Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
watisdatdenn?
Beiträge: 3388
Registriert: Do 19. Jun 2008, 15:08

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon watisdatdenn? » Di 8. Okt 2019, 17:41

Nightrain hat geschrieben:(08 Oct 2019, 17:14)
Warum sind sie den aus der Türkei nach Europa geflohen?

Aus finanziellen Gründen natürlich.
Warum denn sonst?
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 5847
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Vongole » Di 8. Okt 2019, 17:45

Nightrain hat geschrieben:(08 Oct 2019, 17:14)

Warum sind sie den aus der Türkei nach Europa geflohen?

Weil in den meisten türkischen Lagern, trotz der EU-Mittel, unhaltbare Zustände herrschen.
Ger9374

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Ger9374 » Di 8. Okt 2019, 17:51

Vongole hat geschrieben:(08 Oct 2019, 17:45)

Weil in den meisten türkischen Lagern, trotz der EU-Mittel, unhaltbare Zustände herrschen.



Weil die Standards der Türkei deutlich hinter den Fleischtöpfen Europas hinter herhinken.
Wenn Europa sein Niveau denen der Herkunftsländer anpassen würde , würden die Menschen schnell erkennen das die E.U kein Schlaraffenland ist wo einem alles in den Hals geworfen wird.
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 5254
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Orbiter1 » Di 8. Okt 2019, 17:59

Vongole hat geschrieben:(08 Oct 2019, 17:45)

Weil in den meisten türkischen Lagern, trotz der EU-Mittel, unhaltbare Zustände herrschen.
Es gibt kaum türkische Lager. Von den 3,8 Mio Flüchtlingen die sich in der Türkei aufhalten sind weniger als 5% in Lagern untergebracht.
Ger9374

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Ger9374 » Di 8. Okt 2019, 18:56

Orbiter1 hat geschrieben:(08 Oct 2019, 17:59)

Es gibt kaum türkische Lager. Von den 3,8 Mio Flüchtlingen die sich in der Türkei aufhalten sind weniger als 5% in Lagern untergebracht.



Darum auch die ansteigende Ablehnung in der Türkischen Bevölkerung .
Arbeitsplätze, Wohnraum und auch die Konkurrenz der Syrer wecken Unmut .
Das in einem wirtschaftlich immer schwierigeren Umfeld.
Das satte Fette Deutschland wird das kaum verstehen können;-))
sünnerklaas
Beiträge: 3982
Registriert: Do 10. Aug 2017, 15:41

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon sünnerklaas » Mi 9. Okt 2019, 06:16

Nightrain hat geschrieben:(08 Oct 2019, 17:14)

Warum sind sie den aus der Türkei nach Europa geflohen?


Weil Erdogan sie rübergeschickt hat. Er erhoffte sich dadurch einen Vorteil bei den EU-Beitrittsverhandlungen. Dass Erdogan im Sommer 2015 Flüchtlinge als Druckmittel und somit als Waffe eingesetzt hat, ist ja hinlänglich bekannt.
Ger9374

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Ger9374 » Mi 9. Okt 2019, 06:35

sünnerklaas hat geschrieben:(09 Oct 2019, 06:16)

Weil Erdogan sie rübergeschickt hat. Er erhoffte sich dadurch einen Vorteil bei den EU-Beitrittsverhandlungen. Dass Erdogan im Sommer 2015 Flüchtlinge als Druckmittel und somit als Waffe eingesetzt hat, ist ja hinlänglich bekannt.




Wenn die E.U eine moderne und
realistische Flüchtlingspolitik ihr eigenes nennen könnte müssten nicht andere Staaten die Asylanten und Flüchtlinge von der E.U fernhalten. Schnellprüfungen mit zeitnahen Abweisungen und Rückführungen wären ein Schritt davon.Doch die Politiker in Brüssel führen Nur Schattengefechte aus ohne händelbare Ergebnisse. Klassischer Minimalismus wie Mann ihn aus der E.U kennt.Damit ist kein Blumentopf zu Gewinnen!
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 5254
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Orbiter1 » Mi 9. Okt 2019, 06:47

sünnerklaas hat geschrieben:(09 Oct 2019, 06:16)

Weil Erdogan sie rübergeschickt hat. Er erhoffte sich dadurch einen Vorteil bei den EU-Beitrittsverhandlungen. Dass Erdogan im Sommer 2015 Flüchtlinge als Druckmittel und somit als Waffe eingesetzt hat, ist ja hinlänglich bekannt.
Die wollten also gar nicht nach Europa und Erdogan hat sie rübergeschickt. Jetzt wird es echt peinlich.
sünnerklaas
Beiträge: 3982
Registriert: Do 10. Aug 2017, 15:41

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon sünnerklaas » Mi 9. Okt 2019, 07:21

Orbiter1 hat geschrieben:(09 Oct 2019, 06:47)

Die wollten also gar nicht nach Europa und Erdogan hat sie rübergeschickt. Jetzt wird es echt peinlich.


Erdogan droht immer wieder damit, Flüchtlinge in die EU zu schicken und somit als Waffe einzusetzen. Er hat den Flüchtlingsstrom 2014/2015 als Druckmittel genutzt und hat das zuletzt Anfang September wieder getan (Quelle). Er ist einer der Hauptverantwortlichen - leider sitzt er am längeren Hebel, weil es eben noch den Außenhandel mit der Türkei gibt: ein Volumen von 22 Mrd. Euro jährlich - da kann man auf deutsche Firmen Druck ausüben.
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 5254
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Orbiter1 » Mi 9. Okt 2019, 07:52

sünnerklaas hat geschrieben:(09 Oct 2019, 07:21)

Erdogan droht immer wieder damit, Flüchtlinge in die EU zu schicken und somit als Waffe einzusetzen. Er hat den Flüchtlingsstrom 2014/2015 als Druckmittel genutzt und hat das zuletzt Anfang September wieder getan (Quelle). Er ist einer der Hauptverantwortlichen - leider sitzt er am längeren Hebel, weil es eben noch den Außenhandel mit der Türkei gibt: ein Volumen von 22 Mrd. Euro jährlich - da kann man auf deutsche Firmen Druck ausüben.
Fakt ist dass Erdogan keine Migranten nach Europa schickt sondern sie nicht länger davon abhält nach Europa zu kommen. Ein Riesenunterschied! Fakt ist dass die EU die vereinbarten Zahlungen an die Türkei nicht vollständig geleistet hat und dass sich die EU auch nicht einig ist aus welchem Budget (EU-Kommission oder Mitgliedstaaten) die Zahlungen geleistet werden sollen. Fakt ist dass Griechenland bei der Umsetzung des EU-Türkei-Deals das größte Problem darstellt weil es nicht fähig ist die Asylanträge zügig zu bearbeiten. Und Fakt ist dass die Türkei weltweit die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat. Das ist Erdogan hoch anzurechnen, ob einem seine Nase nun passt oder nicht. Die EU sollte mal damit beginnen die eigenen Unzulänglichkeiten abzustellen wenn der EU-Türkei-Deal weiter bestehen soll. Auf Erdogan eindreschen wird nicht reichen um den Deal am Leben zu halten.
Ger9374

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Ger9374 » Mi 9. Okt 2019, 22:15

Momentan ist die Erdogan Politik ein wirrwarr von verschiedensten unkoordiniert en Einzelaktionen auf verschiedensten Feldern. Die Türkische Zentralbank kauft zu Höchstpreisen Gold auf. Was momentan wirtschaftlich unlogisch ist.Schwache Lira trifft auf hohen Dollar Goldpreis .
Der Einmarsch in Syrien kostet Blut und Geld . Nur die Solidarität der Türken in Kriegszeiten gegen die PKK Ableger könnten dieses wettmachen.
Dann der scheinbare Rückzug der USA, was wenn die Amis eine Kehrtwende machen?
Benutzeravatar
jack000
Beiträge: 30493
Registriert: So 1. Jun 2008, 18:21
Wohnort: Stuttgart

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon jack000 » Do 24. Okt 2019, 20:32

Der marokkanische Taekwondo-Meister Anouar Boukharsa hat ein Video gedreht, das zeigt, wie er seine Medaillen ins Mittelmeer wirft. Dabei befindet er sich an Bord eines Bootes, mit dem er ohne Einreisepapiere und mit etwa 30 anderen Migranten nach Spanien fährt.

https://deutsch.rt.com/kurzclips/93840- ... -ins-meer/
Äh, wie jetzt :?: Gerade aus Assads Folterkeller und den Fassbomben geflohen und dann den Pass wegschmeißen obwohl der doch die Eintrittskarte nach Europa ist??
DU30
"Wer die Sicherheit für Toleranz austauscht, der wird beides verlieren" (Dushan Wegner)
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 8651
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon unity in diversity » Sa 26. Okt 2019, 06:14

