Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

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Skull
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Skull » Fr 3. Mai 2019, 12:25

zollagent hat geschrieben:(03 May 2019, 11:51)

Hier möchte ich mal einwerfen, daß der seit einigen Jahren zu beobachtende Trend zur Mietoptimierung
gerade durch große Wohnungsvermietungsgesellschaften durchaus ein Grund sein kann,
diese Entwicklung zu begrenzen.

Reine Marktwirtschaft wäre hier Gift für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Keinerlei Widerspruch von meiner Seite.

Ob aber angedachte Enteignungen, Verstaatlichungen oder „Kollektivierungen“ realistische Lösungen sind,
möchte ich -zumindest- bezweifeln.

Private Rendite-Entwicklungen kann man auf vielfachen Weg...anders entgegentreten.

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Cobra9
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Cobra9 » Fr 3. Mai 2019, 14:07

Mehr Wohnraum durch eine Enteignung ist kaum realistisch. Viele Unternehmen und Bauinitiativen bemühen sich ja jetzt schon um einen Konsens, der wirtschaftliche und soziale Interessen auch vereint.

Das Problem der Wohnungsnot und der vieviel zu hohen Mietpreisen, ist weitaus komplexer als das Populismus zu was führt.

De neue Wohnungsnot, mit der sich Deutschland in den letzten Jahren konfrontiert sieht, ist selbstgemacht. Unsere Regierungen durch die Jahre haben Mist gebaut. Durch politische Beschlüsse wurde der Wohnungsbau seit 2000 mehrheitlich privatwirtschaftlich finanziert. Das war ein Kardinalfehler.


Danach wurden Maßnahmen versäumt, dem entgegenzuwirken. Und staatliche Instrumente allein können jetzt auch nicht mehr helfen. Eine öffentliche Förderung des Wohnungsbaus ist notwendig

Gerade der soziale Wohnbau. Und nicht jeder Mensch kann in die Stadt ziehen
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon imp » Fr 3. Mai 2019, 16:01

Dampflok94 hat geschrieben:(03 May 2019, 10:28)

Die Gegenpropaganda funktioniert hervorragend. Da wird auch immer behauptet, zur Zeit ginge es nur um große Wohnungsbauunternehmen. Aber natürlich würde danach die Enteignung von Omas kleinem Häuschen erfolgen. Und natürlich auch die vom Munde abgesparte 2-Zimmer ETW des fleißigen Arbeiters. Ist zwar völliger Unsinn, aber wie man sieht verfängt das. (Klappt übrigens auch gut bei der Erbschaftssteuer.) Und schon bekommen die Leute Angst, denen keiner was wegnehmen will.

Die Erbschaftssteuer hat den Normalo doch selten betroffen.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon imp » Fr 3. Mai 2019, 16:16

sünnerklaas hat geschrieben:(16 Apr 2019, 18:19)

Eigentlich können die Zinsen überhaupt nicht mehr steigen, weil im Fall steigender Zinsen praktisch niemand mehr seine Schulden zurückzahlen kann. Weder Privatleute, noch einfache Firmen, noch große Konzerne.

Irgendwer hat immer Geld und verdient an Insolvenzen.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Adam Smith » Fr 3. Mai 2019, 16:29

zollagent hat geschrieben:(03 May 2019, 11:51)

Hier möchte ich mal einwerfen, daß der seit einigen Jahren zu beobachtende Trend zur Mietoptimierung gerade durch große Wohnungsvermietungsgesellschaften durchaus ein Grund sein kann, diese Entwicklung zu begrenzen. Reine Marktwirtschaft wäre hier Gift für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch, wenn ich die Verstaatlichungsphantasien z.B. des Juso-Vorsitzenden nicht als gangbaren Weg betrachte, so gehört diese Entwicklung gebremst. Nur auf die Eigentumsgarantie zu pochen, führt hier in die Irre. Wenn mehr als ein Drittel des Haushaltsnettoeinkommens für Wohnen draufgeht, dann ist diese Entwicklung ungesund und keineswegs von Vorteil für unsere Gesellschaft. Betriebswirtschaft ist zweifellos wichtig, aber wenn sie der alleinbestimmende Faktor wird, gerät die Gesellschaft in Schieflage.


Wenn es sich lohnt Wohnungen zu bauen, werden Wohnungen gebaut. Ansonsten würden die Menschen in den Städten mit mehr als 10 Millionen Einwohnern ja alle in Zelten leben. Die Wohnungsvermietungsgesellschaften gibt es ja hauptsächlich aus dem Grund, weil der Staat Wohnungen verkauft hat und wegen den ehemaligen vielen Werkwohnungen der Unternehmen.

Hier mal ein Beispiel für ein Wohnungsunternehmen.

Mit 486.531 eigenen und für Dritte verwalteten Wohnungen ist sie das größte Wohnungsunternehmen und der größte private Vermieter Deutschlands


https://de.wikipedia.org/wiki/Vonovia
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 3. Mai 2019, 18:00

imp hat geschrieben:(03 May 2019, 16:01)

Die Erbschaftssteuer hat den Normalo doch selten betroffen.

Eben, genau das. Es gibt so einige, die höhere Erbschaftssteuern fordern. Das würde den ganz überwiegenden Teil aller Erbschaften nicht betreffen. Aber natürlich werden von interessierter Seite dann Horrorgemälde gemalt. Damit auch Otto Normalerbe Angst bekommt und sich dagegen ausspricht. Ist hier ähnlich.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon sünnerklaas » Fr 3. Mai 2019, 21:48

Dampflok94 hat geschrieben:(03 May 2019, 18:00)

Eben, genau das. Es gibt so einige, die höhere Erbschaftssteuern fordern. Das würde den ganz überwiegenden Teil aller Erbschaften nicht betreffen. Aber natürlich werden von interessierter Seite dann Horrorgemälde gemalt. Damit auch Otto Normalerbe Angst bekommt und sich dagegen ausspricht. Ist hier ähnlich.


Bei der Erbschaftssteuer gab es zudem seit eh und je viele Ausnahmen. Gerade dann, wenn Unternemen vererbt wurden.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Teeernte » Fr 3. Mai 2019, 22:30

sünnerklaas hat geschrieben:(03 May 2019, 21:48)

Bei der Erbschaftssteuer gab es zudem seit eh und je viele Ausnahmen. Gerade dann, wenn Unternemen vererbt wurden.


...und "Umgangen"...siehe BMW.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Misterfritz » Fr 3. Mai 2019, 22:37

Skull hat geschrieben:(03 May 2019, 12:25)

Keinerlei Widerspruch von meiner Seite.

Ob aber angedachte Enteignungen, Verstaatlichungen oder „Kollektivierungen“ realistische Lösungen sind,
möchte ich -zumindest- bezweifeln.

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Vor Allem schafft Verstaatlichung keinen Quadratmeter neuen Wohnraum.
Es muss mehr gebaut werden - je mehr Wohnungen auf dem Markt sind, desto geringer ist die Konkurrenz um diese Wohnungen, je eher stabilisieren sich die Mieten.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Wähler » Sa 4. Mai 2019, 07:13

Misterfritz hat geschrieben:(03 May 2019, 22:37)
Vor Allem schafft Verstaatlichung keinen Quadratmeter neuen Wohnraum.
Es muss mehr gebaut werden - je mehr Wohnungen auf dem Markt sind, desto geringer ist die Konkurrenz um diese Wohnungen, je eher stabilisieren sich die Mieten.

In den Ballungsräumen entstehen zur Zeit aber eher Neubauwohnungen, die sich Medianverdiener gar nicht mehr leisten können. Auch beim Wohnungsbaugenossenschaftsbau braucht es Eigenkapital, welches das Medianvermögen bei mehrköpfigen Familien oft übersteigt. Hier braucht es Initiativen des Staates in Neubauaktionen kommunaler Wohnungsbaugenossenschaften. Das Thema Verstaatlichung oder Überführung von Altbeständen in Gemeinbesitz hört sich halt nur spektakulär an, ist aber wegen hoher Entschädigungsansprüche meistens unrealistisch. Kommunaler Neubau dürfte da wahrscheinlich langfristig sogar kostengünstiger sein.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon zollagent » Sa 4. Mai 2019, 09:13

Adam Smith hat geschrieben:(03 May 2019, 16:29)

Wenn es sich lohnt Wohnungen zu bauen, werden Wohnungen gebaut. Ansonsten würden die Menschen in den Städten mit mehr als 10 Millionen Einwohnern ja alle in Zelten leben. Die Wohnungsvermietungsgesellschaften gibt es ja hauptsächlich aus dem Grund, weil der Staat Wohnungen verkauft hat und wegen den ehemaligen vielen Werkwohnungen der Unternehmen.

Hier mal ein Beispiel für ein Wohnungsunternehmen.



https://de.wikipedia.org/wiki/Vonovia

"Lohnen" ist ein dehnbarer Begriff. Ich beobachte eher einen Trend zur Gewinnmaximierung. Und dieser Trend auf dem Wohnungsmarkt ist Gift für unsere Gesellschaft.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon zollagent » Sa 4. Mai 2019, 09:15

Skull hat geschrieben:(03 May 2019, 12:25)

Keinerlei Widerspruch von meiner Seite.

Ob aber angedachte Enteignungen, Verstaatlichungen oder „Kollektivierungen“ realistische Lösungen sind,
möchte ich -zumindest- bezweifeln.

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Gerne, nur, man muß es dann auch mal tun.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon sünnerklaas » Di 7. Mai 2019, 12:52

Wähler hat geschrieben:(04 May 2019, 07:13)

In den Ballungsräumen entstehen zur Zeit aber eher Neubauwohnungen, die sich Medianverdiener gar nicht mehr leisten können. Auch beim Wohnungsbaugenossenschaftsbau braucht es Eigenkapital, welches das Medianvermögen bei mehrköpfigen Familien oft übersteigt. Hier braucht es Initiativen des Staates in Neubauaktionen kommunaler Wohnungsbaugenossenschaften. Das Thema Verstaatlichung oder Überführung von Altbeständen in Gemeinbesitz hört sich halt nur spektakulär an, ist aber wegen hoher Entschädigungsansprüche meistens unrealistisch. Kommunaler Neubau dürfte da wahrscheinlich langfristig sogar kostengünstiger sein.


Für kommunalen Neubau fehlt es in der Regel an Flächen. Hinzu kommt, dass insbesondere bei Abgeordneten bürgerlicher Parteien gleich sämtliche Alarmsirenen losgehen, wenn es um "öffentliche Investitionen" geht. Da ist man getrieben von Angst vor Steuererhöhungen und Pleiten und Ärger mit den eigenen Wählern und Parteispendern. Man steht im "Wort".
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Teeernte » Di 7. Mai 2019, 13:23

Wähler hat geschrieben:(04 May 2019, 07:13)

In den Ballungsräumen entstehen zur Zeit aber eher Neubauwohnungen, die sich Medianverdiener gar nicht mehr leisten können. Auch beim Wohnungsbaugenossenschaftsbau braucht es Eigenkapital, welches das Medianvermögen bei mehrköpfigen Familien oft übersteigt. Hier braucht es Initiativen des Staates in Neubauaktionen kommunaler Wohnungsbaugenossenschaften. Das Thema Verstaatlichung oder Überführung von Altbeständen in Gemeinbesitz hört sich halt nur spektakulär an, ist aber wegen hoher Entschädigungsansprüche meistens unrealistisch. Kommunaler Neubau dürfte da wahrscheinlich langfristig sogar kostengünstiger sein.


Politik sollte noch mehr Wohnungen blockieren/alimentieren - mit Leuten die nicht vor Ort arbeiten......dann gibts NOCH WENIGER Wohnungen.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Papaloooo » Di 7. Mai 2019, 14:44

sünnerklaas hat geschrieben:(16 Apr 2019, 18:19)

Eigentlich können die Zinsen überhaupt nicht mehr steigen, weil im Fall steigender Zinsen praktisch niemand mehr seine Schulden zurückzahlen kann. Weder Privatleute, noch einfache Firmen, noch große Konzerne.

Das lass mal das Problem der Banken sein, die die Kredite gewährt haben.
Zudem haben sie es ja i.d.R. längerfristig getan.
Es kann also dem Schuldner selbst egal sein,
wie die Banken das finanzieren, wenn die Banken selbst mit dem (von ihnen geliehenen und weitergeliehenen) Geld nicht mehr so viel Gewinn haben, weil sie selbst bereits höhere Zinsen zahlen, als sie durch das verleihen einnehmen.

Es wirkt sich nur auf künftige Kredite aus.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon sünnerklaas » Di 7. Mai 2019, 15:35

Papaloooo hat geschrieben:(07 May 2019, 14:44)

Das lass mal das Problem der Banken sein, die die Kredite gewährt haben.
Zudem haben sie es ja i.d.R. längerfristig getan.
Es kann also dem Schuldner selbst egal sein,
wie die Banken das finanzieren, wenn die Banken selbst mit dem (von ihnen geliehenen und weitergeliehenen) Geld nicht mehr so viel Gewinn haben, weil sie selbst bereits höhere Zinsen zahlen, als sie durch das verleihen einnehmen.

Es wirkt sich nur auf künftige Kredite aus.


Der entscheidende Faktor bei der Subprime-Krise war, dass eine sehr große Zahl privater Kreditnehmer ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. Dadurch gerieten die Immobilienpreise unter Druck, die Gläubiger blieben auf einem sehr großen Teil der Forderungen sitzen. Und das hat sich dann zu einer Lawine ausgeweitet, weil sich die kreditgebenden Banken wiederum bei anderen Banken Geld geliehen hatten, um die Kredite auszuzahlen. Damit waren dann auf einem Mal auch andere Branchen betroffen - zum Beispiel das Kreditgeschäft zwischen Banken und Unternehmen. Unternehmen nutzen Kredite zur Zwischenfinanzierung - etwa wenn sie bei Aufträgen in Vorleistung gehen müssen. Das ist ein ganz normaler Routine-Prozess. Aber der hat auf einem Mal auch nicht mehr funktioniert.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon Papaloooo » Di 7. Mai 2019, 20:08

sünnerklaas hat geschrieben:(07 May 2019, 15:35)

Der entscheidende Faktor bei der Subprime-Krise war, dass eine sehr große Zahl privater Kreditnehmer ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. Dadurch gerieten die Immobilienpreise unter Druck, die Gläubiger blieben auf einem sehr großen Teil der Forderungen sitzen. Und das hat sich dann zu einer Lawine ausgeweitet, weil sich die kreditgebenden Banken wiederum bei anderen Banken Geld geliehen hatten, um die Kredite auszuzahlen. Damit waren dann auf einem Mal auch andere Branchen betroffen - zum Beispiel das Kreditgeschäft zwischen Banken und Unternehmen. Unternehmen nutzen Kredite zur Zwischenfinanzierung - etwa wenn sie bei Aufträgen in Vorleistung gehen müssen. Das ist ein ganz normaler Routine-Prozess. Aber der hat auf einem Mal auch nicht mehr funktioniert.

Das wesentliche Problem bei den Lehmanns Brothers war ja, dass sich diese weit über ihren Wert verkauft hatten. Sie hatten sich absolut verzockt, und das war eigentlich jedem der das wirklich ein Blick in die Sache hatte klar.
Am Ende hatten sie dann versucht, alles, bevor es auffliegt, noch möglichst schnell zu verkaufen, um den eigenen Verlust an andere weiterzugeben.

Immer noch zocken Banken meist nur mit einen Bruchteil an Kapitaldeckung der Summen, die sie einsetzen.

Laut Finanzaufsichtsbehörde gilt z.b. die Deutsche Bank als Risiko für den Finanzmarkt. Siehe:

https://www.zeit.de/wirtschaft/unterneh ... ank-gefahr

Zwar müssen die Banken inzwischen höhere Rücklagen haben für Notfallrettungen, aber eine Kapitaldeckung von jeweils 100% auf Zockereien ist immer noch leider eine Utopie.

Ich bin ja generell nicht für Verstaatlichungen, wenn jedoch die Steuerzahler einer Bank zur Rettung kommen müssen, dann sollte ihnen auch danach diese Bank gehören!
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon jack000 » Mi 8. Mai 2019, 10:23

Man kann ja bei der SPD anfangen deren immobilien zu enteignen:
SIE IST DIE REICHSTE PARTEI

Muss sich die SPD selbst enteignen?

Enteignen! Kollektivieren! Kapitalismus? Überwinden!

Seit knapp einer Woche diskutiert Deutschland über Juso-Chef Kevin Kühnert (29) und dessen Sozialismus- und Enteignungs-Ideen.

Doch bei genauer Betrachtung ist Kombinat-Direktor Kühnert auch nur ein aufmüpfiger Spross aus gutem Haus – aus verdammt gutem! Denn: Kühnerts Partei ist die reichste im ganzen Land – ein ganz großer Kapitalist...

►... mit 202 Millionen Euro Parteivermögen (CDU/CSU: 195 Mio.; Linke: 31,29 Mio.; Grüne: 41 Mio.; FDP besitzt 7,2 Mio.; AfD: 11 Mio.).

►... mit Regional- und Lokalzeitungen, Radiostationen, Marketing- und Werbefirmen bundesweit – allein die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft DDVG (100% SPD) verfügt über 60,5 Mio. Euro Eigenkapital.

►...mit 106 Mio. Euro SPD-eigenem Haus- und Grundbesitz in der Bilanz (Union: 67 Mio.; Linke: 4,8 Mio.; Grüne: 14 Mio.; FDP: 3,4 Mio.; AfD: 0).

https://www.bild.de/politik/inland/poli ... y71N7yI0xg
DU30
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon sünnerklaas » Do 9. Mai 2019, 18:22

Papaloooo hat geschrieben:(07 May 2019, 20:08)

Das wesentliche Problem bei den Lehmanns Brothers war ja, dass sich diese weit über ihren Wert verkauft hatten. Sie hatten sich absolut verzockt, und das war eigentlich jedem der das wirklich ein Blick in die Sache hatte klar.
Am Ende hatten sie dann versucht, alles, bevor es auffliegt, noch möglichst schnell zu verkaufen, um den eigenen Verlust an andere weiterzugeben.


Jeder weiß, dass der Immobilienmarkt zyklisch verläuft... Er ist eng verwandt mit dem Schweinezyklus.
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Re: Wohnungsnot - Sind Enteignungen eine Lösung?

Beitragvon zollagent » Sa 11. Mai 2019, 09:43

jack000 hat geschrieben:(08 May 2019, 10:23)

Man kann ja bei der SPD anfangen deren immobilien zu enteignen:

https://www.bild.de/politik/inland/poli ... y71N7yI0xg

Allein die Tatsache, daß jemand etwas hat, ist KEIN Grund für eine denkbare Enteignung. Ein Mißbrauch des Eigentums ist bei der SPD wo zu sehen? Bei BMW z.B. könnte man es an der Betrugsaffäre festmachen. Auch bei Wohnungsbaugesellschaften, die als Ziel haben, die angestammte Mieterschaft loszuwerden, um finanziell potentere Mieter zu bekommen oder gar aus den bisherigen Mietwohnungen teure Eigentumswohnungen machen wollen, mit dem Ziel der Gewinnmaximierung, wäre solch ein Mißbrauch feststellbar. Reiner Besitzneid ist KEIN Argument.
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