Breitere Radwege - kommt da was?

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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon Ebiker » Sa 13. Apr 2019, 15:29

imp hat geschrieben:(13 Apr 2019, 14:55)

Im Interesse der Autofahrer ist, dass man das Auto am Rand der Stadt lassen kann, weil der ÖPNV gut ist. Das Fahrrad ist da eher im Weg, Radfahrer im Bus sind der größte Nervfaktor für Kinderwagen, Rollator & Co.


Ein guter ÖPNV hat genug Plätze für Radfahrer und KiWa bzw. Rollis. Letztere seh ich im Berufsverkehr eher weniger. Und wenn die Autofahrer draussen bleiben ist eh genug Platz für Radler in der Stadt.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon imp » Sa 13. Apr 2019, 15:30

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Apr 2019, 15:14)

Es gibt Städte die voll auf Radfahrer setzen und das Ergebnis ist sehr gut für die Einwohner.

Ja, in manchen Städten gelingt das gut. Nicht jede Stadt ist aber von Größe und Anlage dazu vorherbestimmt. Ich war die Woche in Karlsruhe. Da sind die Gegebenheiten nun mal anders als in Bottrop. Man kann da nicht alle über eine Latte messen.


Und dann vergleiche mal mit der Essener Innenstadt und frage dich selber ob man im Kern nicht viel besser von A nach B kommen könnte wenn die Essener Innenstadt radgerecht wäre.

Ich kenne Essen. Die guten Zubringer an die Autobahn helfen mir, dort schnell wegzukommen. Radler würden das nicht verbessern.


Und diese superdicken SUV`s die sich in den letzten 10 Jahren breit gemacht haben sind da nur der Sargnagel für die städtische Automobilität.

Tatsächlich ist eher ein guter Ausbau von Park & Ride der Schlüssel zu weniger Autokilometern in der Stadt. Aber das braucht auch entsprechenden Ausbau und Takt.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 13. Apr 2019, 15:35

imp hat geschrieben:(13 Apr 2019, 15:30)

Ja, in manchen Städten gelingt das gut. Nicht jede Stadt ist aber von Größe und Anlage dazu vorherbestimmt. Ich war die Woche in Karlsruhe. Da sind die Gegebenheiten nun mal anders als in Bottrop. Man kann da nicht alle über eine Latte messen.



Ich kenne Essen. Die guten Zubringer an die Autobahn helfen mir, dort schnell wegzukommen. Radler würden das nicht verbessern.



Tatsächlich ist eher ein guter Ausbau von Park & Ride der Schlüssel zu weniger Autokilometern in der Stadt. Aber das braucht auch entsprechenden Ausbau und Takt.

Die Zubringer in Essen sind rund um die Uhr verstopft und Parkplätze in der Innenstadt sind ein Abenteuer für sich. Erzähl hier keine Märchen. Gerade dieses Gewirr von dichter Bebauung, schmalen Straßen und Einkaufsstraßen schreit nach radgerechten lösungen. Mit dem rad kann man in höchstens 10 Minuten von einem zum anderen Ende kommen. Mit dem Auto braucht man mit Parkplatzsuche ganz schnell eine halbe Stunde.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon imp » Sa 13. Apr 2019, 15:40

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Apr 2019, 15:35)

Die Zubringer in Essen sind rund um die Uhr verstopft und Parkplätze in der Innenstadt sind ein Abenteuer für sich. Erzähl hier keine Märchen. Gerade dieses Gewirr von dichter Bebauung, schmalen Straßen und Einkaufsstraßen schreit nach radgerechten lösungen. Mit dem rad kann man in höchstens 10 Minuten von einem zum anderen Ende kommen. Mit dem Auto braucht man mit Parkplatzsuche ganz schnell eine halbe Stunde.

Mit dem Rad schaffe ich bestimmt keinen Schrank, keinen Wocheneinkauf oder sonstige Ware fort. Zumal das Rad auch einen "Parkplatz" braucht. Das sind diese typischen Radlobbyisten, die immer so tun, als führen die Leute als Hobby durch die Stadt.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 13. Apr 2019, 18:18

imp hat geschrieben:(13 Apr 2019, 15:40)

Mit dem Rad schaffe ich bestimmt keinen Schrank, keinen Wocheneinkauf oder sonstige Ware fort. Zumal das Rad auch einen "Parkplatz" braucht. Das sind diese typischen Radlobbyisten, die immer so tun, als führen die Leute als Hobby durch die Stadt.

Keiner will dir dein Auto wegnehmen. Aber es ist mehr als fraglich ob du mehr als 1mal in 5 Jahren einen Schrank durch die Innenstadt transportieren musst. Sei doch mal ein wenig ehrlich. Es geht um Faulheit. Nichts anderes. Du wärst aber erstaunt wieviel mehr an Lebensqualität ein reduzierter Autoverkehr bietet. Wenn ich in Holland bin ist da ein ganz anderes Lebensgefühl auf den Straßen und rumd um die großen Radspuren die meist auch deutlich grüner sind als die autogerechten Straßen.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon imp » Sa 13. Apr 2019, 18:24

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Apr 2019, 18:18)

Keiner will dir dein Auto wegnehmen. Aber es ist mehr als fraglich ob du mehr als 1mal in 5 Jahren einen Schrank durch die Innenstadt transportieren musst.

Hast du eine Ahnung. Die Versorgungsfahrten nehmen sogar zu, wenn man für sogenannte Lebenskünstler, "das da noch schnell nebenher" mitnehmen darf.


Sei doch mal ein wenig ehrlich. Es geht um Faulheit. Nichts anderes.

Faul sind die, die den Autoverkehr anderen aufladen und sich dann als besonders fein rauskehren.


Wenn ich in Holland bin ist da ein ganz anderes Lebensgefühl auf den Straßen und

So ein Duft von Freiheit und Unbeschwertheit. Haben die in der Tschechei seit einer Weile auch.

Mein Tipp: Bleib da. Dann muss hier schon mal eine Person weniger befördert werden, egal auf wievielen Rädern.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 13. Apr 2019, 18:44

imp hat geschrieben:(13 Apr 2019, 18:24)

Hast du eine Ahnung. Die Versorgungsfahrten nehmen sogar zu, wenn man für sogenannte Lebenskünstler, "das da noch schnell nebenher" mitnehmen darf.



Faul sind die, die den Autoverkehr anderen aufladen und sich dann als besonders fein rauskehren.



So ein Duft von Freiheit und Unbeschwertheit. Haben die in der Tschechei seit einer Weile auch.

Mein Tipp: Bleib da. Dann muss hier schon mal eine Person weniger befördert werden, egal auf wievielen Rädern.

Scheint bei dir ja Fundamentalismus zu sein.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon imp » Sa 13. Apr 2019, 18:48

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Apr 2019, 18:44)

Scheint bei dir ja Fundamentalismus zu sein.

Ich bin immer dafür, dass die Leute auch ins Himmelreich eingehen, wenn sie schon so genau wissen, wo es liegt.


In der Tat sind mir im Modal Split Fußgänger und Öffis ein Anliegen, Autos/Motorräder eine Notwendigkeit, Radler weit nachrangig.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon streicher » Sa 13. Apr 2019, 21:33

imp hat geschrieben:(13 Apr 2019, 18:48)

Ich bin immer dafür, dass die Leute auch ins Himmelreich eingehen, wenn sie schon so genau wissen, wo es liegt.


In der Tat sind mir im Modal Split Fußgänger und Öffis ein Anliegen, Autos/Motorräder eine Notwendigkeit, Radler weit nachrangig.
In der Großstadt könnte ich mir vorstellen, in einer Wohnanlage zu wohnen, oder einem kleinen Stadtteil, wo Autos draußen bleiben. In München entstehen solche kleinen Viertel. Fußgängern und Radlern mehr Platz, dafür bessere Luft - bin dabei. Und Autos, die auf Gehwegen parken, so dass man als Fußgänger kaum noch vorbeikommt oder auf die Straße ausweichen muss, oder die sich dreist auf Radwege stellen nerven. Und die Versiegelung durch Straßen ist einfach immens.
Aber es stimmt natürlich auch, dass wir Radfahrer uns in Sachen Verkehrsfairness auch sehr häufig an der Nase packen sollten.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon streicher » Sa 13. Apr 2019, 21:36

imp hat geschrieben:(13 Apr 2019, 15:30)Tatsächlich ist eher ein guter Ausbau von Park & Ride der Schlüssel zu weniger Autokilometern in der Stadt. Aber das braucht auch entsprechenden Ausbau und Takt.
Ja, das würde einiges hermachen. Ein guter Ausbau dauert freilich auch. München zum Beispiel kommt kaum noch hinterher: die Stadt wächst und es wird ständig nachverdichtet. Eine immense Herausforderung für alle Planer...
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon jack000 » Sa 13. Apr 2019, 22:02

Ebiker hat geschrieben:(13 Apr 2019, 13:02)

Das Rad stört nirgends wenn man vom Dünkeldenken aller Verkehrsteilnehmer abkommt. Gerade in kleineren Städten wären " Shared Zones " nach niederländischem Vorbild der richtige Weg.

Fußgänger sind auch Verkehrsteilnehmer und deswegen sind Fahrräder auch am Wochenende z.B. am Max-Eyth-See (Naherholung in Stuttgart) verboten weil diese die Aufenthaltsqualität senken.
=> Wenn man sich aber die Situation ansieht, hat man den Eindruck das es überhaupt kein Verbot gäbe!
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon imp » So 14. Apr 2019, 07:48

jack000 hat geschrieben:(13 Apr 2019, 22:02)

Fußgänger sind auch Verkehrsteilnehmer und deswegen sind Fahrräder auch am Wochenende z.B. am Max-Eyth-See (Naherholung in Stuttgart) verboten weil diese die Aufenthaltsqualität senken.
=> Wenn man sich aber die Situation ansieht, hat man den Eindruck das es überhaupt kein Verbot gäbe!

Verbote müssen auch durchgesetzt werden. Denkbar wären per Transponder oder Bilderkennung absenkbare Fahrhindernisse, die Fußgänger nicht stören. Rettungswagen und Rollstühle könnten mit geringster Verzögerung passieren. Radler wären frustriert und müssten absteigen, heben. Zwei oder drei davon in hinreichender Dichte und nur die größten Ignoranten radeln weiter durch den Park.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon imp » So 14. Apr 2019, 07:58

streicher hat geschrieben:(13 Apr 2019, 21:36)

Ja, das würde einiges hermachen. Ein guter Ausbau dauert freilich auch. München zum Beispiel kommt kaum noch hinterher: die Stadt wächst und es wird ständig nachverdichtet. Eine immense Herausforderung für alle Planer...

Wunder darf man nicht erwarten. Planziele und Umsetzung sind in einer dynamischen Stadt immer im Spannungsfeld. Ein Kilometer Tramway kostet im Durchschnitt Millionen, ein Kilometer Metro ist noch viel teurer. Nichts tun ist gesellschaftlich am teuersten, schont aber den Geldsack des Stadtkämmerers.

Deshalb diskutieren wir hier allgemeine Richtungen, Wege und Irrwege, sinnvolle und weniger sinnvolle Maßnahmen - und da sind mehr und breitere Radwege zulasten der Fußwege, Straßen und Parkräume in manchen Städten angebracht, in vielen bereiten sie aber einen Rattenschwanz neuer Probleme und andere Lösungen müssen her.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon Nightrain » So 14. Apr 2019, 10:43

imp hat geschrieben:(14 Apr 2019, 07:58)
Parkräume


Die Parkplätze sehe ich hier noch als besten Ansatz. Es ist eigentlich ein Unding, dass sich über die letzten 30 Jahre eingeschlichen hat die knappen Straßenflächen durch immer mehr Parkplätze am Straßenrand zu verbauen. Hier hat man in der Stadtpolitik komplett versagt und sich keine Gedanken gemacht, wo die ganzen zusätzliche PKWs denn abgestellt werden sollen.

Selbst Nebenstraßen sind inzwischen purer Stress, weil kaum noch eine Straße gleichzeitigen Verkehr in beide Richtungen zulässt und die Autofahrer von Lücke zu Lücke rangieren müssen. Und wenn dann noch ein Fahrradfahrer mit seinen 20km/h dazu kommt.
Kann man sich ja fast überall ansehen. Oft gibt es auf einer Straßenseite markierte Parkflächen. Würden nur diese genutzt, wäre entspanntes Fahren auf der Straße möglich. Heute wird aber die andere Straßenseite auch noch komplett zugeparkt, gerne bei schmaleren Straßen zur Hälfte auf dem Fußweg.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon imp » So 14. Apr 2019, 11:15

Nightrain hat geschrieben:(14 Apr 2019, 10:43)

Die Parkplätze sehe ich hier noch als besten Ansatz. Es ist eigentlich ein Unding, dass sich über die letzten 30 Jahre eingeschlichen hat die knappen Straßenflächen durch immer mehr Parkplätze am Straßenrand zu verbauen. Hier hat man in der Stadtpolitik komplett versagt und sich keine Gedanken gemacht, wo die ganzen zusätzliche PKWs denn abgestellt werden sollen.

Da hat man zu lange geschlafen. In den meisten Städten ist bei Neubau oder Erweiterung durch den Bauherren auch Parkraum auszuweisen. Davon kann er sich aber häufig durch eine sogenannte Ablöse freikaufen, die oft viel zu niedrig angesetzt ist. Gerade für Rettungsfahrzeuge oft ein großes Problem. Nur: Aus dem erkannten Problem wird keine Lösung, indem man mal eben großflächig Längslücken wegreformiert ohne Ersatz zu schaffen.

Selbst Nebenstraßen sind inzwischen purer Stress, weil kaum noch eine Straße gleichzeitigen Verkehr in beide Richtungen zulässt und die Autofahrer von Lücke zu Lücke rangieren müssen. Und wenn dann noch ein Fahrradfahrer mit seinen 20km/h dazu kommt.

Hier sind oft beide Parteien sehr ich-bezogen und zu wenig rücksichtsvoll, was den Stress noch vermehrt.


Kann man sich ja fast überall ansehen. Oft gibt es auf einer Straßenseite markierte Parkflächen. Würden nur diese genutzt, wäre entspanntes Fahren auf der Straße möglich. Heute wird aber die andere Straßenseite auch noch komplett zugeparkt, gerne bei schmaleren Straßen zur Hälfte auf dem Fußweg.

Da bin ich ganz bei dir. Der erhebliche Lieferverkehr steht zum entladen dann oft mitten im Weg.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon Nightrain » So 14. Apr 2019, 11:22

imp hat geschrieben:(14 Apr 2019, 11:15)
Da bin ich ganz bei dir. Der erhebliche Lieferverkehr steht zum entladen dann oft mitten im Weg.


Zumindest hier scheint ja jetzt gehandelt zu werden. Wenn schon die Bevölkerung CO2 einspart und nicht mehr alle selbst mit dem PKW zum shoppen fahren, sondern ein Lieferwagen hunderte Pakete zustellt, dann braucht der Lieferwagen auch Parkfläche. Es wird eine extra Parkfläche für Lieferwägen geben und die Beschilderung bedeutet für alle anderen absolutes Halteverbot.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon imp » So 14. Apr 2019, 11:39

Nightrain hat geschrieben:(14 Apr 2019, 11:22)

Zumindest hier scheint ja jetzt gehandelt zu werden. Wenn schon die Bevölkerung CO2 einspart und nicht mehr alle selbst mit dem PKW zum shoppen fahren, sondern ein Lieferwagen hunderte Pakete zustellt, dann braucht der Lieferwagen auch Parkfläche. Es wird eine extra Parkfläche für Lieferwägen geben und die Beschilderung bedeutet für alle anderen absolutes Halteverbot.

Ein erfreulicher Ansatz. Der Einzelhandel wird kommunal sicher grummeln.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon Alter Stubentiger » So 14. Apr 2019, 15:39

Nightrain hat geschrieben:(14 Apr 2019, 10:43)

Die Parkplätze sehe ich hier noch als besten Ansatz. Es ist eigentlich ein Unding, dass sich über die letzten 30 Jahre eingeschlichen hat die knappen Straßenflächen durch immer mehr Parkplätze am Straßenrand zu verbauen. Hier hat man in der Stadtpolitik komplett versagt und sich keine Gedanken gemacht, wo die ganzen zusätzliche PKWs denn abgestellt werden sollen.

Selbst Nebenstraßen sind inzwischen purer Stress, weil kaum noch eine Straße gleichzeitigen Verkehr in beide Richtungen zulässt und die Autofahrer von Lücke zu Lücke rangieren müssen. Und wenn dann noch ein Fahrradfahrer mit seinen 20km/h dazu kommt.
Kann man sich ja fast überall ansehen. Oft gibt es auf einer Straßenseite markierte Parkflächen. Würden nur diese genutzt, wäre entspanntes Fahren auf der Straße möglich. Heute wird aber die andere Straßenseite auch noch komplett zugeparkt, gerne bei schmaleren Straßen zur Hälfte auf dem Fußweg.

Der Punkt ist dass in den letzten 20 Jahren der Autoverkehr nicht mehr tragbare Dimensionen angenommen hat. Selbst bei Verbot aller Radfahrer würde sich nichts für die Autofahrer verbessern weil sie einfach immer mehr und mehr werden und dabei werden die Fahrzeuge auch immer riesiger. Die kommen dann oft nicht mehr mit den genormten Parkboxen aus in die vor 20 Jahren noch so gut wie jedes Auto passte.

Es hilft alles nichts. Autofahrer lösen ihre Probleme nicht indem sie die Radfahrer als Sündenböcke betrachten wie der imp es tut.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon Ebiker » So 14. Apr 2019, 16:36

grad planet e beim ZDF. Genau das Thema
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Breitere Radwege - kommt da was?

Beitragvon jack000 » So 14. Apr 2019, 17:37

Eher geringes Potenzial für das Fahrrad

Deutlich wird aber auch, dass dem Fahrrad keine so große Bedeutung zukommt, wie die Politik manchmal glauben machen will. Nur jeder zehnte Befragte nutzt es als hauptsächliches Verkehrsmittel – und das Potenzial hält sich in Grenzen. Selbst wenn alle Bedingungen und Wege für sie optimal wären, würden nur 18 Prozent dauerhaft auf den Drahtesel umsteigen. Die Lücke zum Ist-Zustand ist also relativ klein.

Unterm Strich haben die Befragten fast durch die Bank angegeben, dass die Verkehrsinfrastruktur ein wesentliches Kriterium für die Wahl des Wohnorts ist. Am wichtigsten sind dabei trotz der eher geringen Nutzung gute Fuß- und Radwege, gefolgt von Bahnen und Bus. Die Anbindung an Schnellstraßen spielt für sehr viel weniger Menschen eine herausragende Rolle.

Und was folgt aus all dem? Für Bernd Hertweck, den Vorstandsvorsitzenden der Wüstenrot Bausparkasse AG, leitet sich daraus ein klarer Auftrag an die Kommunen ab. „Es scheint einen Generationenwandel zu geben. Bei jungen Leuten nimmt die Bedeutung des eigenen Autos offensichtlich ab“, sagt er. Wenn Städte und Gemeinden diese Gruppe als Einwohner halten oder neu gewinnen wollten, brauche es also „verstärkte Investitionen in eine gute Infrastruktur beim öffentlichen Nahverkehr“.

Klare Ablehnung von Fahrverboten
Im Hinblick auf die Ergebnisse beim Thema Fahrrad folgert er: „Wenn man sich die öffentliche Diskussion anschaut, erhält man manchmal den Eindruck, das Fahrrad sei das Allheilmittel gegen den viel zitierten Verkehrsinfarkt. Doch nur mit dem Ausbau von Fahrradwegen werden Städte und Gemeinden als potenzieller Wohnort für einen Großteil der Bevölkerung nicht attraktiv.“ Stattdessen brauche es mehr ganzheitliche Konzepte, die Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel intelligent miteinander vernetzen, so Hertweck.

Viele Leute würden also ihr Auto weniger nutzen oder abschaffen, wenn sie einen besseren öffentlichen Nahverkehr hätten. Das klingt zunächst hoffnungsvoll für staugeplagte Städte. Doch wie gesagt: Wunsch und Wirklichkeit gehen manchmal auseinander.

Auch in diesem Punkt. Denn die Bereitschaft, für den Umstieg selbst persönliche Einbußen in Kauf zu nehmen, fällt ziemlich gering aus. In der Studie wurde auch gefragt, was für die Leute akzeptabel wäre, um eine bessere Verkehrssituation am Wohnort zu schaffen. Das Ergebnis: Am ehesten noch können sich die Leute Fahrverbote vorstellen – doch auch hierfür gibt es keine Mehrheit, sondern nur eine Zustimmung von 41 Prozent. Noch weniger akzeptieren würden sie höhere Fahrscheinpreise für den Ausbau des Nahverkehrs (37 Prozent). Und nur ein Viertel der Befragten wäre bereit, zusätzliche Gebühren für die Nutzung von Straßen, etwa in Form einer City-Maut, zu bezahlen.

Es gibt also etwas zu tun für die Stadt Stuttgart und die umliegenden Kommunen – und glaubt man der Studie, ist es die Verbesserung der öffentlichen Verkehrsmittel.

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... d2714.html
Nun mag das in verschiedenen Städten anders sein, aber für Stuttgart gilt, dass das Fahrrad da keine Zukunft hat sondern der ÖPNV muss ausgebaut werden und die Bedingungen für die Fußgänger besser werden!
=> Somit müssen auch die Verbote für Fahrradfahrer konsequenter durchgesetzt werden!
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