Debatte: Homosexualität

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Selina
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Selina » Mo 31. Jul 2017, 10:13

Auch sehr interessant in diesem Zusammenhang:

Zitat:

In seiner Rechtfertigung beschuldigt Kutschera erneut schwule Paare, eher Kinder zu missbrauchen als "heteronormale" Personen. Als Grund führt der Professor an, dass wenn "zwei homoerotische Männer ein genetisch fremdes Kind" adoptierten, diese nicht mit dem Kind verwandt seien – und es dadurch keine "Inzucht-Hemmung" gebe. Als wissenschaftliche Untermauerung führt er eine Studie des amerikanischen Soziologen Mark Regnerus aus dem Jahr 2012 an, die zu dem Ergebnis kam, dass Homosexuelle generell schlechtere Eltern sind. Kritiker hatten dazu immer wieder betont, dass sich Regnerus selbst als christlichen Kämpfer gegen LGBTI-Rechte sieht, die Studie viele wissenschaftliche Mängel aufwies und außerdem von Homo-Hassern finanziert worden war (queer.de berichtete). Andere Studien kamen hingegen stets zu dem Ergebnis, dass die sexuelle Orientierung der Eltern nichts darüber aussagt, ob ein Kind gut in einer Familie aufwächst (queer.de berichtete). Als zweite "Studie" nennt Kutschera erneut den "Ärzteblatt"-Leserbrief "Gefährdung der Jungs" aus dem Jahr 2009. Autor war ein berüchtigter Heidelberger Psychiater, der die gleichgeschlechtliche Liebe für eine "sexuelle Störung" hält (queer.de berichtete).

http://www.queer.de/detail.php?article_id=29309
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Mo 31. Jul 2017, 10:41

Selina hat geschrieben:(31 Jul 2017, 10:13)

Auch sehr interessant in diesem Zusammenhang:

Zitat:

In seiner Rechtfertigung beschuldigt Kutschera erneut schwule Paare, eher Kinder zu missbrauchen als "heteronormale" Personen. Als Grund führt der Professor an, dass wenn "zwei homoerotische Männer ein genetisch fremdes Kind" adoptierten, diese nicht mit dem Kind verwandt seien – und es dadurch keine "Inzucht-Hemmung" gebe. Als wissenschaftliche Untermauerung führt er eine Studie des amerikanischen Soziologen Mark Regnerus aus dem Jahr 2012 an, die zu dem Ergebnis kam, dass Homosexuelle generell schlechtere Eltern sind. Kritiker hatten dazu immer wieder betont, dass sich Regnerus selbst als christlichen Kämpfer gegen LGBTI-Rechte sieht, die Studie viele wissenschaftliche Mängel aufwies und außerdem von Homo-Hassern finanziert worden war (queer.de berichtete). Andere Studien kamen hingegen stets zu dem Ergebnis, dass die sexuelle Orientierung der Eltern nichts darüber aussagt, ob ein Kind gut in einer Familie aufwächst (queer.de berichtete). Als zweite "Studie" nennt Kutschera erneut den "Ärzteblatt"-Leserbrief "Gefährdung der Jungs" aus dem Jahr 2009. Autor war ein berüchtigter Heidelberger Psychiater, der die gleichgeschlechtliche Liebe für eine "sexuelle Störung" hält (queer.de berichtete).

http://www.queer.de/detail.php?article_id=29309

Das ändert aber immer noch nichts daran, dass Kutschera seine Meinung frei äußern darf - egal ob diese Meinung geteilt wird oder nicht und es ändert auch nichts daran, dass er für seine freie Meinungsäußerung - die durch Art.5 GG gedeckt ist, - nicht bestraft werden darf.
Und was die Studien angeht - auch da darf sich Kutschera berufen, auf welche er will.
Das eigentliche Problem besteht viel mehr darin, dass es keine seriösen Langzeitstudien gibt, wie sich gleichgeschlechtliche Elternschaft auf die Entwicklung von Kindern gibt, es gibt nur sehr widersprüchliche Umfragestudien.
Es gibt auch keine seriösen Studien über die Verteilung/Häufigkeit von Kindesmissbrauch in heterosexuellen Familien - wie oft leibliche Eltern und/oder wie oft Stiefeltern bzw nahe Angehörige beteiligt sind.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Mo 31. Jul 2017, 10:45

PeterK hat geschrieben:(31 Jul 2017, 10:07)

Du magst es nicht akzeptieren wollen, aber: Die Verhaltensbiologie beschäftigt sich (aus gutem Grund) recht intensiv mit Emotionen - und sie definiert Sexualität keineswegs so wie Du es hier darzustellen versuchst.

Verhaltensforschung (Ethologie), fälschlich als Verhaltensbiologie bezeichnet - ist ein Teilgebiet der Psychologie und untergliedert sich ihrerseits in verschiedene Teilbereiche und stützt sich auf die theoretischen Grundlagen der Biologie.

Biologie untersucht immer noch keine Emotionen!
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon H2O » Mo 31. Jul 2017, 10:49

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 09:48)

Es wird gar nichts ausgeblendet, weil es nur um nur um genau diese eine Aussage ging.
Über den Rest herrschte durchaus Konsens und seine Ablehnung der "Ehe für alle" wurde von niemandem verteidigt.
Was verteidigt wurde (im anderen Thread) ist sein Recht auf freie Meinungsäußerung - gegen die Forderungen nach Sanktionen.
Hat Kutschera das Recht seine Meinung frei zu äußern? ----> Ja, hat er!
Darf er für diese Meinungsäußerung bestraft werden? ----> Nein, darf er nicht!
Muss man diese Meinung gutheißen? ---> Nein, muss man nicht?
Muss man die Meinungsäußerung tolerieren, auch wenn man diese Meinung nicht gutheißt? ---> Ja, muss man!

Kutschera argumentiert von seinem Standpunkt als Biologe. Ob diese Argumentation vom rein biologischen Standpunkt her, im Zusammenhang mit "Ehe für alle" sinnvoll ist, ist durchaus diskussionswürdig, wird jedoch von der Mehrheit hier, nicht geteilt und somit auch nicht verteidigt.
Kutschera lehnt die "Ehe für alle" ab - das darf er, dazu gibt ihm Art.5 GG das Recht. Es ist auch sein Recht, sich auf zweifelhafte Studien zu berufen - was durchaus kritikwürdig ist und von niemandem hier, in irgend einer Art und Weise, verteidigt wurde.

Was aber bei der ganzen Aufregung um die Meinungsäußerung Kutscheras tatsächlich ausgeblendet wird, ist seine Aussage:
"Wir müssen daher homoerotisch veranlagte Männer und Frauen, die in der Regel eine Abscheu vor dem anderen Geschlecht empfinden (Heterophobie) so akzeptieren wie sie sind und sollten sie keineswegs diskriminieren."


Genau so muß man wohl an dieses heikle Thema heran gehen! Aus meiner Sicht, also der eines Hinterwäldlers, bedeutet "nicht diskriminieren" aber immer noch nicht "gleichsetzen" oder "für gleich schützenswert halten". Da sind mit der "Ehe für alle" Prozesse angeschoben worden, deren langfristige Folgen für eine Gesellschaft niemand abschätzen kann. Gab es geschichtlich gesehen schon einmal eine politische Gesellschaft, die homo-erotische und hetero-erotische Beziehungen gleich gesetzt oder gleichermaßen geschützt hat?
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 31. Jul 2017, 11:08

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 09:51)

Nochmal: der Mensch nimmt keine Sonderstellung ein, nichtmal beim "Vergnügen und lustvollen Erleben".


(Vermutlich) nicht in biologischer Hinsicht. Nein. Aber das ist doch nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem besteht darin, dass sich der Mensch eben nicht, offensichtlich nicht, unter keinen Umständen und niemals auf biologische Prozesse reduzieren lässt. Das ist mir grad` heute früh, als ich vom Geschnaufe und Geröchle eines kopulierenden Igelpärchens im Garten direkt vorm Schlafzimmerfenster wach wurde, so durch den Kopf gegangen. In seiner Position als bewusstes und soziales Wesen entstehen völlig neue Gegebenheiten. Die sich mit der Sprache der Biologie weder ausdrücken noch erklären lassen. Wenn ich in der Sprache der Mathematik, also mit Formeln, Maßzahlen, geometrischen Figuren die Bewegungen eines Tango tanzenden Paares beschreibe ... lässt sich ja durchaus machen: was habe ich dann vom Wesen des Tangos als Musik und Tanz verstanden: Nichts! Absolut nichts!
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Mo 31. Jul 2017, 11:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Zunder » Mo 31. Jul 2017, 11:09

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 09:48)
Was aber bei der ganzen Aufregung um die Meinungsäußerung Kutscheras tatsächlich ausgeblendet wird, ist seine Aussage:
"Wir müssen daher homoerotisch veranlagte Männer und Frauen, die in der Regel eine Abscheu vor dem anderen Geschlecht empfinden (Heterophobie) so akzeptieren wie sie sind und sollten sie keineswegs diskriminieren."

Natürlich.
Man sollte Homosexuelle nicht diskriminieren. Es genügt, ihnen die gleichen Rechte zu verwehren.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 31. Jul 2017, 11:22

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 09:48)
Hat Kutschera das Recht seine Meinung frei zu äußern? ----> Ja, hat er!
Darf er für diese Meinungsäußerung bestraft werden? ----> Nein, darf er nicht!
Muss man diese Meinung gutheißen? ---> Nein, muss man nicht?
Muss man die Meinungsäußerung tolerieren, auch wenn man diese Meinung nicht gutheißt? ---> Ja, muss man!

Ich hatte, ein ganzes Stückchen weiter oben in diesem Thread die Reportage einer Lokalzeitung über eine Vorlesung Kutscheras vor Studenten verlinkt. Entweder ist diese Reportage vollkommen untypisch und ausnahmig. Oder es ist einfach nicht wahr, dass Kutschera diskriminiert, bestraft, zurückgedrängt wird. Nach dieser Reportage wird er erstens eher geehrt und hofiert und kann es zweitens gar nicht erwarten, dass Studenten endlich endlich mal richtig Krach machen und Unmut äußern, damit er sich medienwirksam für (angeblich eingeschränkte) Meinungsfreiheit ins Zeug legt.

Tun sie aber nicht! Schade schade für ihn.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Mo 31. Jul 2017, 11:45

schokoschendrezki hat geschrieben:(31 Jul 2017, 11:08)

(Vermutlich) nicht in biologischer Hinsicht. Nein. Aber das ist doch nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem besteht darin, dass sich der Mensch eben nicht, offensichtlich nicht, unter keinen Umständen und niemals auf biologische Prozesse reduzieren lässt. Das ist mir grad` heute früh, als ich vom Geschnaufe und Geröchle eines kopulierenden Igelpärchens im Garten direkt vorm Schlafzimmerfenster wach wurde, so durch den Kopf gegangen. In seiner Position als bewusstes und soziales Wesen entstehen völlig neue Gegebenheiten. Die sich mit der Sprache der Biologie weder ausdrücken noch erklären lassen. Wenn ich in der Sprache der Mathematik, also mit Formeln, Maßzahlen, geometrischen Figuren die Bewegungen eines Tango tanzenden Paares beschreibe ... lässt sich ja durchaus machen: was habe ich dann vom Wesen des Tangos als Musik und Tanz verstanden: Nichts! Absolut nichts!

Der Mensch nimmt nicht nur aus biologischer Sicht keine Sonderstellung ein, sondern auch aus ethologischer Sicht und aus sozialer Sicht. Sehr viele seiner Verhaltensweisen, sein (allgemeines) Sozialverhalten etc teilt er mit seinen Verwandten im Tierreich.
Und nein - Mensch ist nichmal das einzige Lebewesen, welches über Bewusstsein oder Selbstbewusstsein verfügt.
Auch seine nächsten Verwandten sind bewusster Handlungen fähig, verfügen sogar über rudimentäres Selbstbewusstsein.
Es entstehen keine "völlig neuen Gegebenheiten" - vorhandene werden nur "kulturell ausgeformt".
Auch unsere nächsten Verwandten tanzen ganz spontan, wenn sie Musik hören.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon gödelchen » Mo 31. Jul 2017, 11:46

schokoschendrezki hat geschrieben:(31 Jul 2017, 11:08)

(Vermutlich) nicht in biologischer Hinsicht. Nein. Aber das ist doch nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem besteht darin, dass sich der Mensch eben nicht, offensichtlich nicht, unter keinen Umständen und niemals auf biologische Prozesse reduzieren lässt. Das ist mir grad` heute früh, als ich vom Geschnaufe und Geröchle eines kopulierenden Igelpärchens im Garten direkt vorm Schlafzimmerfenster wach wurde, so durch den Kopf gegangen. In seiner Position als bewusstes und soziales Wesen entstehen völlig neue Gegebenheiten. Die sich mit der Sprache der Biologie weder ausdrücken noch erklären lassen. Wenn ich in der Sprache der Mathematik, also mit Formeln, Maßzahlen, geometrischen Figuren die Bewegungen eines Tango tanzenden Paares beschreibe ... lässt sich ja durchaus machen: was habe ich dann vom Wesen des Tangos als Musik und Tanz verstanden: Nichts! Absolut nichts!


Du irrst. Der Mensch ist genauso ein "Zellhaufen" wie der Igel :-) ( sollte er sich öfter mal bewusst werden). Die Überhöhung seiner selbst in einer Form, die das rein biologische außer Acht lässt, treibt nur den Umsatz der Psychiater, Kosmetikindustrie und Piercing Studios. Selbst seine hervorragende Fähigkeit sich als Individuum zu begreifen, sich anhand seiner kognitiven Fähigkeiten die Welt Untertan zu machen, verdankt er letztlich nur dem glücklichen Zufall, dass biologisch in seinem Zellhaufen etwas zusammengesteckt wurde, was die Entwicklung dieser Fähigkeiten befeuerte.

Alles andere ist annnere Baustelle

Wo ist eigentlich das und somit dein Problem ?
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon elmore » Mo 31. Jul 2017, 11:57

gödelchen hat geschrieben:(31 Jul 2017, 07:04)
- dem alten Spruch zum Sex sollte ergänzt werden.... Frei nach Groult...Sex ist wie Salz .


Hatte ich nicht schon mal erwähnt: "A woman needs two man. One for the body and one for the head"
Der Erfolg des Romans von Mme. Groult, besonders auch in D, scheint die These zu bestätigen.

Ihre Freiheit und Selbstbestimmtheit möchte ich nicht bewerten oder gar kritisieren.
Aber mein Fall ist es nicht. Wenn ich mit einer Frau vier Kinder hätte, dann wäre sie die eine,
die ich auch liebe. Und sonst keine.
Aber ich bin ja auch ein Mann und keine Frau… *old europe eben. :D

Zum guten Essen gehört gutes Trinken


Kein Widerspruch. Ich wollte nur den Spam-Gehalt möglichst niedrig halten. :D
Okay, kurz nur:
Zu diesem Zimthuhn in Tomatensauce (und frisch gebackenem franz. !! Baguette) passt ein gutes Pils.
Aber ich persönlich bevorzuge dazu trockenen Rotwein, weil er den Geschmack und die Aromen dieses Gerichts - für mich - ideal ergänzt und unterstützt.
Wenn du viel Geld hast, gerne!! einen Bordeaux oder einen span. Priorato. *hechel
Das Weingut Appolonio / Italien hat überaus preiswürdige und profunde
Rotweine. Z.B. die beiden:
Apollonio Divoto Riserva Copertino Rosso (70% Negramaro, 30% Montepulciano) - Trotz der "Massentraube" ein unglaublich intensiver Wein. Große Kunst dieses Weinguts (Geheimtip)
Apollonio Valle Cupa Rosso (50% Negramaro, 50% Primitivo) - Wie vorstehend, trotz "Massentrauben" ein überaus profunder und kräftiger Rotwein. (Das Weingut ist schlicht qualitätsverrückt.)

An die Mods: Ich mach's nie wieder. Und ich beuge mich der Löschung. Selbstverständlich. :dead:
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon gödelchen » Mo 31. Jul 2017, 12:01

Zunder hat geschrieben:(31 Jul 2017, 11:09)

Natürlich.
Man sollte Homosexuelle nicht diskriminieren. Es genügt, ihnen die gleichen Rechte zu verwehren.



Mmmhmmmm

Die gleichen Rechte verwehren ????? Hat man das ? Hat man nicht Rechtsinstitute geschaffen, die Partnerschaften mit allem drum und dran möglich machen.

Wenn in der Verfassung steht, das Ehe und Familie von Staat eine Priorität einzuräumen ist und nach dem Verständnis der Verfastheit der deutschen Gesellschaft die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau sind ( so wie es bis heute die Verfassungshüter des BVerfG sehen) dann wird niemandem der in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt, Rechte verwehrt. Muss aus subsidiärem Grund unbedingt der gesicherte Begriff Ehe erweitert und umgedeutet werden?

Schaumerma, was die obersten Richter da bei einer Klage sagen werden Das ist das interessante an der Sache...... legalistisch oder legitim.

Spannend..:-)
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Mo 31. Jul 2017, 12:12

schokoschendrezki hat geschrieben:(31 Jul 2017, 11:22)

Ich hatte, ein ganzes Stückchen weiter oben in diesem Thread die Reportage einer Lokalzeitung über eine Vorlesung Kutscheras vor Studenten verlinkt. Entweder ist diese Reportage vollkommen untypisch und ausnahmig. Oder es ist einfach nicht wahr, dass Kutschera diskriminiert, bestraft, zurückgedrängt wird. Nach dieser Reportage wird er erstens eher geehrt und hofiert und kann es zweitens gar nicht erwarten, dass Studenten endlich endlich mal richtig Krach machen und Unmut äußern, damit er sich medienwirksam für (angeblich eingeschränkte) Meinungsfreiheit ins Zeug legt.

Tun sie aber nicht! Schade schade für ihn.

Wo steht, dass er bestraft und zurück gedrängt wird?
Es gab/gibt Forderungen, ihn für seine Meinungsäußerung aus der Uni zu entfernen, die Uni selbst erwägt ( auf diesen Druck hin) personalrechtliche Schritte gegen Kutschera und es wurde Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt.
Das sieht nicht nach Hofieren aus, sondern eher nach einem Maulkorb und es zeigt das Problem vieler Zeitgenossen, welches sie damit haben, eine nicht genehme Meinung zu tolerieren - egal wie abstrus und dämlich oder wie provozierend die ist.
Man setzt sich halt lieber mit dem Überbringer der Nachricht auseinander, als mit der Nachricht selbst.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon PeterK » Mo 31. Jul 2017, 12:16

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 10:45)
Verhaltensforschung (Ethologie), fälschlich als Verhaltensbiologie bezeichnet [...]

Die Universitäten, die Verhaltensbiologie "Verhaltensbiologie" nennen und sie obendrein dem Fachbereich Biologie zuordnen, tun das also fälschlicherweise? Alle doof, Du schlau?
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Mo 31. Jul 2017, 12:16

elmore hat geschrieben:(31 Jul 2017, 00:13)

Es geht nicht darum, ob du falsch liegst. Es ist auch wurst, ob diese Kinderzeugungen vor oder nach
einem coming out geschehen oder geschahen. Es widerlegt einfach nur deine - wohl wissenschaftlich-theoretisch -
hergeleitete und aus deiner Argumentation heraus auch logische Behauptung. Die du dann natürlich
auf der Grundlage deiner Argumentation als "Fakt" darstelltest.

Fakt ist aber, dass es eben kein Fakt ist. Belegt durch die Realität. Auch wenn es die Wissenschaftlerin (Archäeologin, Anthropologin ?? )
und "Biologin der Herzen" schmerzt. :)

Und ja, Naturwissenschaften verbitten sich jede Kritik an sich und ihrer geradezu monstranzartig vor sich hergetragenen, "heiligen" Wertneutralität.
Sorry for that. Ich werde es nie wieder tun! :D

Das Ergebnis lautet wie folgt:
Zitat:
Festzuhalten und wissenschaftliche EINWANDFREI feststehend ist, dass Homosexualität nicht auf Fortpflanzung und Reproduktion des genetischen Materials ausgelegt ist. (Gebt zu, ihr habt das alle nicht gewusst!!!).
Ausserdem ist Homosexualität eine Marotte der Natur. Tja, soviel "Mutterwitz" hätte man Mutter Natur gar nicht zugetraut. Aber nun ist auch das wissenschaftlich einwandfrei erwiesen. (Auch das ist neu für euch. Dafür seid ihr jetzt bedeutend schlauer!)

Ich werde eine ruhige Nacht verbringen, und von diesem "wertneutralen und objektiven" Prof. Kutschera nicht träumen. Sondern von ganz vielen saftig reifen Tomaten. Wie sie sich
mit einem Zimt-chicka, angeschmorten Zwiebeln, etwas creme fraîche und Noeilly Prat in einer völlig abgedrehten Marotte der Natur, im Bratrohr vereinigen.
Wie sagte meine Italienischlehrerin immer: "Gutes Essen ist der Sex des Alters".

In diesem Sinne. "Sex ist nicht alles. Aber ohne Sex ist alles nichts". :D

Wünsche allseits eine gute Nacht. Schlaft's gut und reichlich!

:thumbup: auf dieser Basis finden wir zueinander.
Ps. Archäologin (in unfreiwilliger Rente)
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Selina » Mo 31. Jul 2017, 12:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(31 Jul 2017, 11:08)

(Vermutlich) nicht in biologischer Hinsicht. Nein. Aber das ist doch nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem besteht darin, dass sich der Mensch eben nicht, offensichtlich nicht, unter keinen Umständen und niemals auf biologische Prozesse reduzieren lässt. Das ist mir grad` heute früh, als ich vom Geschnaufe und Geröchle eines kopulierenden Igelpärchens im Garten direkt vorm Schlafzimmerfenster wach wurde, so durch den Kopf gegangen. In seiner Position als bewusstes und soziales Wesen entstehen völlig neue Gegebenheiten. Die sich mit der Sprache der Biologie weder ausdrücken noch erklären lassen. Wenn ich in der Sprache der Mathematik, also mit Formeln, Maßzahlen, geometrischen Figuren die Bewegungen eines Tango tanzenden Paares beschreibe ... lässt sich ja durchaus machen: was habe ich dann vom Wesen des Tangos als Musik und Tanz verstanden: Nichts! Absolut nichts!


Das kann man nicht besser sagen :thumbup: Das, was über das Biologische hinausgeht, hat eben viel mit Emotionen und dem Interagieren zweier vernunftbegabter Wesen zu tun (mal abgesehen davon, dass eine gewisse Vernunft im Tierreich ja auch vorhanden ist). Das aus der Betrachtung einfach auszuklammern, ist natürlich vollste Absicht. Das bestimmte Etwas, das Liebe und Sexualität zwischen Menschen ausmacht, mag zwar biochemisch ganz interessant sein, lässt sich aber in seiner Gänze, seiner Komplexität und seiner Einzigartigkeit nicht alleine "biologisch" erfassen. Ich betrachte den Menschen lieber als biopsychosoziale Einheit. Auch wenn der Begriff heute wohl so nicht mehr verwendet wird.
Zuletzt geändert von Selina am Mo 31. Jul 2017, 12:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Mo 31. Jul 2017, 12:28

PeterK hat geschrieben:(31 Jul 2017, 12:16)

Die Universitäten, die Verhaltensbiologie "Verhaltensbiologie" nennen und sie obendrein dem Fachbereich Biologie zuordnen, tun das also fälschlicherweise? Alle doof, Du schlau?

Machen aber nicht alle, einige ordnen es dem Fachbereich Biologie zu, andere dem Fachbereich Psychologie und wieder andere haben sogar eigene Fachbereiche - je nach Schwerpunkt.
Deutsche Unis sind nicht dar Nabel der Welt.
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Mo 31. Jul 2017, 12:37

Selina hat geschrieben:(31 Jul 2017, 12:23)

Das kann man nicht besser sagen :thumbup: Das, was über das Biologische hinausgeht, hat eben viel mit Emotionen und dem Interagieren zweier vernunftbegabter Wesen zu tun (mal abgesehen davon, dass eine gewisse Vernunft im Tierreich ja auch vorhanden ist). Das aus der Betrachtung einfach auszuklammern, ist natürlich vollste Absicht. Das bestimmte Etwas, das Liebe und Sexualität zwischen Menschen ausmacht, mag zwar biochemisch ganz interessant sein, lässt sich aber in seiner Gänze, seiner Komplexität und seiner Einzigartigkeit nicht alleine "biologisch" erfassen. Ich betrachte den Menschen lieber als biopsychosoziale Einheit. Auch wenn der Begriff heute wohl so nicht mehr verwendet wird.

Der Mensch ist aber nicht "einzigartig", auch nicht "in dem was über Bilogie" hinausgeht.
Das ist eine anthropozentrische, teleologische Sichtweise. Mensch ist ein biologisches Wesen und sein Verhaltensweisen, seine Psychologie, sind in seiner Biologie begründet. Ob dir das nun gefällt oder nicht - der Mensch ist einfach nur ein intelligentes Tier. :p
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon PeterK » Mo 31. Jul 2017, 12:39

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 12:28)
Machen aber nicht alle, einige ordnen es dem Fachbereich Biologie zu, andere dem Fachbereich Psychologie und wieder andere haben sogar eigene Fachbereiche - je nach Schwerpunkt.
Deutsche Unis sind nicht dar Nabel der Welt.

Dr. Helene Richter ist neue Professorin für Verhaltensbiologie und Tierschutz an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU). Die Professur wurde mit Unterstützung des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen eingerichtet und ist NRW-weit die einzige Professur für Tierschutz. Sie gehört zum Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie am Fachbereich Biologie an der WWU.

[...]

Weitere Forschungsschwerpunkte von Helene Richter sind Kognition und Emotion bei Säugetieren sowie die Entstehung von Individualität.
(Informationsdienst Wissenschaft, 3/2017)
Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 10:45)
Biologie untersucht immer noch keine Emotionen!

Sapperlot! ;)
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Selina » Mo 31. Jul 2017, 12:49

Dark Angel hat geschrieben:(31 Jul 2017, 12:37)

Ob dir das nun gefällt oder nicht - der Mensch ist einfach nur ein intelligentes Tier. :p


Ja, das sieht zuweilen echt so aus, zum Beispiel, wenn man Sarrazin, Broder, Tichy, Tibi, Höcke und besagten Kutschera reden hört :D
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Re: Debatte: Homosexualität

Beitragvon Dark Angel » Mo 31. Jul 2017, 13:45

Selina hat geschrieben:(31 Jul 2017, 12:49)

Ja, das sieht zuweilen echt so aus, zum Beispiel, wenn man Sarrazin, Broder, Tichy, Tibi, Höcke und besagten Kutschera reden hört :D

Aaah also keine Argumente, die meine Behauptung widerlegen könnten.
Nebenbei, deine Grinsesmilies, mit denen du deine fehlenden Argumente zu kaschieren suchst sind unangebracht.
Ich will dir deine Einbildung, der sein etwas "Einzigartiges" auch gar nicht nehmen, aber mehr als Einbildung ist es nicht.
Naja - zumindest weiß ich jetzt auf welchem Mist die Begriffsfindung "Biopsychosoziale Einheit Mensch" gewachsen ist. :s
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