Abschaffung von Bargeld

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frems
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon frems » Sa 15. Sep 2018, 13:19

jorikke hat geschrieben:(15 Sep 2018, 11:06)

"Gesichtsscan oder Stimme", damit müssten 100% der Bevölkerung identifiziert werden.
Wie unsicher und langweilig.
Würde man die primären Geschlechtsorgane zum Ausweisen benutzen, wären jeweils 50% per se eindeutig festgelegt.
Die Sicherheit und der Spaßfaktor stiegen- wie auch die Schlangen an den Kassen- erheblich.

Naja, sowas kommt ja nicht von heute auf morgen. Erstmal würden es nur die modernen Menschen nehmen, die nicht aus nostalgischen Gründen auf teures, unsicheres Klimpergeld setzen, um ihre Krankheiten zu verbreiten. Das kommt nach und nach. Geschlechtsorgane sind da sicherlich auch interessant, aber vermutlich zu umständlich bzw. zeitaufwendig.
Labskaus!

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Raskolnikof
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Raskolnikof » Sa 15. Sep 2018, 13:47

@ jorikke:
Entschuldigung angenommen.
Dampflok94 hat geschrieben:(15 Sep 2018, 11:12)
Es ist schön, wenn man Vertrauen hat. Das gilt auch für das Vertrauen in den Datenschutz. :)

Das der Datenschutz allgemein löchrig ist das ist mir klar. Aber wenn du bei Kartenzahlung da Probleme siehst dann sage doch einmal ganz konkret wo genau. Wo könnten welche Daten abgezapft werden und für welchen Zweck?
omegaunion hat geschrieben:(15 Sep 2018, 12:04)
Ich wünsche nicht dass meine Bank derart Persönliches über mich weiß, denn um ehrlich zu sein wäre ich auch gerne für meine Bank persönlich uninteressant und nur ein Datensatz im Computer.

Für die Bank bist du doch ohnehin ein aufgeschlagenes Buch. Sie kennt dein Einkommen, bekommt mit wenn du evtl. arbeitslos wirst und Hartz IV beziehst, weiß was du an Miete, Nebenkosten, Müllgebühren, Grundabgaben bezahlst, weiß welche Zeitschriften du abonnierst, kennt all deine Versicherungen, weiß, welchen Reiseveranstalter und Onlineshops du bevorzugst und viele Dinge mehr.
Und da macht es dir wirklich was aus, wenn deine Bank auch noch weiß, dass du deine Lebensmittel bei Edeka und Aldi einkaufst?
Was die Frau in der Kassenschlange betrifft, haben die Pins nicht funktioniert. Das gibt keine Auskunft darüber, ob man das Konto gedeckt hat oder nicht. Merkwürdig, dass Sie hier einen Fehler der Elektronik vollkommen ausschließen.

Einen Fehler in der Elektronik schließe ich doch gar nicht aus. Derartiges kann dir aber auch an jedem Geldautomaten passieren. Pannen passieren überall.
Mendoza hat geschrieben:(15 Sep 2018, 12:24)
Den Discounter interessiert doch gar nicht ob Müller oder Schulze die Butter kauft und dessen Konto-Nr. genauso wenig. Der hat ein internes Warenkontrollsystem und der muß nur wissen, wann er was nachbestellen muß. Gezielte Werbung lohnt nur, wenn man was Spezielles anbietet z.B. Laufschuhe für Jogger.

Doch, dem Discounter interessiert schon, was z.B. Kunden an welchen Wochentagen einkaufen und welche Einkäufe sie miteinander kombinieren. Derartige Kundenprofile können aber nur erstellt werden, wenn Einkäufe auch bestimmten Kunden zugeordnet werden können. Und das geht bei Kartenzahlern eben über die Bankverbindung. Ob da nun ein/e meier oder Müller hintersteckt ist egal.
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Dampflok94 » Sa 15. Sep 2018, 13:57

Raskolnikof hat geschrieben:(15 Sep 2018, 13:47)
Das der Datenschutz allgemein löchrig ist das ist mir klar. Aber wenn du bei Kartenzahlung da Probleme siehst dann sage doch einmal ganz konkret wo genau. Wo könnten welche Daten abgezapft werden und für welchen Zweck?

