Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

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Tom Bombadil
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 14. Jun 2019, 23:50

Alpha Centauri hat geschrieben:(14 Jun 2019, 23:12)

Wir müssen zweifellos mal unserer Art zu Wirtschaften unseren Lebensstil kritisch hinter fragen, ist dass den alles so nachhaltig und an die Zukunft denkend??

Ist doch kein Problem. Zuerst einmal wird dieses Internet abgeschaltet, braucht kein Mensch zum leben und verbraucht viel zu viel Strom. Dann kommen die Smartphones weg, deren Produktion verschlingt viel zu viele Ressourcen und beutet auch die Arbeitnehmer aus. Man kann mit normalen Telefonen telefonieren, aber mit Strippe, die anderen brauchen auch zu viel Strom, völlig unnötig. In der Glotze gibt es nur drei Programme, von 17 bis 23 Uhr, dann ist Sendeschluss. Einmal im Monat darf man ins Kino oder zu anderen kulturellen Veranstaltungen, lest mehr Bücher! Zur Schule geht es wieder wie früher mit dem Bus, mit dem Rad oder per pedes, der dicke SUV von Mama wird abgeschafft. Urlaub auch wie früher, mit dem Zelt oder Wohnwagen auf den Campingplatz an Nord- oder Ostsee oder in den Mittelgebirgen. Klamotten aus Übersee sind tabu, die Näherinnen werden ausgebeutet, außerdem verursacht der Transport CO2. Die Anziehsachen werden nach Funktionalität und Haltbarkeit ausgesucht und auch wieder geflickt, später gehen sie an die Geschwister zum auftragen. An Nahrungsmitteln gibt es nur die, die gerade in Deutschland Saison haben, im Winter dann viel Kohl, der ist auch gesund. Fleisch gibt es höchstens einmal die Woche. TK-Fraß wird auch verboten, verbraucht viel zu viel Energie und ist ungesund. Cola, Limo, Smoothies, alles weg, ungesund und zu schädlich für die Umwelt, Leitungswasser und Apfelsaft reichen völlig aus. Nur mal so für den Anfang :cool:
Ich frage mich gespannt, an welchem Tag wohl dann gestreikt würde :D
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Fliege » Fr 14. Jun 2019, 23:55

Tom Bombadil hat geschrieben:(14 Jun 2019, 23:50)
Ist doch kein Problem. Zuerst einmal wird dieses Internet abgeschaltet, braucht kein Mensch zum leben und verbraucht viel zu viel Strom. Dann kommen die Smartphones weg, deren Produktion verschlingt viel zu viele Ressourcen und beutet auch die Arbeitnehmer aus. Man kann mit normalen Telefonen telefonieren, aber mit Strippe, die anderen brauchen auch zu viel Strom, völlig unnötig. In der Glotze gibt es nur drei Programme, von 17 bis 23 Uhr, dann ist Sendeschluss. Einmal im Monat darf man ins Kino oder zu anderen kulturellen Veranstaltungen, lest mehr Bücher! Zur Schule geht es wieder wie früher mit dem Bus, mit dem Rad oder per pedes, der dicke SUV von Mama wird abgeschafft. Urlaub auch wie früher, mit dem Zelt oder Wohnwagen auf den Campingplatz an Nord- oder Ostsee oder in den Mittelgebirgen. Klamotten aus Übersee sind tabu, die Näherinnen werden ausgebeutet, außerdem verursacht der Transport CO2. Die Anziehsachen werden nach Funktionalität und Haltbarkeit ausgesucht und auch wieder geflickt, später gehen sie an die Geschwister zum auftragen. An Nahrungsmitteln gibt es nur die, die gerade in Deutschland Saison haben, im Winter dann viel Kohl, der ist auch gesund. Fleisch gibt es höchstens einmal die Woche. TK-Fraß wird auch verboten, verbraucht viel zu viel Energie und ist ungesund. Cola, Limo, Smoothies, alles weg, ungesund und zu schädlich für die Umwelt, Leitungswasser und Apfelsaft reichen völlig aus. Nur mal so für den Anfang :cool:
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon unity in diversity » Fr 14. Jun 2019, 23:57

Tom Bombadil hat geschrieben:(14 Jun 2019, 23:50)

