Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

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Tick|Trick|und Track

Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 8. Feb 2019, 19:17

relativ hat geschrieben:(08 Feb 2019, 19:01)

Genau diese Grundsicherung mit der bedürftigkeitsprüfung für diese Menschen soll ja abgeschafft werden. Das ist das Ziel dieses Vorschlags.


Aber die CDU/CSU ist gegen eine bedarfsungeprüfte Grundrente. Damit nicht so viele Leute die Grundrente beantragen würden, weil die CDU/CSU Geld sparen will im Haushalt. Die Bedarfsprüfung bei der Grundrente soll die Leute vor einem solchen Antrag abschrecken. So jedenfalls mein Kenntnisstand von vorgestern oder vorvorgestern über den Deutschlandfunk.
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Skull
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Skull » Fr 8. Feb 2019, 19:34

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(08 Feb 2019, 19:17)

Aber die CDU/CSU ist gegen eine bedarfsungeprüfte Grundrente. Damit nicht so viele Leute die Grundrente beantragen würden, weil die CDU/CSU Geld sparen will im Haushalt. Die Bedarfsprüfung bei der Grundrente soll die Leute vor einem solchen Antrag abschrecken. So jedenfalls mein Kenntnisstand von vorgestern oder vorvorgestern über den Deutschlandfunk.

Ich finde solche Postings...wenig sinnhaft.

Entweder gibt es DAZU belegbare und verifizierbare Aussagen oder nicht.

Argumentation, ich habe gehört, die hätten gesagt, die wollen, das wäre irgendwo berichtet...

...sind gehaltlos.

mfg
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 8. Feb 2019, 19:35

Skull hat geschrieben:(08 Feb 2019, 19:34)

Ich finde solche Postings...wenig sinnhaft.

Entweder gibt es DAZU belegbare und verifizierbare Aussagen oder nicht.

Argumentation, ich habe gehört, die hätten gesagt, die wollen, das wäre irgendwo berichtet...

...sind gehaltlos.

mfg


Ja, hast Recht. Warte, ich suche mal auf deutschlandfunk.de nach dem entsprechenden Beitrag. Vielleicht hat das, was ich vorhin geschrieben habe, ja auch jemand von der SPD über die CDU im Interview gesagt.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 8. Feb 2019, 19:47

@Skull, ich hab's teilweise auf deutschlandfunk.de gefunden. Und zwar in einem Kommentar durch einen DLF-Redakteur:

Die Union aber, und darauf deuten die ersten Reaktionen der Sozialpolitiker hin, scheint noch nicht einmal wirklich gewillt zu sein, diese Lebensleistung tatsächlich anerkennen zu wollen. Sie besteht darauf, dass es, wie im Koalitionsvertrag festgehalten, zu einer Bedürftigkeitsprüfung kommt, bei der die Familie und die Angehörigen über eine Vermögensanrechnung in die Pflicht genommen werden, um am Ende die öffentlichen Kassen und die Steuerzahler zu schonen.


https://www.deutschlandfunk.de/heils-gr ... _id=440061

Die Behauptung, die CDU/CSU will Leute davon abschrecken, einen Antrag auf die Grundrente zu stellen wegen der abschreckenden Wirkung der geforderten Bedarfsprüfung, das nehme ich auf meine eigene Kappe. Ist eine Interpretation von mir.
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Maltrino
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Maltrino » Fr 8. Feb 2019, 22:15

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Feb 2019, 16:14)

Ich bin immer noch der Meinung, dass jemand, der eine zu geringe Rente erwirtschaftet hat, im Alter möglichst unbürokratisch eine Grundrente bekommen sollte, um Missbrauch durch Schmarotzer (ja, Leute, die Geld beim Staat abgreifen, das ihnen nicht zusteht, nenne ich so) zu vermeiden, muss eine Bedürftigkeitsprüfung durchgeführt werden. Soweit mein Standpunkt, der immer noch Bestand hat, auch wenn er mit immer neuen themenfernen und unlogischen Beiträgen zerlabert werden soll. EOD.


Dir ist schon bewusst, dass die Leute die du nun "Schmarotzer" nennst, dass das diejenigen sind, die zwar "eine zu geringe Rente erwirtsschaftet" haben aber immerhin es irgendwie geschafft haben Vermögen anzusparen oder sonstwie zur Verfügung zu haben? Das heißt, derjenige der wenig verdient und nichts gespart hat, derjenige ist "bedürftig" während derjenige der wenig verdient hat und gespart hat oder mit jemandem zusammenlebt damit man das Geld zusammenlegt, derjenige, der also eigentlich klug handelt, der ist der "Schmarotzer", der bestraft gehört? Das ist ja immer wieder interessant wie dieses Wort hier benutzt wird. Das heißt also: Wenn ich kein "Schmarotzer" sein will, dann verprasse ich jetzt alles damit ich dann im Alter sagen kann "Oh, ich bin so bedürftig!"? Darum gehts also die ganze Zeit? Die "Schmarotzer" sind in Wirklichkeit die Reichen, bzw. die etwas haben oder die sich etwas aufgebaut haben oder? Immer wieder interessant.
Wie ihr seht, habe ich jetzt auch ein Profilbild wo das Portrait eines großen politischen Denkers aus der Vergangenheit abgebildet ist. Damit ist jetzt jede meiner Aussagen wahr und absolut seriös.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Skull » Fr 8. Feb 2019, 22:28

Guten Abend,

ich bitte davon Abstand zu nehmen, mit Hochgeschwindigkeit das Thema zu verlassen
und sich in dem üblichen Gedankenaustausch zu widmen.

Über Schmarotzer und deren Definition kann man sich anderwertig austauschen.

Das Thema sind die konkreten Rentenvorschläge der SPD.

Weitere Themenabweichungen werde ich kommentarlos...entsorgen.
Ebenso Beschwerden und Kommentare zur Moderation.
Dafür gibt es einen eigenen Strang.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Maltrino » Fr 8. Feb 2019, 22:48

Skull hat geschrieben:(08 Feb 2019, 22:28)



Das Thema sind die konkreten Rentenvorschläge der SPD.


Und ein wichtiger Bestandteil dieses Themas ist offenbar die fehlende "Bedürftigkeitsürpfung", die nun merkwürdigerweise von Leuten kritisiert wird, die sonst eher dafür bekannt sind zu kritisieren wenn arme Menschen Geld erhalten.

Beispiel:

Zwei Leute haben 35 Jahre gearbeitet, aber nicht genug verdient für eine tolle Rente. Der eine hat aber eine tolle Erfindung gemacht und nun am Verkauf der Erfindung verdient. Mit Bedürftigkeitsprüfung sähe das dann wohl so aus: Der "faule" bekommt mehr Geld, der "klevere" wird bestraft da er ja "nicht bedürftig" ist? Aber das ist doch ungerecht oder? Oder wie? Also ich find das schräg.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Sören74 » Sa 9. Feb 2019, 00:07

Maltrino hat geschrieben:(08 Feb 2019, 22:48)

Zwei Leute haben 35 Jahre gearbeitet, aber nicht genug verdient für eine tolle Rente. Der eine hat aber eine tolle Erfindung gemacht und nun am Verkauf der Erfindung verdient. Mit Bedürftigkeitsprüfung sähe das dann wohl so aus: Der "faule" bekommt mehr Geld, der "klevere" wird bestraft da er ja "nicht bedürftig" ist? Aber das ist doch ungerecht oder? Oder wie? Also ich find das schräg.


Wenn man so will, ein solches System fördert nicht die Eigeninitiative im Leben, wenn man sich beispielsweise was angespart hat, für 1-2 Nachmittage noch Schülerhilfe macht oder generell einen kleinen Nebenverdienst hat, das Glück hat mit System bei Preisausschreiben zu gewinnen oder bei Jauch sich 32.000 Euro zu erspielen, auf Flohmärkten alte Sachen kauft, restauriert und dann für gutes Geld wieder verkauft. Und selbst die eigenen Kinder dürften ihre eigenen Eltern nicht mit 100-200 Euro im Monat aushelfen, weil denen das gleich an die Grundrente angerechnet wird. Wenn.....ja wenn man mit aller Gewalt politisch auf diese gnadenlose Bedarfsprüfung bestehen will. Dann wird nur derjenige mit einer Grundrente belohnt, der wirklich nichts mehr auf seinem Konto hat und auch sonstige Vermögen veräußerte (auch Erbstücke, die eigentlich für die Kinder gedacht waren) oder noch schlimmer, gar nicht mit Geld umgehen konnte.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon unity in diversity » Sa 9. Feb 2019, 07:31

Ihr könnt wieder Ruhe ausstrahlen, Gabriel hat Rückzug gepfiffen:
https://www.zeit.de/news/2019-02/08/gab ... doc-1d69g8
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Kölner1302 » Sa 9. Feb 2019, 09:25

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(08 Feb 2019, 19:12)

Hier müssten zwei Baustellen repariert werden:

a) die Höhe der Übernahme der Mietkosten (Kosten für Unterkunft und Heizung):

Nicht ohne Grund spricht der Gesetzgeber von angemessenen Kosten in diesem Zusammenhang. Denn es ist ja wohl klar, dass das Sozialamt oder das Jobcenter die überteuerte Miete für z. B. ein Luxus-Loft nicht länger als 6 Monate übernimmt. Hier stellt sich die Frage: Wie hoch dürfen die erlaubten Kosten für Unterkunft und Heizung maximal sein, damit sie vom Amt übernommen werden und gerecht sind? Da kann man sich ja tagelang drüber streiten.

b) die Höhe der Regelsätze (offiziell "Regelbedarfe"):

Diese sind zu niedrig für ein Leben in Würde, auch als Rentner. Und deswegen geht auch die oftmals erwähnte bedürftige Oma zur Tafel. Nur mit einer erheblichen Erhöhung der Regelsätze kriegen wir an anderer Stelle Probleme, Stichworte sind da der Mindestlohn und das (nicht mehr gesetzlich definierte) Lohnabstandsgebot. Außerdem könnten erheblich angehobene Regelsätze dazu führen, dass die Inflation zunimmt, weil die Unternehmer dann denken, dass die Hilfebedürftigen mehr Geld in der Tasche haben und somit ihre Produkte und Dienstleistungen mehr als früher verteuern.

a) und b) sind meiner Meinung nach schwierig zu reparieren.


Zum Punkt a) Mietobergrenzen

Ich empfehle hier, sich tatsächlich einmal die sog. "Mietobergrenzen der JobCenter ud Sozialämter in Deutschland näher ansehen.
Tatsächlich liegen die MietOBERgrenzen weit unterhalb der tatsächlichen Mieten am Wohnungsmarkt.
Tick|Trick|und Track

Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Sa 9. Feb 2019, 09:31

Skull hat geschrieben:(08 Feb 2019, 22:28)

Das Thema sind die konkreten Rentenvorschläge der SPD.


Vorsorglich möchte ich darauf hinweisen, dass die Rentenvorschläge der SPD zur Grundrente zu tun haben mit

a) der Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII. Weil die Grundrente ja höher sein soll als diese Grundsicherung. Und zwar 10% höher, oder täusche ich mich da?

b) der Bedarfsprüfung bei der Antragstellung auf Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII. Weil die CDU das ja so will. Womit a) gemeint ist

c) der Frage nach der angemessenen Höhe der Kosten für Unterkunft und Heizung (KdUH) und der Regelbedarfe im SGB XII. Womit a) und b) gemeint sind.

d) "Hartz IV" nach dem SGB II, weil a), b) und c) so ähnlich bzw. identisch ablaufen wie beim Bezug von "Hartz IV". Der Bedarf (die ggf. zu bewilligenden Leistungen als Gesamtheit) eines Antragsstellers auf Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII und auf "Hartz" IV nach dem SGB II setzt sich außerdem aus den gleichen folgenden Größen zusammen:

KdUH + jeweiliger Regelbedarf + eventuelle Mehrbedarfe

Deswegen hat die SPD-Grundrente mit a), b), c) und d) zu tun.
Zuletzt geändert von Tick|Trick|und Track am Sa 9. Feb 2019, 09:45, insgesamt 2-mal geändert.
Tick|Trick|und Track

Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Sa 9. Feb 2019, 09:36

Kölner1302 hat geschrieben:(09 Feb 2019, 09:25)

Zum Punkt a) Mietobergrenzen

Ich empfehle hier, sich tatsächlich einmal die sog. "Mietobergrenzen der JobCenter ud Sozialämter in Deutschland näher ansehen.
Tatsächlich liegen die MietOBERgrenzen weit unterhalb der tatsächlichen Mieten am Wohnungsmarkt.


