Die Zukunft der SPD

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yogi61
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » So 21. Okt 2018, 12:11

Wähler hat geschrieben:(21 Oct 2018, 10:02)

Zeit 21. Oktober 2018 Die SPD müsse ihr linkes Profil schärfen, sagt der frühere Fraktionsvorsitzende. Dazu gehöre die Unterstützung von Geringverdienern und Lohngleichheit in Ost und West.
https://www.zeit.de/politik/deutschland ... olkspartei
"Oppermann lehnte Vorschläge ab, die SPD solle künftig nicht mehr versuchen, eine Politik für alle Interessengruppen anzubieten. "Die Volksparteien bedienen im Gegensatz zu populistischen Parteien das ganze Spektrum der Politik und bieten Antworten auf alle Fragen, die für die Bürgerinnen und Bürger wichtig sind: Rente, Lohnentwicklung, Bildung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, schnelles Internet, moderne Verkehrswege, aber auch wie wir uns vor den negativen Auswirkungen von Globalisierung und Digitalisierung schützen.""
Oppermann ist es in seiner Zeit als Fraktionsvorsitzender und Asylrechtsexperte nicht gelungen, ein Einwanderungsgesetz voran zu bringen. Das Thema Leiharbeit und Tarifbindung in Ost-Deutschland hat die SPD zur Zeit nicht auf dem Radar. In der Europapolitik hat sich der SPD-Finanzminister inzwischen zu einem Vorschlag aufgerafft. Aber auch die SPD blickt zu wenig über den nationalen Tellerrand hinaus.
siehe auch:
SZ Koalitionstracker Woran sich die Bundesregierung messen lassen muss
https://www.sueddeutsche.de/politik/bun ... -1.3959524


Interessant, dass das Herrn Oppermann jetzt auffällt, nachdem er über Jahre die neoliberalen Positionen der Parteiführung verteidigt hat und die Karre im Dreck steckt. :s
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sunny.crockett
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon sunny.crockett » Mo 22. Okt 2018, 09:20

Wähler hat geschrieben:(21 Oct 2018, 10:02)

Zeit 21. Oktober 2018 Die SPD müsse ihr linkes Profil schärfen, sagt der frühere Fraktionsvorsitzende. Dazu gehöre die Unterstützung von Geringverdienern und Lohngleichheit in Ost und West.


Seit Schröder kümmert man sich bei der SPD ja mehr um Arbeitgeber, als um diejenigen Arbeitnehmer, die zur Stammwählerschaft der Partei gehören. Seit einigen Jahren ist auch noch Konkurenz auf dem Arbeitsmarkt für einfache Tätigkeiten sowie auch Konkurenz um Sozialwohnungen durch die Flüchtlingskrise entstanden. Sogar Frau Wagenknecht hat das vor einigen Jahren schon mal erkannt, wurde von den Linken aber dafür massiv beschimpft.

Ich würde der SPD vorschlagen, Frau Wagenknecht sollte einen Parteiwechsel von den Linken zur SPD machen (Oskar weiß, wie sowas funktioniert) und dort die Leitung mit einem neuen Team übernehmen. Frau Wagenknecht ist bei den Linken ja eh verschenkt. Nahles, Stegner und Konsorten sollten aussortiert werden. Wagenknecht würde man dann auch den Kurswechsel in der SPD abnehmen, also wieder Einsatz für die einfachen Arbeiter, Geringverdiener, Sozialhilfeempfänger, Rentner usw.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Fliege » Mo 22. Okt 2018, 16:52

sunny.crockett hat geschrieben:(22 Oct 2018, 09:20)
Ich würde der SPD vorschlagen, Frau Wagenknecht sollte einen Parteiwechsel von den Linken zur SPD machen (Oskar weiß, wie sowas funktioniert) und dort die Leitung mit einem neuen Team übernehmen. Frau Wagenknecht ist bei den Linken ja eh verschenkt. Nahles, Stegner und Konsorten sollten aussortiert werden. Wagenknecht würde man dann auch den Kurswechsel in der SPD abnehmen, also wieder Einsatz für die einfachen Arbeiter, Geringverdiener, Sozialhilfeempfänger, Rentner usw.

