Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

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Ger9374

Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Ger9374 » Mo 8. Jul 2019, 06:03

Orbiter1 hat geschrieben:(08 Jul 2019, 05:55)

Griechenland ist jetzt wieder in der Hand der ND und der Politikerfamilie Mitsotakis. Die zeigten sich in der Vergangenheit mit am korruptesten und haben im erheblichen Umfang zur Misere in Griechenland beigetragen. Gewählt wurden sie trotzdem schließlich wurden deutlich höhere Löhne und Renten und deutlich niedrigere Steuern, sprich das Blaue vom Himmel herunter versprochen. Wie das finanziert werden soll wurde nicht verraten, ist aber egal, Hauptsache der Mitsotakis-Clan und deren Günstlinge sitzen wieder an den Fleischtöpfen. Da wünsche ich den Griechen und Griechenlands Gläubigern (d.h. den Steuerzahlern der Eurozone) Alles Gute für die Zukunft.



Das war wieder der beste beweis wie schnell der Wähler vergisst;-))
Um die einhaltung der sehr schwammig gehaltenen Wahlversprechen Mach die keine Sorgen, das haben Politiker versprochen damit hat es geringsten Wahrheitsgehalt!
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H2O
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mo 8. Jul 2019, 09:07

Orbiter1 hat geschrieben:(08 Jul 2019, 05:55)

Griechenland ist jetzt wieder in der Hand der ND und der Politikerfamilie Mitsotakis. Die zeigten sich in der Vergangenheit mit am korruptesten und haben im erheblichen Umfang zur Misere in Griechenland beigetragen. Gewählt wurden sie trotzdem schließlich wurden deutlich höhere Löhne und Renten und deutlich niedrigere Steuern, sprich das Blaue vom Himmel herunter versprochen. Wie das finanziert werden soll wurde nicht verraten, ist aber egal, Hauptsache der Mitsotakis-Clan und deren Günstlinge sitzen wieder an den Fleischtöpfen. Da wünsche ich den Griechen und Griechenlands Gläubigern (d.h. den Steuerzahlern der Eurozone) Alles Gute für die Zukunft.


Wenn Griechenland wieder abdriftet in den roten Bereich, dann muß die EZB/die EU-Kommission das Land vom Euro abkoppeln. Die "Kredite" hat wohl jeder verständige Mensch als Verlust auf Dauer verbucht. Die EU sollte den Finger schon am Abzug halten.
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schokoschendrezki
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 8. Jul 2019, 09:39

Kohlhaas hat geschrieben:(05 Jul 2019, 18:49)

Dieser Haltung kann ich nicht folgen.

Gegenargumente:

Ersten: Laut europäischer "Verfassung" der EU (EU-Vertrag) hat der RAT, das Recht, den oder die Kandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten zu benennen. Jetzt beanspruchen plötzlich die Parteien dieses Recht, schimpfen über "Hinterzimmerpolitik" und beklagen ein "Demokratiedefizit". Was wäre denn, wenn im EU-Parlament nur Herr Weber als Kandidat der größten Fraktion für das Amt in Frage kommen würde? Hätte das Parlament dann mehr Kompetenzen, als den Herrn Weber "abzunicken", weil das ja vorher so vereinbart war? Wer hat den Herrn Weber den nominiert? Waren das die Bürger? Nein! Das war eine PARTEI! Und diese PARTEI(ENFAMILIE) hat ihre Entscheidung in eine HINTERZIMMER getroffen. Ich jedenfalls als Wähler durfte daran nicht mitwirken. Ich war nur das "dumme Stimmvieh". Die ganze öffentliche Streiterei um die Kandidatur hat mit "demokratischen Regeln" genau nichts zu tun. Da geht es nur um einen Machtkampf zwischen dem RAT und den PARTEIEN. Dabei ist die Rechtslage gemäß EU-Vertrag eigentlich klar!

Zweitens: Es wird gerade lauthals geschimpft, dass keiner der Spitzenkandidaten für das Amt vorgeschlagen wurde. Tatsache ist aber doch auch, dass keiner der Spitzenkandidaten eine Chance hatte, im Parlament eine Mehrheit zu bekommen. Wie kann sich das EU-Parlament beschweren, dass es niemanden wählen will, der gemäß "Spitzenkandidatenprinzip" wählbar war???? Da kann doch der Rat nichts dafür, dass das Parlament sich als unfähig erwiesen hat, seinen eigenen Forderungen gerecht zu werden!

Drittens: Die PARTEIEN versuchen gerade mit möglichst lautem und häufig geäußtertem Geschrei, uns davon zu überzeugen, dass die hohe Wahlbeteiligung bei der EU-Wahl daran lag, dass die Menschen erstmals nicht nur eine Partei zu wählen, sondern einen "Spitzenkandidaten". Sie behaupten, es sei undemokratisch, jetzt die Spitzenkandidaten zu ignorieren, weil gerade DIE doch gewählt worden seien. Das ist Blödsinn! Ich habe in der Wahlkabine eine PARTEI gewählt, keinen Spitzenkandidaten. Und die Wahlforscher haben nachgewiesen, dass die breite Masse der Wählerinnen und Wähler es genauso gemacht hat.

Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass Frau von der Leyen weder als deutsche Verteidigungsministerin noch gar als EU-Kommissionspräsidentin geeignet ist. Auch da bin ich offensichlich nicht allein. Nach den Erhebungen deutscher Wahlforscher ist nichtmal die Hälfte der CDU-Mitglieder der Meinung, dass Uschi das höchste Amt der EU bekleiden sollte.

Die Frage ist natürlich auch, wie demokratisch die geltenden EU-Verträge zustande kamen.

Das Spitzenkandidatenprinzip war 2014 eine "interfraktionelle Übereinkunft" im EU Parlament. Ich habe zwar keine Partei der EVP-Faktion gewählt. Aber Macron jedenfalls, der sich nun in der Frage Kommissionspräsident durchgesetzt hat, habe ich auch nicht gewählt. Nicht, dass ich wüsste. Wie ich schon schrieb: Das Chef-Prinzip setzt sich durch. Der Präsident hat das sagen. Die Vorgänge sind sicherlich vertragsrechtlich abgesichert. Aber es gibt eben - auch und vielleicht gerade von seiten liberal, europafreundlich und offen denkender Menschen einen wachsenden Widerstand. Und natürlich das Problem, nicht in einem Boot mit rechtskonservativen EU-Skeptikern wahrgenommen zu werden. Ich sehe als Konzept eben ein "Europa von Unten". Und eine der Wege zu einem solchen Europa von unten könnte in der Tat die Rückführung der EU auf eine reine Wirtschafts- und Vertragsgemeinschaft sein. Und dann einfach die Menschen und nicht den Herrn Präsidenten machen lassen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon sunny.crockett » Mo 8. Jul 2019, 19:14

Orbiter1 hat geschrieben:(08 Jul 2019, 05:55)

Griechenland ist jetzt wieder in der Hand der ND und der Politikerfamilie Mitsotakis. Die zeigten sich in der Vergangenheit mit am korruptesten und haben im erheblichen Umfang zur Misere in Griechenland beigetragen. Gewählt wurden sie trotzdem schließlich wurden deutlich höhere Löhne und Renten und deutlich niedrigere Steuern, sprich das Blaue vom Himmel herunter versprochen. Wie das finanziert werden soll wurde nicht verraten, ist aber egal, Hauptsache der Mitsotakis-Clan und deren Günstlinge sitzen wieder an den Fleischtöpfen. Da wünsche ich den Griechen und Griechenlands Gläubigern (d.h. den Steuerzahlern der Eurozone) Alles Gute für die Zukunft.


hab mal einen Satz in deinem Text unterstrichen. Unterscheidet sich das denn bei Mitsotakis von Tsipras ?
https://www.wiwo.de/politik/europa/grie ... 18444.html

War also wohl die Wahl zwischen Not und Elend. Ob das geringere Übel gewählt wurde, wird sich erst noch zeigen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Di 9. Jul 2019, 19:24

sunny.crockett hat geschrieben:(08 Jul 2019, 19:14)

hab mal einen Satz in deinem Text unterstrichen. Unterscheidet sich das denn bei Mitsotakis von Tsipras ?
...
War also wohl die Wahl zwischen Not und Elend. Ob das geringere Übel gewählt wurde, wird sich erst noch zeigen.


Nein, nur übliches, rein opportunistisches Wahlverhalten der Griechinnen und Griechen wie schon immer:

Diejenigen Politiker, die Ihnen am meisten Wohltaten versprechen, wählen sie. Egal, woher das Geld kommt oder eben
notfalls mit neuen Staatsschulden finanziert wird. Steuersenkungen findet man in Griechenland bestimmt besonders prima!
Einem Land, in dem Steuerhinterziehung oder Steuernichtbezahlung Volkssport ist.

Der Wahlsieg der ND ergibt nur insofern einen Wandel, als jetzt mal wieder die Klientel und politischen Nutznießer
dieser Partei an die korrupten Fleischtöpfe dürfen und die linken Wohltatenempfänger/innen, ob schon satt genug oder nicht, wieder in die Röhre gucken.

Am den korrupten und bürokratieverkrusteten Strukturen des Griechischen Staates und seiner trägen oder untätigen Verwaltung ändert sich nichts. Wie immer.
Wer genug Geld zwischen den unbarbeiteten Antrags- und Formularstapel schiebt, wird dann eben bearbeitet - oder falls eher gewünscht -
unbearbeitet bis zum St. Nimmerleinstag verschoben. Zum Beispiel wg. lästiger und dräuender Steuern oder gar Nachzahlungen.

Wer jetzt also glaubt, dass die ND etwas ändern wird, kann gleich zum Weihnachtsmann wechseln. Da weiss man, was man hat. :D
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Di 9. Jul 2019, 19:57

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(09 Jul 2019, 19:24)

Wer genug Geld zwischen den unbarbeiteten Antrags- und Formularstapel schiebt, wird dann eben bearbeitet - oder falls eher gewünscht -
unbearbeitet bis zum St. Nimmerleinstag verschoben. Zum Beispiel wg. lästiger und dräuender Steuern oder gar Nachzahlungen.
Die Summe der fälligen aber nicht bezahlten Steuern und Abgaben an das griechische Finanzamt liegt inzwischen bei über 104 Mrd. €. Das ist fast 1/3 der Staatsverschuldung und deutlich mehr als der griechische Staatshaushalt 1 Jahres. Über 4 Mio Griechen (Gesamtbevölkerung vom Säugling bis zum Greis 11 Mio) haben Schulden beim Finanzamt. https://greece.greekreporter.com/2019/0 ... s-of-2019/
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Rio » Di 9. Jul 2019, 23:11

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(09 Jul 2019, 19:24)

Nein, nur übliches, rein opportunistisches Wahlverhalten der Griechinnen und Griechen wie schon immer:

Diejenigen Politiker, die Ihnen am meisten Wohltaten versprechen, wählen sie. Egal, woher das Geld kommt oder eben
notfalls mit neuen Staatsschulden finanziert wird. Steuersenkungen findet man in Griechenland bestimmt besonders prima!
Einem Land, in dem Steuerhinterziehung oder Steuernichtbezahlung Volkssport ist.

Der Wahlsieg der ND ergibt nur insofern einen Wandel, als jetzt mal wieder die Klientel und politischen Nutznießer
dieser Partei an die korrupten Fleischtöpfe dürfen und die linken Wohltatenempfänger/innen, ob schon satt genug oder nicht, wieder in die Röhre gucken.

Am den korrupten und bürokratieverkrusteten Strukturen des Griechischen Staates und seiner trägen oder untätigen Verwaltung ändert sich nichts. Wie immer.
Wer genug Geld zwischen den unbarbeiteten Antrags- und Formularstapel schiebt, wird dann eben bearbeitet - oder falls eher gewünscht -
unbearbeitet bis zum St. Nimmerleinstag verschoben. Zum Beispiel wg. lästiger und dräuender Steuern oder gar Nachzahlungen.

Wer jetzt also glaubt, dass die ND etwas ändern wird, kann gleich zum Weihnachtsmann wechseln. Da weiss man, was man hat. :D


Naja kann man so unterschreiben. Vor 7 Jahren vielleicht.

Wenn man sich die Wahlkämpfe der letzten 10 Jahre anguckt ,war das wohl mit weitem Abstand - ja man glaubt es kaum der mit den wenigsten Versprechen.
Da hilft es selbst Tsipras nichts kurz vorher noch eine Millarde Euro zu verteilen.

Steuerhinterziehung ist zwar noch Alltag aber wird bekämpft, da jeder dritte Grieche selbstständig ist, und die Größe der Betriebe entsprechend klein ist , lohnt es sich für Leute wie dich mal auf vergleichbare Betriebe in Deutschland zu gucken.. - Gastronomie und Handwerk - es wird dir helfen in Zukunft mal nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen wenn es um Steuerhinterziehung geht.

Ob man es glaubt oder nicht das von dir angesprochene - das alte Klientel - findet man jetzt bei Syriza. Tsipras hat als linksradikaler Rattenfänger begonnen - und verkauft sich heute als Sozialdemokrat. Und als Sozialdemokrat gehört es sich nicht Staatsbetriebe privatisieren und damit Beschäftigte zu entlassen.

Mitsotakis steht für einen wirtschaftsliberalen Sparkurs. Wenn er X einspart und dann kann er x ausgeben.
Privatisierung,Effizienz,ein moderneren Staat , hat sein Vater,auch schon so gesehen,aber der hatte damals keine Chance.

Generell Mitsotakis ist auch als Beispiel für Deutschlands Konservative zusehen die nicht zu allem hip hip hurra und jo wir schaffen das schreien.
Tsipras wollte ein sozialistisches,gesellschaftliches linkes Griechenland,nach seiner Ideologie,das war wirtschaftlich nicht drin ,und ist auch gesellschaftlich abgelehnt wurden.
Dieser Tsipras hat dermaßen versagt,dass die griechische Jugend (18-25 Jahre) erstmals nach 47 Jahren nicht mehrheitlich links gewählt, sondern den Konservativen die Stimme gegeben hat.
Griechenland Jugend war immer links auch mit dem Hintergrund an die brutale Niederschlagung des Studentenaufstands durch die Militärdiktatur.
Zuletzt geändert von Rio am Di 9. Jul 2019, 23:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Rio » Di 9. Jul 2019, 23:20

Orbiter1 hat geschrieben:(09 Jul 2019, 19:57)

Die Summe der fälligen aber nicht bezahlten Steuern und Abgaben an das griechische Finanzamt liegt inzwischen bei über 104 Mrd. €. Das ist fast 1/3 der Staatsverschuldung und deutlich mehr als der griechische Staatshaushalt 1 Jahres. Über 4 Mio Griechen (Gesamtbevölkerung vom Säugling bis zum Greis 11 Mio) haben Schulden beim Finanzamt. https://greece.greekreporter.com/2019/0 ... s-of-2019/


Hab dazu die Statistiken gesehen.
Einer von zwei Schuldnern des Finanzamts schuldet Kleinstbeträge von bis zu 500 Euro, und neun von zehn Verbindlichkeiten übersteigen nichtmal die 10.000 Euro.
Dabei wurden über 1,2 Millionen Pfändungen durchgesetzt.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 10. Jul 2019, 01:02

Rio hat geschrieben:(09 Jul 2019, 23:11)

Naja kann man so unterschreiben. Vor 7 Jahren vielleicht.

Wenn man sich die Wahlkämpfe der letzten 10 Jahre anguckt ,war das wohl mit weitem Abstand - ja man glaubt es kaum der mit den wenigsten Versprechen.
Da hilft es selbst Tsipras nichts kurz vorher noch eine Millarde Euro zu verteilen.

Steuerhinterziehung ist zwar noch Alltag aber wird bekämpft, da jeder dritte Grieche selbstständig ist, und die Größe der Betriebe entsprechend klein ist , lohnt es sich für Leute wie dich mal auf vergleichbare Betriebe in Deutschland zu gucken.. - Gastronomie und Handwerk - es wird dir helfen in Zukunft mal nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen wenn es um Steuerhinterziehung geht.

Ob man es glaubt oder nicht das von dir angesprochene - das alte Klientel - findet man jetzt bei Syriza. Tsipras hat als linksradikaler Rattenfänger begonnen - und verkauft sich heute als Sozialdemokrat. Und als Sozialdemokrat gehört es sich nicht Staatsbetriebe privatisieren und damit Beschäftigte zu entlassen.

Mitsotakis steht für einen wirtschaftsliberalen Sparkurs. Wenn er X einspart und dann kann er x ausgeben.
Privatisierung,Effizienz,ein moderneren Staat , hat sein Vater,auch schon so gesehen,aber der hatte damals keine Chance.

Generell Mitsotakis ist auch als Beispiel für Deutschlands Konservative zusehen die nicht zu allem hip hip hurra und jo wir schaffen das schreien.
Tsipras wollte ein sozialistisches,gesellschaftliches linkes Griechenland,nach seiner Ideologie,das war wirtschaftlich nicht drin ,und ist auch gesellschaftlich abgelehnt wurden.
Dieser Tsipras hat dermaßen versagt,dass die griechische Jugend (18-25 Jahre) erstmals nach 47 Jahren nicht mehrheitlich links gewählt, sondern den Konservativen die Stimme gegeben hat.
Griechenland Jugend war immer links auch mit dem Hintergrund an die brutale Niederschlagung des Studentenaufstands durch die Militärdiktatur.


Na dann ist ja ...oder wird ja alles jetzt super mit Griechenland. Freut mich! - Bin jetzt schon begeistert von Mitsotakis!
Wenn er jetzt noch einen guten Draht zu den künftigen EURO-Superweibern Uschi und Christinchen spannen kann,
geht in Griechenland der Bär ab. :D
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 10. Jul 2019, 06:37

Rio hat geschrieben:(09 Jul 2019, 23:20)

Hab dazu die Statistiken gesehen.
Einer von zwei Schuldnern des Finanzamts schuldet Kleinstbeträge von bis zu 500 Euro, und neun von zehn Verbindlichkeiten übersteigen nichtmal die 10.000 Euro.
Dabei wurden über 1,2 Millionen Pfändungen durchgesetzt.
Das waren dann wohl ein paar Pfändungen zu wenig, sonst würde die Summe der fälligen aber nicht bezahlten Steuern und Abgaben ja nicht 104 Mrd € betragen und jährlich um 10 bis 15 Mrd € wachsen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 10. Jul 2019, 07:11

Rio hat geschrieben:(09 Jul 2019, 23:11)

Wenn man sich die Wahlkämpfe der letzten 10 Jahre anguckt ,war das wohl mit weitem Abstand - ja man glaubt es kaum der mit den wenigsten Versprechen.
Wenn die Wahlversprechen so bescheiden sind wird es für Mitsotakis ja wohl kein Problem sein, wie von ihm zugesagt, den Körperschaftsteuersatz von 28 auf 20%, sowie die Immobilienabgaben und die Sozialversicherungsbeiträge zu senken und die Löhne und Renten zu erhöhen. Dazu muss er auch keine Schulden machen weil er an geeigneter Stelle Ausgaben streicht und das Bruttoinlandsprodukt dank seiner Politik um 4% wächst. Daran wird er gemessen!
Steuerhinterziehung ist zwar noch Alltag aber wird bekämpft, da jeder dritte Grieche selbstständig ist, und die Größe der Betriebe entsprechend klein ist , lohnt es sich für Leute wie dich mal auf vergleichbare Betriebe in Deutschland zu gucken.. - Gastronomie und Handwerk - es wird dir helfen in Zukunft mal nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen wenn es um Steuerhinterziehung geht
Sie haben Belege für überdurchschnittliche Steuerhinterziehung von Handwerks- und Gastronomiebetrieben in Deutschland? Zeigen sie mal die Belege.
Ob man es glaubt oder nicht das von dir angesprochene - das alte Klientel - findet man jetzt bei Syriza. Tsipras hat als linksradikaler Rattenfänger begonnen - und verkauft sich heute als Sozialdemokrat. Und als Sozialdemokrat gehört es sich nicht Staatsbetriebe privatisieren und damit Beschäftigte zu entlassen.
Hab ich das richtig verstanden, wenn Tsipras privatisiert ist es eine böse Privatisierung und wenn Mitsotakis privatisiert ist es eine gute Privatisierung?
Mitsotakis steht für einen wirtschaftsliberalen Sparkurs. Wenn er X einspart und dann kann er x ausgeben.
Kann er gerne machen, aber dabei bitte auf die richtige Reihenfolge achten.
Privatisierung,Effizienz,ein moderneren Staat , hat sein Vater,auch schon so gesehen,aber der hatte damals keine Chance.
Zumindest weiß man schon heute warum es auch diesmal nicht mit Privatisierung, Effizienz und dem modernen Staat klappt. Die böse EU, die böse EZB, die bösen ausländischen Gläubiger werden daran schuld sein.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Maikel » Mi 10. Jul 2019, 08:38

Rio hat geschrieben:(09 Jul 2019, 23:20)

Hab dazu die Statistiken gesehen.
Einer von zwei Schuldnern des Finanzamts schuldet Kleinstbeträge von bis zu 500 Euro, und neun von zehn Verbindlichkeiten übersteigen nichtmal die 10.000 Euro.
Dabei wurden über 1,2 Millionen Pfändungen durchgesetzt.

Da stimmt wohl etwas nicht.
Wenn 4 Mio Griechen insgesamt 104 Mrd. Steuerschulden haben, dann sind das im Durchschnitt 26.000 Euro pro Schuldner. Oder einige Griechen schulden Riesen-Summen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 10. Jul 2019, 08:53

Maikel hat geschrieben:(10 Jul 2019, 08:38)

Da stimmt wohl etwas nicht.
Wenn 4 Mio Griechen insgesamt 104 Mrd. Steuerschulden haben, dann sind das im Durchschnitt 26.000 Euro pro Schuldner. Oder einige Griechen schulden Riesen-Summen.
Das ist schon richtig was Rio schreibt und ein erheblicher Teil der 104 Mrd € (grob geschätzt die Hälfte) wird auch nicht mehr eingetrieben werden können weil Insolvenz angemeldet wurde. Das Problem ist der restliche Teil und die Tatsache dass jedes Jahr 10 bis 15 Mrd € dazukommen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 10. Jul 2019, 09:37

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Jul 2019, 08:53)

Das ist schon richtig was Rio schreibt und ein erheblicher Teil der 104 Mrd € (grob geschätzt die Hälfte) wird auch nicht mehr eingetrieben werden können weil Insolvenz angemeldet wurde. Das Problem ist der restliche Teil und die Tatsache dass jedes Jahr 10 bis 15 Mrd € dazukommen.


So lange nach außen zur EZB ein Nettoüberschuß der Staatsfinanzen zu verzeichnen ist, müssen wir uns hoffentlich nicht über die Steuerschuld griechischer Steuerzahler aufregen... oder wo übersehe ich welchen Brocken, der uns Europäern auf die Füße fallen wird? Kommen genannte 10 bis 15 Mrd € durch Zinseszinsrechnung auf alte griechische Staatsschulden zustande, oder ist das "echtes" Geld? Denn mit "echtem" Geld dürfte die Verschuldung immer weiter zunehmen, und alle Verhandlungen wären für die Katz' gewesen. Dann müßte das Land sofort vom Euro abgekoppelt werden.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 10. Jul 2019, 10:25

H2O hat geschrieben:(10 Jul 2019, 09:37)

So lange nach außen zur EZB ein Nettoüberschuß der Staatsfinanzen zu verzeichnen ist, müssen wir uns hoffentlich nicht über die Steuerschuld griechischer Steuerzahler aufregen... oder wo übersehe ich welchen Brocken, der uns Europäern auf die Füße fallen wird?
Gemäß der von Griechenland gemeldeten Zahlen an Eurostat belief sich die Staatsverschuldung (auf Basis "Maastricht-Schuldenstand") in Q4/2017 auf 317 Mrd € und in Q4/2018 auf 334 Mrd €. Nettoüberschüsse von Staatsfinanzen kann ich da nicht erkennen.
Kommen genannte 10 bis 15 Mrd € durch Zinseszinsrechnung auf alte griechische Staatsschulden zustande, oder ist das "echtes" Geld? Denn mit "echtem" Geld dürfte die Verschuldung immer weiter zunehmen, und alle Verhandlungen wären für die Katz' gewesen. Dann müßte das Land sofort vom Euro abgekoppelt werden.
Die 10 bis 15 Mrd € enthalten sowohl Strafzahlungen auf alte unbeglichene Steuerschulden als auch neue Steuerschulden die erst im laufenden Jahr entstanden sind. Ich versuche mal die entsprechenden Zahlen zu ermitteln.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 10. Jul 2019, 10:40

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Jul 2019, 10:25)

Gemäß der von Griechenland gemeldeten Zahlen an Eurostat belief sich die Staatsverschuldung (auf Basis "Maastricht-Schuldenstand") in Q4/2017 auf 317 Mrd € und in Q4/2018 auf 334 Mrd €. Nettoüberschüsse von Staatsfinanzen kann ich da nicht erkennen. Die 10 bis 15 Mrd € enthalten sowohl Strafzahlungen auf alte unbeglichene Steuerschulden als auch neue Steuerschulden die erst im laufenden Jahr entstanden sind. Ich versuche mal die entsprechenden Zahlen zu ermitteln.


Nein, nein, nicht nötig; da glaube ich Ihnen. Ich komme nur nicht klar mit dem Begriff "Netto-Überschuß", den schließlich auch EU-Beamte festgestellt hatten, und einer fortschreitenden Verschuldung, wenn wir die Zinslast großmütig abtrennen.

Nachtrag:

Mir ist an der Rettung dieses Mitglieds gelegen; da sind Zinsen allenfalls eine Rechengröße. Die kann das Land nie und nimmer erwirtschaften.

Natürlich sollten wir Europäer uns auch nicht von einer hergelaufenen Rasselbande veralbern lassen. Dann 'raus damit!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 10. Jul 2019, 11:11

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Jul 2019, 10:25)

Gemäß der von Griechenland gemeldeten Zahlen an Eurostat belief sich die Staatsverschuldung (auf Basis "Maastricht-Schuldenstand") in Q4/2017 auf 317 Mrd € und in Q4/2018 auf 334 Mrd €. Nettoüberschüsse von Staatsfinanzen kann ich da nicht erkennen. Die 10 bis 15 Mrd € enthalten sowohl Strafzahlungen auf alte unbeglichene Steuerschulden als auch neue Steuerschulden die erst im laufenden Jahr entstanden sind. Ich versuche mal die entsprechenden Zahlen zu ermitteln.

Sie werfen einiges aus der Griechenlanddiskussion durcheinander. Daran liegt das.
Ich verwende niemals "copy+paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
Zusatzhinweis: Trollbeiträge und ad-personam und Spam werden von mir ignoriert.
Nieder mit dem Extremismus: Wider SED, AfD und Grüne!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 10. Jul 2019, 12:14

Senexx hat geschrieben:(10 Jul 2019, 11:11)

Sie werfen einiges aus der Griechenlanddiskussion durcheinander. Daran liegt das.

Auch eine Art, eine Diskussion zu führen; Glückwunsch!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 10. Jul 2019, 12:24

H2O hat geschrieben:(10 Jul 2019, 12:14)

Auch eine Art, eine Diskussion zu führen; Glückwunsch!


Wenn Sie nachdenken, bevor sie mich wieder einmal attackieren, und den Beitrag des Users lesen, dann werden Sie vielleicht feststellen, dass er Vermögens- und Geschäftsbilanz durcheinander wirft.

So kann man nicht argumentieren. Und dass Griechenland "Überschüsse" erwirtschafte, das wird auch diskutiert. Ich sage nicht wie und wo. Ich bin kein Finanzwirtschaftsdozent hier.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 10. Jul 2019, 12:27

Senexx hat geschrieben:(10 Jul 2019, 12:24)

Wenn Sie nachdenken, bvor sie mich wieder einmal attackieren, und den Beitrag des Users lesen, dann werden Sie vielleicht feststellen, dass er Vermögens- und Geschäftsbilanz durcheinander wirft.

So kann man nicht argumentieren. Und dass Griechenland "Überschüsse" erwirtschafte, das wird auch diskutiert. Ich sage nicht wie und wo. Ich bin kein Finanzwirtschaftsdozent hier.


Sie finden offenbar nur äußerst ungern zu einer erträglichen Gesprächsform. Entweder klärt man einen Irrtum auf, oder man schweigt. Diese Gelegenheit haben sie inzwischen zweimal versäumt.

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