Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 10955
Registriert: Di 25. Apr 2017, 09:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 10. Jul 2019, 12:48

H2O hat geschrieben:(10 Jul 2019, 12:27)

Sie finden offenbar nur äußerst ungern zu einer erträglichen Gesprächsform. Entweder klärt man einen Irrtum auf, oder man schweigt. Diese Gelegenheit haben sie inzwischen zweimal versäumt.


Ich habe den Irrtum aufgeklärt, sie müssen meine Beiträge nur lesen

dass er Vermögens- und Geschäftsbilanz durcheinander wirft
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Nieder mit dem Extremismus: Wider SED, AfD und Grüne!
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 4341
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Ger9374 » Mi 10. Jul 2019, 12:56

Bleibt ruhig Jungs,
grad gelesen die Linken haben ein Gutachten zu den Griechenland Reparationen in Auftrag gegeben.
Ergebnis halb und halb.
Den Haag entscheiden lassen.
Dazu müsste allerdings die Bundesregierung ihr Einverständnis geben!
Polen hingegen hat weniger Chancen.
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 4732
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 10. Jul 2019, 13:02

Senexx hat geschrieben:(10 Jul 2019, 12:24)

Ich bin kein Finanzwirtschaftsdozent hier.
Nicht nur das. Sie haben offenbar grundsätzlich Null Ahnung vom Thema.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 25122
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 10. Jul 2019, 13:24

Senexx hat geschrieben:(10 Jul 2019, 12:48)

Ich habe den Irrtum aufgeklärt, sie müssen meine Beiträge nur lesen


Oooch na ja, das habe ich schon getan; nur habe ich wenig Ahnung, oder besser: gar keine Ahnung, davon, was das nun für unsere EU zu bedeuten hat. Im Sinne von: "Quo vadis, Europa und EU?"
Rio
Beiträge: 43
Registriert: Fr 28. Jun 2019, 04:23

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Rio » Mi 10. Jul 2019, 13:35

Ger9374 hat geschrieben:(10 Jul 2019, 12:56)

Bleibt ruhig Jungs,
grad gelesen die Linken haben ein Gutachten zu den Griechenland Reparationen in Auftrag gegeben.
Ergebnis halb und halb.
Den Haag entscheiden lassen.
Dazu müsste allerdings die Bundesregierung ihr Einverständnis geben!
Polen hingegen hat weniger Chancen.


Ob es berechtigt ist oder nicht,die Reperationsfrage ist ,ob die Frage geklärt ist oder nicht,spielt keine Rolle.

Und genau deshalb auch kann man als Deutscher froh sein dass Konservative wieder das sagen haben. Deren Politik ist nicht durch Polemik,Stimmungsmache und Rattenfängerei geprägt. Tsipras lebte einen Traum in Griechenland hatte aber keine Ahnung von der Realität, sein Traum von einer linksliberalen Gesellschaft mit einer sozialistischen Gesellschaft,wurde abgelehnt.
Da hilft es nicht bei abzeichnendem Machtverlust eine Millarde Euro zu verschenken,und Erinnerungen ,die das Blut in Wallung bringen, wie die Besatzungs Griechenlands durch das dritte Reich wieder hochleben zu lassen und auch noch die Frechheit zu besitzen eine diplomatische Verbalnote zu schicken.

Das Thema Reparationen wurde nichtmal erwähnt in Wahlkampf..und findet man heute nicht mal mehr in den Griechischen Medien. Wenn man Tsipras einzuschätzen wüsste in Deutschland würde man das Thema nicht mal Diskutieren..aber das die "Deutschland-Hasser" der Linkspartei das Thema noch mal hochleben lassen und nach dem Internationalen Gerichtshof schreien...dürfte den Deutschen ein Hauch von Gefühl geben,was die Griechen,die letzten vier Jahre unter einer linksradikalen Regierung durchstehen mussten.
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 4732
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 10. Jul 2019, 13:55

Rio hat geschrieben:(10 Jul 2019, 13:35)

