menschen helfen dabei indem sie es vorleben.
Anders als beim Klima schlucke ich diese Kröte der politischen und gesellschaftftlichen Langsamkeit
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Wolverine » Mo 15. Jul 2019, 14:50

Mendoza hat geschrieben:(15 Jul 2019, 10:57)

Du meinst Presseclub...


Jaaaa….. bin einfach nicht mehr drauf gekommen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon VaterMutterKind » Mo 15. Jul 2019, 14:53

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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Wolverine » Mo 15. Jul 2019, 15:00

ThorsHamar hat geschrieben:(15 Jul 2019, 14:29)

Das ist so nicht ganz richtig formuliert.
In Afrika gibt es tausende Stämme mit noch mehr Häuptlingen, Schamamen und anderen Hierarchien ....
Die Korruption wird nicht von "der Gesellschaft" unterstützt, sondern sie ist völlig normaler Zustand in einem System, in welchem es gar kein gemeinsames Interesse gibt! Das, was wir Korruption nennen, ist in den afrikanischen Pseudostaaten systemimmanent.



Exakt so ist es. :thumbup:
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon relativ » Mo 15. Jul 2019, 15:01

VaterMutterKind hat geschrieben:(15 Jul 2019, 14:53)

Korrekt Herr Amthor https://www.welt.de/politik/deutschland ... ieren.html

„Nicht alle Probleme der Welt nach Europa importieren“

Diese Sprechblase ist schon mal ein rechtes Argumentationsmuster. Bravo Anthor...und da wundert man sich, über die Kritik an der Union bezüglich den hinterherhecheln rechter Propaganda.
Auf den weiteren Inhalt gehe ich jetzt mal noch nicht ein.
Zuletzt geändert von relativ am Mo 15. Jul 2019, 15:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Troh.Klaus » Mo 15. Jul 2019, 15:10

Europa2050 hat geschrieben:(15 Jul 2019, 14:30)
Letztlich ist die Herausforderung, eine vernünftige Lösung zwischen „Kommet doch alle“ und „Hier kommt keiner rein“ zu finden, und das zudem unter Wahrung der verbrieften Menschenrechte und ohne Hetzkampagnen gegen die betroffenen Menschen.
...

Ja, Deinen Überlegungen und Vorschlägen kann ich mich anschließen. Praktikable Lösungen suchen, ohne Schaum vorm Mund.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Moses » Mo 15. Jul 2019, 15:22

Bei der Schlagzahl an Spamproduktion muss ich hier mal dicht machen zum putzen.

Moses
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+++++++++++++++++++++++++++++++
wieder offen, Spam bitte vermeiden, danke

Moses
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Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Wähler » Di 16. Jul 2019, 17:02

Interessanter Presseclub (+ Nachgefragt als Podcast) zum Thema: Seenotrettung und Schlepperbanden – wie soll eine europäische Flüchtlingspolitik aussehen?
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendunge ... k-100.html
Fazit:
Die Einstellung der Seenotrettungsmission Sophia hat den Focus auf die privaten Seenotretter verschoben.
Frankreich, Spanien und Kroatien könnten Häfen als Ausschiffungsplattformen innerhalb der EU zur Verfügung stellen, um Italien zu entlasten.
Die libysche Küstenwache bringt etwa die Hälfte der Mittelmeer-Flüchtlinge zurück nach Libyen in Flüchtlingslager, in denen viele Menschenrechtsverletzungen stattfinden.
Pragmatische Lösungen von willigen EU-Ländern sind sinnvoller, als nichtwillige EU-Länder durch Strafen zur Kooperation zu zwingen.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Orbiter1 » Di 16. Jul 2019, 17:38

Wähler hat geschrieben:(16 Jul 2019, 17:02)

Frankreich, Spanien und Kroatien könnten Häfen als Ausschiffungsplattformen innerhalb der EU zur Verfügung stellen, um Italien zu entlasten.
Kann mal bitte jemand erklären wieso Italien entlastet werden muß? Dort kommen 2019 mit Abstand am wenigsten Migranten über die bekannten Mittelmeerrouten an. Und die hatten 2018 als einer der großen EU-Staaten keine 50.000 Asylbewerber, Frankreich hatte mehr als doppelt soviel, Deutschland hatte mehr als 3 mal soviel. Selbst das kleine Griechenland hatte 30% mehr Asylbewerber als italien. Das Rumgejammere aus Italien ist vollkommen unbegründet.
VaterMutterKind

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon VaterMutterKind » Di 16. Jul 2019, 17:42

Orbiter1 hat geschrieben:(16 Jul 2019, 17:38)

Kann mal bitte jemand erklären wieso Italien entlastet werden muß? Dort kommen 2019 mit Abstand am wenigsten Migranten über die bekannten Mittelmeerrouten an. Und die hatten 2018 als einer der großen EU-Staaten keine 50.000 Asylbewerber, Frankreich hatte mehr als doppelt soviel, Deutschland hatte mehr als 3 mal soviel. Selbst das kleine Griechenland hatte 30% mehr Asylbewerber als italien. Das Rumgejammere aus Italien ist vollkommen unbegründet.


Niemand ist verpflichtet Wirtschaftsflüchtlinge aufzunehmen. Die Italiener können jammern wie sie lustig sind. Die Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen ist weder humanitäre Verpflichtung noch ist sie in irgendeinem Gesetz verankert. Wenn Italien sagt sie wollen keine Wirtschaftsflüchtlinge, dann ist das so.

Deutschland springt ja gerne in die Bresche. Solange bis ein Salvini gewählt wird. Am Ende will es wieder niemand gewesen sein.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Julian » Di 16. Jul 2019, 18:11

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(15 Jul 2019, 07:44)

Erstaunlich welches Insider Wissen du an den Tag legst.

Welche empirische Daten liegen dir vor, das "Die die etwas drauf haben" zu uns kommen, bzw Canada und USA?

Und das "sie" manuelle Arbeit scheuen" weil es als ehrlos angesehen wird?

Komisch bei uns im shopping centre schieben Sudanesen die Einkaufs Trolleys vom Parkplatz zurueck zum Supermarkt. Das muessen alles ehrlose Sudanesen sein. Ach ja kein Otto Normal Australier wuerde einen solchen Scheiss Job machen. Lieber Stuetze kassieren. Ist wohl nicht anders als bei euch. Nun wer ist hier ehrlos?


Es gibt durchaus empirische Untersuchungen, auf die ich meine Aussagen gründe.

Over the last 20 years, Europe has attracted a substantial number of immigrants (26 million) compared with the US (23 million), Australia (1.6 million) and Japan (0.5 million); (Boeri 2010). Europe also devotes a larger fraction of GDP to social expenditure relative to other immigration countries. Indeed, the Table shows that the average aggregate social spending as a percent of GDP for Europe, between 1980–95, was around 21 percent compared to around 18 percent in the US, 17 percent in Canada and 13 percent in Australia. At the same time Europe, on average, attracts more unskilled immigrants relative to the US, Canada and Australia, which have a relatively high skill composition of immigrants.

https://www.ifo.de/DocDL/dicereport411-forum5.pdf

Aus dem Bericht geht hervor, dass der Anteil der unqualifizierten Einwanderer beispielsweise in Deutschland 65,9% betrug, in Australien dagegen 35,3%, und in Kanada sogar nur 29,6% (siehe Link, dort Tabelle 1).

Das sind Zahlen aus dem Jahr 2000, aber daran hat sich wenig geändert. 2015 wurde das in der WELT geschrieben:
Wie erfolgreich das nordamerikanische Land (Anm. Julian: Kanada) bei der Integration der Migranten ist, zeigt sich auch im Bildungssystem. So schneiden bei den internationalen Pisa-Untersuchungen ausländische Kinder in Kanada regelmäßig sogar besser ab als die einheimischen. In Deutschland gibt es hingegen unter den Migranten übermäßig viele Bildungsverlierer. Die gezielte Auswahl der Zuwanderer führt dazu, dass Kanada einen hohen Anteil gebildeter und ambitionierter Migranten anzieht.

https://www.welt.de/print/die_welt/poli ... ernen.html

Dies setzt sich auch in nachfolgenden Generationen fort:
Denn die hier (Anm. Julian: in Deutschland) geborene zweite Generation schneidet am Arbeitsmarkt und im Bildungssystem weit schlechter ab als die Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Die Aufstiegschancen der nachfolgenden Generation aber seien der wichtigste Gradmesser für den Integrationserfolg, heißt es in der Studie. Hier erzielten klassische Einwanderungsländer wie Kanada oder die USA deutlich bessere Ergebnisse als die Bundesrepublik.
(...)
„Auch bei der Bildung bleiben Kinder von Zuwanderern auf der Strecke“, monieren die OECD-Experten. Nur jeder Sechste erreiche einen Hochschulabschluss oder verfüge über einen Meisterbrief. Bei den Deutschen liege diese Quote mit einem Drittel deutlich höher. Eine derartige tiefe Kluft zwischen jungen Menschen mit und ohne ausländische Wurzeln gibt es im Bildungssystem ansonsten nur noch in Österreich.

In klassischen Einwanderungsländern wie Kanada, Australien oder den USA schneiden die Nachkommen der Zuwanderer dagegen sogar besser ab als die Altersgenossen ohne Migrationshintergrund. Liebig verweist darauf, dass die Zuwanderer, die in diese Länder kommen, oft über ein sehr hohes Bildungsniveau verfügten. „In diesen Ländern ist es deshalb für einheimische Kinder auch kein Nachteil, sondern eher ein Vorteil, wenn sie in Schulklassen mit einem hohen Migrantenanteil kommen“, stellt Liebig fest.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... chwer.html

Von daher wundert es mich nicht, dass Sie aus der Ferne gar nicht beurteilen können, was in Deutschland passiert. Die Einwanderer unterscheiden sich sehr stark von den Einwanderern nach Australien oder Kanada. Sie sind deutlich weniger gebildet und geben dies auch an nachfolgende Generationen weiter.

Auch meine Aussage, dass diese weniger gebildeten Einwanderer dennoch nicht unbedingt manuell arbeiten wollen, lässt sich belegen.

Die gern erzählten Erfolgsgeschichten von jungen Flüchtlingen, die hierzulande erfolgreich eine Ausbildung zum Bäcker oder Tischler absolvieren, sind immer noch Einzelfälle. Denn obwohl es in Deutschland in vielen Regionen ein Überangebot an Ausbildungsplätzen gibt, findet die Mehrheit der Flüchtlinge keinen.
(...)
Die IW-Forscherin hat für ihren Report untersucht, was Kinder und Jugendliche an den Schulen und Berufsschulen in den sechs Hauptherkunftsländern Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea, Iran und Somalia gelernt haben.
(...)
Dabei fand sie sehr viele Gemeinsamkeiten in den sechs Ländern – und gravierende Unterschiede zum deutschen System. Die Berufsausbildung genießt in allen Herkunftsländern ein gesellschaftlich sehr geringes Ansehen im Vergleich zum Studium.

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... ystem.html
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Ger9374 » Di 16. Jul 2019, 19:50

Wenn da überhaupt zur Schule gegangen wird . Bei Mädchen oft nur einige Jahre .
Die sind zum Heiraten usw. da.
Da fehlt überhaupt der Gesellschaftliche Konsens über Schulpflicht.
Da fehlt oft das Geld für Schule!
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » Di 16. Jul 2019, 21:10

Ger9374 hat geschrieben:(16 Jul 2019, 19:50)

Wenn da überhaupt zur Schule gegangen wird . Bei Mädchen oft nur einige Jahre .
Die sind zum Heiraten usw. da.
Da fehlt überhaupt der Gesellschaftliche Konsens über Schulpflicht.
Da fehlt oft das Geld für Schule!


Könnten Sie bitte "usw" näher erläutern?
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mi 17. Jul 2019, 01:30

Julian hat geschrieben:(16 Jul 2019, 18:11)

Es gibt durchaus empirische Untersuchungen, auf die ich meine Aussagen gründe.


https://www.ifo.de/DocDL/dicereport411-forum5.pdf

Aus dem Bericht geht hervor, dass der Anteil der unqualifizierten Einwanderer beispielsweise in Deutschland 65,9% betrug, in Australien dagegen 35,3%, und in Kanada sogar nur 29,6% (siehe Link, dort Tabelle 1).

Das sind Zahlen aus dem Jahr 2000, aber daran hat sich wenig geändert. 2015 wurde das in der WELT geschrieben:

https://www.welt.de/print/die_welt/poli ... ernen.html

Dies setzt sich auch in nachfolgenden Generationen fort:

https://www.welt.de/politik/deutschland ... chwer.html

Von daher wundert es mich nicht, dass Sie aus der Ferne gar nicht beurteilen können, was in Deutschland passiert. Die Einwanderer unterscheiden sich sehr stark von den Einwanderern nach Australien oder Kanada. Sie sind deutlich weniger gebildet und geben dies auch an nachfolgende Generationen weiter.

Auch meine Aussage, dass diese weniger gebildeten Einwanderer dennoch nicht unbedingt manuell arbeiten wollen, lässt sich belegen.


https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... ystem.html


Deine Untersuchungen unterliegen einem Denkfehler und das du diesen nicht erkennst ist kein Wunder.

Erstens sind Deutschland und andere westeuropaeische Laender keine traditionellen Einwandererlaender im Gegensatz zu Australien, Kanada und den USA. Zweitens sind der Hauptanteil der Einwanderer nach Australien, Kanada und den USA Leute wie zum Beispiel ich, die wegen life style und nicht wirtschaftlicher Not oder politischer Verfolgung eingewandert sind und um dies zu tun muss der Einwanderer sehr viele Kriterien erfuellen.

Aber auch diejenigen, die als Fluechtlinge hierherkamen zB Vietnamesen, Lebanesen, Chinesen findet man seit der 2 Generation (die hier geborenen Kinder) in Berufen wie Aerzte, Rechtsanwaelte, Ingenieure, Lehrer usw usw. Kinder asiatischer Herkunft haben ueberdurchschnittlich bessere Abiturabschluesse als Kinder australisch/europaeischer Herkunft. Du liegst also falsch, genauso wie mit der Bemerkung das Einwanderer faul sind! Die Fluechtlinge bei uns aus Sued Sudan sind nicht faul und nehmen jede Arbeit an, den sie sind von zu Hause her gewoehnt, das wer nicht arbeitet auch nichts zu Essen hat.

Mich wundert es nicht das bei ihnen eine gewisse Xenophobie bei der Meinungsbildung mitspielt.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Ger9374 » Mi 17. Jul 2019, 06:03

H2O hat geschrieben:(16 Jul 2019, 21:10)

Könnten Sie bitte "usw" näher erläutern?



Heiraten, Kinder kriegen, Haushalt , Feld bearbeiten ect.Und dem Manne Untertänigst dienen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Wähler » Mi 17. Jul 2019, 06:16

Wähler hat geschrieben:(16 Jul 2019, 17:02)
Interessanter Presseclub (+ Nachgefragt als Podcast) zum Thema: Seenotrettung und Schlepperbanden – wie soll eine europäische Flüchtlingspolitik aussehen?
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendunge ... k-100.html
Fazit:
Die Einstellung der Seenotrettungsmission Sophia hat den Focus auf die privaten Seenotretter verschoben.
Frankreich, Spanien und Kroatien könnten Häfen als Ausschiffungsplattformen innerhalb der EU zur Verfügung stellen, um Italien zu entlasten.
Die libysche Küstenwache bringt etwa die Hälfte der Mittelmeer-Flüchtlinge zurück nach Libyen in Flüchtlingslager, in denen viele Menschenrechtsverletzungen stattfinden.
Pragmatische Lösungen von willigen EU-Ländern sind sinnvoller, als nichtwillige EU-Länder durch Strafen zur Kooperation zu zwingen.

Orbiter1 hat geschrieben:(16 Jul 2019, 17:38)
Kann mal bitte jemand erklären wieso Italien entlastet werden muß? Dort kommen 2019 mit Abstand am wenigsten Migranten über die bekannten Mittelmeerrouten an. Und die hatten 2018 als einer der großen EU-Staaten keine 50.000 Asylbewerber, Frankreich hatte mehr als doppelt soviel, Deutschland hatte mehr als 3 mal soviel. Selbst das kleine Griechenland hatte 30% mehr Asylbewerber als italien. Das Rumgejammere aus Italien ist vollkommen unbegründet.

Die Seenotrettungsaktion Sophia wurde von Italien koordiniert. Soll eine Neuauflage etwa ohne Italien stattfinden. Etwas mehr Pragmatismus würde in der Angelegenheit nicht schaden.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » Mi 17. Jul 2019, 07:53

Ger9374 hat geschrieben:(17 Jul 2019, 06:03)

Heiraten, Kinder kriegen, Haushalt , Feld bearbeiten ect.Und dem Manne Untertänigst dienen.


Ja, das gefällt mir. Sollte man hier auch einführen. :D Nein, nein, eine kluge Lebenskameradin ist mir lieber.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Orbiter1 » Mi 17. Jul 2019, 08:27

Wähler hat geschrieben:(17 Jul 2019, 06:16)

Die Seenotrettungsaktion Sophia wurde von Italien koordiniert. Soll eine Neuauflage etwa ohne Italien stattfinden. Etwas mehr Pragmatismus würde in der Angelegenheit nicht schaden.
Es wird keine Neuauflage von Sophia geben. Das war am Ende fast ausschließlich eine Seenotrettungs- und keine Schlepperbekämpfungsaktion. Italien lehnt so etwas ab und auch die EU insgesamt denkt nicht im Traum daran die Seenotrettung wieder staatlich zu organisieren. Es bleibt bei der Aussage dass Italien im Vergleich zu den anderen Mittelmeerflüchtlingsrouten und den anderen großen EU-Staaten weitaus weniger vom Migrantenstrom belastet wird. Die Rumjammerei von Salvini entbehrt jeder Grundlage.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Senexx » Mi 17. Jul 2019, 08:34

Salvini möchte Italien davor bewahren, wieder zum Transitland zu werden. Für diese Anstrengungen haben die Lampeduser mehrheitlich seine Partei bei der Europawahl belohnt.

Noch immer hocken in Italien 90000 in irgendwelchen Erstaufnahme- und Folgeeinrichtungen. Hunderttausende sind illegal im Land und machen das Land unsicher und sind häufig in mafiaähnlichen Banden organisiert.

Italien plant übrigens gerade einen Zensus der Sinti und Roma im Lande. Wir dürfen gespannt sein, was dabei rauskommt.
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