Die Zukunft der CDU

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PeterK
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon PeterK » Sa 10. Feb 2018, 19:17

JJazzGold hat geschrieben:(10 Feb 2018, 17:11)
Soweit mir bekannt ist, bestanden bei der CDU niemals rechtliche Bedenken, die Partei würde demokratischen Gepflogenheiten nicht genügen.

Meine Bemerkung ist eine politische. Ich meine, dass - anders als in "Deiner" FDP oder "meiner" SPD - Streit und Diskussionen in der CDU eher weggebügelt werden. Ich denke dabei an Protagonisten wie Merz, Bosbach oder auch Röttgen (ohne mit denen zu sympathisieren).

Es ist mir neu, dass die “Ehe für alle“ Bestandteil der christlichen Lehre ist.

Als Christ glaube ich, dass die "Ehe für alle" eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Mir ist schleierhaft, warum Menschen, die einer angeblich "christlichen" Partei angehören, dem widersprechen.
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JJazzGold
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon JJazzGold » So 11. Feb 2018, 08:01

"PeterK"

Meine Bemerkung ist eine politische. Ich meine, dass - anders als in "Deiner" FDP oder "meiner" SPD - Streit und Diskussionen in der CDU eher weggebügelt werden. Ich denke dabei an Protagonisten wie Merz, Bosbach oder auch Röttgen (ohne mit denen zu sympathisieren).


Da hast Du schon recht. So eine richtige interne Streitkultur habe ich bei der CDU auch noch nicht wahrgenommen. Vielleicht tendieren die Konservativen weniger zu interner Auseinandersetzung?



Als Christ glaube ich, dass die "Ehe für alle" eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Mir ist schleierhaft, warum Menschen, die einer angeblich "christlichen" Partei angehören, dem widersprechen.


Du als individueller Christ schon, nur die christliche Lehre per se ist nicht auf “leben und leben lassen“ ausgerichtet.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon yogi61 » So 11. Feb 2018, 09:35

Die Junge Union stellt eine Forderung an die Parteispitze, die wie eine Drohung klingt: Bis zum CDU-Parteitag Ende Februar sollen die Namen der künftigen Minister bekannt gegeben werden.

Es gehe bei der Besetzung des Kabinetts auch um die Zukunft der CDU als Volkspartei, sagte Ziemiak und forderte. "Die Kanzlerin sollte den Mut haben, auch kritische Leute zu Ministern zu machen." Zugleich kritisierte der JU-Chef die CDU-Führung scharf: "Die Kommunikation der Parteiführung nach der Bekanntgabe der Ministerien war katastrophal." Es gebe eine herbe Enttäuschung darüber, wie die Führung sich offenbar die Aufstellung für die nächsten Jahre vorstelle. "Ich sehe in dem bislang bekannt gewordenen Tableau keine echte Erneuerung für die CDU", so Ziemiak.

https://www.weser-kurier.de/deutschland ... 98491.html

Eine völlig berechtigte Forderung. Verwunderlich nur, dass die sonst völlig unkritische Jugendorganisation der Union plötzlich aufbegehrt. Ein Karrierist wie Ziemiak setzt offenbar nicht mehr auf die Parteichefin bei seiner innerparteilichen Zukunftsplanung.
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https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Mega Maddin » So 11. Feb 2018, 09:52

Merkels Flüchtlingspolitik könnte für die CDU das werden, was die Agenda 2010 für die SPD war, die Auswirkungen von 2015 lassen sich vermutlich genauso wenig revidieren wie die Agenda 2010 und die Nachwirkungen werden Merkel ebenso überdauern wie Schröder. Die CDU muss einen schwierigen Spagat hinlegen, ihr konservatives Profil (glaubhaft!) schärfen und Wähler von der FDP und AfD zurückgewinnen und gleichseitig die eher linken Wähler halten, die man der SPD abgenommen hat, schwer vorstellbar wie das gelingen soll, ich sehe die CDU langfristig eher unter 30% als drüber, die SPD unter 20%, davon profitieren werden Grüne, AfD und FDP.

Personalmäßig sind CDU und SPD gleichermaßen schlecht aufgestellt.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon H2O » So 11. Feb 2018, 10:10

yogi61 hat geschrieben:(11 Feb 2018, 09:35)

Die Junge Union stellt eine Forderung an die Parteispitze, die wie eine Drohung klingt: Bis zum CDU-Parteitag Ende Februar sollen die Namen der künftigen Minister bekannt gegeben werden.

Es gehe bei der Besetzung des Kabinetts auch um die Zukunft der CDU als Volkspartei, sagte Ziemiak und forderte. "Die Kanzlerin sollte den Mut haben, auch kritische Leute zu Ministern zu machen." Zugleich kritisierte der JU-Chef die CDU-Führung scharf: "Die Kommunikation der Parteiführung nach der Bekanntgabe der Ministerien war katastrophal." Es gebe eine herbe Enttäuschung darüber, wie die Führung sich offenbar die Aufstellung für die nächsten Jahre vorstelle. "Ich sehe in dem bislang bekannt gewordenen Tableau keine echte Erneuerung für die CDU", so Ziemiak.

https://www.weser-kurier.de/deutschland ... 98491.html

Eine völlig berechtigte Forderung. Verwunderlich nur, dass die sonst völlig unkritische Jugendorganisation der Union plötzlich aufbegehrt. Ein Karrierist wie Ziemiak setzt offenbar nicht mehr auf die Parteichefin bei seiner innerparteilichen Zukunftsplanung.


Peinlich finde ich auch, daß offensichtlich erfolglose Politiker erneut mit Ministerämtern betraut werden sollen, die ganz eindeutig in andere Hände übergehen müßten, die sich als Macher in nachgeordneten Funktionen bestens bewährt haben. Warum besetzt man das Finanzministerium nicht mit einem (parteilosen ?) Finanzfachmann anstatt dort einen Vollblutpolitiker zu verbrauchen, der das Amt nur mit Bauchschmerzen übernimmt? Wodurch empfiehlt sich Frau von-der-Leyen für das Verteidigungsministerium?

Erfahrene Bundesminister könnten doch in der Partei Organisationsaufgaben und politische Diskussionen leiten, während die "zweite Reihe" einmal Gelegenheit hat, Verantwortung zu tragen.
Ich meine, daß die Kanzlerin sehr kritisch die Leistungen ihrer bestehenden Ministerriege überprüfen sollte, so daß am Ende ein gesunder Mix aus profilierten Ministern und aufstrebenden Nachwuchskräften entsteht. Das ist doch nicht nur ein Problem der CDU, wie ein Seitenblick zur CSU und SPD sofort zeigt.!
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Ger9374 » So 11. Feb 2018, 17:24

Mega Maddin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 09:52)

Merkels Flüchtlingspolitik könnte für die CDU das werden, was die Agenda 2010 für die SPD war, die Auswirkungen von 2015 lassen sich vermutlich genauso wenig revidieren wie die Agenda 2010 und die Nachwirkungen werden Merkel ebenso überdauern wie Schröder. Die CDU muss einen schwierigen Spagat hinlegen, ihr konservatives Profil (glaubhaft!) schärfen und Wähler von der FDP und AfD zurückgewinnen und gleichseitig die eher linken Wähler halten, die man der SPD abgenommen hat, schwer vorstellbar wie das gelingen soll, ich sehe die CDU langfristig eher unter 30% als drüber, die SPD unter 20%, davon profitieren werden Grüne, AfD und FDP.

Personalmäßig sind CDU und SPD gleichermaßen schlecht aufgestellt.



Schliesse mich dem an, Merkel ist das letzte zugpferd der cdu. Trotzdem ist die Cdu die letzte
Volkspartei. Regierungsbildungen damit schwerer.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Charles » So 11. Feb 2018, 18:15

Merkel will die volle Legislatur bis 2021 im Kanzleramt bleiben und auch den CDU-Vorsitz keinesfalls abgeben.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 92934.html

Ich würde mich sehr wundern, wenn die CDU ihrer Domina ungehorsam wäre und doch einen Rücktritt fordert oder gar durchsetzt.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon sünnerklaas » So 11. Feb 2018, 18:59

Mega Maddin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 09:52)

Merkels Flüchtlingspolitik könnte für die CDU das werden, was die Agenda 2010 für die SPD war, die Auswirkungen von 2015 lassen sich vermutlich genauso wenig revidieren wie die Agenda 2010 und die Nachwirkungen werden Merkel ebenso überdauern wie Schröder. Die CDU muss einen schwierigen Spagat hinlegen, ihr konservatives Profil (glaubhaft!) schärfen und Wähler von der FDP und AfD zurückgewinnen und gleichseitig die eher linken Wähler halten, die man der SPD abgenommen hat, schwer vorstellbar wie das gelingen soll, ich sehe die CDU langfristig eher unter 30% als drüber, die SPD unter 20%, davon profitieren werden Grüne, AfD und FDP.

Personalmäßig sind CDU und SPD gleichermaßen schlecht aufgestellt.


Die Flüchtlingspolitik und die Agenda-Politik - die ja maßgeblich von der CDU/CSU mitgeprägt wurde - gehören eigentlich zusammen. Der von der UNION stets befürwortete Niedriglohnsektor mit der Möglichkeit des Aufstockens durch ALG II funktioniert nur, wenn es ausreichend freie Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt gibt. Und gerade der Dienstleistungssektor glaubt, auf solche vom Staat subventionierten Arbeitskräfte angewiesen zu sein.
Aus marktradikaler Sicht war der Sommer 2015 ein Glücksfall. Die Bevölkerung ist tief gespalten, bürgerliche Mehrheiten erscheinen auf lange Sicht gesichert, radikale Sozialreformen erscheinen, ohne großen Widerstand durchgesetzt werden zu können. Sogar neue Märkte ergeben sich - zum Beispiel der Schulbildungsmarkt.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Katenberg » So 11. Feb 2018, 19:08

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Feb 2018, 18:59)

Die Flüchtlingspolitik und die Agenda-Politik - die ja maßgeblich von der CDU/CSU mitgeprägt wurde - gehören eigentlich zusammen. Der von der UNION stets befürwortete Niedriglohnsektor mit der Möglichkeit des Aufstockens durch ALG II funktioniert nur, wenn es ausreichend freie Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt gibt. Und gerade der Dienstleistungssektor glaubt, auf solche vom Staat subventionierten Arbeitskräfte angewiesen zu sein.
Aus marktradikaler Sicht war der Sommer 2015 ein Glücksfall. Die Bevölkerung ist tief gespalten, bürgerliche Mehrheiten erscheinen auf lange Sicht gesichert, radikale Sozialreformen erscheinen, ohne großen Widerstand durchgesetzt werden zu können. Sogar neue Märkte ergeben sich - zum Beispiel der Schulbildungsmarkt.


In mehrlei Hinsicht falsch. Der Großteil der Ankommenden ist für den deutschen Arbeitsmarkt nicht verwendbar, nicht nur wegen gravierender Unbildung, sondern teilweise der Unfähigkeit mit der hier ansässigen Arbeitsstruktur umzugehen. Der Anteil steigt zudem noch, da Höherqualifizierte aus zivilisierten Regionen mit höherer Wahrscheinlichkeit das Land wieder verlassen werden, wenn es die Umstände in der Heimat zulassen.
Marktradikalität passt hier nicht, denn eine Wettbewerbssteigerung gibt es dadurch eher auf dem Wohnungsmarkt oder dem um Partnerschaften (siehe geschlechtliche Demografie), zumal man bei der Aufgabe staatlicher Pflichten beim Grenzschutz noch über das Verhältnis zu Eigentum und Bürgereigentum ("Ein Sozialstaat mit offenen Grenzen ist Enteignung seiner Bürger")

Die Entscheidung bzgl der Siedlungsfreigabe fußt meines Erachtens nach nur im üblichen "Weg des geringsten Widerstands" und der Fehleinschätzung eben dessen. Natürlich kann es auch sein, dass sie auch die Stabilität Griechenlands im Auge hatte.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » So 11. Feb 2018, 19:36

Charles hat geschrieben:(11 Feb 2018, 18:15)

Merkel will die volle Legislatur bis 2021 im Kanzleramt bleiben und auch den CDU-Vorsitz keinesfalls abgeben.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 92934.html

Ich würde mich sehr wundern, wenn die CDU ihrer Domina ungehorsam wäre und doch einen Rücktritt fordert oder gar durchsetzt.


Ich weiß nicht, ob sich Frau Merkel mit dieser Aussage einen Gefallen gemacht hat. Einen zweiten Kohl wird die CDU nicht gutheißen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Charles » So 11. Feb 2018, 19:44

Roland Koch hat Merkel aufgefordert ihre Nachfolge zu regeln. Wenn sie das nicht von selbst macht, werde die innerparteiliche Opposition dafür sorgen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 43510.html

Vielleicht erleben wir es doch noch, dass Merz und Koch zurückkehren, Merkel stürzen und die Partei zurück auf einen sozialkonservativ-wirtschaftsliberalen Kurs führen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » So 11. Feb 2018, 20:03

Charles hat geschrieben:(11 Feb 2018, 19:44)

Roland Koch hat Merkel aufgefordert ihre Nachfolge zu regeln. Wenn sie das nicht von selbst macht, werde die innerparteiliche Opposition dafür sorgen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 43510.html

Vielleicht erleben wir es doch noch, dass Merz und Koch zurückkehren, Merkel stürzen und die Partei zurück auf einen sozialkonservativ-wirtschaftsliberalen Kurs führen.


Die Halbtoten aus dem Andenpakt? Na, die Züge sind abgefahren, dafür ist es zu lange her.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Charles » So 11. Feb 2018, 21:02

Alexyessin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 20:03)
Die Halbtoten aus dem Andenpakt? Na, die Züge sind abgefahren, dafür ist es zu lange her.


Es wird kein Zufall sein, dass Merz und Koch sich jetzt so zu Wort melden.

Merz hat die Koalitionsvereinbarung als "Demütigung" der CDU bezeichnet, mit der sich die Partei aufgegeben habe.

Koch hat klar gesagt, dass die Koalitionsvereinbarung eine sozialdemokratische Handschrift trage und die Union besser vorerst eine Minderheitsregierung hätte führen sollen. Und er fordert Merkel deutlich auf ihre Nachfolge jetzt zu Regeln, sonst werde die innerparteiliche Opposition das übernehmen. Das ist schon eine Drohung.

Merz und Koch haben noch eine Rechnung mit Merkel offen und beide könnten sicher einen grossen Teil der Basis hinter sich vereinen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » So 11. Feb 2018, 21:06

Charles hat geschrieben:(11 Feb 2018, 21:02)

Es wird kein Zufall sein, dass Merz und Koch sich jetzt so zu Wort melden.


Weil sie wahrscheinlich auf gefragt werden. In Zeiten wie diese saugen doch die Journalisten solche Aussagen auf wie ein vertrockneter Schwamm das Wasser.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Charles » So 11. Feb 2018, 21:34

Das Problem ist, dass Merkel von alleine nicht zurücktreten wird und es gibt in der CDU sonst niemanden, der mächtig genug wäre sie zu stürzen.

Selbst wenn Merkel zurücktritt und ihr Amt an einen ihrer Lemminge übergibt, wird sich am Problem nichts ändern. Der Merkel-Kurs wird dann halt ohne Merkel fortgesetzt.

Es bräuchte schon einen echten inhaltlichen und personellen Neuanfang.

Merz und Koch könnten die Männer sein, die mit Merkel und ihren Lemmingen aufräumen und die CDU ganz neu aufstellen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Katenberg » So 11. Feb 2018, 21:54

Charles hat geschrieben:(11 Feb 2018, 19:44)

Roland Koch hat Merkel aufgefordert ihre Nachfolge zu regeln. Wenn sie das nicht von selbst macht, werde die innerparteiliche Opposition dafür sorgen.

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 43510.html

Vielleicht erleben wir es doch noch, dass Merz und Koch zurückkehren, Merkel stürzen und die Partei zurück auf einen sozialkonservativ-wirtschaftsliberalen Kurs führen.


Innerparteiliche Opposition, geil :D :D :D
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Katenberg » So 11. Feb 2018, 21:57

Charles hat geschrieben:(11 Feb 2018, 21:34)

Das Problem ist, dass Merkel von alleine nicht zurücktreten wird und es gibt in der CDU sonst niemanden, der mächtig genug wäre sie zu stürzen.

Selbst wenn Merkel zurücktritt und ihr Amt an einen ihrer Lemminge übergibt, wird sich am Problem nichts ändern. Der Merkel-Kurs wird dann halt ohne Merkel fortgesetzt.

Es bräuchte schon einen echten inhaltlichen und personellen Neuanfang.

Merz und Koch könnten die Männer sein, die mit Merkel und ihren Lemmingen aufräumen und die CDU ganz neu aufstellen.


In der Tat und ein solcher Wandel wird weder kommen, noch kann er kommen. Mag sein, dass viele auf Spahn hoffen, der vielleicht ein paar Akzente setzen wird, einen Wandel bedeutet aber auch er nicht. Merz und Koch sind zu lange raus und hätten keinerlei Hausmacht, da die Schwäche der SPD der Union doch noch ein paar Landesregierungen hatte retten können. Alles in allem bleibt der Union auch nichts weiter übrig, als den Merkelkurs zu fahren. Ihre Machtposition bleibt gewahrt, solange sie stärkste Partei ist, allenfalls die FDP könnte ihr gefährlich werden, durch eine Machtoption ohne CDU.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon sünnerklaas » Mo 12. Feb 2018, 08:39

Katenberg hat geschrieben:(11 Feb 2018, 19:08)

In mehrlei Hinsicht falsch. Der Großteil der Ankommenden ist für den deutschen Arbeitsmarkt nicht verwendbar, nicht nur wegen gravierender Unbildung, sondern teilweise der Unfähigkeit mit der hier ansässigen Arbeitsstruktur umzugehen.


Es geht weniger darum, sie zu integrieren, sondern um vielmehr Druck auf die unteren Lohngruppen auszuüben. Genügend freie Arbeitskräfte im Bereich der Nicht- und Geringqualifizierten drücken hier die Löhne - gerade im Dienstleistungsbereich.

Der Anteil steigt zudem noch, da Höherqualifizierte aus zivilisierten Regionen mit höherer Wahrscheinlichkeit das Land wieder verlassen werden, wenn es die Umstände in der Heimat zulassen.


Da wird dasselbe eintreten, wie im Fall der Hochqualifizierten Flüchtlinge während der Jugoslawien-Kriege: wenn sie nicht zurück gehen, sie ziehen weiter in andere Länder. Dort werden sie gerne genommen.

Marktradikalität passt hier nicht, denn eine Wettbewerbssteigerung gibt es dadurch eher auf dem Wohnungsmarkt oder dem um Partnerschaften (siehe geschlechtliche Demografie), zumal man bei der Aufgabe staatlicher Pflichten beim Grenzschutz noch über das Verhältnis zu Eigentum und Bürgereigentum ("Ein Sozialstaat mit offenen Grenzen ist Enteignung seiner Bürger")


Da hatte ich wohl eher den falschen Begriff verwandt. Im Grunde meinen wir beide das gleiche. Der Wohnungsmarkt ist für Investoren zur Zeit sehr interessant - auch und ganz besonders wegen der Flüchtlinge. Die Mieten zahlt das Amt, das Geld kommt garantiert. Eine Lizenz zum Gelddrucken.
Und dass es inzwischen schwere Konflikte wegen der Frauen gibt, ist ja unübersehbar. Vor allem in Regionen, in denen die Frauen Mangelware sind, weil abgewandert.

Ansonsten: die Enteignung der Bürger findet weniger via Flüchtlinge statt. Die Enteignung der Bürger findet via Null- und Minuszinsen statt. Die private Altersvorsorge ist nichts mehr wert.

Natürlich kann es auch sein, dass sie auch die Stabilität Griechenlands im Auge hatte.


Griechenland und Italien sind als krisengeschüttelte Euro-Staaten mit Sicherheit im Auge zu behalten. Würde man beide Länder sich selbst überlassen und absaufen lassen, hätte das fatale Folgen für den Euro. Und zurück zur DM kann man nicht so schnell. Eine Währungsumstellung braucht Zeit. Dazu kommt die Frage, wie die Märkte darauf reagieren. Wir wissen ja inzwischen, dass nur ein kleiner Hauch ausreicht, um Momentan die Börsen kollabieren zu lassen. Die Börsenkurse sind teilweise hoch spekulativ - vor allem in den USA.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Willi Brand » Mo 12. Feb 2018, 12:42

Alexyessin hat geschrieben:(11 Feb 2018, 19:36)

Ich weiß nicht, ob sich Frau Merkel mit dieser Aussage einen Gefallen gemacht hat. Einen zweiten Kohl wird die CDU nicht gutheißen.

Der Dicke ist nur so lange Kanzler gewesen, weil ihm die Deutsche Einheit in den Schoß gefallen ist. Ansonsten war er ein sehr mediokrer Regierungschef. Ohne die Wiedervereinigung wäre zweifelsfrei Lafontaine 1991 Bundeskanzler geworden. Was Realpolitik und Machtmanagement angeht, ist Merkel ein ganz anderes Kaliber und überhaupt nicht mit Kohl zu vergleichen.
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Re: Die Zukunft der CDU

Beitragvon Alexyessin » Mo 12. Feb 2018, 12:46

Willi Brand hat geschrieben:(12 Feb 2018, 12:42)

Der Dicke ist nur so lange Kanzler gewesen, weil ihm die Deutsche Einheit in den Schoß gefallen ist. Ansonsten war er ein sehr mediokrer Regierungschef. Ohne die Wiedervereinigung wäre zweifelsfrei Lafontaine 1991 Bundeskanzler geworden. Was Realpolitik und Machtmanagement angeht, ist Merkel ein ganz anderes Kaliber und überhaupt nicht mit Kohl zu vergleichen.


Unterschätze den Dicken nicht.

Nein, ich glaube, das die CDU jetzt ein "wir machen noch vier Jahre" in der momentanen Stimmung nicht so gut auffassen wird um eben nicht die Geschichte wie mit Kohl zu haben. Und der hatte zumindest einen Erbprinzen aufgebaut.
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