Da hilft es nicht bei abzeichnendem Machtverlust eine Millarde Euro zu verschenken,
Die Vorgänger von Tsipras (vor allem vor 2009), von eher linksorientiert bis konservativ, haben die Milliarden dutzendweise verschenkt und sich selbst und ihre Günstlinge sind dabei nicht zu kurz gekommen. Ob das ausgerechnet ein Sprössling aus dem Mitsotakis-Clan ändern wird darf mehr als bezweifelt werden. Oder hat er sich von seiner Familie und deren Günstlingen offiziell losgesagt? Seine voller Stolz im Wahlkampf hinausposaunte Botschaft er würde noch nicht einmal einen Verwandten zum Minister ernennen (falls er zum Ministerpräsidenten gewählt wird) würde ich jedenfalls nicht so deuten.
Rio
Beiträge: 43
Registriert: Fr 28. Jun 2019, 04:23

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Rio » Mi 10. Jul 2019, 15:17

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Jul 2019, 13:55)

Die Vorgänger von Tsipras (vor allem vor 2009), von eher linksorientiert bis konservativ, haben die Milliarden dutzendweise verschenkt und sich selbst und ihre Günstlinge sind dabei nicht zu kurz gekommen. Ob das ausgerechnet ein Sprössling aus dem Mitsotakis-Clan ändern wird darf mehr als bezweifelt werden. Oder hat er sich von seiner Familie und deren Günstlingen offiziell losgesagt? Seine voller Stolz im Wahlkampf hinausposaunte Botschaft er würde noch nicht einmal einen Verwandten zum Minister ernennen (falls er zum Ministerpräsidenten gewählt wird) würde ich jedenfalls nicht so deuten.

Linksorientiert kann man die wirtschaftlich bezeichnen..aber es gab konservative gesellschaftliche Grundsätze an denen nicht gerüttelt wurde...Tsipras hat sämtliche versucht umzustossen und ist gescheitert.
Natürlich verstehe ich das,die Namen Karamanlis und Papandreou haben diese Geld verschenkerei begonnen und deren Söhne fortgeführt.

Aber der Name Mitsotakis. Sein Vater hat schon beim Staat den Rotstift angesetzt ohne jede Lobby und Not.

Ich verstehe die Bedenken bei vielen ,da er aus einer der mehreren Familie entstammt,die schon ein paar Politiker hervorgebracht hat ,da steckt man diesen neuen Ministerpräsident direkt in eine soziale Schublade (wie in Deutschland üblich,der kommt aus den Kreisen,dann ist er so und so)mit dem Aufkleber Dynastie.

7 und 10 Listenkandidaten sind neu bei der Nea Dimokratia.

Garantiert einer für Mitsotakis ? Nein niemand legt für ihn seine Hand ins Feuer.
Die Themen Wirtschaft und Geld ist zwar noch vorherrschend in Griechenland,aber es gibt nicht wenige in Griechenland die kriegen 500-600 Euro,haben sich abgefunden,und wenden sich der Situation zu den sie täglich auf der Straße begegnen.
Wer er mitten in Athen wohnt und nicht gecheckt hat dass das Immigrationsproblem die Bedrohung Nummer 1 für die griechische Gesellschaft ist..dem ist nicht mehr zu helfen. Tsipras schaute zu und klopft sich selbst auf die Schultern,pfiff die Polizei zurück und ließ geschehen.
Viele denken sich auch , selbst wenn die sich was in die Taschen greifen , die Wahrscheinlichkeit das ND dafür sorgt dass ich für mein Kreuz um den Hals nicht ständig angemacht werde,meine Tochter nicht vergewaltigt wird ,und man nicht mehr Arabisch als Griechisch hört,und die Kriminalität und Straßenbild sich bessert, ist viel höher als bei Tsipras.
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 4732
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 10. Jul 2019, 16:55

Rio hat geschrieben:(10 Jul 2019, 15:17)

Garantiert einer für Mitsotakis ? Nein niemand legt für ihn seine Hand ins Feuer.
Das sollte man bei griechischen Politikern grundsätzlich vermeiden.
Die Themen Wirtschaft und Geld ist zwar noch vorherrschend in Griechenland,aber es gibt nicht wenige in Griechenland die kriegen 500-600 Euro,haben sich abgefunden,und wenden sich der Situation zu den sie täglich auf der Straße begegnen.
Schön dass sich nicht wenige in Griechenland mit der realwirtschaftlichen Situation abgefunden haben, wann bekommen dann die Steuerzahler der Eurozone die 280 Mrd € an Hilfskrediten wieder zurück?
Wer er mitten in Athen wohnt und nicht gecheckt hat dass das Immigrationsproblem die Bedrohung Nummer 1 für die griechische Gesellschaft ist..dem ist nicht mehr zu helfen. Tsipras schaute zu und klopft sich selbst auf die Schultern,pfiff die Polizei zurück und ließ geschehen.
Viele denken sich auch , selbst wenn die sich was in die Taschen greifen , die Wahrscheinlichkeit das ND dafür sorgt dass ich für mein Kreuz um den Hals nicht ständig angemacht werde,meine Tochter nicht vergewaltigt wird ,und man nicht mehr Arabisch als Griechisch hört,und die Kriminalität und Straßenbild sich bessert, ist viel höher als bei Tsipras.
Am besten wird es sein Mitsotakis leitet die Rückzahlung der 280 Mrd € an Hilfskrediten ein und kümmert sich um die innere Sicherheit. Dann sind sowohl die Griechen als auch die Steuerzahler der Eurozone zufrieden.
Kohlhaas
Beiträge: 753
Registriert: So 24. Feb 2019, 19:47

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Kohlhaas » Mi 10. Jul 2019, 18:21

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Jul 2019, 16:55)Schön dass sich nicht wenige in Griechenland mit der realwirtschaftlichen Situation abgefunden haben, wann bekommen dann die Steuerzahler der Eurozone die 280 Mrd € an Hilfskrediten wieder zurück?
Am besten wird es sein Mitsotakis leitet die Rückzahlung der 280 Mrd € an Hilfskrediten ein und kümmert sich um die innere Sicherheit. Dann sind sowohl die Griechen als auch die Steuerzahler der Eurozone zufrieden.

Für internationale Finanzströme bin ich gewiss kein Experte, aber meiner Laienmeinung nach sollte man (auch ich!) sich das Thema mal genauer ansehen. Ich habe da im Hinterkopf eine Information, wonach gerade Deutschland durch die "Griechenland-Rettung" Zinsgewinne einfahren konnte.

Egal ob das so war oder nicht: Mir scheint das ganze innereuropäische Wirtschaftssystem ziemlich krank zu sein. Wie ist es zum Beispiel erklärbar, dass Deutschland Jahr für Jahr rund 100 Milliarden Euro an Handelsbilanzüberschuss hat? Wie ist es erklärbar, dass diese 100 Milliarden aus anderen Volkswirtschaften abgezogen werden, ohne dass für die Menschen in Deutschland davon irgendwas spürbar ankommt? Wo bleiben diese 100 Milliarden????

Zum wiederholten Male: Vor Jahrzehnten war es in der deutschen Politik allgemeiner Konsens, dass dauerhafte Handelsbilanzüberschüsse schädlich für alle Beteiligten sind und nicht entstehen dürfen. Heute jaulen die deutschen Parteien parteiübergreifend auf, wenn die deutschen Überschüsse zu sinken drohen.
Kohlhaas
Beiträge: 753
Registriert: So 24. Feb 2019, 19:47

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Kohlhaas » Mi 10. Jul 2019, 19:14

Senexx hat geschrieben:(07 Jul 2019, 17:32)

Sie nerven mit Ihrer besserwisserischen Rechthaberei.

Machen Sie sich einfach in Sachen italienischen Strafrecht und Strafprozessordnung schlau.

Dann können Sie wiederkommen.



Ja, genau, argumentier Du ruhig mit „Strafprozessordnung“. Es bleibt dabei, dass es wegen der Hauptvorwürfe der Staatsanwaltschaft keine Anklage, keinen Prozess und kein Urteil geben wird.

Wenn es denn doch einen Prozess geben sollte, dann kannst Du gern wiederkommmen, lieber Foren-Troll.

Es tut mir übrigens wirklich leid, dass Du den Verweis auf Tatschen als „besserwisserische Rechthaberei“ empfindest. Obwohl... Nein, das war jetzt eine Lüge.

Hiermit widerrufe ich übrigens die von mir geäußerte Meinung, dass Du Deine Behauptungen aus Unwissenheit aufgestellt hast. Dein Versuch, die Diskussion auf rein formale Fragen zu reduzieren, ist ebenso untauglich wie entlarvend. Ich denke inzwischen, dass Du ganz bewusst Unwahrheiten verbreiten willst. Warum auch immer...
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 25122
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 10. Jul 2019, 21:00

Kohlhaas hat geschrieben:(10 Jul 2019, 18:21)

Für internationale Finanzströme bin ich gewiss kein Experte, aber meiner Laienmeinung nach sollte man (auch ich!) sich das Thema mal genauer ansehen. Ich habe da im Hinterkopf eine Information, wonach gerade Deutschland durch die "Griechenland-Rettung" Zinsgewinne einfahren konnte.

Egal ob das so war oder nicht: Mir scheint das ganze innereuropäische Wirtschaftssystem ziemlich krank zu sein. Wie ist es zum Beispiel erklärbar, dass Deutschland Jahr für Jahr rund 100 Milliarden Euro an Handelsbilanzüberschuss hat? Wie ist es erklärbar, dass diese 100 Milliarden aus anderen Volkswirtschaften abgezogen werden, ohne dass für die Menschen in Deutschland davon irgendwas spürbar ankommt? Wo bleiben diese 100 Milliarden????

Zum wiederholten Male: Vor Jahrzehnten war es in der deutschen Politik allgemeiner Konsens, dass dauerhafte Handelsbilanzüberschüsse schädlich für alle Beteiligten sind und nicht entstehen dürfen. Heute jaulen die deutschen Parteien parteiübergreifend auf, wenn die deutschen Überschüsse zu sinken drohen.


Die deutsche Wirtschaft arbeitet inzwischen durch ihre Investitionen in ganz Europa durch Beteiligungen oder Zweigunternehmen. Als Laie vermute ich, daß diese Aktivitäten in die deutsche Bilanz mit einfließen. Vielleicht müssen wir den gegenwärtigen Lauf der Wirtschaft schon viel mehr mit unserem Binnenstaat vergleichen, wo Unternehmen an bestimmten Unternehmenssitzen ihre Zahlen veröffentlichen und andere Gegenden leer ausgehen, was diese Veröffentlichungen betrifft.

Dann wäre der Vorhalt "Handelsüberschuß" der Haßgesang der zu kurz Gekommenen, die eben keine Risiken im nahen Ausland (Ost-Mitteleuropa, Balkan, Spanien, Portugal) eingegangen sind.

Nun ja, vielleicht finden sich hier Teilnehmer, die klarsichtig dieses verworrene Bild aufhellen können.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 25122
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 10. Jul 2019, 21:20

Bei einem Thema habe ich, glaube ich, gut aufgepaßt. Der Vorhalt, Deutschland habe ganz gut an der griechischen Not verdient, der ist wahr, führt aber ins Abseits! Deutschland hat Zinsleistungen für Anleihen erhalten, die nur durch eine Risikobewertung so hoch verzinslich waren. Diese Mittel sind dem Finanzminister nach Recht und Gesetz zugeflossen... fließen ihm auch weiter zu, wenn der Zins nicht durch Nachverhandlungen gesenkt wurde.

Daraus einen Vorwurf zu konstruieren würde bedeuten, daß Zinsleistungen grundsätzlich eine unanständige Angelegenheit sind. Und daß man Menschen in Not damit nicht belasten darf.

Anders herum: Man gebe keine Kredite, weil man davon wahrscheinlich nie wieder etwas zu sehen bekommt, und investiere diese Summen in eigene Unternehmen, um damit Geld zu verdienen. Geht das Unternehmen schief, dann ist das Geld weg, und der Unternehmer muß sich an die eigene Nase fassen, oder das Unternehmen macht gute Gewinne, und der Unternehmer sonnt sich glanzvoll unter Lobgesängen.

Ich hoffe, daß ich vermitteln konnte, daß deutsche Zinsgewinne auf deutsche Anleihen nichts Ehrenrühriges sein müssen.
Wähler
Beiträge: 4874
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Do 11. Jul 2019, 06:12

Welt 10. Juli 2019 Ursula von der Leyen hat sich den Grünen, Liberalen und Sozialisten im EU-Parlament vorgestellt
https://www.welt.de/politik/ausland/art ... igend.html
So bekräftigte die Kandidatin bei der live übertragenen Anhörung mit der liberalen Koalition Renew Europe, dass sie eine 50-prozentige Frauenquote in ihrer Kommission anstrebe und jedes Land sowohl einen weiblichen wie auch einen männlichen Kandidaten für Kommissionsposten nominieren solle. Und sie legte einen Schwerpunkt auf den Klimaschutz. Europa müsse der erste klimaneutrale Kontinent werden, forderte sie und regte an, die Europäische Investitionsbank in eine Europäische Klimabank zu verwandeln, um Investitionen in den Klimaschutz zu fördern... Sie kündigte aber eine neue Initiative zu dem Thema an, sie habe „Signale“ aus dem Rat der Mitgliedstaaten bekommen für einen Dialog, um das Spitzenkandidatenmodell für alle Seiten akzeptabel zu machen. Ziel sei ein „ausgereiftes Verfahren“, das „dem Zweck Europas dient“.

"Dennoch zeigte die Kandidatin manchmal Kante: Sie will für „Mindestlöhne in jedem Land kämpfen“, sie will den EU-Außengrenzenschutz stärken, einen „Bürgerdialog“ zur Reform Europas unterstützen und den Emissionshandel auf die Bereiche Verkehr und Gebäude ausweiten."
Von den Grünen kam am meisten Gegenwind. Die Sozialdemokraten wirken gespalten. Vielleicht braucht sie die Stimmen von der polnischen PIS und der ungarischen Fidesz.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 4341
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Ger9374 » Do 11. Jul 2019, 06:27

Die Liste ist höchst anspruchsvoll, setzt die Latte hoch an . Den Bürgerdialog sehe ich als Phrasendrescherei, Kompetenz kann ein guter Beraterstab mitbringen. Bei der BW hatte sie diesen offenbar nicht!
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
Maikel
Beiträge: 389
Registriert: So 4. Jun 2017, 19:44

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Maikel » Do 11. Jul 2019, 08:25

Kohlhaas hat geschrieben:(10 Jul 2019, 18:21)

Wie ist es zum Beispiel erklärbar, dass Deutschland Jahr für Jahr rund 100 Milliarden Euro an Handelsbilanzüberschuss hat?

Die Ausländer kaufen halt gerne unsere Produkte. Und wir arbeiten zusätzlich, um diese Produkte für die Ausländer herzustellen.

Wie ist es erklärbar, dass diese 100 Milliarden aus anderen Volkswirtschaften abgezogen werden, ohne dass für die Menschen in Deutschland davon irgendwas spürbar ankommt? Wo bleiben diese 100 Milliarden????

Gegenfrage: Wieso hält sich das Gerücht, daß davon in D nichts spürbar ankommt?
Z.B. ist die Zahl der Arbeitslosen in D nicht nur stark gesunken, sie ist auch mit die niedrigste in der EU (und der Welt). An diese ehemals Arbeitslosen fließt ein Teil des Exportüberschusses.
Z.B. zahlte VW seinen Mitarbeitern eine Jahresprämie von 4700 Euro, Daimler 5000, Porsche 9700 Euro.
Z.B. leisten wir uns vielfältige Sozialleistungen, und davon immer mehr.
Z.B. wurde die Staatsverschuldung abgebaut (und nicht, wie in anderen Ländern erhöht), sowie weiterer Verschuldung ein Riegel vorgeschoben (Schuldenbremse).
u.v.m.
Ein weiterer Teil der Überschüsse wurde und wird in der deutschen Energiewende verbraten.
Dazu kommt, daß der Überschuß in der Handelsbilanz nur buchhalterisch ist; es bestehen vielfach lediglich Geldforderungen gegenüber dem Ausland; das Geld ist noch nicht geflossen.

Zum wiederholten Male: Vor Jahrzehnten war es in der deutschen Politik allgemeiner Konsens, dass dauerhafte Handelsbilanzüberschüsse schädlich für alle Beteiligten sind und nicht entstehen dürfen. Heute jaulen die deutschen Parteien parteiübergreifend auf, wenn die deutschen Überschüsse zu sinken drohen.

Es war auch lange Zeit Konsens, daß es für unsere "alternde Gesellschaft" durchaus sinnvoll ist, Überschüsse "auf Vorrat" zu produzieren, so lange noch genügend Menschen im arbeitsfähigen Alter sind.
Mit den vielen Zugewanderten ändert sich die Alterspyramide langsam, aber z.Zt. ist es wohl so, daß die neuen Mitbürger insgesamt noch mehr Kosten verursachen; auch dafür wird ein Teil der Überschüsse verbraucht.
Kohlhaas
Beiträge: 753
Registriert: So 24. Feb 2019, 19:47

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Kohlhaas » Do 11. Jul 2019, 18:27

Maikel hat geschrieben:(11 Jul 2019, 08:25)

Die Ausländer kaufen halt gerne unsere Produkte. Und wir arbeiten zusätzlich, um diese Produkte für die Ausländer herzustellen.


Es hat auch niemand behauptet, dass die deutsche Wirtschaft weniger exportieren soll. Der Handelsbilanzüberschuss resultiert nicht aus deutschen Exporten, sondern aus der Differenz zwischen Exporten und Importen. Was ich beklage, ist, dass die deutsche Wirtschaft ihre Überschüsse offensichtlich weder in Investitionen im benachbarten Ausland noch in höhere Löhne im Inland "investiert". Beantwortet alles nicht die Frage: Wo bleibt dieses Geld eigentlich?

Gegenfrage: Wieso hält sich das Gerücht, daß davon in D nichts spürbar ankommt?

Das "Gerücht" hält sich deshalb, weil sich die Lebens- und Einkommenssituation der Mehrheit der Menschen in diesem Land nicht spürbar geändert hat. Wir erleben weiterhin eine Umverteilung von unten nach oben. Das "Volksvermögen" konzentriert sich mit immer höherem Tempo auf eine immer kleinere Zahl von Menschen.

Z.B. ist die Zahl der Arbeitslosen in D nicht nur stark gesunken, sie ist auch mit die niedrigste in der EU (und der Welt). An diese ehemals Arbeitslosen fließt ein Teil des Exportüberschusses.

Dass die Arbeitslosenzahl gesunken ist, ist richtig. Aber: Heute stehen mehr Menschen in Lohn und Brot. Es werden von Beschäftigten mehr Arbeitsstunden geleistet (weil halt mehr Beschäftigte arbeiten). Nur: Die Gesamtausgaben der Wirtschaft für Personal sind nicht gestiegen. Fazit: Heute arbeiten mehr Menschen für das selbe Geld.

Das ist der Effekt der Ausweitung des Billiglohnsektors. Und auch in diesem Bereich ist Deutschland "Weltmeister".
Wähler
Beiträge: 4874
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Do 11. Jul 2019, 18:59

Kohlhaas hat geschrieben:(11 Jul 2019, 18:27)
Es hat auch niemand behauptet, dass die deutsche Wirtschaft weniger exportieren soll. Der Handelsbilanzüberschuss resultiert nicht aus deutschen Exporten, sondern aus der Differenz zwischen Exporten und Importen. Was ich beklage, ist, dass die deutsche Wirtschaft ihre Überschüsse offensichtlich weder in Investitionen im benachbarten Ausland noch in höhere Löhne im Inland "investiert". Beantwortet alles nicht die Frage: Wo bleibt dieses Geld eigentlich?

https://de.wikipedia.org/wiki/Auslandsv ... m%C3%B6gen
"Das Auslandsvermögen hängt eng mit der Zahlungsbilanz zusammen. Das Auslandsvermögen enthält den Bestand der Auslandsaktiva und -passiva zu einem bestimmten Zeitpunkt. In der Zahlungsbilanz werden die Kapitalflüsse (Investitionen) während eines bestimmten Zeitraums aufgeführt. Die Kapitalexporte (Investitionen im Ausland) führen zu einer Zunahme der Auslandsaktiva und umgekehrt tragen die Kapitalimporte (ausländische Investitionen im Inland) zum Wachstum der Auslandspassiva bei. Tätigt ein Land mehr Investitionen im Ausland als umgekehrt, d. h. exportiert es netto Kapital, nimmt das Nettovermögen im Ausland zu. Spiegelbildlich dazu weist die Leistungsbilanz in diesem Fall einen Überschuss aus. Die Entwicklung des Auslandsvermögens wird allerdings nicht nur durch die Investitionen, sondern auch durch andere Faktoren beeinflusst. In den Beständen schlagen sich insbesondere die Schwankungen der Wechselkurse und Edelmetallpreise sowie die Veränderung der Aktienkurse nieder.[1]"
Das Nettoauslandsvermögen Deutschlands lag 2016 bei 50% des Bruttosozialproduktes. Das ist ein Saldo aus Auslandsforderungen und Auslandsverbindlichkeit in Giralbankgeld. Allerdings nicht zu verwechseln mit den Targetsalden, die Verbindlichkeiten in Zentralbankgeld zwischen Nationalbanken des Euroraumes widerspiegeln.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 4732
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Fr 12. Jul 2019, 07:20

Kohlhaas hat geschrieben:(10 Jul 2019, 18:21)

Für internationale Finanzströme bin ich gewiss kein Experte, aber meiner Laienmeinung nach sollte man (auch ich!) sich das Thema mal genauer ansehen. Ich habe da im Hinterkopf eine Information, wonach gerade Deutschland durch die "Griechenland-Rettung" Zinsgewinne einfahren konnte.
Ja, Griechenland hat für die hochsubventionierten Hilfskredite Zinszahlungen an Deutschland geleistet. Vor einem Jahr ist das Thema mal hochgekocht und es wurden Zinseinnahmen seit dem Jahr 2010 von 2,9 Mrd € genannt. https://m.tagesspiegel.de/wirtschaft/zi ... 17682.html Ob das mit den Hilfskrediten tatsächlich finanziell ohne Schaden für Deutschland endet kann man erst beurteilen wenn klar ist wie die Tilgung der Hilfskredite (die noch gar nicht begonnen hat) läuft. Und da gibt es mehr als erhebliche Zweifel ob Griechenland die Hilfskredite zum vereinbarten Zeitpunkt und in voller Höhe zurückzahlen wird.

Aber selbst wenn man nur den bisherigen Zeitraum betrachtet stehen aus Sicht des deutschen Steuerzahlers den 2,9 Mrd € Zinseinnahmen Verluste von fast 4 Mrd € beim Schuldenschnitt des Jahres 2012 gegenüber. Damals musste die (im Besitz des Bundes befindliche) FMS (die Bad Bank der Hypo Real Estate) die Hälfte ihrer griechischen Staatsanleihen abschreiben. https://www.focus.de/finanzen/banken/al ... 78880.html
Maikel
Beiträge: 389
Registriert: So 4. Jun 2017, 19:44

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Maikel » Fr 12. Jul 2019, 09:18

Kohlhaas hat geschrieben:(11 Jul 2019, 18:27)

Was ich beklage, ist, dass die deutsche Wirtschaft ihre Überschüsse offensichtlich weder in Investitionen im benachbarten Ausland ... "investiert".

Wie kommst du darauf?
Ich finde dazu: "Die deutschen Direktinvestitionen im Ausland haben sich seit 1990 auf mehr als eine Billion Euro verfünffacht."
https://www.deutschland.de/de/topic/wirtschaft/auslandsinvestitionen-in-deutschland-vorteile-und-nachteile

Beantwortet alles nicht die Frage: Wo bleibt dieses Geld eigentlich?

Dazu hatte ich dir einige Antworten geliefert.

Nur: Die Gesamtausgaben der Wirtschaft für Personal sind nicht gestiegen.

Ich finde dazu, daß die Lohnsumme in D von 2000 bis 2016 um fast 60% gestiegen ist, von etwa 700 Mrd. auf etwa 1100 Mrd.
Darin sind noch nicht die massiv gestiegenen und zukünftig steigenden Sozialleistungen enthalten.
Wähler
Beiträge: 4874
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Sa 13. Jul 2019, 07:20

Spiegel 12. Juli 2019 Europas Sozialdemokraten stellen Bedingungen für Wahl von der Leyens
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 77053.html
"So müsse die neue Kommission eine ehrgeizige Strategie vorlegen, um die Uno-Ziele zur nachhaltigen Entwicklung zu erreichen.
Für den Kampf gegen den Klimawandel sollen im neuen mehrjährigen Finanzrahmen, der derzeit für die Jahre 2021 bis 2027 verhandelt wird, wenigstens 30 Prozent der Mittel bereitgestellt werden.
Problematisch für von der Leyen: Die Sozialdemokraten bekräftigen ihre Forderung nach einer flexiblen Anwendung der Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts, mit dem Defizitsünder unter den EU-Mitgliedsländern überwacht werden sollen. Eine solche Forderung ist gerade bei von der Leyens eigenen Leuten nicht populär.
Die Forderung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach einem üppig ausgestatteten Eurozonenbudget, um Wirtschaftskrisen zu überwinden, taucht in dem Katalog genauso auf wie die Forderung nach einer europäischen Strategie zur Armutsbekämpfung.
Auch beim Thema Rechtsstaat verlangen die Sozialdemokraten eine harte Hand der neuen EU-Kommission. Diese müsse einen "umfassenden Rechtsstaatsmechanismus" einführen, heißt es in dem Schreiben. Für den Fall von Verstößen schlagen die Sozialdemokraten vor, Regionalfördermittel für die betreffenden Länder zu kürzen."

Es dürfte eng für von der Leyen werden, wenn sie zu wenig auf die Forderungen der SPE eingeht.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste