Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Do 21. Jul 2016, 22:18

H2O hat geschrieben:(21 Jul 2016, 22:13)

Mir fehlt der gedankliche Zugriff auf diese Anmerkung. Sind in Berlin-Mitte Bundespolitiker mitsamt privatem Fuhrpark angesprochen? Gepanzerte Fahrzeuge? Aber doch nicht 18% der Neuzulassungen... :s

Eher die junge, schwäbische Mittelschicht, die einen Cayenne braucht, um von Mitte zur City West zu kommen. :|
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H2O
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon H2O » Do 21. Jul 2016, 22:26

frems hat geschrieben:(21 Jul 2016, 22:18)

Eher die junge, schwäbische Mittelschicht, die einen Cayenne braucht, um von Mitte zur City West zu kommen. :|


Da staunt unsereiner nur noch Bauklötze!
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Teeernte
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Teeernte » Do 21. Jul 2016, 22:40

H2O hat geschrieben:(21 Jul 2016, 22:03)

Das Kaufverhalten riecht nach harten Männern und Lagerfeuer in der wilden Natur. Irre!


Wenn das Vertrauen in den Staat nachlässt - muss man selbst in der Lage sein .....zu Jederzeit bei jedem Wetter/jeder Lage.... den Hintern an die Wand zu bekommen.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Do 21. Jul 2016, 22:46

H2O hat geschrieben:(21 Jul 2016, 22:26)

Da staunt unsereiner nur noch Bauklötze!

Der Autokauf ist halt eine emotionale und nicht rationale Sache. Ich fand das an einer TU, an der Verkehrsingenieure ausgebildet werden, immer recht interessant. Vor allem viele Autofanatiker strömten in diesen Studiengang, in dem man Straßenverkehr als Schwerpunkt setzen konnte und dort der motorisierte Individualverkehr dominierte. Leidenschaft zum Beruf machen sozusagen. Manch einer hatte lieber einen 20 Jahre alten Mercedes, um zehn Minuten zur Uni zu fahren, statt sein bereits bezahltes Semesterticket zu nutzen, das Rad zu nehmen und/oder Geld für Urlaub, Hobbys, Konzerte oder sonstwas zu haben. Nach Studienende wollte kaum noch jemand einen Pkw besitzen und das lag nicht am Einkommen, das sie auf dem Arbeitsmarkt erzielten. Aber es muss ja jeder selbst wissen, welche Geldausgaben ihn glücklich machen und welche nicht. Leben und leben lassen. Zudem ist es ja auch eine gesellschaftliche, kulturelle Angelegenheit, wenn der eigene Pkw als Zeichen des Erwachsenwerdens ist. In Neuseeland hat (fast) jeder junge Mensch den Traum, eines Tages ein "quarter acre"-Grundstück mit Haus zu haben. Daher findet man selbst in der Millionenstadt Auckland nicht eine einzige Blockrandbebauung mit Mehrfamilien- oder zumindest Stadthäusern (https://en.wikipedia.org/wiki/Townhouse). In Zürich, Amsterdam, Kopenhagen oder Paris sind solche Wohnungen für Normalsterbliche kaum finanzierbar, weil die Nachfrage so groß ist, insb. durch Menschen mit sehr hohem Einkommen. Da gibt's halt kein "richtig" oder "falsch", sondern nur eine wirtschaftliche Nachfrage, die durch gesellschaftliche/regionale Gewohnheiten beeinflusst wird.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon jack000 » Do 2. Mai 2019, 13:31

E-Bike-Fahrer im Südwesten können bald kostenlose Trainings machen

Nach der gestiegenen Zahl von Unfällen mit E-Bikes will das Verkehrsministerium Käufern kostenlose Fahrsicherheitstrainings ermöglichen. Das Land fördert das Projekt mit 800.000 Euro.

Das Verkehrsministerium fördert das Projekt "Sicher E-Biken" mit rund 800 000 Euro, wie Minister Winfried Hermann (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart sagte. In einer Pilotphase bieten der Württembergische Radsportverband (WRSV) und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Baden-Württemberg (ADFC BW) ab dem Sommer in Heilbronn, im Landkreis Heilbronn und an einem noch nicht bekannten Standort die Kurse an.

In Zukunft soll es die drei- bis vierstündigen Kurse landesweit geben. "Unser Ziel ist es, dass jeder Pedelec-Nutzer in Baden-Württemberg künftig an einem kostenlosen Fahrsicherheitstraining in seiner Region teilnehmen kann", sagte Hermann. Vergangenes Jahr starben laut Unfallbilanz des Verkehrsministeriums 68 Fahrradfahrer im Südwesten – 15 von ihnen waren auf Pedelecs unterwegs. Die Zahl hatte 2017 noch bei 10 gelegen. Der Minister betonte, es sei logisch, dass wenn mehr Menschen Fahrrad fahren, mehr Menschen verunglückten.

Ursache ist häufig zu schnelles Fahren oder falsche Handhabung

Im Vergleich zum Zeitraum 2013 bis 2015 stieg die Zahl der Pedelec-Unfälle zwischen 2016 und 2018 um 152 Prozent – von 484 auf 1218. Dabei verletzten sich pro Jahr durchschnittlich 341 Pedelecfahrer schwer – diese Zahl verdoppelte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum (167).

Häufige Ursachen sind laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer zu schnelles Fahren oder falsche Handhabung. Demnach waren bei rund einem Drittel der von Pedelecfahrern verursachten Unfälle keine anderen Verkehrsteilnehmer beteiligt.

https://www.badische-zeitung.de/suedwes ... 08590.html

Nun gut, das Thema Fahrrad-Führerschein kommt voran. Aber warum ist das freiwillig und nicht Pflicht und wieso muss der Steuerzahler dafür aufkommen und nicht die Betroffenen selbst?

Laut der Studie Mobilität in Deutschland stieg der Verkehrsanteil des Fahrrads im Südwesten von 8 Prozent im Jahr 2008 auf nur 10 Prozent im Jahr 2017

https://bnn.de/nachrichten/suedwestecho ... rradmuffel
Man sieht wie selbst so kleine Steigerungen in so langer Zeit die Zahl der Unfälle explodieren lassen, weil Fahrradfahrer meinen Sie müssten sich an keine Regeln halten und bekommen das auch so von der Politik bestätigt, da so gut wie keine Verstöße geahndet werden.
=> Da können vom Steuerzahler zwangsweise finanzierte aber für den FF freiwillige Kurse nicht die letzte Antwort auf diese Entwicklung sein!
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon jack000 » Sa 8. Jun 2019, 20:13

Das war vorrauszusehen:
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern steigt stetig. 2018 gab es satte 15 Prozent mehr Radl-Unfälle als im Vorjahr. Mit der Kampagne „Fairness und Rücksichtnahme im Straßenverkehr“, will die Polizei gegen die traurige Bilanz ankämpfen.

Münchens Radler sind außer Rand und Band, Verkehrsregeln scheinen für viele nur unverbindlichen Charakter zu haben. Entsprechend viele Sünder hat die Polizei bei einer zweiwöchigen Schwerpunktaktion erwischt, die am Sonntag zu Ende ging. Allein 500 Pedalritter waren auf dem Radweg als sogenannte Geisterradler in falscher Richtung unterwegs. Die Quittung: Eine Verwarnungsgebühr von 20 Euro.

Radl-Rowdys: Falsche Richtung, Handy, Gehweg
„Ich denke, viele fahren bewusst in die falsche Richtung. Schließlich gibt es deutliche Beschilderungen“, schimpft Hauptkommissar Ulrich Meyer-Arend (43). Im Rahmen der Kontrolle ahndeten die Beamten zudem über 120 Rotlichtverstöße durch Radfahrer (60–100 Euro), mehr als 230-mal wurden Radler mit einem Handy in der Hand erwischt (55 Euro) und fast 170 Erwachsene fuhren mit ihrem Fahrrad auf dem Gehweg.

Fahrradunfälle: Polizei positioniert sich an Unfallschwerpunkten in München
Mit der Aktion reagierte die Polizei auf einen alarmierenden Trend: Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern stieg allein 2018 um 15 Prozent. Bei fast 90 Prozent der Unfälle wurden Radfahrer verletzt. Für mehr „Fairness und Rücksichtnahme im Straßenverkehr“ warb die Polizei nun mit ihrer Aktion an den Unfallschwerpunkten: Ludwig-, Leopold-, Ungerer-, Bayerstraße und Landsberger Straße sowie Kapuzinerstraße, Wittelsbacherbrücke und Humboldtstraße. Die gefährlichsten Kreuzungen waren Dachauer Straße/Landshuter Allee, Dachauer Straße/Schwere-Reiter-Straße und der Karolinenplatz.

Beim Abbiegen ist die Unfallgefahr am höchsten
Nicht nur die Radler verhalten sich falsch. Auch andere Verkehrsteilnehmer nehmen zu wenig Rücksicht auf deren Belange: Die Polizei hat rund 600 Verwarnungen über 20 bis 30 Euro wegen Parkens auf Radwegen ausgestellt. Weil 2018 die Hauptursache bei Verkehrsunfällen unter Beteiligung des Radverkehrs Fehler beim Abbiegen waren, rät die Polizei den Verkehrsteilnehmern im Rahmen ihrer Kampagne, insbesondere an Kreuzungen und Einmündungen an die Gefahren des toten Winkels zu denken. Im Jahr 2019 gab es bisher bereits zwölf Unfälle im Zusammenhang mit dem toten Winkel beim Rechtsabbiegen. In einem Fall gab es ein schwer verletztes Opfer, einmal kam sogar ein Kind ums Leben: Ein elfjähriger Radler wurde an einer Kreuzung in der Isarvorstadt von einem Lkw überrollt.

https://www.tz.de/muenchen/stadt/polize ... XjbkmPAGNg
Das war doch vollkommen klar, das bei einer Toleranz gegenüber Fahrradfahrern die immer frecher werden und glauben sich schamlos alles nehmen zu können.
=> Da muss ein Riegel vorgeschoben werden mit ganz neuen Fahrradgesetzen (u.a. Kennzeichenpflicht, Helmpflicht, Tempolimit, TÜV, etc...)
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Teeernte » Sa 8. Jun 2019, 21:50

jack000 hat geschrieben:(08 Jun 2019, 20:13)

Das war vorrauszusehen:

https://www.tz.de/muenchen/stadt/polize ... XjbkmPAGNg
Das war doch vollkommen klar, das bei einer Toleranz gegenüber Fahrradfahrern die immer frecher werden und glauben sich schamlos alles nehmen zu können.
=> Da muss ein Riegel vorgeschoben werden mit ganz neuen Fahrradgesetzen (u.a. Kennzeichenpflicht, Helmpflicht, Tempolimit, TÜV, etc...)


Darwin regelt auch DAS.
Radfahrer schießt bei Rot auf die Kreuzung – das letzte Mal Bei Rot schoss er in die Kreuzung zur Antonienstraße, als eine 51-jährige Golffahrerin völlig korrekt in die Kreuzung einfuhr. Der Radler legte eine Vollbremsung hin und überschlug sich daraufhin. Er fiel auf die Straße, wurde dort vom Golf überrollt und starb sofort.

Mehr lesen: http://www.darwinpreis.de/radfahrer-sch ... etzte-mal/

Ein 48-jähriger LKW-Fahrer hielt an der Kreuzung der Mörscher Rheinaustraße an, weil die Ampel rot zeigte. Er wollte nach rechts auf die B36 in Richtung Durmersheim. Während er da stand, näherte sich von hinten ein Radfahrer und fuhr links an dem Laster vorbei, bis zur Haltelinie… er wollte nämlich auch rechts abbiegen und deshalb stellte er sich links neben den Laster. HÄH? Genau, er wollte rechts abbiegen und stellte sich links neben den Laster. Als es grün wurde, schob er sich schnell vor den Truck, wo ihn der Fahrer auch nicht unbedingt sehen konnte. Und es kam, wie es kommen musste: Der Radfahrer geriet unter den LKW und wurde von diesem überrollt. Dabei zog er sich tödliche Verletzungen zu und der Notarzt konnte ihn nicht mehr wiederbeleben.
http://www.darwinpreis.de/radfahrer-sch ... berfahren/

Wenn ein blaues Verkehrsschild einen Fahrradweg ausweist, dann ist dieser auch zu benutzen. Gibt es nur einen auf der Straße, dann darf/muss er auch in beide Richtungen genutzt werden. Gibt es hingegen auf jeder Straßenseite einen Fahrradweg, so sind diese jeweils in Fahrtrichtung des Autoverkehrs zu nutzen… soweit die Regeln. Doch es ist natürlich viel einfacher, aus einem Haus zu kommen und einfach nach links zu fahren, statt erst die Straße zu überqueren. Einfacher… nicht vernünftiger. Das musste leider auch eine Frau aus Brandenburg am eigenen Leib erfahren, als sie den Fahrradweg auf der Potsdamer Landstraße fuhr und plötzlich eine (korrekt) entgegenkommende Fahrradfahrerin touchierte. Daraufhin rutschte die "Geisterfahrerin" vom Rad auf die Straße und wurde dort von einem tonnenschweren Holzlaster überrollt.
Mehr lesen:
http://www.darwinpreis.de/tod-auf-dem-f ... ahrradweg/


Zu 90% erwischt es den Radfahrer MIT !
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon BingoBurner » So 9. Jun 2019, 06:38

frems hat geschrieben:(21 Jul 2016, 22:46)

Der Autokauf ist halt eine emotionale und nicht rationale Sache. Ich fand das an einer TU, an der Verkehrsingenieure ausgebildet werden, immer recht interessant. Vor allem viele Autofanatiker strömten in diesen Studiengang, in dem man Straßenverkehr als Schwerpunkt setzen konnte und dort der motorisierte Individualverkehr dominierte. Leidenschaft zum Beruf machen sozusagen. Manch einer hatte lieber einen 20 Jahre alten Mercedes, um zehn Minuten zur Uni zu fahren, statt sein bereits bezahltes Semesterticket zu nutzen, das Rad zu nehmen und/oder Geld für Urlaub, Hobbys, Konzerte oder sonstwas zu haben. Nach Studienende wollte kaum noch jemand einen Pkw besitzen und das lag nicht am Einkommen, das sie auf dem Arbeitsmarkt erzielten. Aber es muss ja jeder selbst wissen, welche Geldausgaben ihn glücklich machen und welche nicht. Leben und leben lassen. Zudem ist es ja auch eine gesellschaftliche, kulturelle Angelegenheit, wenn der eigene Pkw als Zeichen des Erwachsenwerdens ist. In Neuseeland hat (fast) jeder junge Mensch den Traum, eines Tages ein "quarter acre"-Grundstück mit Haus zu haben. Daher findet man selbst in der Millionenstadt Auckland nicht eine einzige Blockrandbebauung mit Mehrfamilien- oder zumindest Stadthäusern (https://en.wikipedia.org/wiki/Townhouse). In Zürich, Amsterdam, Kopenhagen oder Paris sind solche Wohnungen für Normalsterbliche kaum finanzierbar, weil die Nachfrage so groß ist, insb. durch Menschen mit sehr hohem Einkommen. Da gibt's halt kein "richtig" oder "falsch", sondern nur eine wirtschaftliche Nachfrage, die durch gesellschaftliche/regionale Gewohnheiten beeinflusst wird.




:thumbup: :thumbup: :thumbup:

Ganz ehrlich......ich muss deine Beiträge nicht mal zu Ende lesen. Sie sind einfach gut :thumbup:
Dont take your organs to heaven !
Heaven knows we need them here !

Dinge, die Impfgegner sagen : https://www.facebook.com/impfgegnerzitate/

Sleep On The Floor https://www.youtube.com/watch?v=v4pi1LxuDHc
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon jack000 » Di 25. Jun 2019, 17:31

Vorstoß aus Hamburg:
Mehr Verstöße: Werden Fahrrad-Kennzeichen bald Pflicht?

Radfahrer verursachen mehr Unfälle und begehen mehr Verkehrsverstöße. Das belegen Zahlen der Polizei und lösen Debatte aus.

Hamburg. Müssen bald auch Fahrräder mit Nummernschildern gekennzeichnet werden und Radfahrer eine Haftpflichtversicherung vorweisen? Diesen Vorschlag hat jetzt die Hamburger CDU gemacht. Hintergrund sind neue Zahlen zu den von Radfahrern in Hamburg verursachten Unfällen, festgestellten Verstößen gegen Verkehrsregeln und der Fahrerflucht von Radlern nach Unfällen. Laut Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Verkehrspolitikers Dennis Thering stieg die Zahl der von Radfahrern verursachten Unfälle von 1799 im Jahr 2017 auf 1852 im vergangenen Jahr. Entsprechend nahm die Zahl der Menschen zu, die dabei verletzt wurden: von 1398 auf 1432 an.

Diese moderaten Anstiege lassen sich vermutlich damit begründen, dass die Stadt wächst, immer mehr Hamburger mit dem Rad fahren und der Sommer 2018 sehr warm und trocken gewesen ist. Weitaus stärker gewachsen sind dagegen die Zahlen der von der Polizei mit Anzeigen geahndeten Verstöße von Radfahrern gegen Verkehrsregeln. So stieg die Zahl der Anzeigen wegen falschen Befahrens von Wegen und Straßen (also auch gegen die Fahrtrichtung) von 870 im Jahr 2017 auf 1482 im vergangenen Jahr – eine Zunahme um rund 70 Prozent.

Polizei registriert deutlich mehr Rotlicht-Sünder
Auch die Zahl der Anzeigen wegen des Überfahrens roter Ampeln wuchs deutlich: von 1472 auf 2362. Mehr als eine Verdopplung gab es bei den angezeigten Fällen von verbotener Nutzung von Handys oder Kopfhörern auf dem Fahrrad. Registrierte die Polizei in diesem Bereich 2017 noch 344 Anzeigen, waren es 2018 bereits 818. Angestiegen, allerdings moderat, ist auch die Zahl der Radfahrer, die sich nach von ihnen verursachten Unfällen widerrechtlich vom Unfallort entfernten. Registrierte die Polizei 2017 noch 248 Fälle von (Rad-)Fahrerflucht, so waren es im vergangenen Jahr 264.


Als häufigste Ursache für von Radfahrern verursachten Unfälle nennt der Senat in seiner Antwort die falsche Benutzung von Straßen und Wegen (also etwa das „Geisterradeln“ auf der falschen Seite), durch das im vergangenen Jahr 495 registrierte Unfälle verursacht wurden. Es folgen Rotlichtverstöße (123 Unfälle), das unachtsame Einfahren in Grundstückseinfahrten oder auf Wege und Straßen (104), die Verletzung der Vorfahrt (66), das Überholen (58) und „Fehlverhalten gegen Fußgänger“ (54).

2018 kontrollierte die Fahrradstaffel der Polizei 223 Radfahrer
Eine Ursache des in einigen Bereichen sehr deutlichen Anstiegs bei den Verkehrsverstößen von Radfahrern könnte neben dem guten Wetter 2018 theoretisch auch die Zunahme der Kon­trollen sein. Denn je mehr kontrolliert wird, desto mehr Verstöße werden natürlich registriert. Allerdings hat es in der Praxis ausweislich der Senatsangaben im vergangenen Jahr gar nicht mehr Kontrollen von Radfahrern gegeben, sondern in der Summe sogar minimal weniger. Zwar stieg die Zahl der Kontrollen durch die Fahrradstaffel der Polizei an: von 208 im Jahr 2017 auf 223 im vergangenen Jahr. Dafür kontrollierten die Kommissariate 2018 seltener, nämlich nur 378-mal statt 395-mal im Jahr 2017.

Obwohl die Stadt und der Radverkehr wachsen, gibt es damit zuletzt kontinuierlich weniger statt mehr Kontrollen. Gab es 2015 noch 667 Kontrollaktionen durch die Polizeikommissariate, so waren es 2016 nur noch 572, im Jahr nur noch 395 und zuletzt 2018 dann 378.

Kontrolldruck auf Radfahrer soll erhöht werden
CDU-Verkehrspolitiker Thering fordert denn auch, den „Kontrolldruck“ auf Fahrradrüpel zu erhöhen. Zugleich bringt Thering erneut eine Kennzeichnungs- und Versicherungspflicht für Radfahrer ins Gespräch. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Verstößen und einem „Rekordwert“ bei Fahrerfluchten müsse „auf Bundesebene darüber diskutiert werden, ob und in welchem Rahmen die Einführung einer Kennzeichnungspflicht von Fahrradfahrern und eine damit verbundene Versicherung Sinn machen könnte“, so Thering. Diese könnten „analog zu den Regelungen bei E-Scootern“, also Elektro-Tretrollern, gestaltet werden „und erst bei Kindern ab 14 Jahren gelten.“

Trotz rückläufiger Polizeikontrollen sei die Zahl der Anzeigen im Jahr 2018 um mehr als 93 Prozent gestiegen, sagte der CDU-Verkehrspolitiker. „Die Stadt darf bei Fahrradverstößen nicht länger wegsehen und muss die Kontrollen gegen ,Ramboradler‘ und Rotlichtsünder deutlich ausweiten.“

https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... gpyuv-LZ5Y

Aber:
Senat lehnt Kennzeichnung als „Bürokratiemonster“ ab
Aus der Innenbehörde hieß es, dass die Kontrollzahlen bereits in den ersten Monaten des Jahres 2019 deutlich angestiegen seien. So hatte es laut Senatsantwort auf die CDU-Anfrage bis 30. April dieses Jahres bereits 206 Kontrollaktionen durch Polizeikommissariate gegeben. Rechnet man diese Zahl aufs Jahr hoch, so käme man auf mehr als 600 Kontrollen im Gesamtjahr. Zugleich verwies die Innenbehörde darauf, dass von den 100 angekündigten neuen „Angestellten im Polizeidienst“ derzeit 20 am Ende ihrer Ausbildung seien und ab Juli eingesetzt würden – auch zur Kontrolle des Radverkehrs. Die Einführung einer Kennzeichnungspflicht für Fahrräder lehnt man in der Innenbehörde als „Bürokratiemonster“ ab. Der Aufwand einer solchen Pflicht wäre für Behörden, aber auch für Radfahrer, zu hoch, hieß es.

