Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

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Kölner1302
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Kölner1302 » Fr 26. Apr 2019, 21:33

Kölner1302 hat geschrieben:(26 Apr 2019, 21:17)

1.5 Billionen in 30 Jahren sind 50 Milliarden jährlich, 4 Milliarden mtl. Für 710.000 Pensionäre. Im Durchschnitt fast 6.000 € mtl. / Pensionär. Wers glaubt...
Die Masse der Büroarbeiter hat A10 oder A11... 3.000 - 4.000 € brutto in der aktiven Zeit. 70 % davon sind brutto 2.000 - 2.800 € brutto mtl. als Pensionär nach 40 Dienstjahren. Davon müssen mtl. ca. 500 € Krankenversicherung und Steuern bezahlt werden. Und die haben heute alle schon mindestens einen Hochschulabshluss.

Das reicht auch im Alter zum Leben.

In vielen Fällen reicht die gesetzliche Rente dagegen leider nicht zum Leben.
Aber warum wollen Sie denn das Leben der Beamten nun auch noch verschlechtern? Hilft DAS irgendeinem Rentner?

Stattdessen müsste man doch dafür kämpfen, auch die gesetzliche Rente wieder auf ein höheres Niveau zu bringen.


Ich denke in Deutschland ist genug Masse vorhanden, dass alle Alten angemessen leben dürfen. Wo sonst, wenn nicht hier?
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Julian
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Julian » Fr 26. Apr 2019, 21:47

McKnee hat geschrieben:(26 Apr 2019, 19:06)

Dann ich bin mit einer ernsthaften Diskussion durch. Du willst oder kannst die Rahmenbedingungen nicht verstehen. Sorry, wer sich so einer Diskussion verweigert, kann nicht erwarten, dass man mit ihm disktutiert.


Wenn Sie sich mit mir nicht auf eine vernünftige Art und Weise austauschen können oder wollen, dann lassen Sie es eben bleiben. Sie dürfen nur nicht erwarten, dass hier noch irgend jemand versteht, was Sie denn jetzt schon wieder getriggert hat.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon McKnee » Fr 26. Apr 2019, 22:09

Julian hat geschrieben:(26 Apr 2019, 21:47)

Wenn Sie sich mit mir nicht auf eine vernünftige Art und Weise austauschen können oder wollen, dann lassen Sie es eben bleiben. Sie dürfen nur nicht erwarten, dass hier noch irgend jemand versteht, was Sie denn jetzt schon wieder getriggert hat.


Hältst du Ignoranz für vernünftig?

Ich weise dich auf einen notwendigen Fakt hin und du erklärst, dass er dir egal ist. Wir lassen das an dieser Stelle einfach, bevor du noch weiter auf eine persönliche Ebene gehen musst, um dich zu rechtfertigen. Mir geht es schlichtweg darum, dass ich meine Zeit nicht verplemper und das ist bei dieser beispiellosen Ignoranz nun mal der Fall.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Wähler » Sa 27. Apr 2019, 06:41

Wähler hat geschrieben:(26 Apr 2019, 18:24)
Zeit 3. April 2014 Vergessene Reform - Mit der Rente müssten die Pensionen auf den Prüfstand
https://www.zeit.de/2014/15/rentenrefor ... ettansicht
"So ist nicht zu erklären, warum die Rentenreform der Regierung Schröder nie auf Beamte übertragen wurde. Für Rentner wird das Versorgungsniveau dank der rot-grünen Reform mittelfristig auf 43 Prozent der Bruttolöhne sinken. Für Beamte bleibt es bei 72 Prozent ihres letzten Einkommens vor der Pensionierung."
Eine Schieflage lässt sich nicht von der Hand weisen.

Kölner1302 hat geschrieben:(26 Apr 2019, 20:42)
Denn die Beamten haben unter der Voraussetzung, dass sie eine gute Alterssicherung erhalten, auf Tariflöhne bzw. auf marktübliche Honorierung teilweise verzichtet. Die meisten Beamten haben eine Hochschulausbildung, und viele nicht nur eine. Dafür werden sie relativ durchschnittlich bezahlt. Als Freiberufler würden sie erheblich mehr verdienen.
Wenn Sie bei den Pensionen sparen wollen, müssen Sie die Regeln für die neu einzustellenden Beamten ändern.
Ich bin gespannt, wie viele höher qualifizierte unter diesen neuen Umständen dann noch für Stellen im öffentlichen Dienst bewerben.
Schon jetzt sind viele tausend Stellen unbesetzt, weil man geeignete Bewerber nicht findet.

Der Vergleich zum Freiberufler hinkt, weil Beamte unkündbar sind und daher kein Risiko für ihren Arbeitsplatz tragen.
Beamte haben in der Regel die gleiche Tariferhöhung wie Angestellte im Öffentlichen Dienst erhalten. Auch Beamten würde es helfen, wenn sie vor allem in der Zeit der Familienbildung mehr Geld für ihre Arbeit bekämen, als am Ende des Lebens 70% des letzten Gehaltes.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon McKnee » Sa 27. Apr 2019, 08:00

Wähler hat geschrieben:(27 Apr 2019, 06:41)

Der Vergleich zum Freiberufler hinkt, weil Beamte unkündbar sind und daher kein Risiko für ihren Arbeitsplatz tragen.


Du hast grundsätzlich recht, bis auf die Unkündbarkeit von Beamten. Sie sind natürlich kündbar, wenn nur aufgrund ihrer Verfehlungen und nicht aus wirtschaftlichen Gründen.

Beamte haben in der Regel die gleiche Tariferhöhung wie Angestellte im Öffentlichen Dienst erhalten.


Stimmt, in der Regel allerdings mit Abschlägen und sei es nur die spätere Umetzung. In der Vergangenheit kam auch schon mal ne Nullrunde vor.

Auch Beamten würde es helfen, wenn sie vor allem in der Zeit der Familienbildung mehr Geld für ihre Arbeit bekämen, als am Ende des Lebens 70% des letzten Gehaltes.


Das bekommen sie ja. Genau das ist ja Bestandteil des Alimentationsprinzips, was von Gegnern als unangemessene Zulage betrachtet und kommuniziert wird.

Es wurde hier aber schon angesprochen. Wenn man ein Feindbild bedienen will, wird man es immer mit denen vergleichen, denen es schlecht geht. Es geht aber nicht allen Rentnern schlecht.

Wie oft im Leben hat jede Medaille zwei Seiten. Hinzu kommt, was für den einen von außen positiv erscheint, kann für den "Betroffenen" auch negativ sein.

Die Kostenrechnerei findet meist unter falschen Voraussetzungen statt. Man kann alles nachrechnen. Offener als bei Beamten liegen die Gehälter wohl bei niemandem.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Wähler » Sa 27. Apr 2019, 09:07

Wähler hat geschrieben:(27 Apr 2019, 06:41)
Der Vergleich zum Freiberufler hinkt, weil Beamte unkündbar sind und daher kein Risiko für ihren Arbeitsplatz tragen.
Beamte haben in der Regel die gleiche Tariferhöhung wie Angestellte im Öffentlichen Dienst erhalten. Auch Beamten würde es helfen, wenn sie vor allem in der Zeit der Familienbildung mehr Geld für ihre Arbeit bekämen, als am Ende des Lebens 70% des letzten Gehaltes.

McKnee hat geschrieben:(27 Apr 2019, 08:00)
Du hast grundsätzlich recht, bis auf die Unkündbarkeit von Beamten. Sie sind natürlich kündbar, wenn nur aufgrund ihrer Verfehlungen und nicht aus wirtschaftlichen Gründen.
Stimmt, in der Regel allerdings mit Abschlägen und sei es nur die spätere Umetzung. In der Vergangenheit kam auch schon mal ne Nullrunde vor.
Das bekommen sie ja. Genau das ist ja Bestandteil des Alimentationsprinzips, was von Gegnern als unangemessene Zulage betrachtet und kommuniziert wird.
Es wurde hier aber schon angesprochen. Wenn man ein Feindbild bedienen will, wird man es immer mit denen vergleichen, denen es schlecht geht. Es geht aber nicht allen Rentnern schlecht.
Wie oft im Leben hat jede Medaille zwei Seiten. Hinzu kommt, was für den einen von außen positiv erscheint, kann für den "Betroffenen" auch negativ sein.
Die Kostenrechnerei findet meist unter falschen Voraussetzungen statt. Man kann alles nachrechnen. Offener als bei Beamten liegen die Gehälter wohl bei niemandem.

Da die Schuldenbremse auch für die Bundesländer gilt, rückt der Zeitpunkt des Handelns näher. Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Beamten sinken wird und neue Beamte zu schlechteren Konditionen eingestellt werden. In der freien Wirtschaft geschieht das bereits seit langer Zeit durch die Tarifflucht der Arbeitgeber in wirschaftlich schwächeren Branchen und Regionen.
Dass Beamte 70% ihres letzten Gehaltes als Pension bekommen, während Angestellte oder Arbeiter nur 43% ihres Durchschnittsgehaltes als Rente bekommen, finde ich nicht fair. Zumindestens Beamten des höheren Dienstes ist ein angemessener Beitrag zur Konsolidierung der Staatsfinanzen und Sozialversicherungssysteme zumutbar.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon McKnee » Sa 27. Apr 2019, 09:40

Wir können doch mal durchspielen, was manch einer so gerne hätte und passen die Pensionen der Beamten an. Es werden also die Beiträge zur RV nachgezahlt. Ich ignoriere mal den AN-Anteil dazu und deren Nachforderung, weil damit ein Großteil der Beamten in die Privatinsolvenz geschickt würden. Ungeachtet der Tatsache, dass der Beamte ja "fiktiv" seinen Anteil zur RV abführt, was ja gerne vergessen bzw. ignoriert wird.

Die Berechnung hier ist aber eine reale, die auch dann erfolgt, wenn ein Beamter aus dem Dienst ausscheidet bzw. entlassen wird.

Vergleiche ich einen Arbeitnehmer aus der freien Wirtschaft mit dem Beamten, dann muss dessen Brutto ca. 75% über dem des Beamten liegen, um ein vergleichbares Netto zu erhalten. Hier noch mal der Hinweis, diese Mehrkosten kämen grundsätzlich auf den Staat zu, wenn man nicht eine umfassende Enteignung der Beamten durchführen würde.

Ungeachtet von Betriebsrenten & Co liegt die Pension des Beamten deutlich über der Rente des Angestellten.

Würde man nun, wie es ja vorgesehen ist, die RV-Beiträge nachzahlen, dann geschieht dies auf der Grundlage des realen Brutto. Dies ist bei Beamten durch die real nicht beinhalteten Anteile der Sozialversicherung niedriger, als bei Angestellten mit vergleichbarem Netto.

Dieses Verfahren führt zu einer massiven Ungerechtigkeit, die gerade noch hinnehmbar ist, wenn der Beamte durch eigenes Verschulden aus dem Dienst ausscheidet.

Würde ich mich jetzt nachversichern müssen, würde mein Ruhegehalt ca. 32% unter dem eines Angestellten mit vergleichbarem Netto-Einkommen liegen. So zumindest der Überschlag mit einem Online-Rechner.

Das würde gleichzeitig bedeuten, dass mein Ruhegehalt ca. 5% unter dem aktuellen Existenzminimum liegen würde.

Wenn das Anreiz und Wertschätzung für über 40 Jahre geleistete Arbeit und Hinnahme besonderer Pflichten sein soll, sehe ich nicht nur für die Zukunft schwarz. Es scheint zumindest das zu sein, was einige hier anstreben.

Wer am falschen Ende spart, zahlt mindestens doppelt.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon McKnee » Sa 27. Apr 2019, 09:58

Wähler hat geschrieben:(27 Apr 2019, 09:07)

Da die Schuldenbremse auch für die Bundesländer gilt, rückt der Zeitpunkt des Handelns näher. Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Beamten sinken wird und neue Beamte zu schlechteren Konditionen eingestellt werden.


Es wird sich zeigen, wie sich das umsetzt und wie sich danach bestimmte Bereiche des öD entwickeln. Ich sehe da heute bereits Probleme, die sich dann potenzieren könnten.

In der freien Wirtschaft geschieht das bereits seit langer Zeit durch die Tarifflucht der Arbeitgeber in wirschaftlich schwächeren Branchen und Regionen.


UNd das geschieht flächendeckend? Dann müssten eingige Regionen frei von Wirtschaft und Branchen frei von Arbeit sein. Ich nehme gerade eine Diskussion wahr, in der vor allem im Handwerk über massive Lohnsteigerungen nachgedacht wird.
Gleichzeitig spricht die Statistik von einem kontinuierlich steigendem Bruttolohn.

https://de.statista.com/statistik/daten ... seit-1960/

Dass Beamte 70% ihres letzten Gehaltes als Pension bekommen, während Angestellte oder Arbeiter nur 43% ihres Durchschnittsgehaltes als Rente bekommen, finde ich nicht fair. Zumindestens Beamten des höheren Dienstes ist ein angemessener Beitrag zur Konsolidierung der Staatsfinanzen und Sozialversicherungssysteme zumutbar.


Ich sag es mal provokant. Damit muss man leben. Es gibt immer jene, die sind besser gestellt und jene, die sind schlechter gestellt. Ich würde mich an beiden orientieren. Manch einer beschränkt sich da auf eine opportune Sichtweise.

Wie sieht es denn mit den Renten insgesamt aus? Sind es tatsächlich nur 43% und wie sieht es mit den Betriebsrenten & Co aus? Ich stelle mir die Frage, ob diese Berechnungen 70% hier und 43% da überhaupt so plakativ vergleichbar sind.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon McKnee » Sa 27. Apr 2019, 10:03

Nur ein paar Highlights zu ein paar Behauptungen, die hier bereits aufgestellt wurden

Thema Personalentwicklung und Ausgaben im öD. Diese sinken anch Angaben des DBB kontinuierlich.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland beim Anteil der Arbeitnehmerentgelte im öD im unteren Bereich.

https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/2016/zdf_2016.pdf

In NRW geht es seit wenigen Jahren wieer aufwärts. Dort wurde weit über 10 Jahre massiver Abbau am Realeinkommen der Beamten betrieben. Während andere Branchen Zuwächse hatten. Aber das wird nur zu gerne vergessen.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Misterfritz » Sa 27. Apr 2019, 10:31

Wähler hat geschrieben:(27 Apr 2019, 09:07)Dass Beamte 70% ihres letzten Gehaltes als Pension bekommen, während Angestellte oder Arbeiter nur 43% ihres Durchschnittsgehaltes als Rente bekommen, finde ich nicht fair. Zumindestens Beamten des höheren Dienstes ist ein angemessener Beitrag zur Konsolidierung der Staatsfinanzen und Sozialversicherungssysteme zumutbar.
Das ist die eigentliche Ungerechtigkeit. Beim Durchschnittsgehalt zählen ja auch z.B. Ausbildungsjahre dazu.
Und da Beamte keine Gefahr laufen, dass ihre Arbeitszeiten durch Arbeitslosigkeit unterbrochen werden könnten und sich damit der Rentenanwartschaften verringern, sind 70% des letzten Gehaltes einfach eine Frechheit - zumal Beamte auch mal gerne kurz vor der Pension befördert werden.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Kölner1302 » Sa 27. Apr 2019, 10:39

Wähler hat geschrieben:(27 Apr 2019, 06:41)

Der Vergleich zum Freiberufler hinkt, weil Beamte unkündbar sind und daher kein Risiko für ihren Arbeitsplatz tragen.
Beamte haben in der Regel die gleiche Tariferhöhung wie Angestellte im Öffentlichen Dienst erhalten. Auch Beamten würde es helfen, wenn sie vor allem in der Zeit der Familienbildung mehr Geld für ihre Arbeit bekämen, als am Ende des Lebens 70% des letzten Gehaltes.


Nein, seit ca. 10 - 20 Jahren werden die Tariferhöhungen der Angestellten des öffentlichen Dienstes nicht mehr automatisch in die Besoldungstabelle übernommen. Und wenn, dann in der Regel erst 6 Monate später.

Auch Angestellte des öffentlichen Dienstes sind nur kündbar, wenn sie silberne Löffel klauen (verhaltensbedingt) oder der Betrieb pleite macht (betriebsbedingt). Und wer hat schon mal gehört, dass eine Stadt- oder Landesverwaltung pleite ist und deswegen Angestellte entlassen muss? Hier müsste ein Sozialplan beachtet und geprüft werden, ob der Angestellte noch an anderer Stelle beschäftigt werden kann. Im Krankheitsfall erhalten sie Lohnfortzahlung, dann Krankengeld und danach bei Erwerbsunfähigkeit Rente. Alles ziemlich ähnlich wie bei Beamten: Beamte können verhaltensbedingt entlassen werden (disziplinarisch), der Betrieb macht sowieso nicht pleite und im krankheitsfall wird nach 6 Monaten geprüft, ob der Beamte wegen der Erkrankung in den vorzeitigen Ruhestand geschickt werden musss, und dann wiederum erhält auch der Beamte nur Leistungen knapp oberhalb der Sozialhilfegrenze, allerdings vom Dienstherrn.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alana4 » Sa 27. Apr 2019, 10:52

Es kursiert mächtig viel Halbwissen oder gar Nichtwissen über die angeblichen Übervorteilungen von Beamten.

An anderen Stellen wird doch immer betont, in diesem Lande herrsche Chancengleichheit.
Gibt es also welche, die sich über die an Irrsinn grenzenden Einkommen diverser "Eliten" aufregen, wird denen ganz schnell entgegnet: die sind eben gut, die sind eben clever, kann ja schließlich jeder werden. Und wer nur Verkäufer, Busfahrer oder Klempner geworden ist, ist ja selbst schuld. Nun, dann eben auch: kann doch schließlich jeder in den Staats- oder Landesdienst gehen, der gerne Beamter sein möchte.

Aber: da das Leben nun einmal kein Ponyhof ist und halt doch nicht jeder werden kann oder sein kann oder haben kann, was er gern hätte, bleibt es eben aller behaupteten Chancengleichheit zum Trotze bei echten oder eingebildeten Ungerechtigkeiten. So ist das eben. Heute nicht anders als anno dunnemals und hier nicht anders als anderswo.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Misterfritz » Sa 27. Apr 2019, 10:55

Alana4 hat geschrieben:(27 Apr 2019, 10:52)

Es kursiert mächtig viel Halbwissen oder gar Nichtwissen über die angeblichen Übervorteilungen von Beamten.

An anderen Stellen wird doch immer betont, in diesem Lande herrsche Chancengleichheit.
Gibt es also welche, die sich über die an Irrsinn grenzenden Einkommen diverser "Eliten" aufregen, wird denen ganz schnell entgegnet: die sind eben gut, die sind eben clever, kann ja schließlich jeder werden. Und wer nur Verkäufer, Busfahrer oder Klempner geworden ist, ist ja selbst schuld. Nun, dann eben auch: kann doch schließlich jeder in den Staats- oder Landesdienst gehen, der gerne Beamter sein möchte.

Aber: da das Leben nun einmal kein Ponyhof ist und halt doch nicht jeder werden kann oder sein kann oder haben kann, was er gern hätte, bleibt es eben aller behaupteten Chancengleichheit zum Trotze bei echten oder eingebildeten Ungerechtigkeiten. So ist das eben. Heute nicht anders als anno dunnemals und hier nicht anders als anderswo.

Das hier viewtopic.php?p=4454650#p4454650 ist aber schon eine grosse Ungerechtigkeit, die völlig unabhängig von Berufswahl, nicht sein dürfte.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Kölner1302 » Sa 27. Apr 2019, 11:34

Misterfritz hat geschrieben:(27 Apr 2019, 10:55)

Das hier viewtopic.php?p=4454650#p4454650 ist aber schon eine grosse Ungerechtigkeit, die völlig unabhängig von Berufswahl, nicht sein dürfte.


Hier bestätigt sich wieder einmal mein Eindruck:
Deutschland ist eine Neidgesellschaft.

Statt sich damit zu beschäftigen, die eigene Situation zu verbessern, beschäftigt man sich lieber damit, die Situation des Nachbarn zu verschlechtern.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alana4 » Sa 27. Apr 2019, 11:40

Ist es nicht. Denn es ist Entscheidung des Arbeitgebers, wie er seine Leute jetzt und nach Ausscheiden aus dem aktiven Dienst zu entlohnen gedenkt.
Ist dem AG die jahrzehntelange loyale Arbeit seines AN wichtig und gibt er deshalb auch das Versprechen auf die Altersversorgung, dann ist das 1. nicht verwerflich und 2. als gegebenes Versprechen zu halten.

Gibt andere Arbeitgeber, die das ebenso tun für ihre langgedienten Mitarbeiter.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Misterfritz » Sa 27. Apr 2019, 11:46

Es macht für mich aber einen Unterschied, ob ich 43% des Durchschnittsverdienstes meines ganzen Arbeitslebens bekomme, oder aber 70% meines letzten Gehaltes, das ich evtl. dann auch nur für ein Jahr bekommen habe.
Und wenn man bedenkt, dass der Beamte selbst keine Beiträge zur RV zahlt ...

Es wäre Zeit, genau diese Ungerechtigkeiten zu ändern. Die Unkündbarkeit von Beamten dürfte eigentlich Absicherung genug sein.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alana4 » Sa 27. Apr 2019, 11:53

Misterfritz hat geschrieben:(27 Apr 2019, 11:46)

Es macht für mich aber einen Unterschied, ob ich 43% des Durchschnittsverdienstes meines ganzen Arbeitslebens bekomme, oder aber 70% meines letzten Gehaltes, das ich evtl. dann auch nur für ein Jahr bekommen habe.
Und wenn man bedenkt, dass der Beamte selbst keine Beiträge zur RV zahlt ...

Es wäre Zeit, genau diese Ungerechtigkeiten zu ändern. Die Unkündbarkeit von Beamten dürfte eigentlich Absicherung genug sein.


Halbwissen und Nichtwissen. Und beides zusammen ist dann........?
Weil diese deine komischen Prozentzahlen so nicht miteinander vergleichbar sind. Wurde dir hier schon tausendfach erklärt, wird von dir konsequent ignoriert. Oder schlicht nicht verstanden, das kann man dir dann freilich nicht zum Vorwurf machen.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Sa 27. Apr 2019, 11:54

Misterfritz hat geschrieben:(27 Apr 2019, 10:55)

Das hier viewtopic.php?p=4454650#p4454650 ist aber schon eine grosse Ungerechtigkeit, die völlig unabhängig von Berufswahl, nicht sein dürfte.


Auch das ist keine Ungerechtigkeit, sondern Bestandteil des Gesamtpakets. Dafür hat man halt schlechtere Entwicklungsmöglichkeiten, geringere Aufstiegsmöglichkeiten und ein geringeres Gehalt in der aktiven Zeit im Vergleich.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Misterfritz » Sa 27. Apr 2019, 12:05

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(27 Apr 2019, 11:54)

Auch das ist keine Ungerechtigkeit, sondern Bestandteil des Gesamtpakets. Dafür hat man halt schlechtere Entwicklungsmöglichkeiten, geringere Aufstiegsmöglichkeiten und ein geringeres Gehalt in der aktiven Zeit im Vergleich.
Du redest von Brutto-Gehalt? Das mag sein, aber netto hat man als Angestellter dann eben doch nicht sooo wesentlich mehr, dass da eine erheblich geringere Rentenzahlung rechtfertigen wäre.
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Re: Angestellte, wehrt Euch endlich gegen das Beamtentum

Beitragvon Alana4 » Sa 27. Apr 2019, 12:15

Misterfritz hat geschrieben:(27 Apr 2019, 12:05)

Du redest von Brutto-Gehalt? Das mag sein, aber netto hat man als Angestellter dann eben doch nicht sooo wesentlich mehr, dass da eine erheblich geringere Rentenzahlung rechtfertigen wäre.


Man kann weder "Brutto" miteinander vergleichen noch das "Netto". Denn es IST nicht vergleichbar, wenn wesentliche Unterscheidungsmerkmale völlig ignoriert werden. Und das tust du.
Dein simples Gegenüberstellen der "48% hier und 70% da" ist komplett falsch. Nicht nur ungenau oder fragwürdig, nee: richtig Humbug.
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