HartzIV - Sammelstrang

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Tom Bombadil
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 25. Jan 2019, 08:43

Hier so eine sinnvolle "Weiterbildungsmaßnahme": https://www.waz.de/panorama/hartz-4-emp ... 81245.html Wer nicht mitmacht, wird sanktioniert, damit wenigstens ein Teil der in solchen bullshit geflossenen Steuergelder wieder zurückkommt. Hoffentlich macht das BVerfG diesem Irrsinn ein Ende.
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Teeernte
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Teeernte » Fr 25. Jan 2019, 10:01

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Jan 2019, 08:43)

Hier so eine sinnvolle "Weiterbildungsmaßnahme": https://www.waz.de/panorama/hartz-4-emp ... 81245.html Wer nicht mitmacht, wird sanktioniert, damit wenigstens ein Teil der in solchen bullshit geflossenen Steuergelder wieder zurückkommt. Hoffentlich macht das BVerfG diesem Irrsinn ein Ende.


Es geht hier darum - um mit der "Weiterbildung" die LEute wieder an Arbeit zu bringen.

Wer solch Spillefix nicht will .....geht arbeiten.

Man kann auch 33 mal - wie bewerbe ich mich richtig - anbieten..
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Odin1506 » Fr 25. Jan 2019, 10:43

Teeernte hat geschrieben:(25 Jan 2019, 10:01)

Es geht hier darum - um mit der "Weiterbildung" die LEute wieder an Arbeit zu bringen.

Wer solch Spillefix nicht will .....geht arbeiten.

Man kann auch 33 mal - wie bewerbe ich mich richtig - anbieten..


Nein, es geht bei diesen Maßnahmen darum, die Menschen aus der Arbeitslosenstatistik raus zu rechnen. Es beschönigt nur die Arbeitsslosenzahlen.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 25. Jan 2019, 12:30

Odin1506 hat geschrieben:(25 Jan 2019, 10:43)

Nein, es geht bei diesen Maßnahmen darum, die Menschen aus der Arbeitslosenstatistik raus zu rechnen. Es beschönigt nur die Arbeitsslosenzahlen.


Genau so ist , Arbeitslosenstatistik auf zu hübschen und schön zu rechnen, dass ist einzig Sinn und Zweck dieser sogenannten " MAßNAHMEN" .
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Tom Bombadil
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 25. Jan 2019, 16:22

Teeernte hat geschrieben:(25 Jan 2019, 10:01)

Es geht hier darum - um mit der "Weiterbildung" die LEute wieder an Arbeit zu bringen.

Und was sollen die mit Schreiben auf Grundschulniveau werden? Lektor bei der taz?
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 25. Jan 2019, 16:36

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Jan 2019, 16:22)

Und was sollen die mit Schreiben auf Grundschulniveau werden? Lektor bei der taz?


Bei manchen muss man halt (leider) ganz von vorne anfangen. Und wie aus dem von dir verlinkten Bericht hervorgeht, diente der Test wohl dazu erst mal dazu die grundsätzliche Sprachkompetenz der Teilnehmer zu eruieren.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 25. Jan 2019, 18:07

Teeernte hat geschrieben:(25 Jan 2019, 10:01)

Es geht hier darum - um mit der "Weiterbildung" die LEute wieder an Arbeit zu bringen.

Wer solch Spillefix nicht will .....geht arbeiten.

Man kann auch 33 mal - wie bewerbe ich mich richtig - anbieten..


Hast Du schon mal gehört, dass es auf Bewerbungen auch Absagen gibt, ergo der Bewerber den Job nicht kriegt? Und dass so was um so öfter passiert, je älter ein Arbeitsloser ist?

Und kannst Du Dir auch vorstellen, dass z. B. ein arbeitsloser Akademiker nicht z. B. als Fliesenleger eingestellt wird?

Die Arbeit liegt nunmal nicht auf der Straße.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Echt » Fr 25. Jan 2019, 18:21

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(25 Jan 2019, 18:07)

Hast Du schon mal gehört, dass es auf Bewerbungen auch Absagen gibt, ergo der Bewerber den Job nicht kriegt? Und dass so was um so öfter passiert, je älter ein Arbeitsloser ist?

Und kannst Du Dir auch vorstellen, dass z. B. ein arbeitsloser Akademiker nicht z. B. als Fliesenleger eingestellt wird?

Die Arbeit liegt nunmal nicht auf der Straße.


Dann sollte ihm Hartz4 zu 100% gestrichen werden. Kann niemand etwas dafür, dass er irgendeinen Quatsch studiert hat, welchen niemand braucht.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 25. Jan 2019, 18:26

Echt hat geschrieben:(25 Jan 2019, 18:21)

Dann sollte ihm Hartz4 zu 100% gestrichen werden. Kann niemand etwas dafür, dass er irgendeinen Quatsch studiert hat, welchen niemand braucht.


Du willst mich wohl provozieren. Nee, darauf falle ich nicht rein.

Würdest Du bitteschön mal Deinen Grips anstrengen, bevor Du so einen Unfug schreibst?
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Echt » Fr 25. Jan 2019, 18:29

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(25 Jan 2019, 18:26)

Du willst mich wohl provozieren. Nee, darauf falle ich nicht rein.

Würdest Du bitteschön mal Deinen Grips anstrengen, bevor Du so einen Unfug schreibst?


Nur weil ich Faulenzer nicht unterstütze, bedeutet das nicht, dass ich meinen Grips nicht benutze.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 25. Jan 2019, 18:34

Echt hat geschrieben:(25 Jan 2019, 18:29)

Nur weil ich Faulenzer nicht unterstütze, bedeutet das nicht, dass ich meinen Grips nicht benutze.


Was hat vermeintliche Faulheit mit der Tatsache zu tun, dass ein Arbeitsloser aufgrund seines Qualifikationsprofils nicht auf eine zu besetzende Stelle passt?

Du setzt nicht Deinen Grips ein, sondern Du hetzt.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Echt » Fr 25. Jan 2019, 18:35

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(25 Jan 2019, 18:34)

Was hat vermeintliche Faulheit mit der Tatsache zu tun, dass ein Arbeitsloser aufgrund seines Qualifikationsprofils nicht auf eine zu besetzende Stelle passt?

Du setzt nicht Deinen Grips ein, sondern Du hetzt.


Interessiert mich nicht, ob jemand der Philosophie studiert hat, keinen Job bekommt. Dann wird er eben Maurer. Hätte er halt etwas studieren sollen was gefragt ist.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Skull » Fr 25. Jan 2019, 18:37

Guten Abend,

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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 25. Jan 2019, 18:45

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(25 Jan 2019, 18:34)

Was hat vermeintliche Faulheit mit der Tatsache zu tun, dass ein Arbeitsloser aufgrund seines Qualifikationsprofils nicht auf eine zu besetzende Stelle passt?


Prinzipiell macht es natürlich auch nur Sinn sich auf etwas zu bewerben, wofür man die Qualifikation hat. Aber gerade als Akademiker sollte man hier natürlich schon räumlich flexibel sein. Das gilt umso mehr je exotischer der Studiengang ist. Aber auch das sollte letztendlich kein Hindernis sein. Als Akademiker sollte man schließlich noch über andere Qualifikation verfügen als über die rein fachliche. Selbständigkeit ist auch mit exotischen Studiengängen immer eine Alternative. Eigentlich gibt es für Akademiker keinen Grund arbeitslos zu sein, außer man ist unflexibel.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 25. Jan 2019, 18:58

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(25 Jan 2019, 18:45)

Prinzipiell macht es natürlich auch nur Sinn sich auf etwas zu bewerben, wofür man die Qualifikation hat.


Richtig.

Aber gerade als Akademiker sollte man hier natürlich schon räumlich flexibel sein.


Zum Problem "arbeitslos und umziehen für einen neuen Job während des Bezugs von ALG II" hatte ich mich schon vor einiger Zeit in diesem Strang geäußert. Damit ist ein gewisses finanzielles Wagnis verbunden. Aber selbstverständlich sollte der frische Uniabsolvent zügig seinen ersten Job nach der Unizeit finden, der irgendwie zu seiner Qualifikation passt, und dann deswegen ggf. umziehen. Ich bin ja als Akademiker auch x mal wegen eines neuen Jobs umgezogen, auch ins Ausland. Faulheit kann man mir deswegen nicht vorwerfen. Jetzt bin ich weder arbeitslos noch erwerbstätig, aus gesundheitlichen Gründen.

Das gilt umso mehr je exotischer der Studiengang ist.


Das kann man so nicht sagen. Denn exotische Studiengänge studieren nur wenige. Und die haben dann eventuell bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Leute, die ein Massenfach studieren. BWL könnte aktuell so ein Massenfach sein, da wird es sicherlich zur Zeit ein Überangebot an Absolventen geben, die einen Job suchen.

Am besten kombiniert man ein Exotenfach mit einem Massenfach.

Als Akademiker sollte man schließlich noch über andere Qualifikation verfügen als über die rein fachliche.


Aber wenn die Arbeitgeber sagen "Nö, Sie haben nicht die und die Qualifikation, hier ist die Absage" - was willste dann machen? Arbeitgeber können auch ganz schön mickelig sein, siehe der IT-Bereich. Wenn der Bewerber keine Kenntnisse in der grade aktuell ganz hippen Programmiersprache hat (neben zig anderen Qualifkationen im IT-Bereich), dann kriegt er den Job nicht.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 25. Jan 2019, 19:40

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(25 Jan 2019, 18:58)


Zum Problem "arbeitslos und umziehen für einen neuen Job während des Bezugs von ALG II" hatte ich mich schon vor einiger Zeit in diesem Strang geäußert. Damit ist ein gewisses finanzielles Wagnis verbunden.


Alles was man im Leben macht ist mit einem Risiko verbunden. Will man das vermeiden, ist die daraus resultierende Strategie möglichst nichts zu tun. Das ist unsinnig. Wegen eines Jobs umzuziehen ist keine Frage des Risikos, sondern eine Frage der Einstellung. Entweder man macht es, weil es selbstverständlich ist, oder man sucht nach Ausreden, warum man es nicht tun kann.


Das kann man so nicht sagen. Denn exotische Studiengänge studieren nur wenige. Und die haben dann eventuell bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Leute, die ein Massenfach studieren.


Wenn sie (und das war der Punkt) flexibel genug sind den Wohnort zu wechseln.



Aber wenn die Arbeitgeber sagen "Nö, Sie haben nicht die und die Qualifikation, hier ist die Absage" - was willste dann machen? Arbeitgeber können auch ganz schön mickelig sein, siehe der IT-Bereich. Wenn der Bewerber keine Kenntnisse in der grade aktuell ganz hippen Programmiersprache hat (neben zig anderen Qualifkationen im IT-Bereich), dann kriegt er den Job nicht.


Ich schrieb "andere" Qualifikationen als die rein fachliche. Darum ging es. Wenn es bei der Besetzung der Stelle einzig und allein um das beherrschen einer bestimmten fachlichen Qualifikation geht, dann kriegt man die Stelle nicht wenn eben diese fachliche Qualifikation nicht hat. Dann braucht man sich aber dort auch nicht bewerben.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Teeernte » Fr 25. Jan 2019, 20:05

Odin1506 hat geschrieben:(25 Jan 2019, 10:43)

Nein, es geht bei diesen Maßnahmen darum, die Menschen aus der Arbeitslosenstatistik raus zu rechnen. Es beschönigt nur die Arbeitsslosenzahlen.


Wie lange hast Du da unterrichtet - oder "organisiert" ? ...mit der LEitung gesprochen ....

...oder hast gar Quellen ??
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 25. Jan 2019, 20:10

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(25 Jan 2019, 19:40)

Alles was man im Leben macht ist mit einem Risiko verbunden. Will man das vermeiden, ist die daraus resultierende Strategie möglichst nichts zu tun. Das ist unsinnig. Wegen eines Jobs umzuziehen ist keine Frage des Risikos, sondern eine Frage der Einstellung. Entweder man macht es, weil es selbstverständlich ist, oder man sucht nach Ausreden, warum man es nicht tun kann.


Ich erkläre das noch einmal, für Dich (und vielleicht auch andere). Stell Dir vor, Du bist arbeitslos, Ü50 und im Bezug von ALG II ("Hartz IV"). Das Jobcenter übernimmt zum Glück Deine vollen Mietkosten (Bruttowarmmiete) am aktuellen Wohnort. Du siehst eine interessante Stellenanzeige im Internet, an einem anderen Ort, der - so belegen Deine Recherchen - von starken Mietsteigerungen bei Neuanmietungen in den letzten Jahren betroffen ist, wie die meisten Städte in Deutschland.

Du recherchierst über die einschlägigen Internetportale Einzimmerwohnungen (Du bist ja bescheiden, willst ja arbeiten) gleichzeitig recherchierst Du an diesem anderen Ort die so genannten Mietobergrenzen des dortigen Jobcenters.

Mit "Mietobergrenzen" ist gemeint: Das Jobcenter übernimmt die tatsächliche Miete nur bis zu einem gewissen Betrag, und zwar maximal 6 Monate lang. Ist die tatsächliche Miete höher als die dortige Mietobergrenze, bezahlt das dortige Jobcenter nach 6 Monaten nicht mehr die tatsächliche Miete, sondern nur die, die in den Mietobergrenzen am dortigen Ort gewährt werden.

Du stellst fest, dass die Mietobergrenzen am anderen Ort, wo der Job angeboten wird, niedriger sind als die Mieten der Einzimmerwohnungen am anderen Ort, die Dir im Internet angeboten werden.

Du siehst von einer Bewerbung an diesem anderen Ort ab, weil Du nicht riskieren willst, am anderen Ort ein Beschäftigungsverhältnis einzugehen, weil Dir in der Probezeit ohne jegliche Begründung jederzeit gekündigt werden kann. Würdest Du dann am anderen Ort wohnen, würde Dir das Jobcenter die dortige, tatsächliche Miete für Deine Einzimmerwohnung nur 6 Monate lang bezahlen. Danach würde das Jobcenter Deine Mietkosten nur noch in Höhe der dortigen Mietobergrenzen übernehmen, und Du müsstest aus Deinem Regelsatz den Differenzbetrag zwischen vom Jobcenter übernommener Miete und der tatsächlichen Miete begleichen, wodurch das gesetzlich garantierte Existenzminimum unterdeckt wäre. Relativ schnell würdest Du Dich verschulden. Und Du würdest Dich an einem Ort befinden, wo Du niemanden kennst. Letzteres ist nicht zu vernachlässigen, denn der Mensch braucht soziale Kontakte.

Wenn die Mieten bei Neuanmietungen nicht so hoch wären, würde aber nichts gegen Umzüge an andere Orte in Deutschland sprechen.

Zum Thema "Mietobergrenzen" folgendes Zitat:

»Das führt dazu, dass zahlreiche Grundsicherungsempfänger gezwungen sind, die nicht vom Jobcenter akzeptierten Mietanteile aus den Regelleistungen selbst zu tragen - schaut man sich die Differenz zwischen den bewilligten und den tatsächlichen Kosten der Unterkunft für Deutschland insgesamt an, dann kann man berechnen, dass die Hartz IV-Empfänger in diesem Jahr auf 594 Mio. Euro Wohnkosten sitzenbleiben. Bei vielen bedeutet das, dass sie aus ihrem Regelbedarf von (noch) 409 Euro pro Monat, der ja dafür nicht vorgesehen und schon für die laufenden Lebenshaltungskosten mehr als knapp kalkuliert ist, den Differenzbetrag decken müssen«


Quelle: Die angemessenen "Kosten der Unterkunft und Heizung" im Hartz IV-System: Wenn ein unbestimmter Rechtsbegriff mit elementaren Folgen von der einen Seite bestimmt werden soll von Prof. Dr. Stefan Sell vom 16.02.2018

Ich schrieb "andere" Qualifikationen als die rein fachliche. Darum ging es. Wenn es bei der Besetzung der Stelle einzig und allein um das beherrschen einer bestimmten fachlichen Qualifikation geht, dann kriegt man die Stelle nicht wenn eben diese fachliche Qualifikation nicht hat. Dann braucht man sich aber dort auch nicht bewerben.


Ich verstehe das jetzt nicht. Soll der Student während seines Studiums noch eine Ausbildung zum z. B. Maurer machen? Das geht ja wohl schlecht, jedenfalls gleichzeitig.

Übrigens meinte ich mit "Exotenfach" nicht das Fach der Philosophie. Von Philosophiestudenten gibt es genug Studenten, z. B. in Berlin, jedenfalls war das so zu der Zeit, als ich studierte.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 25. Jan 2019, 21:17

Tick|Trick|und Track hat geschrieben:(25 Jan 2019, 20:10)


Du siehst von einer Bewerbung an diesem anderen Ort ab, weil Du nicht riskieren willst, am anderen Ort ein Beschäftigungsverhältnis einzugehen, weil Dir in der Probezeit ohne jegliche Begründung jederzeit gekündigt werden kann. Würdest Du dann am anderen Ort wohnen, würde Dir das Jobcenter die dortige, tatsächliche Miete für Deine Einzimmerwohnung nur 6 Monate lang bezahlen. Danach würde das Jobcenter Deine Mietkosten nur noch in Höhe der dortigen Mietobergrenzen übernehmen, und Du müsstest aus Deinem Regelsatz den Differenzbetrag zwischen vom Jobcenter übernommener Miete und der tatsächlichen Miete begleichen, wodurch das gesetzlich garantierte Existenzminimum unterdeckt wäre.


Genau das ist das Problem. Es ist wie ich geschrieben hab. Es ist eine Frage der Einstellung. Ich werde das nie verstehen. Da lässt man den Konjunktiv und die Angst sein Leben bestimmen. Mal malt sich aus, was alles passieren könnte und macht dann genau _nichts_. Man bewirbt sich nicht mal. Versucht nicht mal, ob man überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wir. Oder sieht sich den Laden mal, die Leute mit denen man zusammenarbeitet. Statt dessen sucht man nach Ausreden, damit erst gar nicht in wirklichen Entscheidungsdruck kommt. Ist das Leben mit H4 wirklich so angenehm, dass etwas zu unternehmen so unattraktiv erscheint? Dann haben wir wirklich ein Problem. Ein Luxusproblem.
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Re: HartzIV - Sammelstrang

Beitragvon Tick|Trick|und Track » Fr 25. Jan 2019, 21:24

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(25 Jan 2019, 21:17)

Genau das ist das Problem. Es ist wie ich geschrieben hab. Es ist eine Frage der Einstellung. Ich werde das nie verstehen. Da lässt man den Konjunktiv und die Angst sein Leben bestimmen. Mal malt sich aus, was alles passieren könnte und macht dann genau _nichts_. Man bewirbt sich nicht mal. Versucht nicht mal, ob man überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wir. Oder sieht sich den Laden mal, die Leute mit denen man zusammenarbeitet. Statt dessen sucht man nach Ausreden, damit erst gar nicht in wirklichen Entscheidungsdruck kommt. Ist das Leben mit H4 wirklich so angenehm, dass etwas zu unternehmen so unattraktiv erscheint? Dann haben wir wirklich ein Problem. Ein Luxusproblem.


Du musst unterscheiden zwischen Leuten, die risikofreudig und risikoscheu sind. Ich bin risikoscheu. Aber wie gesagt, ich bin gar nicht arbeitslos.

Du solltest Dich mal in die Leute hineinversetzen, die ALG II beziehen, keinen Cent Gespartes mehr haben und risikoscheu sind. Und die mit einem neuen Job an einem anderen Ort keine größeren Summen verdienen können. Ein Kumpel von mir, der war 1 Jahr lang in "Hartz IV", wohnt in Essen, hat sich in Hamburg beworben, arbeitet seit Dez. 2018 dort und verdient 68.000 € im Jahr. Was meinst Du wohl, was er machen würde, wenn er nur den Mindestlohn (an einem anderen Ort) verdienen würde? Na, er würde wohl nicht nach Hamburg ziehen. Oder sonst wo hin.

Das Leben mit "Hartz IV" ist nicht angenehm. Du hast zu wenig Geld (ohne Sachen wie Tabakkonsum kommst Du mit ALG II grade mal so um die Runden) und wirst oftmals vom Jobcenter unter Druck gesetzt.

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