Universum oder Multiversum?

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Papaloooo
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Papaloooo » Sa 19. Jan 2019, 19:00

streicher hat geschrieben:(19 Jan 2019, 16:21)

Ist das Theorie oder nachgewiesen? Von Raumkrümmung habe ich schon gehört - aber eine volle vierte Dimension - nach welcher Theorie existiert sie?
Neuerdings habe ich von Berechnungen gehört, die eine Fakultät in Uppsala durchgeführt haben soll, auf Grund der Annahme dass die drei Dimensionen des Universums Rand einer vierten in "Kugelform" sein soll. Da frage ich mich aber auch: auf welcher Grundlage beziehungsweise auf welchen Grundannahmen...

Hallo Streicher!

Nun, wenn du ein bisschen nachliest, dann siehst du, wie Albert Einstein seinen Nobelpreis erhalten hat: nämlich durch den Nachweis der Raumkrümmung in der vierten Dimension.

Dass Massen den Raum krümmen, ist inzwischen unumstritten.

Und beim Universum gibt es kein außerhalb, es gibt also keinen Rand oder kein Nichts, in was sich das Universum hin dehnt.

Das Universum ist also nicht grenzenlos, auch wenn es keine Grenze hat aber der Rauminhalt ist begrenzt, und dieser kann inzwischen ziemlich genau nachgerechnet werden.

Also nicht nur vom sichtbaren Universum, sondern auch von dem was außerhalb der Sichtbarkeit ist.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Papaloooo » So 20. Jan 2019, 15:51

@Sreicher:

https://youtu.be/kiT8G7pb2GA

Für unsere Gehirne ist es quasi unmöglich, uns einen vierdimensionalen Raum vorzustellen.

Hier aber mal eine gute Visualisierung, dies vielleicht ein klein wenig erahnen lässt.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Little Joe » Di 22. Jan 2019, 11:46

Ich plädiere für Multiversum ! Die Wahrscheinlichkeit, dass der Planet Erde in der gesamten Wirklichkeitsphäre einmalig ist, scheint recht gering.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Perdedor » Di 22. Jan 2019, 19:03

schokoschendrezki hat geschrieben:Ja, aber schon das Modell "Multiversum" ist so angelegt, dass es mit einem Paralleluniversum keine Verknüpfung durch irgendeine physikalische Wechselwirkung zu geben hat. Während das Modell "Zeit", also Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft duchaus physikalische Wechselwirkungen, insbesondere Kausalverknüpfungen zulässt und einschließt.


Wir können die Vergangenheit auch nicht mehr kausal beeinflussen. Und wenn wir einen Ort betrachten der weit genug weg ist (so, dass Signale keine Zeit hatten uns von dort zu erreichen), kann uns dessen Vergangenheit ebenfalls nicht beeinflussen.
Was existiert, sind physikalische Gesetzmäßigkeiten, die beide Regionen in der Theorie verknüpfen. Diese gibt es aber auch für die Universen des Multiversums. Sonst wäre man ja gar nicht auf die Idee gekommen, von einem Multiversum zu reden.

BlueMonday hat geschrieben:Die Frage ist dann: Wenn keinerlei Daten zwischen diesen Welten wechseln können, welchen Sinn oder Nutzen oder welches Ziel hat dann das ganze Nachdenken darüber?


Sie folgen nunmal aus der Theorie. Dazu muss man nicht viel nachdenken. Man müsste mehr Nachdenken, wenn man sie wegdiskutieren wollte.

schokoschendrezki hat geschrieben:Das Multiversum-Modell war ursprünglich einmal als Viele-Welten-Interpretation der Quantentheorie ersonnen worden, um die Vorstellung einer deterministischen Uhrwerk-Welt, eines Laplaceschen Dämons zu retten.


Es gibt nicht DAS Multiversum-Modell.
Das vielleicht am häufigsten Diskutierte ("eternal inflation") hat nichts mit der Viele-Welten-Interpretation zu tun. Man kann diese zwei unterschiedlichen Konzepte kombinieren, trotzdem bleiben sie unterschiedlich und können ohne das jeweils andere diskutiert werden.
Die ewige Inflation hat nichts mit irgendeinem Laplaceschen Dämon zu tun.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Troh.Klaus » Di 22. Jan 2019, 19:06

Little Joe hat geschrieben:(22 Jan 2019, 11:46)
Ich plädiere für Multiversum ! Die Wahrscheinlichkeit, dass der Planet Erde in der gesamten Wirklichkeitsphäre einmalig ist, scheint recht gering.

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 23. Jan 2019, 09:42

Perdedor hat geschrieben:(22 Jan 2019, 19:03)

Wir können die Vergangenheit auch nicht mehr kausal beeinflussen. Und wenn wir einen Ort betrachten der weit genug weg ist (so, dass Signale keine Zeit hatten uns von dort zu erreichen), kann uns dessen Vergangenheit ebenfalls nicht beeinflussen.
Was existiert, sind physikalische Gesetzmäßigkeiten, die beide Regionen in der Theorie verknüpfen. Diese gibt es aber auch für die Universen des Multiversums. Sonst wäre man ja gar nicht auf die Idee gekommen, von einem Multiversum zu reden.



Sie folgen nunmal aus der Theorie. Dazu muss man nicht viel nachdenken. Man müsste mehr Nachdenken, wenn man sie wegdiskutieren wollte.



Es gibt nicht DAS Multiversum-Modell.
Das vielleicht am häufigsten Diskutierte ("eternal inflation") hat nichts mit der Viele-Welten-Interpretation zu tun. Man kann diese zwei unterschiedlichen Konzepte kombinieren, trotzdem bleiben sie unterschiedlich und können ohne das jeweils andere diskutiert werden.
Die ewige Inflation hat nichts mit irgendeinem Laplaceschen Dämon zu tun.

Ja. Gut. Aber "aus der Theorie folgen" ist in vielen Fällen doch etwas übertrieben. Die "dunkle Energie" etwa ist ja gewissermaßen einfach nur ein anderer symbolischer Name für das Nichtwissen über die Ursachen der beschleunigten Expansion unseres Universums. Im üblichen Sprachgebrauch wird daraus jedoch immer mehr ein Begriff für etws scheinbar Existierendes.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Little Joe » Mi 23. Jan 2019, 12:13

Troh.Klaus hat geschrieben:(22 Jan 2019, 19:06)

Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?


Wird davon ausgegangen, dass unser Universum begrenzt ist und eine Reichweite von Milliarden bis Billionen Lichtjahren hat ist die Wahrscheinlichkeit für einen zweiten Planeten Erden mit seiner Diversität und dem Vorhandenseins entwickelter Leben sehr gering. Existiert dagegen eine Vielzahl von Universen könnte es durchaus entwickeltes Leben auf anderen Planten geben oder gar Doppelgänger von mir und dir .
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Senexx » Mi 23. Jan 2019, 12:15

Little Joe hat geschrieben:(23 Jan 2019, 12:13)

Wird davon ausgegangen, dass unser Universum begrenzt ist und eine Reichweite von Milliarden bis Billionen Lichtjahren hat ist die Wahrscheinlichkeit für einen zweiten Planeten Erden mit seiner Diversität und dem Vorhandenseins entwickelter Leben sehr gering. Existiert dagegen eine Vielzahl von Universen könnte es durchaus entwickeltes Leben auf anderen Planten geben oder gar Doppelgänger von mir und dir .

Wie haben Sie diese gerige Wahrscheinlichkeit berechnet? Und wie gering ist sie Ihrer Meinung nach?
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon firlefanz11 » Mi 23. Jan 2019, 14:29

Tom Bombadil hat geschrieben:(10 Jan 2019, 19:54)

Ich habe natürlich keine Beweise, aber ich glaube, dass es unendliche viele Multiversen nebeneinander gibt, die sich auch ständig, mit jeder Entscheidung und mit jedem Ereignis, ändern.

Das wären aber keine physikalisch nebeneinanderher existierende Multiversen sondern mögliche Ergebnisse der Wahrscheinlichkeitswellen, deren Kollaps aufgrund einer Entscheidung den Zustand des realen Uni-/Mulitversum ergibt.
Das Konstrukt der physischen Multiversen ist wohl eher eins der völlig voneinander unabhängigen in denen theoretisch sogar völlig andere Naturgesetze gelten, und erklärt sich theoretisch aus der geringen Wahrscheinlichkeit, dass nur genau EINE Blase aus dem Quantenschaum entsteht, die dann ein Universum darstellt (wenn ich das noch so richtig im Kopf hab).
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon firlefanz11 » Mi 23. Jan 2019, 14:37

Neueste Theorie spekuliert dass es aufgrund der Symmetrie auch ein Anti-Universum gibt...
https://www.mdr.de/wissen/modell-univer ... l-100.html
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Little Joe » Mi 23. Jan 2019, 19:23

Senexx hat geschrieben:(23 Jan 2019, 12:15)

Wie haben Sie diese gerige Wahrscheinlichkeit berechnet? Und wie gering ist sie Ihrer Meinung nach?


Die Annahme ergibt sich aus kombinatorischen Betrachtungen. Siehe hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Infinite-Monkey-Theorem !

Wobei natürlich fraglich ist, ob man die korrekte und vielfältige Zusammensetzung des genetischen Kodes mit Buchstaben die zufällig getippt werden und irgendwann einen Text ergeben vergleichen kann.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Troh.Klaus » Do 24. Jan 2019, 00:23

Little Joe hat geschrieben:(23 Jan 2019, 12:13)
Wird davon ausgegangen, dass unser Universum begrenzt ist und eine Reichweite von Milliarden bis Billionen Lichtjahren hat ist die Wahrscheinlichkeit für einen zweiten Planeten Erden mit seiner Diversität und dem Vorhandenseins entwickelter Leben sehr gering. Existiert dagegen eine Vielzahl von Universen könnte es durchaus entwickeltes Leben auf anderen Planten geben oder gar Doppelgänger von mir und dir .

Im sichtbaren Teil unseres Universums (ca. 14 Milliarden Lichtjahre Radius) gibt es nach letzten Abschätzungen mehr als eine Billion Galaxien. Gehen wir von ca. 100 Milliarden Sternen pro Galaxis aus, dann hätten wir insgesamt ca. 10^23 Sterne. Des weiteren sehen wir in den letzten 20 Jahren, dass Planeten eher als Standard dazu gehören, unser Sonnensystem also auch in dieser Hinsicht kein Exot, sondern normaler Durchschnitt ist. Ich würde ganz vorsichtig mit ca. 1% Planeten-bewehrten Sonnensystemen rechnen. Macht 10^21 Systeme mit mindestens einem Planeten (in der Regel kommen die ja "im Dutzend").

Ein Planet macht allerdings noch kein Leben, und schon gar kein intelligentes (was man ja auch auf unserer Erde hautnah beobachten kann). Dazu müssen weitere Features zu treffen: habitable Zone, flüssiges Wasser, Magnetfeld, und vielleicht noch einiges mehr. Ich habe keinen Clou, welchen Faktor man hier ansetzen kann. Deshalb - ein solcher Planet pro Galaxis im Minimum (ist für die Milchstraße 100% zutreffend). Dann hätten wir aber immer noch ca. eine Billion potentiell Leben tragende Planeten in unserem Universum, genauer im sichtbaren Teil (der nicht-sichtbare Teil ist vermutlich um den Faktor 1000 oder mehr größer).

Die Chancen, entwickeltes Leben auf anderen Planeten in unserem Universum anzutreffen, stehen jedenfalls meiner Meinung nach nicht schlecht (ob wir mit diesen "Aliens" jemals Kontakt haben werden, steht allerdings noch auf einem anderen Blatt). Jedenfalls ist dafür imho kein Multiversum erforderlich. Andererseits - wenn in anderen Universen andere Naturgesetze herrschen, was von manchen Multiversum-Theoretikern für möglich bis wahrscheinlich gehalten wird, könnte unser Universum sogar das einzige sein, in dem es Leben gibt.

Was Du und ich aber in diesen anderen Universen ganz sicher nicht antreffen werden - unsere Doppelgänger.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Fliege » Do 24. Jan 2019, 01:07

Troh.Klaus hat geschrieben:(24 Jan 2019, 00:23)
Ich würde ganz vorsichtig mit ca. 1% Planeten-bewehrten Sonnensystemen rechnen.

Nach NASA-Abschätzungen gibt es in rund 25 Prozent aller sonnenähnlichen Sternensysteme der Milchstraße erdähnliche Gesteinsplaneten in der habitablen Zone wie Venus, Erde oder Mars (Welt online, 4. November 2013). Hinzu kommen die Roten Zwerg, die beste Aussichten verheißen (Chip online, Sieben erdähnliche Planeten [bei einem Roten Zwergstern], 27. Februar 2017).
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Little Joe » Do 24. Jan 2019, 11:38

Troh.Klaus hat geschrieben:(24 Jan 2019, 00:23)

Im sichtbaren Teil unseres Universums (ca. 14 Milliarden Lichtjahre Radius) gibt es nach letzten Abschätzungen mehr als eine Billion Galaxien. Gehen wir von ca. 100 Milliarden Sternen pro Galaxis aus, dann hätten wir insgesamt ca. 10^23 Sterne. Des weiteren sehen wir in den letzten 20 Jahren, dass Planeten eher als Standard dazu gehören, unser Sonnensystem also auch in dieser Hinsicht kein Exot, sondern normaler Durchschnitt ist. Ich würde ganz vorsichtig mit ca. 1% Planeten-bewehrten Sonnensystemen rechnen. Macht 10^21 Systeme mit mindestens einem Planeten (in der Regel kommen die ja "im Dutzend").

Ein Planet macht allerdings noch kein Leben, und schon gar kein intelligentes (was man ja auch auf unserer Erde hautnah beobachten kann). Dazu müssen weitere Features zu treffen: habitable Zone, flüssiges Wasser, Magnetfeld, und vielleicht noch einiges mehr. Ich habe keinen Clou, welchen Faktor man hier ansetzen kann. Deshalb - ein solcher Planet pro Galaxis im Minimum (ist für die Milchstraße 100% zutreffend). Dann hätten wir aber immer noch ca. eine Billion potentiell Leben tragende Planeten in unserem Universum, genauer im sichtbaren Teil (der nicht-sichtbare Teil ist vermutlich um den Faktor 1000 oder mehr größer).

Die Chancen, entwickeltes Leben auf anderen Planeten in unserem Universum anzutreffen, stehen jedenfalls meiner Meinung nach nicht schlecht (ob wir mit diesen "Aliens" jemals Kontakt haben werden, steht allerdings noch auf einem anderen Blatt). Jedenfalls ist dafür imho kein Multiversum erforderlich. Andererseits - wenn in anderen Universen andere Naturgesetze herrschen, was von manchen Multiversum-Theoretikern für möglich bis wahrscheinlich gehalten wird, könnte unser Universum sogar das einzige sein, in dem es Leben gibt.

Was Du und ich aber in diesen anderen Universen ganz sicher nicht antreffen werden - unsere Doppelgänger.


Grüß dich,

dein Argument ist durchaus nachvollziehbar und wird oft selbst in wissenschaftlichen Kreisen verwendet. Angenommen es gäbe 10^15 Exoplaneten im Universum , welche dem Grunde nach Leben beherbergen könnten. Viele werden nun sagen ein gewisser prozentualer Anteil von diesen müsste statistisch gesehen irgendeine Form von Leben beherbergen, auch meine intuitive Einschätzung wäre so.

In einem Zeit Wissen Artikel las ich aber die Wahrscheinlichkeiten für Entstehung des Lebens seien dermaßen gering, dass man mit ziemlicher Sicherheit ausschließen könne, dass es im beobachtbaren Universum intelligentes Leben gäbe. Als Grundlage dienten Berechnungen die auf dem Monkey Argument basierten. Ich kann nur sagen, dass gemäß dieses Artikel deren Seriosität ich nicht bewerten kann eine Wahrscheinlichkeit rauskam die weit geringer als 1 zu 10^1000 ist. Dementsprechend müsste das Universum also unglaublich riesig sein oder eben Paralleluniversen existieren.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Papaloooo » Do 24. Jan 2019, 17:09

Little Joe hat geschrieben:(22 Jan 2019, 11:46)

Ich plädiere für Multiversum ! Die Wahrscheinlichkeit, dass der Planet Erde in der gesamten Wirklichkeitsphäre einmalig ist, scheint recht gering.

Innerhalb eines geringen Rahmens lassen die Naturkonstanten in einem Universum überhaupt nur Leben entstehen:
Wäre die Gravitationskraft ein klein wenig höher, so würde alles in Schwarzen Löchern enden.
Wäre die Starke Wechselwirkungskraft ein klein wenig Schwächer, so gäbe es keine Atome.
Diese Naturkonstanten sind der 6er im Lotto.
Und da das so ist, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach in diesem Universum von Leben nur so wimmeln.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Papaloooo » Do 24. Jan 2019, 17:20

firlefanz11 hat geschrieben:(23 Jan 2019, 14:37)

Neueste Theorie spekuliert dass es aufgrund der Symmetrie auch ein Anti-Universum gibt...
https://www.mdr.de/wissen/modell-univer ... l-100.html

Gelesen aber doch eher unseriös.
Was ist denn die andere Seite des Urknalls?
Rückwärts auf der Zeitachse?
Antimaterie verhält sich im Grunde genau wie Materie, zumindest nach allem, was wir bislang wissen.
Erst wenn sie mit Materie zusammenkommt, würden sich Materie und Antimaterie gegenseitig auslöschen bzw. in Energie umwandeln.
Antiwasserstoff ist bereits gut erforscht, schwerere Elemente werden sicherlich noch folgen.
Und Antielekronen werden ja bereits in der Medizin eingesetzt: PET.
Ja es ist noch immer das große Rätsel:
Wenn Materie und Antimaterie Spiegelbilder sind, warum blieb dann nach dem Urknall (wo doch gleich viel Materie und Antimaterie entstanden sein sollte) nach der Vernichtung ein Ungleichgewicht zugunsten der Materie übrig?
Das ist Kapitalismus:
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Troh.Klaus » Do 24. Jan 2019, 18:36

Little Joe hat geschrieben:(24 Jan 2019, 11:38)
In einem Zeit Wissen Artikel las ich aber die Wahrscheinlichkeiten für Entstehung des Lebens seien dermaßen gering, dass man mit ziemlicher Sicherheit ausschließen könne, dass es im beobachtbaren Universum intelligentes Leben gäbe. Als Grundlage dienten Berechnungen die auf dem Monkey Argument basierten. Ich kann nur sagen, dass gemäß dieses Artikel deren Seriosität ich nicht bewerten kann eine Wahrscheinlichkeit rauskam die weit geringer als 1 zu 10^1000 ist. Dementsprechend müsste das Universum also unglaublich riesig sein oder eben Paralleluniversen existieren.

Auf was soll denn der Infinite-Monkey-Prozess angewendet werden? Auf die Reihenfolge der Nukleinsäuren in der DNA/RNA?
Die Evolution folgt ganz sicher nicht diesem Prozess. Beweis: Die ca. 100 Millionen verschiedenen Arten, die bisher unseren winzigen Planeten bevölkert haben und noch bevölkern. Mit Infinite-Monkey würdest Du doch statistisch maximal auf eine einzige Art kommen. Und das Leben begann sicher nicht mit einem fertigen DNA-String, sondern mit einfachsten organischen Molekülen und Strukturen.

Der Infinte-Monkey-Prozess geht ja davon aus, dass nach jedem Fehlversuch wieder ganz von vorne begonnen wird. Evolutionäre Prozesse sind zwar nicht ziel-gerichtet, aber "lern-fähig". Kumulative Auslese nennt das der Evolutionsbiologe Richard Dawkins (in Deinem verlinkten Artikel).
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon streicher » Do 24. Jan 2019, 20:43

Papaloooo hat geschrieben:(20 Jan 2019, 15:51)

@Sreicher:

https://youtu.be/kiT8G7pb2GA

Für unsere Gehirne ist es quasi unmöglich, uns einen vierdimensionalen Raum vorzustellen.

Hier aber mal eine gute Visualisierung, dies vielleicht ein klein wenig erahnen lässt.

Danke! Ja, es ist unvorstellbar. Mich hat immer ein wenig verwirrt, warum die Visualisierungen im Fluss sind. Aber gut. Wird denn die Raumkrümmung tatsächlich als volle vierte Dimension aufgefasst? Oder als 3+? Eine Raumkrümmung geht ja quasi von dem ursprünglichen Verständnis einer Dimension weg, wie wir sie klassisch für den Raum anwenden, nämlich, dass die Achsen der Dimensionen aufeinander senkrecht sind. Könnte man es also so auffassen, dass im krummen Raum durch Gravitation die Achsen verändert werden?
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Calvadorius » Fr 25. Jan 2019, 01:14

Troh.Klaus hat geschrieben:(24 Jan 2019, 18:36)

Auf was soll denn der Infinite-Monkey-Prozess angewendet werden?
Evolutionäre Prozesse sind [zwar] nicht ziel-gerichtet, aber "lern-fähig".


Evolution ist nicht zielgerichtet.
Aber sie ist auch nicht "lern"fähig.
Es geht wirklich bloß um Optimierung des Vorhandenen.
Was einmal (als "nicht mehr notwendig") weggelassen wurde, ist verloren.

(Stephen Jay Gould: "Das Lächeln des Flamingos", "Der Daumen des Pandas" (wirklich sind alle Bücher dieses Autors lesenswert) (S. Fischer)).
Leben ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die in jedem Fall tödlich endet.
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Re: Universum oder Multiversum?

Beitragvon Papaloooo » Fr 25. Jan 2019, 06:32

streicher hat geschrieben:(24 Jan 2019, 20:43)

Danke! Ja, es ist unvorstellbar. Mich hat immer ein wenig verwirrt, warum die Visualisierungen im Fluss sind. Aber gut. Wird denn die Raumkrümmung tatsächlich als volle vierte Dimension aufgefasst? Oder als 3+? Eine Raumkrümmung geht ja quasi von dem ursprünglichen Verständnis einer Dimension weg, wie wir sie klassisch für den Raum anwenden, nämlich, dass die Achsen der Dimensionen aufeinander senkrecht sind. Könnte man es also so auffassen, dass im krummen Raum durch Gravitation die Achsen verändert werden?

Nein, das ist nicht richtig.
In der 2-dimensionalen Fläche steht 2 Mal die 1-dimensionale Gerade mit exakt 90° aufeinander.
Im 3-dimensionalen Raum steht 2 Mal die 2-dimensionale Fläche mit exakt 90° aufeinander.
Im 4-dimensionalen Hyper-Raum steht 2 Mal der 3-dimensionale Raum mit exakt 90° aufeinander.
Und so könnte es im Grunde weitergehen, manche Wissenschaftler sagen, die Welt ließe sich nur durch 11 Raumdimensionen erklären.
Aber ab der 4. Raumdimension sollten wir nicht mehr versuchen, es mit unseren Hirnen zu begreifen.
Es lässt sich nur noch mit Mathematik beschreiben.

Oder wer kann sich ein subatomares Teilchen in Superposition vorstellen,
das sich zugleich rechts und links herum dreht?

...und dann gibt es natürlich beliebige geometrische Formen in jedem dieser Dimensionen.
Das ist Kapitalismus:
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