Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

In diesem Forum werden Themen rund um die sozialen Sicherungsysteme diskutiert.
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Selina
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon Selina » Fr 2. Mär 2018, 15:50

relativ hat geschrieben:(02 Mar 2018, 15:17)

Unser Sozialpaket ist ja nicht sowas wie ein bedingungsloses Einkommen. An diese Leistungen sind ja auch Bedingungen geknüpft wie du ja weisst. Ich formuliere hier aber das Ziel und dies ist selbstverständlich das, daß z.B. ein Langzeitarbeitloser, gerade wenn er noch im einem guten Arbeitsalter ist, wieder der Gemeinschaft hilft ihre Aufgaben, die du ja gut Aufgezählt hast, zu stemmen. Das ist in meinen Augen nicht anmaßend sonder in einer Gemeinschaft mit so einem Sysem nahezu logisch. Und natürlich sollen Bedürftige/ Arbeitslose ihre Leistungen bekommen, daß heisst doch aber nicht, daß wir sie dann einfach mal weiter Bedingungslos davon Leben lassen, ohne zu überlegen wie wir sie evt. wieder zum Arbeiten bekommen.


Das klingt so, als seien die Hartz-Vier-Bezieher und Langzeitarbeitslosen alle faul und unwillig, mit ihrer eigenen Hände Arbeit Geld zu verdienen. Und das ist eben das Ammenmärchen, das immer wieder kolportiert wird. Die Leute haben es schwer genug und müssen sich dann obendrein noch sagen lassen "du, du, du, nun bemüh dich aber auch mal schnell, den Steuerzahlern nicht weiter auf der Tasche zu liegen". Ich kenne keinen einzigen Hartz-Vier-Bezieher (und ich kenne etliche persönlich), die auf der faulen Haut liegen und sich nicht bemühen. Im Gegenteil: Ich kenne jede Menge demütigende Fragen und Termine. Jeder Pfennig, der durch irgendeine Mietrückzahlung auf dem Konto landet, weil derjenige besonders sparsam war bei den Betriebskosten, und sei der Betrag auch noch so klein, muss abgerechnet, aufgelistet, nachgewiesen werden im Jobcenter. Dann wird dort auch vieles verbummelt durch Mitarbeiter-Wechsel und Personalmangel; da rennen die Kunden dann doppelt und dreifach dorthin, um das Zeuchs wiederzubeschaffen usw. usf.

Außerdem ist das Sanktions- und Kontroll-System in der Hartz-Behörde so streng und engmaschig, da kann sich gar kein Fauler durchwurschteln. Würde sofort auffallen. Er muss sich bemühen, auf Biegen und Brechen eine Stelle zu finden, egal, welche. Wenn nicht, Sanktion. Und alle, die ich kenne, würden alles dafür tun, endlich einen Job zu finden, von dem sie, ohne beim Jobcenter aufstocken zu müssen, leben können. Denn das ist der eigentliche Krebsschaden: Die vielen so genannten Aufstocker. Im Osten besonders verbreitet. Dieses Leute arbeiten alle, finden aber auf dem Arbeitsmarkt keine Vollzeitstelle, von der sie sich und ihre Familie ernähren können, sondern nur Teilzeitstellen, obwohl sie liebend gerne Vollzeit arbeiten würden. Den Unternehmen sind aber Vollzeitstellen "zu teuer", daher sind sie ganz froh, dass sie den Arbeitssuchenden einen schlecht bezahlten Teilzeit-Job anbieten können, schließlich wissen die Herren Unternehmer ja, die Leute können doch aufstocken gehen beim Amt. Unsägliches Schröder-System. War von Anfang an so gewollt dieser große Niedriglohnsektor, wo nur eine Seite was davon hat: Die Unternehmensseite. Und nein, die, von denen ich spreche, sind keine schlecht ausgebildeten Hilfskräfte, nee nee, richtig gut ausgebildete Leute.
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3x schwarzer Kater
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 2. Mär 2018, 15:54

think twice hat geschrieben:(02 Mar 2018, 15:29)

Die Bedingungen stellt aber nicht die Gesellschaft (wäre ja noch schöner). Bedingungen und Ziele sind im SGB ausformuliert, welche wiederum der Gesetzgeber festgelegt hat. "Wir" haben von dem Arbeitslosen garnichts zu fordern.


Doch sicherlich, dass sie sich um Arbeit bemühen. Ist das zuviel verlangt.
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Ammianus
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon Ammianus » Fr 2. Mär 2018, 16:09

think twice hat geschrieben:(02 Mar 2018, 15:29)

Die Bedingungen stellt aber nicht die Gesellschaft (wäre ja noch schöner). Bedingungen und Ziele sind im SGB ausformuliert, welche wiederum der Gesetzgeber festgelegt hat. "Wir" haben von dem Arbeitslosen garnichts zu fordern.


Ist ja auch schön. Denn wer ist der Gesetzgeber der "Bedingungen und Ziele ... im SGB ausformuliert"?
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon think twice » Fr 2. Mär 2018, 16:34

Selina hat geschrieben:(02 Mar 2018, 15:50)

Unsägliches Schröder-System. War von Anfang an so gewollt dieser große Niedriglohnsektor, wo nur eine Seite was davon hat: Die Unternehmensseite.

Ich gebe dir in allem recht, aber darin auch mal nicht.
Erstens wurde der Hartz-Plan von allen Parteien ausgearbeitet und abgeknickt, die SPD war nur die regierende Partei, die ihn letztendlich eingeführt hat. Ich denke, er war auch gut gemeint, aber lückenhaft ausgearbeitet. Es gab nun wirklich viele Arbeitslose, die sich auf ihrer Arbeitslosenhilfe ohne zeitliches Limit ausgeruht haben. Und als Ueberbrueckung ist sicher Zeitarbeit und Niecriglohn akzeptabel. Aber eben nur kurzfristig.Nur, wie immer haben die Unternehmen die Fehler im System genutzt, um Kapital daraus zu schlagen. Das Verwerfliche ist, dass nicht zugunsten der Betroffenen nachgebessert wurde und die Unternehmen bis heute auch über einen langen Zeitraum die Arbeitnehmer ausnutzen können.
Es wäre allerdings seit Jahren vorrangig Aufgabe der SPD im Rahmen ihrer Regierungsverantwortung, diesen Zustand zu beenden.
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon think twice » Fr 2. Mär 2018, 16:36

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(02 Mar 2018, 15:54)

Doch sicherlich, dass sie sich um Arbeit bemühen. Ist das zuviel verlangt.

Ja, ist zu viel verlangt. Mit welchem Recht stellst du an deine Mitbürger Forderungen, wie sie sich zu verhalten und zu leben haben?
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 2. Mär 2018, 16:39

think twice hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:36)

Ja, ist zu viel verlangt. Mit welchem Recht stellst du an deine Mitbürger Forderungen, wie sie sich zu verhalten und zu leben haben?


Liegt am Grundprinzip unseres Sozialstaats, dem gegenseitigen Leistungsaustausch. Aber wir sind ja eine liberale Gesellschaft, natürlich kann man sich dem auch entziehen, mit den entsprechenden Konsequenzen.
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon Selina » Fr 2. Mär 2018, 16:40

think twice hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:34)

Ich gebe dir in allem recht, aber darin auch mal nicht.
Erstens wurde der Hartz-Plan von allen Parteien ausgearbeitet und abgeknickt, die SPD war nur die regierende Partei, die ihn letztendlich eingeführt hat. Ich denke, er war auch gut gemeint, aber lückenhaft ausgearbeitet. Es gab nun wirklich viele Arbeitslose, die sich auf ihrer Arbeitslosenhilfe ohne zeitliches Limit ausgeruht haben. Und als Ueberbrueckung ist sicher Zeitarbeit und Niecriglohn akzeptabel. Aber eben nur kurzfristig.Nur, wie immer haben die Unternehmen die Fehler im System genutzt, um Kapital daraus zu schlagen. Das Verwerfliche ist, dass nicht zugunsten der Betroffenen nachgebessert wurde und die Unternehmen bis heute auch über einen langen Zeitraum die Arbeitnehmer ausnutzen können.
Es wäre allerdings seit Jahren vorrangig Aufgabe der SPD im Rahmen ihrer Regierungsverantwortung, diesen Zustand zu beenden.


Richtig. Allerdings ist es auch bekannt, dass mit Schröders Agenda2010 - nach Absprache und ideologischer Übereinkunft mit Blair - die Neoliberalisierung der SPD begann. Damit verlor die SPD viele tausende Mitglieder. Führende Köpfe der SPD kennen den Zusammenhang schon sehr lange, ihr Einfluss in den Gremien wurde allerdings immer schwächer. Bis er ganz verschwand. Mir wäre eine wieder stärker werdende SPD, eine, die wirklich wieder sozialdemokratisch wird, auch lieber. Kannste mir glauben ;)
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon think twice » Fr 2. Mär 2018, 16:41

Ammianus hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:09)

Ist ja auch schön. Denn wer ist der Gesetzgeber der "Bedingungen und Ziele ... im SGB ausformuliert"?
Wir, die Gesellschaft. In einer Demokratie ist das so. Und die Gesellschaft kann sehr wohl von Arbeitslosen etwas fordern.
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Warst du an der Ausgestaltung des SGB beteiligt? Ich glaube kaum. Du kannst in oeffentlichen Foren Forderungen stellen, wie du lustig bist, es muss sich aber niemand danach richten.
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon twilight » Fr 2. Mär 2018, 16:41

think twice hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:36)

Ja, ist zu viel verlangt. Mit welchem Recht stellst du an deine Mitbürger Forderungen, wie sie sich zu verhalten und zu leben haben?

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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon think twice » Fr 2. Mär 2018, 16:42

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:39)

Liegt am Grundprinzip unseres Sozialstaats, dem gegenseitigen Leistungsaustausch. Aber wir sind ja eine liberale Gesellschaft, natürlich kann man sich dem auch entziehen, mit den entsprechenden Konsequenzen.

Die Konsequenzen bestimmst auch nicht du.
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 2. Mär 2018, 16:43

think twice hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:42)

Die Konsequenzen bestimmst auch nicht du.


nö, jeder selber. Das solltest du als Beamtin eigentlich wissen.
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon Selina » Fr 2. Mär 2018, 16:44

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(02 Mar 2018, 15:54)

Doch sicherlich, dass sie sich um Arbeit bemühen. Ist das zuviel verlangt.


Sie bemühen sich ja. Siehe mein Beitrag oben drüber. Die Mär vom faulen Arbeitslosen, der sich auf Kosten der fleißigen Steuerzahler nen Bunten macht, wird auch durch häufige Wiederholung nicht wahrer. Dazu bitte entsprechende Beiträge auch zur Kenntnis nehmen. Danke.
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon think twice » Fr 2. Mär 2018, 16:45

twilight hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:41)

Wer bezahlt bestimmt die Musik.

Steuern sind Zahlungen, die man leisten muss, ohne eine konkrete Gegenleistung dafür erwarten zu können im Gegensatz zu Gebühren und Abgaben. Nicht gewusst?
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon think twice » Fr 2. Mär 2018, 16:46

Selina hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:40)

Richtig. Allerdings ist es auch bekannt, dass mit Schröders Agenda2010 - nach Absprache und ideologischer Übereinkunft mit Blair - die Neoliberalisierung der SPD begann. Damit verlor die SPD viele tausende Mitglieder. Führende Köpfe der SPD kennen den Zusammenhang schon sehr lange, ihr Einfluss in den Gremien wurde allerdings immer schwächer. Bis er ganz verschwand. Mir wäre eine wieder stärker werdende SPD, eine, die wirklich wieder sozialdemokratisch wird, auch lieber. Kannste mir glauben ;)

Da sind wir und wieder einig. :)
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon think twice » Fr 2. Mär 2018, 16:48

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:43)

nö, jeder selber. Das solltest du als Beamtin eigentlich wissen.

Eben. Jedenfalls nicht die "Gesellschaft", wie es so manche gerne hätten.
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon Adam Smith » Fr 2. Mär 2018, 16:51

think twice hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:36)

Ja, ist zu viel verlangt. Mit welchem Recht stellst du an deine Mitbürger Forderungen, wie sie sich zu verhalten und zu leben haben?

Wer das nicht möchte kann ja sein Glück woanders versuchen.
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon Selina » Fr 2. Mär 2018, 16:52

think twice hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:41)

Warst du an der Ausgestaltung des SGB beteiligt? Ich glaube kaum. Du kannst in oeffentlichen Foren Forderungen stellen, wie du lustig bist, es muss sich aber niemand danach richten.
Arbeitslose nicht, Flüchtlinge nicht, Muslime nicht, unerzogene Kinder nicht, Linke nicht..... :s


Langzeitarbeitslose unter Generalverdacht zu stellen, sie seien faul, wird immer wieder durch entsprechende Presseberichte unterfüttert. Siehe der fröhlich auf Mallorca zechende alte Hartzer. Alles Demagogie. Den Typen hat es ja gegeben, aber die Masse der Hartz-Vier-Bezieher lebt doch nicht so wie der. Die werden somit allesamt gleich mit durch den Kakao gezogen. Der makabre Witz: Die Leute, denen es in der Gesellschaft sowieso schon am schlechtesten geht, sollen sich zusätzlich auch noch richtig schämen für ihr Dasein und so richtig schlecht fühlen. Das ist so eine verlogene Schei...
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon think twice » Fr 2. Mär 2018, 16:52

Adam Smith hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:51)

Wer das nicht möchte kann ja sein Glück woanders versuchen.

Er kann auch hier bleiben, auch wenn du vor Wut in die Tischkante beisst.
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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon twilight » Fr 2. Mär 2018, 16:53

Adam Smith hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:51)

Wer das nicht möchte kann ja sein Glück woanders versuchen.

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Re: Die Tafel - Eine unvermeidbare Erscheinung?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 2. Mär 2018, 16:53

Selina hat geschrieben:(02 Mar 2018, 16:44)

Sie bemühen sich ja. Siehe mein Beitrag oben drüber. Die Mär vom faulen Arbeitslosen, der sich auf Kosten der fleißigen Steuerzahler nen Bunten macht, wird auch durch häufige Wiederholung nicht wahrer. Dazu bitte entsprechende Beiträge auch zur Kenntnis nehmen. Danke.


der Großteil der Arbeitslosen bemüht sich wohl, daran gibt es nichts zu rütteln. Aber der landet auch nicht im ALG2. Selbst dort landen noch viele, deren spezielle Lebensumstände es eben gerade zu dem Zeitpunkt nicht ermöglichen sich einen Job zu besorgen, der den Lebensunterhalt sichert. Sei es von mir aus weil alleinerziehend, Angehörige pflegend oder was auch immer. Aber du willst mir hier doch nicht weiß machen, dass diese Leute nicht in der Lage sind ihre Stromrechnung zu bezahlen, so wie think twice das mit ihrer Quelle ja zu suggerieren versucht. Da liegt das Problem ganz woanders.
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