Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

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Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Skeptiker » So 7. Apr 2019, 15:52

In manchen der Diskussionen ist es unverkennbar, dass es Menschen gibt die sehr stark trennen zwischen der von einer Person vertretenen Meinung und der Person als solcher.

Andere Menschen wiederum identifizieren das Wesen des Menschen mit der von ihm vertretenen Meinung.

Das scheinen mir zwei grundsätzlich unterschiedliche Haltungen zu sein, mit der Menschen sich begegnen und miteinander diskutieren - oder eben der Diskussion ausweichen. Wie hier jedem bekannt ist vertrete ich die Position, dass jeder möglichst die volle Bandbreite der legal erlaubten Meinungsvielfalt auch verteten darf, ohne dass man jemandem daraus in der Bewertung seiner Person einen Nachteil daraus macht. Das kann natürlich nur dann funktionieren, wenn man zwischen Meinungen und Personen unterscheidet.

In einem anderen Strang finde ich folgenden Kommentar einer Userin:
... Das, was die jeweilige Person sagt, ist selbstverständlich eng mit ihr selbst verbunden. Die Person hat sich ihre Argumentation vorher genau überlegt, diese Gedanken sind untrennbar mit ihr selbst verbunden, machen sie zu einem großen Teil aus. ...

(07 Apr 2019, 14:59)

Ganz offensichtlich trägt eine Grundhaltung, welche den Menschen als solches mit der von ihm geäußerten Meinung gleichsetzt, nicht zu einer entspannten Diskussion bei. Wertschätze ich also die Meinung einer anderen Person nicht, dann liegt nahe, dass ich die andere Person "als solche" ebenso nicht wertschätze.

Wie ist die Meinung der Forenteilnehmer zu diesem Thema? Sollte man Meinungen und Personen strikt auseinanderhalten, oder wäre es eine Illusion das tun zu können? Gibt es Grenzen innerhalb derer das möglich ist, oder nicht, oder gilt die Trennung sogar universell?
Zuletzt geändert von Skeptiker am So 7. Apr 2019, 16:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Vongole » So 7. Apr 2019, 15:59

Um dieses Thema im Außenbereich diskutieren zu können, solltest Du m.M.n. die Frage völlig neutral stellen, Skeptiker,
also ohne Hinweis auf einen User/eine Userin.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Skeptiker » So 7. Apr 2019, 16:01

Vongole hat geschrieben:(07 Apr 2019, 15:59)
Um dieses Thema im Außenbereich diskutieren zu können, solltest Du m.M.n. die Frage völlig neutral stellen, Skeptiker,
also ohne Hinweis auf einen User/eine Userin.

Können wir gerne rausnehmen, aber hieß es nicht mal jede Eröffnung braucht auch einen Link. Ich finde den auch nicht ehrenrührig, weil sie diese Meinung ja begründet und ich zitiere daraus.

Edit: Wie auch immer, hab es rausgenommen ;)
Zuletzt geändert von Skeptiker am So 7. Apr 2019, 16:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon BlueMonday » So 7. Apr 2019, 16:04

Ja nun, es soll Menschen geben, die gern nachdenken, die Gedankenexperimente anstellen, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Im Englischen sagt man dazu "open minded". Da ist die Verbindung zwischen Gesagtem/Gemeintem und der Person dann eher lose und wechselhaft. Und dann gibt es Ideologen, für die gibt es keine Meinungen und Ansichten, aber dafür kennen sie "die Wahrheit". Und die ist nicht trennbar, teilbar etc. Der Andersdenkende kann dann folglich nur ein Lügner, ein Manipulator und ein schlechter Mensch sein und entsprechend gering ist dann der Stellenwert dieser Person.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon watisdatdenn? » So 7. Apr 2019, 16:14

Der Mensch denkt assoziativ darum ist es verständlich wenn geäußerte Meinungen mit einer Person als Ganzes gleichgesetzt werden.

Auch klar dass man seine Meinung als „gut“ ansieht und die konträre Meinung als „böse“.

Aus dem Alltag weiß man jedoch dass auch Menschen mit fundamental anderer Meinung trotzdem soziale und tolle Menschen sein können.


Vorurteile sind wichtig und tauglich als erster Hinweis, aber man sollte sie mit Vorsicht genießen und derer bewusst sein.

Die Person interessiert mich in einem Politikforum nur bedingt. Mich interessieren die (unterschiedlichen) Meinungen.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon watisdatdenn? » So 7. Apr 2019, 16:17

BlueMonday hat geschrieben:(07 Apr 2019, 16:04)
Ja nun, es soll Menschen geben, die gern nachdenken, die Gedankenexperimente anstellen, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Im Englischen sagt man dazu "open minded". Da ist die Verbindung zwischen Gesagtem/Gemeintem und der Person dann eher lose und wechselhaft.

Stimmt. Da macht die Wertung der Person auf Basisder geäußerten Meinungen überhaupt keinen Sinn.

Interessanter Gedanke.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Milady de Winter » So 7. Apr 2019, 18:43

Ich meine, dass es jedem Menschen selbst überlassen sein sollte und ja im Grunde auch ist, wie er mit Personen und deren Meinung bzw. der Korrelation umgeht.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Fliege » So 7. Apr 2019, 18:55

Skeptiker hat geschrieben:(07 Apr 2019, 15:52)
Wie ist die Meinung der Forenteilnehmer zu diesem Thema? Sollte man Meinungen und Personen strikt auseinanderhalten, oder wäre es eine Illusion das tun zu können? Gibt es Grenzen innerhalb derer das möglich ist, oder nicht, oder gilt die Trennung sogar universell?
BlueMonday hat geschrieben:(07 Apr 2019, 16:04)
Ja nun, es soll Menschen geben, die gern nachdenken, die Gedankenexperimente anstellen, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Im Englischen sagt man dazu "open minded". Da ist die Verbindung zwischen Gesagtem/Gemeintem und der Person dann eher lose und wechselhaft. Und dann gibt es Ideologen, für die gibt es keine Meinungen und Ansichten, aber dafür kennen sie "die Wahrheit". Und die ist nicht trennbar, teilbar etc. Der Andersdenkende kann dann folglich nur ein Lügner, ein Manipulator und ein schlechter Mensch sein und entsprechend gering ist dann der Stellenwert dieser Person.

In einer freiheitlich-demokratisch organisierten Gesellschaft sind Meinung und Wahrheit derart entkoppelt, dass Meinungen vertreten werden dürfen, die nicht wahr sind. Dies drückt sich darin aus, dass einer Regierung eine Opposition gegenüber steht, die abzulehnen berechtigt ist, was die Regierung vorschlägt (und umgekehrt). Da zwei sich widersprechende Auffassungen nicht zugleich wahr sein können, kann nur höchstens eine Seite, wenn überhaupt, die Wahrheit kennen. In der Opposition zu sein, ist allerdings in einer freiheitlich-demokratisch organisierten Gesellschaft kein Indiz dafür, ein schlechter Mensch zu sein.

Ideologen sind allerdings nicht freiheitlich-demokratisch gesinnt, so dass es Ideologen auch nicht schwer fällt, Opposition verbieten zu wollen oder gar zu verbieten, sobald sie an der Regierung sind.

Für die Threadfragestellung bedeutet das meines Erachtens: Ob man nun Meinung und Person trennt oder nicht, in einer freiheitlich-demokratisch organisierten Gesellschaft ist Widerspruch unabhängig von der Wahrheitsfrage zulässig und auszuhalten.

Man kann es auch so sagen: Personen haben Meinungen, doch Meinungen sind keine Personen; Meinungen sind wahr oder falsch – nicht Personen; Personen können sich irren.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Vongole » So 7. Apr 2019, 19:26

Ich stör mich an der Fragestellung, denn kein Mensch ist wertlos, selbst wenn sein "Wert" manchmal nur darin besteht, als schlechtes Beispiel dazustehen.

Natürlich identifiziere ich manche Menschen mit ihrer Meinung, und einige lehne ich deswegen komplett ab, kann auch nicht wirklich mit ihnen diskutieren, sie nicht wertschätzen.
Andere Menschen vertreten vielleicht eine politische Meinung, die ich zwar nicht teile, und trotzdem könnte ich mir vorstellen, abends bei einem Glas Wein stundenlang mit ihnen weiter zu reden,
weil die Art, wie sie ihre Argumente vortragen, etwas in mir anspricht.

@Fliege
Man kann es auch so sagen: Personen haben Meinungen, doch Meinungen sind keine Personen; Meinungen sind wahr oder falsch – nicht Personen; Personen können sich irren.


Person und Meinung können identisch sein, und wenn die Meinung allen meinen ethischen Grundsätzen widerspricht, dann ist es mir nicht möglich, die Person zu respektieren.
Bedeutet aber nicht, das ich mir das Recht herausnehme, sie zu beschimpfen, sondern ich kann nur versuchen, sie mit Argumenten zu schlagen.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon McKnee » So 7. Apr 2019, 19:30

Fliege hat geschrieben:(07 Apr 2019, 18:55)

Meinungen sind wahr oder falsch


Meinung ist subjektiv

Wer bestimmt richtig oder falsch?
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Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Fliege » So 7. Apr 2019, 19:49

McKnee hat geschrieben:(07 Apr 2019, 19:30)
Meinung ist subjektiv
Wer bestimmt richtig oder falsch?

In einer freiheitlich-demokratisch organisierten Gesellschaft bestimmt offiziell niemand und gibt niemand vor, was und welche Meinung wahr oder falsch ist, und das ist im politischen Raum der entscheidende Punkt.

(Über Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie möchte ich hier nicht sprechen).
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon imp » So 7. Apr 2019, 19:52

McKnee hat geschrieben:(07 Apr 2019, 19:30)

Meinung ist subjektiv

Wer bestimmt richtig oder falsch?

Das Subjekt.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon McKnee » So 7. Apr 2019, 19:54

imp hat geschrieben:(07 Apr 2019, 19:52)

Das Subjekt.


Auch das bestimmt nicht richtig oder falsch, es bestimmt Zustimmung oder Ablehnung
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Fliege » So 7. Apr 2019, 19:55

Vongole hat geschrieben:(07 Apr 2019, 19:26)
Person und Meinung können identisch sein, und wenn die Meinung allen meinen ethischen Grundsätzen widerspricht, dann ist es mir nicht möglich, die Person zu respektieren.
Bedeutet aber nicht, das ich mir das Recht herausnehme, sie zu beschimpfen, sondern ich kann nur versuchen, sie mit Argumenten zu schlagen.

Mit deiner Darlegung kann ich gut sympathisieren, auch wenn ich nicht annehme, dass Person und Meinung identisch sind.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon imp » So 7. Apr 2019, 20:00

McKnee hat geschrieben:(07 Apr 2019, 19:54)

Auch das bestimmt nicht richtig oder falsch, es bestimmt Zustimmung oder Ablehnung

Praktisch ist da kein Unterschied. Da niemand Fakt von Irrtum verbindlich scheidet, ist die Zustimmung alles - soweit nicht sowas wie Schwerkraft oder höhere Gewalt die Sache beendet.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon McKnee » So 7. Apr 2019, 20:06

imp hat geschrieben:(07 Apr 2019, 20:00)

Praktisch ist da kein Unterschied. Da niemand Fakt von Irrtum verbindlich scheidet, ist die Zustimmung alles - soweit nicht sowas wie Schwerkraft oder höhere Gewalt die Sache beendet.


Seh ich anders, ich kann jemandem seine Meinung lassen, ohne ihr zuzustimmen.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon imp » So 7. Apr 2019, 20:09

McKnee hat geschrieben:(07 Apr 2019, 20:06)

Seh ich anders, ich kann jemandem seine Meinung lassen, ohne ihr zuzustimmen.

Kann ich auch - nur ist die trotzdem falsch.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Skeptiker » So 7. Apr 2019, 21:17

BlueMonday hat geschrieben:(07 Apr 2019, 16:04)
Ja nun, es soll Menschen geben, die gern nachdenken, die Gedankenexperimente anstellen, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Im Englischen sagt man dazu "open minded". Da ist die Verbindung zwischen Gesagtem/Gemeintem und der Person dann eher lose und wechselhaft. Und dann gibt es Ideologen, für die gibt es keine Meinungen und Ansichten, aber dafür kennen sie "die Wahrheit". Und die ist nicht trennbar, teilbar etc. Der Andersdenkende kann dann folglich nur ein Lügner, ein Manipulator und ein schlechter Mensch sein und entsprechend gering ist dann der Stellenwert dieser Person.

Hieße also je stärker die Meinung verfestigt ist, umso stärker man sie als unveränderlich für die Person ansehen kann, umso mehr geht meine Wertschätzung für seine Meinung auf auf die Wertschätzung seiner Person über? Richtig verstanden?
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Brise » So 7. Apr 2019, 22:22

Wie sehr ich einen Menschen incl. seiner jeweiligen Meinung wertschätze, hängt sogar weniger davon ab, ob ich seine Meinung nun für wertlos oder wertvoll halte, sondern vielmehr zu einem großen Teil davon, wie sehr er selbst denn seine eigene Meinung wert-schätzt.

Tatsächlich: schätzt er seine Meinung für extrem wertvoll ein, wird er sich damit auch persönlich stark identifizieren – heißt: da ist dann auch wenig Raum für „open minded“ (s. o. BlueMonday), wenig Raum für vielseitiges Denken, für Überlegen, Zweifeln, ggf. Revidieren.

Und ist das der Fall, verliert er als Person mit seiner so gearteten engen Meinungs-, Denk- und Diskussionsstruktur in meinen Augen leider ein Stück von seinem Diskussions-„Wert“.
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Re: Wieviel Wert ist ein Mensch mit wertloser Meinung?

Beitragvon Skeptiker » So 7. Apr 2019, 22:36

watisdatdenn? hat geschrieben:(07 Apr 2019, 16:14)
Der Mensch denkt assoziativ darum ist es verständlich wenn geäußerte Meinungen mit einer Person als Ganzes gleichgesetzt werden.

Auch klar dass man seine Meinung als „gut“ ansieht und die konträre Meinung als „böse“.

Aus dem Alltag weiß man jedoch dass auch Menschen mit fundamental anderer Meinung trotzdem soziale und tolle Menschen sein können.

Vorurteile sind wichtig und tauglich als erster Hinweis, aber man sollte sie mit Vorsicht genießen und derer bewusst sein.

Die Person interessiert mich in einem Politikforum nur bedingt. Mich interessieren die (unterschiedlichen) Meinungen.

Im politischen Forum ist es natürlich auch eine Sondersituation, weil sich hier die Wertschätzung für den Menschen hintere dem abstrakten User typischerweise zu 100% an dessen Meinungsäußerung orientiert.
Gerade wenn ich aber an das reale Leben denke, sind es dann die Menschen mit der besten Meinung, die ich am meisten wertschätze?

Ich denke dass das nicht unbedingt miteinander korreliert. Woran könnte das liegen?

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