HartzIV - Sammelstrang

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitslosengeld 2 (HartzIV), Rentenversicherung, Sozialgesetzbuch.

Moderator: Moderatoren Forum 1

lili
Beiträge: 3582
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » So 24. Feb 2019, 00:42

Skull hat geschrieben:(24 Feb 2019, 00:41)

Kommt jetzt wieder die Glaskugel. Das ... irgendwann ... im fernen Land ...
niemand mehrvarbeiten braucht, weil in Phantasien das Schlaraffenland existiert,
dank Digitalisierung x.y alle Probleme gelöst sind ? :?:

Für alle Menschen, ob 8, 9 oder 10 Milliarden ? Oder nur auf der Insel Deutschland ?

Und was hat das alles mit HEUTE und HartzIV zu tun ?

mfg


Ich denke für alle. Nur um die Reihenfolgen wird noch gestritten.
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

Max Stirner
Benutzeravatar
denkmal
Beiträge: 1129
Registriert: Mo 16. Jun 2008, 10:24

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon denkmal » Mo 25. Feb 2019, 12:59

lili hat geschrieben:(24 Feb 2019, 00:40)

Deswegen muss man doch das Erwerbsleben nicht idealisieren. Es ist einfach nur Broterwerb sonst nichts. Wenn es eine andere Möglichkeit gibt, dann ist es Geschichte.

Welche anderen Möglichkeiten soll es denn geben - ohne das zumindest EINIGE am Erwerbsleben teilnehmen? Und es ist doch auch schön, wenn man das, was notwendig ist, dann auch noch mit Freude macht? Wobei das wahrscheinlich ab einem Punkt X kippen wird - weshalb der Mensch ja auch nicht für das ausleben kommunistische Ideale geeignet ist.
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor
lili
Beiträge: 3582
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » Di 26. Feb 2019, 06:42

denkmal hat geschrieben:(25 Feb 2019, 12:59)

Welche anderen Möglichkeiten soll es denn geben - ohne das zumindest EINIGE am Erwerbsleben teilnehmen? Und es ist doch auch schön, wenn man das, was notwendig ist, dann auch noch mit Freude macht? Wobei das wahrscheinlich ab einem Punkt X kippen wird - weshalb der Mensch ja auch nicht für das ausleben kommunistische Ideale geeignet ist.


Das werden aber sehr wenige sein. Die Maschinen ersetzten irgendwann die Menschen. Die Frage ist auch wie lange es noch Geld geben wird.
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

Max Stirner
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 36253
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Feb 2019, 07:04

lili hat geschrieben:(26 Feb 2019, 06:42)

Das werden aber sehr wenige sein. Die Maschinen ersetzten irgendwann die Menschen. Die Frage ist auch wie lange es noch Geld geben wird.


Wenn die Maschinen den Mensch den ersetzt haben, lautet die Frage, wie lange es den Menschen noch geben wird.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
Europa2050
Beiträge: 4776
Registriert: Di 4. Mär 2014, 08:38
Benutzertitel: Kein Platz für Nationalismus

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Europa2050 » Di 26. Feb 2019, 07:46

JJazzGold hat geschrieben:(26 Feb 2019, 07:04)

Wenn die Maschinen den Mensch den ersetzt haben, lautet die Frage, wie lange es den Menschen noch geben wird.


... um vor allem warum?

Das wird wohl spätestens in der zweiten Hälfte des 21. die entscheidende Frage sein, die die junge Generation lösen muss.

Dann braucht auch der Liberalismus dringend ein Update, den anderen *.ismen traue ich in der Beziehung nicht mal ein Update zu.

Aber diese Fragen werden nicht im Hartz4 Bereich entschieden ...
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 36253
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Feb 2019, 08:05

Europa2050 hat geschrieben:(26 Feb 2019, 07:46)

... um vor allem warum?

Das wird wohl spätestens in der zweiten Hälfte des 21. die entscheidende Frage sein, die die junge Generation lösen muss.

Dann braucht auch der Liberalismus dringend ein Update, den anderen *.ismen traue ich in der Beziehung nicht mal ein Update zu.

Aber diese Fragen werden nicht im Hartz4 Bereich entschieden ...