=> Wieso "hoher Bürokratischer Aufwand"? Ein jeder Hund muss auch eine Marke tragen. Warum soll das bei Fahrrädern nicht gehen?
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Teeernte » Di 25. Jun 2019, 17:44

jack000 hat geschrieben:(25 Jun 2019, 17:31)

Vorstoß aus Hamburg:



Aber:

=> Wieso "hoher Bürokratischer Aufwand"? Ein jeder Hund muss auch eine Marke tragen. Warum soll das bei Fahrrädern nicht gehen?


Der Kostenträger scheidet häufig von selbst aus der Statistik - und spart somit GELD.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mi 26. Jun 2019, 11:31

frems hat geschrieben:(21 Jul 2016, 22:46)

In Neuseeland hat (fast) jeder junge Mensch den Traum, eines Tages ein "quarter acre"-Grundstück mit Haus zu haben. Daher findet man selbst in der Millionenstadt Auckland nicht eine einzige Blockrandbebauung mit Mehrfamilien- oder zumindest Stadthäusern (https://en.wikipedia.org/wiki/Townhouse). In Zürich, Amsterdam, Kopenhagen oder Paris sind solche Wohnungen für Normalsterbliche kaum finanzierbar, weil die Nachfrage so groß ist, insb. durch Menschen mit sehr hohem Einkommen. Da gibt's halt kein "richtig" oder "falsch", sondern nur eine wirtschaftliche Nachfrage, die durch gesellschaftliche/regionale Gewohnheiten beeinflusst wird.


Was nur Quarter Acre und nicht 5 Acres???

In Neuseeland und bei uns ist halt mehr Platz! Nicht zu vergleichen mit den engen Lebensrauemen in Europa
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon jack000 » Di 13. Aug 2019, 15:10

Minden/Bad Oeynhausen (mt/ps). Die Polizei hat in der vergangenen Woche bei Schwerpunktkontrollen in Minden und Bad Oeynhausen verstärkt Radfahrer in den Fokus genommen. Bei der fünftägigen Aktion überprüften die Einsatzkräfte an wechselnden Orten 465 Radfahrer. Bei annähernd der Hälfte von ihnen hatten die Beamten Grund zum Einschreiten.

Bei den insgesamt 210 Verkehrsverstößen erhoben die Polizisten in 131 Fällen ein Verwarnungsgeld. 79 Mal beließen sie es bei einer mündlichen Verwarnung. Zudem wurden fünf Anzeigen im Bußgeldbereich gefertigt. Am häufigsten schritten die Beamten wegen der fehlerhaften Benutzung des Radwegs ein - 128 Fälle wurden hier aufgenommen. Aber auch die Beeinträchtigung des Gehörs, die Ablenkung durch ein Handy sowie eine mangelhafte Beleuchtung oder andere technische Mängel führten zu Sanktionen.

Grund für den mehrtägigen Einsatz der Polizei war die Verkehrsunfallentwicklung im Kreis Minden-Lübbecke im vergangenen Jahr. So ereigneten sich 2018 kreisweit 1.059 Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Insgesamt verunglückten dabei 1.343 Menschen, 333 davon waren Radfahrer. Im Gegensatz zum Jahr 2017 waren das 100 verunglückte Radfahrer (+42,9 Prozent) mehr. Somit handelte es sich statistisch betrachtet bei jedem vierten Verunglückten um einen Radfahrer.

https://www.mt.de/lokales/minden/225324 ... SQ2IjbIdjU

Ein wichtiger Faktor bei den zukünftigen Regelungen für Fahrradfahrer sind offensichtlich Kontrollen, da Regelverstöße offensichtlich keine Einzelfälle sind sondern eher zum Regelfall tendieren ...
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 13. Aug 2019, 15:22

jack000 hat geschrieben:(13 Aug 2019, 15:10)

https://www.mt.de/lokales/minden/225324 ... SQ2IjbIdjU

Ein wichtiger Faktor bei den zukünftigen Regelungen für Fahrradfahrer sind offensichtlich Kontrollen, da Regelverstöße offensichtlich keine Einzelfälle sind sondern eher zum Regelfall tendieren ...

Man verstößt gegen Regeln weil die Regeln für den Autoverkehr und für den Autoverkehr optimierte Straßen gemacht werden. Als Radler muß man sich da was einfallen lassen um so einigermassen zügig und sicher zum Ziel zu kommen. Man muß also vor allem intelligente Radwege bauen und das Ganze nicht nur als lästiges Anhängsel des Straßenbaus betrachten.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Schnitter » Di 13. Aug 2019, 18:19

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Aug 2019, 15:22)

Man verstößt gegen Regeln weil die Regeln für den Autoverkehr und für den Autoverkehr optimierte Straßen gemacht werden. Als Radler muß man sich da was einfallen lassen um so einigermassen zügig und sicher zum Ziel zu kommen. Man muß also vor allem intelligente Radwege bauen und das Ganze nicht nur als lästiges Anhängsel des Straßenbaus betrachten.


In einigen anderen europäische Ländern wie z.B. den Niederlanden ist das super gelöst.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 14. Aug 2019, 15:27

Schnitter hat geschrieben:(13 Aug 2019, 18:19)

In einigen anderen europäische Ländern wie z.B. den Niederlanden ist das super gelöst.

Dieses Bild hatte ich vor Augen.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Sa 17. Aug 2019, 13:36

Ein paar Verbesserungen sollen in der StVO-Novelle eintreten.

Überholverbot von Radfahrenden: Wenn es zu eng und unübersichtlich wird an einer Stelle auf der Straße, kann die Stadt oder Gemeinde dieses neue Verkehrszeichen aufstellen: Hier herrscht dann Überholverbot von Fahrrädern und anderen einspurigen Fahrzeugen.

Klarer Mindestabstand beim Überholen: Mindestens 1,5 Meter innerhalb und zwei Meter außerhalb von Ortschaften - dieser Abstand muss von Kraftfahzeugen beim Überholen von Fußgängern, Radfahrern und Elektrokleinstfahrzeugen eingehalten werden. Bisher schreibt die Straßenverkehrsordnung lediglich einen "ausreichenden

Grünpfeil ausschließlich für Radfahrer: Der grüne Pfeil für Rechtsabbieger wird mit der Novelle auch auf Radfahrer ausgedehnt, wenn sie von einem Radfahrstreifen oder Radweg rechts abbiegen wollen. Außerdem wird ein gesonderter Grünpfeil eingeführt, der allein für Radfahrer gilt.

Einrichtung von Fahrradzonen: Vergleichbar mit Tempo 30-Zonen sollen in Zukunft auch Fahrradzonen mit der Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h von Städten und Gemeinden angeordnet werden können. Elektrokleinstfahrzeuge sollen dort auch fahren dürfen.

Generelles Halteverbot auf Schutzstreifen: Auf Schutzstreifen für den Radverkehr - markiert durch eine gestrichelte Linie - soll künftig ein generelles Halteverbot eingeführt werden. Bislang können Autos noch bis zu drei Minuten dort halten, was oft dazu führt, dass sie Radfahrenden den Weg versperren.

Extra-Platz für Lastenfahrräder: Noch ein neues Schild, dieses gilt speziell für Lastenfahrräder. Mit dem Schild können Parkflächen und Ladezonen ausschließlich Lastenfahrrädern vorbehalten werden. Auch darüber entscheiden die zuständigen Straßenverkehrsbehörden.

Nebeneinanderfahren gern gesehen: Wer auf dem Fahrrad nebeneinander fährt, dem ist das zukünftig ausdrücklich erlaubt. Die bisherige Formulierung in der StVO stellt das Hintereinanderfahren in den Vordergrund. Das soll in Zukunft anders formuliert werden.

Radschnellwege: Das Verkehrszeichen "Radschnellweg" soll in die StVO aufgenommen werden. Damit können auch Wege unabhängig von der Art der Fahrbahn als Radschnellwege ausgezeichnet werden, wie zum Beispiel Wege mit sandigem Untergrund.

Freie Fahrt auf mehr Einbahnstraßen: Straßenverkehrsbehörden sollen verstärkt prüfen, ob sie Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrende öffnen. Dafür soll die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur StVO geändert werden.

https://www.tagesschau.de/inland/verkeh ... g-101.html

Insgesamt aber sehr zaghaft und nicht ausreichend. Aber nun gut, das Bundesautomobilindustrieministerium ist geistig immerhin in den 90ern angekommen statt weiter in den 60ern festzuhängen. Das ist schon mal ein Fortschritt, aber noch keine Lösung. Dazu auch:

"Solange die Straßenverkehrsordnung nur ein bisschen verschärft und vor allem nicht sicher durchgesetzt wird, wird die Dominanz der Autos bestimmt nicht gebrochen", kommentiert Kristin Becker die Reformpläne von Bundesverkehrsminister Scheuer.
https://twitter.com/tagesthemen/status/ ... 3008886784
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Nightrain
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Nightrain » So 18. Aug 2019, 12:22

Wir brauchen auf jeden Fall eine Neukonzeption der Führerscheins. Es ist eben nicht mehr sicher, dass fast alle einen Führerschein machen und sich dort intensiv mit den Verkehrsregeln auseinander setzen müssen. Die Folge ist, dass gerade im dichten Verkehr der Großstädte immer mehr Menschen auf dem Fahrrad unterwegs sind, deren Verkehrserziehung sich auf 5 Übungsstunden in den Grundschule beschränkt. Das kann nur zu Chaos führen.

Und zu den Änderungen an der StVO sag ich nur eines: wenn das nicht als Infoblatt zusammen mit dem Kfz-Steuerbescheid mitgeschickt wird, gibt das auch der Straße Mord und Totschlag. Das kann ich ja gar nicht mehr zählen, wie oft ich in den letzten Jahren im Zentimeterabstand überholt wurde oder in engeren Straßen (aber natürlich auf beiden Seiten parken erlaubt) zusammengehupt wurde, dass ich gefälligst in eine Parklücke fahre und anhalte, damit der Herr Autofahrer ein paar Sekunden schneller an der nächsten roten Ampel stehen kann.

Ganz ehrlich, mit der Novelle und ohne Information an alle Autofahrer, braucht man ja zum Selbstschutz fast eine Dashcam am Fahrrad...
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon Quatschki » So 18. Aug 2019, 12:43

Wir leben auf einer Insel der Seligen

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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon frems » Mi 21. Aug 2019, 18:40

Nightrain hat geschrieben:(18 Aug 2019, 12:22)
Ganz ehrlich, mit der Novelle und ohne Information an alle Autofahrer, braucht man ja zum Selbstschutz fast eine Dashcam am Fahrrad...

Ich glaube nicht, dass das viel hilft. Die Raser vertrauen höchstens ADAC und BILD. Da die Anforderungen an Führerscheine sehr gering sind, sollte man nicht erwarten, dass sich da jemand informiert und sowas liest. Frag mal einen Autofahrer, ob er sich unvorbereitet zutrauen würde, die Theorieprüfung heute zu bestehen. Ich wurde auch schon mehrmals angepöbelt, weil ich auf dem Fahrstreifen fahre statt mit 30-35 km/h über den parallel verlaufenden Radweg, wo Schlaglöcher und Baumwurzeln eine sichere Fahrt unmöglich machen. Gesprächsbereit sind die Autofahrer ja mangels Diskussionskultur nicht, aber Ausnahmen bestätigen ja die Regeln. Wenn man ihnen mitteilt, dass die Existenz eines Radwegs nicht dessen Nutzung vorschreibt, sondern nur entsprechende Verkehrszeichen, sind sie immer sehr verdattert und fragen, ob das jetzt neu sei. Je nach Betrachtung ist es das auch. 1997 wurde diese Änderung von Bundestag und -rat beschlossen. Da war Kohl noch Kanzler. 1998 trat sie dann in Kraft. Aber hey, woher soll man das auch wissen? Lieber jeden Tag einen roten Kopf kriegen, wild herum hupen, sabbernd fluchen, keifend pöbeln und sich toll fühlen, Leute knapp zu überholen. Da wird der Mensch zum Tier. Wer ein anderes Verkehrsmittel nutzt, solle möglichst verunglücken. Das wünscht man sonst niemandem, aber im Straßenverkehr gelten andere Regeln und man findet es sogar lustig, wenn in der Zeitung wieder von Toten die Rede ist, solange es "die anderen" sind.
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Re: Wie soll zunehmender Fahrradverkehr geregelt werden?

Beitragvon jack000 » Mi 21. Aug 2019, 21:17

frems hat geschrieben:(21 Aug 2019, 18:40)

Ich glaube nicht, dass das viel hilft. Die Raser vertrauen höchstens ADAC und BILD. Da die Anforderungen an Führerscheine sehr gering sind,

1100 Fragen, davon 70 in der Prüfung, 2 davon falsch beantwortet => Nix Führerschein!
=> Ist doch immerhin etwas ..., zumal dem Autos versichert werden müssen ...

Frag mal einen Autofahrer, ob er sich unvorbereitet zutrauen würde, die Theorieprüfung heute zu bestehen.

- Welche Frage stellt man dann einem Fahrradfahrer?
- Gibt es irgendeine Minimalkonfiguration für das fahren mit einem Fahrrad?
- Wenn ein Fahrradfahrer einen Unfall verursacht, welche Versicherung zahlt dann?
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