Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44769
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 14:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Rückbau der EU

Beitragvon frems » So 14. Mai 2017, 23:32

schelm hat geschrieben:(14 May 2017, 21:33)

Europa ist größer als die EU.

Keine Ahnung, auf welche politische, religiöse, kulturelle, agrarische, linguistische Definition Du Dich nun berufen willst: http://www.taz.de/picture/111503/948/ta ... 01_web.jpg

Der infantile Hinweis ist lediglich kein Argument. Wir sind und bleiben Europäer.
Soldmann hat geschrieben:Wieso der Bundesregierung? Die Deutsche Bundesregierung hat natürlich Legitimation über mich als Deutscher zu regieren. Auch wenn ich Merkel nicht gewählt habe, ist sie mein Kanzler.

Siehste: und genau so ist Juncker unser beider Kommissionspräsident, auch wenn wir ihn nicht bei der Europawahl gewählt haben. Folglich habe ich auch keine Lust, seine Politik für europäische Interessen irgendwie zu rechtfertigen. Das ändert halt nichts an seiner demokratischen Legitimation. Wem es nicht gefällt, der muss halt bei der nächsten Wahl woanders sein Kreuzchen setzen. Danach kann man noch immer meckern.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44769
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 14:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Rückbau der EU

Beitragvon frems » So 14. Mai 2017, 23:35

Senexx hat geschrieben:(14 May 2017, 21:37)

Nun, das Meinungsspektrum ist hier sehr eingeschränkt. Abweichende Meinungen werden kaum geduldet.

Du musst in einem freiheitlichen Land damit leben, dass Dir Menschen widersprechen und von Deiner "Meinung" absolut gar nichts halten. Du kannst auch gezielt Lügen verbreiten und morgen wird keine Polizei an Deiner Tür klopfen, um Dich abzuholen. Schade natürlich, dass einige besorgte Bürger diese Freiheiten gar nicht mehr zu schätzen wissen, aber das ist natürlich deren private Problem.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
frems
Beiträge: 44769
Registriert: Sa 4. Apr 2009, 14:43
Benutzertitel: Hochenergetisch
Wohnort: Hamburg, Europa

Re: Rückbau der EU

Beitragvon frems » So 14. Mai 2017, 23:41

H2O hat geschrieben:(14 May 2017, 20:40)

Hat das Gespräch mit diesen festgelegten Teilnehmern überhaupt einen Sinn? Am Ende einer langen Widerlegungskette kommt dann der zornige Fußaufstampfer: "Und trotzdem!" Damit überzeugt der Teilnehmer uns Europäer nicht, und wir ihn auch nicht. Das Thema "Rückbau der EU" wurde genau von diesen Gesinnungsgenossen eingebracht. Jedermann kann erkennen, daß die sich hier in einem seriösen Diskussionsforum herumtreiben wollen. Das hat Moses inzwischen auch erkannt und solche "Provo-Beiträge" gleich kassiert.

Als noch nicht entschieden war, ob Frau LePen die französischen Wahlen so deutlich verliert, hatte das Thema sicher einige Berechtigung. Die ist jetzt doch völlig dahin. Die EU wird jetzt sicher umgebaut werden, aber ganz bestimmt nicht "rück-gebaut".

Teils, teils. Wenn ein User dauernd hetzerische Falschbehauptungen wider besseren Wissens in die Welt setzt, dann sind da aus meiner Sicht Hopfen und Malz verloren. Diese Leute wissen, dass sämtliche Fakten rein gar nichts mit ihrem verschrobenen Weltbild zu tun haben, aber predigen es trotzdem tagtäglich, weil sie sich davon politisches Kapital versprechen. Wenn man aber sieht, dass eine Person aufgrund von Unwissen irgendein Wahlsystem beklagt, das es de jure und de facto gar nicht gibt, dann habe ich anfangs noch halbwegs die Hoffnung, dass diese Person für Fakten zugänglich ist; das ist zwar manchmal ein Irrtum, aber hin und wieder freut sich eine Person über neue Erkenntnisse. Hier ist das aber vermutlich nicht der Fall, wenn nur ein "ist mir egal" als Antwort kommt, sobald man darauf hinweist, dass der vermeintliche Kritikpunkt keiner Grundlage hat. Ist ja aber auch nicht so wichtig: die europäische Integration kann nun relativ entspannt fortgesetzt werden, da die Populisten wieder an Bedeutung verlieren.
Labskaus!

Ob Mailand oder Madrid -- Hauptsache Europa.
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 10955
Registriert: Di 25. Apr 2017, 09:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Senexx » So 14. Mai 2017, 23:46

Juncker: Teile der deutschen Regierung befürworten einen Rückbau der EU.

http://www.sueddeutsche.de/news/politik ... -99-492229

Das ist von Juncker natürlich negativ gemeint. Aber darauf kommt es hier nicht an. Ich bin überrascht, das zu hören. Bisher hätte ich eher gedacht, dass es in der Bundesregierung nur unkritische EU-Befürworter gibt. Leider nennt Juncker keine Namen.
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Nieder mit dem Extremismus: Wider SED, AfD und Grüne!
Wähler
Beiträge: 4968
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Wähler » Mo 15. Mai 2017, 06:45

Senexx hat geschrieben:(14 May 2017, 21:37)
ich finde es interessant, was Sie über ihre Enttäuschung über Angela Merkel sagen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass es mir ählich ergingen, denn ich habe nie viel von ihr gehalten. Schon ihre Hekunft und ihre Vergangenheit in der DDR hat mich skeptisch gestimmt. Gleichwohl habe ich sie, oder ihre Partei, mangels Alternativen anfangs gewählt. Später hat sie mich aber ins Lager der Nichtwähler getrieben, zum ersten Mal in meinem Leben.

Nichtwählen ist vielleicht eine Beruhigung für den Einzelnen, aber keine Lösung für ein demokratisch verfasstes Gemeinwesen. Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip müssen wichtige Entscheidungen auch auf der transnationalen Ebene getroffen werden: Handelspolitik gegenüber einer zunehmend protektionistischen USA und einem autoritären China, Verteidigungspolitik gegenüber einem raumgreifenden Russland, Migrations- und Entwicklungshilfepolitik gegenüber den Flüchtlingen aus Afrika, um nur 3 Punkte zu nennen.
Wie sollen diese Politikfelder bei einem Rückbau der EU transnational langfristig koordiniert werden? Und nun einmal Butter bei die Fische und keine Angst vor möglichem Gegenwind! ;)
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 10955
Registriert: Di 25. Apr 2017, 09:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Senexx » Mo 15. Mai 2017, 06:55

Wähler hat geschrieben:(15 May 2017, 06:45)

Und nun einmal Butter bei die Fische und keine Angst vor möglichem Gegenwind! ;)

Mit diesem überflüssigen Provokationsversuch haben Sie das Recht auf eine Antwort verwirkt.
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Nieder mit dem Extremismus: Wider SED, AfD und Grüne!
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 5087
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Ger9374 » Mo 15. Mai 2017, 07:27

Wähler hat geschrieben:(15 May 2017, 06:45)

Nichtwählen ist vielleicht eine Beruhigung für den Einzelnen, aber keine Lösung für ein demokratisch verfasstes Gemeinwesen. Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip müssen wichtige Entscheidungen auch auf der transnationalen Ebene getroffen werden: Handelspolitik gegenüber einer zunehmend protektionistischen USA und einem autoritären China, Verteidigungspolitik gegenüber einem raumgreifenden Russland, Migrations- und Entwicklungshilfepolitik gegenüber den Flüchtlingen aus Afrika, um nur 3 Punkte zu nennen.
Wie sollen diese Politikfelder bei einem Rückbau der EU transnational langfristig koordiniert werden? Und nun einmal Butter bei die Fische und keine Angst vor möglichem Gegenwind! ;)



Die grossen Handelsblöcke werden sich mit Genuss ansehen wenn die E.U sich selbst
schwächt. Ein Rückbau ohne an folgen zu denken, nur aus Populismussucht kann sich Europa nicht leisten.Die Zukunft wird nicht im Rückwärtsgang
gewonnen.
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 10955
Registriert: Di 25. Apr 2017, 09:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Senexx » Mo 15. Mai 2017, 07:37

Ger9374 hat geschrieben:(15 May 2017, 07:27)

Die grossen Handelsblöcke werden sich mit Genuss ansehen wenn die E.U sich selbst
schwächt. Ein Rückbau ohne an folgen zu denken, nur aus Populismussucht kann sich Europa nicht leisten.Die Zukunft wird nicht im Rückwärtsgang
gewonnen.

Ein Rückbau hat nichts mit Populismus zu tun. Es geht um demokratietheoretische Fragen.

Kritikern der falschen Richtung der EU-Politik Populismus zu unterstellen, zeugt von wenig Reife.
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Nieder mit dem Extremismus: Wider SED, AfD und Grüne!
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26069
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Rückbau der EU

Beitragvon H2O » Mo 15. Mai 2017, 08:17

Senexx hat geschrieben:(15 May 2017, 07:37)

Ein Rückbau hat nichts mit Populismus zu tun. Es geht um demokratietheoretische Fragen.

Kritikern der falschen Richtung der EU-Politik Populismus zu unterstellen, zeugt von wenig Reife.

Wichtig bleibt eben bei allen theoretischen Winkelzügen, daß die EU sich weiter entwickelt auf der Grundlage der stetig sich vertiefenden Zusammenarbeit. Zwischenrufe sind willkommen, wenn sie dem Ziel dienen, die demokratische Kontrolle der EU näher an das Wahlvolk heran zu bringen.

Soche Ziele verfolgen Sie und Ihre Kameraden aber gar nicht. Sie wollen das europäische Projekt zugunsten der Nationalstaaterei nieder machen. Ein europäisches Projekt, dem 400 Mio Menschen nie dagewesenen Wohlstand und ein Höchstmaß an persönlicher Freiheit verdanken. Also nifteln Sie nun an dem bekannten Demokratiedefizit der EU herum, allerdings ohne konstruktive Beiträge, wie sich dieser Mangel allmählich beseitigen ließe. Was soll's; Ihre Absichten und die einiger anderer Neuzugänge sind enttarnt!
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 10955
Registriert: Di 25. Apr 2017, 09:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Senexx » Mo 15. Mai 2017, 08:40

H2O hat geschrieben:(15 May 2017, 08:17)
Soche Ziele verfolgen Sie und Ihre Kameraden aber gar nicht.


Wen meinen Sie mit "Ihre Kameraden"?
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Nieder mit dem Extremismus: Wider SED, AfD und Grüne!
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26069
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Rückbau der EU

Beitragvon H2O » Mo 15. Mai 2017, 09:05

Senexx hat geschrieben:(15 May 2017, 08:40)

Wen meinen Sie mit "Ihre Kameraden"?


Da lasse ich Ihnen gern die freie Wahl.
Benutzeravatar
Soldmann
Beiträge: 161
Registriert: Sa 31. Dez 2016, 08:00

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Soldmann » Mo 15. Mai 2017, 11:12

Senexx hat geschrieben:(14 May 2017, 21:37)

Nun, das Meinungsspektrum ist hier sehr eingeschränkt. Abweichende Meinungen werden kaum geduldet.

ich finde es interessant, was Sie über ihre Enttäuschung über Angela Merkel sagen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass es mir ählich ergingen, denn ich habe nie viel von ihr gehalten. Schon ihre Hekunft und ihre Vergangenheit in der DDR hat mich skeptisch gestimmt. Gleichwohl habe ich sie, oder ihre Partei, mangels Alternativen anfangs gewählt. Später hat sie mich aber ins Lager der Nichtwähler getrieben, zum ersten Mal in meinem Leben.

Ihre Politik der souveränen Missachtung bestehender Gesetze und internationaler Vereinbarungen bei ihrer Grenzöffnung hat mich dann nicht mehr überrascht.
Ulkig in einem Diskussionforum oder? :D

Nun, "viel gehalten" ist übertrieben. Gewählt hab ich sie nie. Der Atom-Ausstieg hat schon einen sehr schlechten Eindruck auf mich gemacht. Sie hat gewirkt auf mich wie ein Verwaltungsmensch, der irgendwie in den Kanzlerposten reingerutscht ist und immer nur das abarbeitet was gerade an sie herangetragen wird und dann tut, was ihr geraten wird. Die Banken retten, die AKWs abschalten. Bis zur Flüchtlingskrise.

Ja, da haben sie besser hingeschaut. Vielleicht lags an meiner eigenen konservativen Ader. Gesetze, Regeln, Recht und Ordnung sind doch quasi das Lebensblut des Konservativen. Ist aber ein anderes Thema.
Rom wurde auch nicht an einem Tag zerstört.
Benutzeravatar
Soldmann
Beiträge: 161
Registriert: Sa 31. Dez 2016, 08:00

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Soldmann » Mo 15. Mai 2017, 11:16

frems hat geschrieben:(14 May 2017, 23:32)

Siehste: und genau so ist Juncker unser beider Kommissionspräsident, auch wenn wir ihn nicht bei der Europawahl gewählt haben. Folglich habe ich auch keine Lust, seine Politik für europäische Interessen irgendwie zu rechtfertigen. Das ändert halt nichts an seiner demokratischen Legitimation. Wem es nicht gefällt, der muss halt bei der nächsten Wahl woanders sein Kreuzchen setzen. Danach kann man noch immer meckern.
Wie gesagt, lassen wir das Thema.
Rom wurde auch nicht an einem Tag zerstört.
Benutzeravatar
Soldmann
Beiträge: 161
Registriert: Sa 31. Dez 2016, 08:00

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Soldmann » Mo 15. Mai 2017, 11:37

Wähler hat geschrieben:(15 May 2017, 06:45)

Nichtwählen ist vielleicht eine Beruhigung für den Einzelnen, aber keine Lösung für ein demokratisch verfasstes Gemeinwesen. Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip müssen wichtige Entscheidungen auch auf der transnationalen Ebene getroffen werden: Handelspolitik gegenüber einer zunehmend protektionistischen USA und einem autoritären China, Verteidigungspolitik gegenüber einem raumgreifenden Russland, Migrations- und Entwicklungshilfepolitik gegenüber den Flüchtlingen aus Afrika, um nur 3 Punkte zu nennen.
Wie sollen diese Politikfelder bei einem Rückbau der EU transnational langfristig koordiniert werden? Und nun einmal Butter bei die Fische und keine Angst vor möglichem Gegenwind! ;)
Aus meiner Sicht ließe sich die Antwort mit "gar nicht" zusammenfassen. Ich wäre schon froh, wenn unsere werte Regierung der NSA verbieten würde, meine Email zu lesen. Ich bin gar nicht so sehr daran interessiert, dass wir Händel mit China und Russland anfangen. Ich habe kein Interesse, dass Deutschland imperialistische Interessen-Politik betreibt im Stile von USA, Russland und China. Schon gar nicht mit der EU als Machtbasis. Wenn wir das tun, werden wir aber wohl die protektionistische Politik der USA hinnehmen müssen.
Rom wurde auch nicht an einem Tag zerstört.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5698
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Blockieren die Briten eine vertiefte EU-Sicherheitspolitik?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 15. Mai 2017, 16:17

Militär-Zusammenarbeit

Briten blockieren EU-Hauptquartier

Die Briten sträuben sich gegen das geplante EU-Militärhauptquartier. Außenminister Johnson sagt, es gebe noch Probleme bei der Formulierung - doch in der EU vermuten viele einen anderen Grund.
Hinter dem britischen Vorgehen steht nach Einschätzung von Beobachtern die Sorge über eine Konkurrenz der EU zur Nato. London setzt traditionell auf das Verteidigungsbündnis, wenn es um die Sicherheit Europas geht. Der anstehende Brexit verstärkt diese Haltung noch, denn auf Verteidigungsprojekte der EU werden die Briten nach ihrem Austritt kaum noch Einfluss haben.

Die Bundesregierung und auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg haben dagegen immer wieder betont, dass die EU die Nato nicht schwächen, sondern ergänzen wolle. Es gehe vor allem um eine bessere Abstimmung der EU-Staaten bei Einsätzen und in der Materialbeschaffung. "Es wird diese Kommandozentrale geben", betonte Roth. "Die Frage ist, wann."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 47741.html


Charles de Gaulle hielt die Briten seinerzeit für einen Trojaner der USA. Eine eigenständigere Rolle der EU muß zwangsläufig auch militärisch einen Widerhall und Fundament haben. Das bedeutet langfristig ein neues Verhältnis zur USA. Keine Konkurrenz, aber weniger Abhängigkeit. London setzt traditionell eher auf die Five Eyes. Sie waren nie Europäer im Sinne eines Dazugehörigkeitsgefühls. Ich finde, wer aus der EU austritt, der sollte sich mit Entscheidungen, die diese beinflussen auch zurückhalten. Das die Briten das natürlich nicht tun ist Realpolitik.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Wähler
Beiträge: 4968
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Wähler » Mo 15. Mai 2017, 17:30

Wähler hat geschrieben:(15 May 2017, 06:45)
Nichtwählen ist vielleicht eine Beruhigung für den Einzelnen, aber keine Lösung für ein demokratisch verfasstes Gemeinwesen. Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip müssen wichtige Entscheidungen auch auf der transnationalen Ebene getroffen werden: Handelspolitik gegenüber einer zunehmend protektionistischen USA und einem autoritären China, Verteidigungspolitik gegenüber einem raumgreifenden Russland, Migrations- und Entwicklungshilfepolitik gegenüber den Flüchtlingen aus Afrika, um nur 3 Punkte zu nennen.
Wie sollen diese Politikfelder bei einem Rückbau der EU transnational langfristig koordiniert werden? Und nun einmal Butter bei die Fische und keine Angst vor möglichem Gegenwind! ;)

Soldmann hat geschrieben:(15 May 2017, 11:37)
Aus meiner Sicht ließe sich die Antwort mit "gar nicht" zusammenfassen. Ich wäre schon froh, wenn unsere werte Regierung der NSA verbieten würde, meine Email zu lesen. Ich bin gar nicht so sehr daran interessiert, dass wir Händel mit China und Russland anfangen. Ich habe kein Interesse, dass Deutschland imperialistische Interessen-Politik betreibt im Stile von USA, Russland und China. Schon gar nicht mit der EU als Machtbasis. Wenn wir das tun, werden wir aber wohl die protektionistische Politik der USA hinnehmen müssen.

Als Exportnation können wir es uns nicht leisten, keine Handelspolitik zu betreiben, oder gar auf den EU-Binnenmarkt zu verzichten. Auch in Fragen der äußeren und inneren Sicherheit gibt es keine Alternative zur Kooperation mit Bündnis- und EU-Vertragspartnern.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 5087
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Ger9374 » Mo 15. Mai 2017, 19:35

Wähler hat geschrieben:(15 May 2017, 17:30)

Als Exportnation können wir es uns nicht leisten, keine Handelspolitik zu betreiben, oder gar auf den EU-Binnenmarkt zu verzichten. Auch in Fragen der äußeren und inneren Sicherheit gibt es keine Alternative zur Kooperation mit Bündnis- und EU-Vertragspartnern.


Nur wer aus einer Position verhandelt in der er auch etwas anzubieten hat, wird auch für seine Position gute Ergebnisse aushandeln können.
Nur die E.U hat mit seinen Mitgliedern bestes heraus zu handeln. Oder auch mal zu verweigern.
Das kann doch wohl nachvollzogen werden!
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26069
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon H2O » Mo 15. Mai 2017, 21:24

Wer hindert die daran interessierten EU-Partner denn daran, sich auf bestimmten Gebieten zusammen zu tun, um zu wirtschaftlich und politisch günstigen Lösungen ihrer Probleme zu gelangen? Ich verstehe hier überhaupt nicht, was die Briten bewegt, ob nun EU-Mitglied oder Drittstaat. Sollten die Briten sich an den Planungskosten oder den Baukosten für eine EU-Einrichtung beteiligen... etwa aus dem EU-Haushalt? Dann könnte ich die Ablehnung völlig verstehen. Die unmittelbar Beteiligten sollen sich ihr Hauptquartier selber bauen und die Briten zur Strafe nicht zur Einweihungsfeier einladen. :p

So kommt bei mir nur an, daß die Briten stänkern... trifft dieser Eindruck zu?
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26069
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Rückbau der EU

Beitragvon H2O » Mo 15. Mai 2017, 21:43

Ger9374 hat geschrieben:(15 May 2017, 19:35)

Nur wer aus einer Position verhandelt in der er auch etwas anzubieten hat, wird auch für seine Position gute Ergebnisse aushandeln können.
Nur die E.U hat mit seinen Mitgliedern bestes heraus zu handeln. Oder auch mal zu verweigern.
Das kann doch wohl nachvollzogen werden!


Wir Europäer lassen uns hier auf eine völlig irre Debatte ein; unser Forum hat die Europaflagge der EU als Kennzeichen. Wir wollen also auf europäischer Grundlage streiten um den besten Weg zur europäischen Einigung, selbstverständlich mit weitem Meinungsspektrum. Aber eben doch für die europäische Einigung.

Und dann kommen hier Neuzugänge, die nun die EU und das europäische Projekt nieder machen wollen, und wir lassen uns darauf ein, uns mit deren Vorstellungen mit Hin und Wider zu befassen. Ich werde mich an Strängen nicht mehr beteiligen, die sehr eindeutig die europäische Einigung in Frage stellen. Die Leute sind genau so vorgeprägt gegen die europäische Einigung und in dieser Sache unzugänglich wie wir Europäer vom Sinn der europäischen Einigung überzeugt sind. Wer will mir meine Lebenserfahrungen in Europa und mein Gefühl der Zusammengehörigkeit mit unseren Nachbarn ausreden? Darüber streiten? :(
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 10955
Registriert: Di 25. Apr 2017, 09:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Rückbau der EU

Beitragvon Senexx » Mo 15. Mai 2017, 22:23

H2O hat geschrieben:(15 May 2017, 21:43)

Wir Europäer lassen uns hier auf eine völlig irre Debatte ein; unser Forum hat die Europaflagge der EU als Kennzeichen. Wir wollen also auf europäischer Grundlage streiten um den besten Weg zur europäischen Einigung, selbstverständlich mit weitem Meinungsspektrum. Aber eben doch für die europäische Einigung.

So, so. Andere Meinungen sind also nicht mehr erlaubt. Wo steht das in den Nutzungedingungen? Sollte ich unter falschen Vorrausetzungen hierher gelockt worden sein?
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Nieder mit dem Extremismus: Wider SED, AfD und Grüne!

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste