EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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sünnerklaas
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Do 14. Mär 2019, 11:38

Orbiter1 hat geschrieben:(14 Mar 2019, 10:45)

Sollte sich das Unterhaus heute nicht auf eine Verlängerung einigen bzw man einigt sich darauf, aber einer der 27 EU-Staaten weigert sich die Verlängerung zu akzeptieren, wird May's bereits absehbare dritte Abstimmung über den Brexit-Deal entscheidend. Dann gibt es nur noch 2 Möglichkeiten. Harter Brexit, den man gestern aber im Unterhaus abgelehnt hat oder die Annahme des Brexit-Deals. Es bleibt weiter spannend.


Im Grunde ist das Unterhaus eine Lachnummer - wäre es nicht so traurig. Man will keinen Brexit ohne Abkommen, will aber auch den von May ausgehandelten Vertrag nicht und will auch auf gar keinen Fall das Norwegen/Schweiz-Modell.
Ich glaube, man sollte sich mal in GB davon verabschieden, Spinner und Idioten aus der Upperclass als "Exzentriker" zu verharmlosen und sie als das bezeichnen, was sie tatsächlich sind: Idioten - und zwar ganz im Sinne von Monty Python's Upperclass twit of the year.

Wenn es eine Botschaft in dieser Zeit gibt, dann ist es diese:

In GB hat man man es hinbekommen, auf gesamtstaatlicher Ebene das Peter-Prinzip außer Kraft zu setzen. Denen ist wirklich nicht mehr zu helfen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Jo33 » Do 14. Mär 2019, 11:39

Kritikaster hat geschrieben:(14 Mar 2019, 10:58)

Aber das entspräche doch einem No-Deal, oder?

Nein, eben nicht.

GB hat die Schweiz und Schweden Lösung klar abgelehnt.
Was viele nicht wissen bzw. ignorieren, die Schweden und die Schweizer sind schon länger die wesentlich besseren Europäer, als die Briten.
Da die diese Länder nahezu alle Gesetze der EU in Landesrecht übetragen, ähnlihch wie jedes EU-Mitglied, dazu Zugang zur EU Zollunion, Schengen, usw.... Aber eben keine Mitspracherecht besitzen, wenn es um Gesetze und Vorschriften geht in der EU zu formulieren und dennoch überweisen sie einen nicht unerhelblichen Geldbetrag nach Brüssel, die kleine Schweiz zum Bsp. jedes Jahr ca. 1 Mrd € um in den Genuß der Vorteile der EU zu kommen. Daher kann man sagen sind diese beide Länder im Prinzip schon wesentlich mehr in der EU als es die Briten je waren. Schengen, Land ohne Zollkontrollen, war ja GB nie, man wollte immer eine Extrawurst, nicht zu Europa dazugehören dazu vergünstigte Kontitionen, vergünstigste Preise für das Jahresabo EU.
Und genau dieses Geldüberweisen nach Brüssel, dieses quasie Fremdregieren, dieses Fremde Vorschriften sich machen lassen, wollen die Briten eben nicht mehr.

Was die Briten eigentlich wollen ist die eierlegende Wohlmilchsau. Sie wollen die Vorteile der EU haben, dafür allerdings keine Gegenleistung anbieten, ebenso auch keine Pflichte, Normen, Gesetze und Vorschriften übernehmen. Aber so einen Sonderstatus kann man GB nicht einräumen, sonst wurde sich die EU auflösen, da dann alle diesen Sonderstatus haben wollen.

Man kann als Vergleich ziehen die EU als eine Art WG. Wo eben auch gewisse Regeln, Verhaltensweisen, Pflichten, Rechte und Kosten für alle gleich gelten sollen. Die Schweizer haben dort im Grunde ein ähnliches Zimmer wie die Österreicher nur dass sie wenn es bei der nächtens Planung einer Party oder von neuen Regeln keine Mitspracherecht haben. Die Briten wollen für ihr Zimmer in der WG aber in Zukunft keine Miete mehr zahlen, aber dennoch immer noch den Lieblingsjogurt von Alfred essen, ohne einen neuen zu kaufen und Nachts um 3 Uhr Party machen, wenn andere vielleicht schlafen wollen. So etwas funktioniert auf Dauer einfach nicht, es ist schlicht weltfremd, realitätsfremd, diese Einstellung, bzw. trägt halt nicht unbedingt für eine gutes Miteinander bei. Daher ist es klar dass diese Wunschvorstellungen schlicht auf Ablehnung oder eher als Scherz verstanden werden, als eine Art der Realität.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kritikaster » Do 14. Mär 2019, 11:54

Jo33 hat geschrieben:(14 Mar 2019, 11:39)

Nein, eben nicht. ...

Stimmt.

Da dieses Modell bereits ausgeschlossen wurde und ich mich gegen ein weiteres Nachgeben bei der Rosinenpickerei der Briten ausspreche, endet allerdings auch die Idee im Sande bzw. beim No-Deal.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kritikaster » Do 14. Mär 2019, 11:55

Alexyessin hat geschrieben:(14 Mar 2019, 11:17)

Nein, das sehe ich anders. Erst durch diese Idiotie wurden die Menschen dort aufgeweckt. Zweites Referendum und gut ist. Und dann mit offenen Armen empfangen.

Richtig, entweder das oder Rücknahme des Antrags ohne neue Befragung des Volkes.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 14. Mär 2019, 12:02

Jo33 hat geschrieben:(14 Mar 2019, 11:39)


die eierlegende Wohlmilchsau..


What the f.. ist this :eek: :eek: :eek: :eek:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 14. Mär 2019, 12:08

Kritikaster hat geschrieben:(14 Mar 2019, 10:55)
Dann bleibt doch nur die Rücknahme des Austrittsantrags durch ein entsprechendes Votum des britischen Parlaments oder aber Fristverlängerung zur Durchführung eines zweiten Referendums.

Stimmt. Das wären die beiden einzigen Optionen. Die Rücknahme=bis auf weiteres Nichtaustritt und Vollmitglied der EU (auch mit der Pflicht zur Durchführung der Europawahl)

oder

seitens des EU-Rats (am 21.März 2019) die zustimmungsmögliche, weil handfeste Variante eines verbindlich zugesicherten zweiten Referendums.

Dies würde aber eine Verschiebung des Austrittstermins um mindestens 1 Jahr bedeuten, weil ein neues Referendum nicht innerhalb von zwei oder drei Monaten machbar wäre. Also vor den Europawahlen. Damit müsste GB auch an den Europawahlen teilnehmen. Aber genau das dürfte in den Gehirnen der Brexitbefürworter eine absolut hässliche, nicht einmal denkbare Zumutung sein, die man besonders inbrünstig ablehnt...


Kritikaster hat geschrieben:(14 Mar 2019, 10:55)

Was bleibt jetzt bis Ende März noch?

- Ein "No-Deal-Brexit" kommt für das Unterhaus nicht in Frage.

- Einem Brexit auf Grundlage des ausgehandelten Vertrages ist schon zweimal eine Absage erteilt worden. (Nachverhandlungen würde ich seitens der EU ablehnen).


Das Szenario ist vielschichtig:
"Zwingt" das Unterhaus May mehrheitlich zu einer Verschiebung des Austrittstermins ohne auch nur einen mehrheitsfähigen Plan
vorzulegen für einen geordneten Brexit, ist es sehr wahrscheinlich, dass der EU-Rat dies als "nicht zielführend" für eine zuverlässige Austrittslösung am 21. März 2019 ablehnt. Verständlicherweise.

Was folgende Konsequenzen hätte: Einen automatischen "no deal"-Brexit auf Grundlage der WTO-Handelsbedinungen - und WTO-Regeln zwischen EU und GB.
May kann dann nur noch versuchen, sofern sie einen "no deal"-Austritt unbedingt verhindern will, nochmals den vorliegenden Austrittsvertrag zur mehrheitlichen Annahme im britischen Unterhaus vorzulegen. Vor dem 29.03.2019!!
Mit dem Hinweis, wenn der Austrittsvertrag erneut abgelehnt werde, habe das automatisch und unausweichlich einen "no deal"-Brexit zur Folge.

Denn die Annahme dieses Vertrags wäre dann die einzige und letzte Möglichkeit, ohne dass die EU erneut zustimmen müsste (weil sie das ja schon hat), einen "no deal"-Austritt zu verhindern. Der EU-Rat (also die entscheidenden 27 Regierungschefs der EU) kommen am 21. März zusammen.
Lehnen Sie aufgrund eines nach wie vor nicht vorliegenden Lösungsplans seitens der Briten eine Verlängerung ab, war's das.

Denn ein erneutes Einberufen des EU-Rates noch vor dem 29.3.2019, um ggf. einen last-minute-Vorschlag seitens GB nochmals zu besprechen und darüber zu entscheiden, wird aufgrund der zeitlichen Spielräume nicht mehr möglich sein.

Die einzige, dann noch denkbare Möglichkeit, einen "no deal"-Brexit zu verhindern, wäre dann nur noch, den Austrittsantrag vor dem 29.03.2019
zurückzuziehen. Und ich glaube nicht, dass May das machen wird: Sie würde dann ja gegen das Referendum und den darin zum Ausdruck gebrachten Mehrheitswillen des britischen Volkes verstoßen, statt diese demokratische Entscheidung des brit. Volkes zu respektieren und vor allem
zu erfüllen: Den Brexit.
(Das war ja stets ihre "murmeltierhaft" vorgebrachte Pflicht als Premierministerin, die über allem Anderen stehe).
Zuletzt geändert von Eulenwoelfchen am Do 14. Mär 2019, 12:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Senexx » Do 14. Mär 2019, 12:08

Alexyessin hat geschrieben:(14 Mar 2019, 11:04)

Stay, Britannia, stay.
Glaubt mir, das wird kommen.


Die Chancen sind klar gestiegen.

Aber dürften doch bei höchstens 20% liegen.

Die EU scheint auf jeden Fall so zu taktieren.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Jo33 » Do 14. Mär 2019, 12:12

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(14 Mar 2019, 12:02)

What the f.. ist this :eek: :eek: :eek: :eek:

Ein Nutztier dass es nicht gibt, aber vielfach gewünscht wird, auch und somit auch in übetragenen Sinne auch Anwendung findet in anderen Themenbereiche wo es ebenso eine Wunsch der Unmöglichkeit gibt, dIe Wünsche nicht der Realität entsprechen können.
Wie ein Tier das Hühnereier legt, Milch zum Trinken, Kochen, für Käse und Jogurt, produziert, Wolle und Leder für Kleidung produziert und dann noch den Sonntagsbraten und Schweineschnitzel liefert. So etwas gibt es nicht, wird aber gerne bei vielen Dingen vielfach gewünscht.

PS: Sorry, Rechtschreibfehler es ist eine eierlegende Wollmilchsau.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kritikaster » Do 14. Mär 2019, 12:12

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(14 Mar 2019, 12:02)

What the f.. ist this :eek: :eek: :eek: :eek:

German expression for an all-round talent.

Maybe you could also compare it with a sharp swiss army knife that one wishes to be unable of cutting your finger ... ;)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Senexx » Do 14. Mär 2019, 12:17

Tusk hat heute gesagt, er wolle für die Unterstützung einer langen Verschiebung des Brexit bei den EU-Staaten werben, wenn die Briten das wollen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 14. Mär 2019, 12:29

Alexyessin hat geschrieben:(14 Mar 2019, 11:04)

Stay, Britannia, stay.
Glaubt mir, das wird kommen.


Das würde aber bedeuten, dass sich sowohl das britische Unterhaus als auch Theresa May gegen den demokratischen Mehrheitswillen des britischen Volkes, den dieses im ersten Referendum klar zum Ausdruck brachte, stellen müssten. Sprich, diesen Willen des heiligen demokratischen Entscheidungs- und Willensprinzips des Volkes nicht respektieren oder erfüllen zu wollen.

Und wie wir wissen, ist dieses demokratische Willensprinzip den Briten und Britinnen besonders heilig. Und es hinge auch noch sehr davon ab,
was bei einem zweiten Referendum gefragt würde?

a) eine neuerliche Entscheidung darüber, ob GB in der EU bleiben oder austreten solle? >Y/N?
b) ob man den ausgehandelten Austrittsvertrag annehmen soll, aber ein Austritt erfolgen müsse? Y/N?
c) ob die Entscheidung einer neuen, per Neuwahlen zustande gekommenen Regierung incl. neu gewähltem britischem Unterhaus überantwortet
werden soll? Y/N?li

Und der ganze Verhandlungs- und Austrittszirkus von neuem beginnt, es sei denn, die neugewählte britische Regierung ignoriert das rechtlich NICHT bindende Votum des Referendums von 2016 und beschließ: No Brexit. We stay! *basta...sphagetti usw. :D

Die Frage ist dann, ob das eine neue Regierung politisch überlebt?
Und auch die tiefen antieuropäischen Ressentiments innerhalb des britischen Volkes "heilen" kann bzw. die tiefe Spaltung des Landes in dieser Frage wieder zu einem halbwegs einigem Ganzen zusammenkleben kann?

Für mich ist "stay" deshalb mehr als unwahrscheinlich.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kölner1302 » Do 14. Mär 2019, 12:35

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(14 Mar 2019, 12:29)

Das würde aber bedeuten, dass sich sowohl das britische Unterhaus als auch Theresa May gegen den demokratischen Mehrheitswillen des britischen Volkes, den dieses im ersten Referendum klar zum Ausdruck brachte, stellen müssten. Sprich, diesen Willen des heiligen demokratischen Entscheidungs- und Willensprinzips des Volkes nicht respektieren oder erfüllen zu wollen.

Und wie wir wissen, ist dieses demokratische Willensprinzip den Briten und Britinnen besonders heilig. Und es hinge auch noch sehr davon ab,
was bei einem zweiten Referendum gefragt würde?

a) eine neuerliche Entscheidung darüber, ob GB in der EU bleiben oder austreten solle? >Y/N?
b) ob man den ausgehandelten Austrittsvertrag annehmen soll, aber ein Austritt erfolgen müsse? Y/N?
c) ob die Entscheidung einer neuen, per Neuwahlen zustande gekommenen Regierung incl. neu gewähltem britischem Unterhaus überantwortet
werden soll? Y/N?li

Und der ganze Verhandlungs- und Austrittszirkus von neuem beginnt, es sei denn, die neugewählte britische Regierung ignoriert das rechtlich NICHT bindende Votum des Referendums von 2016 und beschließ: No Brexit. We stay! *basta...sphagetti usw. :D

Die Frage ist dann, ob das eine neue Regierung politisch überlebt?
Und auch die tiefen antieuropäischen Ressentiments innerhalb des britischen Volkes "heilen" kann bzw. die tiefe Spaltung des Landes in dieser Frage wieder zu einem halbwegs einigem Ganzen zusammenkleben kann?

Für mich ist "stay" deshalb mehr als unwahrscheinlich.


Hab mich schon gefragt, wie die Tories dieses Theater politisch überleben können.

Labour will aber eine neue Abstimmung des Volkes über das Referendum
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Do 14. Mär 2019, 12:41

Kritikaster hat geschrieben:(14 Mar 2019, 10:55)

Was bleibt jetzt bis Ende März noch?

Dann bleibt doch nur die Rücknahme des Austrittsantrags durch ein entsprechendes Votum des britischen Parlaments oder aber Fristverlängerung zur Durchführung eines zweiten Referendums.
Nein, es bleibt noch Fristverlängerung für die Durchführung von Neuwahlen. Die würde man sicher innerhalb von 2 bis 3 Monaten hinbekommen. EU-Diplomaten haben gestern Abend bereits signalisiert dass man Neuwahlen als Begründung für eine Fristverlängerung akzeptiert. Ein neues Unterhaus muß beim Brexit-Deal ja nicht so gespalten sein wie das aktuelle. Es bleibt auch noch die Möglichkeit einer sehr langen Fristverlängerung (mindestens 2 Jahre) um gleich die zukünftigen Beziehungen zu verhandeln und damit das Backstop-Thema zu entschärfen. Da müssten aber ebenfalls beide Seiten zustimmen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Do 14. Mär 2019, 12:45

Kölner1302 hat geschrieben:(14 Mar 2019, 12:35)

Hab mich schon gefragt, wie die Tories dieses Theater politisch überleben können.
Mit verheerenden Wahlergebnissen. Deswegen ist das derzeit die unwahrscheinlichste Variante.
Labour will aber eine neue Abstimmung des Volkes über das Referendum
Ein Teil von Labour. 70 Labour-Abgeordnete haben sich bereits gegen ein zweites Referendum ausgesprochen. Die sind genauso zerstritten wie die Tories und haben einen genauso schwachen Parteichef wie die Tories.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Europa2050 » Do 14. Mär 2019, 12:48

Kölner1302 hat geschrieben:(14 Mar 2019, 12:35)

Hab mich schon gefragt, wie die Tories dieses Theater politisch überleben können.

Labour will aber eine neue Abstimmung des Volkes über das Referendum


Aber eben auch nur mit halbem Arsch. Corbyn hat in der Situation auch total versagt. Ihm ging es nie um die beste Lösung für UK, sondern darum, PM zu werden. Für mich der Mustertyp von „Sozialismus predigen, Egoismus leben“.

Mit fehlt einfach - um glaubhaft ein mögliches Umdenken zu erkennen - die Bewegung, die Person, die sich auf der Straße, in der Diskussion und letztlich im Unterhaus Aufmerksamkeit verschafft. Die paar Remainers mit ihren Europafahnen werden m.E. In der Gesellschaft eher als Sekte von Europafreaks wahrgenommen, als als politische Größe. Wo ist die Großdemonstration (>100.000), wo die Unterschriftensammlung? Nein, das wird nichts mehr.

Und deshalb sollte die EU m.E. alles vermeiden, was den Briten die Entscheidung abnimmt. Schon die Annahme einer Verlängerung unter der Forderung eines zweiten Referendums hielte ich für einen Fehler, das wird später die Dolchstosslegende Nr. 1 (Die EU hat die Briten zum Übergehen des demokratischen Votum genötigt)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon relativ » Do 14. Mär 2019, 13:04

Jo33 hat geschrieben:(14 Mar 2019, 11:39)

Nein, eben nicht.

GB hat die Schweiz und Schweden Lösung klar abgelehnt.
Was viele nicht wissen bzw. ignorieren, die Schweden und die Schweizer sind schon länger die wesentlich besseren Europäer, als die Briten.
Da die diese Länder nahezu alle Gesetze der EU in Landesrecht übetragen, ähnlihch wie jedes EU-Mitglied, dazu Zugang zur EU Zollunion, Schengen, usw.... Aber eben keine Mitspracherecht besitzen, wenn es um Gesetze und Vorschriften geht in der EU zu formulieren und dennoch überweisen sie einen nicht unerhelblichen Geldbetrag nach Brüssel, die kleine Schweiz zum Bsp. jedes Jahr ca. 1 Mrd € um in den Genuß der Vorteile der EU zu kommen. Daher kann man sagen sind diese beide Länder im Prinzip schon wesentlich mehr in der EU als es die Briten je waren. Schengen, Land ohne Zollkontrollen, war ja GB nie, man wollte immer eine Extrawurst, nicht zu Europa dazugehören dazu vergünstigte Kontitionen, vergünstigste Preise für das Jahresabo EU.
Und genau dieses Geldüberweisen nach Brüssel, dieses quasie Fremdregieren, dieses Fremde Vorschriften sich machen lassen, wollen die Briten eben nicht mehr.
Nunja die "schlechteren Europäer" waren aber trotzdem der zweitgrösste Geldgeber der EU, trotz ihrer Extrawürste mit denen du ja völlig Recht hast.

Was die Briten eigentlich wollen ist die eierlegende Wohlmilchsau. Sie wollen die Vorteile der EU haben, dafür allerdings keine Gegenleistung anbieten, ebenso auch keine Pflichte, Normen, Gesetze und Vorschriften übernehmen. Aber so einen Sonderstatus kann man GB nicht einräumen, sonst wurde sich die EU auflösen, da dann alle diesen Sonderstatus haben wollen.
Nicht die briten, aber man wird das gefühl nicht los, daß einige Politiker und Bürger tatsächlich wollen. Dabei ist die Unwissenheit über die EU dieser Politiker schon erstaunlich, wenn man diesen so zuhört und was sie erzählen was alles so möglich ist mit einem No Deal Szenario..

Man kann als Vergleich ziehen die EU als eine Art WG. Wo eben auch gewisse Regeln, Verhaltensweisen, Pflichten, Rechte und Kosten für alle gleich gelten sollen. Die Schweizer haben dort im Grunde ein ähnliches Zimmer wie die Österreicher nur dass sie wenn es bei der nächtens Planung einer Party oder von neuen Regeln keine Mitspracherecht haben. Die Briten wollen für ihr Zimmer in der WG aber in Zukunft keine Miete mehr zahlen, aber dennoch immer noch den Lieblingsjogurt von Alfred essen, ohne einen neuen zu kaufen und Nachts um 3 Uhr Party machen, wenn andere vielleicht schlafen wollen. So etwas funktioniert auf Dauer einfach nicht, es ist schlicht weltfremd, realitätsfremd, diese Einstellung, bzw. trägt halt nicht unbedingt für eine gutes Miteinander bei. Daher ist es klar dass diese Wunschvorstellungen schlicht auf Ablehnung oder eher als Scherz verstanden werden, als eine Art der Realität.

Die Schweizer z.B. haben für sich den besten Kompromiss gefunden. Innen/Aussenpolitisch, Gesetzgeberisch so gut wie eigenständig, ausser bei Fragen der Freizügigkeit und Wirtschaftsregeln. In einer globalen Welt nicht der schlechteste Kompromiss wenn man nicht in der EU seien will.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Do 14. Mär 2019, 13:08

Jo33 hat geschrieben:(14 Mar 2019, 12:12)

Ein Nutztier dass es nicht gibt, aber vielfach gewünscht wird, auch und somit auch in übetragenen Sinne auch Anwendung findet in anderen Themenbereiche wo es ebenso eine Wunsch der Unmöglichkeit gibt, dIe Wünsche nicht der Realität entsprechen können.
Wie ein Tier das Hühnereier legt, Milch zum Trinken, Kochen, für Käse und Jogurt, produziert, Wolle und Leder für Kleidung produziert und dann noch den Sonntagsbraten und Schweineschnitzel liefert. So etwas gibt es nicht, wird aber gerne bei vielen Dingen vielfach gewünscht.

PS: Sorry, Rechtschreibfehler es ist eine eierlegende Wollmilchsau.


Die eierlegende Wollmilchsau passt hier aus meiner Sicht weniger. Es ist eher ein beeindruckendes Beispiel für die Haltung "Wasch-Mir-Den-Pelz-Aber-Mach-Mich-Nicht-Nass": man ist unzufrieden, fordert, dass sich etwas ändere, ist aber gegen jede Veränderung. Es gilt der Grundsatz "Hauptsache dagegen", die Konsequenzen des eigenen Tuns und Handelns will man auch nicht tragen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Do 14. Mär 2019, 13:12

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(14 Mar 2019, 11:17)

Ich sehe das etwas anders. Die Klarstellung der EU war oder ist notwendig und auch sinngebend. Über die Forderung eines zweiten Referendums
kann man allerdings "streiten".

1. Derzeit ist ohnehin eine Zusammenarbeit mit den Briten nicht denkbar. Auch nicht auf kühlem Verhandlungsgrund.
Die wirren Positionen des brit. Unterhauses, eine vereinbarungszuverlässige britische Regierung gibt es nicht (mehr).
Wie, mit wem und bei was soll die EU innerhalb eines so vollchaotischen britischen "Nichtentscheidungsrahmens" zusammenarbeiten???

2. Die Schuldzuweisung an Brüssel und die EU gibt es von brit. Seite seit dem Eintritt in den Siebzigern. Und besonders seit dem Referendum
und im Vorfeld dessen ist die EU sowieso der Sündenbock für alles. Einschließlich der einseitig unfairen Verhandlungsposition der EU bei den
Austrittsverhandlungen, die entweder als gezielte Abstrafung oder bewusstes in die Pfannehauen GBs seitens der EU dargestellt wird. Bis hin
zur heimlichen Weltherrschaft der EU über GB, die man klammheimlich aus Brüssel betreibe bzw. anstrebe. Je nachdem, wie wirr es in den einzelnen politischen Lügen- und Populismusgehirnen aussieht und den daraus entspringenden "fake news" über die EU.

3. Die Brexiteers stellen und stellten die EU als allein Schuldigen von Anfang an hin. Inclusive des fake-Arguments eines "abgekarteten Spiels", oder was auch immer man an Verschwörungstheorien dazu erfindet.
Von daher ist es reichlich piepenhagen. Britischerseits ist das EU-Kind sowieso schon in den Brunnen gefallen als Inkarnation des politisch "Bösen"
und GB ins Verderben stürzenden Zentralismus- und Bürokratiemonsters, das die nationale Souveränität Großbritanniens verspeisen will wie fish'n chips.

Kurz um: Die EU hat eh verschissen>>>"Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert".

Gell. :D


Eben und darum auch kein neues Referendum oder ähnliches.
Die sollen nun endlich einfach gehen.
Memento mori
-Römisches Sprichwort
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Do 14. Mär 2019, 13:13

Alexyessin hat geschrieben:(14 Mar 2019, 11:17)

Nein, das sehe ich anders. Erst durch diese Idiotie wurden die Menschen dort aufgeweckt. Zweites Referendum und gut ist. Und dann mit offenen Armen empfangen.



Ganz entschieden NEIN!!!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Do 14. Mär 2019, 13:15

Europa2050 hat geschrieben:(14 Mar 2019, 12:48)

Und deshalb sollte die EU m.E. alles vermeiden, was den Briten die Entscheidung abnimmt. Schon die Annahme einer Verlängerung unter der Forderung eines zweiten Referendums hielte ich für einen Fehler, das wird später die Dolchstosslegende Nr. 1 (Die EU hat die Briten zum Übergehen des demokratischen Votum genötigt)
Die Verlängerung muß ja nicht mit einer konkreten Forderung durch die EU verbunden sein. Es reicht wenn die EU auf eine glaubhafte Begründung für die Verlängerung besteht. "Wir haben das im Unterhaus noch nicht ausdiskutiert und brauchen dafür noch etwas Zeit" wäre sicher keine ausreichende Begründung.

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