Gesucht wird ein sicherer Hafen:
https://amp.welt.de/politik/article2025 ... Hafen.html
Von allgemeinem Interesse ist ein Detail.
Es geht nicht um Flüchtlinge und Migranten müssen nur Einwanderungsländer aufnehmen.
Aber nicht jeder Migrant muß im Einwanderungsland akzeptiert werden.
Zum Beispiel wer als black box, ohne Paß, einreisen will.
Heiteres Beruferaten und Herkunftsraten darf keinem Einwanderungsland zugemutet werden.
Das verlangt schon der Anstand gegenüber der zukünftigen Heimat.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 5254
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Orbiter1 » Fr 1. Nov 2019, 13:21

Nachdem die Generalanwältin des EuGH in ihrem Gutachten zu der Überzeugung gekommen ist dass die Einwände von Polen, Tschechien und Ungarn bezüglich der im Sep 2015 beschlossenen Verteilung der Flüchtlinge irrelevant sind, zeichnet sich ein Urteil des EuGH mit empfindlichen Geldstrafen für diese hochgradig unsolidarischen EU-Staaten ab. https://www.nzz.ch/amp/international/fl ... ld.1519039 Strafen von mehreren Mrd € je Mitgliedstaat sollten es schon sein, sonst verhalten die sich auch in Zukunft unsolidarisch. Oder am besten gleich aus der EU austreten, wenn sie zu Werten der EU wie Solidarität nicht bereit sind.
Benutzeravatar
Julian
Beiträge: 9704
Registriert: Di 5. Jan 2016, 00:38

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Julian » Fr 1. Nov 2019, 13:58

Orbiter1 hat geschrieben:(01 Nov 2019, 13:21)

Nachdem die Generalanwältin des EuGH in ihrem Gutachten zu der Überzeugung gekommen ist dass die Einwände von Polen, Tschechien und Ungarn bezüglich der im Sep 2015 beschlossenen Verteilung der Flüchtlinge irrelevant sind, zeichnet sich ein Urteil des EuGH mit empfindlichen Geldstrafen für diese hochgradig unsolidarischen EU-Staaten ab. https://www.nzz.ch/amp/international/fl ... ld.1519039 Strafen von mehreren Mrd € je Mitgliedstaat sollten es schon sein, sonst verhalten die sich auch in Zukunft unsolidarisch. Oder am besten gleich aus der EU austreten, wenn sie zu Werten der EU wie Solidarität nicht bereit sind.


Man kommt sich vor, als lese man eine Anleitung dazu, wie man den Frust über die EU noch weiter in die Höhe treibt. Wie macht man sich unbeliebt bei Polen, Tschechen und Ungarn? Wie bestätigt man die angeblichen Verschwörungstheoretiker, die behaupten, die EU wolle Ländern ihre Souveränität nehmen und ihnen kulturfremde Migranten aufdrücken?

Ganz davon abgesehen, dass jene Länder für Migranten ohnehin nicht interessant sind, weil Sozialhilfesatz und Lebensstandard zu niedrig sind.

Das hat man ja 2015/16 gesehen; die wenigen Flüchtlinge, die z.B. Polen aufgenommen hatte, waren plötzlich über Nacht weg. Und in Ungarn haben die werten Herren Widerstand geleistet, als man sie in lokale Aufnahmelager verbringen wollte, denn man wollte von Budapest aus weiter nach Wien, München oder Stockholm.

Diese Leute wollen in Länder, die sie großzügig mit Geld ausstatten und wo keine Integrationsleistung verlangt wird, also primär Deutschland, Österreich und Schweden.
Victrix causa deis placuit, sed victa Catoni
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26504
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » Fr 1. Nov 2019, 19:22

Orbiter1 hat geschrieben:(01 Nov 2019, 13:21)

Nachdem die Generalanwältin des EuGH in ihrem Gutachten zu der Überzeugung gekommen ist dass die Einwände von Polen, Tschechien und Ungarn bezüglich der im Sep 2015 beschlossenen Verteilung der Flüchtlinge irrelevant sind, zeichnet sich ein Urteil des EuGH mit empfindlichen Geldstrafen für diese hochgradig unsolidarischen EU-Staaten ab. https://www.nzz.ch/amp/international/fl ... ld.1519039 Strafen von mehreren Mrd € je Mitgliedstaat sollten es schon sein, sonst verhalten die sich auch in Zukunft unsolidarisch. Oder am besten gleich aus der EU austreten, wenn sie zu Werten der EU wie Solidarität nicht bereit sind.


In Polen wird eine maßlose Angst vor Nahöstlern und Schwarzen geschürt; da setzt die Regierung nur um, was weite Kreise der Bevölkerung sich wünschen. Schwer zu sagen, ob dieser Wunsch von der national-konservativen Regierungspartei geschürt wird, oder unterschwelliger durch die allgegenwärtige katholische Geistlichkeit. Auf jeden Fall ist das in Polen "Fakt", mit wem Sie auch reden. Man will diese Fremdlinge ganz einfach nicht im Lande haben.

Sicher spielt auch der massenhafte Zustrom unzivilisierter Barbaren eine Rolle... "Clan-Kriminalität", Kölner Sylvesterparty, Amris Tour über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, Vergewaltigungen mit anschließendem Mord, Rauschgifthandel in Berliner Grünanlagen... da ist in Deutschland schon etwas aus dem Ruder gelaufen. Da möchte man nicht unbedingt solidarisch sein müssen. Ich kann diese Ängste aus dieser Sicht schon verstehen.
Benutzeravatar
gallerie
Beiträge: 13075
Registriert: Sa 7. Jun 2008, 10:10

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon gallerie » Fr 1. Nov 2019, 19:29

H2O hat geschrieben:(01 Nov 2019, 19:22)

In Polen wird eine maßlose Angst vor Nahöstlern und Schwarzen geschürt; da setzt die Regierung nur um, was weite Kreise der Bevölkerung sich wünschen. Schwer zu sagen, ob dieser Wunsch von der national-konservativen Regierungspartei geschürt wird, oder unterschwelliger durch die allgegenwärtige katholische Geistlichkeit. Auf jeden Fall ist das in Polen "Fakt", mit wem Sie auch reden. Man will diese Fremdlinge ganz einfach nicht im Lande haben.


das stimmt nicht!
Es gibt kein Land in Europa das 1,5 Mio. Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen hat. Die Polen haben es getan! Natürlich ist Polen religiös mehr den Ukrainern zugetan als Moslems. Aber diese Tatsache der Aufnahme kann man den Polen nicht absprechen!!!
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 8651
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon unity in diversity » Fr 1. Nov 2019, 19:32

Orbiter1 hat geschrieben:(01 Nov 2019, 13:21)

Nachdem die Generalanwältin des EuGH in ihrem Gutachten zu der Überzeugung gekommen ist dass die Einwände von Polen, Tschechien und Ungarn bezüglich der im Sep 2015 beschlossenen Verteilung der Flüchtlinge irrelevant sind, zeichnet sich ein Urteil des EuGH mit empfindlichen Geldstrafen für diese hochgradig unsolidarischen EU-Staaten ab. https://www.nzz.ch/amp/international/fl ... ld.1519039 Strafen von mehreren Mrd € je Mitgliedstaat sollten es schon sein, sonst verhalten die sich auch in Zukunft unsolidarisch. Oder am besten gleich aus der EU austreten, wenn sie zu Werten der EU wie Solidarität nicht bereit sind.

Aha, bevor die nächste Welle anrollt, muß man mit sanftem Druck spontane refugees welcome Demos organisieren.
Kann man versuchen.
Wenn man diese Länder dem „Klassenfeind“ im Osten vor die Türe werfen will, schreibe man ihnen vor, wer dort willkommen zu heißen ist und bleiben darf.
Die meisten werden so oder so nur auf der Durchreise sein.
Davon weiß man in Brüssel anscheinend immer noch nichts, daß sich normale Menschen nicht verteilen lassen.
Wer die EU verläßt, wird nebenbei die babylonische Begriffsverwirrung gleich mit los.
Flüchtling, Migrant, Schutzsuchender, Einwanderer, Zuwanderer,…, Neukreationen folgen bald.
Nur um klare Einordnungen unmöglich zu machen. Was soll daran rechtsstaatlich sein, immer den Begriff nach vorn zu schieben, der gerade am besten in den Kram paßt?
Was ist der Kram?
Zuwanderung um jeden Preis?
Über allem thront der Begriff Solidarität, sozusagen als demagogisch/prophylaktisches Maulverbot.
Die Ungarn dürften immer noch kollektive Erfahrungen mit dem osmanisch/islamistischen System haben.
Die Aussicht auf Wiederholung macht sie eher wehrhaft als kompromißbereit.
Die Polen sind erzkatholisch, die können mit Mohammedanern nichts anfangen.
Die Tschechen würden wohl eher moderne, aufgeklärte Atheisten akzeptieren. Bürgerkriegserfahrene Moslemchaoten braucht keiner.
Der ganze Verfolgungswirrwarr hat doch seine Ursache in religiös und weltlich motivierter Intoleranz, um die man sich in den Herkunftsländern kümmern muß, anstatt modernen Ländern eine mittelalterliche Perspektive zu eröffnen.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
Benutzeravatar
gallerie
Beiträge: 13075
Registriert: Sa 7. Jun 2008, 10:10

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon gallerie » Fr 1. Nov 2019, 19:51

unity in diversity hat geschrieben:(01 Nov 2019, 19:32)


Der ganze Verfolgungswirrwarr hat doch seine Ursache in religiös und weltlich motivierter Intoleranz,


..was du hier beschreibst ist Ideologie!
Religiös oder politisch motiviert, völlig egal!
Es beschreibt ein Gesellschaftssystem welches dogmatisch irgendwelchen Strukturen glaubt folgen zu müssen, um sich selbst zu bestätigen.
Alle Ideologien verfolgen dem gleichen Schema, zunächst Verständnis, dann Glaube und zum Schluss bedingungsloser Gehhörigkeit.
Das erleben wir auch in unserer Demokratie, die nichts anderes ist, als eine gesellschaftliche Strukturformel.
wer nicht so denkt ist antidemokratisch, ein Feind der Gesellschaft. Damit meine ich nicht die Rückwärtsgewandten, sondern die Utopisten, die neue Ideen ansprechen, die neue Konzepte darlegen um die Demokratie aus der Starre zu erlösen.

Ich hör auf, es wird philosophisch.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26504
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon H2O » Fr 1. Nov 2019, 20:30

gallerie hat geschrieben:(01 Nov 2019, 19:29)

das stimmt nicht!
Es gibt kein Land in Europa das 1,5 Mio. Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen hat. Die Polen haben es getan! Natürlich ist Polen religiös mehr den Ukrainern zugetan als Moslems. Aber diese Tatsache der Aufnahme kann man den Polen nicht absprechen!!!


Eine sehr gern genutzte Ausrede. Die Ukrainer sind so viel anders als Polen nicht. Geschichtlich waren weite Bereiche der Ukraine über Jahrhunderte mit Polen verbandelt. Da war Polen ein Vielvölkerstaat. Erst Stalins Westverschiebung Polens hat Ukrainer in Polen zu Ausländern gemacht. Es ist noch gar nicht so lange her, daß Ukrainer mit polnischer Verwandtschaft vor den Wirren in der Ost-Ukraine geflohen sind. Wir in Deutschland würden zu unseren Landsleuten "Spätaussiedler" sagen.

Hier im ehemals preußischen Pommern lebe ich mitten unter Polen, deren Großväter und -mütter von den Sowjets aus der Ukraine vertrieben wurden, weil sie sich zu Polen bekannten. Das ist Geschichte, nichts weiter, erklärt aber hoffentlich einiges.

Und ich habe auch gesagt, daß die Polen keine Nahöstler und Afrikaner im Lande haben wollen, und auch warum das wohl so ist. Das sauge ich mir doch nicht aus den Fingern!

Polen ist als Staat ein schwieriger Nachbar; schwieriger jedenfalls als unsere westlichen Nachbarn. Als Mitmenschen sind Polen aber sehr liebe und angenehme Leute... auch kein Wunder, denn seit Jahrhunderten sind sie "ins Reich" eingewandert für ein besseres Leben, und das tun sie auch heute noch, zuletzt 2018 über 140.000 Mitbürger. In der Zeit sind auch 70.000 Polen aus Deutschland wieder in ihre Heimat zurück gekehrt. Dadurch werden Bindungen und Verbindungen geschaffen, die den Umgang von Mensch zu Mensch erleichtern.

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast