Reconquista Zypern

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Reconquista Zypern

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 18. Mai 2019, 05:02

Was haltet ihr von einer einer Rückeroberung Zyperns?

Seit 1974 ist ein Teil Zyperns völkerrechtswidrig durch die Türkei besetzt.

Zypern gehört als ganze Insel zur EU (auch der besetzte Teil).
Somit ist ein Teil der EU aktuell durch die Türkei militärisch besetzt.

Wäre es eine Option mit einer europäischen Armee diesen besetzten Teil zurückzuerobern, oder ist uns als Europäer die Besetzung egal, da dort die Bevölkerung sowieso schon ausgetauscht wurde (erfolgreicher "kleiner" Bevölkerungsaustausch).

Sollte dann der aktuelle Zustand dann nicht demokratisch legitimiert werden und Zypern offiziell geteilt?
Das wäre dem griechischen Teil dann zukünftig auch eine Lektion was die Migrationspolitik angeht (und dem Rest Europas hoffentlich auch).
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon watisdatdenn? » Sa 18. Mai 2019, 06:26

Aufgrund leidvoller Erfahrung:

Bevor dieser Thread gelöscht wird (wegen "Spam" "provokation" "Moderator hat türkischen Migrationshintergrund und ist heftig getriggert" oder ähnlichem) bitte ich inständig darum diesen Thread nicht zu löschen (Ablage), sondern ihn in die Weinstube zu verschieben.

Ansonsten freue ich mich über eine hochwertige Diskussion zu diesem wichtigen, weil wegweisenden, Thema.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon imp » Sa 18. Mai 2019, 08:57

watisdatdenn? hat geschrieben:(18 May 2019, 06:26)

Aufgrund leidvoller Erfahrung:

Bevor dieser Thread gelöscht wird (wegen "Spam" "provokation" "Moderator hat türkischen Migrationshintergrund und ist heftig getriggert" oder ähnlichem) bitte ich inständig darum diesen Thread nicht zu löschen (Ablage), sondern ihn in die Weinstube zu verschieben.

Ansonsten freue ich mich über eine hochwertige Diskussion zu diesem wichtigen, weil wegweisenden, Thema.

Lass uns das ganze doch mal seriös diskutieren. Die Auseinandersetzung um Zypern ist weit älter als die Unabhängigkeit der Insel in den 60ern. Immer gab es Zyperngriechen, die das Land gern Griechenland angeschlossen sähen und andere Einwohner, die kulturell mehr asiatisch geprägt sind und der Sache nichts abgewinnen. Das geht seit dem 19. Jahrhundert oder länger.

Die Besetzung in den 70ern erfolgte mit einer gewissen Vorgeschichte. Geographisch ist Zypern Asien, kulturell sehr europäisch mit asiatischen Einflüssen. Die "türkische Republik Nordzypern" ist formal kein Teil der Türkei.

Man hat sich daran gewöhnt und mit vielen kleinteiligen und inoffiziellen Kontakten ein Miteinander gefunden, ohne seine Ansprüche aufzugeben. Das ist das, was wir auch in der Makedonienfrage auf der Ebene der Symbole sehen.

Ohne Zweifel muss sich die Türkei als Garant ihres nicht anerkannten Klientelstaatea auf eine Legalisierung (gleich welcher Art) verständigen, wenn sie eines Tages in die EU will.

Die Türkei ist aber auch Natopartner und hätte im Falle eines Angriffs auf ihre Streitkräfte oder ihr Territorium Anrecht auf Beistand. Für einen Überfall auf Nordzypern oder auf die Türkei insgesamt gibt es keinen Anlass, keine Rechtfertigung - dafür nimmt auch niemand tote Söhne oder Töchter in Kauf, dafür will niemand tote Zivilisten sehen.

Man sollte die Frage lösen, aber nicht so.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon H2O » Sa 18. Mai 2019, 20:38

Die EU ist seinerzeit über die Beitrittsbedingung "Keine offenen Gebietsforderungen gegen andere Staaten" an der Nase herum geführt worden. Holzschnitt artig: Zuerst wollten die Inselgriechen mehrheitlich eine Verständigung mit den Inseltürken, die aber wollten das nicht. Endlich hatten die Inselgriechen ihre Mitgliedschaft, wollten aber die Verständigung mit den Inseltürken nicht mehr. Dafür hatten die nun den heißen Begehr einer EU-Mitgliedschaft. Und so spielen beide Seiten ein ganz und gar unvorhersehbares politisches Spiel, in dem die Türkei als "Schutzmacht" auch noch tüchtig mitmischt.

Die EU sollte die Teilung der Insel als Tatsache sehen und ansonsten nichts unternehmen, was diesen Zustand ändern könnte. Sie machte sich damit zum willfährigen Opfer türkischer, inselgriechischer und inseltürkischer Spielereien. Wenn dort Menschen sterben sollen, dann bitte nur die der am Streit beteiligten Seiten.

Auf die Türkei als EU-Beitrittskandidat braucht die EU in keiner Weise Rücksicht zu nehmen. Diese Tür ist von der Türkei durch Veränderungen ihres politischen Machtgefüges zugeschlagen worden. Am besten tut man an der Stelle gar nichts, dann gibt es auch keinen Anlaß zu Gebrüll am Bosporus. Die deutsche Diplomatie ist doch sehr deutlich auf Abstand zur Türkei gegangen. Eine besondere deutsch-türkische Beziehung wird allenfalls durch die große Zahl türkisch-stämmiger deutscher Mitbürger am Leben gehalten.

Irgendwie wursteln die beteiligten Parteien sich vor Ort um Zypern herum durch. Zu Aufsehen erregenden Kraftakten ist niemand dort bereit.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon imp » Sa 18. Mai 2019, 20:46

H2O hat geschrieben:(18 May 2019, 20:38)

Die EU ist seinerzeit über die Beitrittsbedingung "Keine offenen Gebietsforderungen gegen andere Staaten" an der Nase herum geführt worden. Holzschnitt artig: Zuerst wollten die Inselgriechen mehrheitlich eine Verständigung mit den Inseltürken, die aber wollten das nicht. Endlich hatten die Inselgriechen ihre Mitgliedschaft, wollten aber die Verständigung mit den Inseltürken nicht mehr. Dafür hatten die nun den heißen Begehr einer EU-Mitgliedschaft. Und so spielen beide Seiten ein ganz und gar unvorhersehbares politisches Spiel, in dem die Türkei als "Schutzmacht" auch noch tüchtig mitmischt.

Die EU sollte die Teilung der Insel als Tatsache sehen und ansonsten nichts unternehmen, was diesen Zustand ändern könnte. Sie machte sich damit zum willfährigen Opfer türkischer, inselgriechischer und inseltürkischer Spielereien. Wenn dort Menschen sterben sollen, dann bitte nur die der am Streit beteiligten Seiten.

Auf die Türkei als EU-Beitrittskandidat braucht die EU in keiner Weise Rücksicht zu nehmen. Diese Tür ist von der Türkei durch Veränderungen ihres politischen Machtgefüges zugeschlagen worden. Am besten tut man an der Stelle gar nichts, dann gibt es auch keinen Anlaß zu Gebrüll am Bosporus. Die deutsche Diplomatie ist doch sehr deutlich auf Abstand zur Türkei gegangen. Eine besondere deutsch-türkische Beziehung wird allenfalls durch die große Zahl türkisch-stämmiger deutscher Mitbürger am Leben gehalten.

Irgendwie wursteln die beteiligten Parteien sich vor Ort um Zypern herum durch. Zu Aufsehen erregenden Kraftakten ist niemand dort bereit.

Es ist gut, die Teilung als Realität anzuerkennen. Das heißt nicht, sie für legal oder sonst etwas zu halten.
Jedoch sollte man vielleicht wirklich einmal gemeinsam und frei für legale Verhältnisse sorgen. Vielleicht auch erst unter dem nächsten Anführer.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon H2O » Sa 18. Mai 2019, 21:05

imp hat geschrieben:(18 May 2019, 20:46)

Es ist gut, die Teilung als Realität anzuerkennen. Das heißt nicht, sie für legal oder sonst etwas zu halten.
Jedoch sollte man vielleicht wirklich einmal gemeinsam und frei für legale Verhältnisse sorgen. Vielleicht auch erst unter dem nächsten Anführer.


Ich würde für solche Versuche auch nicht einen Anlauf unternehmen. Der Konflikt ist uralt, mindestens seit der Eroberung Zyperns durch die Türken gibt es ihn. Nur konnte die schiere Macht der Osmanen jeden Versuch einer Loslösung vom osmanischen Reich verhindern. Das Thema müssen die Konfliktparteien unter sich lösen... oder eben damit leben.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon Quatschki » Sa 18. Mai 2019, 21:18

Ist doch so ähnlich wie mit der Krim
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon imp » Sa 18. Mai 2019, 21:22

Quatschki hat geschrieben:(18 May 2019, 21:18)

Ist doch so ähnlich wie mit der Krim

Es gibt auch Unterschiede. In der Krim gab es nur die Ukraine und die, die lieber Russen sein wollen.

Hier haben wir die, die lieber Türken sein wollen - weil die anderen das ganze Land an Griechenland anschließen wollten - und es gibt Fans der Unabhängigkeit, geteilt oder ungeteilt. Zudem geht es um einen Natopartner.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 20. Mai 2019, 01:04

Quatschki hat geschrieben:(18 May 2019, 21:18)
Ist doch so ähnlich wie mit der Krim

Es gibt schon Unterschiede:
Wir haben Wirtschaftssanktionen gegen Russland gemacht..
Die Türkei unterstützen wir mit Milliardenbeträgen..

Ich persönlich würde weder das eine noch das andere machen.. Aber man erkennt schon eine unterschiedliche diplomatische Herangehensweise, in einem sehr ähnlich strukturierten Konflikt.


Das harmonische zusammenleben der Türken und Griechen auf Zypern ist auf diesem Bild eines zyprischen Wandgemäldes gut zusammenfasst:
https://ibb.co/PNJTJVy
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 20. Mai 2019, 01:51

imp hat geschrieben:(18 May 2019, 08:57)
Die Türkei ist aber auch Natopartner und hätte im Falle eines Angriffs auf ihre Streitkräfte oder ihr Territorium Anrecht auf Beistand. Für einen Überfall auf Nordzypern oder auf die Türkei insgesamt gibt es keinen Anlass, keine Rechtfertigung -

Die Türkei kann nicht erwarten, dass die EU das widerrechtliche Besetzen eines ihrer Mitgliedstaaten hinnimmt ohne dass sich (mit zeitlicher Verzögerung) gewehrt wird!

Die Rechtfertigung ist das Recht das eigene Territorium gegen eine feindliche Macht (Türkei) zu verteidigen und dafür auch um Hilfe zu bitten.

Zypern/Griechenland ist dafür nicht stark genug.
Die EU gemeinsam wäre es und könnte dieses große Unrecht korrigieren.

Ich denke es ist Zeit dem Pausenhofbully (Erst vor kurzem auch in Syrien einmarschiert, und will jetzt aktuell Zypern die Ressourcen im Meer klauen) einmal die Grenzen aufzuzeigen, da es über Worte offensichtlich nicht funktioniert...

Die Nato würde hier nicht greifen, da es nur eine Verteidigung Zyperns ist.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon unity in diversity » Mo 20. Mai 2019, 06:09

Eingefroren:
https://i1.prth.gr/images/963x541/files ... sinred.png
Rot, britisches Territorium,
Grau, UN Pufferzone.
Diese Linie nach Süden, oder Norden zu überrennen, kostet den Akteur international Prestigepunkte.
Die Briten hätten 1974 etwas unternehmen können, haben sie aber nicht.
Man ist leider gezwungen, den kleinasiatischen Autokraten bei Laune zu halten, sonst wendet er sich offen gegen Europa. Das S500-Projekt zeigt die ungefähre Richtung und dann wäre noch Merkels Flüchtlingsdeal zu beachten, welcher nicht unkündbar ist.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon imp » Mo 20. Mai 2019, 06:45

watisdatdenn? hat geschrieben:(20 May 2019, 01:51)

Die Türkei kann nicht erwarten, dass die EU das widerrechtliche Besetzen eines ihrer Mitgliedstaaten hinnimmt ohne dass sich (mit zeitlicher Verzögerung) gewehrt wird!

Die Rechtfertigung ist das Recht das eigene Territorium gegen eine feindliche Macht (Türkei) zu verteidigen und dafür auch um Hilfe zu bitten.

Weder bittet Zypern um Hilfe noch ist es den Griechen nach dem Zypernabkommen erlaubt, sich einzumischen.
Dass der Zypernkonflikt mindestens ein Kalter werden musste, war für den EU-Beitritt wichtig. Entsprechende EU-Verträge sind für den türkischen Teil suspendiert.

Ich denke es ist Zeit dem Pausenhofbully (Erst vor kurzem auch in Syrien einmarschiert, und will jetzt aktuell Zypern die Ressourcen im Meer klauen)


Dieses hohle Gequatsche ist keinerlei Grund, das Zusammenleben auf der Insel nachhaltig zu belasten und zahlreiche Tote zu produzieren. Die Historie der Insel ist an schlechten nationalistischen Exzessen reich genug - kann man alles nachlesen.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 20. Mai 2019, 06:48

unity in diversity hat geschrieben:(20 May 2019, 06:09)
Grau, UN Pufferzone.

Man könnte ja diese Linie respektierten und direkt im nördlichen Teil anlanden.

Vielleicht ist das aber auch nicht nötig, wenn man der Türkei klar macht, dass man es ernst meint, mag sie ja vielleicht wieder an den Verhandlungstisch um eine vernünftige und dauerhafte Lösung für dieses EU Gebiet zu erzielen.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 20. Mai 2019, 06:52

imp hat geschrieben:(20 May 2019, 06:45)
Weder bittet Zypern um Hilfe

Weil sie wissen dass ihr Hilferuf aktuell auf taube Ohren stößt und in noch mehr Prügel vom Bully resultiert.

Wenn von Europa das Signal zur Bereitschaft der Hilfe kommt, traut sich Zypern dann auch diesen Hilferuf zu senden, davon bin ich überzeugt!
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon JJazzGold » Mo 20. Mai 2019, 08:03

Realistisch erscheint mir, dass es eines Tages einen eigenständigen Staat Zypern geben wird. Das mag noch ein bis zwei Generationen dauern, aber die Zyprioten stehen sich längst nicht mehr als zwei verfeindete Blöcke gegenüber, wie es die Tagespolitik vermitteln will.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon imp » Mo 20. Mai 2019, 08:28

JJazzGold hat geschrieben:(20 May 2019, 08:03)

Realistisch erscheint mir, dass es eines Tages einen eigenständigen Staat Zypern geben wird. Das mag noch ein bis zwei Generationen dauern, aber die Zyprioten stehen sich längst nicht mehr als zwei verfeindete Blöcke gegenüber, wie es die Tagespolitik vermitteln will.

Du meinst sicher vereinigt? Eigenständig sind sie ja.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon JJazzGold » Mo 20. Mai 2019, 09:27

imp hat geschrieben:(20 May 2019, 08:28)

Du meinst sicher vereinigt? Eigenständig sind sie ja.