Das könnte sich für die SPD wie ein vergiftetes Übernahmeangebot auswirken. *lol*
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Alpha Centauri » Mo 22. Okt 2018, 22:56

Wähler hat geschrieben:(14 Oct 2018, 09:43)

Es ist noch nicht ausgemacht, dass sich Grüne und AfD zu neoliberalen Parteien entwickeln. Ich selbst lebe in einem grünen Milieu von neugegründeten Wohnungsbaugenossenschaften in München. Die AfD könnte vor allem für die SPD und die Linke noch viel gefährlicher werden, wenn sie eine Sozialpolitik wie die Cinque Stelle in Italien verfolgt.


Dass sehe ich ähnlich, man braucht sich ja nur mal die Wählerwanderungen von SPD und LINKE hin zu AFD bei Wahlen anschauen und dieser Befund ist kein Zufall. Bei AFD und Grünen verhält es sich indes anders diese Parteien sind in fast allen Politikfeldern ideologische Gegenspieler die sich in gewisser Weise gegenseitig bestärken was man auch an den steigenden Umfragewerten der AFD wie auch der Grünen beobachten kann.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Di 30. Okt 2018, 17:10

SZ 29. Oktober 2018 SPD-Plan für große Koalition - Was im Nahles-Papier steht
https://www.sueddeutsche.de/politik/spd ... -1.4189399
So soll das Gute-Kita-Gesetz noch in diesem Jahr im Bundestag verabschiedet werden, "um die Qualität der Betreuung zu verbessern und Freiräume für mehr Gebührenfreiheit zu schaffen". Ein Familienentlastungsgesetz für mehr finanziellen Spielraum von Familien soll ebenfalls noch 2018, ein Familienstärkungsgesetz bis zur Sommerpause 2019 beschlossen werden.

Weiter verlangt die SPD, dass die Grundrente und das Pflegepersonalstärkungsgesetz bis zur Sommerpause 2019 im Kabinett beschlossen werden. Im Arbeitsrecht soll das Qualifizierungschancengesetz noch in diesem Jahr im Bundestag verabschiedet werden, um das Recht auf Weiterbildung zu stärken...Im Kabinett soll zudem bis zur Sommerpause die Einschränkung der sachgrundlosen Befristung und von Kettenbefristungen beschlossen werden.

"Darin solle geregelt werden, welche Vorhaben bis zur im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarten Halbzeitbilanz im Herbst 2019 umgesetzt sein sollen. "Wir erwarten, dass in zentralen Politikfeldern wesentliche Vorhaben des Koalitionsvertrages bis zur Bestandsaufnahme beschlossen oder auf den gesetzgeberischen Weg gebracht werden.""
Nur in der Sozialpolitik ist eine Linie zu erkennen, in anderen Politikfeldern aber nicht. Die SPD ist zu einer Ein-Themen-Partei geworden.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Mi 31. Okt 2018, 07:41

Die SPD auf der Suche nach einem Profilschärfer. Nur - woher nehmen und nicht stehlen?

Man müsse mutig sein, provozieren und zuspitzen, sagte der 71-jährige Steinbrück. Dazu sei ein Wechsel an der Parteispitze nötig. "Das läuft darauf hinaus, dass die SPD eher eine Person wie Bernie Sanders braucht, nur 30 Jahre jünger". Der Senator habe mit "der Geschichte eines gerechteren Amerika" mobilisiert und jene um sich versammelt, "die Fairness vermissen und in guter Nachbarschaft leben wollen".

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 9-amp.html
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Ammianus » Mi 31. Okt 2018, 10:14

JJazzGold hat geschrieben:(31 Oct 2018, 07:41)

Die SPD auf der Suche nach einem Profilschärfer. Nur - woher nehmen und nicht stehlen?

Man müsse mutig sein, provozieren und zuspitzen, sagte der 71-jährige Steinbrück. Dazu sei ein Wechsel an der Parteispitze nötig. "Das läuft darauf hinaus, dass die SPD eher eine Person wie Bernie Sanders braucht, nur 30 Jahre jünger". Der Senator habe mit "der Geschichte eines gerechteren Amerika" mobilisiert und jene um sich versammelt, "die Fairness vermissen und in guter Nachbarschaft leben wollen".

