BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

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Maltrino
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Di 5. Mär 2019, 05:53

Mendoza hat geschrieben:(03 Mar 2019, 18:43)

Ach so, du meinst, wenn 5% nicht mehr arbeiten gehen, dann hat das keine Auswirkungen? ...


Wenn man Leute zur Arbeit zwingen will, weil man glaubt dass das gut ist, dann könnte man ja auch den Reichen das Geld wegnehmen. Dann gibt es mehr Leute die Arbeiten müssen...

Folgendes Zahlenspiel:

10 Leute haben kein Geld. Alle müssen arbeiten, aber die Wirtschaft kommt nicht vorran da niemand niemanden bezahlen kann. Nun gewinnt einer im Lotto, hat 1 Million und muss nicht mehr arbeiten. Die 9 anderen arbeiten nun für ihn und die Wirtschaft kommt vorran. Die Tatsache, dass einer der 10 NICHT mehr arbeiten muss hat also paradoxerweise dazu geführt, dass insgesamt mehr gearbeitet wird.

Was passiert nun wenn bei einem BGE 5% aufhören zu arbeiten? Es passiert nun folgendes: Die anderen, die weiter arbeiten, arbeiten für diese Leute und lassen sich von denen bezahlen. Die die nicht arbeiten bezahlen die die arbeiten.

Werden dadurch weniger Waren produziert? Frage: Wo wird mehr Getreide produziert, dort wo 100 Leute mit der Sense das Stroh dreschen? Oder dort wo ein Bauer mit dem Mähdrescher über das Feld fährt und die Ernte an 99 Menschen verkauft?
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Di 5. Mär 2019, 18:36

Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob die Fragen ernst gemeint sind.
Maltrino hat geschrieben:(05 Mar 2019, 05:53)

Wenn man Leute zur Arbeit zwingen will, weil man glaubt dass das gut ist, dann könnte man ja auch den Reichen das Geld wegnehmen. Dann gibt es mehr Leute die Arbeiten müssen...
Folgendes Zahlenspiel:
10 Leute haben kein Geld. Alle müssen arbeiten, aber die Wirtschaft kommt nicht vorran da niemand niemanden bezahlen kann.

Das Problem bei deinen 10 Leuten ist, dass sie offensichtlich kein Geldsystem haben. Dann müssen sie eines einführen oder Tauschhandel treiben. Das können sie, denn sie erarbeiten ja was.
Nun gewinnt einer im Lotto, hat 1 Million und muss nicht mehr arbeiten.

Wo kommen die 1 Millionen her. Ich denke die 10 Leute haben kein Geld. Also können sie beim Lotto auch nichts einsetzen.
Die 9 anderen arbeiten nun für ihn und die Wirtschaft kommt vorran. Die Tatsache, dass einer der 10 NICHT mehr arbeiten muss hat also paradoxerweise dazu geführt, dass insgesamt mehr gearbeitet wird.

Also gibt es in dem System doch jemand der Geld hatte? Wenn jemand im Lotto gewinnt muß es ja auch Leute geben, die es verloren haben. Warum haben die 10 dann nicht an die Leute
verkauft, die es sich leisten für eine Mio Lotto zu spielen? In deinem Beispiel passt überhaupt nichts zusammen!

Was passiert nun wenn bei einem BGE 5% aufhören zu arbeiten? Es passiert nun folgendes: Die anderen, die weiter arbeiten, arbeiten für diese Leute und lassen sich von denen bezahlen. Die die nicht arbeiten bezahlen die die arbeiten.

Also erst muß ich als Arbeitender über das Steuersystem Geld abführen an Untätige, die dann meine Produkte -z.b. Kartoffeln- kaufen. Da kann ich meine Knollen ja auch gleich verschenken! Ich krieg ja nur das Geld zurück, dass ich ihnen vorher zwangsweise geben mußte. Ergebnis: Die haben Kartoffeln, ich habe dafür -1x Geld hin und 1x Geld zurück- NICHTS!

Werden dadurch weniger Waren produziert? Frage: Wo wird mehr Getreide produziert, dort wo 100 Leute mit der Sense das Stroh dreschen? Oder dort wo ein Bauer mit dem Mähdrescher über das Feld fährt und die Ernte an 99 Menschen verkauft?


Ja was hat der technische Fortschritt jetzt damit zu tun? Natürlich ist ein Mähdrescher besser! Die 99 anderen machen ja jetzt im Normalfall eine andere sinnvolle Tätigkeit. Es kann doch wohl kaum Ziel sein, dass nur noch einer arbeitet und die anderen spielen sich an der Pfe... Wenn überhaupt Arbeitsreduktion, dann doch bitte für alle in etwa gleichmäßig. Aber wie gesagt, der technische Fortschritt ist eine ganz andere Baustelle.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Mi 6. Mär 2019, 17:40

Mendoza hat geschrieben:...

Ja was hat der technische Fortschritt jetzt damit zu tun? Natürlich ist ein Mähdrescher besser! Die 99 anderen machen ja jetzt im Normalfall eine andere sinnvolle Tätigkeit. Es kann doch wohl kaum Ziel sein, dass nur noch einer arbeitet und die anderen spielen sich an der Pfe... Wenn überhaupt Arbeitsreduktion, dann doch bitte für alle in etwa gleichmäßig. Aber wie gesagt, der technische Fortschritt ist eine ganz andere Baustelle.


Nix da andere Baustelle. Das ist das einzige was ich jetzt beim Durchlesen kapiert habe und deshalb das einzige worauf ich antworten kann!

Gleichmäßige Arbeitsreduktion für alle geht nur mit Zwang. In der Realität wird es so sein: Wenn wegen Produktivitätszuwachs (Fortschritt) Arbeit reduziert wird, dann werden diejenigen keine Arbeit finden die von anderen nicht "gebracht" werden. Von den 100 Erntehelfern wird nur derjenige weiterbeschäftigt der am talentiertsten (oder am billigsten) Mähdrescher fahren kann. Die anderen nicht. Wenn es woanders neue Jobs gibt, schön und gut, aber irgendwann kommt man an einen Punkt wo nciht andauernd neue Jobs aus dem Boden wachsen. Und dann? Aber das wurde hier schon auch dutzende Male besprochen dieses Thema. Und nochmal: Es ist meiner Meinung nach gut wenn nicht jeder Arbeit findet, wenn nicht "gleichmäßig" jeder weniger arbeitet sondern nur die die keine gute Arbeit machen. Du willst ja bei der Fußball WM auch nur diejenigen im Finale sehen die gut spielen und nicht jede Gurkentruppe, nur weil die auch n Job brauchen...
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Mi 6. Mär 2019, 21:00

Dann mal eine einfache Frage und da wir das Thema Mähdrescher versus manuelle Arbeit hatten : Im Jahre 1900 hatten rund 36 Prozent der Deutschen Arbeit in der Landwirtschaft und heute sind es unter 2%. Nach eurer Theorie müssten wir alleine schon deshalb Massenarbeitslosigkeit von über 30% haben und bräuchten ja total zwingend das BGE. Wieso ist diese Arbeitslosigkeit denn nicht vorhanden ihr Klugscheisser?

Nebenbei gesagt lieber Maltrino, man drischt mit der Sense kein Stroh!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Adam Smith » Mi 6. Mär 2019, 21:06

Mendoza hat geschrieben:(06 Mar 2019, 21:00)

Dann mal eine einfache Frage und da wir das Thema Mähdrescher versus manuelle Arbeit hatten : Im Jahre 1900 hatten rund 36 Prozent der Deutschen Arbeit in der Landwirtschaft und heute sind es unter 2%. Nach eurer Theorie müssten wir alleine schon deshalb Massenarbeitslosigkeit von über 30% haben und bräuchten ja total zwingend das BGE. Wieso ist diese Arbeitslosigkeit denn nicht vorhanden ihr Klugscheisser?