Keine Menschen, kein Hartz IV. ;)
Du hast selbstverständlich recht, das wäre eine Frage für ein Gesellschaftsunterforum.
Worauf der bedingungslose Glaube fusst, eine Maschinenwelt würde quasi das Schlaraffenland darstellen, müsste geklärt werden, ebenso wie die Bedeutung, die der Mensch in dieser Welt dann noch hat.

Es wird der Moment sein, in dem der Liberalismus sich für enge Grenzen entscheiden muss und wo diese zu setzen sind und es wird ein schmerzhafter, erkenntnisreicher Prozess sei. Aber wenigstens wäre dort das Rüstzeug dazu vorhanden, während die anderen -ismen blind in schwer bis nicht reversible Lebensumstände hineinstolpern würden.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
sünnerklaas
Beiträge: 3868
Registriert: Do 10. Aug 2017, 15:41

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon sünnerklaas » Di 26. Feb 2019, 10:32

Europa2050 hat geschrieben:(26 Feb 2019, 07:46)

... um vor allem warum?

Das wird wohl spätestens in der zweiten Hälfte des 21. die entscheidende Frage sein, die die junge Generation lösen muss.

Dann braucht auch der Liberalismus dringend ein Update, den anderen *.ismen traue ich in der Beziehung nicht mal ein Update zu.

Aber diese Fragen werden nicht im Hartz4 Bereich entschieden ...


Fast alle politischen Strömungen - Liberalismus, Marxismus, Nationalismus - stammen aus dem 19. Jahrhundert. Ihre theoretischen und praktischen Grundlagen stammen aus der Zeit der Monarchie und der Industrialisierung. Insofern sind sie bei den heutigen Fragestellungen aus politisch-praktischer Sicht in erheblichen Teilen veraltet. Problemlösungsansätze, die 100 Jahre und älter sind in ihrer reinen Form im Hier und Jetzt nur eingeschränkt praktikabel. Die Wirklichkeit des Jahres 2019 ist eine andere, als die des Jahres 1900.
Benutzeravatar
Skull
Moderator
Beiträge: 22420
Registriert: Do 12. Apr 2012, 22:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Skull » Di 26. Feb 2019, 13:55

sünnerklaas hat geschrieben:(26 Feb 2019, 10:32)

Die Wirklichkeit des Jahres 2019 ist eine andere, als die des Jahres 1900.

Korrekt. Und daher gibt es im Jahr 2019...

Grund-und Menschenrechte, Eigentumsrechte und sogar Verfassungsgerichte, die darüber wachen.

Datt gab es damals alles....nich. :)

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
sünnerklaas
Beiträge: 3868
Registriert: Do 10. Aug 2017, 15:41

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon sünnerklaas » Di 26. Feb 2019, 14:28

Skull hat geschrieben:(26 Feb 2019, 13:55)

Korrekt. Und daher gibt es im Jahr 2019...

Grund-und Menschenrechte, Eigentumsrechte und sogar Verfassungsgerichte, die darüber wachen.

Datt gab es damals alles....nich. :)

mfg


Die Mobilität hat sich seit 1900 grundlegend geändert. Ebenso die Form der Nachrichtenübermittlung. Es gab zwar 1900 schon Telegrafie und Telefon - aber das stand nicht jedem zur Verfügung. Außerdem war auch das eine langwierige und zuweilen umständliche Geschichte. Auf dem Lande war das Fräulein vom Amt teilweise nur zu in zeitlich sehr begrenzten Zeiten verfügbar, es konnte nur stundenweise telefoniert werden, an Sonn- und Feiertagen zuweilen gar nicht - weil das Fernsprechamt geschlossen hatte. Reisen war auch um 1900 zuweilen sehr beschwerlich. Abseits der Bahnstrecken musste man zu Fuß oder mit dem Fahrrad oder eben mit dem Pferd unterwegs sein. Wer ein Auto hatte, dem nützte das angesichts der extrem schlechten Straßen auch nicht all zu viel. Dass Landstraßen und selbst Fernstraßen feste Fahrbahndecken haben, ist erst seit Ende der 1920er Jahre Standard. Zuvor waren selbst Reichsstraßen Schotterpisten, die regelmässig mit der Dampfwalze und durch Arbeitskolonnen mit Schaufel und Spitzhacke bearbeitet wurden.
Und allein auf Grund dieser Umstände müssen sämtliche politischen Theorien aus der Zeit zwischen 1840 und 1950 komplett überdacht werden. Sie sind auf die heutigen Verhältnisse und Lebensumstände praktisch nicht anwendbar.
Benutzeravatar
denkmal
Beiträge: 1129
Registriert: Mo 16. Jun 2008, 10:24

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon denkmal » Di 26. Feb 2019, 14:38

lili hat geschrieben:(26 Feb 2019, 06:42)

Das werden aber sehr wenige sein. Die Maschinen ersetzten irgendwann die Menschen. Die Frage ist auch wie lange es noch Geld geben wird.