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 9-amp.html


Die Forderung nach einem Mindestlohn von 12 Euro wäre da schon mal ein Anfang. Immerhin wüsste manch potentieller Wähler dann wieder, was der seltsam geschwungene Buchstabe am Anfang des Parteinamens bedeutet.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Mi 31. Okt 2018, 10:26

Ammianus hat geschrieben:(31 Oct 2018, 10:14)

Die Forderung nach einem Mindestlohn von 12 Euro wäre da schon mal ein Anfang. Immerhin wüsste manch potentieller Wähler dann wieder, was der seltsam geschwungene Buchstabe am Anfang des Parteinamens bedeutet.


Das ist in Betrachtung linker Profilschärfung zwar richtig betrachtet, dazu gehört auch die Forderung nach Reichensteuer, Vermögenssteuer, eine gesetzliche Festlegung des Mietpreises, kostenloser Kita- und Schulbesuch, Abschaffung der Leiharbeit und befristeter Arbeitsverträge, Abschaffung von Hartz IV, Anhebung des Rentenniveaus auf 53%, etc.

Die Frage lautet aber, wer soll diese Forderungen an der Spitze der SPD populär vermarkten?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Mi 31. Okt 2018, 11:31

JJazzGold hat geschrieben:(31 Oct 2018, 10:26)
Das ist in Betrachtung linker Profilschärfung zwar richtig betrachtet, dazu gehört auch die Forderung nach Reichensteuer, Vermögenssteuer, eine gesetzliche Festlegung des Mietpreises, kostenloser Kita- und Schulbesuch, Abschaffung der Leiharbeit und befristeter Arbeitsverträge, Abschaffung von Hartz IV, Anhebung des Rentenniveaus auf 53%, etc.
Die Frage lautet aber, wer soll diese Forderungen an der Spitze der SPD populär vermarkten?

Bitte nicht die Sozialpolitik der SPD mit der der Partei die Linke verwechseln. Steinbrück hat sich für eine moderate Erhöhung der Erbschaftssteuer ausgesprochen, jegliche technische Umsetzung einer Reichen- oder Vermögenssteuer lehnt er ab. Von einer gesetzlichen Festlegung des Mietpreises und der Abschaffung von Hartz IV ist bei der SPD auch keine Rede. Die SPD traut sich ja noch nicht einmal, Hartz I abzuschaffen.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » Mi 31. Okt 2018, 11:40

Wähler hat geschrieben:(31 Oct 2018, 11:31)

Bitte nicht die Sozialpolitik der SPD mit der der Partei die Linke verwechseln. Steinbrück hat sich für eine moderate Erhöhung der Erbschaftssteuer ausgesprochen, jegliche technische Umsetzung einer Reichen- oder Vermögenssteuer lehnt er ab. Von einer gesetzlichen Festlegung des Mietpreises und der Abschaffung von Hartz IV ist bei der SPD auch keine Rede. Die SPD traut sich ja noch nicht einmal, Hartz I abzuschaffen.


Es ist für die SPD völlig irrelevant, was Steinbrück fordert. Steinbrück ist eines der Gesichter, die für den Untergang der Sozialdemokraten verantwortlich ist.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Mi 31. Okt 2018, 11:47

Wähler hat geschrieben:(31 Oct 2018, 11:31)
Bitte nicht die Sozialpolitik der SPD mit der der Partei die Linke verwechseln. Steinbrück hat sich für eine moderate Erhöhung der Erbschaftssteuer ausgesprochen, jegliche technische Umsetzung einer Reichen- oder Vermögenssteuer lehnt er ab. Von einer gesetzlichen Festlegung des Mietpreises und der Abschaffung von Hartz IV ist bei der SPD auch keine Rede. Die SPD traut sich ja noch nicht einmal, Hartz I abzuschaffen.

yogi61 hat geschrieben:(31 Oct 2018, 11:40)
Es ist für die SPD völlig irrelevant, was Steinbrück fordert. Steinbrück ist eines der Gesichter, die für den Untergang der Sozialdemokraten verantwortlich ist.

Mit persönlichen Schuldzuweisungen wird die SPD nicht weiterkommen. Es geht um moderne politische Leitlinien, die vom Führungspersonal den Mitgliedern und Wählern der Partei so erklärt werden, dass sie verständlich, klar in den Werten und zukunftsorientiert sind.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Sorgenking » Mi 31. Okt 2018, 12:00

JJazzGold hat geschrieben:(31 Oct 2018, 10:26)

Das ist in Betrachtung linker Profilschärfung zwar richtig betrachtet, dazu gehört auch die Forderung nach Reichensteuer, Vermögenssteuer, eine gesetzliche Festlegung des Mietpreises, kostenloser Kita- und Schulbesuch, Abschaffung der Leiharbeit und befristeter Arbeitsverträge, Abschaffung von Hartz IV, Anhebung des Rentenniveaus auf 53%, etc.

Die Frage lautet aber, wer soll diese Forderungen an der Spitze der SPD populär vermarkten?


Ich denke, wenn man all diese Forderung klar bringt und sich somit klar als Linek Volkspartei positioniert kommt ein Teil der Wähler automatisch zurück.
Gerade im Bezug auf die nächste Bundestagswahl, wird man ja auch nicht gegen Merkel antreten müssen, da dürfte schon ein neues unverbrauchtes Gesicht reichen, in Kombination mit einer klaren Themenoffensive.
Das muss man sich aber 1. trauen und 2. muss die Parteispitze auch bereit sein, ein wenig zurück zu stecken.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Mi 31. Okt 2018, 12:07

Wähler hat geschrieben:(31 Oct 2018, 11:31)

Bitte nicht die Sozialpolitik der SPD mit der der Partei die Linke verwechseln. Steinbrück hat sich für eine moderate Erhöhung der Erbschaftssteuer ausgesprochen, jegliche technische Umsetzung einer Reichen- oder Vermögenssteuer lehnt er ab. Von einer gesetzlichen Festlegung des Mietpreises und der Abschaffung von Hartz IV ist bei der SPD auch keine Rede. Die SPD traut sich ja noch nicht einmal, Hartz I abzuschaffen.


Das war überspitzt dargestellt und nur dazu gedacht, eine notwendige linke Profilierung der SPD zu verdeutlichen
Wobei sich mir nach wie vor die Frage stellt, wer soll es machen?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » Mi 31. Okt 2018, 12:11

Wähler hat geschrieben:(31 Oct 2018, 11:47)

Mit persönlichen Schuldzuweisungen wird die SPD nicht weiterkommen. Es geht um moderne politische Leitlinien, die vom Führungspersonal den Mitgliedern und Wählern der Partei so erklärt werden, dass sie verständlich, klar in den Werten und zukunftsorientiert sind.


Eben und deswegen ist Steinbrücks Meinung irrelevant, Du betonst doch selber das Wort zukunfstorientiert.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Ammianus » Mi 31. Okt 2018, 12:16

JJazzGold hat geschrieben:(31 Oct 2018, 10:26)

Das ist in Betrachtung linker Profilschärfung zwar richtig betrachtet, dazu gehört auch die Forderung nach Reichensteuer, Vermögenssteuer, eine gesetzliche Festlegung des Mietpreises, kostenloser Kita- und Schulbesuch, Abschaffung der Leiharbeit und befristeter Arbeitsverträge, Abschaffung von Hartz IV, Anhebung des Rentenniveaus auf 53%, etc.

Die Frage lautet aber, wer soll diese Forderungen an der Spitze der SPD populär vermarkten?


Genau das ist mir eingefallen, nachdem ich die Sache mit den 12 Euro - kam ja heute in den Nachrichten - bereits abgeschickt hatte. Es geht ja um glaubhaftes Personal, dass mit eben der entscheidenden sozialen Komponente, zu der die SPD zurückfinden muss, verbunden ist. Und nach dem peinlichen Schulz-Hype, dem Abrutschen unter 20% - irgenwie ist da niemand ...
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Mi 31. Okt 2018, 12:17

Sorgenking hat geschrieben:(31 Oct 2018, 12:00)

Ich denke, wenn man all diese Forderung klar bringt und sich somit klar als Linek Volkspartei positioniert kommt ein Teil der Wähler automatisch zurück.
Gerade im Bezug auf die nächste Bundestagswahl, wird man ja auch nicht gegen Merkel antreten müssen, da dürfte schon ein neues unverbrauchtes Gesicht reichen, in Kombination mit einer klaren Themenoffensive.
Das muss man sich aber 1. trauen und 2. muss die Parteispitze auch bereit sein, ein wenig zurück zu stecken.



Ich sehe, Sie haben begriffen worauf ich hinaus will. Die SPD sitzt nämlich momentan in der Bredouille, sich nicht nur gegen die Union eindeutig abgrenzen zu müssen, sondern nach wie vor gegen die Die Linke und explizit die Grünen. Letztere sind Diejenigen, die mit ihrer Konsensbrühe die SPD essentielle Stimmen kosten und auf dem Weg zur Volkspartei drohen, auch wenn sie sich versuchen gegen diese Einordnung vehement zu wehren, der SPD den Rang abzulaufen.