Nebenbei gesagt lieber Maltrino, man drischt mit der Sense kein Stroh!


Um das Jahr 1800 arbeiteten sogar 3/4 der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft.


Um 1800 waren noch etwa 75 % aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft tätig.[14] Die ständigen Neuerungen machten es möglich,


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Landwir ... Revolution
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Do 7. Mär 2019, 08:02

Mendoza hat geschrieben:(06 Mar 2019, 21:00)

Dann mal eine einfache Frage und da wir das Thema Mähdrescher versus manuelle Arbeit hatten : Im Jahre 1900 hatten rund 36 Prozent der Deutschen Arbeit in der Landwirtschaft und heute sind es unter 2%. Nach eurer Theorie müssten wir alleine schon deshalb Massenarbeitslosigkeit von über 30% haben und bräuchten ja total zwingend das BGE. Wieso ist diese Arbeitslosigkeit denn nicht vorhanden ihr Klugscheisser?

...


Weil wir es mit allerlei arbeitsmarktpolitischen Anstrengungen schaffen dass allerlei Klugscheißer, die nichts produzieren, sich gegenseitig bezahlen und das dann "Dienstleistung" nennen? Und das BGE ist die einzige Möglichkeit diesen Wahnsinn aufrecht zu erhalten, da nur so genug Geld herumverteilt wird, dass weiterhin jeder jeden bezahlen kann. Oder was war jetzt die Frage?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Mendoza » Fr 8. Mär 2019, 17:09

Diensleistung ist schon mal (auch) richtig. Hat aber mit arbeitsmarktpolitischen Anstrengungen wenig zu tun. Ein Automechaniker oder ein Arzt werden meistens nicht vom Staat bezahlt. Und keine Ahnung was daran Wahnsinn sei soll. Fakt ist jedenfalls das der Staat einerseits viele Arbeiten wegen Geldmangels unerledigt lassen muss und andererseits arbeitsfähigen Menschen Hartz4 zahlt. Total krank so was. Die Aufgabe des Staates sollte es sein die beiden Sachen so gut es geht zusammen zu führen. Ein BGE würde diesen Missstand nicht bessern sondern dramatisch verschlimmern!
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Fr 8. Mär 2019, 18:31

Mendoza hat geschrieben:(08 Mar 2019, 17:09)

[*] Fakt ist jedenfalls das der Staat einerseits viele Arbeiten wegen Geldmangels unerledigt lassen muss und andererseits arbeitsfähigen Menschen Hartz4 zahlt.[*]


Und andererseits "arbeitsfähigen Leuten" irgendwelche lustigen Jobs in der Verwaltung gibt. Ich war mal in einem kommunalen Sozialausschuss. Was glaubst du was da alles an lustigen Maßnahmen bewilligt wurden wo irgendwelche Leute die zum Beispiel Theologie studiert hatten als Leiter von irgendwelchen Einrichtungen benannt wurden die sich in einem Stadtteil um stadtteilspezifische Stadtteilsachen kümmern sollten...

Mendoza hat geschrieben:(08 Mar 2019, 17:09)

Diensleistung ist schon mal (auch) richtig. Hat aber mit arbeitsmarktpolitischen Anstrengungen wenig zu tun. Ein Automechaniker oder ein Arzt werden meistens nicht vom Staat bezahlt. Und keine Ahnung was daran Wahnsinn sei soll. [*] Total krank so was. Die Aufgabe des Staates sollte es sein die beiden Sachen so gut es geht zusammen zu führen. Ein BGE würde diesen Missstand nicht bessern sondern dramatisch verschlimmern!


Ja gut, was passiert wenn kein Hartz4 und kein BGE gezahlt wird? Tausende "Faulenzer" haben plötzlich kein Geld mehr bei billigen Discountern einzukaufen und sich lustige Fernsehprogramme zu bestellen. Ob da "die Wirtschaft" so zufrieden ist?

Was ich an dieser Diskussion immer nicht verstehe: Wenn man doch so gegen BGE ist weil man will dass nur diejenigen Geld haben die es auch auf dem freien Markt verdienen, warum sind die nicht auch dafür, dass sämtliche jetzige staatliche Leistungen gestrichen werden? Du findest das jetzige System krank, aber willst auch kein neues System? Ja was willst du dann? :?: Dass kein Hartz4 mehr an "arbeitsfähige Empfänger" gezahlt wird? Ich schätze mal das wären 99% der jetzigen Hartz4 Empfänger. Ok. Das forderst du? Völlige Einstellung von Sozialhilfe für alle die überhaupt nichts arbeiten können? Ja gut, bin ich dabei. Dann finde ich endlich Leute die für mich arbeiten und ich muss nur 10 Cent pro Stunde bezahlen, Mindestlohn ist ja auch so ein komisches staatliches Konstrukt das völlig in den freien Markt eingreift, nicht wahr? Oder wie? Oder was... :?:
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Fr 8. Mär 2019, 19:45

Maltrino hat geschrieben:(08 Mar 2019, 18:31)

Und andererseits "arbeitsfähigen Leuten" Oder wie? Oder was... :?:


Wenn die Firmen dass bezahlen würden ...(Nur die Firmen für die Wirtschaftsförderung zur Kasse gebeten werden) hätten wir da kein Problem.

Ob Du nun für die Firma arbeitest oder als Käufer von denen sponsoriert wirst...

Blöd nur - die wollen das nicht zahlen...... und ich auch nicht.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Di 12. Mär 2019, 10:42

Teeernte hat geschrieben:(08 Mar 2019, 19:45)

Wenn die Firmen dass bezahlen würden ...(Nur die Firmen für die Wirtschaftsförderung zur Kasse gebeten werden) hätten wir da kein Problem.

Ob Du nun für die Firma arbeitest oder als Käufer von denen sponsoriert wirst...

Blöd nur - die wollen das nicht zahlen...... und ich auch nicht.



??? Was hat dass mit dir zu tun?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Di 12. Mär 2019, 11:51

Alpha Centauri hat geschrieben:(12 Mar 2019, 10:42)

??? Was hat dass mit dir zu tun?


...und... Was hat dass mit Dir zu tun ?.....und Du mit mir ? Dein Text zu meinem Beitrag ? ...zum Thema ? Fragen über Fragen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Sybilla » Di 12. Mär 2019, 20:14

Mendoza hat geschrieben:(08 Mar 2019, 17:09)

Diensleistung ist schon mal (auch) richtig. Hat aber mit arbeitsmarktpolitischen Anstrengungen wenig zu tun. Ein Automechaniker oder ein Arzt werden meistens nicht vom Staat bezahlt. Und keine Ahnung was daran Wahnsinn sei soll. Fakt ist jedenfalls das der Staat einerseits viele Arbeiten wegen Geldmangels unerledigt lassen muss und andererseits arbeitsfähigen Menschen Hartz4 zahlt. Total krank so was. Die Aufgabe des Staates sollte es sein die beiden Sachen so gut es geht zusammen zu führen. Ein BGE würde diesen Missstand nicht bessern sondern dramatisch verschlimmern!


Na dann sind Sie ja ein Fan von dem §16i im SGB II dieser ermöglicht das arbeitsfähige Menschen die jetzt ca. 800 € monatlich ALG II/Hartz IV erhalten für fünf Jahre bei einem Arbeitgeber in Arbeit kommen. Dieser Arbeitgeber erhält dann Lohnkostenzuschüsse in den ersten beiden Jahren sogar 100 % im dritten 90 % im vierten 80 % und im fünften immer noch 70 % mindestens auf dem Niveau des Mindestlohn ca. 1400 € monatlich oder Tariflohn falls tarifgebunden.

Also die Steuerzahler zahlen einen Arbeitgeber eine Arbeitskraft in den ersten beiden Jahren für lau, das finden Sie vermutlich eine Super Sache?
Mancher der dieses Geld erarbeitet also Leute die jeden Tag aufstehen, teilweise Nachts bzw. in Schicht arbeiten um dann im Endeffekt mit ihren Steuern für zwei arbeiten müssen finden das eventuell nicht so gut als Sie. Und das nur damit ein arbeitsfähiger ALG II Empfänger von einen Arbeitgeber "für lau" eingestellt wird.

Also nur dafür das Menschen wie sie ihren Willen bekommen, Arbeitgeber weiterhin vom Steuerzahler subventionierte Arbeitskräfte erhalten und alle arbeitsfähigen Menschen wenn auch nur einen "imaginären" Arbeitsplatz besitzen, ist das für Leute die jeden Tag aufstehen, teilweise Nachts bzw. in Schicht arbeiten doch etwas zu teuer.

Das BGE ist so und so alternativlos, weil die Digitalisierung der Industrie sowie das Ende des Verbrennungsmotor Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet. Ideologie ist immer ein schlechter Ratgeber vor allem die Neoliberale.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Di 12. Mär 2019, 21:35

Sybilla hat geschrieben:(12 Mar 2019, 20:14)
Das BGE ist so und so alternativlos, weil die Digitalisierung der Industrie sowie das Ende des Verbrennungsmotor Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet. Ideologie ist immer ein schlechter Ratgeber vor allem die Neoliberale.


Ich seh das nicht so schwarz wie Du, ...welcher Job ist denn heute noch für "Ungelernte" ? Einerseits wird bei "Digitalisierung" eine Weiterbeschäftigung ausgeschlossen...und auf der Anderen Seite soll ein Arbeitnehmer SOFORT wieder einsetzbar sein- selbst nach 1000 Jahren Arbeitslosigkeit.

Es gibt viele Jobs die bereits sehr Digital-Lastig sind - und keinem gekündigt wurde - KFZ Mechaniker zB. ...selbst beim Reifenfritzen steht ein Komputer zum auswuchten und Spur vermessen.

Die Sekretärin hat den Sprung zur Assistenz der ...XYZ- Leitung gemacht -
und der Pförtner ist zum Mitarbeiter für Besucherfragen mutiert .....vom Betriebsausweis hin zu einer Key Card im Eingang.

FAST jeder Werktätige kann einen PC/Smartphone bedienen , viele sogar mit verschiedenen Betriebssystemen..

Eine Uhr ist preiswert geworden - und ist nicht nur ab 25 Betriebsjubiläum verfügbar. - DIGITAL.

Das hochkomplexe duplex Funkgerät ist nun Digital....und nennt sich Handy. Eine Lizenz zum "funken" mit dem Gerät an einen Kollegen in Japan oder Spanien ist nicht erforderlich.

Im PKW sind mittlerweile deutlich über 10 Komputersysteme verbaut - ohne eine neue "Bedienungsberechtigung zu machen. Die Fahrerlaubnis als Vorkriegsware reicht noch.

...und die DIGITALISIERUNG im HeimTV ist VOLL durchgesetzt - ....DVB-S,DVB-T und DVB-C. Selbst Leute mit geringer Bildung können das Gerät bedienen.

Die Digitalisierung in der Produktion wird ähnlich ablaufen. Es wird eine GUI für den Bediener geben (Grafisches User Interface) der das Ding damit bedienen kann.....der Kunde wird anspruchsvoller... Statt kleinSerie wird es mehr Einzelstücke geben. Ich bin mir Sicher , dass man in 10 Jahren die Klamotten "ausdrucken" kann- . Grössen sind nur eine pauschale "Näherung"..der 3DScanner wird da genauer//passfähiger messen. Möbel im "Selbstdesign" werden preiswerter als die im Geschäft...

..vielleicht gibt es auch "Personal" in Haushalt, Garten und Auto ? ...nur wer den Job mag - :D :D :D

...und bei Handwerkern ist doch jetzt schon MANGEL mit Digitaler Vermessung, ...digitaler Bestellung, digitaler Lieferung... und Bestellung des Handwerkers mittels Digitalem Telefon.

Nicht die Digitalisierung wird Arbeitsplätze "KOSTEN" - das sind eher die Steuern und Nebenkosten.

Eine "ARBEITSKRAFT" KOSTET (min) das 3-4 Fache des Lohnes...
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Misterfritz » Di 12. Mär 2019, 22:06

Sybilla hat geschrieben:(12 Mar 2019, 20:14)Ideologie ist immer ein schlechter Ratgeber vor allem die Neoliberale.

Ideologie ist IMMER ein schlechter Ratgeber :D
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Di 12. Mär 2019, 22:26

Teeernte hat geschrieben:(02 Mar 2019, 23:00)

Ja Arbeit gibts da nicht - da muss man für Beschäftigung sorgen.


Was meinst du damit? Ehrenamt oder dass der Staat künstlich Jobs schafft? Du weißt schon, dass es nicht funktionieren kann. Das BGE ist doch viel logischer und effizienter.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Teeernte » Di 12. Mär 2019, 22:40

lili hat geschrieben:(12 Mar 2019, 22:26)

Was meinst du damit? Ehrenamt oder dass der Staat künstlich Jobs schafft? Du weißt schon, dass es nicht funktionieren kann. Das BGE ist doch viel logischer und effizienter.


Es gibt einen Personenkreis der gebraucht werden möchte - Resultate auf reeller Arbeit jedoch weit hinter normalen Ergebnissen liegen - solchen Menschen muss man eine Beschäftigung bieten.

Sie in die Ecke stellen und mit Geld "ruhigstellen//Schweigegeld zahlen" ...ist der verkehrte Weg.

Was an BGE logisch oder effizient ist - muss sich mir nicht erschliessen.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon lili » Di 12. Mär 2019, 22:42

Teeernte hat geschrieben:(12 Mar 2019, 22:40)

Es gibt einen Personenkreis der gebraucht werden möchte - Resultate auf reeller Arbeit jedoch weit hinter normalen Ergebnissen liegen - solchen Menschen muss man eine Beschäftigung bieten.

Sie in die Ecke stellen und mit Geld "ruhigstellen//Schweigegeld zahlen" ...ist der verkehrte Weg.

Was an BGE logisch oder effizient ist - muss sich mir nicht erschliessen.



Warum ist dass der verkehrte Weg? Ich verbiete ihnen ja nicht etwas zusätzliches zu tun, aber sie werden nicht gezwungen. Durch das BGE haben sie doch die Entscheidungsfreiheit.
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Alpha Centauri » Di 12. Mär 2019, 22:44

Sybilla hat geschrieben:(12 Mar 2019, 20:14)

Na dann sind Sie ja ein Fan von dem §16i im SGB II dieser ermöglicht das arbeitsfähige Menschen die jetzt ca. 800 € monatlich ALG II/Hartz IV erhalten für fünf Jahre bei einem Arbeitgeber in Arbeit kommen. Dieser Arbeitgeber erhält dann Lohnkostenzuschüsse in den ersten beiden Jahren sogar 100 % im dritten 90 % im vierten 80 % und im fünften immer noch 70 % mindestens auf dem Niveau des Mindestlohn ca. 1400 € monatlich oder Tariflohn falls tarifgebunden.

Also die Steuerzahler zahlen einen Arbeitgeber eine Arbeitskraft in den ersten beiden Jahren für lau, das finden Sie vermutlich eine Super Sache?
Mancher der dieses Geld erarbeitet also Leute die jeden Tag aufstehen, teilweise Nachts bzw. in Schicht arbeiten um dann im Endeffekt mit ihren Steuern für zwei arbeiten müssen finden das eventuell nicht so gut als Sie. Und das nur damit ein arbeitsfähiger ALG II Empfänger von einen Arbeitgeber "für lau" eingestellt wird.

Also nur dafür das Menschen wie sie ihren Willen bekommen, Arbeitgeber weiterhin vom Steuerzahler subventionierte Arbeitskräfte erhalten und alle arbeitsfähigen Menschen wenn auch nur einen "imaginären" Arbeitsplatz besitzen, ist das für Leute die jeden Tag aufstehen, teilweise Nachts bzw. in Schicht arbeiten doch etwas zu teuer.

Das BGE ist so und so alternativlos, weil die Digitalisierung der Industrie sowie das Ende des Verbrennungsmotor Millionen von Arbeitsplätzen vernichtet. Ideologie ist immer ein schlechter Ratgeber vor allem die Neoliberale.


Das ist ohnehin eine Logik bei den BGE Gegnern die für sich spricht, einerseits ist man Gegen weil durch sogenannte Grundeinkommen angeblich der " Steuerzahler " Faulenzer" bezahlt, dabei tut man im gegenwärtigen Hartz System bei den sogenannten Aufstockern genau dass auch der Steuerzahler finanziert bzw. zahlt den ( teilweisen) Lohn der Arbeitskraft für den Arbeitgeber, wie gerecht ist dass? Da ja viele BGE Kritiker gerne mit der vermeintlichen Gerechtigkeitskeule kommen
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon Maltrino » Mi 13. Mär 2019, 01:05

lili hat geschrieben:(12 Mar 2019, 22:26)

Was meinst du damit? Ehrenamt oder dass der Staat künstlich Jobs schafft? Du weißt schon, dass es nicht funktionieren kann. Das BGE ist doch viel logischer und effizienter.


Teeernte hat geschrieben:(12 Mar 2019, 22:40)

Es gibt einen Personenkreis der gebraucht werden möchte - Resultate auf reeller Arbeit jedoch weit hinter normalen Ergebnissen liegen - solchen Menschen muss man eine Beschäftigung bieten.

Sie in die Ecke stellen und mit Geld "ruhigstellen//Schweigegeld zahlen" ...ist der verkehrte Weg.

[*].


Lasst uns doch einen Kompromiss machen: Wir nennen das ganze nicht "BGE" sondern "BfA-Bezahlung für Arbeit" und zahlen einfach jedem Menschen Geld damit er 24 Stunden am Aufbau unserer Wirtschaft und Gesellschaft mitarbeitet. Und jeder der sich bereiterklärt diese Arbeit zu leisten bekommt das Geld, also jeder. Zufrieden?
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Re: BGE - bedingungsloses Grundeinkommen

Beitragvon unity in diversity » Mi 13. Mär 2019, 03:45

lili hat geschrieben:(12 Mar 2019, 22:42)

Warum ist dass der verkehrte Weg? Ich verbiete ihnen ja nicht etwas zusätzliches zu tun, aber sie werden nicht gezwungen. Durch das BGE haben sie doch die Entscheidungsfreiheit.

Sozialversicherungspflichtige Jobs werden mit einem BGE nicht mehr gebraucht. Der Arbeitgeber spart Personalkosten. Die paritätische Finanzierung der Sozialkosten durch AG und AN entfällt.
Die AG haben unkontrollierte Kostenexplosionen verhindert. Dieses Lobbyinteresse ist nicht länger notwendig. Auf welche Lobby kannst du dich stützen?
Mit 1000,- € BGE mußt du dich überall privat versichern, ohne paritätische Kostenteilung.
Wohngeld ist auch nicht mehr aktuell.
Also, wie viel bleibt für dich übrig und welche Entscheidungsfreiheit meinst du damit genau?
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.

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