Europatag 9.Mai

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garfield336
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Re: Europatag 9.Mai

Beitragvon garfield336 » Mo 20. Mai 2019, 11:08

imp hat geschrieben:(11 May 2019, 15:30)

Aber das weiß man doch. Der fette Göring verschätzte sich mit seiner Aussage, die Luftwaffe könne Entsatz, Versorgung oder Evakuierung des BEF über See- oder Luftweg verhindern. Die Nachschubwege der deutschen Bodentruppen waren vom Blitzkrieg stark gedehnt, einige Befehlshaber wollten Nachschub und kämpfende Truppe schonen. Unter Görings Versprechen glaubte man zunächst, mangels Versorgung würden die Verbände des BEF bald kampflos aufgeben - was ja eines der zentralen Konzepte der Blitz-Strategie war: Umklammern, isolieren, unhaltbar machen statt frontal zu kämpfen.


Unter diesen Umständen mus man davon ausgehen, dass auch ein Frontalangriff auf die Truppen in Dünkirchen nicht ohne eigene Verluste möglich gewesen wäre.

Sie waren durchaus noch kampffähig. und die Nachschubrouten sogar noch intakt (Somst wäre eine Evakuierung ja gar nicht möglich).

Es waren ihnen vermutlich auch recht so.... die Briten ohne Kampf dort "besiegt" zu haben.
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H2O
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Re: Europatag 9.Mai

Beitragvon H2O » Mo 20. Mai 2019, 13:30

garfield336 hat geschrieben:(20 May 2019, 11:04)

Nun nachdem deutsche Bomber über die britischen Inseln flogen hatten sie wohl kaum eine Wahl.


Na ja, sie hätten es erneut mit Verhandlungen versuchen können, wenn auch zu nachteiligen Bedingungen. Sie hätten ihr Ultimatum fallen lassen können. Allerdings bin ich überzeugt, daß sie dem Krieg nicht hätten ausweichen können... aber der Versuch ist ja auch aller Ehren wert, wenn man einmal weiß, was "Krieg" bedeutet.
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H2O
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Re: Europatag 9.Mai

Beitragvon H2O » Mo 20. Mai 2019, 13:37

garfield336 hat geschrieben:(20 May 2019, 11:08)

Unter diesen Umständen mus man davon ausgehen, dass auch ein Frontalangriff auf die Truppen in Dünkirchen nicht ohne eigene Verluste möglich gewesen wäre.

Sie waren durchaus noch kampffähig. und die Nachschubrouten sogar noch intakt (Somst wäre eine Evakuierung ja gar nicht möglich).

Es waren ihnen vermutlich auch recht so.... die Briten ohne Kampf dort "besiegt" zu haben.


Dieses Bild kann ich mir von den Ereignissen damals nicht machen. Ein konzentrierter Angriff auf das Expeditionsheer hätte sicher eine schrecklich demoralisierende Wirkung gehabt. Aber es ist gut, daß die Heeresleitung der Nazis sich so zurück gehalten hat.
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imp
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Re: Europatag 9.Mai

Beitragvon imp » Mo 20. Mai 2019, 20:30

garfield336 hat geschrieben:(20 May 2019, 11:08)

Unter diesen Umständen mus man davon ausgehen, dass auch ein Frontalangriff auf die Truppen in Dünkirchen nicht ohne eigene Verluste möglich gewesen wäre.

Sie waren durchaus noch kampffähig. und die Nachschubrouten sogar noch intakt (Somst wäre eine Evakuierung ja gar nicht möglich).

Es waren ihnen vermutlich auch recht so.... die Briten ohne Kampf dort "besiegt" zu haben.

Es kommen wie immer viele Faktoren zusammen. Da stand am Ende ein Haufen Spielzeug unbenutzt am Strand, das das BEF nicht mitnehmen konnte. Wir reden hier gemütlich über vergangene Ereignisse, mutmaßlich können wir das nur genau weil damals verschiedene Dinge nicht "ideal" liefen. Aber sicher wäre mit entsprechenden Bemühungen auch die Evakuierung viel schwieriger und verlustreicher geworden.
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Re: Europatag 9.Mai

Beitragvon Europa2050 » Di 21. Mai 2019, 08:30

H2O hat geschrieben:(20 May 2019, 13:30)

Na ja, sie hätten es erneut mit Verhandlungen versuchen können, wenn auch zu nachteiligen Bedingungen. Sie hätten ihr Ultimatum fallen lassen können. Allerdings bin ich überzeugt, daß sie dem Krieg nicht hätten ausweichen können... aber der Versuch ist ja auch aller Ehren wert, wenn man einmal weiß, was "Krieg" bedeutet.


Hitlers Ziele lagen stets im Osten - der Westen (im Prinzip auch Polen) standen da nur im Weg.
Eine „befreundete“ Regierung vorausgesetzt, hätte Hitler GB sicher einen Status Irgendwo zwischen Vichy-Frankreich und Italien zugestanden.
Für die UdSSR undenkbar, da gab es ab Juni 41 nur Siegen oder untergehen und versklavt werden.

Und doch haben die Briten den schmerzhaften Schwenk von Appeasement zu Widerstand hinbekommen und Ende 40 als erste die Wehrmacht in der Situation zwischen den Giganten von 1,5:1,5 (D und unterstützende aber nicht kriegsbeteiligte UdSSR vs. UK und unterstützende aber nicht kriegsbeteiligte USA) zum Stehen gebracht.
Ab Ende 41 war die Situation dann 2:3 (D und J vs. UK, USA und UdSSR) was dann ja nach furchtbaren Opfern auch zur Niederlage der Faschisten führte.

Aber dabei bleibe ich - der erste und wichtigste Punkt zur Rettung Europas bleibt in London - wie gesagt, auch wenn sie sich jetzt anstellen, wie die letzten Eier.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
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Re: Europatag 9.Mai

Beitragvon H2O » Di 21. Mai 2019, 08:52

Europa2050 hat geschrieben:(21 May 2019, 08:30)
...

...

Aber dabei bleibe ich - der erste und wichtigste Punkt zur Rettung Europas bleibt in London - wie gesagt, auch wenn sie sich jetzt anstellen, wie die letzten Eier.


Vielleicht muß man dieses hirnrissige BREXIT-Verhalten "philosophisch" sehen: Wer so oft Recht hatte, der kommt gar nicht auf den Gedanken, daß er sich nun mit dem BREXIT im gestreckten Galopp auf dem Holzweg befindet. Frau May tut mir leid; die hat wohl verstanden, worauf sich ihre Landsleute einlassen, und sie hat einen bestmöglichen Kompromiß ausgehandelt. Ihr Name wird mit dem mehrheitlich angestrebten BREXIT nicht verbunden sein, sondern mit dem Scheitern an einem völlig unverantwortlichen Parlament.

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