Debatte: Homosexualität

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pikant
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon pikant » Di 1. Aug 2017, 10:42

Selina hat geschrieben:(31 Jul 2017, 15:27)

Dieser Satz sagt eigentlich alles über dich aus, was man wissen muss. Da hättest du dir die ganzen tagelangen Elaborate oben drüber sparen können.


vor allem verabschiedet man sich damit aus einer inhaltlichen Diskussion und eine sinnvolle Diskussion ist damit nicht mehr moeglich
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 10:43

Dark Angel hat geschrieben:(01 Aug 2017, 09:43)
Ich habe geschrieben:
"Der Mensch nimmt nicht nur aus biologischer Sicht keine Sonderstellung ein, sondern auch aus ethologischer Sicht und aus sozialer Sicht. Sehr viele seiner Verhaltensweisen, sein (allgemeines) Sozialverhalten etc teilt er mit seinen Verwandten im Tierreich.
Und nein - Mensch ist nichmal das einzige Lebewesen, welches über Bewusstsein oder Selbstbewusstsein verfügt."


Die Tatsache, dass Du das geschrieben hast, heißt noch lange nicht, dass es auch so ist.

Die philosophische Anthropologie (isthttps://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Anthropologie) ist die Fachrichtung der Philosophie, die sich nicht im Einzelnen mit Biologie, Sprachwissenschaft, Geschichte, Ethnologie usw. usf. befasst, sondern die glaubhaft nachweist, dass Menschenkunde nur im Verbund dieser verschiedenen Disziplinen verstehbar und beschreibbar ist. Und das ist keine Ablenkung sondern - im Gegenteil! - eine Hinlenkung. Nämlich auf den eigentlichen Kern der Sache.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 10:53

elmore hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:37)
Nicht nur philosophisch, sondern auch und vor allem theologisch. Letzteres, Religionen sind noch viel mehr die Träger eines Menschenbildes, dass den Menschen von der Natur, dem Tier ganz eindeutig entkoppelt. Der Mensch unterscheide sich eben vom Tier
sehr wohl durch seinen Geist. Seinen freien Willen, der eben nicht seinen natürlichen Instinkten gehorchen muss, im Gegensatz zum Tier.

Wie Du von "ganzheitlich" auf "entkoppelt" kommst, musst Du mir mal erklären ... eine holistische Sicht entkoppelt nicht etwa die Biologie von - zum Beispiel - sozialen Geschehnissen, sondern - genau im Gegenteil! - führt beides zusammen.

Davon abgesehen ist "ganzheitlich" allerdings auch ein etwas durch Gebrauch verdorbener Begriff. "Ganzheitliche Medizin" usw. führt völlig von der systemischen Erkenntnis weg, dass etwas mehr als die Summe seiner Bestandteile sein kann. Das ist etwas völlig anderes als "ganzheitlich" im Sinne von "alle Aspekte betrachten" wie eben in der sogenannten ganzheitlichen Medizin. Die wirklich interessanten, nichttrivialen Beispiele für die Richtigkeit holistischer Ansätze kommen denn auch aus einer ganz anderen Richtung: Aus der Quantenphysik und hier speziell das Phänomen der quantenphysikalischen Verschränkung, Kopplung. Etwas was völlig unmöglich, auch theoretisch, als Ganzes aus der Summe seiner Bestandteile erklärlich ist.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Tom Bombadil » Di 1. Aug 2017, 10:57

becksham hat geschrieben:(31 Jul 2017, 16:19)

Ja und? Willst du jetzt verbieten, dass man gewisse Äußerungen auf ihre strafrechtliche Relevanz prüfen lässt? Das ist doch legitim.

Wenn jetzt alle Aussagen, von denen sich jemand verletzt fühlen könnte, auf eine strafrechtliche Relevanz überprüft werden müssen, dann haben die Staatsanwälte und Richter aber viel zu tun. Aber das passt dann wieder besser in den anderen Strang: viewtopic.php?f=20&t=64166
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 11:05

gödelchen hat geschrieben:(01 Aug 2017, 08:22)
Der gesunde Menschenverstand ist übrigens das einzige, was dem Menschen ( also nicht dem intelligenten Tier ) zur Verfügung steht. Manchmal habe ich Zweifel, ob das allein schon verstanden wird.

Mal abgesehen davon, dass das Attribut "gesund" im Zusammenhang mit "Verstand" in eine ziemlich unappetitliche Richtung weist ... Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass die Erde flach ist und die Sonne sich um die Erde dreht. Um herauszufinden, dass das nicht so ist, bedarf es Fähigkeiten, über die (auf der Erde) nur der Mensch verfügt und die methodisch Erklärungsmodelle benötigen, die über eine reinn biologische Sichtweise hinausreichen.

Ansonsten ist der Begriff "gesunder Menschenverstand" einfach eine rhetorische Floskel, mit der Politiker Ansichten und Maßnahmen begründen, die entweder schwer, kompliziert oder gar nicht begründbar sind. Kaum ein Politiker jüngerer zeit bedient sich häufiger dieser Phrase als der aktuelle US-Präsident. Dass Du zu dieser eigentlich trivialen Erkenntnis noch nicht gelangt bist, wundert mich eigentlich. Nimms als Kompliment!
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon gödelchen » Di 1. Aug 2017, 11:11

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:53)

Wie Du von "ganzheitlich" auf "entkoppelt" kommst, musst Du mir mal erklären ... eine holistische Sicht entkoppelt nicht etwa die Biologie von - zum Beispiel - sozialen Geschehnissen, sondern - genau im Gegenteil! - führt beides zusammen.

Davon abgesehen ist "ganzheitlich" allerdings auch ein etwas durch Gebrauch verdorbener Begriff. "Ganzheitliche Medizin" usw. führt völlig von der systemischen Erkenntnis weg, dass etwas mehr als die Summe seiner Bestandteile sein kann. Das ist etwas völlig anderes als "ganzheitlich" im Sinne von "alle Aspekte betrachten" wie eben in der sogenannten ganzheitlichen Medizin. Die wirklich interessanten, nichttrivialen Beispiele für die Richtigkeit holistischer Ansätze kommen denn auch aus einer ganz anderen Richtung: Aus der Quantenphysik und hier speziell das Phänomen der quantenphysikalischen Verschränkung, Kopplung. Etwas was völlig unmöglich, auch theoretisch, als Ganzes aus der Summe seiner Bestandteile erklärlich ist.


Das ist kein Widerspruch zu dem :-)

Dark Angel hat geschrieben:(01 Aug 2017, 09:43)

Der Mensch nimmt in der Taxonomie/Systematik evolutionär keine Sonderstellung ein - zu diesem Ergenis kommen sowohl Biologen, Verhaltensforscher, Psychologen/Evolutionspsychologen und auch Antropologen - dafür teilt der Mensch viel zu viele Verhaltensweisen mit seinen nächsten Verwandten aus dem Tierreich!
Das Mensch in Verlauf der Evolution ein großes, komplexes Gehirn entwickelt hat, welches ihn dazu befähigt(e) Intelligenz, kognitive Fähigkeiten etc zu entwickeln, ändert daran kein bisschen.
Und auch Tomasellos Arbeit läuft nicht darauf hinaus, dass Mensch eine Sonderstellung einnehmen würde und nicht nur ein intelligentes Tier sei. Im Gegenteil!
Dem Menschen eine Sonderstellung zuweisen, ihn als einzigartig zu betrachten, bedeutet ihn von der Evolution zu entkoppeln und das macht Tomasello gerade nicht. Er untersucht, worin sich Mensch von anderen Primaten unterscheidetund wie sich diese Unterschiede evolutionär entwickelt haben.



Wenn es richtig gelesen wird

a) ist der Denkansatz das Ganze ist mehr als die Summe seiner teile als unlogisch heute verworfen ( Emergenz ist heute nur noch Randbeschäftigung derer , die sich mit den Abläufen der Natur beschäftigen. Erkenntnistheoretisch bring das nämlich nichts, wenn ich über die einzelnen teile nichts weiß :-) )
b) Gesetzmäßigkeiten aus der Physik ( Quantenmechanik ) auf die Biologie rüber zu ziehen ist halt mehr als gewagt.

Also sind deine Argumente eigentlich keine :-)
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon gödelchen » Di 1. Aug 2017, 11:15

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:05)

Mal abgesehen davon, dass das Attribut "gesund" im Zusammenhang mit "Verstand" in eine ziemlich unappetitliche Richtung weist ... Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass die Erde flach ist und die Sonne sich um die Erde dreht. Um herauszufinden, dass das nicht so ist, bedarf es Fähigkeiten, über die (auf der Erde) nur der Mensch verfügt und die methodisch Erklärungsmodelle benötigen, die über eine reinn biologische Sichtweise hinausreichen.

Ansonsten ist der Begriff "gesunder Menschenverstand" einfach eine rhetorische Floskel, mit der Politiker Ansichten und Maßnahmen begründen, die entweder schwer, kompliziert oder gar nicht begründbar sind. Kaum ein Politiker jüngerer zeit bedient sich häufiger dieser Phrase als der aktuelle US-Präsident. Dass Du zu dieser eigentlich trivialen Erkenntnis noch nicht gelangt bist, wundert mich eigentlich. Nimms als Kompliment!


Ach ja, common sense ist was bitte? Pragmatismus ohne den gesunden Menschenverstand nicht möglich. Dein Unwohlsein zum Begriff gesund ist anscheinend politischer Natur, weil du das wieder so einen Nazi-Schere im Kopf hast.

Dein Kompliment lass stecken. Braucht´s nit .
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Di 1. Aug 2017, 11:15

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:43)

Die Tatsache, dass Du das geschrieben hast, heißt noch lange nicht, dass es auch so ist.

Die philosophische Anthropologie (isthttps://de.wikipedia.org/wiki/Philosophische_Anthropologie) ist die Fachrichtung der Philosophie, die sich nicht im Einzelnen mit Biologie, Sprachwissenschaft, Geschichte, Ethnologie usw. usf. befasst, sondern die glaubhaft nachweist, dass Menschenkunde nur im Verbund dieser verschiedenen Disziplinen verstehbar und beschreibbar ist. Und das ist keine Ablenkung sondern - im Gegenteil! - eine Hinlenkung. Nämlich auf den eigentlichen Kern der Sache.

Doch genau DAS heißt es! "Der Mensch" als Population ist ein Ergebnis der Evolution und damit ein biologisches Wesen. Nur unter diesem Aspekt können Erkenntnisse über Besonderheiten, Unterschiede, Gemeinsamkeiten etc gewonnen werden.

Es ist wie es ist - der Mensch ist ein intelligentes Tier, welches aufgrund seiner Intelligenz fähig ist, gestalterisch Einfluss auf seine Umwelt zu nehmen und dadurch einen evolutionären Überlebensvorteil hat.

Da können sich Philosophen zusammen basteln und Nabelschau betreiben, so viel sie wollen - Erkenntnisse liefern sie keine!
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Provokateur » Di 1. Aug 2017, 11:18

elmore hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:37)
Du schriebst weiter vorne, dass Homosexualität angeboren sei. Und wenn ich das richtig verstand, dies auch wissenschaftlich (biologisch) begründbar sei, zumindest klang das im Kontext deiner Aussagen so. Wobei ich das nicht unterstellen will.
Also daran angknüpfend meine Frage: Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen bzw. Forschungsergebnisse innerhalb der Biologie, die Homosexualität als angeboren verifizieren? So wie den Fakt, dass Frau eben keine Spermien produzieren kann, oder Männer Kinder austragen können.


Es gibt Studien, die das nahelegen. Auslösender Faktor scheint nach meinem Dafürhalten die Hormonexposition im Mutterleib zu sein, die beim Fötus zu einer geänderten Hirnstruktur führt.

Homosexualität ist auch bei vielen Tieren nachweisbar.

Dass dieser Mechanismus evolutionär sinnvoll für die Population ist, habe ich auch schon mal erläutert.

Provokateur hat geschrieben:(02 Oct 2016, 20:58)

Jedes Verhalten ist biologisch erklärbar. Vor allem die Tatsache, dass die Anzahl der älteren Brüder die Wahrscheinlichkeit bei Männern steigert, homosexuell zu werden, zeigt doch, dass es sich bei Homosexualität wohl um einen Selektionsvorteil handelt. Populationen, bei denen sich dieser Zusammenhang nicht ausbildet, müssen anscheinend ja ausgestorben sein.

Jetzt kommt meine Vermutung:
Bei einem Übermaß an männlichen Individuen gewinnt die Population, in denen sich die Männer nicht um die Ressource Frau den Kopf einschlagen. Wo drei männliche Individuen um ein weibliches Individuum kämpfen, bleiben ein XX und ein XY über; wo aber zwei männliche Individuen kopulieren und das andere Individuum sich mit dem weiblichen Individuum verpaaren kann, bleiben vier kampfbereite Individuen bestehen, die aggressiv im Kampf um andere Ressourcen bestehen können. Die anderen Populationen, in denen das nicht der Fall ist, schwächen sich selbst und werden so überrannt.

Ethik hat mMn keinen Einfluss auf die sexuelle Orientierung. Delfine kennen keine Ethik. Sehr wohl aber Homosexualität. Wie nahezu alle höheren Tiere.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 11:28

Provokateur hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:18)

Es gibt Studien, die das nahelegen. Auslösender Faktor scheint nach meinem Dafürhalten die Hormonexposition im Mutterleib zu sein, die beim Fötus zu einer geänderten Hirnstruktur führt.

Homosexualität ist auch bei vielen Tieren nachweisbar.

Dass dieser Mechanismus evolutionär sinnvoll für die Population ist, habe ich auch schon mal erläutert.


Es geht ja bei dieser Diskussion hier auch keineswegs um die Frage der Entstehung von Homosexualität sondern um den gesellschaftlichen und sozialen Umgang mit diesem Phänomen. Anhand des Umgangs mit anderen nichtmainstreamigen sexuellen Präferenzen wie Sadismus oder Masochismus, die früher mal als "Aberration" oder "Deviation" bezeichnet wurden und bei denen bis heute nicht ganz klar ist, ob sie primär biologisch oder primär bibliographisch angelegt sind (oder beides oder keins von beidem) sieht man, wie eigentlich diese Frage der Genese zugunsten der Frage des sozialen Umgangs zurückgetreten ist.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 11:29

Dark Angel hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:15)

Doch genau DAS heißt es! "Der Mensch" als Population ist ein Ergebnis der Evolution und damit ein biologisches Wesen. Nur unter diesem Aspekt können Erkenntnisse über Besonderheiten, Unterschiede, Gemeinsamkeiten etc gewonnen werden.

Es ist wie es ist - der Mensch ist ein intelligentes Tier, welches aufgrund seiner Intelligenz fähig ist, gestalterisch Einfluss auf seine Umwelt zu nehmen und dadurch einen evolutionären Überlebensvorteil hat.

Da können sich Philosophen zusammen basteln und Nabelschau betreiben, so viel sie wollen - Erkenntnisse liefern sie keine!


Naja. Keine, die Du zu verstehen imstande bist vielleicht ...
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Provokateur » Di 1. Aug 2017, 11:35

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:28)
Es geht ja bei dieser Diskussion hier auch keineswegs um die Frage der Entstehung von Homosexualität sondern um den gesellschaftlichen und sozialen Umgang mit diesem Phänomen. Anhand des Umgangs mit anderen nichtmainstreamigen sexuellen Präferenzen wie Sadismus oder Masochismus, die früher mal als "Aberration" oder "Deviation" bezeichnet wurden und bei denen bis heute nicht ganz klar ist, ob sie primär biologisch oder primär bibliographisch angelegt sind (oder beides oder keins von beidem) sieht man, wie eigentlich diese Frage der Genese zugunsten der Frage des sozialen Umgangs zurückgetreten ist.


Für mich macht die Genese schon einen wesentlichen Baustein für den Umgang aus. Was angeboren ist, dafür kann jemand nichts. Es handelt sich nicht um eine "Wahl", die jemand trifft.

Alles, was der Population nutzt, ist zu gewähren. Homosexualität nutzt der Population, da die Ressource Frau, die zum Populationserhalt notwendig ist, weniger stark umkämpft wird.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon elmore » Di 1. Aug 2017, 11:36

Provokateur hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:18)

Es gibt Studien, die das nahelegen. Auslösender Faktor scheint nach meinem Dafürhalten die Hormonexposition im Mutterleib zu sein, die beim Fötus zu einer geänderten Hirnstruktur führt.

Homosexualität ist auch bei vielen Tieren nachweisbar.

Dass dieser Mechanismus evolutionär sinnvoll für die Population ist, habe ich auch schon mal erläutert.


Danke für deine Erläuterungen. Sehr interessant. DAS hatte ich nicht gelesen. Sorry! ;)
Für mich, betrachtet mit gesundem? Menschenverstand :D , klingt das (bio)logisch nachvollziehbar und in sich schlüssig.

Provokateur hat geschrieben:Jedes Verhalten ist biologisch erklärbar. Vor allem die Tatsache, dass die Anzahl der älteren Brüder die Wahrscheinlichkeit bei Männern steigert, homosexuell zu werden, zeigt doch, dass es sich bei Homosexualität wohl um einen Selektionsvorteil handelt. Populationen, bei denen sich dieser Zusammenhang nicht ausbildet, müssen anscheinend ja ausgestorben sein.


Trifft das auch auch weibliche Homosexualität zu? - Oder anders gefragt, ist das der identische, biologisch erklärbare Zusammenhang: "dass die Anzahl älterer Schwestern die Wahrscheinlichkeit steigert", lesbisch zu werden, bzw. so geboren zu werden?"
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 11:39

gödelchen hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:15)
Ach ja, common sense ist was bitte?

Sag' ich dir: Ein Begriff, der sehr häufig aber fälschlicherweise synonym für "Gesunder Menschenverstand" verwendet wird aber weit eher in Richtung "Gemeinsinn" geht.
Pragmatismus ohne den gesunden Menschenverstand nicht möglich. Dein Unwohlsein zum Begriff gesund ist anscheinend politischer Natur, weil du das wieder so einen Nazi-Schere im Kopf hast.

Pragmatismus bedeutet "Zweckgerichtetheit" und ist in keinster Weise von dem abhängig, was man unter "Gesunder Menschenverstand" anderen Menschen einzutrichtern versucht.
Albert Einstein hat geschrieben:Der gesunde Menschenverstand ist eigentlich nur eine Anhäufung von Vorurteilen, die man bis zum 18. Lebensjahr erworben hat.

Ich würde allerdings hinzufügen: Und die man beibehält, wenn man den Horizont von 18 nicht zu erweitern versteht.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Provokateur » Di 1. Aug 2017, 11:40

elmore hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:36)
Trifft das auch auch weibliche Homosexualität zu? - Oder anders gefragt, ist das der identische, biologisch erklärbare Zusammenhang: "dass die Anzahl älterer Schwestern die Wahrscheinlichkeit steigert", lesbisch zu werden, bzw. so geboren zu werden?"


Ich weiß nicht, ob das schon untersucht wurde. Die Hirnstrukturuntersuchungen lassen die Vermutung zu, dass auch hier eine pränatale Hormonexposition eine Rolle spielt, wobei aber die Bisexualitätsrate bei Frauen generell höher ist.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon elmore » Di 1. Aug 2017, 11:49

Provokateur hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:40)

Ich weiß nicht, ob das schon untersucht wurde. Die Hirnstrukturuntersuchungen lassen die Vermutung zu, dass auch hier eine pränatale Hormonexposition eine Rolle spielt, wobei aber die Bisexualitätsrate bei Frauen generell höher ist.

Ah, danke für deine Mühe der Erklärung. :)

Mir raucht jetzt die Birne ...und ich schicke mich jetzt in den Schatten der Sommerküche und des (Tomaten)dschungels. Wenn Beck schon nicht zählen dürfen soll, dann wenigstens ich.
Zwar keine Affen, aber Tomaten! - :D Warum mir gerade Arno Gruen dazu einfällt: "Suche den Feind im Schatten deines Hauses" weiss ich auch nicht…hmm…

Schönen Resttag dir und allen anderen! ;)
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Di 1. Aug 2017, 12:36

elmore hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:37)

Also ist aus Sicht eines Biologen (z.B. Tomasello) unser heutiges Wertesystem (mit seinen Menschenrechten, die eindeutig über dem Recht von Tieren oder dem Rest unserer irdenen Natur stehen) rein wissenschaftlich gesehen, ein Irrweg, der den Menschen von seiner Natur (als intelligentes Tier) zusehends entkoppelt.

Mensch entkoppelt sich nicht von seiner "Natur", kann er gar nicht.
Und Tomasello vertritt - entgegen Schokos Behauptung - auch keine holistische Sichtweise, im Gegenteil. Tomasello arbeitet am Max-Planck-Institiut für evolutionäre Anthropologie und untersucht u.a. Sprachevolution, die Evolution sozialen Lernens etc

elmore hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:37)Schließlich ist das Recht des (Menschen)lebens und der Tabubann, andere Menschen nicht zu töten, z.B. auch Nebenbuhler oder in der Folge von Fortpflanzungsmeinungsunterschieden (wie beispielsweise bei Löwen), im Prinzip der wissenschaftlichen Forschung wider seiner Natur.

Nöö - das ist nicht "wider seiner Natur" - Mensch ist ein Primat und er verhält sich auch wie einer. Auch bei Menschenaffen gibt es eine Art Tötungstabu unter Artgenossen, gibt es gewaltsame Auseinandersetzungen um Ressourcen, auch Menschenaffen handeln unter bestimmten Bedingungen altruistisch etc. Der Unterschied ist, Mensch ist in weit höheren Maße zur Selbstreflektion fähig, ist durch die Entwicklung der Sprache fähig intersubjektiven Konsens herzustellen.

elmore hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:37)]Wie begründet die Biologie dieses Verhalten? - Dass der Mensch - genauso wie viele Tiere - rein evolutorisch gesehen, seine eigenen Artgenossen töten kann, wenn es ihm evolutorisch gesehen, nutzt, er seine entwicklungsgeschichtlich angeborenen Instinkte benutzt, denen er sich lt. wissenschaftlich (biologischer Erkenntnisse) ohnehin nicht entziehen kann.

Das ist "das Feld" auf dem Evolutionspsychologen forschen und da kristallisiert sich immer mehr heraus, dass viele unserer Verhaltensweisen biologisch bedingt (nicht determiniert) sind, dass unsere kognitiven Fähigkeiten und unsere Fähigkeit zur Selbstrefelektion Problemlösungen erlauben, die über reines Insinktverhalten hinaus gehen. Der Schlüsselaspekt ist dabei, dass große komplexe Gehirn.

elmore hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:37)Oder ist die These doch nicht völlig reduktionssystematisch haltbar, dass der Mensch aufgrund seiner Gehirnentwicklung dazu fähig ist, natürliche und angeborene (evolutorische) Instinkte und Verhaltensweisen - im Gegensatz zum Tier oder einer Pflanze - ausschalten kann. Sich eben auch der Fortpflanzung in selbst- und nicht fremdbestimmter (evolutorisch determinierter) Willensentscheidung entziehen bzw. sich von ihr abkoppeln kann. Ich meine hier nicht homosexuelle Orientierung.

Mensch schaltet seine Instikte nicht aus - er benutzt sie nur gezielt. Es ist die Gehirnentwicklung, die ihn dazu befähigt und ein wichtiger Aspekt, dabei ist der aufrechte Gang.
Und nebenbei unsere nächsten Verwandten (Bobobos) nutzen Sex zur Stressbewältigung, zum Abbau von Aggressionen, Festigung von Sozialstrukturen etc pp - ja die kennen sogar so etwas wie Prostitution. ;)

elmore hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:37)Wobei ich da bei einer Frage an dich wäre: Du schriebst weiter vorne, dass Homosexualität angeboren sei. Und wenn ich das richtig verstand, dies auch wissenschaftlich (biologisch) begründbar sei, zumindest klang das im Kontext deiner Aussagen so. Wobei ich das nicht unterstellen will.

Ist angeboren, wobei jedoch noch nicht wirklich bekannt ist, was zu dieser Abweichung von der Normalverteilung führt. Bekannt ist bisher nur, dass Homosexualität nicht genetisch bedingt ist, wahrscheinlich hormonell in einer sehr frühren Phase der Embryonalentwicklung.

elmore hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:37)Also daran angknüpfend meine Frage: Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen bzw. Forschungsergebnisse innerhalb der Biologie, die Homosexualität als angeboren verifizieren? So wie den Fakt, dass Frau eben keine Spermien produzieren kann, oder Männer Kinder austragen können.

Es gibt Untersuchungen in verschieden Richtungen.

elmore hat geschrieben:(01 Aug 2017, 10:37)Nicht nur philosophisch, sondern auch und vor allem theologisch. Letzteres, Religionen sind noch viel mehr die Träger eines Menschenbildes, dass den Menschen von der Natur, dem Tier ganz eindeutig entkoppelt. Der Mensch unterscheide sich eben vom Tier sehr wohl durch seinen Geist. Seinen freien Willen, der eben nicht seinen natürlichen Instinkten gehorchen muss, im Gegensatz zum Tier.

Religionen sind (von ihrem Ursprung her) Erklärungsversuche beobachteter Regelmäßigkeiten in der Natur. ==> Mythenbildung
Die Entwicklung eines Menschenbildes in den Religionen bzw ein religiöses Menschenbild und damit verbundene Mythenbildung über die Entstehung des Menschen sind relativ jung. Es entstand in Verbindung mit der Entstehung komplexer Kulturen (staatenartiger Gebilde). In diesem Zusammenhang entstand auch die Vorstellung personifizierter, handlungsfähiger Gottheiten.
In diese Vorstellung personifizierter Gottheiten ist die Vorstellung über die Schaffung des Menschen eingebettet in Form von Mythen. Entkopplung von der Natur - nein, nicht wirklich.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Selina » Di 1. Aug 2017, 12:41

Dark Angel hat geschrieben:(01 Aug 2017, 09:43)

"Bioppsychologiesche Einheit Mensch - das marxistische Menschenbild" sagt eigentlich alles!


Bitte den Begriff richtig zitieren. Es geht um den Menschen als bio-psycho-soziale Einheit. Die drei Bestandteile im Begriff und ihr Zusammenhang sind ja gerade das Wichtige in der Betrachtung des Gegenstandes, über den wir hier reden. Ein von allen sozialen und psychischen Zusammenhängen losgelöster biologischer Menschen-Begriff ist Scholastik. Oder auch Biologismus.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon BingoBurner » Di 1. Aug 2017, 12:41

Danke Dark Angel Top !
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon BingoBurner » Di 1. Aug 2017, 12:46

Provokateur hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:40)

Ich weiß nicht, ob das schon untersucht wurde. Die Hirnstrukturuntersuchungen lassen die Vermutung zu, dass auch hier eine pränatale Hormonexposition eine Rolle spielt, wobei aber die Bisexualitätsrate bei Frauen generell höher ist.



Jo, und die Lichtgeschwindkeit wurde auch schon übertroffen. Klaro.

Ich gebe dir Hilfe : "Dann sorgte Dean Hamer für Schlagzeilen. 1993 identifizierte er die Wurzel der Homosexualität auf dem X-Chromosom."

1993 .............LOL

http://www.deutschlandfunk.de/homo-sex- ... _id=354047

Ich hole mir Popcorn......
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