Ich meine, als ein Staat Zypern, mit zypriotischen Bürgern, ohne Grenze, mit einem Parlament.
Darin sind sich auch meine inzwischen längst erst zypriotischen und dann griechischen Freunde einig.
In ein bis zwei Generationen sind die Erinnernden der Untaten ausgestorbe und dann überwiegen gemeinsame Interessen.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon Cobra9 » Mo 20. Mai 2019, 11:43

Frankreich reagiert jedenfalls und bezieht Stellung

https://www.wallstreet-online.de/nachri ... mittelmeer


Eine weitere Partei hat mittlerweile der Türkei gedroht. Ägypten sieht seine Rechte verletzt.
Das Böse hat einen Namen. Schokolade !

User auf Ignore erhalten keine Antwort

Auf meiner Liste : Alter Stubentiger
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon H2O » Mo 20. Mai 2019, 12:12

JJazzGold hat geschrieben:(20 May 2019, 09:27)

Ich meine, als ein Staat Zypern, mit zypriotischen Bürgern, ohne Grenze, mit einem Parlament.
Darin sind sich auch meine inzwischen längst erst zypriotischen und dann griechischen Freunde einig.
In ein bis zwei Generationen sind die Erinnernden der Untaten ausgestorbe und dann überwiegen gemeinsame Interessen.


Dieser Herzenswunsch klingt so verführerisch, weil er auch so glaubwürdig ist. Dennoch scheint mir das Zusammenleben von gleich zwei national gesonnenen Völkern mit Herren-/Knecht-Vergangenheit, mit einigem Sendungsbewußtsein obendrein, ganz und gar undenkbar zu sein. In diesem Sinne werden sich immer genügend viele Scharfmacher finden, die die Insel vom jeweils anderen Bevölkerungsteil befreien möchten, bestenfalls einer Art Apartheitverhältnis etwas abgewinnen können.

Wir erleben doch im eigenen Lande, wie eigensinnig und bewußt fremdelnd türkische Moscheevereine dem Anliegen größerer Verschmelzung ihrer Minderheit in unsere deutsche Gesellschaft entgegen arbeiten. Der türkische Staatspräsident selbst predigt doch, daß die Assimilation seiner Türken in unsere deutsche Mehrheitsgesellschaft ein Verbrechen gegen sein Volk ist. Will sagen, daß es auch in 100 oder 200 Jahren Türken in Deutschland geben soll, die ihrem fernen Präsidenten folgen. Man muß doch nur den Niedergang aller anderen als der islamisch-türkischen Bevölkerungsgruppen in der Türkei beobachten, um zu verstehen, welchen Risiken sich die Inselgriechen dort aussetzen werden. Und der imperiale Druck der Türkei hat sich doch schon in Syrien gezeigt, wo nur der vorprogrammierte Krach mit den USA die Regierung in Ankara davon abgebracht hat, den Grenzstreifen unter Mitwirkung von Kopfabschneidern von Kurden zu "säubern". Auf Zypern siedeln inzwischen auch >300.000 Anatolier, die gar nichts mit einem gemeinsamen griechisch-türkischen Zusammenleben zu tun hatten.

Ich halte die bestehende Lösung für die bestmögliche Lösung, und ich wäre sofort hellwach, wenn jemand daran etwas zu ändern versuchte.
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Re: Reconquista Zypern

Beitragvon watisdatdenn? » Mo 20. Mai 2019, 12:58

H2O hat geschrieben:(20 May 2019, 12:12)
Ich halte die bestehende Lösung für die bestmögliche Lösung, und ich wäre sofort hellwach, wenn jemand daran etwas zu ändern versuchte.

Was spricht dagegen die illegale Besatzung zu beenden?!

Sie wollen also die illegale Besetzung eines Landes der EU durch Schulterzucken festigen?

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