Ist doch kein Problem. Zuerst einmal wird dieses Internet abgeschaltet, braucht kein Mensch zum leben und verbraucht viel zu viel Strom. Dann kommen die Smartphones weg, deren Produktion verschlingt viel zu viele Ressourcen und beutet auch die Arbeitnehmer aus. Man kann mit normalen Telefonen telefonieren, aber mit Strippe, die anderen brauchen auch zu viel Strom, völlig unnötig. In der Glotze gibt es nur drei Programme, von 17 bis 23 Uhr, dann ist Sendeschluss. Einmal im Monat darf man ins Kino oder zu anderen kulturellen Veranstaltungen, lest mehr Bücher! Zur Schule geht es wieder wie früher mit dem Bus, mit dem Rad oder per pedes, der dicke SUV von Mama wird abgeschafft. Urlaub auch wie früher, mit dem Zelt oder Wohnwagen auf den Campingplatz an Nord- oder Ostsee oder in den Mittelgebirgen. Klamotten aus Übersee sind tabu, die Näherinnen werden ausgebeutet, außerdem verursacht der Transport CO2. Die Anziehsachen werden nach Funktionalität und Haltbarkeit ausgesucht und auch wieder geflickt, später gehen sie an die Geschwister zum auftragen. An Nahrungsmitteln gibt es nur die, die gerade in Deutschland Saison haben, im Winter dann viel Kohl, der ist auch gesund. Fleisch gibt es höchstens einmal die Woche. TK-Fraß wird auch verboten, verbraucht viel zu viel Energie und ist ungesund. Cola, Limo, Smoothies, alles weg, ungesund und zu schädlich für die Umwelt, Leitungswasser und Apfelsaft reichen völlig aus. Nur mal so für den Anfang :cool:
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Möglich, daß die Grünen so defensiv zur Sache gehen.
Es gibt aber andere, intelligentere Optionen.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 15. Jun 2019, 00:07

Tom Bombadil hat geschrieben:(14 Jun 2019, 23:50)

Ist doch kein Problem. Zuerst einmal wird dieses Internet abgeschaltet, braucht kein Mensch zum leben und verbraucht viel zu viel Strom. Dann kommen die Smartphones weg, deren Produktion verschlingt viel zu viele Ressourcen und beutet auch die Arbeitnehmer aus. Man kann mit normalen Telefonen telefonieren, aber mit Strippe, die anderen brauchen auch zu viel Strom, völlig unnötig. In der Glotze gibt es nur drei Programme, von 17 bis 23 Uhr, dann ist Sendeschluss. Einmal im Monat darf man ins Kino oder zu anderen kulturellen Veranstaltungen, lest mehr Bücher! Zur Schule geht es wieder wie früher mit dem Bus, mit dem Rad oder per pedes, der dicke SUV von Mama wird abgeschafft. Urlaub auch wie früher, mit dem Zelt oder Wohnwagen auf den Campingplatz an Nord- oder Ostsee oder in den Mittelgebirgen. Klamotten aus Übersee sind tabu, die Näherinnen werden ausgebeutet, außerdem verursacht der Transport CO2. Die Anziehsachen werden nach Funktionalität und Haltbarkeit ausgesucht und auch wieder geflickt, später gehen sie an die Geschwister zum auftragen. An Nahrungsmitteln gibt es nur die, die gerade in Deutschland Saison haben, im Winter dann viel Kohl, der ist auch gesund. Fleisch gibt es höchstens einmal die Woche. TK-Fraß wird auch verboten, verbraucht viel zu viel Energie und ist ungesund. Cola, Limo, Smoothies, alles weg, ungesund und zu schädlich für die Umwelt, Leitungswasser und Apfelsaft reichen völlig aus. Nur mal so für den Anfang :cool:
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Wenn dir als Lösung der vorhandenen realen Probleme nichts weiter einfällt als diese ins Lächerliche zu ziehen, na dann gute Nacht. :D
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 15. Jun 2019, 00:09

Warum ins Lächerliche ziehen? Was stellst du dir unter Nachhaltigkeit und "an die Zukunft denkend" vor?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 15. Jun 2019, 00:12

Fliege hat geschrieben:(14 Jun 2019, 23:55)

Ich fürchte, die Knallfrösche wissen gar nicht, wie dünn das Eis ist, auf dem sie hüpfen.


Richtig ich glaube diejenigen mit der Denke " einfach weiter so machen" ( was Wirtschaften ,Lebensstil betrifft) in der Tat nicht wissen ( da die meisten keine Klimaforscher sind) wie dünn das Eis dank Menschen gemachter Erderwärmung das Eis tatsächlich auf dem Planeten auf dem sie leben tatsächlich geworden ist in dem Punkt.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Vongole » Sa 15. Jun 2019, 00:21

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Jun 2019, 00:09)

Warum ins Lächerliche ziehen? Was stellst du dir unter Nachhaltigkeit und "an die Zukunft denkend" vor?


Mal ganz ernsthaft, was stellst Du Dir vor? Wir machen gar nichts, weil ja nicht alle Staaten nachziehen oder nachziehen können?
Wir leben einfach weiter wie bisher, wird schon gut gehen?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 15. Jun 2019, 00:30

Vongole hat geschrieben:(15 Jun 2019, 00:21)

Mal ganz ernsthaft, was stellst Du Dir vor?

Hab ich doch geschrieben, was ich mir unter nachhaltigerem Leben vorstelle. Die Sache ist nur, dass viele der Fridaykids gar nicht wissen, welche Konsequenzen ihre Forderungen haben, wenn sie denn konsequent umgesetzt würden. "System change " und "We need a green world" haben nunmal ihre Kosten, besonders auf persönlicher Ebene.
Komisch nur, dass diejenigen, die Verzicht predigen, nie konkret werden, was das denn für den Einzelnen wirklich bedeutet.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Vongole » Sa 15. Jun 2019, 00:36

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Jun 2019, 00:30)

Hab ich doch geschrieben, was ich mir unter nachhaltigerem Leben vorstelle. Die Sache ist nur, dass viele der Fridaykids gar nicht wissen, welche Konsequenzen ihre Forderungen haben, wenn sie denn konsequent umgesetzt würden. "System change " und "We need a green world" haben nunmal ihre Kosten, besonders auf persönlicher Ebene.
Komisch nur, dass diejenigen, die Verzicht predigen, nie konkret werden, was das denn für den Einzelnen wirklich bedeutet.


Ja, hast Du geschrieben. ;)
Woher weißt Du, dass die Kids keine Vorstellung haben? Meinst Du wirklich, die sind so blöd, dass sie uns alle ins letzte Jahrhundert katapultieren wollen?
Mit wie vielen von ihnen hast Du Dich unterhalten?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Sören74 » Sa 15. Jun 2019, 00:45

unity in diversity hat geschrieben:(14 Jun 2019, 23:57)

Möglich, daß die Grünen so defensiv zur Sache gehen.
Es gibt aber andere, intelligentere Optionen.


Die gibt es mit Sicherheit. Nur habe ich die hier in der Diskussion nicht gelesen. Ich finde das ein interessantes Phänomen. Sobald irgendwo das Thema Friday for Future auftaucht, gibt es häufig zwei verschiedene Reaktionen. Die eine Reaktion ist Anerkennung der Problematik und die Einsicht, das man was machen müsste. Die zweite Reaktion von der anderen Seite, die ich erlebe ist eine Mischung aus Überheblichkeit und Polemik. Das sind mittlerweile zwei Fraktionen. Zu welcher Fraktion ich beispielsweise Deine Antworten einsortieren würde, dürfte wohl klar sein. Aber dazu gehören auch andere, also Du bist nicht alleine. ;) Ich frage mich nur, ob Dir oder anderen bewusst ist, dass in euren Antworten nichts dabei ist, was auch den Namen konstruktiver Lösungsansatz verdient hat. Ich höre hier seit Wochen und Monaten ein elendes Rumgemotze und Häme, die sich entweder auf eine bestimmte Person aus Schweden richtet oder an unisono alle, die sich an den Demos beteiligen. Also ich höre, intelligentere Optionen, kommt raus damit. Das ist mal die Chance für Euch, nicht die ewigen Walldorf und Stadler des Forums zu sein.

In diesem Sinne
:)
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Skeptiker » Sa 15. Jun 2019, 00:49

Vongole hat geschrieben:(15 Jun 2019, 00:36)
Ja, hast Du geschrieben. ;)
Woher weißt Du, dass die Kids keine Vorstellung haben? Meinst Du wirklich, die sind so blöd, dass sie uns alle ins letzte Jahrhundert katapultieren wollen?
Mit wie vielen von ihnen hast Du Dich unterhalten?

Gibt es aus der Bewegung heraus konkrete Forderungen was sich im täglichen Leben ändern soll? Ich meine damit nicht diffuse "Ihr klaut uns die Zukunft"-Beschimpfungen, für die Jugendliche nicht schwer zu gewinnen sind. Ich meine Forderungen für Änderungen unserer konkreten Politik, konkreter Maßnahmen?

Ich meine die Frage ernst. Gibt es einen solchen Forderungskatalog? An dem müssten sich die Demonstranten ja messen lassen. Alleine ein "Altenbashing" mit Festivalcharakter teils unter aktiver Unterstützung der Schulen ist ja eine einfache und spaßige Sache. Die Frage ist doch ob diejenigen die da demonstrieren eine Vorstellung davon haben, was die Einlösung ihrer Forderungen für sie selber bedeutet.

Ich möchte dem ausdrücklich hinzufügen, dass ich grundsätzlich einer Meinung mit den Kindern bin - ich denke aber mir auch besser als diese darüber im klaren zu sein, dass es etwas anderes ist auf andere mit dem Finger zu zeigen als für die Einlösung eigener Forderungen auch selber einstehen zu müssen.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Vongole » Sa 15. Jun 2019, 01:04

Skeptiker hat geschrieben:(15 Jun 2019, 00:49)

Gibt es aus der Bewegung heraus konkrete Forderungen was sich im täglichen Leben ändern soll? Ich meine damit nicht diffuse "Ihr klaut uns die Zukunft"-Beschimpfungen, für die Jugendliche nicht schwer zu gewinnen sind. Ich meine Forderungen für Änderungen unserer konkreten Politik, konkreter Maßnahmen?

Ich meine die Frage ernst. Gibt es einen solchen Forderungskatalog? An dem müssten sich die Demonstranten ja messen lassen. Alleine ein "Altenbashing" mit Festivalcharakter teils unter aktiver Unterstützung der Schulen ist ja eine einfache und spaßige Sache. Die Frage ist doch ob diejenigen die da demonstrieren eine Vorstellung davon haben, was die Einlösung ihrer Forderungen für sie selber bedeutet.

Ich möchte dem ausdrücklich hinzufügen, dass ich grundsätzlich einer Meinung mit den Kindern bin - ich denke aber mir auch besser als diese darüber im klaren zu sein, dass es etwas anderes ist auf andere mit dem Finger zu zeigen als für die Einlösung eigener Forderungen auch selber einstehen zu müssen.


Die Forderungen sind auf deren Hompage nachlesbar:
https://fridaysforfuture.de/forderungen/

Ich war jetzt zweimal mit auf einer Demo (nicht direkt dabei, sondern als Begleiterin), Altenbashing ist mir da nicht begegnet. Empörung darüber, dass "die in Berlin nichts tun, außer zu labern, obwohl ihnen alle wissenschaftlichen
Forschungsergebnisse zur Verfügung stehen" schon.
Dass die Kids wissen, dass das Verzicht auch auf persönlichen Komfort bedeutet, den Eindruck habe ich, besonders, nachdem das direkt in meiner Familie angekommen ist.
Ich werde schon gescholten, wenn abends irgendwo in der Wohnung ein "unnützes" Licht brennt. ;)
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 15. Jun 2019, 01:10

Vongole hat geschrieben:(15 Jun 2019, 00:36)

Woher weißt Du, dass die Kids keine Vorstellung haben?

Ich weiß ja nicht, worüber ihr in der Familie so sprecht, aber bei uns gucken die immer sehr entgeistert, wenn wir oder die Großeltern aus der eigenen Kindheit erzählen. Das ist aber auch normal, die Entwicklung schreitet voran und das ist auch gut so. Das Gerede von Nachhaltigkeit etc.pp. sind halt nur hohle Phrasen, die man schon seit zig Jahren hört und liest. Es werden immer mehr Menschen, deswegen werden immer mehr Ressourcen verbraucht, das lässt sich nicht ändern.
So, und jetzt wäre es schön, wenn ihr mal konkret erklären würdet, was ihr euch unter einem nachhaltigem Leben mit "change the system" und "We need a green world" vorstellt und wie diese Trransformation vor sich gehen soll.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Fliege » Sa 15. Jun 2019, 01:17

Vongole hat geschrieben:(15 Jun 2019, 01:04)
Ich war jetzt zweimal mit auf einer Demo (nicht direkt dabei, sondern als Begleiterin), Altenbashing ist mir da nicht begegnet. Empörung darüber, dass "die in Berlin nichts tun, außer zu labern, obwohl ihnen alle wissenschaftlichen
Forschungsergebnisse zur Verfügung stehen" schon.
Dass die Kids wissen, dass das Verzicht auch auf persönlichen Komfort bedeutet, den Eindruck habe ich, besonders, nachdem das direkt in meiner Familie angekommen ist.
Ich werde schon gescholten, wenn abends irgendwo in der Wohnung ein "unnützes" Licht brennt. ;)

