Sammelstrang Kriminalität

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Bolero
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Re: Migranten-Kriminalität

Beitragvon Bolero » Di 12. Jun 2018, 20:40

sunny.crockett hat geschrieben:(12 Jun 2018, 21:31)

Akutell ist eine Massenvergewaltigung an einem 13-jährigen Mädchen in Velbert (NRW) bekannt geworden.



Die Täter sollen wohl alle "EU-Ausländer sein", genauer gibt man das nicht an

Laut „Bild“-Informationen soll die Gruppe bulgarisch-stämmiger Jugendlicher in einem Parkbad „angemacht“ haben. Zwar war die 13-Jährige dort noch mit Freundinnen, den Heimweg bestritt sie jedoch am frühen Abend allein. In einem Waldstück in der Nähe des Freibades soll sie dann erneut auf die Gruppe Jugendlicher getroffen sein.
„Ein System, das leicht missbraucht werden kann, wird leicht missbraucht.“ (Münch)
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Ammianus
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon Ammianus » Di 12. Jun 2018, 20:40

think twice hat geschrieben:(12 Jun 2018, 21:25)

Darum ging es aber in der Diskussion nicht. User relativ wünschte allein deshalb ein höheres Strafmass, weil " mehr haette passieren können". Unabhängig von der Absicht oder Billigung des Täters.


Nein, es geht um deine falsche Aussage:

"Nun, ein Richter hat nicht zu bewerten, was haette passieren können, sondern was tatsächlich passiert ist."

Und was der "relativ" da schreibt ist schon völlig richtig. Es ist nun mal ein Unterschied, ob ich mit Papiertauben, bloßen Fäusten oder einem Messer auf Jemanden losgehe. Und das hat auch ein Richter zu beurteilen. Abgesehen davon, dass es ja auch aktuell dieses unseelige Kuschelurteil der Bewährungsstrafe bei einer Körperverletzung mit Todesfolge gibt, wo der Angriff nur mit Fäusten erfolgte.

Der direkte Angriff mit einem Messer kann aber immer tötlich sein, egal ob der Angreifer das billigend in Kauf nimmt oder nicht. Und das sollte ein Richter sehr wohl berücksichtigen.
Also, deine Aussage ist auch im Zusammenhang falsch.
Polibu

Re: Migranten-Kriminalität

Beitragvon Polibu » Di 12. Jun 2018, 20:57

Mich packt die blanke Wut, wenn ich an diesen Abschaum denke und mir vorstelle was dieses Mädchen durchgemacht hat.
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relativ
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon relativ » Di 12. Jun 2018, 23:04

think twice hat geschrieben:(12 Jun 2018, 21:25)

Darum ging es aber in der Diskussion nicht. User relativ wünschte allein deshalb ein höheres Strafmass, weil " mehr haette passieren können". Unabhängig von der Absicht oder Billigung des Täters.

Sorry aber das stimmt so nicht.
Btw. Der Deutsche der den Bürgermeister von Altena mit einem Messer am Hals verletzt hat, bekommt 2 Jahre auf Bewährung. Das er keine Tötungsabsicht hatte, hat man ihm abgenommen, aber warum nur gefährliche Körperverletzung.
Also wenn ich jemanden mit einem Messer attackiere, dann weiss ich , daß er durch diese Attacke wohl eher getötet/schwer verletzt werden könnte, als wenn ich ihn z.B. mit Fäusten attackiere. Warum wurde hier kein Unterschied gemacht und warum dann auf Bewährung.
Ehrlich gesagt ist verstehe dieses Urteil nicht wirklich und die Botschaft ist auch eine ganz schlechte. Auch seine angeblich schwierige Lage wäre für mich jetzt kein Grund das Strafmaß zu lockern.

Leider kenne ich die Urteilsbegründung nicht, daher mag es andere Faktoren gegeben haben, die zu diesem milden Urteil führten. Sollte hier nicht mehr Straßmaß drin gewesen sein, ist dies sicherlich eine Lücke die man schnell schließen sollte.