Richtig. Die Mietobergrenzen decken noch nicht einmal wirklich die Höhe der jeweiligen Bestandsmieten der jeweiligen Kommune ab. Die tatsächlichen Mieten bei Neuanmietungen werden erst recht nicht von den Mietobergrenzen abgedeckt.

Hier eine gute Übersichtsseite über die Regelungen zu den Mietobergrenzen einzelner Kommunen (nicht für alle Kommunen sind diese dort abrufbar):

https://harald-thome.de/oertliche-richtlinien/

=> rot hervorgehobene Orts-/Kreisbezeichnungen sind Links zu den jeweiligen Mietobergrenzen,
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Occham » Sa 9. Feb 2019, 09:39

Ich finde unterschiedliche Gehälter machen am Arbeitsmarkt schon Sinn, aber nicht bei der Rente, da kann man schon erhöhen, da wird ja nichts mehr erwirtschaftet, das muss man nicht so eng sehen.
Die beste Lösung eines Problems ist meist die Einfachste.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Wähler » Sa 9. Feb 2019, 09:41

SZ 4. Februar 2019 Keines der europäischen Nachbarländer tut sich leicht mit der Grundsicherung im Alter
https://www.sueddeutsche.de/politik/bli ... -1.4316163
"Italien
Von April an soll der Steuerzahler nun die Sozialrenten in Höhe von 458 Euro und die Mindestrenten von derzeit 513 Euro auf 780 Euro im Monat aufbessern. Weil der Anspruch auf die Bürgerrente an die Erfüllung diverser Auflagen geknüpft ist, wird sich die Zahl der Begünstigten auf schätzungsweise 500 000 Rentner beschränken. Mit der Anhebung kann nur rechnen, wer mindestens 67 Jahre alt ist und keine nennenswerten Vermögenswerte und Immobilien besitzt."
In Italien geht es eher um eine Aufbesserung der Grundsicherung im Alter, während es in Schweden seit 1998 eine Grundrente für jeden gibt, in der Höhe abhängig von seinen Lebensjahren in Schweden.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 9. Feb 2019, 09:46

Maltrino hat geschrieben:(08 Feb 2019, 22:15)

Immer wieder interessant.

Ja,immer wieder interessant, wie hier postings verdreht und mit ad hominem vermischt werden.

Das heißt, derjenige der wenig verdient und nichts gespart hat, derjenige ist "bedürftig" während derjenige der wenig verdient hat und gespart hat oder mit jemandem zusammenlebt damit man das Geld zusammenlegt, derjenige, der also eigentlich klug handelt, der ist der "Schmarotzer", der bestraft gehört?

Ja, die Extrembeispiele grassieren, da mutieren Leute, die so wenig verdient haben, dass sie überhaupt erst für eine Grundrente in Frage kommen, zu Sparkönigen, die sich auch noch in weiser Voraussicht mit jemandem zusammen getan haben, der ähnlich tickt. Was daran Strafe sein soll, seinen Lebensunterhalt auch im Alter ohne den Staat bestreiten zu können, erschliesst sich mir nicht, sagt aber viel aus.

Die "Schmarotzer" sind in Wirklichkeit die Reichen, bzw. die etwas haben oder die sich etwas aufgebaut haben oder?

Ich gehe mal auf die dümmliche Suggestivfrage ein, obwohl ich es schon definiert hatte: Nein, ich sehe Leute, die Geld beim Staat abgreifen, denen es nicht zusteht, als Schmarotzer an. Es mag sicherlich auch ein paar wenige "Reiche" geben, die es dann für besonders "clever" halten, den Staat bei der Grundrente zu bescheißen und dann mit der Kohle auf die Seychellen jetten, sei's drum, das sagt dann nur etwas über den widerlichen Charakter dieser Leute aus, denen es scheißegal ist, dass Menschen für dieses Geld arbeiten müssen.

Maltrino hat geschrieben:(08 Feb 2019, 22:48)

Und ein wichtiger Bestandteil dieses Themas ist offenbar die fehlende "Bedürftigkeitsürpfung", die nun merkwürdigerweise von Leuten kritisiert wird, die sonst eher dafür bekannt sind zu kritisieren wenn arme Menschen Geld erhalten.

Wer sind diese Leute? Gehöre ich auch zu diesen Leuten?

Also ich find das schräg.

Schräg sind allenfalls deine Beispiele, besonders dass du meinst, eine Grundrente wäre irgendwas, was als erstrebenswert und die Verweigerung als "Strafe" anzusehen wäre, finde ich sehr schräg, aber da schwingt im Unterton immer der neoliberale Geist mit, dass diejenigen, die aus welchen Gründen ("faul", "dumm") auch immer keine "Leistung" bringen konnten, bis zu ihrem Tod darunter leiden sollen. Warum soll man dem Cleveren, der mit dem Verkauf seiner App Millionär geworden ist, eine Grundrente von 900 € zahlen? Es gibt keinen Grund, der Clevere braucht das Geld nicht zum Leben, aber auch hier erkennt man schön den neoliberalen Geist, das Geld soll immer weiter zu denen umverteilt werden, die schon viel Geld haben.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 9. Feb 2019, 09:55

Dieses posting kann gelöscht werden.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon yogi61 » Sa 9. Feb 2019, 10:28

Offensichtlich kommen die Vorschläge von Heil in der Bevölkerung gut an.

Mehr als 60 Prozent der Deutschen sind laut einer Umfrage für die Einführung der von der SPD vorgeschlagenen Grundrente.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... ar-zu.html
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon Sören74 » Sa 9. Feb 2019, 10:54

unity in diversity hat geschrieben:(09 Feb 2019, 07:31)

Ihr könnt wieder Ruhe ausstrahlen, Gabriel hat Rückzug gepfiffen:
https://www.zeit.de/news/2019-02/08/gab ... doc-1d69g8


Ja lustig: "Die SPD soll sich nach den Worten ihres ehemaligen Vorsitzenden Sigmar Gabriel nicht auf soziale Themen reduzieren zu lassen"

Lange Zeit hatte man sich gefragt, welche sozialen Themen die SPD überhaupt anbietet. Erst als Martin Schulz das soziale Thema in den Vordergrund schob, bekam man in den Umfragen bis an die 40%. Danach hatte man etliche Fehler im Wahlkampf gemacht und auch beim sozialen Thema nichts nachgeliefert. Die Grundrente wäre etwas gewesen, mit dem man schon 2017 hätte in den Wahlkampf gehen können.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon jorikke » Sa 9. Feb 2019, 11:07

Maltrino hat geschrieben:(08 Feb 2019, 22:48)

Und ein wichtiger Bestandteil dieses Themas ist offenbar die fehlende "Bedürftigkeitsürpfung", die nun merkwürdigerweise von Leuten kritisiert wird, die sonst eher dafür bekannt sind zu kritisieren wenn arme Menschen Geld erhalten.

Beispiel:

Zwei Leute haben 35 Jahre gearbeitet, aber nicht genug verdient für eine tolle Rente. Der eine hat aber eine tolle Erfindung gemacht und nun am Verkauf der Erfindung verdient. Mit Bedürftigkeitsprüfung sähe das dann wohl so aus: Der "faule" bekommt mehr Geld, der "klevere" wird bestraft da er ja "nicht bedürftig" ist? Aber das ist doch ungerecht oder? Oder wie? Also ich find das schräg.


Jemanden, der genug Geld hat, noch über seine erworbenen Ansprüche hinaus zu unterstützen und das Geld dafür den Beiträgen der Pflichtversicherten zu entnehmen, finde ich noch viel schräger.
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Re: Die Rentenerhöhungsvorschläge der SPD

Beitragvon yogi61 » Sa 9. Feb 2019, 11:31

Man darf der SPD allerding bescheiningen, dass sie wenigstens ein Papier vorgelegt hat. Bei der Union hat man ja schon im Wahlkampf 2017 darauf verzichtet und bekommt den Eindruck,dass sie überhaupt kein Konzept haben. Wäre allerdings nicht sehr verwunderlich, wenn man sich die Politik der letzten 20 Jahren bei wichtigen innenpolitischen Feldern anschaut.
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