Grundsatzdiskussion Islam

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
aleph
Moderator
Beiträge: 7857
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 17:25
Benutzertitel: Hat den Überblick
Wohnort: ប្រទេសអាល្លឺម៉ង់

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon aleph » Di 6. Nov 2018, 13:04

ein interessanter artikel zum islamismus in pakistan
http://m.spiegel.de/politik/ausland/pak ... 36792.html
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein. Walter Jens
Economic Left/Right: -2.5 Social Libertarian/Authoritarian: -3.54
MäckIntaier
Beiträge: 1102
Registriert: Mi 8. Aug 2018, 10:21

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 13:15

aleph hat geschrieben:(06 Nov 2018, 13:04)

ein interessanter artikel zum islamismus in pakistan
http://m.spiegel.de/politik/ausland/pak ... 36792.html


Interessant, ja (ich hatte ihn am Morgen gelesen). Man ist schon mit der Wortwahl ganz tief in der Grundsatzdiskussion, die hier schon geführt wird. Nämlich: Ist das Islamismus oder Islam, und wer bestimmt, wann es das ist? In Bezug worauf? Reicht die vermutlich konsensfähige Annahme, dass dies nicht hiesigen Vorstellungen entspricht, aus, um hier von Islamismus zu sprechen? Ist das nicht der Versuch, die Definitionshoheit über den Islam an sich zu reißen? (So arbeiten im Offenen und im Verdeckten Medien. Es reicht ja, "Islamisten" hinzuschreiben, dann weiß der hiesige Leser sofort, dass ja nur die Bösen, aber nicht die Normalen auf die Straße gehen, bzw. man nimmt ihm die Arbeit ab, darüber nachzudenken)
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 23163
Registriert: Di 19. Mai 2009, 21:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon ThorsHamar » Di 6. Nov 2018, 13:29

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 13:15)

Interessant, ja (ich hatte ihn am Morgen gelesen). Man ist schon mit der Wortwahl ganz tief in der Grundsatzdiskussion, die hier schon geführt wird. Nämlich: Ist das Islamismus oder Islam, und wer bestimmt, wann es das ist? In Bezug worauf? Reicht die vermutlich konsensfähige Annahme, dass dies nicht hiesigen Vorstellungen entspricht, aus, um hier von Islamismus zu sprechen? Ist das nicht der Versuch, die Definitionshoheit über den Islam an sich zu reißen? (So arbeiten im Offenen und im Verdeckten Medien. Es reicht ja, "Islamisten" hinzuschreiben, dann weiß der hiesige Leser sofort, dass ja nur die Bösen, aber nicht die Normalen auf die Straße gehen, bzw. man nimmt ihm die Arbeit ab, darüber nachzudenken)


Islamisten sind Moslems, immer! Und Islamismus IST Islam, auch immer!
Dort, wo irgendein Islam Macht hat, gibt es praktisch NUR Islamismus. Dort herrscht ganz normaler Islam. Alle Opfer dieser Diktatur werden das bestätigen können.
Hier im Westen sind viele Muslime nur deshalb "friedlich", weil sie nicht so dürfen, wie sie eigentlich wollen. Das ändert sich mit Mehrheitsverhältnissen, anzusehen in den muslimischen Ghettos in Deutschland oder Frankreich ...
MäckIntaier
Beiträge: 1102
Registriert: Mi 8. Aug 2018, 10:21

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 13:38

ThorsHamar hat geschrieben:(06 Nov 2018, 13:29)

Islamisten sind Moslems, immer! Und Islamismus IST Islam, auch immer!


Das geht an dem, was ich schrieb, vorbei. Die Frage lautete, wer definiert eigentlich, was und wer Islamismus ist. Der Begriff wird ja von zwei ganz unterschiedlichen politischen Lagern inzwischen völlig unreflektiert benutzt.
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 23163
Registriert: Di 19. Mai 2009, 21:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon ThorsHamar » Di 6. Nov 2018, 13:57

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 13:38)

Das geht an dem, was ich schrieb, vorbei. Die Frage lautete, wer definiert eigentlich, was und wer Islamismus ist. Der Begriff wird ja von zwei ganz unterschiedlichen politischen Lagern inzwischen völlig unreflektiert benutzt.


Ja, das ist selbstredend und logisch. Es sind übrigens noch mehr Lager, politische und religiöse ( wenn man das trennen will ).
Was Islamismus ist, definiert jedes Opfer selbst. Fakt ist, also ohne Zweifel zutreffend, dass Islamismus immer Islam IST und somit jeder Islamist ein Moslem. Jede Muslima und jeder Moslem ist für mich auch potentiell Islamist, wenn sie/er diesen "Glauben" so ernst nimmt, wie es gefordert wird.
Ich unterscheide da überhaupt nicht, denn das steht mir als Nichtmitglied in diesem Verein nicht zu.
Wer in unserer Gesellschaft Moslem sein will, darf das gerne tun, wir haben ja schliesslich Freiheit für religiöse Verblödung ins GG geschrieben.
Mein Vertrauen gebe ich deshalb trotzdem nicht einfach so her .....
Occham
Beiträge: 2217
Registriert: Do 21. Mai 2015, 15:38
Benutzertitel: Ritt über die Rasierklinge

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Occham » Di 6. Nov 2018, 14:19

Ich bin ja immer noch der Meinung, das Religion eine Stütze für ärmere Gesellschaften ist. Wir brauchen also keine Religion. Andere (ärmere) Länder vielleicht schon? In ärmeren Ländern funktioniert hald kein Rechtsstaat.
Die beste Lösung eines Problems ist meist die Einfachste.
MäckIntaier
Beiträge: 1102
Registriert: Mi 8. Aug 2018, 10:21

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 14:38

Occham hat geschrieben:(06 Nov 2018, 14:19)

In ärmeren Ländern funktioniert hald kein Rechtsstaat.


Der funktioniert auch in reichen Ländern nicht. Es mag unbequem sein für viele Beteiligten an den "Islamdiskussionen", den zahlreichen Illusionisten aller Coleur zumal, aber es gibt Staaten, in denen zumindest auf der nicht zentralen Ebene der Islam der einzige, wenn auch nicht westlich-demokratische Ordnungsfaktor ist, während die staatlichen Institutionen allesamt von absoluter Willkür geprägt sind. Das macht ihn nicht sympathischer, als er ist, aber wer die Beiträge Skeptikers oben gelesen hat, wird vielleicht zwischendurch mal die eigenen Urteile etwas hinterfragen.
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 1934
Registriert: Fr 25. Mai 2018, 23:15

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Fliege » Di 6. Nov 2018, 15:35

Occham hat geschrieben:(06 Nov 2018, 14:19)
Ich bin ja immer noch der Meinung, das Religion eine Stütze für ärmere Gesellschaften ist. Wir brauchen also keine Religion. Andere (ärmere) Länder vielleicht schon? In ärmeren Ländern funktioniert hald kein Rechtsstaat.
MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 14:38)
Es mag unbequem sein für viele Beteiligten an den "Islamdiskussionen", den zahlreichen Illusionisten aller Coleur zumal, aber es gibt Staaten, in denen zumindest auf der nicht zentralen Ebene der Islam der einzige, wenn auch nicht westlich-demokratische Ordnungsfaktor ist, während die staatlichen Institutionen allesamt von absoluter Willkür geprägt sind. Das macht ihn nicht sympathischer, als er ist [...].

Daraus ergibt sich:
Der Islam gehört nicht nach und nicht zu Deutschland.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
MäckIntaier
Beiträge: 1102
Registriert: Mi 8. Aug 2018, 10:21

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 15:52

Fliege hat geschrieben:(06 Nov 2018, 15:35)

Daraus ergibt sich:
Der Islam gehört nicht nach und nicht zu Deutschland.


Das könnte man, "gehört nicht" in diesem Fall normativ verstanden, als Fazit ziehen. Da jedoch Art. 16 (1) GG die Entziehung der Staatsbürgerschaft verbietet bzw. an ein Gesetz und eine weitere Bedingung knüpft, wird man "gehören" im Sinne eines Faktums auf rechtlichem Wege nicht verhindern können. Denn auch der Weg über ein Einwanderungsgesetz wäre grundgesetzlich verwehrt. Es gibt also nur die Möglichkeit, mit dem Faktum umzugehen, jedoch keine, es rückgängig zu machen.
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 1934
Registriert: Fr 25. Mai 2018, 23:15

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Fliege » Di 6. Nov 2018, 17:04

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 15:52)
Das könnte man, "gehört nicht" in diesem Fall normativ verstanden, als Fazit ziehen.

Ich würde es gern nicht normativ (oder gar moralisch), sondern als Willensäußerung verstehen:
Ich/wir (hinreichend mehrheitlich) möchten nicht, dass sich der Islam in Deutschland (wie oben besprochen) betätigt.

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 15:52)
Da jedoch Art. 16 (1) GG die Entziehung der Staatsbürgerschaft verbietet bzw. an ein Gesetz und eine weitere Bedingung knüpft, wird man "gehören" im Sinne eines Faktums auf rechtlichem Wege nicht verhindern können. Denn auch der Weg über ein Einwanderungsgesetz wäre grundgesetzlich verwehrt. Es gibt also nur die Möglichkeit, mit dem Faktum umzugehen, jedoch keine, es rückgängig zu machen.

Was du mit "Faktum" ansprichst, ist das Faktum, dass einige Deutsche sowie einige Gastarbeiter und Sonstige privat dem Islam anhängen. Man kann diesen Personenkreis auf die Privatheit ihres Glaubenbekenntnisses festlegen. Somit ist/wäre das Islam-Problem gelöst.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
MäckIntaier
Beiträge: 1102
Registriert: Mi 8. Aug 2018, 10:21

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 18:01

Fliege hat geschrieben:(06 Nov 2018, 17:04)

Ich würde es gern nicht normativ (oder gar moralisch), sondern als Willensäußerung verstehen:
Ich/wir (hinreichend mehrheitlich) möchten nicht, dass sich der Islam in Deutschland (wie oben besprochen) betätigt.


Die Sinnhaftigkeit von Willensäußerungen hängt wesentlich an den Mitteln, die zur Realisierung des Willens zur Verfügung stehen. Wo entsprechende verfassungsändernde Mehrheiten herkommen sollen, scheint derzeit unklar.

Fliege hat geschrieben:(06 Nov 2018, 17:04)
Was du mit "Faktum" ansprichst, ist das Faktum, dass einige Deutsche sowie einige Gastarbeiter und Sonstige privat dem Islam anhängen. Man kann diesen Personenkreis auf die Privatheit ihres Glaubenbekenntnisses festlegen. Somit ist/wäre das Islam-Problem gelöst.


Ob der Alkoholismus gelöst ist, wenn die Alkoholiker auf die Privatheit ihres Trinkens festgelegt würden?

Probleme werden dann gelöst, wenn man sich ihnen stellt, indem man konkrete praktische Lösungen findet. Jemanden auf die Privatheit seines Glaubens festlegen ist als Ansatz so konkret wie die unzähligen, auf besseren Bildungsangeboten fußenden "Lösungen".
Benutzeravatar
Fliege
Beiträge: 1934
Registriert: Fr 25. Mai 2018, 23:15

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Fliege » Di 6. Nov 2018, 18:24

MäckIntaier hat geschrieben:(06 Nov 2018, 18:01)
Jemanden auf die Privatheit seines Glaubens festlegen ist als Ansatz so konkret wie die unzähligen, auf besseren Bildungsangeboten fußenden "Lösungen".

Religionsfreiheit bezieht sich wesentlich auf die Privatheit von Glauben und Weltanschauung. Mit dieser Regelung bin ich zufrieden.
Schnittblumen verhalten sich zahm, sind aber nicht immer stubenrein; gelten "als politisch ungefestigt und unklar".
MäckIntaier
Beiträge: 1102
Registriert: Mi 8. Aug 2018, 10:21

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon MäckIntaier » Di 6. Nov 2018, 18:39

Fliege hat geschrieben:(06 Nov 2018, 18:24)

Religionsfreiheit bezieht sich wesentlich auf die Privatheit von Glauben und Weltanschauung. Mit dieser Regelung bin ich zufrieden.


Vielleicht wäre es sinnvoller, das im Burka-Strang zu diskutieren, weil es hier auf Abwege führt, dort aber exakt zum Thema passen würde.
Benutzeravatar
aleph
Moderator
Beiträge: 7857
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 17:25
Benutzertitel: Hat den Überblick
Wohnort: ប្រទេសអាល្លឺម៉ង់

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon aleph » Do 8. Nov 2018, 04:38

asia bibi ist inzwischen frei gekommen und außer landes. hier ein interview mit ihrem anwalt
http://m.spiegel.de/politik/ausland/pak ... 37276.html
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein. Walter Jens
Economic Left/Right: -2.5 Social Libertarian/Authoritarian: -3.54
van Kessel

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon van Kessel » Do 8. Nov 2018, 23:38

Was @MäckIntaier über die Ordnungsfunktion des Islam in 'unterentwickelten Ländern' schrieb, kann nur bestätigt werden. Man setzt - wenn man denn diskutieren will - die katholische Kirche auch nicht mit der Inquisition gleich. In vielen Ländern des Islam, sind öffentliche Schulen von den Eltern zu bezahlen (wenn sie ihre Sprösslinge denn nicht zur Feldarbeit o.ä. benötigen [Abstellung ihrer Kinder als Haussklaven z.B.). Die islamische Community informiert (auch wenn in jämmerlichen Blech- oder Grashütten), Jungen und Mädchen über die Grundlagen des Schreibens. Zwar von rechts nach links und in arabischen Zeichen, aber immerhin ist dies mehr, als überhaupt keine Unterrichtung über nonverbale Kommunikation.

In den lokalen Koranschulen ist auch keine Schuluniform Pflicht (wie in staatlichen Schulen) weil die Eltern häufig nicht die Mittel haben, diese Uniformen zu bezahlen (von Büchern ganz zu schweigen). Unser Bild wird beherrscht von den Eliten, wie sie sich in der UN langweilen und mit ihren Rolex spielen; es wird nicht gesehen, dass der gewöhnlich 'zu Entwickelte', die gleichen Interessen, Wünsche und Talente hat ein normal ausgebildetes, euro/amerikanisches Kind.

Der Islam als Verkündungsreligion hat ein vitales Interesse, durch Zuwendungen aus den Ölländern, in den anderen Ländern Fuß zu fassen. Der Verdrängungswettbewerb geht so weit, dass Zahlungen an Interessenten erfolgen, wenn sie z.B. dem Christentum abschwören und sich dem Islam zuwenden. Saudi-Arabien baut 'für umme' südlich der Sahara Moscheen und teuft Brunnen ab. Andere Religionen befinden sich auf dem Rückzug (Baptisten [Relikt aus der Kolonialzeit] und anderer christliche Kirchen). Einzig uralte Stammesreligionen führen ein stilles Leben, ohne politisch aufzufallen.

Europäische Entwicklungshilfe ist a-ideell und will nur die wirtschaftliche Kompetenz der Menschen verbessern. Sie - diese Politik - hat aber vergessen, dass 'der Mensch nicht allein vom Brote lebt'. Die Herzen der Menschen werden damit nicht erreicht und so kann der missionarische Islam, Land für Land abhaken.
van Kessel

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon van Kessel » Fr 9. Nov 2018, 00:04

hey "aleph"](08 Nov 2018, 04:38)
asia bibi ist inzwischen frei gekommen und außer landes. hier ein interview mit ihrem anwalt
http://m.spiegel.de/politik/ausland/pak ... 37276.html
2014 zahlte Deutschland 5,1 Milliarden € an Pakistan für 'Entwicklungshilfe'. Können wir uns, angesichts der Unversöhnlichkeit des Islam, eigentlich sparen, der Nutzeffekt ist gleich Null, wenn dieses Geld 'die Denke' dieser Menschen verändern soll. Pakistan, als Atomstaat, hat seine Prioritäten gesetzt, welche nicht eine westliche Humanität zum Ziele hat.

Dass Deutschland - als Exportland - erpressbar ist (für jedes Land, welches Interesse zeigt deutsche Produkte zu kaufen) ist leider Fakt. Also lasst uns aufhören herumzugreinen über die böse Welt und jedem alles zu liefern. Die holländischen Nachbarn sind (als Calvinisten) da weniger zimperlich. Moslemische Rechtsanwälte unter Todesdrohungen ihrer Mitmenschen habe da eben nur die A-Karte gezogen. So wenig wie ein Genscher eine deutsche Studentin aus einem argentinischen Todestrakt holen wollte (während einer Fußballweltmeisterschaft dort), so wenig wird jede deutsche Regierung, der Moral und den westlichen 'Werten', ein Geschäft opfern.
Benutzeravatar
relativ
Beiträge: 25166
Registriert: Di 17. Jul 2012, 09:49
Benutzertitel: Relativitätsversteher
Wohnort: Pott

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon relativ » Fr 9. Nov 2018, 08:20

van Kessel hat geschrieben:(08 Nov 2018, 23:38)

Was @MäckIntaier über die Ordnungsfunktion des Islam in 'unterentwickelten Ländern' schrieb, kann nur bestätigt werden. Man setzt - wenn man denn diskutieren will - die katholische Kirche auch nicht mit der Inquisition gleich. In vielen Ländern des Islam, sind öffentliche Schulen von den Eltern zu bezahlen (wenn sie ihre Sprösslinge denn nicht zur Feldarbeit o.ä. benötigen [Abstellung ihrer Kinder als Haussklaven z.B.). Die islamische Community informiert (auch wenn in jämmerlichen Blech- oder Grashütten), Jungen und Mädchen über die Grundlagen des Schreibens. Zwar von rechts nach links und in arabischen Zeichen, aber immerhin ist dies mehr, als überhaupt keine Unterrichtung über nonverbale Kommunikation.

In den lokalen Koranschulen ist auch keine Schuluniform Pflicht (wie in staatlichen Schulen) weil die Eltern häufig nicht die Mittel haben, diese Uniformen zu bezahlen (von Büchern ganz zu schweigen). Unser Bild wird beherrscht von den Eliten, wie sie sich in der UN langweilen und mit ihren Rolex spielen; es wird nicht gesehen, dass der gewöhnlich 'zu Entwickelte', die gleichen Interessen, Wünsche und Talente hat ein normal ausgebildetes, euro/amerikanisches Kind.

Der Islam als Verkündungsreligion hat ein vitales Interesse, durch Zuwendungen aus den Ölländern, in den anderen Ländern Fuß zu fassen. Der Verdrängungswettbewerb geht so weit, dass Zahlungen an Interessenten erfolgen, wenn sie z.B. dem Christentum abschwören und sich dem Islam zuwenden. Saudi-Arabien baut 'für umme' südlich der Sahara Moscheen und teuft Brunnen ab. Andere Religionen befinden sich auf dem Rückzug (Baptisten [Relikt aus der Kolonialzeit] und anderer christliche Kirchen). Einzig uralte Stammesreligionen führen ein stilles Leben, ohne politisch aufzufallen.

Europäische Entwicklungshilfe ist a-ideell und will nur die wirtschaftliche Kompetenz der Menschen verbessern. Sie - diese Politik - hat aber vergessen, dass 'der Mensch nicht allein vom Brote lebt'. Die Herzen der Menschen werden damit nicht erreicht und so kann der missionarische Islam, Land für Land abhaken.

Es ist natürlich falsch den Eindruck zu erwecken, als wenn nur der Islam versucht mit Entwicklungshilfe Schäfchen auf seine Seite zu ziehen. Christliche Kirchen haben etliche Projekte auf die genau das zutrifft, was du hier auch über den Islam geschrieben hast. Es ist kaum davon auszugehen, daß alle diese Projekte nur auf dem einen Grund, der Entwicklung, dienen sollen.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 6128
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badisch Sibirien

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Misterfritz » Fr 9. Nov 2018, 22:18

relativ hat geschrieben:(09 Nov 2018, 08:20)

Es ist natürlich falsch den Eindruck zu erwecken, als wenn nur der Islam versucht mit Entwicklungshilfe Schäfchen auf seine Seite zu ziehen. Christliche Kirchen haben etliche Projekte auf die genau das zutrifft, was du hier auch über den Islam geschrieben hast. Es ist kaum davon auszugehen, daß alle diese Projekte nur auf dem einen Grund, der Entwicklung, dienen sollen.
Es ist immer nett, wenn man dieses Spiel "aber die anderen sind ja auch nicht besser" anfängt. Nur greift es zu kurz.
Was von Kessel beschreibt ist nun mal Realität in vielen islamischen (wie auch anderen armen) Staaten.
Säkulare Bildung, kostenlos und zwingend, nur das hilft gegen die Verdummung durch Religion resp. deren Führer.
van Kessel

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon van Kessel » Fr 9. Nov 2018, 22:40

Hey "relativ"](09 Nov 2018, 08:20)
Es ist natürlich falsch den Eindruck zu erwecken, als wenn nur der Islam versucht mit Entwicklungshilfe Schäfchen auf seine Seite zu ziehen. Christliche Kirchen haben etliche Projekte auf die genau das zutrifft, was du hier auch über den Islam geschrieben hast. Es ist kaum davon auszugehen, daß alle diese Projekte nur auf dem einen Grund, der Entwicklung, dienen sollen.
der kleine - aber gravierende - Unterschied ist der, dass der Islam mit seinen Projekten klotzt, christliche Kirchen aber kleckern.

Wenn ein Herrscher in Westafrika eine Kirche baut, welcher gewaltiger als der Vatikandom ist, dann ist dies nur lächerlich. Der gesponserte Islam aus S-A trägt nicht nur die Basisarbeit, sondern zielt speziell auf Koranschulen und Bewässerung. Dass diese Bewässerungsorgien der Saudis auch eine schlimme Nebenwirkung hat, interessieren die Kleinfarmer nicht, sondern veranlassen sie, noch mehr Vieh zu 'züchten', welche den Boden noch mehr belasten. Ergebnis ist eine fortschreitende Aridisierung des Kulturbodens.
Benutzeravatar
Umetarek
Moderator
Beiträge: 14838
Registriert: Di 3. Jun 2008, 06:24
Benutzertitel: auf dem Weg zur Wüste...
Wohnort: Pfalz

Re: Grundsatzdiskussion Islam

Beitragvon Umetarek » Sa 10. Nov 2018, 06:57

Misterfritz hat geschrieben:(09 Nov 2018, 22:18)

Es ist immer nett, wenn man dieses Spiel "aber die anderen sind ja auch nicht besser" anfängt. Nur greift es zu kurz.
Was von Kessel beschreibt ist nun mal Realität in vielen islamischen (wie auch anderen armen) Staaten.
Säkulare Bildung, kostenlos und zwingend, nur das hilft gegen die Verdummung durch Religion resp. deren Führer.

Das hilft nicht allein. Beispiel Ägypten, da ist die Bildung zwar säkular, kostenlos und zwingend (naja, wenn sich jemand drum kümmert), aber beispielsweise der Hijab, der offiziell in der Schule verboten ist, ist auf (ebenfalls staatlichen Schulen) im Hinterland zwingender Bestandteil der Schuluniform.
Noch problematischer ist es, dass das "soziale Netz" in Händen der Religion ist.

Und auch deutsche Schulen könnten bisweilen säkularer sein, es liegt da zwar meistens an der Schulleitung, aber die Strukturen für den Mißbrauch sind angelegt.
Mutter des Wahnsinns und Harmoniebeauftragte des Forums, sowie geprüfte Völkermörderin!

Zurück zu „81. Religion“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast