Welche Religion taugt was?

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keinproblem
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon keinproblem » Sa 24. Mär 2018, 00:01

Bleibtreu hat geschrieben:(23 Mar 2018, 21:47)
Fiqh IST islamisches Recht, wie ich dir bereits mit Quellen einstellte. Dass dir das islamische Recht wie es in SaudiArabien oder im Iran praktiziert wird, immer noch nicht ausreichend genug ist, aendert nichts daran, dass HududStrafen islamische Gesetze sind, die sich aus Quran und Ahadith speisen. Diese Menschen verachtenden KoerperStrafen SIND islamisch. Da helfen alle rabulistischen AusweichManoever nichts.


Fiqh ist islamisches Recht, korrekt. Und dass weder im Iran, noch Saudi Arabien, noch irgendeinem anderen Staat der Welt aktuell islamisches Recht angewendet wird, sondern lediglich Teile (überwiegend aus dem Strafrecht) entnommen werden, die Beispielsweise der Familie der Sauds und ihren Interessen dienen, wurde leider entweder überflogen oder ignoriert. Dass Hinrichtungen zum islamischen Recht gehören kann man ja so oft wiederholen wie man möchte, verteufeln und alle anderen Aspekte weglassen etc., aber zu behaupten Fiqh wird in irgendeinem Land der Welt zZ angewendet ist leider trotzdem falsch, wie doof man den Islam auch finden mag.

Auch wenn es vielleicht nicht passend ist etwas zu wiederholen, dass mein Gegenüber wohl nicht gerne liest, fände ich es hier trotzdem angemessen es nochmal zu sagen.
Das Ursprüngliche war doch "Islam beinhaltet, dass man Menschen steinigen darf.", meiner Frage darauf ob man mir eine Primärquelle dafür geben kann, wurde damit beantwortet, dass im Iran islamisches Recht angewandt wird und dort gesteinigt wird (=steinigen islamisch).
Was ich auf die Antwort folgend getan habe ist auf den scheinbar hauchdünnen Unterschied zwischen muslimischem Land und islamischem Land, sprich "Islam sagt ABC, Muslime nehmen manchmal nur B" hinzuweisen. (Genauen Unterschied erläutere ich nochmal unten)
Ich selbst bin mir ziemlich sicher Zander hätte auch von selbst einige der nötigen Quellen finden können (besonders in Zeiten des sog. "Krieg gegen den Terror") um mich damit zu "konfrontieren", einen Gedankenaustausch starten zu können. Auch wenn ein simples "Ja gehört eig. dazu, aber die machen das momentan nicht alle richtig" viel kürzer als eine Kontextualisierung gewesen wäre, hoffe ich durch meinen Hauptbeitrag im Thread konnte ich etwas dazu beitragen, dass zumindest eine Hand voll Leser den Islam besser in der Hinsicht verstehen. Wenn nicht ist auch gut, mehr als tun was ich kann, kann ich auch nicht :D .

Jedenfalls, wie du richtig gesagt hast, habe ich selbst bestätigt, dass Todesstrafen in der Sharia vorgesehen sind bzw. auch in historischen Kontext durch Steinigungen gemacht wurden.
Nun nochmal dazu, ob es deswegen im Iran islamisches Recht ist, Leute hinzurichten. (ich bringe jetzt einf ein modifiziertes Beispiel vom letzten Beitrag)

Finnland hat eine Straßenverkehrsordnung. Die finnische StVO sieht vor, dass man auf der rechten Seite der Fahrbahn fährt und auch Ampeln die gelb leuchten nicht mehr passieren darf, bis sie wieder grün leuchtet um die Unfallquote gering zu halten.
In Großbritannien haben die Leute keine Lust mehr auf ständige Autounfälle, und fordern deshalb, dass die finnische StVO eingeführt wird. Da die finnische und britische StVO bis auf die 2 Punkte Ampel und Fahrbahnseite komplett identisch ist, fiel den Briten die Entscheidung ziemlich leicht und es wurde vom Parlament abgewinkt.
Der Innenminister will jedoch nicht, dass alle Bürger sich ein neues Auto kaufen müssen (mit Lenkrad rechte Seite) und entschließt sich in puncto Fahrbahnseite alles wie gehabt zu belassen.


Und jetzt kommt die Frage auf, ob nun trotzdem finnische StVO ist oder nicht. Ich sage ganz klar nein, da "Die finnische StVO" ja eindeutig das Fahren auf der rechten Seite vorschreibt und GB daher eher eine Hommage an Finnland widmet, als wirklich ihr Verkehrsgesetz zu übernehmen. Ich denke, dass war soweit noch ganz leicht klar zustellen.
Ich glaube eher das, worauf du hinaus willst ist das die Reform mit der Ampel nun trotzdem "finnisch" ist (Steinigung "islamisch" ist), falls nicht habe ich es missverstanden.

Das ist wohl eher eine der semantischen Fragen, auf die es anscheinend mehrere Antworten geben kann. Korrigiert mich wenn ich irre.
*Finnisch bedeutet, dass es aus Finnland kommt, ein Finnländer erfunden hat und/oder in Finnland angewendet wird. Wenn ein Brite aber in seinem Auto sitzt und sein Kind wissen will, ob das Ampel-Gesetz finnisch ist, wird die längere Antwort wohl lauten, dass es zwar von den Finnen übernommen wurde, derjenige, der es aber entworfen hat es in einer ganz anderen StVO integriert hatte und dementsprechend auch anders erdachte, als ihr Parlament das entschieden hat. Er könnte ihm also sagen, dass es lediglich finnischen Ursprungs ist, aber nur "wirklichfinnisch" ist, wenn die Autos alle rechts fahren würden.

Um ehrlich zu sein, würde ich privat mit jemanden über die britische StVO reden wäre es mir viel zu erbsenzählerisch, jemanden diesen ganzen langweiligen Background zu erklären und würde wohl einfach sagen, es ist finnisch.

Wenn es jedoch um Philosophie, Religion, Physik und alle anderen Wissenschaften geht, bin ich der Auffassung, dass jede Erbse zählt. Auch wenn eine StVO natürlich nicht Ansatzweise so ineinander verstrickt ist wie eine ganze Staatsordnung, wäre es mir persönlich zu undifferenziert zu sagen "Steinigen/Hinrichten ist islamisch".
Ich bin als Muslim was Religionen angeht nun sicher auch etwas sensibler und betrachte jedes Wort dreimal, aber wie ich hier* geschrieben habe gibt die deutsche Sprache einem in dieser Hinsicht mehr Freiraum. Da Begriffe nur Worthülsen sind würde es auch keine Rolle spielen, wenn jemand sagt es ist islamisch solange er den Kontext dafür tatsächlich kennt.

Grüße :)


PS.: "menschenverachtende Körperstrafen" ist eher subjektiv, da jeder das Recht hat seine Meinung zu äußern ist es logischerweise kein Problem emotionale Empfinden mit in eine Diskussion einfließen zu lassen, aber vielleicht kannst du ja in zukünftigen Debatten das Gesprächsklima kühler halten, wenn du sie zumindest vorerst bei Seite lässt. War kein Versuch dich anzugreifen, vielleicht red ich auch nur quatsch
Zuletzt geändert von keinproblem am Sa 24. Mär 2018, 00:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Alpha Centauri » Sa 24. Mär 2018, 00:03

Das ekelhaftes an Religionen ist der Gottglaube der absolute Wahrheitsanspruch, die Preisung einer verlogene Sexualmoral und ihre dogmatische Rechthaberei und die sind bei weitem nicht nur bei dem.Fanatikern unter den Gläubigen verbreitet und zu finden.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Woppadaq » Sa 24. Mär 2018, 00:13

Ein Terraner hat geschrieben:(23 Mar 2018, 17:03)

Willst du damit jetzt sagen das bei dir der Begriff Wunder nichts mit übernatürlichen Einflüssen ala Gott zu tun hat?


Er kann damit zu tun haben, muss es aber nicht. Der Begriff "wundern" hat ja erst mal nichts mit Gott zu tun, sondern mit der Feststellung einer aussergewöhnlichen und nicht ganz geklärten Lage.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Ein Terraner » Sa 24. Mär 2018, 00:14

Woppadaq hat geschrieben:(24 Mar 2018, 00:13)

Er kann damit zu tun haben, muss es aber nicht. Der Begriff "wundern" hat ja erst mal nichts mit Gott zu tun, sondern mit der Feststellung einer aussergewöhnlichen und nicht ganz geklärten Lage.

So ist das also, interessant.
Wer eine nukleare Explosion verursacht wird nach StGB §328 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.
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keinproblem
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon keinproblem » Sa 24. Mär 2018, 00:19

Woppadaq hat geschrieben:(24 Mar 2018, 00:13)

Er kann damit zu tun haben, muss es aber nicht. Der Begriff "wundern" hat ja erst mal nichts mit Gott zu tun, sondern mit der Feststellung einer aussergewöhnlichen und nicht ganz geklärten Lage.


Ich würde da vielleicht differenzieren zwischen der "regulären" Bedeutung des Wortes Wunder (zB Mann teilt das Meer) und dem (was ich denke) was du meinst, und zwar eine innige spirituelle und so subjektive Erfahrung, die kein anderer verstehen kann und wird.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Woppadaq » Sa 24. Mär 2018, 00:29

keinproblem hat geschrieben:(24 Mar 2018, 00:19)

Ich würde da vielleicht differenzieren zwischen der "regulären" Bedeutung des Wortes Wunder (zB Mann teilt das Meer) und dem (was ich denke) was du meinst, und zwar eine innige spirituelle und so subjektive Erfahrung, die kein anderer verstehen kann und wird.


Letzteres ist genau das, was den meisten tiefgläubigen Menschen passiert. Das wurde schon medizinisch nachgewiesen.
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keinproblem
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon keinproblem » Sa 24. Mär 2018, 00:42

Woppadaq hat geschrieben:(24 Mar 2018, 00:29)

Letzteres ist genau das, was den meisten tiefgläubigen Menschen passiert. Das wurde schon medizinisch nachgewiesen.


Das klingt interessant, wäre nett wenn du, solltest du mal Zeit haben, mir eine Studie oÄ bzw. ein paar Schlagwörter mit denen ich sie finden könnte gibst.

Ich denke sogar, dass es egal ist ob und welcher Religion man angehört, weil diese Art von Wunder ja etwas mit dem Gehirn macht, von biologischer Warte vielleicht wie eine Form "super"-Gänsehaut nur innen, bzw mit seelischen Aspekten die man medizinisch natürlich nicht belegen kann.

Güße
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Woppadaq » Sa 24. Mär 2018, 01:04

Progressiver hat geschrieben:(23 Mar 2018, 17:41)

Echt jetzt? China beispielsweise ist ein atheistisches Land und existiert trotzdem ganz gut.


Maos Kommunismus seh ich schon als Quasi-Religion an, erst Recht weil die Vorteile dieselben sind: Herstellung von Gemeinschaftsgefühl, Sinnproduktion, Regelung des Zusammenlebens, soziale Fürsorge und Erklärung der Welt.

Was Deutschland und Europa betrifft, würde ich sagen: Die Grundlage des friedlichen menschlichen Zusammenlebens sind ein auf den Menschenrechten basierender demokratischer Rechts- und Sozialstaat.


Der sich auf eine christliche Tradition beruft. Ich möchte zudem betonen, dass nicht nur die Nation eine Gesellschaft sein kann, sondern auch Teilmengen davon. Und diese Teilmengen tragen sehr oft religiöse oder quasi-religiöse Züge. Die Demokratie regelt nur, wie diese zusammenleben, ohne sich gegenseitig zu vernichten. Vielleicht sogar voneinander zu profitieren.

Das sehe ich anders. Auch eine Gesellschaft aus säkularen Humanisten kann auf friedlichem Wege sehr gut existieren.


Ich sagte: wenn die Vorteile der Religion - die du selbst genannt hast - wegbleiben oder verschwinden, verschwindet auch die Gesellschaft. Du widersprichts mir also nicht.

Meine Position ist, dass in einer sozial hochentwickelten Gesellschaft wie der unseren Religion generell überflüssig ist.


Und ich sag eben, dass sie es nicht ist. Der Gottesbezug ist lediglich überflüssig, und er ist auch fast immer das Einzige, auf das sich Leute beziehen, wenn sie Religion für überflüssig erklären. Da ist selbst manch Glaubender weiter.

Und auch Spiritualität ist etwas, das nicht alle Menschen brauchen.


Ich bedauere Leute, die mit Spiritualität nichts anfangen können. Aber du hast schon Recht, das braucht nicht jeder.

Im Übrigen verstehe ich sowieso nicht, was Spiritualität sein soll.


Spiritualität ist was rein Gefühlsmässiges. Je mehr du denkst, dass alles auf dieser Welt erklärt und beherrscht werden kann, desto weniger bist du dafür empfänglich. Denn im Grunde bedeutet Spiritualität den Versuch, etwas beherrschen zu wollen, was du nicht beherrschen kannst.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Zunder » Sa 24. Mär 2018, 01:13

keinproblem hat geschrieben:(24 Mar 2018, 00:01)

Auch wenn es vielleicht nicht passend ist etwas zu wiederholen, dass mein Gegenüber wohl nicht gerne liest, fände ich es hier trotzdem angemessen es nochmal zu sagen.
Das Ursprüngliche war doch "Islam beinhaltet, dass man Menschen steinigen darf.", meiner Frage darauf ob man mir eine Primärquelle dafür geben kann, wurde damit beantwortet, dass im Iran islamisches Recht angewandt wird und dort gesteinigt wird (=steinigen islamisch).
Was ich auf die Antwort folgend getan habe ist auf den scheinbar hauchdünnen Unterschied zwischen muslimischem Land und islamischem Land, sprich "Islam sagt ABC, Muslime nehmen manchmal nur B" hinzuweisen.

Wenn der Islam ABC sagt und Muslime davon das B nehmen, ist zweifelsfrei bewiesen, daß das B aus dem Islam stammt.

q.e.d.

Danke

(Gibt es eigentlich Rangstufen in der Kampfsportart Taqiyya? Also z.B.so etwas wie den schwarzen Gürtel?)
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon keinproblem » Sa 24. Mär 2018, 01:20

Zunder hat geschrieben:(24 Mar 2018, 01:13)

Wenn der Islam ABC sagt und Muslime davon das B nehmen, ist zweifelsfrei bewiesen, daß das B aus dem Islam stammt.

q.e.d.

Danke


Freut mich wenn ich Aufklärungsarbeit leisten konnte :)

(Gibt es eigentlich Rangstufen in der Kampfsportart Taqiyya? Also z.B.so etwas wie den schwarzen Gürtel?)


"Bei dieser „Aufklärungsarbeit“ gehört der gezielt diffamierende Einsatz des Begriffs Takiya zum Grundrüstzeug der islamfeindlichen Ideologie. Auch die mit BPE eng vernetzte Internetplattform „Politically Incorrect“ (P.I.), die allerdings gelegentlich auch physisch mit lokalen Aktivistengruppen in Erscheinung tritt, unterstellt jeder Erscheinungsform von Islam Taqiya…"

http://www.islam-penzberg.de/?p=527
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Zunder » Sa 24. Mär 2018, 01:51

keinproblem hat geschrieben:(24 Mar 2018, 01:20)

Freut mich wenn ich Aufklärungsarbeit leisten konnte :)

Jetzt mußt du es nur noch verstehen. Nur Mut.

Al Ghazzali (1059-1111):

„Wisse, dass die Lüge in sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt. Daher müssen wir lügen, wenn die Wahrheit zu einem unangenehmen Ergebnis führt.“
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon unity in diversity » Sa 24. Mär 2018, 05:46

Zunder hat geschrieben:(24 Mar 2018, 01:51)

Jetzt mußt du es nur noch verstehen. Nur Mut.

Al Ghazzali (1059-1111):

„Wisse, dass die Lüge in sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt. Daher müssen wir lügen, wenn die Wahrheit zu einem unangenehmen Ergebnis führt.“

Die haben die westliche Detonationspolitik durchschaut und verinnerlicht.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon think twice » Sa 24. Mär 2018, 08:07

Zunder hat geschrieben:(24 Mar 2018, 01:13)

(Gibt es eigentlich Rangstufen in der Kampfsportart Taqiyya? Also z.B.so etwas wie den schwarzen Gürtel?)


"Der Orientalist Stefan Jakob Wimmer betont, dass Muslime nur in äußersten Notsituationen ihren Glauben verheimlichen dürfen. Als Beispiel führt er die Reconquista auf, im Zuge derer Muslime unter Zwang das Christentum annahmen, Schweinefleisch aßen oder - wenn überhaupt - im Geheim ihre Rituale durchführten, um ihr Leben zu retten. Taqīya ist laut Wimmer also keine Strategie, um Andersgläubige hinters Licht zu führen, damit beispielsweise der Islam verbreitet wird. Dieser Vorwurf des islamfeindlichen Milieus sei falsch.

Wimmer sieht in dem Vorwurf der Taqīya gegen Muslime eine Parallele zum Antisemitismus. Auch im 19. Jahrhundert haben sich Antisemiten "als aufrechte Verteidiger des christlichen Abendlandes" dargestellt und Lüge als jüdischen Wesenszug definiert. Auf dieselbe Strategie würden nun Islamfeinde zurückgreifen: da ihrer Meinung nach der Islam in Deutschland keinen Platz habe, werfen sie jedem Muslim, der dem widerspricht oder den Islam nicht extremistisch auslebt, vor, Taqīya zu betreiben. Die Tatsache, dass diese gezielte Missinterpretation von Taqīya Einzug in die Mehrheitsgesellschaft hält, alarmiert Wimmer. Eine demokratische Gesellschaft müsse sich gegen die "Diffamierung" einer religiösen Minderheit genauso wehren, wie sie sich gegen fundamentalistische Feinde wehrt."
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Taq%C4%ABya
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon think twice » Sa 24. Mär 2018, 08:18

Es ist übrigens interessant zu verfolgen, mit welchen Mitteln hier ein bekennender Muslim mundtot gemacht werden soll:
Angefangen mit dem Hinweis, in diesem Forum würden Islamwissenschaftler verkehren (haha), der Drohung, der Nick wuerde bald verbrannt sein, mit Steinigungen und Taqiya zu argumentieren, ihn für blöd zu erklären und als "Beleg" ihm ihr gegoogeltes "Wissen" um die Ohren zu hauen.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Misterfritz » Sa 24. Mär 2018, 09:41

think twice hat geschrieben:(24 Mar 2018, 08:18)

Es ist übrigens interessant zu verfolgen, mit welchen Mitteln hier ein bekennender Muslim mundtot gemacht werden soll:
Angefangen mit dem Hinweis, in diesem Forum würden Islamwissenschaftler verkehren (haha), der Drohung, der Nick wuerde bald verbrannt sein, mit Steinigungen und Taqiya zu argumentieren, ihn für blöd zu erklären und als "Beleg" ihm ihr gegoogeltes "Wissen" um die Ohren zu hauen.
Würde mit einem Christen, der meint, die Bibel fordere von ihm, seine Kinder zu züchtigen, genauso passieren.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Teeernte » Sa 24. Mär 2018, 10:10

think twice hat geschrieben:(24 Mar 2018, 08:18)

... für blöd zu erklären und als "Beleg" ihm ihr gegoogeltes "Wissen" um die Ohren zu hauen.


1+3 = 4 ....wie "intolerant".... :D :D :D
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon think twice » Sa 24. Mär 2018, 10:50

Misterfritz hat geschrieben:(24 Mar 2018, 09:41)

Würde mit einem Christen, der meint, die Bibel fordere von ihm, seine Kinder zu züchtigen, genauso passieren.

Ich wüsste nicht, dass er Steinigungen gutgeheißen hätte.
Er versucht doch nur, Zusammenhänge, Ursprünge und Interpretationen zu erklären.
Aber die selbsternannten Islamwissenschaftler des Forums kennen sich natürlich viel besser aus. Und wenn man ihm argumentativ nicht bekommen kann, zieht man ihm eben eins mit der Steinigungskeule über.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Bleibtreu » Sa 24. Mär 2018, 10:54

keinproblem hat geschrieben:(24 Mar 2018, 00:01)

Fiqh ist islamisches Recht, korrekt. Und dass weder im Iran, noch Saudi Arabien, noch irgendeinem anderen Staat der Welt aktuell islamisches Recht angewendet wird, sondern lediglich Teile (überwiegend aus dem Strafrecht) entnommen werden, die Beispielsweise der Familie der Sauds und ihren Interessen dienen, wurde leider entweder überflogen oder ignoriert. Dass Hinrichtungen zum islamischen Recht gehören kann man ja so oft wiederholen wie man möchte, verteufeln und alle anderen Aspekte weglassen etc., aber zu behaupten Fiqh wird in irgendeinem Land der Welt zZ angewendet ist leider trotzdem falsch, wie doof man den Islam auch finden mag.


Nein, es wurde nicht ueberflogen. Ich hatte doch extra die Beitraege des DiskussionsAblaufes zitiert. Soll ich das noch mal wiederholen? Es ging in der Diskussion nur um die HududStrafen, dass diese nun mal islamische Fiqh und damit Teil des islamischen Rechts sind. Dass die Fiqh nicht nur aus den HududStrafen besteht, war meinem Link unschwer zu entnehmen. Das ist fuer die Diskussion und das StrangThema , dass du immer wieder aus dem Blick verlierst, aber voellig irrelevant. :D Dass DIR die Umsetzung der Fiqh in Staaten wie Saudi Arabien und dem Iran noch nicht weit genug geht, finde ich eher erschreckend. Fuer dich natuerlich nicht, denn du willst ja, dass der Islam auch noch die aller kleinste Pore des Glaeubigen durchdringt. Es gibt auch nicht DEN richtigen islamischen Staat und wie er auszusehen hat, deine begehrte BlauPause wie du es nennst. DEN "richtigen" islamischen Staat gibt es nur in deiner WunschVorstellung und einiger anderer, wie zB auch den Wahabs, den Salafs, den Taliban, den DAESHlern etc pp. DIE sind auf derselben Schiene unterwegs.

Deine Art zu argumentieren erinnert mich an die putzigen Kommis und Sozialisten, die einem Mantra maessig vorsabbeln, dass der Kommunismus/Sozialismus nicht gescheitert ist, denn in den bisherigen Versuchen ist er angeblich nie richtig umgesetzt worden. :D

Ja, Hinrichtungen, Amputationen etc. sind abzulehnen - was denn sonst? WAS gibt es denn da zu beschoenigen? :|

Auch wenn es vielleicht nicht passend ist etwas zu wiederholen, dass mein Gegenüber wohl nicht gerne liest, fände ich es hier trotzdem angemessen es nochmal zu sagen.
Das Ursprüngliche war doch "Islam beinhaltet, dass man Menschen steinigen darf.", meiner Frage darauf ob man mir eine Primärquelle dafür geben kann, wurde damit beantwortet, dass im Iran islamisches Recht angewandt wird und dort gesteinigt wird (=steinigen islamisch).
Was ich auf die Antwort folgend getan habe ist auf den scheinbar hauchdünnen Unterschied zwischen muslimischem Land und islamischem Land, sprich "Islam sagt ABC, Muslime nehmen manchmal nur B" hinzuweisen. (Genauen Unterschied erläutere ich nochmal unten)
Ich selbst bin mir ziemlich sicher Zander hätte auch von selbst einige der nötigen Quellen finden können (besonders in Zeiten des sog. "Krieg gegen den Terror") um mich damit zu "konfrontieren", einen Gedankenaustausch starten zu können. Auch wenn ein simples "Ja gehört eig. dazu, aber die machen das momentan nicht alle richtig" viel kürzer als eine Kontextualisierung gewesen wäre, hoffe ich durch meinen Hauptbeitrag im Thread konnte ich etwas dazu beitragen, dass zumindest eine Hand voll Leser den Islam besser in der Hinsicht verstehen. Wenn nicht ist auch gut, mehr als tun was ich kann, kann ich auch nicht :D .


Dann muss ich mich wohl auch noch mal wiederholen, wenn du es jedes Mal aufs Neue vergisst: viewtopic.php?p=4163132#p4163132
ICH hatte klar auf die Quellen aus Quran und den Ahadith verwiesen, sie verlinkt. Die HududStrafen sind nun mal Fakt, die kannst du versuchen schoen zu reden, aber du kannst ihre Existenz nicht weg reden, du hast es bestaetigen muessen. Damit musst du dich abfinden, wenn du auf die weltliche Seite des Islam beharrst, wenn dir das rein Spirituelle nicht ausreicht. ME ist es legitim und begruessenswert, die HududStrafen & die gesamte weltliche Seite des Islam abzulehnen. Wenn du fuer einen liberalen Islam eintrittst und deine Religion rein spirituell leben willst. Aber davon kann bei dir ja keine Rede sein - du willst das volle Paket wie fundamentalistische Hardliner - Islam bis in die allerletzte und kleinste Ritze des menschlichen Lebens. :| :dead:

Jedenfalls, wie du richtig gesagt hast, habe ich selbst bestätigt, dass Todesstrafen in der Sharia vorgesehen sind bzw. auch in historischen Kontext durch Steinigungen gemacht wurden.
Nun nochmal dazu, ob es deswegen im Iran islamisches Recht ist, Leute hinzurichten. (ich bringe jetzt einf ein modifiziertes Beispiel vom letzten Beitrag)

Eben, leugnen kannst du die KoerperStrafen nicht, aus der Fiqh entfernen willst du sie aber auch nicht, weil diese fuer dich Teil des Islam sind, des weltlich gelebten Islam. Wieso trennst du diesen ganzen Schmonzes nicht ab? Wieso bist du so besessen von einer, Blaupause für einen ganzen Staat, was Gesellschafts-, Straf-, aber auch Wirtschaftsrecht etc. mit einschließt? Wenn du als muslimischer Konvertit in Deutschland lebst, lebst du doch auch ohne diesen ganzen Mist. Bist du deswegen ein halber Muslim? Es ist schlicht eine Frage des Umgangs mit deiner Religion; welchen Interpretationen und Auslegungen du dich anschliesst.

PS.: "menschenverachtende Körperstrafen" ist eher subjektiv, da jeder das Recht hat seine Meinung zu äußern ist es logischerweise kein Problem emotionale Empfinden mit in eine Diskussion einfließen zu lassen, aber vielleicht kannst du ja in zukünftigen Debatten das Gesprächsklima kühler halten, wenn du sie zumindest vorerst bei Seite lässt. War kein Versuch dich anzugreifen, vielleicht red ich auch nur quatsch

Natuerlich kannst du die KoerperStrafen fuer dich schoen reden, sie werden es davon aber nicht. Und nein, ich werde mir nicht verbieten lassen diese schrecklichen Strafen als das zu bezeichnen, was sie sind: Menschen verachtend! Die Welt hat sich gedreht - Wir leben nicht mehr im 7ten Jahrhundert, sondern im 21ten. Da hat so ein kranker Mist nichts mehr verloren.

[Farbl Hervorhebungen von mir]
•Wer fuer alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
Concordia - Integritas - Industria
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon Misterfritz » Sa 24. Mär 2018, 11:33

think twice hat geschrieben:(24 Mar 2018, 10:50)

Ich wüsste nicht, dass er Steinigungen gutgeheißen hätte.
Er versucht doch nur, Zusammenhänge, Ursprünge und Interpretationen zu erklären.
Aber die selbsternannten Islamwissenschaftler des Forums kennen sich natürlich viel besser aus. Und wenn man ihm argumentativ nicht bekommen kann, zieht man ihm eben eins mit der Steinigungskeule über.
Das Thema ist aber eher, welche Religion was taugt und nicht, die "Feinheiten" von Steinigungen - resp. deren Verankerung in irgendwelchen Rechtssprechungen von islamischen Ländern.
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Re: Welche Religion taugt was?

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 24. Mär 2018, 12:45

Dem hier zum internen Beitrag "Bleibtreu" ist nichts mehr hinzuzufügen :thumbup: - Resümee - im Sinne des Themas "Welche Religion taugt was?" - der Islam in jeder (wegen des Matrjoschka Prinzips) Ausführung völlig untauglich.

Selbst unter der Prämisse, das Religion überhaupt zu etwas anderem, als Menschen über ihre Ängste zu beherrschen, taugen könnte...
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)

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