Aroma des Grauens

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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon H2O » Do 13. Jun 2019, 11:20

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jun 2019, 09:56)

Es müssen Opfer gebracht werden.

Alle Menschen in einen Sack schaufeln und dann kräftig darauf herum prügeln; das trifft immer die Richtigen. So empfinde ich ihre Stellungnahme.

Hast du eine Idee, wie man 7,7 Mrd. Menschen ernähren kann, ohne der Umwelt zu schaden?

Das fällt mir noch nicht einmal für einen einzigen Menschen ein. Aber daß Deutschland mit seiner hohen Besiedlungsdichte "die Welt" mit Fleisch beliefert, das finde ich abartig. Vor allem sind die weltweiten Folgelasten dieser Wirtschaftsweise für die Umwelt viel zu groß.

Was ist mit dem dualen System, das wir alle bezahlen? Wie kann es da sein, dass deutscher Plastikmüll exportiert wird. Betrug?

Das ist tatsächlich ein Handelsgut, das Geschäft mit den Wertstoffen. Ich habe die Lumperei so verstanden, daß Aufkäufer dem Dualen System diese "Wertstoffe" gegen Bares abnehmen zur Wiederaufbereitung, und daß diese "Wiederaufbereitung" eben in Ländern erledigt wird, die dafür auf Regierungsebene anständig bezahlt werden. Was die Regierungen dort dann mit dem Abfall tun, das haben wir jetzt ja gelernt.

Ich nenne so etwas "Organisierte Verantwortungslosigkeit", alles im Rahmen der bestehenden Gesetze. Dem Treiben kann man nur ein Ende setzen, wenn die Wiederaufbereitung am Ort der Herstellung angesiedelt sei muß.

Man kann natürlich an den Symptome herumdoktern, die aber trotzdem nur immer schlimmer werden.

So ist es; das Herumdoktern an den Folgen verringert vielleicht die Schmerzen der Menschheit. Natürlich wäre ein verbindliches Programm zur Geburtenkontrolle sinnvoll. Damit kommt die Welt aber auch nicht voran, trotz etliche Bemühungen der UNO.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Tom Bombadil » Do 13. Jun 2019, 11:39

H2O hat geschrieben:(13 Jun 2019, 11:20)

So empfinde ich ihre Stellungnahme.

Dann hast du ein sehr merkwürdiges Empfinden. Was ist es denn, wenn du Verzicht forderst und predigst?

Aber daß Deutschland mit seiner hohen Besiedlungsdichte "die Welt" mit Fleisch beliefert, das finde ich abartig. Vor allem sind die weltweiten Folgelasten dieser Wirtschaftsweise für die Umwelt viel zu groß.

Wie gedenkst du das Problem zu lösen?

Ich habe die Lumperei so verstanden, daß Aufkäufer dem Dualen System diese "Wertstoffe" gegen Bares abnehmen zur Wiederaufbereitung, und daß diese "Wiederaufbereitung" eben in Ländern erledigt wird, die dafür auf Regierungsebene anständig bezahlt werden.

Dass der Kram in Dritte Welt Länder exportiert wird, wo er dann auf Deponien und letztendlich im Meer landet, war mW. nie Teil des Plans, zumindest wurde es nicht öffentlich kommuniziert.

Dem Treiben kann man nur ein Ende setzen, wenn die Wiederaufbereitung am Ort der Herstellung angesiedelt sei muß.

Das dürfte dann in sehr vielen Fällen China sein. Die werden sich bedanken.

Damit kommt die Welt aber auch nicht voran, trotz etliche Bemühungen der UNO.

Weil die Menschen nicht verzichten wollen und auch nicht werden.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon H2O » Do 13. Jun 2019, 13:16

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jun 2019, 11:39)

Dann hast du ein sehr merkwürdiges Empfinden. Was ist es denn, wenn du Verzicht forderst und predigst?

Ich möchte die Existenz ordentlich arbeitender Olivenbauern nicht vernichten, oder sie unter Druck setzen. Die haben doch keinen Tadel verdient. Eher müßte man versuchen, sie als Verbündete zu gewinnen, damit diesem Treiben auf politischer Ebene Einhalt geboten wird.

Wie gedenkst du das Problem zu lösen?

Durch die Festlegung, daß nicht mehr Nutzvieh gehalten werden darf, als auf unserem Boden ernährt werden kann. Der Import von Kraftfutter muß so begrenzt werden, daß die Fleischproduktion und Milchproduktion unseren heimischen Markt versorgen kann. Und das ist das Ende der Fahnenstange.

Dass der Kram in Dritte Welt Länder exportiert wird, wo er dann auf Deponien und letztendlich im Meer landet, war mW. nie Teil des Plans, zumindest wurde es nicht öffentlich kommuniziert.

Das ist völlig richtig; der Plan war bei Fanatikern immer die stoffliche Wiederverwertung der deutschen Plastikabfälle in Deutschland. Bei gemäßigten Umweltschützern sollte auch die energetische Verwertung der Plastikabfälle als ordentliche Entsorgung gewertet werden. Aber die Gesetze sind nicht so schnell wie findige Kaufleute, wenn es da etwas zu verdienen gibt... schiffsladungsweise! Unsere Gesetze müssen auf das angestrebte Ziel gerichtet werden.

Das dürfte dann in sehr vielen Fällen China sein. Die werden sich bedanken.

Das wird sicher so sein; kein Zweifel. Aber wir hatten hier, zumindest Calvadorius, unser Streben erst einmal auf unseren eigenen Dreck gerichtet ("unsere Regale, unser Trinkwasser, unsere unmittelbare Umwelt..."). Ich stimme Calvadorius in diesem Anliegen zu, weil wir die Abhilfe selbst betreiben können.


Weil die Menschen nicht verzichten wollen und auch nicht werden.

Ihre Sicht der Dinge empfinde ich sehr niederdrückend; als ob wir mit unserem Tun und Beispiel, wenn es denn zum Wohl aller Menschen wirksam zu sein verspricht, keine Mitstreiter fänden... auch in China. Aber wir selbst müssen tun, nicht nur fordern, daß alle etwas tun. Das ist ja nicht verboten, aber das eigene Tun steht am Anfang.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Tom Bombadil » Do 13. Jun 2019, 13:55

H2O hat geschrieben:(13 Jun 2019, 13:16)

Die haben doch keinen Tadel verdient.

Der Olivenanbau ist also grundsätzlich mit dem Umweltschutz vereinbar?

Durch die Festlegung, daß nicht mehr Nutzvieh gehalten werden darf, als auf unserem Boden ernährt werden kann. Der Import von Kraftfutter muß so begrenzt werden, daß die Fleischproduktion und Milchproduktion unseren heimischen Markt versorgen kann.

Ich wusste gar nicht, dass du so ein Nationalist bist... Also schaffen wir die Globalisierung und die internationale Arbeitsteilung wieder ab?

Aber die Gesetze sind nicht so schnell wie findige Kaufleute, wenn es da etwas zu verdienen gibt...

Welche Gesetze meinst du?

Aber wir hatten hier, zumindest Calvadorius, unser Streben erst einmal auf unseren eigenen Dreck gerichtet...

Im kleines kann das ja auch jeder für sich tun, in der globalisierten Wirtschaft geht das nicht. Das Rad lässt sich nicht zurückdrehen.

Ihre Sicht der Dinge empfinde ich sehr niederdrückend;

Ich nenne sie realistisch, der Mensch ist ein Nutzenoptimierer und Kostensenker.

Das ist ja nicht verboten, aber das eigene Tun steht am Anfang.

Na denn man tau!
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon H2O » Do 13. Jun 2019, 14:45

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jun 2019, 13:55)

Der Olivenanbau ist also grundsätzlich mit dem Umweltschutz vereinbar?

Davon bin ich ziemlich überzeugt. In Montenegro bin ich bei Ulcinij durch einen riesigen Olivenhain gewandert, der offenbar noch unter türkischer Herrschaft angelegt worden war (arabische Inschriften auf Brunnen und Wasserbecken). Ich fand diese Natur aus Menschenhand herrlich... und alles mögliche Kleingetier fand das wohl auch. Wenn man nur den ganz puristischen Ansatz gelten läßt, dann wäre fast jeder durch Menschen genutzte Garten oder Park schon vom Übel.

Im Cilento, einer Küstenlandschaft südlich von Neapel, habe ich bei meinen Gastgebern gesehen, wie die unter den Olivenbäumen große Tücher ausgebreitet hatten, um dann die Bäume zu schütteln und die herabfallenden Oliven mit den Tüchern auf zu häufen und auf zu lesen. Nachts sind die allenfalls zur Wildschweinjagd losgezogen... als Wilderer immer in gutem Abstand zur Polizei...


Ich wusste gar nicht, dass du so ein Nationalist bist... Also schaffen wir die Globalisierung und die internationale Arbeitsteilung wieder ab?

Na ja, ein Nationalist bin ich eher nicht; aber ich habe mir einen Blick bewahrt für Dinge, die ganz offensichtlich aus dem Ruder laufen. In der Landwirtschaft ist diese Fehlentwicklung doch gar nicht zu übersehen. Oder unser Bestreben nach Mobilität... im Stau; die täglichen Nachrichten sind gar nicht zu überhören. Da ist etwas oberfaul!

[/quote]
Welche Gesetze meinst du?[/quote]
Ganz bewährte Gesetze zur Marktordnung. Plastikabfälle sind keine Handelsware; bestehende Gesetze unterscheiden aber nicht. Das Problem ist "zu neu"; da paßt der alte Rahmen nicht so gut, wie man sieht und liest.

Im kleines kann das ja auch jeder für sich tun, in der globalisierten Wirtschaft geht das nicht. Das Rad lässt sich nicht zurückdrehen.

Das sehe ich auch so; ich sehe aber auch unsere Verantwortung für uns selbst und unsere Nachkommen. Wenigstens wir sollten uns keine Vorwürfe machen müssen, daß wir sehenden Auges dem Unheil freien Lauf gelassen haben. Und vielleicht folgen am Ende doch viele Leute diesem Beispiel. Ohne Beispiel geht es sicher nicht.

Ich nenne sie realistisch, der Mensch ist ein Nutzenoptimierer und Kostensenker.

Das finde ich sogar lobenswert, wenn wir mit Arbeitskraft, Energie und Mitteleinsatz ein kluges Optimum anstreben. Das war ja Teil meines Berufslebens. Nur, wenn ich erkennen kann, daß diese Optimierung ganz überwiegend zu Lasten unserer "kostenlosen" Lebensgrundlagen geht, dann meldet sich mein Gewissen.


Na denn man tau![/quote]
Na klar, unverdossen!
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Tom Bombadil » Do 13. Jun 2019, 19:19

H2O hat geschrieben:(13 Jun 2019, 14:45)

Davon bin ich ziemlich überzeugt.

Auch dieser Bereich wird industrialisiert: https://www.gartenjournal.net/olivenanbau

Da ist etwas oberfaul!

Die Menschen haben nunmal Bedürfnisse und die müssen befriedigt werden.

Ganz bewährte Gesetze zur Marktordnung.

Haben diese Gesetz auch einen Namen?

Ohne Beispiel geht es sicher nicht.

Dann sei ein leuchtendes Beispiel.

Nur, wenn ich erkennen kann, daß diese Optimierung ganz überwiegend zu Lasten unserer "kostenlosen" Lebensgrundlagen geht, dann meldet sich mein Gewissen.

Und was gedenkst du dagegen zu unternehmen, dass die Menschen immer mehr Kinder in die Welt setzen?
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon H2O » Do 13. Jun 2019, 20:33

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jun 2019, 19:19)

Auch dieser Bereich wird industrialisiert: https://www.gartenjournal.net/olivenanbau

Ja klar, dieser Wahnsinn hat Methode. Die Folgen davon sind auch beschrieben, obwohl mir dazu Ortsangaben und Länderangaben fehlen. Wenn dann ein Stück bewohnbares und bestellbares Land als Wüste zurück bleibt, dann ist das dort eine genau so politische Frage wir hier die Verseuchung des Grundwassers.

Die Menschen haben nunmal Bedürfnisse und die müssen befriedigt werden.

In Deutschland leiden wir nun wirklich nicht an Unterversorgung mit Nahrungs- und Genußmitteln. Deshalb könnte man auf die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen durch Raubbau schon mit drastischen Maßnahmen "antworten".

Haben diese Gesetz auch einen Namen?

Als ich diese Geschichten vor Jahren (!) las, habe ich zur Kenntnis genommen, daß diese Lumperei ganz im Rahmen der Gesetze abläuft. Das habe ich hier wiedergegeben.

Das ist ähnlich (anderes Thema, aber als bekannte legale Lumperei bekannt) wie mit den Fischereirechten von armen Ländern. Da gibt es Verträge, die auf oberster Staatsebene geschlossen werden; da fließt sicher anständig Geld in aufgehaltene Hände. Und dann kommen große Fangflotten, und fischen mit moderner Fangtechnik die Meere leer, so daß für die einheimischen Fischer nichts mehr übrig bleibt. Das alles vertragstreu nach Recht und Gesetz.
Dann sei ein leuchtendes Beispiel.

Das Bemühen darum ist ja nicht verboten. Ich beschaffe das, was hier angeboten wird, immer gern beim Erzeuger. Auf der Fahrt zum Einkaufszentrum komme ich durch kleine Dörfer, wo Kartoffeln, Erdbeeren, Kirschen, Gemüse, Kräuter, Eier, Milch, Quark, Honig angeboten werden. Dann frage ich eben nach und decke meinen Bedarf, bevor ich den Supermarkt erreiche. Aber dieses Glück hat nicht jeder, und ich hatte lange nach einer solchen Möglichkeit gesucht.
Und was gedenkst du dagegen zu unternehmen, dass die Menschen immer mehr Kinder in die Welt setzen?

Das geht so weit über meine Möglichkeiten hinaus, daß ich, wie viele andere Menschen auch, vor dieser Entwicklung nur warnen kann. Meine Familie hat abzählbar viele Nachkommen. Und so ist das auch in Deutschland oder Italien oder Polen zu sehen. Ein oder zwei Kinder je Paar sind doch die Regel. Dann wächst die Zahl der Menschen hier nur dadurch, daß wir älter werden. Dafür setzen aber die Jungen immer später Kinder in die Welt. Hieß es nicht gerade noch "bedenkliche demographische Entwicklung"... und damit war nicht das Anwachsen der Einwohnerzahlen gemeint, sondern die Problematik, daß immer weniger Erwerbstätige für immer mehr Alte aufkommen müssen. Eben wurde noch berichtet, daß in den östlichen Bundesländern die Einwohnerzahl unter die von 1905 gesunken ist!

Was an anderen Orten der Welt in der Hinsicht abläuft, das ist doch völlig außerhalb meiner Einflußnahme! Da muß die Weltgemeinschaft etwas unternehmen. Wir können dabei helfen, daß die UNO solche Programme unterhalten kann. Das geschieht wohl auch.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Tom Bombadil » Do 13. Jun 2019, 21:15

H2O hat geschrieben:(13 Jun 2019, 20:33)

...die Verseuchung des Grundwassers.

Das deutsche Grundwasser ist verseucht? :eek:

In Deutschland leiden wir nun wirklich nicht an Unterversorgung mit Nahrungs- und Genußmitteln. Deshalb könnte man auf die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen durch Raubbau schon mit drastischen Maßnahmen "antworten".

Das ist dann aber auch nur eine Verlagerung. Wenn die Chinesen ihr Rind- und Schweinefleisch nicht mehr aus Deutschland importieren können, wird ein anderer Produzent einspringen. Was ist dadurch gewonnen? Die Umwelt wird dann anderswo belastet. Aus den Augen, aus dem Sinn?

Das habe ich hier wiedergegeben.

Schade, jetzt weiß ich auch nicht mehr.

Auf der Fahrt zum Einkaufszentrum...

Hoffentlich mit dem Bus!

Das geht so weit über meine Möglichkeiten hinaus, daß ich, wie viele andere Menschen auch, vor dieser Entwicklung nur warnen kann.

Mit diesen Warnungen erreichst du aber niemand, den es auch betrifft.

Das geschieht wohl auch.

In einem ersten Schritt müsste man den Religionsfanatikern die Macht über die Menschen nehmen.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon H2O » Do 13. Jun 2019, 21:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jun 2019, 21:15)

Das deutsche Grundwasser ist verseucht? :eek:

Leider ist das gebietsweise so gekommen. Im wesentlichen in Gegenden, in denen Schweinemast und Hühnermast intensiv betrieben wird. Das überrascht Sie doch aber nicht ernsthaft? Es gibt inzwischen Gesetze (!), die den Eintrag von Gülle in Böden begrenzen. Wer erwischt wird mit Übermengen, der kann dafür bestraft werden. Die richtige Strafe wäre sicher, daß er dann "sein" Grundwasser täglich genießen muß.

Das ist dann aber auch nur eine Verlagerung. Wenn die Chinesen ihr Rind- und Schweinefleisch nicht mehr aus Deutschland importieren können, wird ein anderer Produzent einspringen. Was ist dadurch gewonnen? Die Umwelt wird dann anderswo belastet. Aus den Augen, aus dem Sinn?


Das ist richtig, aber wenn die Chinesen ihr Land unbewohnbar machen, oder ein anderes Land, dann bleibt unser Land doch davon verschont. Und da sind wir wieder bei dem Beitrag unseres Kollegen Calvadorius: Kümmern wir uns erst einmal um die Dingge, die wirklich allein in unserer Hand liegen.

Schade, jetzt weiß ich auch nicht mehr.

Ja, dann wären wir in der Sache ein ganzes Stück weiter, wenn wir die Gesetze nach Paragraph und Inhalt kännten. Vielleicht hilft Ihnen dieses hier weiter:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/abfal ... 18414.html
oder das:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozia ... 64874.html

Hoffentlich mit dem Bus!

Das ist ganz schlecht. Der Bus fährt einmal am Tag. Dann müßte ich unterwegs um Nachtlager bitten. ;)

Mit diesen Warnungen erreichst du aber niemand, den es auch betrifft.

Das ist schon klar; weckt aber auch ein Bewußtsein, daß die Weltgemeinschaft tätig werden sollte, bevor wir uns gegenseitig auffressen.

In einem ersten Schritt müsste man den Religionsfanatikern die Macht über die Menschen nehmen.

Ja, das wäre schön; aber Religion und Glaube entfachen ungeheure Kräfte. Auch da helfen nur Aufklärung und Bildung... in Europa hat die Entmachtung etwa 300 Jahre benötigt. Vielleicht geht das von diesem Sockel aus schneller?
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Tom Bombadil » Do 13. Jun 2019, 22:24

H2O hat geschrieben:(13 Jun 2019, 21:54)

Im wesentlichen in Gegenden, in denen Schweinemast und Hühnermast intensiv betrieben wird.

Welche Gegenden sind das?

Das überrascht Sie doch aber nicht ernsthaft?

Mir war bekannt, dass die Nitratbelastung hoch ist, aber nicht, dass das deutsche Grundwasser verseucht wäre.

Es gibt inzwischen Gesetze (!), die den Eintrag von Gülle in Böden begrenzen.

Und dabei importiert Deutschland noch Gülle aus Belgien und NL.

Das ist richtig, aber wenn die Chinesen ihr Land unbewohnbar machen, oder ein anderes Land, dann bleibt unser Land doch davon verschont.

Das ist dann aber nicht moralisch oder ist die Natur in China weniger wert als in Deutschland? Zudem würde China wohl noch mehr nach Afrika drängen, riesige Ländereien kaufen und dort für die Bevölkerung in China Lebensmittel produzieren.

Und da sind wir wieder bei dem Beitrag unseres Kollegen Calvadorius: Kümmern wir uns erst einmal um die Dingge, die wirklich allein in unserer Hand liegen.

Liegen sie aber nicht, zumindest dann nicht mehr, wenn es sich um globale Abläufe handelt, wo ein Eingriff dann auch globale Konsequenzen nach sich zieht.

Vielleicht hilft Ihnen dieses hier weiter:

Danke für die links, dem zweiten link entnehme ich, dass der Export solche Abfälle noch nicht verboten ist. Unglaublich und dafür bezahlen wir den Grünen Punkt.

Das ist ganz schlecht. Der Bus fährt einmal am Tag. Dann müßte ich unterwegs um Nachtlager bitten. ;)

Keine Ausreden, das Klima wird es dir danken :p

Vielleicht geht das von diesem Sockel aus schneller?

Ich wage es zu bezweifeln.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon H2O » Fr 14. Jun 2019, 00:27

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jun 2019, 22:24)

Welche Gegenden sind das?

Der Landkreis Diepholz hatte vor Jahren schon die kostenlose Versorgung mit sauberem Trinkwasser gefordert, weil das eigene Grundwasser unbrauchbar geworden war. Überdüngung mit Gülle.
Vielleicht hilft Ihnen das hier:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/f ... rinkwasser

Mir war bekannt, dass die Nitratbelastung hoch ist, aber nicht, dass das deutsche Grundwasser verseucht wäre.

Doch, doch, die Bundesrepublik steht am Pranger. Vielleicht hilft Ihnen das hier weiter:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/f ... rinkwasser
Achtung, das sind zwei unterschiedliche Berichte zur Lage!
Und dabei importiert Deutschland noch Gülle aus Belgien und NL.

Ja, so ist das. Dort ist die Belastung des Grundwassers so angestiegen, daß in diesen Ländern das gesamte Gülleaufkommen nicht mehr auf die Felder verteilt werden kann. Und nun geht es eben in Deutschland damit zur Sache. Ein Skandal ist das schon lange.
https://www.greenpeace.de/themen/landwi ... ne-grenzen

Das ist dann aber nicht moralisch oder ist die Natur in China weniger wert als in Deutschland? Zudem würde China wohl noch mehr nach Afrika drängen, riesige Ländereien kaufen und dort für die Bevölkerung in China Lebensmittel produzieren.


Ich meine, daß wir zu allererst einmal an unsere Nasen zu fassen haben, wenn wir uns fehlverhalten. Gleich danach können wir das mit Chinesen tun, wenn die sich das gefallen lassen. Die chinesische Natur gehört China. Die Afrikaner werden sich zu wehren wissen, wenn sie unübersehbar bei Leib und Leben durch fremde Mächte bedroht sehen.

Liegen sie aber nicht, zumindest dann nicht mehr, wenn es sich um globale Abläufe handelt, wo ein Eingriff dann auch globale Konsequenzen nach sich zieht.

Nach wie vor: Bringen wir unser Haus in Ordnung, da leben wir und hoffentlich auch unsere Nachkommen. Das globale Handeln müssen wir deshalb ja nicht unterlassen.

Danke für die links, dem zweiten link entnehme ich, dass der Export solche Abfälle noch nicht verboten ist. Unglaublich und dafür bezahlen wir den Grünen Punkt.

Auch die Gebührenerhebung folgt einem Bundesgesetz. Da ist nun einmal etwas oberfaul auch auf der Seite des Gesetzgebers. Hartnäckige Arbeitsverweigerung.

Keine Ausreden, das Klima wird es dir danken :p

Dem Klima wird mein Verhalten wenig ausmachen. Dem Leben auf dieser Erde schon... zu einem Teil von 8 Mrd Teilen.

Ich wage es zu bezweifeln.

Den Versuch ist es immer wert.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 14. Jun 2019, 11:49

H2O hat geschrieben:(14 Jun 2019, 00:27)

Vielleicht hilft Ihnen das hier [..] Doch, doch, die Bundesrepublik steht am Pranger.

