Soll man wirklich Kinder kriegen?

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Alana4
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Alana4 » Fr 29. Jul 2016, 14:20

epona hat geschrieben:(29 Jul 2016, 14:03)

Die Weltbevölkerung wächst um 229.277 Menschen PRO TAG
Brauch die menschliche Gesellschaft als Ganzes tatsächlich dringend mehr Nachwuchs?
Ist das Kindermachen tatsächlich von existenzieller Bedeutung?

Sollte man nicht doch einmal den Blickwinkel ändern und darüber nachdenken was erwartet die Kinder dieser Welt?


Es gibt auch Tausende von Ameisen-Völkern. Haufen A regelt sein Leben, Haufen B desgleichen.
Soviel anders ist das beim Wesen Mensch auch nicht.
Die "Globalisierung" ändert daran nicht so viel wie du vielleicht annimmst.
Ich beherrsche die deutsche Rechtschreibung! Aber meine Tastatur hat damit manchmal Probleme.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Atheist » Fr 29. Jul 2016, 14:58

Alana4 hat geschrieben:(29 Jul 2016, 14:20)

Es gibt auch Tausende von Ameisen-Völkern. Haufen A regelt sein Leben, Haufen B desgleichen.
Soviel anders ist das beim Wesen Mensch auch nicht.
Die "Globalisierung" ändert daran nicht so viel wie du vielleicht annimmst.


Sofern eine Ameise sich nicht an Bord eines Flugzeugs schmuggelt, ist ihr weltweite Mobilität nicht möglich. Den Menschen hindert an solcher lediglich die soziale Wirklichkeit, die jedoch, wie jedermann bekannt, änderbar ist.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon epona » Fr 29. Jul 2016, 15:07

Alana4 hat geschrieben:(29 Jul 2016, 14:20)

Es gibt auch Tausende von Ameisen-Völkern. Haufen A regelt sein Leben, Haufen B desgleichen.
Soviel anders ist das beim Wesen Mensch auch nicht.
Die "Globalisierung" ändert daran nicht so viel wie du vielleicht annimmst.


Weil es dir nicht gefällt?
Kein überzeugendes Argument.

Aber um beim Thema zu bleiben, etliche potenzielle Eltern schauen über ihren "Ameisenhügel" hinaus und kommen zu der Erkenntnis, dass kleinkariertes nationales
Denken 1.langfristig keine Zukunft hat und 2. nicht im Interesse zukünftiger Generationen ist.

In diesem Zusammenhang verweise ich (ist evtl. einfacher), nochmals auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in einigen europ. Ländern.

Allein diese Tatsache sollte jeden vernünftigen Menschen verdeutlichen, dass ein Mangel an Nachwuchs nicht das vorrangie Problem unserer Gesellschaft ist.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Xandru » Fr 29. Jul 2016, 15:18

Alana4 hat geschrieben:(29 Jul 2016, 13:33)

Selbstverständlich kann es sein, dass auch bewusst getroffene Entscheidungen später bereut werden.
Das liegt doch in der Natur der Sache- Entscheidungen können genau Zweierlei sein: richtig oder falsch.
Und da das Wesen Mensch so wunderbar kompliziert gestrickt ist, kann es eben auch sein, dass eine getroffene Entscheidung sich zeitweise als richtig erweist und zu anderen Zeiten (oder in anderen Situationen) sich als falsch getroffen heraus stellt. Aber eigentlich stimmt der Satz gar nicht, merke ich gerade. Egal welche Entscheidung, bereut man sie irgendwann, hat man sich definitiv falsch entschieden., "zeitweise richtig" geht auch dann nicht.


Ich meinte, dass die Absenz der Reue willentlich geschieht, nicht die vorherige Entscheidung.

Aber um das ganze mal abzukürzen: Reue kann also, egal welche Entscheidung man getroffen hat (Kinder oder keine Kinder), entstehen. Okay. Wie stehst du nun zu der Studie?

Ich finde, eine solche Studie ist in solche einer Diskussion ebenso relevant, wie eine Studie zu Paaren, die sich für das Kinderkriegen entschieden haben und es ebenso bereuen (werde ich evtl. mal recherchieren, wenn ich Zeit habe). Sie zeigt, dass die betroffen kinderlosen Paare größtenteils mit ihrer Entscheidung zufrieden sind. Sie bricht eine Lanze für kinderlose Paare.

An unserem Dilemma des Kinderkriegens als egozentrisch/egoistische Handlung löst das natürlich nichts. Auch nicht an der Frage, ob man sich gegenüber eines noch nicht existenten Lebens egozentrisch/egoistisch verhalten kann... aber das ist ne andere Diskussion
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Alana4 » Fr 29. Jul 2016, 15:22

Atheist hat geschrieben:(29 Jul 2016, 14:58)

Sofern eine Ameise sich nicht an Bord eines Flugzeugs schmuggelt, ist ihr weltweite Mobilität nicht möglich. Den Menschen hindert an solcher lediglich die soziale Wirklichkeit, die jedoch, wie jedermann bekannt, änderbar ist.


Dann muss diese Ameise zusehen, dass sie im anderen Haufen ihren Platz findet. Daran, dass dieser "Haufen" standortbedingt organisiert ist, hat sie nur äußerst wenig Einfluss.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Atheist » Fr 29. Jul 2016, 15:30

epona hat geschrieben:(29 Jul 2016, 15:07)

Weil es dir nicht gefällt?
Kein überzeugendes Argument.

Aber um beim Thema zu bleiben, etliche potenzielle Eltern schauen über ihren "Ameisenhügel" hinaus und kommen zu der Erkenntnis, dass kleinkariertes nationales
Denken 1.langfristig keine Zukunft hat und 2. nicht im Interesse zukünftiger Generationen ist.

In diesem Zusammenhang verweise ich (ist evtl. einfacher), nochmals auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in einigen europ. Ländern.

Allein diese Tatsache sollte jeden vernünftigen Menschen verdeutlichen, dass ein Mangel an Nachwuchs nicht das vorrangie Problem unserer Gesellschaft ist.


Wer Kinder haben will, bekommt sie entweder selbst, adoptiert fremde oder lässt sie bon Leihmüttern austragen. Wer keine Kinder haben will, der wird auch keine haben. Jedenfalls wird sich niemand von den ewigen Bedenkenträgern, die wahlweise den Volkstod oder Blasphemie fürchten, in diese höchstpersönliche Entscheidung hineinreden lassen. Und diejenigen, die es dennoch tun, tun mir einfach nur Leid...
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 29. Jul 2016, 15:31

Atheist hat geschrieben:(29 Jul 2016, 15:30)

Wer Kinder haben will, bekommt sie entweder selbst, adoptiert fremde oder lässt sie bon Leihmüttern austragen. Wer keine Kinder haben will, der wird auch keine haben. Jedenfalls wird sich niemand von den ewigen Bedenkenträgern, die wahlweise den Volkstod oder Blasphemie fürchten, in diese höchstpersönliche Entscheidung hineinreden lassen. Und diejenigen, die es dennoch tun, tun mir einfach nur Leid...


Punkt :)
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Xandru » Fr 29. Jul 2016, 15:33

epona hat geschrieben:(29 Jul 2016, 14:03)

Die Weltbevölkerung wächst um 229.277 Menschen PRO TAG
Brauch die menschliche Gesellschaft als Ganzes tatsächlich dringend mehr Nachwuchs?
Ist das Kindermachen tatsächlich von existenzieller Bedeutung?


Global gesehen ist das schon auch sehr interessant. Besonders wenn man auch ökologische Gesichtspunkte miteinbezieht, also Flora und Fauna, nicht nur den Menschen. Hier stellt sich die Frage, ob z.B. eine größere Epidemie, wie sie in allen großen Populationen vorkommen kann, das ökologische Gleichgewicht auf der Erde nicht wieder zu gewissem Maße herstellen könnte.

Global gesehen brauchen wir uns um zu wenige Kinder wohl nicht die geringsten Sorgen zu machen. Die Spreu vom Weizen trennt sich dann eher bei den verschiedenen Bevölkerungen Europas oder Deutschlands. Also Kosmopolit sehe ich die Dinge hier aber eher insgesamt betrachtet. Innerhalb dieser Diskussion sowieso.

Sollte man nicht doch einmal den Blickwinkel ändern und darüber nachdenken was erwartet die Kinder dieser Welt?


Das ist nach wie vor das Thema der Diskussion, aber wem sage ich das :cool:
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Xandru » Fr 29. Jul 2016, 15:37

Alana4 hat geschrieben:(29 Jul 2016, 14:20)

Es gibt auch Tausende von Ameisen-Völkern. Haufen A regelt sein Leben, Haufen B desgleichen.
Soviel anders ist das beim Wesen Mensch auch nicht.
Die "Globalisierung" ändert daran nicht so viel wie du vielleicht annimmst.


Ameisen? Ernsthaft??? :?: :s
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Alana4 » Fr 29. Jul 2016, 15:44

epona hat geschrieben:(29 Jul 2016, 15:07)

Weil es dir nicht gefällt?
Kein überzeugendes Argument.

an welcher Stelle geht es darum, was mir gefällt?

Aber um beim Thema zu bleiben, etliche potenzielle Eltern schauen über ihren "Ameisenhügel" hinaus und kommen zu der Erkenntnis, dass kleinkariertes nationales
Denken 1.langfristig keine Zukunft hat und 2. nicht im Interesse zukünftiger Generationen ist.

Ach du große Güte. Geht es noch noch 'ne Nummer größer?
Du hast doch Kinder, oder? Und du hast ernsthaft darüber nachgedacht, dass es ja in Afrika eigentlich genug Kinder gibt? Oder bist du in dieser Frage doch eher unter deinem Tellerrand geblieben und dir war die (angebliche) Überbevölkerung wurscht? Oder erwartest du nur von anderen, dass sie "über den Tellerrand schauen" ? Du durftest dich für deine Kinder entscheiden, aber wenn "Chantale" das macht, schüttest du Verachtung aus (sollte dieser Spruch nicht von dir gewesen sein, so bitte ich um Entschuldigung- aber irgendwer hat sich so geäußert.)
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon firlefanz11 » Fr 29. Jul 2016, 15:45

epona hat geschrieben:(29 Jul 2016, 14:06)
Warum?

Die Frage ist eher WAS lässt man sich einfallen? Angenommen keine Werbung "Vögelt fürs Vaterland", keine hochtrabenden Versprechungen bezüglich Vereinbarkeit von Job u. Kinderzimmer, keine finanziellen Anreize u. kein 24/7 glorifizieren von kleinen süßen Babys auf allen Sendern fruchten? Was wird man tun um die Gesellschaft zu "erretten"? Wie weit will man gehen?
Empfindlich hohe Zusatzsteuern und/oder erhöhte Rentenbeiträge für Kinderlose? 24/7 Bombardierungen mit Hassmails/-anrufen? Kondome in der Lebensgemeinschaft verbieten? Versteckte Botschaften/Hypnosemuster in Fersehsendungen? Zwangsbesamungscamps? Kostenlose Lusttempel mit importierten Frauen? Straffreiheit für Vergewaltiger?
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 29. Jul 2016, 15:46

Ein Kind wächst in seine Umgebung hinein und empfindet diese als normal.
Auch wenn ich der Meinung bin, einem Kind in den Slums von Kalkutta ginge es schlecht, muß es das nicht automatisch ebenso empfinden.
Ein Kind kann es in einer liebevollen aber schlecht betuchten Familie besser haben als in einer wohlstandsverwahrlosten, reichen Familie. Liebe und Zuwendung haben nichts mit dem Geldbeutel zu tun. Also wer genau sollte sich denn Gedanken machen, ob die armen Kinder auf der Welt leiden werden, die 6-fache verarmte Mutter aus besagten Slums von Kalkutta oder die Deutschen in ihrem Sozialstaat?
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Alana4 » Fr 29. Jul 2016, 15:46

Xandru hat geschrieben:(29 Jul 2016, 15:37)

Ameisen? Ernsthaft??? :?: :s


Unverständlich für dich?
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Xandru » Fr 29. Jul 2016, 16:06

Alana4 hat geschrieben:(29 Jul 2016, 15:46)

Unverständlich für dich?


Naja, was heißt "unverständlich"?

Bin da kein Experte, aber Ameisen sind doch instinktgesteuerte Sklavenkolonien, die einer einzigen Königin zuarbeiten. Ich sehe hier nur schwer eine Analogie zu dem ursprünglich aufgezeigten Problem: das Dilemma des Kinderkriegens als egozentrisch-egoistische Handlung, ferner die Betrachtung der Thematik aus Sicht des Kindes.

Wenn du mir diese nochmal skizzieren könntest, wäre ich dir sehr dankbar.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Fazer » Fr 29. Jul 2016, 16:08

becksham hat geschrieben:(29 Jul 2016, 12:21)

Ich bin schon ziemlich erstaunt, dass offenbar jeder 5. bedauert, Kinder bekommen zu haben. Ich kann mir das nicht vorstellen. Eher kann ich glauben, dass Kinderlose im Alter vielleicht doch denken, hätten sie mal Kinder bekommen. Aber vielleicht seh ich das zu sehr mit den Augen einer Mutter.


Ich hatte ja schon die Frage gestellt, ob kinderlose denn ehrlich antworten werden. Soweit die Kinderlosigkeit aus biologischen Gründen besteht, braucht man nicht zu fragen, das ist dann Schicksal. Aber bei denjenigen, die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben, wird es sicherlich einige geben, die an sich nach 20-30 Jahren an der Entscheidung zweifeln. Nur würde man dann ja seinen ganzen Lebensentwurf in Frage stellen, sich fast "blamieren". Insoweit glaube ich nicht, dass hier ehrlich geantwortet würde. Bei der Umfrage betreffend die Eltern mit Kindern ist dann für mich auch die Frage, wie "hart" denn da gefragt wurde: geht es um ein "manchmal denke ich, es wäre ohne Kinder besser gewesen", oder "ích bereue die Entscheidung zutiefst, wenn ich das noch mal entscheiden würde, würde ich auf keinen Fall wieder Kinder in die Welt setzen", ohne jede Einschränkung. Ich halte es für zweifelhaft, dass wirklich 20'% der Leute so uneingeschränkt diesem letzteren Statement zustimmen würden.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Fazer » Fr 29. Jul 2016, 16:11

Xandru hat geschrieben:(29 Jul 2016, 16:06)

Naja, was heißt "unverständlich"?

Bin da kein Experte, aber Ameisen sind doch instinktgesteuerte Sklavenkolonien, die einer einzigen Königin zuarbeiten. Ich sehe hier nur schwer eine Analogie zu dem ursprünglich aufgezeigten Problem: das Dilemma des Kinderkriegens als egozentrisch-egoistische Handlung, ferner die Betrachtung der Thematik aus Sicht des Kindes.

Wenn du mir diese nochmal skizzieren könntest, wäre ich dir sehr dankbar.


Du dramatisierst die Entscheidung, Kinder zu bekommen zur "egozentrisch-egoistischen" Handlung. Im Sinne von "ich weiss, dass die Welt schlimm ist, und ich meinen Kindern etwas zumute, aber da müssen sie dann halt durch, weil ich gerne Kinder hätte". Kaum jemand würde das so entscheiden. Kinder sind Teil des Lebens, Teil der Welt, das normalste der Welt. Man braucht keine "egoistische" Entscheidung dafür. Ausserdem schenkt man seinen Kindern Leben, Erfahrung, Freude - dieses Geschenk als egozentrische Entscheidung der Eltern zu verunglimpfen halte ich schon für ein starkes Stück.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Fazer » Fr 29. Jul 2016, 16:13

epona hat geschrieben:(29 Jul 2016, 15:07)

Allein diese Tatsache sollte jeden vernünftigen Menschen verdeutlichen, dass ein Mangel an Nachwuchs nicht das vorrangie Problem unserer Gesellschaft ist.


Die Jugendarbeitslosigkeit in anderen Ländern hat keinen Einfluss darauf, dass wir in Deutschland in Realität ein demographisches Problem haben und als Gesellschaft darauf angewiesen sind, dass wir entweder mehr Kinder bekommen, oder eine weitere Zuwanderung erleben werden.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Xandru » Fr 29. Jul 2016, 16:15

Billie Holiday hat geschrieben:(29 Jul 2016, 15:46)

Ein Kind wächst in seine Umgebung hinein und empfindet diese als normal.
Auch wenn ich der Meinung bin, einem Kind in den Slums von Kalkutta ginge es schlecht, muß es das nicht automatisch ebenso empfinden.
Ein Kind kann es in einer liebevollen aber schlecht betuchten Familie besser haben als in einer wohlstandsverwahrlosten, reichen Familie. Liebe und Zuwendung haben nichts mit dem Geldbeutel zu tun. Also wer genau sollte sich denn Gedanken machen, ob die armen Kinder auf der Welt leiden werden, die 6-fache verarmte Mutter aus besagten Slums von Kalkutta oder die Deutschen in ihrem Sozialstaat?


Naja, für den Leidenden selbst ist die eigene Situation im Moment des Leids die absolut schlimmste vorstellbare Situation. So kann das Leid in einer beliebigen Situation für einen Menschen in Deutschland subjektiv genau so grausam sein, wie das Leid eines Menschen in Indien.

In manchen Kulturen (Buddhismus) bedeutet Leben an und für sich Leid. Hier sucht man gezielt nach dem Nirvana, der Erlösung von der Wiedergeburt. Aber da erzähl ich dir sicherlich nichts neues. Mir persönlich ist das zu lebensfern, jedoch in dieser Diskussion ein wichtiger Ansatz.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 29. Jul 2016, 16:19

Fazer hat geschrieben:(29 Jul 2016, 16:11)

Du dramatisierst die Entscheidung, Kinder zu bekommen zur "egozentrisch-egoistischen" Handlung. Im Sinne von "ich weiss, dass die Welt schlimm ist, und ich meinen Kindern etwas zumute, aber da müssen sie dann halt durch, weil ich gerne Kinder hätte". Kaum jemand würde das so entscheiden. Kinder sind Teil des Lebens, Teil der Welt, das normalste der Welt. Man braucht keine "egoistische" Entscheidung dafür. Ausserdem schenkt man seinen Kindern Leben, Erfahrung, Freude - dieses Geschenk als egozentrische Entscheidung der Eltern zu verunglimpfen halte ich schon für ein starkes Stück.



Ist vielleicht nicht schlecht, wenn jemand mit Grundhaltung Pessimismus auf Kinder verzichtet und jemand mit optimistischer Grundhaltung sich dafür entscheidet.
Das arme Kind soll doch nicht den ganzen Tag hören, wie schrecklich alles ist, wie ungerecht und überhaupt. :(

Mir ist grundsätzlich wurscht, ob jemand Kinder bekommt oder nicht. Ich habe bloß kinderlose Bekannte, bei denen ich es schlicht schade finde, weil diese mit Herz, Hirn und Humor einem Kind sehr viel bieten könnten.
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Re: Soll man wirklich Kinder kriegen?

Beitragvon Xandru » Fr 29. Jul 2016, 16:19

Fazer hat geschrieben:(29 Jul 2016, 16:08)

Ich hatte ja schon die Frage gestellt, ob kinderlose denn ehrlich antworten werden. Soweit die Kinderlosigkeit aus biologischen Gründen besteht, braucht man nicht zu fragen, das ist dann Schicksal. Aber bei denjenigen, die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben, wird es sicherlich einige geben, die an sich nach 20-30 Jahren an der Entscheidung zweifeln. Nur würde man dann ja seinen ganzen Lebensentwurf in Frage stellen, sich fast "blamieren". Insoweit glaube ich nicht, dass hier ehrlich geantwortet würde. Bei der Umfrage betreffend die Eltern mit Kindern ist dann für mich auch die Frage, wie "hart" denn da gefragt wurde: geht es um ein "manchmal denke ich, es wäre ohne Kinder besser gewesen", oder "ích bereue die Entscheidung zutiefst, wenn ich das noch mal entscheiden würde, würde ich auf keinen Fall wieder Kinder in die Welt setzen", ohne jede Einschränkung. Ich halte es für zweifelhaft, dass wirklich 20'% der Leute so uneingeschränkt diesem letzteren Statement zustimmen würden.


Natürlich muss man solche Studien in Frage stellen. Es gehört verdammt viel Rückgrat hinzu, wenn man solche Fragen wirklich und 100% ehrlich beantworten soll. Wie dann die Befragung durchgeführt wird, ist auch sehr wichtig. Leider wird es schwer werden, an solche Studien zu kommen bzw. diese auch zu überprüfen.

Ich habe bisher nur mit Einzelpersonen darüber gesprochen. Eine größere Studie unter mehreren hundert Paaren wäre absolut interessant!

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