HartzIV - Sammelstrang

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

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Lamasshu
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Lamasshu » Do 18. Apr 2019, 21:23

jack000 hat geschrieben:(18 Apr 2019, 18:27)

Doch, es bringt etwas da i.d.R. nie eine direkte Konkurenz zum 1. Arbeitsmarkt vorliegt und es nun mal Leute gibt, die auf Grund ihrer aktuellen Biographie keine Chance auf dem 1. Arbeitsmarkt bekommen, selbst wenn die für 50 Cent/Std. arbeiten würden.
=> Da liegen nun mal so Dinge wie eine Drogensucht, Knast, sehr lange Arbeitslosenzeiten, etc... vor.
=> Natürlich sind solche Einrichtungen nicht das Allheilmittel, aber die können durchaus Erfolge vorzeigen
=> Ich habe als Zivi in so einer Einrichtung gearbeitet, kann also von der Praxis berichten


Ich sehe das ähnlich. Ich würde es mal in drei Gruppen differenzieren:
- Menschen die nur temporär eine schwierige Phase durchleben, wie Scheidung, längerer Krankenhausaufenthalt, Burnout, usw. Denen kann man in der Regel sehr gut helfen. Der Arbeitsalltag lässt sich gut simulieren und die Menschen werden wieder aufgepäppelt und gleichzeitig schrittweise wieder an ein normales Arbeitsleben herangeführt.
- Menschen mit psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen, wie Autismus, Borderline, Behinderungen, usw. Hier wird es schwieriger und es kommt meiner Meinung nach stark auf den Einzelfall an. Eine Wiedereingliederung ist zwar prinzipiell möglich, aber es bedarf einigem Wohlwollen seitens des Arbeitgebers, wie ein speziell ausgestatteter Arbeitsplatz oder ein besonderes Arbeitsumfeld. Dazu ist nicht jeder Arbeitgeber bereit.
- Menschen mit Knasterfahrung, Drogensucht, etc. Hier wirds ganz schwierig. Meist stecken die Leute schon so tief im Sumpf, dass es fast unmöglich ist, die Leute da herauszuholen und wieder ein normales Leben zu führen. Die Prognose ist hier eher düster.
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Misterfritz
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Misterfritz » Do 18. Apr 2019, 21:56

lili hat geschrieben:(18 Apr 2019, 18:55)

Das einzige Argument wäre das OPNV-Ticket, aber ansonsten. Inwiefern gibt es dir höhere Chancen auf dem 1.Arbeitsmarkt, es kann ja sein dass du nicht mehr dort rauskommt. Da wäre es doch besser Zuhause zu sitzen.
Es geht ja über die materiellen Zuwendungen hinaus.
Sehr oft geht es gerade darum, dass diese Menschen erstmal wieder regelmässig arbeiten, was für viele schon ein Gewinn ist (soziale Kontakte, mehr Selbstbewusstsein, etc.). Wer z.B. nach längerer Arbeitslosigkeit mal wieder ein Jahr am Stück gearbeitet hat, hat bessere Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » Do 18. Apr 2019, 22:40

Misterfritz hat geschrieben:(18 Apr 2019, 21:56)

Es geht ja über die materiellen Zuwendungen hinaus.
Sehr oft geht es gerade darum, dass diese Menschen erstmal wieder regelmässig arbeiten, was für viele schon ein Gewinn ist (soziale Kontakte, mehr Selbstbewusstsein, etc.). Wer z.B. nach längerer Arbeitslosigkeit mal wieder ein Jahr am Stück gearbeitet hat, hat bessere Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt.


Zum Thema Selbstbewusstsein und soziale Kontakte...Wenn man ständig gefragt wird...und hast du eine Arbeit gefunden? Wie sieht es jetzt bei dir aus? Natürlich hat die Person irgendwann kein Selbstbewusstsein. Das sind die aktuellen Maßstäbe der Gesellschaft. An sich ist es traurig sein Selbstwert anhand seiner Leistung festzumachen. Dadurch fallen auch die sozialen Kontake weg. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der zweite Arbeitsmarkt das vermitteln soll. Schon gar nicht, weil es bereits ein ersten Arbeitsmarkt gibt. Da wird man doch abgestempelt als Mensch zweiter Klasse.

Der Mensch möchte tätig werden, es muss aber nicht zwangsläufig die Erwerbsarbeit sein. Aufgrund der digitalen Entwicklung müssen wir sowieso unsere aktuelle Arbeitswelt hinterfragen.
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Alpha Centauri » Do 18. Apr 2019, 23:55

lili hat geschrieben:(18 Apr 2019, 22:40)

Zum Thema Selbstbewusstsein und soziale Kontakte...Wenn man ständig gefragt wird...und hast du eine Arbeit gefunden? Wie sieht es jetzt bei dir aus? Natürlich hat die Person irgendwann kein Selbstbewusstsein. Das sind die aktuellen Maßstäbe der Gesellschaft. An sich ist es traurig sein Selbstwert anhand seiner Leistung festzumachen. Dadurch fallen auch die sozialen Kontake weg. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der zweite Arbeitsmarkt das vermitteln soll. Schon gar nicht, weil es bereits ein ersten Arbeitsmarkt gibt. Da wird man doch abgestempelt als Mensch zweiter Klasse.

Der Mensch möchte tätig werden, es muss aber nicht zwangsläufig die Erwerbsarbeit sein. Aufgrund der digitalen Entwicklung müssen wir sowieso unsere aktuelle Arbeitswelt hinterfragen.


So sehe ich dass auch ,Arbeit und Erwerbsarbeit muss man getrennt betrachten, was du ansprichst ist eine gesellschaftliche Frage ,wenn sich Menschen sich nun mal in einer Leistungsgesellschaft nur über ihrer Arbeit bzw. ihren Beruf definieren ( als wer dass dass Einizige was Menschsein und das Leben ganz allgemein ausmacht) ich persönliche finde solche Zeitgenosse mit dieser Einstellung als Kleingeister und ziemlich erbärmlich, übrigens nicht nur Arbeitslosigkeit sonder auch Arbeit kann krank machen ( wie etliche Studien von Krankenkassen belegen
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am Do 18. Apr 2019, 23:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » Do 18. Apr 2019, 23:57

Alpha Centauri hat geschrieben:(18 Apr 2019, 23:55)

So sehe ich dass auch ,Arbeit und Erwerbsarbeit muss man getrennt betrachten, was du ansprichst ist d ein gesellschaftliche Frage wenn sich Menschen sich nun mal in einer Leistungsgesellschaft nur über ihrer Arbeit bzw. ihren Beruf definieren ( als wer dass dass Einizige was Menschsein und das Leben ganz allgemein ausmacht) ich persönliche finde solche Zeitgenosse mit dieser Einstellung als Kleingeister und ziemlich erbärmlich, übrigens nicht nur Arbeitslosigkeit sonder auch Arbeit kann krank machen ( wie etliche Studien von Krankenkassen belegen


Volle Zustimmung :thumbup:
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Re: HartzIV

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 19. Apr 2019, 00:04

lili hat geschrieben:(18 Apr 2019, 18:24)

Es gibt aber auch Maßnahmen die selbst so etwas nicht hervorbringen. Das ist mehr Beschäftigungstherapie, da bekommen nur die Veranstalter Geld (und das nicht wenig)


Ein Bekannter von mir hat in einen Jobcenter gearbeitet als Vermittler und selbst der sagt diese sogenannten Maßnahmen sind meist völlig unsinnige Beschäftigungstherapien ( vielleicht zur Aufhübschung von Arbeitslosenzahlen geeignet) zu mehr aber auch nicht.
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Re: HartzIV

Beitragvon lili » Fr 19. Apr 2019, 00:17

Alpha Centauri hat geschrieben:(19 Apr 2019, 00:04)

Ein Bekannter von mir hat in einen Jobcenter gearbeitet als Vermittler und selbst der sagt diese sogenannten Maßnahmen sind meist völlig unsinnige Beschäftigungstherapien ( vielleicht zur Aufhübschung von Arbeitslosenzahlen geeignet) zu mehr aber auch nicht.


Das ist auch so.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon zollagent » Fr 19. Apr 2019, 09:01

Misterfritz hat geschrieben:(18 Apr 2019, 21:56)

Es geht ja über die materiellen Zuwendungen hinaus.
Sehr oft geht es gerade darum, dass diese Menschen erstmal wieder regelmässig arbeiten, was für viele schon ein Gewinn ist (soziale Kontakte, mehr Selbstbewusstsein, etc.). Wer z.B. nach längerer Arbeitslosigkeit mal wieder ein Jahr am Stück gearbeitet hat, hat bessere Chancen auf dem 1. Arbeitsmarkt.

Das verspricht man sich. Leider ist gerade die Zeit des Leistungsbezugs ein K.O.-Kriterium. Das kann ich dir aufgrund meiner Erfahrungen im Personalbereich sagen. Es gibt natürlich Menschen, die sozial verwahrlosen. Die wirst du mit den Arbeiten, die ihnen angeboten werden, aber nicht erreichen. Und soziale Kontakte? Auch so ein leeres Versprechen, weil die ihre Umgebung ja nicht wechseln. Und damit ihr soziales Umfeld beibehalten.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Misterfritz » Fr 19. Apr 2019, 09:22

zollagent hat geschrieben:(19 Apr 2019, 09:01)

Das verspricht man sich. Leider ist gerade die Zeit des Leistungsbezugs ein K.O.-Kriterium. Das kann ich dir aufgrund meiner Erfahrungen im Personalbereich sagen. Es gibt natürlich Menschen, die sozial verwahrlosen. Die wirst du mit den Arbeiten, die ihnen angeboten werden, aber nicht erreichen. Und soziale Kontakte? Auch so ein leeres Versprechen, weil die ihre Umgebung ja nicht wechseln. Und damit ihr soziales Umfeld beibehalten.
Sicherlich behalten die Leute ihr soziales Umfeld, wenn sie nicht gerade wegziehen.
Aber, wenn sie arbeiten, müssen sie das ja verlassen und werden neue Menschen kennenlernen. Sicherlich ist das kaum bei allen erfolgreich, trotzdem kann das funktionieren.
Und, ich bin selbst im Personalbereich ;) - ich gucke mir Leute auch an, die längere Arbeitslosigkeit im LL haben. Du kannst grob unterteilen in Leute, die überhaupt nicht arbeiten wollen, welche, die arbeiten wollen, aber echte Hindernisse aufweisen und welche, die das nicht haben. Letztere bekommen schon mal eine Chance bei uns.
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Re: HartzIV

Beitragvon Sybilla » Sa 20. Apr 2019, 10:26

Skull hat geschrieben:(18 Apr 2019, 16:49)

Wer macht das ?

Bitte da um eine verifizierbare Quelle.

mfg


Ach @ Skull warum stellst Du Dich immer dumm?

Niedrigste Arbeitslosenquote seit 33 Jahren - Aktuell bei 3,4 Prozent

Bremerhaven: Niedrigste Arbeitslosenquote seit fast 35 Jahren

Zahl der Arbeitslosen sinkt auf niedrigsten Stand seit 36 Jahren

Skull für Dich habe ich gleich drei verifizierbare Quelle verlinkt. Aber so dumm bist Du gar nicht, dass Du diese nicht selber finden könntest.
Es werden eben Zahlen verglichen die nicht verglichen werden können. Auch ohne das sich die Jobcenter "versehentlich verzählen"

Bundesrechnungshof: Arbeitslosenstatistik ist falsch

Gibt es noch Fragen dazu?
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon zollagent » Sa 20. Apr 2019, 10:41

Misterfritz hat geschrieben:(19 Apr 2019, 09:22)

Sicherlich behalten die Leute ihr soziales Umfeld, wenn sie nicht gerade wegziehen.
Aber, wenn sie arbeiten, müssen sie das ja verlassen und werden neue Menschen kennenlernen. Sicherlich ist das kaum bei allen erfolgreich, trotzdem kann das funktionieren.
Und, ich bin selbst im Personalbereich ;) - ich gucke mir Leute auch an, die längere Arbeitslosigkeit im LL haben. Du kannst grob unterteilen in Leute, die überhaupt nicht arbeiten wollen, welche, die arbeiten wollen, aber echte Hindernisse aufweisen und welche, die das nicht haben. Letztere bekommen schon mal eine Chance bei uns.

Entscheidend für die Wirksamkeit dürfte die Quote derer sein, die aufgrund dieser Selbstversprechungen wirklich in Dauerbeschäftigung kommen. Und meiner Erfahrung nach liegt diese Quote sehr niedrig, ich persönlich würde sie bei unter 25 % ansiedeln. Es ist ja nicht allein das Problem, jemanden in eine Stellung zu kriegen, sondern eher, ihn da auch zu behalten. Und wer als Notnagel in den Betrieb kommt, der bekommt das auch zu spüren. Wie glaubst du, kommt der Wanderzirkus von einer Leiharbeitsstelle zur anderen, unterbrochen von Zeiten der Arbeitslosigkeit, zustande? Ich bin ja nicht dagegen, Leuten Mit zu machen, so eine Arbeitsstelle anzunehmen. Nur ist meiner Erfahrung nach die Erfolgsquote so gering, daß man eigentlich darauf verzichten und die freiwerdenden Gelder (Lohnkostenzuschüsse etc.) für andere Maßnahmen einsetzen sollte.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: HartzIV

Beitragvon Skull » Sa 20. Apr 2019, 10:52

Sybilla hat geschrieben:(20 Apr 2019, 10:26)

Ach @ Skull warum stellst Du Dich immer dumm?

Weder stelle ich mich dumm, noch bin ich es.

Unterlasse bitte solche ad-personam Angriffe. Sonst wird irgendwann ein Mod eingreifen.

Danke.
Sybilla hat geschrieben:(20 Apr 2019, 10:26)

Gibt es noch Fragen dazu?
Ja.

Wir würdest DU die Arbeitslosigkeit HEUTE in Relation zu den letzten 35 Jahren einordnen ?

In Fulda, Sprockhövel und Bremerhaven ?

mfg
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Re: HartzIV

Beitragvon Adam Smith » Sa 20. Apr 2019, 11:50

Sybilla hat geschrieben:(20 Apr 2019, 10:26)

Gibt es noch Fragen dazu?


Dadurch sei die offizielle Arbeitslosenstatistik um rund 115.000 Menschen zu niedrig. Für ihre Untersuchung hatte der Rechnungshof eine Stichprobe aus 2017 genommen.


Selbst dadurch würde sich nur wenig ändern. Es gibt halt tatsächlich im Moment nur wenig Arbeitslose. Von einer Vollbeschäftigung sind wir an vielen Orten aber noch weit entfernt.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: HartzIV

Beitragvon Sybilla » Sa 20. Apr 2019, 11:58

Skull hat geschrieben:(20 Apr 2019, 10:52)

Weder stelle ich mich dumm, noch bin ich es.

Unterlasse bitte solche ad-personam Angriffe. Sonst wird irgendwann ein Mod eingreifen.

Danke.


Entschuldige meinen Sarkasmus ich wollte mit dieser Polemik nur meine Kritik untermauern.

Skull hat geschrieben:(20 Apr 2019, 10:52)
Ja.

Wir würdest DU die Arbeitslosigkeit HEUTE in Relation zu den letzten 35 Jahren einordnen ?

In Fulda, Sprockhövel und Bremerhaven ?

mfg


Es fehlen aktuell einige grundlegende Zahlen zum Beispiel tatsächlich arbeitslose Partner einer Bedarfsgemeinschaft in denen ausreichend Partnereinkommen vorhanden ist und aufgrund dessen nicht bedürftig sind und in der Statistik (2019) nicht als arbeitslos gezählt werden. Ebenso wenn mehr Vermögen über der Freigrenze vorhanden ist oder Vermögen verwertet werden muss. Wie viele unter 25 jährige in einer Bedarfsgemeinschaft mit ausreichend Elterneinkommen leben und aufgrund dessen nicht bedürftig sind und in der Statistik (2019) nicht als arbeitslos gezählt werden. Die Zahl der Kranken und die Zahl der über 58 jährigen die in der Statistik (2019) nicht als arbeitslos gezählt werden fehlen etc...etc...etc... die Statsitik von 2019 ist eine andere als 1985 oder 1995 oder 2004 im Prinzip sind alle Zahlen vor 2005 nicht vergleichbar und nach 2005 wurden auch des öfteren an der Erfassung und der Klassifizierung von Arbeitslosen geschraubt nachzulesen in den BA Berichten.

Aber der Blick auf die Unterbeschäftigung (+ Maßnahmen Teilnehmer usw...) zeigt dann schon einen Teil der Wahrheit.

Fulda Berichtsmonat März 2019

Arbeitslose insgesamt 3.483
Arbeitslosenquote insgesamt 3,2 -
Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 5.470
Unterbeschäftigungsquote 4,4

Köln Berichtmonat März 2019

Arbeitslose insgesamt 45.674
Arbeitslosenquote insgesamt 7,8
Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 60.533
Unterbeschäftigungsquote 10,0

Bremerhaven Berichtsmonat März 2019

Arbeitslose insgesamt 36.883
Arbeitslosenquote insgesamt 8,8
Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) 52.097
Unterbeschäftigungsquote 12,1

Quelle der Zahlen https://statistik.arbeitsagentur.de/Nav ... n-Nav.html

Gibt es noch weitere Fragen dazu?
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Re: HartzIV

Beitragvon Sybilla » Sa 20. Apr 2019, 12:06

Adam Smith hat geschrieben:(20 Apr 2019, 11:50)

Selbst dadurch würde sich nur wenig ändern. Es gibt halt tatsächlich im Moment nur wenig Arbeitslose. Von einer Vollbeschäftigung sind wir an vielen Orten aber noch weit entfernt.


Arbeitsmarkt im März 2019: Die Zahl der Unterbeschäftigten wird für März 2019 laut BA Bericht auf 3.253.976 Personen beziffert 7,1%

Die (Kennzahl) der Arbeitslosen im Sinne des § 16 SGB III wird März 2019 in der offiziellen Statistik der BA auf ein „März Rekordtief “ von 2.301.121 Personen beziffert. Allerdings befinden sich 873.666 Personen als Teilnehmer an Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik.

1.1 Eckwerte des Arbeitsmarktes Bericht März 2019
Tabellenanhang zum Monatsbericht März 2019 (Tabelle 1)

Quelle der Zahlen:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201903/arbeitsmarktberichte/monatsbericht-monatsbericht/monatsbericht-d-0-201903-pdf.pdf

Natürlich kann jemand bei einer Zahl von 3.253.976 Personen arbeitslosen Personen (nicht alle erfasst siehe oben) von wenigen Arbeitslosen sprechen (wenig ist relativ) aber bis 2004 wurde bei Zahlen dieser Größenordnung von Massenarbeitslosigkeit gesprochen. Psychologie ist eben alles, wenn das Glas bis 2004 immer leer war, spricht man heute davon das, dass Glas voll ist, auch wenn es nur heiße Luft ist.
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Re: HartzIV

Beitragvon Skull » Sa 20. Apr 2019, 14:56

Sybilla hat geschrieben:(20 Apr 2019, 11:58)

Es fehlen aktuell einige grundlegende Zahlen

Also mal wieder...keine KONKRETE Antwort auf meine Fragen.

Danke. :D

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Re: Re:

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 20. Apr 2019, 15:08

Misterfritz hat geschrieben:(18 Feb 2019, 20:52)

Wahrscheinlich nicht, aber es gibt andere Fördermöglichkeiten.

Welche denn, so ohne Sicherheiten und vllt. sogar mit Schulden?
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon yogi61 » Mo 13. Mai 2019, 11:10



Hartz-IV-Empfänger sind häufiger krank und werden im Alter früher zum Pflegefall. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der AOK Rheinland und Hamburg. Demnach habe der soziale und finanzielle Status große Bedeutung auf die Gesundheit der Menschen.

Egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitsloser - die gesetzliche Krankenversicherung bietet beiden Gruppen identischen Schutz. Trotzdem sind Bezieher von Hartz IV häufiger krank. Besonders auffällig ist der Zusammenhang zwischen Hartz IV und gesundheitlichen Problemen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischen Stoffwechselstörungen.

Demnach leiden 6,8 Prozent der Erwerbstätigen an koronaren Herzerkrankungen, bei den Hartz-IV-Beziehern sind des 10,5 Prozent. Ähnlich verhält es sich bei Diabetes Typ 2. Unter den Arbeitnehmern gibt es 5,5 Prozent Diabetiker, bei den Arbeitslosen steigt die Zahl auf 9,1 Prozent.


https://wize.life/themen/gesundheit/100 ... pflegefall

Wieder einmal " Herzlichen Glückwunsch" zu diesem neoliberalen Gesetz.
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https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Skull » Mo 13. Mai 2019, 13:25

yogi61 hat geschrieben:(13 May 2019, 11:10)

Wieder einmal " Herzlichen Glückwunsch" zu diesem neoliberalen Gesetz.

Gibt es dazu Vergleiche zu den 80er oder 90er Jahren ?

Ob das ohne HartzIV anders war ? :?:

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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon yogi61 » Mo 13. Mai 2019, 13:47

Skull hat geschrieben:(13 May 2019, 13:25)

Gibt es dazu Vergleiche zu den 80er oder 90er Jahren ?

Ob das ohne HartzIV anders war ? :?:

mfg


Wie anders? :?: Ob es den Leuten früher genau so schlecht ging, wenn sie länger Arbeitslosengeld und später Arbeitslosenhilfe bekommen haben? Wichtig ist doch nur, dass es den Menscehn eben jetzt häufiger schlechter geht und da tröstet es auch nichts, dass die ganzen Schlauberger, die dieses System toll finden, für die Mehrkosten in der Gesundheit und Pflege aufkommen müssen.
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