Da geht es um Nitrat. Wenn das für dich schon "Verseuchung" ist, dann haben 99% der Menschen auf dieser Welt verseuchtes Wasser.

Ein Skandal ist das schon lange.

Man muss eben dafür sorgen, dass diese Praxis per Gesetz eingedämmt wird.

Ich meine, daß wir zu allererst einmal an unsere Nasen zu fassen haben, wenn wir uns fehlverhalten.

Nahrungsmittel zu erzeugen, damit die Menschen auf dieser Welt nicht verhungern müssen, ist kein Fehlverhalten. Deutschland ist keine Insel, Entscheidungen, die in Deutschland getroffen werden, haben auch Auswirkungen auf andere Staaten. Aber schön, dass du der Frage ausweichst, ob Natur anderswo denn weniger schützenswert wäre. Für mich ist sie das nicht und ich finde es heuchlerisch, "sein Haus" auf Kosten anderer Häuser in Ordnung bringen zu wollen.

Die chinesische Natur gehört China.

Guter Punkt. Warum wird sich dann aufgeregt, wenn in Brasilien oder in Afrika oder in Asien der Regenwald abgeholzt wird? Ist doch deren Natur.

Bringen wir unser Haus in Ordnung...

Dieses in Ordnung bringen hat aber zur Folge, dass es anderswo Unordnung gibt. Unter dem Strich kommt nichts dabei heraus, vllt. wird es sogar nicht schlechter, weil es anderswo laschere Umweltschutzbestimmungen gibt als in unserem Haus.

Auch die Gebührenerhebung folgt einem Bundesgesetz.

Und welchem?

Dem Klima wird mein Verhalten wenig ausmachen.

Wir nähern uns so langsam des Pudels Kern. Dem Klima macht auch das Verhalten der Deutschen nur wenig aus.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Calvadorius » Sa 15. Jun 2019, 00:27

Tom Bombadil hat geschrieben:Nahrungsmittel zu erzeugen, damit die Menschen auf dieser Welt nicht verhungern müssen, ist kein Fehlverhalten. Deutschland ist keine Insel, Entscheidungen, die in Deutschland getroffen werden, haben auch Auswirkungen auf andere Staaten. Aber schön, dass du der Frage ausweichst, ob Natur anderswo denn weniger schützenswert wäre. Für mich ist sie das nicht und ich finde es heuchlerisch, "sein Haus" auf Kosten anderer Häuser in Ordnung bringen zu wollen.


Deutschland überschwemmt Europa zB. mit Schweinefleisch, das hier dank laxerer Umweltstandards billig produziert werden kann.
Dabei gehts tatsächlich um Geld, nicht um die "Ernährung der Weltbevölkerung".
Zulasten unserer Umwelt.

Aber freilich ist die Natur auch andernorts schützenswert.
Regenwälder zB.
Die werden auch zur Gewinnung von Palmöl abgeholzt, das in unseren Schokoladen, unseren Kosmetika, und vor Allem in unserem "Bio"sprit steckt.
(So um die 1,4 Mio t. jährlich importieren wir davon.)

Wer heuchelt hier, bitteschön?
Und wer, bitte, möchte noch auf Andere warten, um diese Umweltzerstörung zu bremsen?
Zuletzt geändert von Calvadorius am Sa 15. Jun 2019, 01:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 15. Jun 2019, 00:59

Calvadorius hat geschrieben:(15 Jun 2019, 00:27)

Und wer, bitte, möchte noch auf Andere warten, um diese Umweltzerstörung zu bremsen?

Na los! Nicht reden, machen! Ich vermeide Produkte mit Palmöl, ich esse sehr wenig Schweinefleisch (Fleisch generell), ich fahre einen Kleinwagen und habe eine Solaranlage auf dem Dach. ICH bin bestimmt nicht das Problem, das Problem sind die Menschen, die keine andere Wahl haben, weil sie kein oder zu wenig Geld haben, die aber trotzdem halbwegs vernünftig essen und vorwärts kommen wollen. Und nein, auch wenn ihr das noch 1000x wiederholt, globale Probleme lassen sich nicht in Deutschland lösen, alles was in D gemacht wird, hat Konsequenzen für den Rest der Welt, dafür sorgt die globalisierte, verzahnte Wirtschaft.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Calvadorius » Sa 15. Jun 2019, 01:07

Jeder hat die Wahl.
Dies ganz besonders in einem der reichsten Länder dieser Welt.
Leben ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die in jedem Fall tödlich endet.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 15. Jun 2019, 01:14

Calvadorius hat geschrieben:(15 Jun 2019, 01:07)

Dies ganz besonders in einem der reichsten Länder dieser Welt.

Da leben aber nur ca. 1% der Bevölkerung des Planeten. Was genau sollen die Deutschen also tun, um die Welt zu retten?
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Fliege » Sa 15. Jun 2019, 02:57

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Jun 2019, 01:14)
Was genau sollen die Deutschen also tun, um die Welt zu retten?

Merkel ernannte sich selber zur Weltretterin, so wie sich Napoleon selber zum Kaiser ernannte. Beide wurden auf Elba verbannt.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Calvadorius » So 16. Jun 2019, 00:10

Tom Bombadil hat geschrieben:(15 Jun 2019, 01:14)

Da leben aber nur ca. 1% der Bevölkerung des Planeten. Was genau sollen die Deutschen also tun, um die Welt zu retten?


Vielleicht erstmal damit anfangen, das eigene Haus in Ordnung zu bringen.
Genau hier, unsere deutschen 350 000 Km².

Und die Auswirkungen, die unser Lebensstil weltweit hat.

Darüber schrieb ich eigentlich die ganze Zeit.
Leben ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die in jedem Fall tödlich endet.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Tom Bombadil » So 16. Jun 2019, 00:17

Calvadorius hat geschrieben:(16 Jun 2019, 00:10)

Vielleicht erstmal damit anfangen, das eigene Haus in Ordnung zu bringen.

Das schreibst du andauernd, dass das aber weltweite Auswirkungen hat, scheint dir nicht einzugehen. Wenn D zB. nur noch so viel Viehzeug produziert, wie die Deutschen essen, dann wird das Viehzeug, das die Chinesen essen wollen, eben anderswo produziert, mit den gleichen oder noch schlimmeren Auswirkungen auf die Natur. Was ist damit gewonnen? Nichts.
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Re: Aroma des Grauens

Beitragvon Calvadorius » So 16. Jun 2019, 00:49

Tom Bombadil hat geschrieben:(16 Jun 2019, 00:17)

Das schreibst du andauernd, dass das aber weltweite Auswirkungen hat, scheint dir nicht einzugehen. Wenn D zB. nur noch so viel Viehzeug produziert, wie die Deutschen essen, dann wird das Viehzeug, das die Chinesen essen wollen, eben anderswo produziert, mit den gleichen oder noch schlimmeren Auswirkungen auf die Natur. Was ist damit gewonnen? Nichts.


Freilich haben wir wenig Einfluss auf China.

Aber "China" kann halt keine Begründung oder Entschuldigung sein für unseren Lebensstil.
Der sich doch nicht weniger global auswirkt.
Mir fällt es wirklich schwer nachzuvollziehen, wie man bloß die Entwicklungen in unserer allernächstgelegenen Umwelt so ignorieren kann.

Das sind unsere eigenen hausgemachten Probleme.
Die können wir nicht auf Andere schieben.

Und unser Einfluß weltweit ist doch auch nicht von Pappe.

Beispielhaft:
Irgendwo kam dieser Thread auf das (OffTopic-) Thema CO2.
Deutschland liegt nach der Bevölkerung an 14. Stelle der Länder dieser Erde.
Und im CO2 Ausstoß an sechster.
Ich hab noch eine Statistik ausgraben können (aus 2016), in der der pro-Kopf-Ausstoß an CO2 dargestellt wird.
https://de.statista.com/statistik/daten ... einwohner/
Deutschland liegt an 11. Stelle, China an 17. ...
Leben ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die in jedem Fall tödlich endet.

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