Das Problem ist allerdings, wo zaubert die SPD einen charismatischen Spitzenvertreter her, der einen deutlich erkennbaren Schritt nach links nicht nur intern durchsetzen kann, sondern auch extern erfolgreich vermarkten. Ich habe mir gestern mal die Mühe gemacht, die SPD Vertreter einzeln näher zu betrachten, aber fündig bin ich nicht geworden.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon Wähler » Mi 31. Okt 2018, 12:19

Sorgenking hat geschrieben:(31 Oct 2018, 12:00)
Ich denke, wenn man all diese Forderung klar bringt und sich somit klar als Linek Volkspartei positioniert kommt ein Teil der Wähler automatisch zurück.
Gerade im Bezug auf die nächste Bundestagswahl, wird man ja auch nicht gegen Merkel antreten müssen, da dürfte schon ein neues unverbrauchtes Gesicht reichen, in Kombination mit einer klaren Themenoffensive.
Das muss man sich aber 1. trauen und 2. muss die Parteispitze auch bereit sein, ein wenig zurück zu stecken.

Ich glaube nicht, dass eine zu starke Nachahmung von Labour in Großbritannien, oder gar Cinque Stelle in Italien die SPD weiterbringen wird. Es kommt auf die richtige Dosis an, auch wenn das in den so aufgeregten Zeiten schwer fällt. Wer schnelle Lösungen verspricht, darf sich über den Verdacht von Linkspopulismus nicht wundern.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon yogi61 » Mi 31. Okt 2018, 12:21

JJazzGold hat geschrieben:(31 Oct 2018, 12:17)

Ich sehe, Sie haben begriffen worauf ich hinaus will. Die SPD sitzt nämlich momentan in der Bredouille, sich nicht nur gegen die Union eindeutig abgrenzen zu müssen, sondern nach wie vor gegen die Die Linke und explizit die Grünen. Letztere sind Diejenigen, die mit ihrer Konsensbrühe die SPD essentielle Stimmen kosten und auf dem Weg zur Volkspartei drohen, auch wenn sie sich versuchen gegen diese Einordnung vehement zu wehren, der SPD den Rang abzulaufen.

Das Problem ist allerdings, wo zaubert die SPD einen charismatischen Spitzenvertreter her, der einen deutlich erkennbaren Schritt nach links nicht nur intern durchsetzen kann, sondern auch extern erfolgreich vermarkten. Ich habe mir gestern mal die Mühe gemacht, die SPD Vertreter einzeln näher zu betrachten, aber fündig bin ich nicht geworden.


Wie wäre es mit Manuela Schwesig?
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Mi 31. Okt 2018, 12:23

Ammianus hat geschrieben:(31 Oct 2018, 12:16)

Genau das ist mir eingefallen, nachdem ich die Sache mit den 12 Euro - kam ja heute in den Nachrichten - bereits abgeschickt hatte. Es geht ja um glaubhaftes Personal, dass mit eben der entscheidenden sozialen Komponente, zu der die SPD zurückfinden muss, verbunden ist. Und nach dem peinlichen Schulz-Hype, dem Abrutschen unter 20% - irgenwie ist da niemand ...


Siehe oben, ich bin auch nicht fündig geworden. Wenn die SPD überlebensfähig sein will, dann muss sie ihre Reihen bis ins dritte Glied durchforsten, um einen solchen glaubwürdigen und mitreißenden, bis dato von Altlasten verschonten Vertreter nicht nur zu finden, sondern auch im Eiltempo zu fördern. Aber da sehe ich schwarz.
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Re: Die Zukunft der SPD

Beitragvon JJazzGold » Mi 31. Okt 2018, 12:27

yogi61 hat geschrieben:(31 Oct 2018, 12:21)

Wie wäre es mit Manuela Schwesig?


Die hatte ich letztes auch schon im Blick. Sie hätte den Vorteil, sich zumindest zeitweise aus der GroKo Belastung verabschiedet zu haben und sie ist jung genug, um ggfls ein paar Jahre in der Opposition dazu zu nutzen, sich als Mittel zur erfolgreichen Reform und deren Vermarktung zu installieren.
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