Ich kenn ja Leute, die haben jetzt schon keins mehr... :cool:
Kein Geld, keine Arbeit, wer soll bloß diese verdammten Maschinen beaufsichtigen - und warum sollte derjenige das tun (aus heutiger Sicht gefragt).
Im Laufe ihres steinernen Daseins nehmen sogar manche Denkmäler menschliche Züge an.
© Martin Gerhard Reisenberg
(*1949), Diplom-Bibliothekar und Autor
Benutzeravatar
Skull
Moderator
Beiträge: 22420
Registriert: Do 12. Apr 2012, 22:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Skull » Di 26. Feb 2019, 14:47

sünnerklaas hat geschrieben:(26 Feb 2019, 14:28)

Und allein auf Grund dieser Umstände müssen sämtliche politischen Theorien
aus der Zeit zwischen 1840 und 1950 komplett überdacht werden.

Aber nicht in diesem Thread. :)

mfg
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
lili
Beiträge: 3582
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » Di 26. Feb 2019, 19:28

JJazzGold hat geschrieben:(26 Feb 2019, 07:04)

Wenn die Maschinen den Mensch den ersetzt haben, lautet die Frage, wie lange es den Menschen noch geben wird.


Das ist die nächste Frage...Aber wenn man noch existiert ist es Erholung. :D
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

Max Stirner
lili
Beiträge: 3582
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » Di 26. Feb 2019, 19:29

denkmal hat geschrieben:(26 Feb 2019, 14:38)

Ich kenn ja Leute, die haben jetzt schon keins mehr... :cool:
Kein Geld, keine Arbeit, wer soll bloß diese verdammten Maschinen beaufsichtigen - und warum sollte derjenige das tun (aus heutiger Sicht gefragt).


Das tun auch Menschen....Aber wir brauchen nicht mehr so viele Menschen.
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

Max Stirner
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 36253
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Feb 2019, 19:34

lili hat geschrieben:(26 Feb 2019, 19:28)

Das ist die nächste Frage...Aber wenn man noch existiert ist es Erholung. :D


Nicht wirklich, zum Nichtstun gezwungen, mit stark eingeschränkter Mobilität und mit geschmacklosen Nahrungschips versorgt.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
lili
Beiträge: 3582
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon lili » Di 26. Feb 2019, 19:40

JJazzGold hat geschrieben:(26 Feb 2019, 19:34)

Nicht wirklich, zum Nichtstun gezwungen, mit stark eingeschränkter Mobilität und mit geschmacklosen Nahrungschips versorgt.



Wieso eingeschränkter Mobilität und Nahrungschips? Ich lasse mich da Überraschen und wir leben in einem neuen Zeitalter. :D
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

Max Stirner
Benutzeravatar
Skull
Moderator
Beiträge: 22420
Registriert: Do 12. Apr 2012, 22:22
Benutzertitel: woaussie
Wohnort: NRW

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Skull » Di 26. Feb 2019, 19:44

Guten Abend,

das wird jetzt aber kein Captain Future Thread.

Bitte.
Man dient für Lohn und liebt sich für Geschenke
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 36253
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon JJazzGold » Di 26. Feb 2019, 20:57

Skull hat geschrieben:(26 Feb 2019, 19:44)

Guten Abend,

das wird jetzt aber kein Captain Future Thread.

Bitte.



Nein. Versprochen.
Future world gehört, wie Europa 2050 und ich schon ein paar Seiten zuvor feststellten, in ein anderes Unterforum.
Überlassen wir sie also der Phantasie.

Danke für das Bitte. ;)

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt
Benutzeravatar
Maltrino
Beiträge: 998
Registriert: Fr 8. Jan 2016, 12:40

Re

Beitragvon Maltrino » So 3. Mär 2019, 05:27

Andreas50 hat geschrieben:(02 Mar 2019, 17:25)

Machen wir uns doch nichts vor. Belohnt wird in diesem System nur wer viel Geld besitzt, weil er viel investieren kann.


Ich habe grad, in einem elendlangen und komplizierten Text, versucht dieses Phänomen zu ergründen:

viewtopic.php?f=20&t=67984

Das Ding ist nämlich: So jemand der viel besitzt und investiert wird ja durchaus als "Leistungsträger" in Teilen dieser Gesellschaft anerkannt und gelobt. Ist dies jetzt verachtenswert oder wie? Es ist auf jeden Fall ein Zeichen dafür, dass irgendwas dazu geführt hat dass in Teilen der Gesellschaft "Besitz" verwechselt wird mit "Arbeit". Und vielleicht ist dies einfach nur eine andere Auffassung von "Arbeit", eine historisch entwickelte andere Sichtweise auf "Arbeit". Ich habe dies in dem verlinkten Text versucht zu erklären. Was man heute oft vergisst: Große Teile der Deutschen Gesellschaft stammen von halbnomadischen Viehtreibern aus den östlichen Steppen ab die für die "indogermanischen" Sprachen verantwortlich sind. Aber welche Arbeitsmoral herrscht in einer Gesellschaft in der der Viehbesitz über Wohlstand entscheidet? In einer solchen Gesellschaft ist das wichtigste dass man "Besitz" (Viehherde) hat und diesen Besitzt (Viehherde) vererbt. In einer solchen Kultur ist weder Schweiß, noch Jagderfolg entscheidend. Entscheidend ist Besitz zu wahren und ihn weiterzugeben. Besitzverwaltung ist in dieser Kultur die hauptsächliche "Arbeit" die geleistet werden muss. Und diese Auffassung von "Arbeit" hat sich tief in große Teile der deutschen Bevölkerung eingegraben. Aber das Problem ist, dass die Deutschen nicht nur von indogermanischen Viehtreibern abstammen sondern auch von anderen, von Jäger und Sammlern, von Ackerbauern, mit jeweils völlig anderer Arbeitsmoral, die sich aus der jeweils anderen Tätigkeit erklärt, die andere Fähigkeiten erforderte. Und deshalb mischen sich hier völlig unterschiedliche Arbeitsauffassungen. Siehe mein verlinkter Text. Problem: Wenn man sich nicht bewusst ist, dass in Europa und Deutschland seid jahrtausenden sich völlig unterschiedliche Kulturen vermischt haben, dann versucht man ständig die eigene Auffassung von "Arbeit" anderen Menschen aufzupropfen (oder so). Für den einen ist Besitzverwaltung gleichbedeutend mit "Arbeit". Was er vergisst: Andere haben eine völlig andere AUffassung von "Arbeit". Und deswegehen funktioniert es nicht ein Sozialsystem zu installieren was nur eine Form von Arbeit propagiert. Deshalb funktioniert Hartz4 nicht. Weil es nur eine begrenzte SIchtweise auf das Thema "Arbeit" hat, aber nicht berücksichtigt, dass die deutsche Gesellschaft seid jahrtausenden eine Mischung aus völlig unterschiedlichen Kulturen, mit jeweils eigener Auffassung von "Arbeit" ist.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
Benutzeravatar
Teeernte
Beiträge: 18953
Registriert: Do 11. Sep 2014, 18:55

Re: Re

Beitragvon Teeernte » So 3. Mär 2019, 09:50

Maltrino hat geschrieben:(03 Mar 2019, 05:27)