Es handelt sich also um eine puritanische, antisatanistische Bewegung (die sich versteht "als Armee Gottes", "die von Satan und seinen Dämonen bedrängt werde und dementsprechend gewaltsam reagieren müsse"). Da ist allergrößte Vorsicht geboten. Wieso bist du als Begleiterin bei solchen Zusammenkünften von religiösen Fanatikern dabei gewesen?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Vongole » Sa 15. Jun 2019, 01:29

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Jun 2019, 01:10)

Ich weiß ja nicht, worüber ihr in der Familie so sprecht, aber bei uns gucken die immer sehr entgeistert, wenn wir oder die Großeltern aus der eigenen Kindheit erzählen. Das ist aber auch normal, die Entwicklung schreitet voran und das ist auch gut so. Das Gerede von Nachhaltigkeit etc.pp. sind halt nur hohle Phrasen, die man schon seit zig Jahren hört und liest. Es werden immer mehr Menschen, deswegen werden immer mehr Ressourcen verbraucht, das lässt sich nicht ändern.
So, und jetzt wäre es schön, wenn ihr mal konkret erklären würdet, was ihr euch unter einem nachhaltigem Leben mit "change the system" und "We need a green world" vorstellt und wie diese Trransformation vor sich gehen soll.


Ja, das entgeistert oder erstaunt gucken kenne ich auch, aber manches finden sie ganz spannend.
Was "wir" uns vorstellen, weiß ich nicht, ich kann Dir nur sagen, was meine Familie und ich machen. Handys brauchen die Kids, aber sie benutzen nicht das neueste Modell.
Shops wie Premark sind tabu, die angesagten Markenklamotten gibt's zwar mal, aber eher selten. Beim Computerkonsum hat zuerst mein Sohn ihnen die Grenzen aufgezeigt, mittlerweile ziehen sie sie selber.
TV in den Kinderzimmern gabs noch nie, auch auf niedrigen Stromverbrauch achten wir. Mit dem Auto wird das Nötigste gefahren (Familieneinkauf, Arztbesuch, weil der mit den Öffis nicht zu erreichen ist), zur Schule, Freunden, Sport fahren sie mit
dem Rad, zu uns, also zu den Großeltern, kommen sie mit der Bahn.
Beim Essen wird auf regionale Produkte geachtet, muss nicht Bio sein, viel Fleisch gibts nicht, auf nicht saisonales Obst oder Gemüse wird verzichtet.
Ich persönlich benutze zum Einkaufen Körbe, lass mir Käse oder Wurst in mitgebrachte Dosen packen, statt Thunfisch kanns auch mal ne Makrele sein.
Sind alles kleine Schritte, ich weiß, aber ohne die kommen wir nicht weiter.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Vongole » Sa 15. Jun 2019, 01:34

Fliege hat geschrieben:(15 Jun 2019, 01:17)

Es handelt sich also um eine puritanische, antisatanistische Bewegung (die sich versteht "als Armee Gottes", "die von Satan und seinen Dämonen bedrängt werde und dementsprechend gewaltsam reagieren müsse"). Da ist allergrößte Vorsicht geboten. Wieso bist du als Begleiterin bei solchen Zusammenkünften von religiösen Fanatikern dabei gewesen?


Die puritanische Verschwörung inklusive Hexenverbrennung begegnet mir eher hier im Forum, und kurz vor der Europa-Wahl zogen mich ein paar der Puritaner in eine Diskussion am AfD-Stand.
Letztere streckten ziemlich schnell die Waffen vor der Drohung der Vernunft.
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Schnitter » Sa 15. Jun 2019, 01:38

Vongole hat geschrieben:(15 Jun 2019, 01:34)

Die puritanische Verschwörung inklusive Hexenverbrennung begegnet mir eher hier im Forum, und kurz vor der Europa-Wahl zogen mich ein paar der Puritaner in eine Diskussion am AfD-Stand.


In meinem Bundesland werden solche Stände nicht aufgebaut. Die AfD wird wissen warum :D
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Fliege » Sa 15. Jun 2019, 01:40

Vongole hat geschrieben:(15 Jun 2019, 01:34)
Die puritanische Verschwörung inklusive Hexenverbrennung begegnet mir eher hier im Forum, und kurz vor der Europa-Wahl zogen mich ein paar der Puritaner in eine Diskussion am AfD-Stand.
Letztere streckten ziemlich schnell die Waffen vor der Drohung der Vernunft.

Du hast also kein Problem damit, dass dir der Strom abgestellt wird, weil deine Lütten es so wollen?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Skeptiker » Sa 15. Jun 2019, 01:40

Vongole hat geschrieben:(15 Jun 2019, 01:04)
Die Forderungen sind auf deren Hompage nachlesbar:
https://fridaysforfuture.de/forderungen/

Ich war jetzt zweimal mit auf einer Demo (nicht direkt dabei, sondern als Begleiterin), Altenbashing ist mir da nicht begegnet. Empörung darüber, dass "die in Berlin nichts tun, außer zu labern, obwohl ihnen alle wissenschaftlichen
Forschungsergebnisse zur Verfügung stehen" schon.
Dass die Kids wissen, dass das Verzicht auch auf persönlichen Komfort bedeutet, den Eindruck habe ich, besonders, nachdem das direkt in meiner Familie angekommen ist.
Ich werde schon gescholten, wenn abends irgendwo in der Wohnung ein "unnützes" Licht brennt. ;)

Sei mir nicht böse, aber was Du schreibst bestätigt eher meinen Eindruck, dass da nicht so recht verstanden wird was man fordert.

Ich zitiere mal aus Deiner Quelle:
Fridays For Future fordert die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels. Explizit fordern wir für Deutschland:
  • Nettonull 2035 erreichen
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035
Entscheidend für die Einhaltung des 1,5°C-Ziels ist, die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Deshalb fordern wir bis Ende 2019:
  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • 1/4 der Kohlekraft abschalten
  • Eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut UBA sind das 180€ pro Tonne CO2

Quelle

Das sind zuallererst einmal Forderungen an andere. Da wird noch nichts von dem beschrieben was die Umsetzung dieser Forderungen für einen selber bedeutet. Später kommen noch ein paar Vorschläge, dass sich das in Bauvorschriften niederschlagen soll, nicht ohne zu erwähnen, dass alles das natürlich sozial verträglich ablaufen soll (da wird schon die erste Schmerzgrenze sichtbar).

Wenn Du dann im letzten Satz etwas schreibst von "kein nunnützes Licht anlassen", dann ist das eben nicht die Ebene auf der wir uns da bewegen. Es sollte schon jedem klar sein, dass es erheblich mehr als das bedeuten würde. Z.B. das oft schon angesprochene Reisen über große Distanzen (WIE ist dann eigentlich egal).
Energie würde enorm verteuert werden müssen - das ist wohl auch sinnvoll um die Lenkungswirkung dadurch zu erzielen. Es ist aber eben nicht von der Hand zu weisen, dass sehr viele unserer Lebensweisen direkt mit einem exzessiven Energie- und Ressourcenverbrauch gekoppelt sind.
Keine Klassenfahrten nach Paris.
Nahverkehr mit dem Rad, auch bei schlechtem Wetter.
Nachteile auf dem Arbeitsmarkt, weil die Luft dünner wird (Nachteile im Vergleich zum Ausland), und weil Pendeln sich verteuert.
Wer die Auswirkung von schlecht laufender Wirtschaft auf die Jugendarbeitslosigkeit mal sehen möchte, der muss nur nach Südeuropa schauen. Ohne Automobilindustrie - und die wäre massiv im Fokus - wäre das auch das Szenario für Deutschland - es kommt halt viel weniger Wirtschaftsleistung im Land an.
Das könnte man noch lange fortsetzen, weil unser ganzes Leben auf dem Verbrauch von CO2 und anderen Ressourcen aufbaut, nicht nur ein paar Komforteigenschaften.

Ist das den Menschen klar, die Werbespots von Energiedienstleistern sehen, wo ein Hänfling locker auf einem Heimtrainer sitzt und dabei Licht im Gegenwert von 2kW aufleuchtet?
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Re: Schule schwänzen für's Klima. Positives Engagement oder politische Instrumentalisierung von Kindern?

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 15. Jun 2019, 01:49

Fliege hat geschrieben:(14 Jun 2019, 23:55)

Ich fürchte, die Knallfrösche wissen gar nicht, wie dünn das Eis ist, auf dem sie hüpfen.

Na, na Drohkulissen aufbauen ist doch eher uncool!
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p

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