Ein Problem sehe ich eigentlich gar nicht. ich zahle ja selber mit Karten. Aber man muß halt realistisch sein. Man streut damit eine Unmenge an Daten. Von denen niemand weiß, wo die denn alle landen. Und wer sie mit welchen Daten zusammenführt. Und manche Menschen wollen diese Daten halt nicht streuen. Oder zumindest gewisse Daten nicht.

Mir geht es immer um den Strangtitel. Abschaffung von Bargeld. Das lehne ich ab. Mir ist bewußt, daß die bargeldlose Zahlung weiter zunehmen wird. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber deswegen muß man ja nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Realist2014 » Sa 15. Sep 2018, 14:01

Aber wenn du bei Kartenzahlung da Probleme siehst dann sage doch einmal ganz konkret wo genau.


Fehlendes Bewusstsein der Mitarbeiter der Kreditkartenunternehmen im Hinblick auf Informationssicherheit

Wo


überall, wo diese Daten verarbeitet oder gespeichert werden...
egal in welcher Form und auf welchem Medium

und für welchen Zweck?l.


Missbrauch ...
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Raskolnikof » Sa 15. Sep 2018, 14:29

@ Realist2014
Nochmal: Bei deiner Bank stehst du ohnehin auch ohne Kartenzahlung völlig nackt da. Die kennen deine oder meine finanzielle Situation vielleicht besser als wir selbst. Was macht es dann noch, wenn die Bank auch noch weiß, wie viel Geld ich bei Edeka, Aldi oder Hornbach lasse?
Aber um auf den Strangtitel zurück zu kommen: Ich glaube selber nicht an die Abschaffung des Bargeldes, an eine "Bargeldaussterbung" aber schon. Ungefähr die Hälfte aller Umsätze in D. wurden im vergangenen Jahr mit der Karte getätigt, Tendenz steigend. Irgendwann in nicht ferner zukunft wird der Punkt erreicht sein, wo sich für die Banken das Händeln mit dem Bargeld nicht mehr rechnet. Die Kosten für den Barzahler werden steigen.
Und denkt bitte nicht nur an euch. Es folgt eine junge Generation die im digitalen Zeitalter aufwächst und keine Ängste oder Vorbehalte vor der totalen Digitalisierung hat. Und die Generation darauf findet irgendwann einen Geldschein vom Uropa in einem Fotoalbum und wundert sich. ;)
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon oderauch » So 16. Sep 2018, 20:02

Raskolnikof hat geschrieben:(15 Sep 2018, 14:29)

@ Realist2014
Nochmal: Bei deiner Bank stehst du ohnehin auch ohne Kartenzahlung völlig nackt da. Die kennen deine oder meine finanzielle Situation vielleicht besser als wir selbst. Was macht es dann noch, wenn die Bank auch noch weiß, wie viel Geld ich bei Edeka, Aldi oder Hornbach lasse?
Aber um auf den Strangtitel zurück zu kommen: Ich glaube selber nicht an die Abschaffung des Bargeldes, an eine "Bargeldaussterbung" aber schon. Ungefähr die Hälfte aller Umsätze in D. wurden im vergangenen Jahr mit der Karte getätigt, Tendenz steigend. Irgendwann in nicht ferner zukunft wird der Punkt erreicht sein, wo sich für die Banken das Händeln mit dem Bargeld nicht mehr rechnet. Die Kosten für den Barzahler werden steigen.
Und denkt bitte nicht nur an euch. Es folgt eine junge Generation die im digitalen Zeitalter aufwächst und keine Ängste oder Vorbehalte vor der totalen Digitalisierung hat. Und die Generation darauf findet irgendwann einen Geldschein vom Uropa in einem Fotoalbum und wundert sich. ;)


Ich war vor zwei Wochen in Stockholm, da könnte/sollte man an einem ein Mann-Hotdog stand mit Karte bezahlen.
Bargeldzahlung ist dort m.e. nahezu ausgestorben.
Egal was ich davon halte, Bargeld wird und da geb ich dir Recht, nahezu aussterben.
Das wird mMn noch 10-20 Jahre genutzt werden und dann wird es (natürlich auch mit Mithilfe) in der kriminellen oder ewiggestrigen Ecke landen.
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Realist2014 » So 16. Sep 2018, 20:59

Raskolnikof hat geschrieben:(15 Sep 2018, 14:29)

@ Realist2014
Nochmal: Bei deiner Bank stehst du ohnehin auch ohne Kartenzahlung völlig nackt da. Die kennen deine oder meine finanzielle Situation vielleicht besser als wir selbst. Was macht es dann noch, wenn die Bank auch noch weiß, wie viel Geld ich bei Edeka, Aldi oder Hornbach lasse?
;)



Sorry,

du hast das, was ich geschrieben habe , leider nicht verstanden.

Lies nochmal....
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Raskolnikof » So 16. Sep 2018, 21:11

Realist2014 hat geschrieben:(16 Sep 2018, 20:59)

Sorry,

du hast das, was ich geschrieben habe , leider nicht verstanden.

Lies nochmal....

Du bist nicht konkret geworden. Kannst du deine Vorbehalte nicht mit konkreten Beispielen verdeutlichen?
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Realist2014 » So 16. Sep 2018, 21:20

Raskolnikof hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:11)

Du bist nicht konkret geworden. Kannst du deine Vorbehalte nicht mit konkreten Beispielen verdeutlichen?


öhm

ich hatte vom fehlenden Bewusstsein der Mitarbeiter des Kreditkartenunternehmens in Bezug auf Informationssicherheit geschrieben

das bedeutet ein massives Risiko im Hinblick auf die missbräuchliche Verwendung der Kreditkarte...

weiteres die Risiken in Bezug auf Cloud-Security....
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon oderauch » Mo 17. Sep 2018, 01:40

Realist2014 hat geschrieben:(16 Sep 2018, 21:20)

öhm

ich hatte vom fehlenden Bewusstsein der Mitarbeiter des Kreditkartenunternehmens in Bezug auf Informationssicherheit geschrieben

das bedeutet ein massives Risiko im Hinblick auf die missbräuchliche Verwendung der Kreditkarte...

weiteres die Risiken in Bezug auf Cloud-Security....

Also ich habe mir jetzt extra nochmals den Eingangspost durchgelesen. Eventuell fehlt mir Vorwissen eurer Diskussion. Was ist denn die Alternative der Ausweg zum Bargeldlosen Zahlungsverkehr?
Ich mein, glaubst du das wirklich? Ganz ehrlich der Staat kann sowieso höchst offiziell auf dein Konto schauen. Da sind mir die par werbefuzzis auch schon wurscht
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Raskolnikof » Mo 17. Sep 2018, 10:04

Nur weil du mit Karte zahlst erhälst du keine zusätzliche Werbung im Briefkasten. Der Zahlungsempfänger hat keine persönlichen Daten von dir.
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Realist2014 » Mo 17. Sep 2018, 10:31

oderauch hat geschrieben:(17 Sep 2018, 01:40)

. Was ist denn die Alternative der Ausweg zum Bargeldlosen Zahlungsverkehr?


Bargeld. Nur wird dessen Benutzung weiter zurück gehen. Das ist nun einmal die weitere Entwicklung


Ich mein, glaubst du das wirklich? Ganz ehrlich der Staat kann sowieso höchst offiziell auf dein Konto schauen. Da sind mir die par werbefuzzis auch schon wurscht


Weder der eine noch der andere Punkt wurde von mir erwähnt.
Ich hatte lediglich auf die zusätzlichen Risiken hingewiesen...
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 17. Sep 2018, 12:47

Realist hat geschrieben:ich hatte vom fehlenden Bewusstsein der Mitarbeiter des Kreditkartenunternehmens in Bezug auf Informationssicherheit geschrieben
das bedeutet ein massives Risiko im Hinblick auf die missbräuchliche Verwendung der Kreditkarte...
weiteres die Risiken in Bezug auf Cloud-Security....
Ein sicher valides Argument. Allerdings "schreit" gerade das extrem hohe Datenaufkommen nach weniger unzuverlässigen menschlichen Mitarbeitern im Prozess. Mit geeigneten Algorithmen - die wiederum das "gewöhnliche" Verhalten der einzelnen Kartenbesitzer als Grundlage haben - lassen sich gerade Abweichungen, die durchaus ein Indikator für kriminelle Aktivitäten sowohl des Kartenbesitzers, als auch "äußerer Missbrauch" darstellen können, rationell und massenhaft erfassen. Etwas was menschliche Mitarbeiter nicht leisten können.

So entsteht trotz der von Dir zu Recht angeführten Risiken ein Mehrwert an Sicherheit. Die Frage wer "obsiegt" der permanente Angriff auf diese Systeme oder die wachsenden Abwehrmaßnahmen, die bei fallender menschlicher Beteiligung, immer mehr von dieser Unzulänglichkeit unabhängig werden.

Geld als reiner Datenfluss über die bargeldlosen Systeme ist systemimmanent und Bargeldverkehr passt nicht zu dieser Entwicklung. Da Menschen eher irrational handeln, wird für viele weiter der Besitz von Bargeld und das Bezahlen damit wichtig erscheinen. Gemessen an dem was längst "unbar" als Datum im System agiert, verliert Bargeld weltweit immer mehr an Bedeutung. Das irrationale Gefühl mit den hübschen und aufwendig hergestellten Scheinen "etwas tatsächlich zu besitzen" ist wohl unausrottbar. Da hilft es nur wenig, sich bewusst zu sein, auch diese gerade noch wertvollen Papiere werden automatisch wertloser / gern auch wertvoller, wenn dies auf die damit verbundene Währung zutrifft.

Attraktiv ist die Anonymität die Bargeld bietet - nur (von wenigen Ausnahmen mal abgesehen) - der weitaus größere Teil der finanziellen Transaktionen findet auch in D "unbar" und höchst transparent statt. So ist diese geradezu unverbrüchliche Hinwendung zu Bargeld, ein schönes Beispiel wir irrational menschliches Handeln doch ist. Sollte jemand tatsächlich das Bargeld erklärtermaßen abschaffen wollen, hat der diese Zusammenhänge nicht begriffen. Speziell in D würde er / sie damit auf geballte Abwehr stoßen. Doch das lässt sich im schleichenden Prozess ohne viel Aufwand viel besser erledigen. Einfach nichts tun, den geradezu religiös anmutenden Glauben ans Bargeld nicht stören, aber alle anderen Möglichkeiten "unbar" zu kaufen weiter zu mehren, wird Bargeld nahezu unmerklich immer weiter zurückdrängen. Wie kann man etwas, was ohnedies nur in unserer kollektiven Vorstellungswelt existiert verbieten wollen ? Wie schwierig, ja unmöglich das ist zeigt doch, Götter, Nationen, Geld, Menschenrechte und Gesetze gibt es gar nicht – sie existieren nur in unserer kollektiven Vorstellungswelt. Dafür töten wir allerdings auch.

Wie würde wohl ein tatsächlich ausschließlich rationales Wesen auf unsere Spezies reagieren LOL
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Realist2014 » Mo 17. Sep 2018, 12:55

immernoch_ratlos hat geschrieben:(17 Sep 2018, 12:47)


So entsteht trotz der von Dir zu Recht angeführten Risiken ein Mehrwert an Sicherheit. Die Frage wer "obsiegt" der permanente Angriff auf diese Systeme oder die wachsenden Abwehrmaßnahmen, die bei fallender menschlicher Beteiligung, immer mehr von dieser Unzulänglichkeit unabhängig werden.

L


Du scheinst nicht zu wissen, wie viel dieser automatisierten Prozesse tatsächlich durch "menschliche Kontakte" mit Risiken behaftet sind...

der Glaube an die Technik hat schon die Titanic auf den Grund des Meeres geschickt...

Nur um aber einer Fehleinschätzung deinerseits vorzubeugen- ich bin kein "Bargeldverfechter"...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Skull » Mo 17. Sep 2018, 13:03

immernoch_ratlos hat geschrieben:(17 Sep 2018, 12:47)

Das irrationale Gefühl mit den hübschen und aufwendig hergestellten Scheinen
"etwas tatsächlich zu besitzen" ist wohl unausrottbar.

[...]

den geradezu religiös anmutenden Glauben ans Bargeld

Solche Sätze und Passagen halte ich weder für zutreffend, noch für ansatzweise zielführend.

Beim Thema ABSCHAFFUNG des Bargeldes ist nun x+1 mal erklärt worden,
das eine unbare Geldwelt MEHR Risiken beinhaltet...weil schlicht eine Alternative weniger da wäre.
Niemand hat sich für eine (reine) Bargeldwelt ausgesprochen.

Von mehr oder weniger allen werden die Vorteile der unbarer Zahlungen auch akzeptiert.
Von mehr oder wenigen allen wird auch die weitere Zunahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs gesehen.

Das einzige was sich -aus meiner Sicht hier- HIER nur immer wieder zeigt...

ist die mangelnde Bereitschaft der einen Seite,
Kritik an einer (theoretischen) VÖLLIG bargeldlosen Gesellschaft zur Kenntnis zu nehmen
und die "Verteufelung" von neuen Zahlungsmöglichkeiten der Bargeld-anhängenden Seite.

PLUS entsprechende Provokationen.

Beides ist aus meiner Sicht...wenig sinnvoll. :D

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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 17. Sep 2018, 13:41

Skull hat geschrieben:(17 Sep 2018, 13:03)

Solche Sätze und Passagen halte ich weder für zutreffend, noch für ansatzweise zielführend.

Beim Thema ABSCHAFFUNG des Bargeldes ist nun x+1 mal erklärt worden,
das eine unbare Geldwelt MEHR Risiken beinhaltet...weil schlicht eine Alternative weniger da wäre.
Niemand hat sich für eine (reine) Bargeldwelt ausgesprochen.

Von mehr oder weniger allen werden die Vorteile der unbarer Zahlungen auch akzeptiert.
Von mehr oder wenigen allen wird auch die weitere Zunahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs gesehen.

Das einzige was sich -aus meiner Sicht hier- HIER nur immer wieder zeigt...

ist die mangelnde Bereitschaft der einen Seite,
Kritik an einer (theoretischen) VÖLLIG bargeldlosen Gesellschaft zur Kenntnis zu nehmen
und die "Verteufelung" von neuen Zahlungsmöglichkeiten der Bargeld-anhängenden Seite.

PLUS entsprechende Provokationen.

Beides ist aus meiner Sicht...wenig sinnvoll. :D

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:thumbup: Gut formuliert! In eine ähnliche Richtung scheint auch das aktuelle Buch des Wirtschaftsjournalisten und bekannten Bargeldabschaffungskritikers Norbert Häring vom handelsblatt zu gehen: "Schönes neues Geld. PayPal, WeChat, Amazon Go: uns droht eine totalitäre Weltwährung". Eine Rezension dazu hier: https://www.deutschlandfunk.de/norbert- ... _id=425507

Quintessenz: Die Option für Bargeldbeibehaltung ist kein Zeichen von mangelnder Technikaffinität sondern von persönlicher Freiheitswertschätzung.

Ich habe unlängst übrigens auch ein sehr interessantes Gespräch mit einem Menschen aus Skandinavien (Dänemark) geführt. Natürlich läuft da vieles praktischer, kürzer, unformalistischer ab. Nicht nur Bezahlungen. Auch Verwaltungsdinge. Aber er gab auch ununwunden zu: Parallel dazu und eigentlich auch als Voraussetzung gilt eine größere Staatsgläubigkeit und ein allgemein größerer - wenn auch nicht explizit und gewaltsam - eingeforderter Konformitätsdruck. Hängt möglicherweise auch mit der relativ kleinen Bevölkerungszahl und kulturellen Homogenität solcher Staaten zusammen.

Alle zahlen hier mit Karte? Gut. Ich dann eben genau nicht! Damit nicht überall und immer das gemacht wird, was alle machen.
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 17. Sep 2018, 14:16

Realist hat geschrieben:Du scheinst nicht zu wissen, wie viel dieser automatisierten Prozesse tatsächlich durch "menschliche Kontakte" mit Risiken behaftet sind...

der Glaube an die Technik hat schon die Titanic auf den Grund des Meeres geschickt...
Genau in diesem Sinne, ist ein System in dem es weniger "menschelt" gleichbedeutend mit mehr Sicherheit. Zwischen de Konstruktion der Titanic und heute angewandter Technologie liegen nicht nun rund 100 Jahre. Längst finden entsprechende Überprüfungen und Vorentscheidungen ausschließlich in extra dafür geschaffen Simulationen statt.

Was die Titanic angeht, war es doch die menschliche Fehlentscheidungen, welche zu deren Untergang geführt hat. Nicht etwa die damaligen technischen Voraussetzungen, sonder menschliche Fehlentscheidung. Eine relativ einfache Kursänderung hätte die "Überprüfung der angeblichen Unsinkbarkeit" verhindert.

Das dies niemals völlig fehlerfrei zu schaffen sein wird, liegt ausschließlich an der menschlichen Beteiligung. Je mehr man diese natürliche Fehlerquelle beseitigt, desto größer wird die Chance auf fehlerfreie Ausführung. Das es in der physikalischen Welt natürliche Grenzen gibt kann selbstverständlich nicht verändert werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger wollte ich damit begründen.
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon Realist2014 » Mo 17. Sep 2018, 14:24

immernoch_ratlos hat geschrieben:(17 Sep 2018, 14:16)

Genau in diesem Sinne, ist ein System in dem es weniger "menschelt" gleichbedeutend mit mehr Sicherheit. Zwischen de Konstruktion der Titanic und heute angewandter Technologie liegen nicht nun rund 100 Jahre. Längst finden entsprechende Überprüfungen und Vorentscheidungen ausschließlich in extra dafür geschaffen Simulationen statt.

Was die Titanic angeht, war es doch die menschliche Fehlentscheidungen, welche zu deren Untergang geführt hat. Nicht etwa die damaligen technischen Voraussetzungen, sonder menschliche Fehlentscheidung. Eine relativ einfache Kursänderung hätte die "Überprüfung der angeblichen Unsinkbarkeit" verhindert.

Das dies niemals völlig fehlerfrei zu schaffen sein wird, liegt ausschließlich an der menschlichen Beteiligung. Je mehr man diese natürliche Fehlerquelle beseitigt, desto größer wird die Chance auf fehlerfreie Ausführung. Das es in der physikalischen Welt natürliche Grenzen gibt kann selbstverständlich nicht verändert werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger wollte ich damit begründen.


Wie ich deinen Texten entnehmen hast du leider eine etwas "blauäugige" Vorstellung , wie viele ( bzw DU glaubst ja wenige) Menschen an allen Prozessen beteiligt sind, welche an der "Verarbeitung" aller Informationen im Kontext deiner Kreditkartenzahlungen beteiligt sind....

Und den damit verbundenen Risiken...

Ich meine hier ALLE Risiken in Bezug auf Informationssicherheit...
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 17. Sep 2018, 15:49

Ich sehe in einer Diskussion über eine ausschließlich als Denkmodell vorhanden nichtphysikalischen Welt keinerlei Provokation. Es gibt für keinen der Vorgänge einen nachprüfbaren Zusammenhang. Alles beruht ausschließlich auf menschlichen Annahmen. Geld - gleichgültig in welcher "Darreichungsform" auch immer - ist eine geniale menschliche Erfindung ohne die es unmöglich wäre ein Leben von derzeit ca. 7,2 Milliarden Menschen vernünftig zu organisieren.

Geld ist nun da es in Datenbanken vollkommen virtuell "existiert" ungleich rascher Wertveränderungen unterworfen. Der Versuch dies mit werthaltigen Stoffen zu begrenzen ist spätestens mit der Aufgabe des verrechenbaren Goldwertes gescheitert. Es gibt keinerlei natürliche Begrenzung der Geldmenge. Besonders nicht, seit "Geld" in der Hauptsache als schnell veränderbare Daten in Datenbanken "existiert". Einziger scheinbar verlässlicher - weil allgemein äußerlich unveränderbar - sind Münzen und Scheine in den verschiedenen Währungen. So entsteht die Vorstellung der Sicherheit einen adäquaten Wert zu besitzen. Das entspricht zutiefst der menschlichen Natur. Für mich macht das keinerlei Unterschied, ich vertraue dem Schein in meiner Brieftasche genauso, wie dem jeweiligen Stand auf meinem Konto. Ich muss mich nicht ständig mittels eine Bargeldsumme vergewissern, das ich über Geld verfüge. Mir genügt im allgemeinen die begründete Annahme das sich ohne mein Zutun nichts an diesem Sachverhalt ändert. Dazu muss ich - gleichgültig ob mir das gefällt - in die Institutionen vertrauen, welche diesen Wert garantieren. In den allermeisten Fällen ist es ein Staat oder ein Staatenbund dem ich zwangsläufig vertrauen muss.

Wie jeder letztendlich sein (hoffentlich) vorhandenes Vermögen nutzt, ist in großen Bereichen reguliert. Der Versuch sich davon über seine Zahlungsverhalten zu emanzipieren, ist auf Grunde der Menge von Menschen die auf Grund der Umstände exakt das selbe Verhalten für individuell wichtig ansehen - sorry zumindest für mich persönlich unwichtig. Bei der existierenden Geldmenge ist jeder Versuch sich zu unterscheiden wenig erfolgversprechend.

Wird es für einen Staat der dazu eher keine Demokratie sein kann, wichtig, das Barvermögen für illegal zu erklären, wird das geschehen und niemand kann das verhindern. Viel einfacher ist es allerdings für einen solchen Staat, den Wert seiner Währung zu ändern. Ein aktuelles Beispiel dürfte Venezuela sein. Es ist vollkommen unsinnig wie man bezahlt, wenn der "Glaube in den Staat" (Staatsgläubigkeit) nicht im ausreichenden Maß existiert. Richtig problematisch wird es offensichtlich, wenn nicht mehr ein Staat die betreffende Währung an die man glauben möchte, garantiert, sondern gleich mehrere Staaten wie das z.B. beim Euro als Gemeinschaftswährung der Fall ist.

Sicher in D ist es problemlos möglich einen Teil seiner Zahlungen bar abzuwickeln. Sollte sich das ändern, ist es auf Grund des real existierenden Bankenwesens, das Zahlungsverhalten zu kontrollieren und die "Form" nahezu beliebig einzuschränken. Ein Blick über die Grenzen hinweg zeigt was da durchaus möglich ist. Ein weitere Grund demokratische Grundsätze wichtig zu finden.

Nun ich weiß nicht wie alt Du schokoschendrezki tatsächlich bist. Ich jedenfalls habe die Zeit wo es "Lohntüten", also die volle Auszahlung Lohn in Bargeld als selbstverständlich erachtet wurde noch erlebt. Auch die Zeit danach, wo es immer "normaler" wurde seinen Lohn auf ein extra dafür eingerichtetes Bankkonto überwiesen zu bekommen. Nach und nach wurden dann alle regelmäßige Zahlungen über Konten abgewickelt. Inzwischen dürfte es höchst schwierig sein da noch auszubrechen. Längst ist ein Konto zu haben eine Forderung welche mit dem "normalen Leben" verknüpft ist. Restbestände dieses früheren Verhaltens besteht in der Nutzung von Bargeld weiter. Für eine ganze Reihe von Bezahlvorgängen durchaus praktikabel. Ich habe da keinerlei ideologische Präferenzen. Um meinen "wahren Konsum" zu verschleiern, müsste ich wesentlich häufiger relativ hohe Summen in bar zunächst abheben - sicher aufbewahren - und dann damit bezahlen. Erscheint mir in den allermeisten Fällen zumindest unpraktisch und ich erliege da dem "eingeforderten Konformitätsdruck", weil ich den für mich bequemeren Weg vorziehe.

Nun ich bezweifle für mich persönlich die Wirkung solcher Versuche dem "eingeforderten Konformitätsdruck" zu entgehen. Es muss andere Möglichkeiten geben sinnvoll "gegen den Strom zu schwimmen". Die Momentaufnahme hier in D ergibt keinerlei Gefahr das es in absehbarer Zeit zu einer "Abschaffung des Bargeld" kommen wird. Mir kommt dieser Versuch schon eher wie das ständige Aufwärmen von gängigen Verschwörungstheorien vor.
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immernoch_ratlos
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Re: Abschaffung von Bargeld

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 17. Sep 2018, 16:02

Realist hat geschrieben:Wie ich deinen Texten entnehmen hast du leider eine etwas "blauäugige" Vorstellung , wie viele ( bzw DU glaubst ja wenige) Menschen an allen Prozessen beteiligt sind, welche an der "Verarbeitung" aller Informationen im Kontext deiner Kreditkartenzahlungen beteiligt sind....
Und den damit verbundenen Risiken...
Ich meine hier ALLE Risiken in Bezug auf Informationssicherheit...
Hier fehlt es mir an Logik - unabhängig ob nun blauäugig oder nicht, dass eine große Zahl beteiligter Menschen zu solchen Effekten führt, schließt doch gerade nicht aus, dass eine Beschränkung auf weniger menschliche Beteiligte die Sicherheit verbessern kann.

Wäre es anders, würdest Du Dir doch selbst widersprechen. Es ist unwichtig wie viele in eine Prozess beteiligt sind, wenn der selbe Effekt auch mit einer kleineren Zahl von möglichen Fehlerquellen - also menschliche Eingriffe in das Geschehen - erreicht werden kann - nicht mehr, aber auch nicht weniger möchte ich damit aussagen.
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