Politische Online-Diskussionen - Ungleiche Beteiligungsstrukturen?

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imp
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Re: Politische Online-Diskussionen - Ungleiche Beteiligungsstrukturen?

Beitragvon imp » Sa 13. Jan 2018, 06:51

Bielefeld09 hat geschrieben:(12 Jan 2018, 21:40)

Hey?
Warum sollte es Leute geben,
die über Politik schweigen sollten? :?:
Jeder soll seine Meinung sagen,
dazu sind Politikforen da. :)
Aber es gibt sicherlich Grenzen der Meinungsfreiheit!

Nicht alles, das erlaubt ist, muss auch gesagt werden. Schon gar nicht jeden Tag x mal. Viele mögliche, erlaubte Aussagen bringen nichts und kosten nur Zeit und Nerven.
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H2O
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Re: Politische Online-Diskussionen - Ungleiche Beteiligungsstrukturen?

Beitragvon H2O » So 14. Jan 2018, 09:57

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Jan 2018, 06:51)

Nicht alles, das erlaubt ist, muss auch gesagt werden. Schon gar nicht jeden Tag x mal. Viele mögliche, erlaubte Aussagen bringen nichts und kosten nur Zeit und Nerven.


Für diese Sichtweise habe ich einiges Verständnis; aber den eigentlich Angesprochenen ist die Möglichkeit, daß sie "#me too" verbreiten, vielleicht gar nicht bewußt, weil sie das Thema beseelt. Darum bitte ich um Nachsicht und Milde... nicht nur für mich.

Nehmen wir diese Überlastung als "Volksgemurmel" im Hintergrund: Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber.... :)
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imp
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Re: Politische Online-Diskussionen - Ungleiche Beteiligungsstrukturen?

Beitragvon imp » So 14. Jan 2018, 13:34

H2O hat geschrieben:(14 Jan 2018, 09:57)

Für diese Sichtweise habe ich einiges Verständnis; aber den eigentlich Angesprochenen ist die Möglichkeit, daß sie "#me too" verbreiten, vielleicht gar nicht bewußt, weil sie das Thema beseelt. Darum bitte ich um Nachsicht und Milde... nicht nur für mich.

Nehmen wir diese Überlastung als "Volksgemurmel" im Hintergrund: Rhabarber, Rhabarber, Rhabarber.... :)

:) Viel noise, wenig Signal. Immerhin weiss man, nicht allein zu sein.
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Re: Politische Online-Diskussionen - Ungleiche Beteiligungsstrukturen?

Beitragvon H2O » So 14. Jan 2018, 14:00

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Jan 2018, 13:34)

:) Viel noise, wenig Signal. Immerhin weiss man, nicht allein zu sein.


Dieses gute Gefühl teilen wir dann mit dem "#me too's". :)
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Re: Politische Online-Diskussionen - Ungleiche Beteiligungsstrukturen?

Beitragvon Sören74 » Fr 8. Feb 2019, 02:36

EvaZu hat geschrieben:(16 Dec 2017, 16:02)

Darüberhinaus würde ich mich über eure Meinung freuen: Woran liegt es eurem Eindruck nach, dass die Motivation, sich insbesondere über politische Themen auszutauschen, so ungleich verteilt ist, und es sehr wenige "Vielschreiber" und eine große Masse an "stillen Mitlesern" gibt? Stellen Online-Plattformen ein besonderes Risiko/eine besondere Hemmschwelle dar oder sind sie nicht eigentlich zugänglicher für alle Menschen?


Auch wenn die Frage schon vor über einem Jahr gestellt wurde, möchte ich auch meinen Beitrag zur Beantwortung leisten. Das beobachtete Phänomen konnte man schon vor 20 Jahren in nicht-politischen Internet-Foren beobachten (z.B. Usenet, Parsimony, forumromanum). Einige wenige User stellen den Hauptteil an Beiträgen und jede Menge Wenigschreiber und stille Leser schauen zu. Und dann hing die Qualität solcher Foren vom glücklichen Umstand ab, ob diese Vielschreiber einigermaßen vernünftig und gemäßigt schrieben, oder langsam und beständig in ihren eigenen Kosmos abdrifteten und nicht mehr von dieser Welt schienen.

Eine Beobachtung, die ich heute in Internet-Foren mache ist, dass die dort geschilderten Eindrücke und Meinungen kaum noch etwas mit meiner Lebenswirklichkeit zu tun haben. Bei politischen Foren fällt es mir noch stärker auf. Ich habe mal lange Zeit bei Tichys Einblick mitgelesen und auch mitgeschrieben. Mich interessieren einfach gegenläufige Meinungen. ;) Mich interessierte auch, wie wirklich konservative-liberale Menschen denken. Ich musste dann feststellen, dass dort wohl 3/4-AfD-Fans mitschrieben, bzw. Beiträge von denen kamen. Konservativ, vielleicht, aber mit liberal hatte das nur wenig zu tun. Ich finde sogar der Ausdruck Fan passt da noch am besten zu, denn im Grunde kam mir das wie in einem Fußballstadion vor, wo man wie jemand von der feindlichen Mannschaft empfangen wird. Und sobald man nur was halbkritisches über die geliebten Fußballklub schrieb, erlebte man einen heftigen Shitstorm. Man kann ja Politik von verschiedenen Blickwinkel sehen und wahrnehmen. Allerdings sich wie Fußballfans in politischen Diskussionen zu benehmen, macht einen letztlich nur geistig arm und kaum noch fähig, die Meinung des anderen wenigstens zu respektieren.

Soviel meine Gedanken zur nachtschlafenden Zeit dazu.... :)

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