Das war meine Kernaussage. Also nicht nur weil es hätte passieren können.
Zuletzt geändert von relativ am Mi 13. Jun 2018, 07:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Eulenwoelfchen
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 13. Jun 2018, 05:59

Das Problem bei oder für lebenslangen Freiheitsentzug durch Sicherungsverwahrung ist, dass diese im Anschluß
an eine Haftstrafe verhängt wird, und somit keine gerichtlich verhängte Strafe, oder neutraler, Sanktion für eine Verbrechenstat ist.
Hat jemand die Freiheitsstrafe verbüsst, ist nach gängiger Rechtsauffassung damit die Tat gesellschaftlich gesühnt und
es tritt der juristische Status des Unbescholtenen ein.

Ein Täter, egal was er angestellt hatte, kann in unserem Rechtsstaatssystem nur zu lebenslanger Höchststrafe und dem
in den entsprechenden Gesetzen festgelegten Spielräumen des höchsten Strafmaßes verurteilt werden.
Gerichtsurteile sind im übrigen auch davon abhängig, wessen er seitens der Staatsanwaltschaft angeklagt wird.
Das übersieht man gerne in der so beliebten RichterInnen-Schelte.

Im übrigen ist unser Strafrecht nicht vom ausschließlichen Strafgedanken getragen, in der Art eines gesellschaflichen Befriedigungssystems für allerlei emotionale, leicht rachelüsterne Befindlichkeiten.
Das Gegenteil ist der Fall. Der Wiedereingliederungs- und Besserungsgedanke steht im Vordergrund. Das mag man verlachen oder für daneben halten. Was ich ausdrücklich nicht tue.

(Direkt betroffene Opfer oder deren engste Angehörige möchte ich bei emotional verständlichen, teils drastischen, Unmuts- oder Fehlurteilsäusserungen ausgenommen wissen.
Für sie ist es fast unmöglich, sachlich zu bleiben. Anders, als die vielen Aussenstehenden, selbsternannten "Richterinnen und Richter, die nicht direkt oder gar nicht betroffen sind, und letztlich auch ein ganz anderes,
eigenes Süppchen kochen möchten).

Es gibt höchstrichterliche Entscheidungen, die für eine sog. Sicherungsverwahrung eine temporär in regelmäßigen Abständen vorzunehmende gerichtliche Überprüfung dieser Maßnahme vorsehen.
Abhängig von Gutachten und Prognosen hinsichtlich fortbestehender Gefährdung durch neue Taten und Opfer.
Kurz gesagt, ob jemand voraussichtlich und weiterhin sehr gefährlich für andere Menschen sein wird. Eine ganz schwierige Baustelle, sowohl für Gutachter als auch die befassten Gerichte.

Kommt man bei einer Überprüfung zu dieser, negativen Gefährdungsprognose, bleibt so jemand in Sicherungsverwahrung, theoretisch sogar sein ganzes Leben lang in Hochsicherheitstrakten entsprechender Einrichtungen "unter Verschluß".
(Siehe auch "Dr. Thomas Müller: Bestie Mensch") - Von wegen Kuscheljustiz...

Die Hürden für eine Sicherungsverwahrung sind aus guten, juristischen Gründen jedoch sehr hoch.

Und man wird innerhalb unseres rechtsstaatlichen Systems und der gottseidank unabhängigen Justiz auch damit leben müssen,
dass manche Anklagen und Urteile von aussen, incl. Urteilsbegründungen, aus dieser Sicht wenig bis gar nicht nachvollziehbar sind.

Das gesunde Volksempfinden ist in seiner Urteilsfähigkeit allerdings seltener als gedacht besser als von Fachleuten, den Richterinnen und Richtern und Ihren Kollegen/innen auf der Anklageseite.
Wobei auch die sehr wichtige Rolle des Strafverteidigers nicht vergessen werden sollte.
Die in unserem Rechtssystem genauso wichtig ist. Verteidiger, die So manche emotionale Forderung nach drastischen Strafen (oder vorschnelle Verurteilungen) zu Fall bringen können.
Bis hin zur Revidierung von Fehlurteilen. Ohne dass dies richtig wahrgenommen oder bewertet würde.

Am Ende steht dann nur:
Strafe viel zu mild und was man dazu alles an moderat-radikalen, über völlig ausrastende "law-and-order" Forderungen bis hin zu
gefühlsbesoffenem, pauschalierenden Rechtsstaatsbashing lesen kann.

Äusserungen, die alle Eines gemeinsam haben:
Den Glauben, dass noch härtere Strafen und wenig zimperlicher Umgang mit unserem Rechtssystem und der Rechtssprechung
etwas daran ändern, dass immer wieder furchtbare Verbrechen geschehen, wie im Eingangsbeitrag dargestellten Fall.

Oder dem jüngsten Beispiel, wo sechs jugendliche Täter (14-16 Jahre alt, dem Vernehmen nach in Deutschland wohnende
EU-Ausländer bulgarisch-stämmiger Herkunft) einem 13-jährigen Mädchen auflauerten, und es, wie Staatsanwaltschaft es
ausdrückte, "regelrecht über das Mädchen herfielen". Der Fall sei vergleichsweise klar und eindeutig, so die Staatsanwaltschaft.
Sollen die jetzt auch lebenslang durch Sicherungsverwahrung weggesperrt werden. Die männlichen Täter sind selbst noch
Jugendliche. Das Opfer juristisch ein Kind. Wer möchte hier von den im Thread Diskutierenden gerne der Richter oder Staatsanwalt sein?

Da es innerhalb der EU Niederlassungsfreiheit usw. gibt, greifen hier auch die üblichen Migrations- oder Asylantireflexe,
nicht, die nach Abschottung und Abschiebung schreien. Tagtäglich die AfD-Hetze bedienen.

Denn genauso wie mit durch Deutsche begangene Schwerstverbrechen, besonders auch Sexualdelikte wie Vergewaltigung,
Mord usw. muss sich unsere Gesellschaft damit auseinandersetzen, wie mit diesem Fall jugendlicher Gewalttäter umzugehen ist.

Wenn ich mir hier die etwas aufgeladene Strafverschärfungsstimmung so durchlese, möchte ich lieber nicht daran
denken, was das Volk draussen denkt, würde es eine Volksabstimmung über die Wiedereinführung der Todesstrafe
geben und wie das Ergebnis ausfiele.

Wobei wir dann wieder beim im juristischen Sinne - zweifelhaften "Vergnügen" wären, über das gesunde Volksempfinden diskutieren und befinden zu müssen.
Mit all den unbelehrbaren Kuscheljustiz-Verschwörungstheoretikern und law-and-order Rechtknallern.
Die im Grunde keine tatsächliche, sachliche Auseinandersetzung suchen. Sondern nur emotionale Bestätigung ihrer eigenen, wenig aufgearbeiteten,
teils ziemlich wüst mit diffusen Antihaltungen durchzogenen persönlichen Befindlichkeiten suchen.

Ein freiheitliches und rechtsstaatliches System (ohne Todesstrafe!) wie in Deutschland, ist etwas, das man trotz mancher zu schluckender Kröten innerlich feiern sollte.
Es möge jede/r hier antreten, und ein besseres System dafür präsentieren...

Alles fließt…und darin darf durchaus auch Kritik an Gerichtsurteilen oder politischen/gesetzgeberischen Ist-Zuständen
miteingebunden sein. Wenn sich die Meinungsäusserungen allerdings nur noch in Vorkommnissen regelrecht festbeissen,
die nicht besonders gut oder sogar schlecht gelaufen sind, besteht die Gefahr, den Blick auf diesen Rechtsstaat und sein insgesamt
sehr positives Wirken zu verlieren.
Denn die notorisch berufenen Kritikmissionare eröffnen zwar gerne einen Thread über eine versagende Kuscheljustiz.
Aber keinen über die übergroße Vielzahl positiver Ergebnisse dieser Justiz und seines Rechtsstaatssystems.

Fazit:
Eine alte Wahrheit aus dem schreibenden Gewerbe lautet: "Only bad news are good news".
Und was anderes wollen wir doch auch gar nicht hören, oder?
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 13. Jun 2018, 06:57

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Jun 2018, 06:59)

Das Problem bei oder für lebenslangen Freiheitsentzug durch Sicherungsverwahrung ist, dass diese im Anschluß
an eine Haftstrafe verhängt wird, und somit keine gerichtlich verhängte Strafe, oder neutraler, Sanktion für eine Verbrechenstat ist.
Hat jemand die Freiheitsstrafe verbüsst, ist nach gängiger Rechtsauffassung damit die Tat gesellschaftlich gesühnt und
es tritt der juristische Status des Unbescholtenen ein.
...
Fazit:
Eine alte Wahrheit aus dem schreibenden Gewerbe lautet: "Only bad news are good news".
Und was anderes wollen wir doch auch gar nicht hören, oder?

Selten einen so bedachten und vernünftigen Beitrag hier gelesen ... :thumbup:

Man sollte sich vielleicht auch mal die entsprechenden Verhältnisse in den USA zum Vergleich anschauen. Obwohl in einer Stadt wie New York die Gewaltkriminalität ab Mitte der 80er drastisch zurückging ist die Inhaftiertenquote in den USA ab Mitte der 80er förmlich explodiert. Und ist heute mit 666 pro 100 000 Einwohner die zweithöchste der Welt. Will man das haben? Es hängt vermutlich mit der Privatisierung des Strafvollzugs und der Entstehung einer Gefängnisindustrie zusammen. Einen realen Einfluss auf die tatsächliche Kriminalitätsbedrohung in der Gesellschaft hat all das wohl kaum.
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Re: Sammelstrang Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon ThorsHamar » Mi 13. Jun 2018, 07:12

think twice hat geschrieben:(12 Jun 2018, 16:33)

Nun, ein Richter hat nicht zu bewerten, was haette passieren können, sondern was tatsächlich passiert ist.


Das stimmt so selbstverständlich nicht. Ein Richter muss immer den Gesamtkontext beachten, also die Entwicklung bis dahin, den Ist -Zustand und die möglichen Konsequenzen, die noch hätten passieren können.
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Re: Sammelstrang Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon relativ » Mi 13. Jun 2018, 07:19

ThorsHamar hat geschrieben:(13 Jun 2018, 08:12)

Das stimmt so selbstverständlich nicht. Ein Richter muss immer den Gesamtkontext beachten, also die Entwicklung bis dahin, den Ist -Zustand und die möglichen Konsequenzen, die noch hätten passieren können.

Kleine korrektur: Er muss natürlich nicht, er kann, natürlich besteht dabei immer die Gefahr, daß er von der einen oder anderen Seite gewisse Entscheidung um die Ohren gehauen bekommt, aber einen gewisse Freiheit bei der Einschätzung der Tat und der Bemessung der Strafe hat er selbstverständlich, wenn er sich dabei in den dafür vorgesehenden Strafrahmen bewegt.
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Re: Sammelstrang Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon ThorsHamar » Mi 13. Jun 2018, 07:30

relativ hat geschrieben:(13 Jun 2018, 08:19)

Kleine korrektur: Er muss natürlich nicht, er kann, natürlich besteht dabei immer die Gefahr, daß er von der einen oder anderen Seite gewisse Entscheidung um die Ohren gehauen bekommt, aber einen gewisse Freiheit bei der Einschätzung der Tat und der Bemessung der Strafe hat er selbstverständlich, wenn er sich dabei in den dafür vorgesehenden Strafrahmen bewegt.


Ja, stimmt ...
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 13. Jun 2018, 07:33

relativ hat geschrieben:(13 Jun 2018, 08:14)

Nunja ich weiss nicht wieso man jetzt wieder eine allgemein Diskussion über unser Rechtssystem führen muss, wenn es doch hier eher um spezielle Fälle geht.

Das ist insofern richtig, als dass das Thema mit "Kriminalität" benannt wurde. Kriminalität geht der Rechtssprechung voraus und letzeres ist ein Thema für sich. Wenn man über "Kriminalität" spricht, dann spricht man nicht (nur) über Straftatbestände im juristischen Sinn sondern über ein generelles soziologisches Problem. Und mit Bezug auf den eingangs geschilderten Fall: Missbrauch, Gewalt, Misshandlungen von Kindern nehmen in jüngerer Zeit in erschreckender Weise zu. Die erste Frage ist natürlich, ob das mit tatsächlichen Misshandlungen oder mit erhöhter Bereitschaft zu Anzeigen zu tun hat. Fakt ist ... nur als drei schier unglaubliche Zahlen: 2017 gab es 143 Kindstötungen und 4247 (bekanngewordene) Fälle von schweren Kindesmisshandlungen in Deutschland. Um 35 Prozent gegenüber 2016 ist die Zahl von Websites mit expliziter Darstellung von Kindesmissbräuchen und -misshandlungen weltweit auf etwa 80 000 gestiegen. https://www.tagesschau.de/inland/gewalt-gegen-kinder-101.html
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon relativ » Mi 13. Jun 2018, 07:42

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Jun 2018, 08:33)

Das ist insofern richtig, als dass das Thema mit "Kriminalität" benannt wurde. Kriminalität geht der Rechtssprechung voraus und letzeres ist ein Thema für sich. Wenn man über "Kriminalität" spricht, dann spricht man nicht (nur) über Straftatbestände im juristischen Sinn sondern über ein generelles soziologisches Problem. Und mit Bezug auf den eingangs geschilderten Fall: Missbrauch, Gewalt, Misshandlungen von Kindern nehmen in jüngerer Zeit in erschreckender Weise zu. Die erste Frage ist natürlich, ob das mit tatsächlichen Misshandlungen oder mit erhöhter Bereitschaft zu Anzeigen zu tun hat. Fakt ist ... nur als drei schier unglaubliche Zahlen: 2017 gab es 143 Kindstötungen und 4247 (bekanngewordene) Fälle von schweren Kindesmisshandlungen in Deutschland. Um 35 Prozent gegenüber 2016 ist die Zahl von Websites mit expliziter Darstellung von Kindesmissbräuchen und -misshandlungen weltweit auf etwa 80 000 gestiegen. https://www.tagesschau.de/inland/gewalt-gegen-kinder-101.html

Ähm wo ist mein von dir zitierter Beitrag hin?
Sag ich ja, Politik aber auch die Justiz sollte sich klar sein, daß die Gesellschaft in einem stetigen Wandel befindet und denentsprechend auch Gesetze angepasst werden muessen. Sowas passiert ja auch. Ich würde nur gerne wissen wieso in meinen Fall, bei Messerattacken Teilweise immer noch Bewährungsstrafen nach sich ziehen. Da hätte ich mir ein ganz anderes Zeichen gewünscht. Wenn dies den Richtern nicht möglich ist/war, dann wäre hier m.M. die Politik am Zug das Strafmaß zu verändern.
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Jun 2018, 08:28

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(13 Jun 2018, 06:59)

Äusserungen, die alle Eines gemeinsam haben:
Den Glauben, dass noch härtere Strafen und wenig zimperlicher Umgang mit unserem Rechtssystem und der Rechtssprechung
etwas daran ändern, dass immer wieder furchtbare Verbrechen geschehen, wie im Eingangsbeitrag dargestellten Fall.

Da hast du aber etwas deutlich missverstanden, denn es geht zumindest mir darum, dass derselbe Täter nicht noch einmal so eine Tat begehen kann, die wehrlosen Bürger müssen vor so einer Bestie beschützt werden.

Dein Beitrag inkl. Nazikeule zeigt mir aber sehr schön, warum das hier mMn. so falsch läuft, müssen wir eben mit den Kollateralschäden der "Gerechtigkeit" für die Täter leben, mit weiteren ermordeten Vätern und vergewaltigten und ermordeten Müttern und Kindern.
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Jun 2018, 08:38

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Jun 2018, 07:57)

Obwohl in einer Stadt wie New York die Gewaltkriminalität ab Mitte der 80er drastisch zurückging ist die Inhaftiertenquote in den USA ab Mitte der 80er förmlich explodiert.

Und da könnte es nicht den umgekehrten Zusammenhang geben? Weil die Inhaftiertenquoten "explodiert" sind, ging die Gewaltkriminalität drastisch zurück?
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon relativ » Mi 13. Jun 2018, 09:16

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jun 2018, 09:28)

Da hast du aber etwas deutlich missverstanden, denn es geht zumindest mir darum, dass derselbe Täter nicht noch einmal so eine Tat begehen kann, die wehrlosen Bürger müssen vor so einer Bestie beschützt werden.

Dein Beitrag inkl. Nazikeule zeigt mir aber sehr schön, warum das hier mMn. so falsch läuft, müssen wir eben mit den Kollateralschäden der "Gerechtigkeit" für die Täter leben, mit weiteren ermordeten Vätern und vergewaltigten und ermordeten Müttern und Kindern.

Wieso du jetzt als Argument das andere extrem Beispiel nennst, welches du gerade noch beim user Eulenwoelfchen kritisiert hast, verstehe wer will.
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Jun 2018, 09:21

Welches Extrembeispiel? Mir geht es hier die ganze Zeit darum, dass Schwerstkriminelle wie Mörder oder Vergewaltiger von Kindern ihre Taten nicht noch einmal verüben können, ich erwarte vom Staat, dass er seine wehrlosen Bürger vor solchen Subjekten beschützt. Und das macht er eben nicht, wie man in den letzten Wochen sehr oft beobachten konnte, Christian L. war ja auch schon einschlägig "polizeibekannt" und vorbestraft.
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon relativ » Mi 13. Jun 2018, 09:26

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jun 2018, 10:21)

Welches Extrembeispiel? Mir geht es hier die ganze Zeit darum, dass Schwerstkriminelle wie Mörder oder Vergewaltiger von Kindern ihre Taten nicht noch einmal verüben können, ich erwarte vom Staat, dass er seine wehrlosen Bürger vor solchen Subjekten beschützt. Und das macht er eben nicht, wie man in den letzten Wochen sehr oft beobachten konnte, Christian L. war ja auch schon einschlägig "polizeibekannt" und vorbestraft.

Es ging bei meiner Kritk um deine kritik an eulenwoelfchens Beitrag. Du kritisierst dabei seine angebliche Nazi Intention und selber argumentierst du dann Sinngemäß: Ja dann muessen wir halt damit leben......., was auch die nächste unnötige Überhöhung ist, wo ein dazwischen wohl unmöglich erscheint. :?
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 13. Jun 2018, 09:33

Was denn sonst? Ich kann in Eulenwoelfchens Beitrag jedenfalls nichts finden, was darauf schließen lässt, wie wehrlose Bürger vor solchen Monstern geschützt werden könnten, man liest aber wohl sehr viel davon, wie schrecklich ( inkl. Bezug zur AfD) doch diejenigen sind, die sich für härtere Strafen für solche Täter aussprechen :x
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon jack000 » Mi 13. Jun 2018, 09:50

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Jun 2018, 07:57)Obwohl in einer Stadt wie New York die Gewaltkriminalität ab Mitte der 80er drastisch zurückging ist die Inhaftiertenquote in den USA ab Mitte der 80er förmlich explodiert.

Hatte nicht das eine direkt mit dem anderen zu tun? Das war doch die Zeit des "Law&Order" sowie "Broken Windows"?
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon relativ » Mi 13. Jun 2018, 10:09

jack000 hat geschrieben:(13 Jun 2018, 10:50)

Hatte nicht das eine direkt mit dem anderen zu tun? Das war doch die Zeit des "Law&Order" sowie "Broken Windows"?

Nein hatte es nicht.
In New York setzte man vermehrt auf Stadtteilpolizisten und die Bekämpfung auch kleinerer Vergehen, als Prävention durch Präsens. Dadurch das Kriminelle und Kleinstkriminelle schneller auf den Schirm der Polizei waren, verhinderte dies häufiger weitere kriminelle Lebensläufe. Aber auch kleine vergehen wie z.B. Wildpinkeln, oder öffentliches Saufen, wurden nach dem Motto Null Toleranz behandelt.
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Re: Sammelstrang betreffend Kriminalität durch Deutsche

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 13. Jun 2018, 10:27

jack000 hat geschrieben:(13 Jun 2018, 10:50)
Hatte nicht das eine direkt mit dem anderen zu tun? Das war doch die Zeit des "Law&Order" sowie "Broken Windows"?

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Jun 2018, 09:38)
Und da könnte es nicht den umgekehrten Zusammenhang geben? Weil die Inhaftiertenquoten "explodiert" sind, ging die Gewaltkriminalität drastisch zurück?

Also in der Grafik auf dieser Wikipedia-Seite https://de.wikipedia.org/wiki/Gef%C3%A4ngnissystem_der_Vereinigten_Staaten setzt sich der steile Anstieg der Inhaftiertenquote in den USA auch in den 90ern unvermindert fort. Erst in allerjüngster Zeit, ab Ende der Nuller (Obama?) flacht die Kurve wieder ab.
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