Ich habe grad, in einem elendlangen und komplizierten Text, versucht dieses Phänomen zu ergründen:

viewtopic.php?f=20&t=67984

Das Ding ist nämlich: So jemand der viel besitzt und investiert wird ja durchaus als "Leistungsträger" in Teilen dieser Gesellschaft anerkannt und gelobt. Ist dies jetzt verachtenswert oder wie? Es ist auf jeden Fall ein Zeichen dafür, dass irgendwas dazu geführt hat dass in Teilen der Gesellschaft "Besitz" verwechselt wird mit "Arbeit". Und vielleicht ist dies einfach nur eine andere Auffassung von "Arbeit", eine historisch entwickelte andere Sichtweise auf "Arbeit". Ich habe dies in dem verlinkten Text versucht zu erklären. Was man heute oft vergisst: Große Teile der Deutschen Gesellschaft stammen von halbnomadischen Viehtreibern aus den östlichen Steppen ab die für die "indogermanischen" Sprachen verantwortlich sind. Aber welche Arbeitsmoral herrscht in einer Gesellschaft in der der Viehbesitz über Wohlstand entscheidet? In einer solchen Gesellschaft ist das wichtigste dass man "Besitz" (Viehherde) hat und diesen Besitzt (Viehherde) vererbt. In einer solchen Kultur ist weder Schweiß, noch Jagderfolg entscheidend. Entscheidend ist Besitz zu wahren und ihn weiterzugeben. Besitzverwaltung ist in dieser Kultur die hauptsächliche "Arbeit" die geleistet werden muss. Und diese Auffassung von "Arbeit" hat sich tief in große Teile der deutschen Bevölkerung eingegraben. Aber das Problem ist, dass die Deutschen nicht nur von indogermanischen Viehtreibern abstammen sondern auch von anderen, von Jäger und Sammlern, von Ackerbauern, mit jeweils völlig anderer Arbeitsmoral, die sich aus der jeweils anderen Tätigkeit erklärt, die andere Fähigkeiten erforderte. Und deshalb mischen sich hier völlig unterschiedliche Arbeitsauffassungen. Siehe mein verlinkter Text. Problem: Wenn man sich nicht bewusst ist, dass in Europa und Deutschland seid jahrtausenden sich völlig unterschiedliche Kulturen vermischt haben, dann versucht man ständig die eigene Auffassung von "Arbeit" anderen Menschen aufzupropfen (oder so). Für den einen ist Besitzverwaltung gleichbedeutend mit "Arbeit". Was er vergisst: Andere haben eine völlig andere AUffassung von "Arbeit". Und deswegehen funktioniert es nicht ein Sozialsystem zu installieren was nur eine Form von Arbeit propagiert. Deshalb funktioniert Hartz4 nicht. Weil es nur eine begrenzte SIchtweise auf das Thema "Arbeit" hat, aber nicht berücksichtigt, dass die deutsche Gesellschaft seid jahrtausenden eine Mischung aus völlig unterschiedlichen Kulturen, mit jeweils eigener Auffassung von "Arbeit" ist.


Zu Zeiten der Gothen ... das ist nun aber lange vorbei - und durch die Kriege zwischendurch mehrfach umverteilt worden.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
Benutzeravatar
Maltrino
Beiträge: 998
Registriert: Fr 8. Jan 2016, 12:40

Re: Re

Beitragvon Maltrino » So 3. Mär 2019, 10:37

Teeernte hat geschrieben:(03 Mar 2019, 09:50)

Zu Zeiten der Gothen ... das ist nun aber lange vorbei - und durch die Kriege zwischendurch mehrfach umverteilt worden.


Ich spreche von noch älteren Zeiten, die noch länger "vorbei" sind. Aber was deutest du an? Dass bis vor kurzem die Völker munter umherwanderten, Kriege führten, sich vermischten, und Kulturen entstanden, verloren gingen und sich vermischten? Und jetzt plötzlich kommen einige Romantiker, Schriftsteller und Politiker auf die Idee irgendwas von "deutscher Arbeitswut" zu faseln und denken, dass sie nun eine typische deutsche Arbeitsmoral fassen können, die sie in Gesetze wie Hartz4 gießen können und glauben, dass sie damit eine ganze Gesellschaft, die aber kulturell gar nicht so einheitlich ist, beglücken können? Das funktioniert doch nicht! Die Ideologie hinter Hartz4 ist eine Modeerscheinung der 90er Jahre. Hartz4 würde ohne großen Widerstand funktionieren wenn wir eine absolut einheitliche Gesellschaft hätten wo wirklich alle die exakt gleiche Arbeitsmoral haben. Aber das ist nicht so. Deshalb der Widerstand aus unterschiedlichsten Gründen. Und teilweise redet man aneinander vorbei weil jeder unter "Arbeit" was anderes versteht. Siehe oben.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.

Zurück zu „10. Sozialpolitik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste