Fälschungsskandal beim „Spiegel“

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jack000
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Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon jack000 » Do 20. Dez 2018, 14:32

Wie konnte Claas Relotius (33) dem Magazin so viele falsche Geschichten unterjubeln? Fake-Reporter gibt Preise zurück

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ aus Hamburg ist laut Gründer Rudolf Augstein ein „Sturmgeschütz der Demokratie“, präsentiert sich als Musterbeispiel für seriösen Journalismus.

Doch dieses Image ist am Mittwoch mit einem lauten Knall vorerst in sich zusammengekracht.

Der neue Chefredakteur des „Spiegel“, Steffen Klusmann, versammelt die Redaktion. Heraus kommt: Der „Spiegel“ hat einen Reporter, der zuhauf Geschichten manipuliert oder frei erfunden hat.

Bis zu 55 Geschichten könnten mehr oder weniger ein Produkt der Fantasie des mehrfach preisgekrönten „Spiegel“-Reporters Claas Relotius (33) sein, der seit Jahren für das Magazin schreibt. Bis jetzt sind 14 Fälle nachgewiesen.

Inzwischen hat Relotius seine vier renommierten Deutschen Reporterpreise zurückgegeben. Das teilte die Jury der vom Deutschen Reporterforum vergebenen Auszeichnung am Donnerstag in Hamburg mit. Er habe sich per SMS bei ihr gemeldet und dies mitgeteilt. Er kam einer möglichen Aberkennung zuvor.

Auf die Spur der Machenschaften kam ein Kollege von Relotius. Juan Moreno hatte mit ihm an einer großen Geschichte über eine US-Bürgerwehr an der mexikanischen Grenze recherchiert. Dabei waren ihm Unregelmäßigkeiten des Kollegen aufgefallen. Doch mit seinen Bedenken stieß Moreno bei seinen Chefs beim „Spiegel“ auf taube Ohren.

Spiegel-Vize Ullrich Fichtner schrieb am Mittwoch auf „Spiegel Online“ in einem langen Text zum Skandal u.a.: „Im Streit mit und über Relotius riskiert Moreno seinen eigenen Job, zwischenzeitlich recherchiert er dem Kollegen, verzweifelt, auf eigene Kosten hinterher. Drei, vier Wochen lang geht Moreno durch die Hölle, weil Kolleginnen und Vorgesetzte in Hamburg seine Vorwürfe anfangs gar nicht glauben können.“

Zu diesen Vorgesetzten gehörte Fichtner jahrelang selbst. Aber schließlich hatte Moreno so viele Hinweise gesammelt, dass Relotius doch noch mit den Vorwürfen konfrontiert wurde.

Zunächst wies Relotius alles zurück. Doch Ende der vergangenen Woche musste er zugeben, dass er eine Vielzahl von Texten manipuliert oder erfunden hatte. Bis zum Schluss versuchte er, seinen Kollegen Moreno zu diskreditieren. Sogar mit gefälschten E-Mails.

In den Texten von Relotius kommen Menschen vor, die er nie getroffen hatte, Orte, an denen er nie war, Zitate, die niemand gesagt hatte. Er sammelte sein Material aus anderen Quellen und seiner Fantasie zusammen. Niemandem fielen die Lügen auf. Auch nicht der sogenannten „Dokumentation“.


Der „Spiegel“ rühmt sich für diese Abteilung, deren Aufgabe es ist, jeden Fakt, der in den Texten der Reporter geschildert wird, auf Korrektheit zu überprüfen. Doch im Fall Relotius ist diese journalistische Sicherheitsvorkehrung des „Spiegel“ implodiert.

Eine Katastrophe für das Magazin.

Wenn Schilderungen eines „Spiegel“-Reporters auf eigenen, undokumentierten Recherchen beruhen, kommt es vor, dass sie nachträglich nicht mehr zu überprüfen sind. Dann schreibt die „Spiegel“-Dokumentation ein spezielles Kürzel an den Rand des ausgedruckten Manuskripts - für „eigene Recherche“.

Relotius’ Texte müssen von diesen Kürzeln gewimmelt haben. Spätestens jetzt hätte es seinen Chefs auffallen müssen, dass irgendetwas nicht stimmt.


In seinem Text bezeichnet Fichtner die „Spiegel“-Fehlleistung mit einer gehörigen Prise Selbstmitleid und Pathos als „Schock“ und „stechenden Schmerz“. Er ließ offen, wer genau für die Fehler verantwortlich ist.

Eher schmallippig gibt er zu: „Dass es Relotius gelingen konnte, jahrelang durch die Maschen der Qualitätssicherung zu schlüpfen, die der ,Spiegel‘ in Jahrzehnten geknüpft hat, tut besonders weh.“

Für den „Spiegel“ ist der Skandal eine Katastrophe, die an die gefälschten Hitler-Tagebücher erinnert, auf die der Stern hereingefallen ist. Die Glaubwürdigkeit ist beschädigt, der gute Ruf für lange Zeit dahin.

Gerade in Zeiten von „Fake News“- und „Lügenpresse“-Brüllern schlägt dieser Skandal wie eine Bombe im Hauptquartier in der HafenCity ein.

Chefredakteur Klusmann: „Wir müssen uns nackig machen und die Hosen runterlassen. Alles transparent und sauber aufarbeiten.“

Auch preisgekrönte Texte waren Fälschungen
Mindestens 14 „Spiegel“-Texte von Relotius waren erstunken und erlogen. Darunter auch preisgekrönte Stücke. „Spiegel Online“ dokumentierte am Mittwoch u.a.:

▶︎„Ein Kinderspiel“ (Juni 2018): Unter dieser Überschrift schrieb Relotius, angeblich aus dem Syrien-Krieg, über einen 13 Jahre alten Jungen, der glaube, mit seinem Assad-feindlichen Graffiti den Krieg mit ausgelöst zu haben.

Erfunden!

Relotius reiste nicht nach Syrien, sondern führte angeblich WhatsApp-Gespräche. Ob der Junge wirklich Mouwiya heißt und Relotius jemals wirklich mit ihm gesprochen hat – der „Spiegel“ weiß es nicht.

Chefredakteur Steffen Klusmann am Mittwoch: Man wisse „nicht einmal ansatzweise“, wie viele Texte betroffen seien.

Drei Monate zuvor hatte Relotius über eine 59-jährige Amerikanerin geschrieben, die angeblich durch das Land reise, um bei Hinrichtungen zuzusehen („Die letzte Zeugin“, März 2018).

Relotius erzählt von seiner Busreise mit der Frau. Und von deren Ehemann, der sehr früh an Krebs gestorben sei. Doch: Diese Busfahrt gab es nie, den kranken Ehemann auch nicht. Und ob es Frau Gaddis wirklich gibt – unklar.

▶︎Erst vor einem Monat hatte Relotius von einer Bürgerwehr im US-Bundesstaat Arizona geschrieben, direkt an der Grenze zu Mexiko. Doch Relotius war gar nicht vor Ort, hatte mit keinem Mitglied der Bürgerwehr gesprochen.

▶︎Auch am Interview mit Traute Lafrenz, der letzten Überlebenden der Hitler-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, hat der „Spiegel“ nun Zweifel. Relotius hatte mit der 99-Jährigen angeblich über AfD und „Lügenpresse“ gesprochen. Einen Monat zuvor hatte BILD mit Lafrenz ein autorisiertes Interview geführt.

Der „Spiegel“ hat angekündigt, eine Kommission zur weiteren Aufklärung des Betrugs einzuberufen. Wer Hinweise auf weitere Fälschungen habe, solle sich melden.

Er wurde mit Journalistenpreisen überhäuft
Claas Relotius galt dem „Spiegel“ als talentiertester Jung-Journalist, Shootingstar und Edelfeder: Er schrieb mit 28 Jahren als freier Journalist erstmals für das Magazin, nebenbei u. a. auch für die „Neue Zürcher Zeitung“, „Financial Times“, „taz“ und WELT.

Für seine Texte räumte er einen Preis nach dem nächsten ab: Der US-Sender CNN krönte ihn zum „Journalist of the Year“. Relotius gewann viermal den „Deutschen Reporterpreis“. Außerdem u. a. den „Peter Scholl-Latour-Preis“ (wurde ihm inzwischen aberkannt), den „European Press Prize“, den Katholischen Medienpreis sowie den „Reemtsma Liberty Award“.

https://www.bild.de/politik/inland/poli ... dAB49XU6ig

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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Tom Bombadil » Do 20. Dez 2018, 14:41

Im Zweifel sind alle Texte des Autors betroffen und sollten gelöscht werden, falls sich keine Beweise für die Authentizität finden lässt. Die betroffenen Zeitungen/Zeitschriften sollten den Autor vor Gericht zerren und die Honorare zurückfordern, der Autor war sicher nicht als Romanschreiber engagiert. Preise und Preisgelder müssen von Relotius selbstverständlich ebenfalls zurückgegeben werden, die zuständige Staatsanwaltschaft sollte auch prüfen, ob es sich nicht um Betrug handelt. Die Erschütterung des Vertrauens in die Medien, für die er geschrieben hat, ist ein Schaden, der weder zu beziffern noch so einfach wiedergutzumachen ist.
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Ein Terraner » Do 20. Dez 2018, 15:06

Gibt es dazu auch eine Quelle die sich nicht BILD nennt ?
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Alexyessin » Do 20. Dez 2018, 15:18

Ein Terraner hat geschrieben:(20 Dec 2018, 15:06)

Gibt es dazu auch eine Quelle die sich nicht BILD nennt ?


Ja, der Spiegel selbst.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 44579.html
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Alexyessin » Do 20. Dez 2018, 15:19

jack000 hat geschrieben:(20 Dec 2018, 14:32)


Das ist für den Spiegel eine Katastrophe, wie konnte sowas passieren? Im Gegensatz zu den Hitlertagebüchern beim Stern war das ja ein Interner der den Spiegel beschissen hat.
=> Ein "Qualitätssystem" was so eindeutige Hinweise nicht bemerkt?


Bei Stern war es eine ganz andere Richtung. Die wollten das damals alles glauben.

Und mit genügend krimineller Energie kannst du jedes System umgehen.
Viel wichtiger ist mir, das der Spiegel hier selbst die Reißleine gezogen hat und das selbst veröffentlicht hat.
Imageschade ist trotzdem groß genug.
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon jack000 » Do 20. Dez 2018, 15:50

Alexyessin hat geschrieben:(20 Dec 2018, 15:19)
Und mit genügend krimineller Energie kannst du jedes System umgehen.

Ja, das ist richtig. Aber bei Betrug ist es erstmal das Ziel mit mangelhafter Leistung den Status Quo zu erreichen. Hier aber fand das sogar doppelt statt indem auch noch die erfundenen Geschichten völlig überragend waren.

Viel wichtiger ist mir, das der Spiegel hier selbst die Reißleine gezogen hat und das selbst veröffentlicht hat.
Imageschade ist trotzdem groß genug.

Das ist m.E. auch die sinnvollste Vorgehensweise. Versuchen zu vertuschen bringt hier nichts mehr, da sowas natürlich für alle anderen Medien ein gefundenes Fressen ist.
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Alexyessin » Do 20. Dez 2018, 15:52

jack000 hat geschrieben:(20 Dec 2018, 15:50)

Ja, das ist richtig. Aber bei Betrug ist es erstmal das Ziel mit mangelhafter Leistung den Status Quo zu erreichen. Hier aber fand das sogar doppelt statt indem auch noch die erfundenen Geschichten völlig überragend waren.


Komische Definition von Betrug.

jack000 hat geschrieben:(20 Dec 2018, 15:50)
Das ist m.E. auch die sinnvollste Vorgehensweise. Versuchen zu vertuschen bringt hier nichts mehr, da sowas natürlich für alle anderen Medien ein gefundenes Fressen ist.


Natürlich, grad der Spiegel.
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Fliege » Do 20. Dez 2018, 15:56

Tom Bombadil hat geschrieben:(20 Dec 2018, 14:41)
Im Zweifel sind alle Texte des Autors betroffen und sollten gelöscht werden, falls sich kein Beweise für die Authentizität finden lässt. Die betroffenen Zeitungen/Zeitschriften sollten den Autor vor Gericht zerren und die Honorare zurückfordern, der Auto war sicher nicht als Romanschreiber engagiert. Preise und Preisgelder müssen von Relotius selbstverständlich ebenfalls zurückgegeben werden, die zuständige Staatsanwaltschaft sollte auch prüfen, ob es sich nicht um Betrug handelt. Die Erschütterung des Vertrauens in die Medien, für die er geschrieben hat, ist ein Schaden, der weder zu beziffern noch so einfach wiedergutzumachen ist.

Auch Relotius-Jubler und -Preisverleiher sollten als inkompetent geächtet werden.

Im Kern ist der Spiegel-Relotius-Skandel so desaströs für den "Haltungsjournalismus" wie der Sokal-Skandal von 1996 für den Postmodernismus und der Boghossian/Lindsay/Pluckrose-Skandal von 2018 für die Genderologie.

In all diesen Fällen geht es um ein Phänomen, das sich so beschreiben lässt: Higher Superstition – The Academic Left and Its Quarrels with Science (ein Buchtitel und Evergreen der Autoren Paul R. Gross und Norman Levitt von 1994; philosophisch Gebildete dürften den Aufsatzsammelband A House build on Sand – Exposing Postmodernist Myths about Science von Noretta Koertge kennen, der in dieselbe Kerbe haut und 1998 erschien, wobei Koertge von Karl Popper herkommt).
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Ein Terraner » Do 20. Dez 2018, 17:06

Alexyessin hat geschrieben:(20 Dec 2018, 15:18)

Ja, der Spiegel selbst.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 44579.html

Danke
Wer eine nukleare Explosion verursacht wird nach StGB §328 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Selina » Do 20. Dez 2018, 17:09

Ein Terraner hat geschrieben:(20 Dec 2018, 15:06)

Gibt es dazu auch eine Quelle die sich nicht BILD nennt ?


Gute Frage. Denn gerade die Bildzeitung sollte den Ball mal schön flach halten, was die Mischung aus Wahrheiten, Halbwahrheiten und Lügen anbelangt.
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Fliege » Do 20. Dez 2018, 17:13

Selina hat geschrieben:(20 Dec 2018, 17:09)
[...] gerade die Bildzeitung sollte den Ball mal schön flach halten, was die Mischung aus Wahrheiten, Halbwahrheiten und Lügen anbelangt.

Deswegen berichtet die Bild-Zeitung so ausführlich und euphorisch über die Spiegel-Katastrophe, denn nun ist auch er Spiegel nachweislich auf den Hund gekommen.
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Vongole » Do 20. Dez 2018, 17:20

Fliege hat geschrieben:(20 Dec 2018, 17:13)

Deswegen berichtet die Bild-Zeitung so ausführlich und euphorisch über die Spiegel-Katastrophe, denn nun ist auch er Spiegel nachweislich auf den Hund gekommen.


Aber klar doch, zusammen mit allen anderen Zeitungen, in denen Relotius schrieb, Springer-Presse eingeschlossen. :rolleyes:
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Fliege » Do 20. Dez 2018, 17:23

Vongole hat geschrieben:(20 Dec 2018, 17:20)
Aber klar doch, zusammen mit allen anderen Zeitungen, in denen Relotius schrieb, Springer-Presse eingeschlossen. :rolleyes:

Er hat vor allem für den Spiegel gedichtet.
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon McKnee » Do 20. Dez 2018, 17:30

Er schrieb freiberuflich unter anderem für
den Cicero,
die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung,
die NZZ am Sonntag,
die Financial Times Deutschland,
die taz,
die Welt,
das SZ-Magazin,
die Weltwoche,
Zeit Online
und das Schweizer Magazin Reportagen.

Seit 2017 war er fest angestellter Redakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.


Danke Wiki

Die vielen Stationen eines 33jährigen.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

Es ist mir egal, ob es ein Albert-Einstein-Zitat ist ...

.....er wusste es :D
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Selina » Do 20. Dez 2018, 17:33

Alexyessin hat geschrieben:(20 Dec 2018, 15:18)

Ja, der Spiegel selbst.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 44579.html


Danke für den Link. Mein lieber Herr Gesangsverein! Das ist ja mal ne Story. Liest sich wie ein Krimi. Und ich könnte wetten, in ein paar Jahren wird es einen Spielfilm über den "Fälscher vom Spiegel" geben. Wahnsinn!

Und trotzdem glaube ich, dass es viele solche Claas-Relotius-Leute im Journalismus gibt. Vielleicht nicht immer in diesem großen Ausmaß, aber - wie ich oben schon schrieb -, die bunte Mischung aus Wahrheit, Halbwahrheit und Lüge beherrschen auch andere Blättlein recht gut. Und etliche werden ebenfalls ihre Leichen im Keller haben. Man müsste nur genau hinschauen.
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Skeptiker » Do 20. Dez 2018, 18:21

jack000 hat geschrieben:(20 Dec 2018, 14:32)
https://www.bild.de/politik/inland/poli ... dAB49XU6ig

Das ist für den Spiegel eine Katastrophe, wie konnte sowas passieren? Im Gegensatz zu den Hitlertagebüchern beim Stern war das ja ein Interner der den Spiegel beschissen hat.
=> Ein "Qualitätssystem" was so eindeutige Hinweise nicht bemerkt?

Das sollte die Sensoren in den Redaktionen hoffentlich wieder für eine Zeit lang schärfen. Ziemliches Desaster.
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon yogi61 » Do 20. Dez 2018, 18:25

Lügenpresse. :p
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https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Selina » Do 20. Dez 2018, 18:31

yogi61 hat geschrieben:(20 Dec 2018, 18:25)

Lügenpresse. :p


Hier passt der Begriff ja wirklich mal :D Ich glaube, wir brauchen auch nicht lange warten, da wird die AfD ein Riesen-Jubel-Geschrei erheben nach dem Motto "na bitte, wir haben es ja schon immer gesagt". Lässt sich toll ausschlachten durch die Blaunen :D
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon Vongole » Do 20. Dez 2018, 18:31

yogi61 hat geschrieben:(20 Dec 2018, 18:25)

Lügenpresse. :p


Jo, bis auf die Blöd und RT. :cool:
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Re: Fälschungsskandal beim „Spiegel“

Beitragvon yogi61 » Do 20. Dez 2018, 18:46

Selina hat geschrieben:(20 Dec 2018, 18:31)

Hier passt der Begriff ja wirklich mal :D Ich glaube, wir brauchen auch nicht lange warten, da wird die AfD ein Riesen-Jubel-Geschrei erheben nach dem Motto "na bitte, wir haben es ja schon immer gesagt". Lässt sich toll ausschlachten durch die Blaunen :D


Naja, Journalisten und Presseleute sind ja nun einmal nicht per se besser Menschen. Die wollen auch Wertschätzung und sie wollen ihre Storys verkaufen. Egal ob Kevin Carter zwanzig Minuten zusieht, wie ein Geier sich auf ein halbverhungertes Kind im Sudan zubewegt und knipst um dann den Pulitzer abzuräumen, oder wenn etwas kleiner die hochgelobte FAZ zusieht wie in ihrer Zeitung auf der Höhe der Griechenlandkrise Unwahrheiten über die angeblich hohe Rente der Einwohner verbreitet wird. Viele Journalisten lassen ganz unverholen ihre politische Meinung einfliessen, auch wenn damit die Wahrheit gebeugt wird. Ist alles menschlich.
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