Angst vor Ausländern "normal"

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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Mi 4. Apr 2018, 16:54

Es war ein Fremder , der zu mir sagte, er lebt für den Tag, an dem er seinem Sohn seine schoene Heimat im Libanon zeigen kann, wenn der Boden nicht mehr von Bombenkratern zerpfluegt ist.

Es war ein Fremder, der sagte, er schämt sich, dass er als Arbeitsloser nur Plastiktüten von Aldi nach Hause schleppen kann. Seine Frau und er würden lieber heute als morgen nach Kasachstan zurückkehren, da waren wenigstens alle gleich. Nur wegen der Kinder, für die sie sich eine bessere Zukunft erhofften, blieben sie hier.

Es war ein Fremder, der mir erklärte, Israel gehören den Juden. Gott hätte es ihnen geschenkt.

Es war ein Fremder, der mir sagte, Deutschland ist das schönste Land der Welt und nie wieder möchte er wieder weg.

Es war ein Fremder, der mir sagte, wir würden uns nie wiedersehen, denn er zieht jetzt für Assad in den Krieg.

Alle Aussagen fand ich interessant oder auch traurig oder auch unverständlich. Aber ich habe jedes Mal nachgefragt und etwas aus ihrem Leben erfahren und damit meinen eigenen Horizont erweitert und meine eigene Meinung dazu gebildet.

Es ist doch total langweilig, so ein Leben "mein Haus, mein Baum, meine Strasse und alles andere interessiert mich nicht."

Finde ich jedenfalls.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Marmelada » Mi 4. Apr 2018, 16:56

Excellero hat geschrieben:(04 Apr 2018, 14:45)

Klar die Russlanddeutschen sind auch das Problem.... :rolleyes:
1. Sind das garkeine "Ausländer"
Oh richtig. Ein türkischer Migrationshintergründler in dritter Generation wird immer Türke oder "Passdeutscher" bleiben, wie auch seine Kindeskinder, während ein eingewanderter Russlanddeutscher, der das AfD-Programm nur auf Russisch versteht, selbstverständlich kein Ausländer ist.

2. Sind es vor allem Türken Rumänen und Bulgaren die für Ärger sorgen.

...aber klar da "Russlanddeutsche" vor allem AfD wählen, müssen die ja schuld sein... :rolleyes:
Schuld an was? Das Argument lautete doch, in Pforzheim würde viel AfD gewählt, weil es da so viele Ausländer gebe. Viele der AfD-Stimmen kamen von Leuten, um die die AfD so wirbt. Das ist aus deutscher Sicht nun einmal ausländisch.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Billie Holiday » Mi 4. Apr 2018, 16:57

think twice hat geschrieben:(04 Apr 2018, 16:36)

Ich kann nur jedem empfehlen, anstatt Ablehnung und Misstrauen zu zeigen, auf die Menschen freundlich zuzugehen und Interesse zu zeigen. Manchmal reicht schon die Frage, warum der Name so und nicht so geschrieben wird. Oder die Frage, wo der Andere herkommt. Oder ob man solche Gardinen auch in der Heimat hängen hat. Ich bin jedes mal über die Reaktionen verblüfft. Es ist , als ob man eine Tür oeffnet. Die Menschen fangen an zu erzählen und freuen sich, dass man sich für sie interessiert. Ich habe schon die spannendsten Lebensläufe und Stories gehört.

Wir wollen doch auch nicht, dass man uns mit zurückhaltenden Misstrauen begegnet, sondern freuen uns über ein Lächeln, wenn wir irgendwo fremd sind.


Schön gesagt.

Weltweit dürfte es wohl so sein...je freundlicher, gesitteter und unaufdringlicher jemand in der Fremde auftritt, desto mehr wird er angelächelt.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Mi 4. Apr 2018, 17:04

Der Syrien-Kaempfer hat es z.B. wieder zurück nach Deutschland geschafft. Obwohl ich ihn nicht kannte und sein Vorhaben überhaupt nicht nachvollziehen konnte, war ich komischerweise erleichtert, ihn zu sehen. Wir haben uns im Vorbeigehen angelaechelt, haben aber nicht nochmal mit einander gesprochen.
Aber er ist mir im Gedächtnis geblieben, warum auch immer....
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Apr 2018, 17:04

PeterK hat geschrieben:(04 Apr 2018, 16:21)

Das ist zwar richtig, aber man muss auch sehen, dass die Menschen in den "Altländern" in den 30 Jahren nach Kriegsende sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich deutlich mehr bewegt und erreicht haben als die Menschen in den "Neuländern" seit 1989. Die Bundesrepublik stand Mitte der 70er Jahre in beiderlei Hinsicht bereits deutlich besser da als die "Neuländer" heute.

Achja? Und wenn du dich mit der Geschichte der beiden deutschen Staaten von 1945 bis 1989 beschäftigst, weißt du auch warum.
Im Osten gab es keinen Marshal-Plan, da wurde demontiert und in die SU abtransportiert, was nicht "niet-und-nagelfest" war.
Da gab es auch keine Demokratie, sondern eine Diktatur, keine Marktwirtschaft, sondern Zentralverwaltungswirtschaft (auch Planwirtschaft) genannt - da wurde alles bis zur letzten Rolle Klopapier geplant. Im so genannten Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe wurde genauso reglementiert, welche Produkte in welchem Land hergestellt werden (durften). Die Luftfahrtindustrie (bei Dresden) wurde platt gemacht - nur ein Beispiel.
Bis zu Honeckers Machtübernahme ging es - zwar auf sehr niedrigem Niveau - noch vorwärts, ab 1974/1975 nur noch abwärts - kein Geld für Ersatzinvestitionen, geschweige denn für Neubauten. Unter welchen Bedingungen in der DDR produziert wurde/werden musste, kann sich kein "Wessi" wirklich vorstellen.
Dass nach der Wiedervereinigung, die vorhandenen "Urwaldschmieden" in keiner Art und Weise konkurrenzfähig/marktfähig waren und "abgewickelt" wurden (wie das im Treuhand-Deutsch hieß), ist nur logisch. Das wiederum konnte sich kein "Ossi" vorstellen.
"wir haben doch so tolle Sachen hergestellt und so viel exportiert" - war eine gängige Meinung.
Ich bin auch eine von denen, mit "Bruch in der persönlichen Biographie" - "wo haben sie gearbeitet Bergbau? - brauchen wir nicht; was sie haben Kinder im Grundschulalter - tja tut uns leid, nicht vermittelbar" So und ähnlich lauteten die Aussagen, die ich mir auf dem Arbeitsamt anhören durfte. Im Gegensatz zu den vielen habe ich mich jedoch nicht dem Selbstmitleid hingegeben und mit meinem Schicksal gehadert, sondern Eigentinitiative ergriffen. Da ich von dem Amt eh nix zu erwarten hatte, habe ich mich vollständig umorientiert und mein Hobby zum Beruf gemacht, auch wenn das hieß ein zweites Hochschulstudium zu absolvieren.

PeterK hat geschrieben:(04 Apr 2018, 16:21)Das ist durchaus denkbar. Aber warum wählen viele der von Dir Genannten dann rechtsextreme Parteien?

Aus Frustruation und aus Protest. Viele AfD-Wähler haben diese Partei nicht aus Überzeugung gewählt, sondern eben weil sie das Gefühl hatten, dass ihre Sorgen und Nöte nicht ernst genommen werden, weil sie befürchteten tatsächlich "hinten runter" zu fallen und aus Verärgerung darüber, dass die Bundeskanzlerin das Wort "Deutsche" nicht über die Lippen bringt und statt dessen in der Özoguzschen Terminologie von "denen die schon immer hier leben" spricht.
Remember: die AfD wurde Ende 2012/Anfang 2013 gegründet - während Merkels Kanzlerschaft also und sie war eine unbedeutende Partei, die 2013 an der 5%-Hürde scheiterte.
Dass diese Partei seit 2015 solchen Zulauf hat und eine Bedeutung erlangt - die ihr gar nicht zukommt und mit der sie auch gar nicht umgehen kann - liegt zu großen Teilen an Merkels desatröser Flüchtlingspolitik, hängt mit der unkontrollierten Massenzuwanderung zusammen. Sogar die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages stellen im Zusammenhang mit Merkels Grenzöffnung eine unklare Rechtslage fest, aber Frau Merkel weiß nicht, was sie hätte anders machen sollen.
Nun - sie hätte den Bundestag einberufen und abstimmen lassen können, sie hätte alles ordentlich protokollieren lassen können ...
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Mi 4. Apr 2018, 17:05

Billie Holiday hat geschrieben:(04 Apr 2018, 16:57)

Schön gesagt.

Weltweit dürfte es wohl so sein...je freundlicher, gesitteter und unaufdringlicher jemand in der Fremde auftritt, desto mehr wird er angelächelt.

Ich habe eigentlich eher dafuer geworben, dass du die Fremden anlaechelst, anstatt sie misstrauisch zu beaeugen. ;)
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Apr 2018, 17:17

Roady66 hat geschrieben:(04 Apr 2018, 14:38)

Eigentlich ist das Allgemeinwissen. Auch das die biologischen Mechanismen des Abcheckens nicht rassistisches, faschistisches oder nazihaftes beinhalten ist bekannt. Wer sich an der Debatte über das Thema teilnehmen will, hat das auf der Pfanne zu haben. Oder er hält sich raus.

Tun die Meinungstarjen aber nicht. Verdrehen, unterstellen und ziehen Zäune, wo keine hingehören. Das machen sie, weil ihr Weltbild nicht von Ahnung geprägt wird, sondern von Gefühlen und Befindlichkeiten. Wenn schon keine Ahnung, dann moralisches Rüstungspotential um bestehen zu können. Nur haben Moral und Befindlichkeit erstmal da nichts zu suchen.

Sollte es sein, ist es aber nicht mehr. Heute ist alles "sozial konstruiert", biologisch bedingte Verhaltensweisen hat es beim Menschen nicht mehr zu geben. Der legt einen Schalter um und schwups, hat er sich von seiner Biologie entkoppelt.
Da gibt es dann (evolutionären) Überlebenssstrategien - zu denen Skepsis/Misstrauen gegenüber dem Fremden/Unbekannten gehört, nicht mehr.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Billie Holiday » Mi 4. Apr 2018, 17:18

think twice hat geschrieben:(04 Apr 2018, 17:05)

Ich habe eigentlich eher dafuer geworben, dass du die Fremden anlaechelst, anstatt sie misstrauisch zu beaeugen. ;)


Ich lächel grundsätzlich beim Morgengruß, ob das nun Kollegen sind oder Menschen, die vor der Ausländerbehörde warten.
Auf der Straße kommt es drauf an, aber da lächel ich nicht jeden sofort an. Darf ich auch ganz einfach neutral gucken?
Das tue ich nämlich, wenn ich nicht gerade lächel. Beäugen tue ich niemanden. Viele finden es komisch, von Fremden grundlos angelächelt zu werden, da liegt beim Deutschen viel im Argen. Ein fremder Deutscher ist ja auch ein Fremder für mich. Viele Menschen animieren mich zum Lächeln, einige aber auch nicht.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Mi 4. Apr 2018, 17:26

Billie Holiday hat geschrieben:(04 Apr 2018, 17:18)

Ich lächel grundsätzlich beim Morgengruß, ob das nun Kollegen sind oder Menschen, die vor der Ausländerbehörde warten.
Auf der Straße kommt es drauf an, aber da lächel ich nicht jeden sofort an. Darf ich auch ganz einfach neutral gucken?
Das tue ich nämlich, wenn ich nicht gerade lächel. Beäugen tue ich niemanden. Viele finden es komisch, von Fremden grundlos angelächelt zu werden, da liegt beim Deutschen viel im Argen. Ein fremder Deutscher ist ja auch ein Fremder für mich. Viele Menschen animieren mich zum Lächeln, einige aber auch nicht.

Naja, du hast ja nicht nur einmal hier verlauten lassen, dass du Zurückhaltung, Argwohn und Misstrauen gegenüber Fremden normal findest und sich diese Menschen dein Vertrauen und deine Symphatie erstmal verdienen müssen.
Wenn man misstrauisch ist, lächelt man nicht. Und deshalb mein Vorschlag, es mal andersrum zu probieren. :)
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Apr 2018, 17:30

think twice hat geschrieben:(04 Apr 2018, 17:05)

Ich habe eigentlich eher dafuer geworben, dass du die Fremden anlaechelst, anstatt sie misstrauisch zu beaeugen. ;)

Ich lächle niemanden an, den ich nicht kenne - ganz egal woher der kommt, sondern bleibe höflich distanziert und bringe zunächst mal in Erfahrung, was dessen Absichten sind.
Das ist völlig normal.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Mi 4. Apr 2018, 17:34

Dark Angel hat geschrieben:(04 Apr 2018, 17:17)

Sollte es sein, ist es aber nicht mehr. Heute ist alles "sozial konstruiert", biologisch bedingte Verhaltensweisen hat es beim Menschen nicht mehr zu geben. Der legt einen Schalter um und schwups, hat er sich von seiner Biologie entkoppelt.
Da gibt es dann (evolutionären) Überlebenssstrategien - zu denen Skepsis/Misstrauen gegenüber dem Fremden/Unbekannten gehört, nicht mehr.

Mein Sohn hat die ersten Lebensjahre nur mit Puppen gespielt, weil seine kleine Freundin ihn dominiert hat. Ich musste ihm sogar eine Puppe und eine Puppenkarre kaufen und ihm einen kleinen (unauffaelligen :D ) Zopf machen. Erst als er ein Kleid tragen wollte, habe ich mich geweigert und gedacht: Oh Gott, der wird später schwul.
Wenn ich ihm heute davon erzähle, wird er richtig sauer und sagt, ich solle nicht solche blöden Märchen erzählen. Manchmal aergere ich ihn damit. :D
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Billie Holiday » Mi 4. Apr 2018, 17:39

think twice hat geschrieben:(04 Apr 2018, 17:26)

Naja, du hast ja nicht nur einmal hier verlauten lassen, dass du Zurückhaltung, Argwohn und Misstrauen gegenüber Fremden normal findest und sich diese Menschen dein Vertrauen und deine Symphatie erstmal verdienen müssen.
Wenn man misstrauisch ist, lächelt man nicht. Und deshalb mein Vorschlag, es mal andersrum zu probieren. :)


Vertrauen muß man sich in der Regel tatsächlich verdienen. Ich soll einem Wildfremden vertrauen? Warum? Ich kenne ihn doch gar nicht. Und was soll ich ihm anvertrauen?

Und Sympathien ergeben sich innerhalb von wenigen Sekunden. Man sieht jemanden, und ohne zu wissen, warum, findet man denjenigen sympathisch. Passiert mir viel häufiger, als dass ich jemanden sofort nicht mag.

Das gilt für alle Menschen, auch für den mir unbekannten Deutschen. Sollte mich nicht wundern, wenn ich nicht die einzige bin, die keine Vorschußlorbeeren verteilt.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Mi 4. Apr 2018, 17:39

Dark Angel hat geschrieben:(04 Apr 2018, 17:30)

Ich lächle niemanden an, den ich nicht kenne - ganz egal woher der kommt, sondern bleibe höflich distanziert und bringe zunächst mal in Erfahrung, was dessen Absichten sind.
Das ist völlig normal.

Ich finde das nicht normal und auch irgendwie traurig. Es heisst ja nicht umsonst "die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln". (Oder so Ähnlichkeit.)
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon JFK » Mi 4. Apr 2018, 17:46

Dark Angel hat geschrieben:(04 Apr 2018, 17:17)

Sollte es sein, ist es aber nicht mehr. Heute ist alles "sozial konstruiert", biologisch bedingte Verhaltensweisen hat es beim Menschen nicht mehr zu geben. Der legt einen Schalter um und schwups, hat er sich von seiner Biologie entkoppelt.
Da gibt es dann (evolutionären) Überlebenssstrategien - zu denen Skepsis/Misstrauen gegenüber dem Fremden/Unbekannten gehört, nicht mehr.


Natürlich müssen wir unseren "biologisch bedingtes Verhalten" kontrolliert, das geht nicht per Schalter sondern über Erziehung und Selbstbeherrschung.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Apr 2018, 17:51

think twice hat geschrieben:(04 Apr 2018, 17:34)

Mein Sohn hat die ersten Lebensjahre nur mit Puppen gespielt, weil seine kleine Freundin ihn dominiert hat. Ich musste ihm sogar eine Puppe und eine Puppenkarre kaufen und ihm einen kleinen (unauffaelligen :D ) Zopf machen. Erst als er ein Kleid tragen wollte, habe ich mich geweigert und gedacht: Oh Gott, der wird später schwul.
Wenn ich ihm heute davon erzähle, wird er richtig sauer und sagt, ich solle nicht solche blöden Märchen erzählen. Manchmal aergere ich ihn damit. :D

Ja und? Hat mein Sohn auch gemacht, später hat er mit Puppen und Autos und Baukästen gespielt, dann nur noch mit Autos und Baukästen und heute lebt er mit seinem Partner bei uns im Haus. Meine Tochter hat Puppen nicht mit dem A**** angeguckt, die hat sich nur für "Jungenspielzeug" interessiert, ist heute Mutter zweier Söhne und wohnt auch bei uns im Haus - wir machen halt eins auf Generationswohnen.
Dennoch bin ich Fremden/Unbekannten gegenüber zunächst distanziert - wie lange das dauert, ist individuell unterschiedlich.
Bei meiner - jetzt besten - Freundin hat es zwei Jahre gedauert, bis wir beide die Distanz abgebaut hatten.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Billie Holiday » Mi 4. Apr 2018, 18:04

think twice hat geschrieben:(04 Apr 2018, 17:39)

Ich finde das nicht normal und auch irgendwie traurig. Es heisst ja nicht umsonst "die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln". (Oder so Ähnlichkeit.)


Richtig, aber das geschieht aus verschiedenen Anlässen, denen man sich nicht immer bewußt ist.

In Lübecks Fußgängerzone gibt es eine Gruppe Punks. Einer ist so rotzfrech und aufdringlich auf charmante Art, dass ich ihm immer Geld gebe. Ich mag den einfach, KEINE Ahnung, warum. Sympathien lassen sich nicht immer erklären. Aber daher kommt das Lächeln.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Apr 2018, 18:08

think twice hat geschrieben:(04 Apr 2018, 17:39)

Ich finde das nicht normal und auch irgendwie traurig. Es heisst ja nicht umsonst "die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln". (Oder so Ähnlichkeit.)

Es IST aber normal - guckstu hier
Distanziertheit und Skepsis Fremdem/Unbekannten gegenüber hat etwas mit Risikoabwägung zu tun, aber auch mit dem Zugreifen auf Erfahrungswerte.
Je weniger Erfahrungswerte vorliegen, um so größer ist die Distanziertheit.
Sicher ist "ein Lächeln die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen", aber auch diese Verbindung muss zunächst aufgebaut werden und bevor die aufgebaut werden kann, müssen die Absichten des jeweiligen Gegenübers in Erfahrung gebracht werden - eben die Phase der Distanziertheit/Skepsis. Wie lange diese Phase dauert, ist individuell unterschiedlich.
Mit dem einen versteht man sich auf den sprichwörtlichen ersten Blick, bei anderen dauert das etwas länger und bei wieder andren funktioniert dieses "Verstehen" überhaupt nicht. Und das hat so gar nix mit "Herkunft" zu tun, sondern damit, ob "die Chemie stimmt".
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Alexyessin » Mi 4. Apr 2018, 18:22

Excellero hat geschrieben:(04 Apr 2018, 16:52)

Das waren russische Hacker :rolleyes:


Das ist jetzt mit dir schon das dritte Mal, das du hier irgendwelche Behauptungen aufstellst ohne dahingehend Belege zu bringen. Ist das deine Art der Diskussionsführung? Wenn ja, scheint mir diese Verbesserungsbedürftig.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Marmelada » Mi 4. Apr 2018, 18:41

Dark Angel hat geschrieben:(04 Apr 2018, 18:08)

Es IST aber normal - guckstu hier
Distanziertheit und Skepsis Fremdem/Unbekannten gegenüber hat etwas mit Risikoabwägung zu tun, aber auch mit dem Zugreifen auf Erfahrungswerte.
Je weniger Erfahrungswerte vorliegen, um so größer ist die Distanziertheit.
...





"Distanziert" und "skeptisch" wären nicht die Worte, mit denen ich diese Personen beschreiben würde. Viele sind auch zu jung, um DDR-bedingte Biographiebrüche als Begründung für ihr aggressives Verhalten angeben zu können. Wie kann man diese Leute im Sinne der viel beschworenen "unsere Werte" integrieren?
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Mi 4. Apr 2018, 18:56

Marmelada hat geschrieben:(04 Apr 2018, 18:41)





"Distanziert" und "skeptisch" wären nicht die Worte, mit denen ich diese Personen beschreiben würde. Viele sind auch zu jung, um DDR-bedingte Biographiebrüche als Begründung für ihr aggressives Verhalten angeben zu können. Wie kann man diese Leute im Sinne der viel beschworenen "unsere Werte" integrieren?

Wie groß ist denn der Anteil "dieser Personen" an der Gesamtbevölkerung tatsächlich?
Wie viel von ihrem Verhalten, dem "Herdentrieb" geschuldet? ==> siehe verlinkten Artikel --> Gruppensolidarität
Ist aber immer wieder interessant zu sehen, wie die Aggressivität einer Minderheit immer wieder verallgemeinert wird - vor allem, wenn es sich tatsächlich um die rechtsextreme Minderheit handelt. Auf dem linksextremen Auge hingegen sind die "alle rechtsextrem-Verallgemeinerer" blind, genauso blind sind diese Zeitgenossen gegenüber den zunehmenden Übergriffen gegen Einheimische. Da kann nicht genug relativiert werden.
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