Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

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King Kong 2006
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 18. Okt 2018, 22:14

In bestimmten Medien wird das Bild kolportiert, das ein wie auch immer geartetes "westliches Bündnis" aus den USA und Flugzeugen aus arabischen Staaten am Persischen Golf den Irak und Syrien (... mit Assad) irgendwie vor dem IS bewahrt und gerettet hätten. Das ist natürlich eine schlimme Verzerrung der Geschehnisse. Aus der Luft und mit ein paar Ausbildern bewahrt, rettet und reißt man kein Ruder herum.

Von allen Interventionisten hat der Iran den größten und verlustreichsten Einsatz erbracht. Schon aus Eigeninteresse Staaten wie den Irak oder Syrien nicht an den IS zu verlieren. In direkter Nachbarschaft. Die Einsätze waren zudem auf Wunsch Iraks und Syriens.

Scott Ritter, ein ehemaliger Marine und Kenner der Region, ist nicht in Verdacht ein Alternativer oder Liberaler zu sein. Er erwarb sich den Ruf "Darth Vader" zu sein, als er die Aufgabe hatte im Irak nach ABC-Waffen zu suchen. Durch sein robustes, einschüchterndes Auftreten gegenüber irakischen Sicherheitskräften. Er schreibt im American Conservative.

Phase I war für den Iran den völligen Zusammenbruch Iraks (inklusive der KRG: Iran Was First to Supply Iraq’s Kurds With Weapons to Battle the Islamic State https://news.vice.com/en_us/article/nem ... amic-state) und Syriens vor den unerhört schnellen Vorstössen des IS zu verhindern.

“We asked for weapons and Iran was the first country to provide us with weapons and ammunition,” said Kurdish President Massoud Barzani in a press conference. That Iran apparently got weapons to the Kurds more quickly than the U.S. may be because of Tehran’s strategic interests in arresting the march of ISIS.

“Iran knows that if they don’t fight ISIS in Iraq today, they will have to fight them in Iran tomorrow,” said Hiwa Osman, an analyst and writer based in Erbil. The expansionist Sunni militants have clawed their way across Syria and Iraq, coming within 20 miles of the Iranian border.

Indeed, Tehran claimed to have had a direct hand in training Kurdish peshmerga. “When ISIS attacked Iraqi Kurdistan and the Kurdish officials requested help from Iran, The Islamic Republic of Iran not only gave them guidance, but also organized and prepared their forces,” Interior Minister Abdolreza Rahmani Fazl told Iran’s semi-official Mehr news agency.

http://time.com/3196580/iran-kurds-isis-erbil-iraq/


Niemand sonst war da.

Phase II war die Rückeroberung. Dazu wurde die potente irakische PMF eingesetzt, auch in Syrien. Im Falle Syriens kamen die Hebzollah u.a. dazu. Ebenso russische Luftunterstützung. Im Irak war es die PMF, die die den völligen Zusammenbruch aufhielten und - sagen wir mal - die irakischen Streitkräfte "den Rücken stärkten" und liebevoll vorwärts drückten. Gegen den IS. Später operierten sie grenzüberschreitend gegen den IS in Syrien.

Iran Deserves Credit for the Ruin of ISIS

The United States expended considerable effort, both military and political, in a campaign to defeat the terror group in Iraq and, to a lesser extent, Syria.

But there is also no doubt that the bulk of the effort came from Iran, not the United States. Without Iranian involvement, ISIS would still have a formidable presence in both Iraq and Syria.


ISIS was born out of the ashes of the American invasion of Iraq


Von manchen Medien wird gerne die Mär verbreitet das irakische Sicherheitskräfte hinter den Zusammenbruch des IS im Irak stehen würden. Wahr ist, das diese fast selbst zusammenbrachen und der IS fast bis Bagdad vorstossen konnten. Sie brauchten Hilfe. Die kam im Form der PMF.

When ISIS advanced on the Iraqi cities of Ramadi and Fallujah, the American-trained and -equipped Iraqi army was unable to halt its advance. Soon the major city of Mosul fell to ISIS, and its forces pushed down the Tigris River valley to the outskirts of Baghdad.

The story of Iraq’s struggle to form a viable resistance to ISIS in the aftermath of the fall of Mosul is little known, and even less appreciated, by the United States. The formation of so-called “Popular Mobilization Forces,” or PMF—organized at the behest of Iraq’s senior Shia leadership, and trained, equipped, and led by Iran—was the single most important factor behind the halting of ISIS’s drive on Baghdad and its eventual eviction from Iraqi territory.


Western media have paid a disproportionate amount of attention to the actions of a select few American-trained Iraqi security forces, which, with ample support from U.S. airpower and advisors, helped end fighting in and around Mosul. All the while, they’ve ignored that the lion’s share of the fighting was done by the Iranian-directed PMF. This fact was not lost on the Iraqi people, many of whom (though not many of the Sunnis) hold the PMF in the highest regard. This sentiment has propelled many of the senior leadership of the PMF into political prominence in Baghdad.


Syrien.

For Iran, the ISIS phenomenon is not limited to Iraq. It is seen as part and parcel of a concerted effort undertaken by the United States, Saudi Arabia, and the Gulf Arab nations to overthrow Assad in Syria, diminish the power and influence of Hezbollah in Lebanon, and roll back Iranian influence in both Syria and Iraq. ISIS’s geographic presence in Syria, concentrated as it was in the central and northeastern deserts, made it a secondary target compared to the al-Qaeda affiliates operating in and around Aleppo and Damascus.


ISIS in Syria lingers on, despite the fact that U.S. military power could ensure its almost immediate elimination. The reason for the stay of execution is not entirely clear, but it could well be that the U.S. sees ISIS as a useful foil against Iran.


Rather than relying on ISIS as a foil to blunt Iranian influence in Syria and terrorize its citizenry at home, the Trump administration should recognize the positive role that Iran has played in defeating ISIS. It should build upon that recognition to craft a wider regional peace process that both recognizes the realities inherent in Syria today and reduces the tensions that prompt Iran to lean forward in such an aggressive manner. Unfortunately, such thinking seems beyond the capabilities of Mike Pompeo and John Bolton. As such, America will continue to pursue poorly thought out policies with no chance of success without any thought to either cost or consequence.

https://www.theamericanconservative.com ... n-of-isis/


Irgendein Bündnis aus der Luft mit Flugzeugen aus den USA und den Emiraten haben weder den drohenden Zusammenbruch aufgehalten, die waren da noch lange nicht da, noch die Gebiete auf dem Boden anschließend zurückerobert. Das waren die PMF, Peschmerga, Hezbollah, YPG und diverse verbündete schiitische und christliche Milizen. Und "natürlich" die irakische und syrische Armee. Mit Unterstützung Irans, später mit Russlands dazu.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » So 21. Okt 2018, 09:22

Am Beispiel des zersägten Journalisten in dem saudischen Konsulat in der Türkei wird exemplarisch noch einmal sehr deutlich, was die Interessenslage der ehemaligen bzw. noch vorhandenen Interventionisten aus Übersee sind. Es wird gerne über Menschenrechte u.ä. gesprochen. Dahinter steckt knallharte Interessenspolitik. Saddam wurde hofiert, unterstützt und bekam für seine Handlungen eine Blankovollmacht, solange es den Interessen diente, danach wurde er einfach zum Schurken erklärt. Aktuell hat Saudi-Arabien diesen Posten.

Der mit den zweitmeisten Wähler-Stimmen zum US-Präsidenten gewählte Trump macht das auf seine "primitive" Art nur etwas transparenter als die diplomatisch ausgefeilteren Politiker.

Mörder und Heuchler

Die Khashoggi-Affäre offenbart, wie sehr die US-saudischen Beziehungen von Eigennutz getrieben sind. Menschenrechte interessieren kaum - keiner zeigt das so schamlos wie Donald Trump.


Doch Kronprinz bin Salman sei "eine starke Person". Und: "Er liebt sein Land wirklich."

Es sind die gleichen Worte, mit denen Trump auch schon andere Autokraten gelobt hat - Rodrigo Duterte, Kim Jong Un, Wladimir Putin. "Putin ist ein Killer", hielt ihm ein Journalist mal vor. "Glauben Sie, unser Land ist so unschuldig?", blaffte Trump zurück.


Natürlich nicht, Donald.

Diese Beziehungen werden hier nun aber mehr denn je seziert - dank Trump. Plötzlich diskutiert man über Riads Rolle in Trumps Nahost- und Iran-Strategie. Über Amerikas Rolle bei der humanitären Schande des Kriegs im Jemen. Über Milliarden-Dollar-Waffengeschäfte. Über Öl-Abhängigkeiten. Und über die privaten Saudi-Connections Trumps und seines Schwiegersohns Jared Kushner, dem eine besondere Beziehung mit bin Salman nachgesagt wird - und der jetzt hinter den Kulissen angeblich dafür plädiert, doch einfach zu warten, bis Gras über die Sache wächst.

Nichts daran überrascht. Die Allianz zwischen Riad und Washington war immer schon wertefrei - lange vor Trump und selbst als herauskam, dass die meisten der 9/11-Attentäter saudische Staatsbürger gewesen waren.


Menschenrechte interessierten dabei selten. Nur war die Heuchelei früher diskreter.

Der Tod Khashoggis ist jetzt aber wohl selbst für die Heuchler inakzeptabel - doch Trumps zögerliches Manövrieren hat einen Ausweg aus dieser Sackgasse blockiert.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/j ... 34309.html


Es gab tatsächlich einige lichte Momente, z.B. die ehemalige US-Außenministerin Albright räumte ein, das die heutigen Verhältnisse in der Region ganz wesentlich auf US-Interventionspolitik zurückzuführen sind. Auch das massive verbiegen demokratischer Entwicklungen im Iran. Der ehemalige britische Premier Cameron ist da auch reflektiert.

Bei einem Pakistan-Besuch entschuldigte sich Premierminister David Cameron für Fehler während der Kolonialzeit. Britannien, so sagte er, sei schuld an vielen Problemen, welche die Welt noch heute plagten.

https://www.sueddeutsche.de/politik/bri ... -1.1082881


Deshalb ist es für viele der Hohn schlichterdings, wenn wohlfeile Pressesprecher und Propagandisten immer etwas über "Menschenrechte", Sicherheitsinteressen u.ä. sprechen um damit nur die bisherigen verheerenden Interventionen weiterführen. Die Länder dort, die Menschen sind ihnen völlig egal. Sykes-Picot und Co. und der bestimmte Blick darauf lassen grüssen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 22. Okt 2018, 17:03

Interventionen, jetzt durch das ehemalige osmanische Reich und den USA. Gegenüber Saudi-Arabien.

Riad und der Fall Khashoggi

Das Ende der Legende

Bislang schien MbS, 33 Jahre alt, mit seinem ruchlosen Politikstil ungestraft davonzukommen. Er konnte einen zerstörerischen Krieg im Jemen führen, den libanesischen Premier Saad Hariri kidnappen, eine Blockade gegen Katar verhängen und Widersacher in Saudi-Arabien reihenweise wegsperren, ohne dass irgendetwas davon für ihn oder sein Regime Folgen gehabt hätte.


Der Krieg der Saudis im Jemen hat abertausenden Tod und Millionen Hunger beschert. Die UN spricht von saudischen Kriegsverbrechen. Massive Verfolgungen in Saudi-Arabien selbst. Die weltweite Förderung von Extremismus durch Schulen und Koranschulen. Auch diverser Gruppen im Irak und Syrien. Hm, nix passiert. Jetzt wird ein Journalist lebendig zersägt und alle flippen aus. Sehr heuchlerisch, aber Realpolitik.

Nun aber könnte die Investorenkonferenz in Riad, die am Dienstag beginnt, eine einsame Veranstaltung werden. Etliche Teilnehmer, darunter IWF-Direktorin Christine Lagarde, die Finanzminister Frankreichs, Großbritanniens und der USA, sowie die Chefs der Großbanken HSBC, Standard Chartered und Crédit Suisse, haben abgesagt. Sie wollen sich nicht Seite an Seite zeigen mit einem Diktator, der womöglich für den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul verantwortlich ist.


Saudi-Arabiens Regime behauptet, Jamal Khashoggi sei bei einer "Schlägerei" gestorben - und will die Debatte damit beenden. Dabei fängt sie erst an: Aus der Türkei werden neue Enthüllungen erwartet.


Der Fall Khashoggi könnte nun ein Wendepunkt sein. Erste Staaten erwägen Sanktionen gegen Saudi-Arabien. "Der Westen und vor allem Europa dürfen nicht wegsehen aus Angst vor diplomatischen oder wirtschaftlichen Drohungen", sagt der frühere deutsche Außenminister Sigmar Gabriel im SPIEGEL. Selbst US-Präsident Donald Trump, der enge politische und geschäftliche Beziehungen zum Königshaus unterhält, hat seinen Ton gegenüber MbS am Wochenende verschärft.


Beobachter vermuten, Erdogan wolle von Saudi-Arabien Zugeständnisse bei Machtfragen in der Region erzwingen, etwa im Katar-Konflikt. Denkbar ist auch, dass Ankara von Riad Hilfsgelder für die angeschlagene türkische Wirtschaft einfordern wird. "Wir können Mohammed bin Salman einen Ausweg aus der Affäre bieten, oder ihn durch Enthüllungen noch weiter unter Druck setzen", sagt ein türkischer Regierungspolitiker dem SPIEGEL. "Die Frage ist, was ist dem Prinzen sein Ruf wert?"

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 34473.html


Die Frage stellt sich Businessman Donald T. auch. Was ist weiterer Schutz für so eine Regime, dem Regime wert...? :cool:

Selbst wenn Prince MBS und seine 7000 Prinzen Erdogan und Trump bezahlen können, den einen, mit machtpolitischen Entgegenkommen, den anderen um weiteren Schutz beim Bomben, Verfolgen und Zersägen zu erhalten, ist vermutlich nicht mehr so dieses Blankocheckverhalten möglich. Irgendwann wurde auch Saddam Hussein lästig. Das Haus al-Saud muß jetzt aufpassen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon zollagent » Mi 24. Okt 2018, 15:37

So lange der Konflikt mit dem Iran besteht, ist Saudi-Arabien "sicher".
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 25. Okt 2018, 22:06

zollagent hat geschrieben:(24 Oct 2018, 15:37)

So lange der Konflikt mit dem Iran besteht, ist Saudi-Arabien "sicher".


Na, dann können manche nur darauf weiter hoffen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 24. Nov 2018, 12:58

Die USA versuchen die kurdische Dominanz der SDF zu brechen. Immerhin haben sie ihren Job ja erledigt. Mehr arabische Truppen sollen Abhilfe schaffen. Aus dem Ausland. Nicht eingeladen.

Monitor: Large Arab Force Deployed to E. Syria

“The presence of an Arab force would be very significant,” Jonathan Spyer, executive director of the Middle East Center for Reporting and Analysis (MECRA), told VOA. “SDF is widely perceived — largely accurately — as dominated by the Kurds. Troops from an Arab state would significantly alter this perception.”

https://www.voanews.com/a/monitor-large ... 70618.html


Die Türkei würde ein weiteres Abwenden der USA von den Kurden begrüssen.

Turkey: U.S. Must Break From Syrian Kurds After PKK Reward Offer

https://www.haaretz.com/middle-east-new ... -1.6633848
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 13. Dez 2018, 20:54

Die Türkei und die USA.

Legt sich Erdogan in Syrien mit den USA an?

Der türkische Präsident hat angekündigt, auch das Gebiet um Mandbidsch in Nordsyrien zu erobern. Dort sind die Kurden stationiert – und Amerikaner. Doch offenbar will es Erdogan auf einen Konflikt mit dem Nato-Partner ankommen lassen.


Die Beißhemmung scheint zu sinken?

Kann es wirklich zu einem Konflikt zweier Nato-Partner in Syrien kommen? Durchaus – solange man darunter begrenzte Zusammenstöße versteht. In Nordsyrien verfolgen die USA und die Türkei gegensätzliche Interessen, und die Hemmschwelle, die bisher einen Konflikt verhinderte – der Respekt der Türken vor der Macht der Amerikaner –, wird immer niedriger.


Der sukzessive Rückzug der USA begann im Grunde genommen schon unter Bush, nach einem katastrophalen Einstieg mit dem Irak-Krieg. Hoher Einsatz im Poker und die Chipsäulen rattern nun herunter. Am Ende bleiben die Staaten vor Ort. Wie zu früheren Zeiten.

USA nur ein mittelfristiger Machtfaktor

Insgesamt aber geht die türkische Führung von einer langfristigen Schwächung amerikanischen Machtpotenzials in der Region aus. Auch Russland, so stark es im Augenblick auch erscheinen mag im Syrien-Konflikt, wird nicht unbedingt als langfristiger Faktor gesehen. Eher schon der Iran, ohne den das syrische Assad-Regime längst zusammengebrochen wäre.

Bereits das Persische Reich war über Jahrhunderte hinweg der große Gegenspieler der Osmanen um die Macht im Nahen Osten, lange bevor Russland oder die USA überhaupt auf der Bühne erschienen.

https://www.welt.de/politik/ausland/art ... SA-an.html


Saudi-Arabien mit seiner Unterstützung salafistischer Gruppen in den Kriegen der Region scheint zwar ein erheblicher Störfaktor für die Türkei und dem Iran zu sein, ist aber im Grunde vernachlässigbar. Im Jemen ist das Hause al-Saud Schachmatt gesetzt. Im Irak und Syrien sind die Gruppen weitesgehend in blutigen Auseinandersetzungen am Boden niedergekämpft worden. Die USA sind natürlich weiterhin eine Macht. Aber es ist auch immer die Tendenz zu betrachten. Und zwischen hundertausenden US-Boys und Girls und Bergen von US-Militärwaffen vor Ort seit dem Irak-Krieg und der Situation jetzt sind deutliche Unterschiede zu erkennen. Der Aktionismus Saudi-Arabiens in der Region mit dem Ehrgeiz des Sägeprinzen MBS an der Spitze ist eine Folge davon. Vom Rückzug der USA. Das ist ein "um sich schlagen" in den Wellen der Region.

Einige kleinere Akteure werden wohl darauf hoffen, das am Ende türkische und iranische Sicherheitsinteressen kollidieren. Es kommt darauf an, wie sich Ankara und Teheran arrangieren können. Konfliktpotential war und ist da. Dennoch bleibt wie gesagt zu erwähnen, das die türkisch-iranische Grenze die am längsten unveränderte Grenze der Region seit Jahrhunderten, vermutlich weltweit darstellt. Ein Zeichen dafür, das Konflikte zwar existieren, aber die beiden Staaten sich der Folgen massiver Auseinandersetzung Gewahr sind und eisern vermieden werden. Zum Interesse beider Staaten und sicher auch der Region.

Zunächst will die Türkei die Durchsetzung ihrer Interessen im Rahmen ihres neues Selbstverständnisses gegenüber der USA testen?

Iranian President’s Chief of Staff in Turkey for Talks

The Iranian president’s chief of staff, Mahmoud Vaezi, travelled to Turkey on Thursday for political and economic talks.

Heading a high-ranking political and economic delegation, Vaezi is going to hold meetings with top Turkish authorities in the trip.

He is also expected to make arrangements for a visit by Turkish President Recep Tayyip Erdogan to Iran.

Iran and Turkey have ramped up efforts in recent years to boost bilateral trade, setting a $30-billion annual trade target and signing several agreements to enhance cooperation in various areas.

https://www.tasnimnews.com/en/news/2018 ... -for-talks
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Audi » Do 13. Dez 2018, 23:57

Ich tippe auf einen Rückzug der USA. In Afrin hat man es bestens gesehen. Egal wer oder was in Ankara das Sagen hat, NATO Partner haben bestimmte Rechte welche man anderen nicht gewährt . Bevor man die Türkei opfert, opfert man die Kurden. Erdoag ist ja nicht bescheuert
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 19. Dez 2018, 16:07

Trump kündigt den Rückzug aus Syrien an.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 19. Dez 2018, 20:46

Trump will keinen regime change in Syrien. Assad soll bleiben. Aber irgendwie netter (... zu den USA...?).

US no longer seeking regime change in Syria: envoy

https://www.almasdarnews.com/article/us ... ria-envoy/


Die drei Garantiemächte Iran, Russland und Türkei für den Friedensprozess in Syrien wollen bald den Boden für weitere Entwicklungen in Richtung Verfassung präsentieren.

Iran, Russia, Turkey back Syria constitutional body

https://www.tehrantimes.com/news/430847 ... ional-body


Russia, Turkey and Iran reach agreement on Syria committee

https://www.theguardian.com/world/2018/ ... -committee


Beobachter sehen die Kurden mal wieder im Regen stehen. Gerade im Kontext der Türkei und ihren Interessen in Syrien. Und Israel ohne die US-Bodentruppen als signifikante Ansprechpartner in Syrien. Der Experte fürs grobe Entsorgen, der saudische Prince MBS, scheint in Syrien auch abgemeldet zu sein.

The U.S. says it is pulling out of Syria. Who are the big winners and losers?

https://www.denverpost.com/2018/12/19/u ... rs-losers/


Polit- und Militärexperten in den USA sind fassungslos. Der TV-Star und sein Nahostberater Jared Kushner werden den Ahnungslosen aber sicher das erklären können. Erstmal wird eine US-Basis auf irakischer Seite nahe der syrischen Grenze gebaut.

US completes military base construction on Iraqi-Syrian border

https://news.am/eng/news/487038.html


Die Politik- und Militärexperten in den USA bleiben dennoch ratlos. Eine Basis im Irak ist nicht dasselbe wie Bodentruppen in Syrien. Und Assad soll auch in Syrien bleiben.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon keinproblem » Mi 19. Dez 2018, 23:39

King Kong 2006 hat geschrieben:(19 Dec 2018, 20:46)

Trump will keinen regime change in Syrien. Assad soll bleiben. Aber irgendwie netter (... zu den USA...?).
Die drei Garantiemächte Iran, Russland und Türkei für den Friedensprozess in Syrien wollen bald den Boden für weitere Entwicklungen in Richtung Verfassung präsentieren.
Beobachter sehen die Kurden mal wieder im Regen stehen. Gerade im Kontext der Türkei und ihren Interessen in Syrien. Und Israel ohne die US-Bodentruppen als signifikante Ansprechpartner in Syrien. Der Experte fürs grobe Entsorgen, der saudische Prince MBS, scheint in Syrien auch abgemeldet zu sein.
Polit- und Militärexperten in den USA sind fassungslos. Der TV-Star und sein Nahostberater Jared Kushner werden den Ahnungslosen aber sicher das erklären können. Erstmal wird eine US-Basis auf irakischer Seite nahe der syrischen Grenze gebaut.
Die Politik- und Militärexperten in den USA bleiben dennoch ratlos. Eine Basis im Irak ist nicht dasselbe wie Bodentruppen in Syrien. Und Assad soll auch in Syrien bleiben.

Da kann man ja nur hoffen dass Erdogan und Assad nicht noch irgendeine Geschichte mit den Kurden vom Zaun brechen. Und wenn wir schon beim hoffen sind, dass der Rückzug der USA auch ein Abkühlen bezüglich der Spannungen ggü. dem Iran bedeutet.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 20. Dez 2018, 09:36

keinproblem hat geschrieben:(19 Dec 2018, 23:39)

Da kann man ja nur hoffen dass Erdogan und Assad nicht noch irgendeine Geschichte mit den Kurden vom Zaun brechen. Und wenn wir schon beim hoffen sind, dass der Rückzug der USA auch ein Abkühlen bezüglich der Spannungen ggü. dem Iran bedeutet.


Die USA sind die Garantiemacht der kurdischen YPG/PKK/PJAK in Syrien. Im Irak ist es fast schon eher der Iran. Wenn die USA sich da zurückziehen fehlt diese Garantiemacht. Wobei die USA natürlich die YPG und diverse auch nur dann braucht, wenn es ihren Interessen dient. Zur Zeit sind sie offenbar nicht nutze.

Ob die Spannungen zwischen den USA und Iran herausgenommen werden, ist zu bezweifeln. Trump - nicht die USA - hat mit dem Aufkündigen dieses bedeutenden internationalen Abkommens mit dem Iran einen ungeheuren Schaden angerichtet. Nicht nur in der internationalen Politik, nicht nur für die iranische Bevölkerung, auch für die USA selbst. Erst sein Nachfolger wird vielleicht in der Lage sein durch eine behutsame Annäherung da wieder anzusetzen, wo die USA vor dem TV-Clown war.

Offenbar wissen aktuell nicht einmal die nahestehenden "Berater" von Donald, was da los ist.

Der US-Präsident zieht die Truppen aus Syrien ab, bei der Entscheidung hat er offenbar enge Mitarbeiter außen vor gelassen. Widerspruch kommt aus London und Trumps eigener Partei.


Der Fernsehsender CNN berichtete, Trump habe bei seiner Entscheidung weder Außenminister Mike Pompeo noch Verteidigungsminister James Mattis einbezogen. Der republikanische Senator Bob Corker wird mit den Worten zitiert, die Entscheidung sei für die Regierungsmannschaft ein Schock gewesen. Die "New York Times" schrieb, Vertreter des Pentagons hätten bis zuletzt vergeblich versucht, Trump von seinem Entschluss abzubringen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 44710.html


Im Ernstfall kennt Trump nur sich. Vermutlich will er Pluspunkte bei seiner Wählerschaft sammeln. Oder er hat Angst, das sein Kurs gegen den Iran sich so zuspitzen kann, das das US-Personal in Syrien aus Sicherheitsgründen besser abzieht. Dann müsste er ja wieder zeigen, was für ein harter Kämpfer er wäre. Und wie schlapp der sogar gegen Nordkorea ausgesehen hat, muß man nicht erwähnen. Große Klappe und nix dahinter. Obama war ja sogar tougher in der Syrienfrage als dieser TV-Komiker. Dem wäre die Absage an ein regime change nicht eingefallen. Donald ist auch hier eingeknickt.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » Do 20. Dez 2018, 15:12

King Kong 2006 hat geschrieben:Die USA sind die Garantiemacht der kurdischen YPG/PKK/PJAK in Syrien. Im Irak ist es fast schon eher der Iran.


Das stimmt nicht. Als die irakischen Schiiten im Oktober 2017 das kurdische Kerkûk einnahmen geschah dies nur mithilfe der Iraner. Im Anschluss an der Eroberung der disputed areas rund um Mosul, Kerkûk und Xanaqîn, versuchten die Schiiten auch Erbil, Sihêla und die ganze Autonomieregion einzunehmen. Das scheinen Sie wohl vergessen zu haben. Ich erinnere Sie daran. Der damalige Premierminister Abadi sprach auch nicht mehr von der Autonimieregion Kurdistan, wie es in der irakischen Verfassung festgeschrieben ist, sondern von den Provinzen im Nordirak. Ohne die USA hätten die Kurden diesen Angriff der iranisch-geleiteten Milizen niemals aufhalten können. Der Iran und Baghdad wollten nachweislich den Autonomiestatus aufheben. Und die Türkei? Die hatten bereits einen Deal mit Baghdad gemacht und waren ebenfalls miteingebunden.

King Kong 2006 hat geschrieben:Obama war ja sogar tougher in der Syrienfrage als dieser TV-Komiker. Dem wäre die Absage an ein regime change nicht eingefallen. Donald ist auch hier eingeknickt.


Ich glaube, dass der Regimewechsel schon unter Obama vom Tisch war. Aber das Feld komplett zu räumen erscheint ja den meisten US-Politikern als Fehler. Die Folgen wären für die USA noch gravierender als 2009 im Irak. Damit verlieren die USA endgültig ihr Standbein vorort und überlassen das Gebiet den Iranern. Denn die werden der erste Nutznießer sein.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 21. Dez 2018, 12:06

Kardux hat geschrieben:(20 Dec 2018, 15:12)

Das stimmt nicht. Als die irakischen Schiiten im Oktober 2017 das kurdische Kerkûk einnahmen geschah dies nur mithilfe der Iraner. Im Anschluss an der Eroberung der disputed areas rund um Mosul, Kerkûk und Xanaqîn, versuchten die Schiiten auch Erbil, Sihêla und die ganze Autonomieregion einzunehmen. Das scheinen Sie wohl vergessen zu haben. Ich erinnere Sie daran. Der damalige Premierminister Abadi sprach auch nicht mehr von der Autonimieregion Kurdistan, wie es in der irakischen Verfassung festgeschrieben ist, sondern von den Provinzen im Nordirak. Ohne die USA hätten die Kurden diesen Angriff der iranisch-geleiteten Milizen niemals aufhalten können. Der Iran und Baghdad wollten nachweislich den Autonomiestatus aufheben. Und die Türkei? Die hatten bereits einen Deal mit Baghdad gemacht und waren ebenfalls miteingebunden.



Ich glaube, dass der Regimewechsel schon unter Obama vom Tisch war. Aber das Feld komplett zu räumen erscheint ja den meisten US-Politikern als Fehler. Die Folgen wären für die USA noch gravierender als 2009 im Irak. Damit verlieren die USA endgültig ihr Standbein vorort und überlassen das Gebiet den Iranern. Denn die werden der erste Nutznießer sein.


Natürlich hat für Teheran die Integrität Iraks absolute Priorität. Und wenn es um die PJAk geht, kennt wohl niemand im Iran da Spaß. Sprich von Operationsorten im Nordirak aus. "Garantiemacht" wollte ich eher so verstanden wissen, daß z.B. bei der existentiellen Bedrohung durch den IS der Iran gekommen ist. Für die kurdische KRG. Natürlich und daraus wird kein Hehl im Iran gemacht, auch aus Eigeninteresse. Denn wie bereits Eingangs im Thread zitiert. Fakt ist, es war aber militärische Hilfe aus dem Iran, nicht die Zentralregierung im Irak, nicht die USA, nicht die NATO.

Heute ist der IS dort, morgen im Iran. Das ist auch eine Vorwärtsverteidigung im Sykes-Picot-Raum. Sprich Irak und Syrien. Der Iran ist dem noch näher als Europa, geschweige denn die USA, die deshalb einfach mal öfters trial & error machen können. Die Suppe haben dann die Menschen in der Region auszulöffeln und neuerdings auch Europa, siehe Flüchtlingsströme und Terrorismus. Globalisierung auf der ganzen Bandbreite.

Ankara und Teheran wollen die Zusammenarbeit intensivieren.

Turkey, Iran vow to work closer on Syria after US announcement

TURKEY 'STANDS BY IRAN'

Erdogan threatened last week to launch a new operation east of the Euphrates in northern Syria against the Kurdish People's Protection Units (YPG).
This US-backed Kurdish militia is viewed by Ankara as a "terrorist offshoot" of Kurdish insurgents inside Turkey.
There are around 2,000 US forces in Syria, most of them on a train-and-advise mission helping the YPG under the banner of the Kurdish-led Syrian Democratic Forces (SDF) alliance fighting against the Islamic State extremist group.

Turkey and Iran, regional rivals for centuries, have in recent times focused on developing a pragmatic relationship and boosting trade.
Erdogan on Thursday repeated Turkey's criticism of the US this year pulling out of the nuclear deal with Iran and imposing new sanctions on the Islamic republic.
"I want to stress once more than we (Turkey) do not support these decisions and that American's sanctions against Iran increase the risks to the region's safety," he said, adding that Turkey would "stand by the Iranian people".

Read more at https://www.channelnewsasia.com/news/wo ... t-11050726


Interssanterweise hat nicht nur Trump nicht vor Assad loszuwerden. Es kommen auch neben libanesischen, irakischen auch jetzt andere arabische Führer zu Assad.

Iran media on Bashir trip to Syria: Arab states have accepted reality of Assad

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z5aJbwBRcS
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » Fr 21. Dez 2018, 18:46

King Kong 2006 hat geschrieben:"Garantiemacht" wollte ich eher so verstanden wissen, daß z.B. bei der existentiellen Bedrohung durch den IS der Iran gekommen ist. Für die kurdische KRG. Natürlich und daraus wird kein Hehl im Iran gemacht, auch aus Eigeninteresse.


Eben, das macht den Iran für uns zu keiner Garantiemacht. Die Kurden sind für den Iran das kleinere Übel zu extremistischen Sunniten - nicht mehr, nicht weniger.

Und nur so nebenbei: ohne die USA hätte der IS auch die KRG überrannt. Der IS stand vor den Toren Baghdads. Und irgendwie scheint er im Irak schon wieder zu gedeihen, obwohl die Hashd das Gebiet kontrollieren. Oder vielleicht auch gerade weil sie es kontrollieren?
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 21. Dez 2018, 19:30

Kardux hat geschrieben:(21 Dec 2018, 18:46)

Eben, das macht den Iran für uns zu keiner Garantiemacht. Die Kurden sind für den Iran das kleinere Übel zu extremistischen Sunniten - nicht mehr, nicht weniger.

Und nur so nebenbei: ohne die USA hätte der IS auch die KRG überrannt. Der IS stand vor den Toren Baghdads. Und irgendwie scheint er im Irak schon wieder zu gedeihen, obwohl die Hashd das Gebiet kontrollieren. Oder vielleicht auch gerade weil sie es kontrollieren?


Es waren primär die PMF, dahinter die irakische Armee und iranische Quds, die den IS vor Bagdad aufgehalten haben, sicher nicht die USA. ;)
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » Fr 21. Dez 2018, 22:02

King Kong 2006 hat geschrieben:(21 Dec 2018, 19:30)

Es waren primär die PMF, dahinter die irakische Armee und iranische Quds, die den IS vor Bagdad aufgehalten haben, sicher nicht die USA. ;)


Wieso bat dann Maliki im Juni 2014 um amerikanische Luftunterstützung, welche dann ab September auch erfolgte? ;-)
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Audi » Fr 21. Dez 2018, 22:31

Kardux hat geschrieben:(21 Dec 2018, 22:02)

Wieso bat dann Maliki im Juni 2014 um amerikanische Luftunterstützung, welche dann ab September auch erfolgte? ;-)

Ohne die Iraner hätte man Irak zerlegt
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 21. Dez 2018, 23:38

Kardux hat geschrieben:(21 Dec 2018, 22:02)

Wieso bat dann Maliki im Juni 2014 um amerikanische Luftunterstützung, welche dann ab September auch erfolgte? ;-)


Natürlich gab es US-Unterstützung. Aber seien wir ehrlich, das hat geholfen. Aber nichts entschieden. Kriege werden immer auf dem Boden entschieden (wenn man auch im Irak und Syrien nicht damit durch ist...). Aus der Luft kann es helfen.

Warum sollte Maliki nicht zusätzlich US-Luftunterstützung erbeten? Alles was irgendwie hilft. Das war aber nicht kriegsentscheidend. Es sind die boots on the ground. Reine Luftüberlegenheit nützte auch nichts in Vietnam oder aktuell in Afghanistan. Zumal in weitesgehend asymmetrischer Kriegsführung. Der klassische Infanterist und auch politisch-gesellschaftliche Entwicklungen steuern das. Die US-Luftunterstützung im Irak war zudem in der Intensität "vernachlässigbar" im Vergleich zu Schlachtfeldern in Vietnam oder Afghanistan.

PMF’s grit helps Iraq turn the corner

The security situation in Iraq, which was ravaged by ISIS, has been on the mend in the last two years. It dawned on me during my recent academic visit to the country. For the first time, I could roam around in the Capital city Baghdad without the requisite security cover. While visiting Baghdad’s posh Karrada neighbourhood — home to all religious faiths, including mosques, Shia mourning centres Hussainiya, churches and Jewish synagogue — I saw the residents relishing the nightlife that was unimaginable in 2014 when I had visited the country. After pulling through its ISIS-influenced tumultuous phase during which Karrada witnessed multiple deadly bombings, shops and restaurants there dare to do business well beyond midnight. And all the credits go to al-Hashd al-Sha’abi or Popular Mobilistaion Forces (PMF).

https://www.dailypioneer.com/2018/sunda ... orner.html


Iran Deserves Credit for the Ruin of ISIS

But is the U.S. now allowing its last remnants to survive in Syria to spite Tehran?

The United States expended considerable effort, both military and political, in a campaign to defeat the terror group in Iraq and, to a lesser extent, Syria.

But there is also no doubt that the bulk of the effort came from Iran, not the United States. Without Iranian involvement, ISIS would still have a formidable presence in both Iraq and Syria.

https://www.theamericanconservative.com ... n-of-isis/


Die blutige Niederschlagung ging von den Bodenstreitkräften aus. PMF, schiitische Milizen, Peschmerga, libanesische Hezbollah und natürlich die Streitkräfte Irak und Syriens... Die Hauptlast der intervenierten Staaten außerhalb Iraks und Syriens kam aus dem Iran. Die Organisation, Waffen und Geld. Es sah unter Obama fast so aus, als ob man stillschweigend eine Arbeitsteilung hatte. Der Iran macht die Drecksarbeit und dafür halten die USA still. So wie einst im Jugoslawienkrieg für Bosnien und Kroatien (US `secretly agreed Iran arms for Bosnia' https://www.independent.co.uk/news/worl ... 03474.html).

Wir alle wissen, auch die Kurden, das man manchmal auch nur benutzt wird. Saddam, solange er gegen den Iran brauchbar war ebenso. Die USA benutzen den Iran. In Jugoslawien, um sich selber eine Weisse Weste zu erhalten. Oder in Syrien und Irak. Der Iran versucht es andersherum usw. Trump ist wohl der Meinung, nachdem der IS besiegt ist (natürlich durch "Luftunterstützung"... und 2000 Mann), das man den Iran jetzt härter anfassen kann. Braucht man ihn noch? Jetzt ist er sogar den Buhmann. Wie Saddam vom gebrauchten Allierten zum Ultra-Buhmann wurde.

Die Hauptlast haben die "Dreckfresser" auf den Boden geleistet. Das waren sicher nicht die USA (siehe Luftunterstützung). Das waren die diversen Milizen und Streitkräfte. Dahinter dann der Iran, das man alleine an den mutmaßlichen Verlusten sehen kann.

Wenn man auf die USA gewartet hätte, dann wäre das mehr als dramatisch geworden. Und noch lange nicht so weit wie jetzt. Um den IS effizient bekämpfen zu können, hätten die USA viele tausend Mann Bodentruppen schicken müssen. Viel mehr Hardware, Panzerbrigaden usw. Davon ist mir nichts bekannt. Aus der Luft kann man nichts erobern. 2018 gab es viele Luftschläge, auch 700 durch iranische Drohnen. Letztendlich kann das vielleicht helfen. Aber nur der Infanterist (rück-)erobert. Mir sind abertausende Kämpfer diverser Milizen und Streitkräfte bekannt. Aber keine US-Infanterie oder Panzerbrigaden die dort Operationen durchgeführt haben. So, wie gegen Saddam 1991 z.B. Das wäre etwas. Aus der Luft ist Kleckerkrams. Zumal gegen einen asymmetrischen Gegner.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » So 23. Dez 2018, 00:22

King Kong 2006 hat geschrieben:Natürlich gab es US-Unterstützung. Aber seien wir ehrlich, das hat geholfen. Aber nichts entschieden. Kriege werden immer auf dem Boden entschieden (wenn man auch im Irak und Syrien nicht damit durch ist...). Aus der Luft kann es helfen.


Nur um mich deutlicher auszudrücken: ich bestreite nicht die Rolle des Irans in der Abwehr und dem Zurückdrängen des IS. Besonders in den schiitischen Gebieten im Irak, waren die Hashd am Boden ein wichtiger Faktor. Und doch wäre der Kampf viel mühsamer gewesen, ohne die Luftunterstützung. Wie lange hätten denn die Hashd gebraucht die sunnitischen Gebiete im Norden vom IS zu befreien? Die Schlacht um Mosul wäre wohl ohne die Luftunterstützung bis heute nicht entschieden gewesen.

Ich bin wahrlich kein Militärexperte, aber die Luftunterstützung hatte im Kampf gegen den IS mindestens denselben Stellenwert wie die Bodentruppen. Das gilt sowohl für Syrien als auch den Irak. In Syrien kam die eigentliche Wende ja auch nur mithilfe der russischen Luftunterstützung - davor stand der IS vor den Toren der syrischen Hauptstadt. Und das obwohl auch in Syrien schiitische Milizen (u.a. die Hizbollah) vorort waren. Die erfolgreiche Koordination aus Luftunterstützung und boots on the ground war am Ende ausschlaggebend.

Ihre romantisierte Vorstellung der heroischen Kämpfer am Boden teile ich nicht.
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