EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Do 22. Aug 2019, 21:54

Der iranische Außenminister (von Trump mit Sanktionen belegt) diskutiert mit Mitgliedern des Verteidigungsministeriums in Oslo/Norwegen. Es geht auch um Ideen von Macron mit der Situation mit den USA umzugehen.

Iran ready to work on French nuclear deal proposals

Macron offered to either soften sanctions on Iran or provide a compensation mechanism

Iran's Foreign Minister Javad Zarif (R) meets with (L-R) Christian Tybring-Gjedde, Michael Tetzschner and Anniken Huitfeldt, all members of the Standing Committee on Foreign Affairs and Defence in the Norwegian Parliament, during his visit in Oslo on August 22, 2019.

https://gulfnews.com/world/mena/iran-re ... 1.65948850


Letztendlich wird wohl allen klar sein, daß man Trump und sein B-Team aussitzen muß. Danach kann man dann wieder Gas geben. Und wird sich wohl mit den dahin entstandenen Umständen i der iranischen Atomindustrie abfinden (müssen). Trump wird dann Golf spielen mit netter Gesellschaft.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon imp » Do 22. Aug 2019, 21:56

King Kong 2006 hat geschrieben:(22 Aug 2019, 21:54)

Der iranische Außenminister (von Trump mit Sanktionen belegt) diskutiert mit Mitgliedern des Verteidigungsministeriums in Oslo/Norwegen. Es geht auch um Ideen von Macron mit der Situation mit den USA umzugehen.



Letztendlich wird wohl allen klar sein, daß man Trump und sein B-Team aussitzen muß. Danach kann man dann wieder Gas geben. Und wird sich wohl mit den dahin entstandenen Umständen im der iranischen Atomindustrie abfinden (müssen). Trump wird dann Golf spielen mit netter Gesellschaft.

In fuenf Jahren ist das Gewicht der Union gegenueber dem Pazifikraum nicht mehr so grosz wie heute.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 24. Aug 2019, 09:26

Am Rande der Gespräche mit skandinavischen Sicherheitsexperten kam es auch zu Kontakten mit Macron. Der iranische Außenminister bezeichnete diese als konstruktiv. Macron versucht Maßnahmen einzuleiten, um Trump und sein B-Team und deren Eskalationsspirale zu kontern. Ob das gelingt bleibt abzuwarten.

Iran's Zarif: Nuclear talks with Macron were ‘productive’

Mohammad Javad Zarif says they could work with new French proposals, to save nuclear deal.

https://www.aljazeera.com/news/2019/08/ ... 29602.html
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 10:06

Hilft aber nichts. Wenn Iran seinen Kurs in Richtung Nuklearwaffen fortsetzen sollte, dann sind die Möglichkeiten des "Westens" ausgereizt. Es ist sicher ziemlich dämlich, daß der Euro-Zone eine unabhängige Finanzdienstleistung auf der Grundlage des Euros nicht gelingen will. So kann Iran sein Spiel mit faulen Ausreden so lange fortsetzen, bis der Schaden so groß ist, daß die Europäer aufgeben müssen.

Was dann folgt, daß weiß der Teufel allein.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 24. Aug 2019, 10:18

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 10:06)

Hilft aber nichts. Wenn Iran seinen Kurs in Richtung Nuklearwaffen fortsetzen sollte, dann sind die Möglichkeiten des "Westens" ausgereizt. Es ist sicher ziemlich dämlich, daß der Euro-Zone eine unabhängige Finanzdienstleistung auf der Grundlage des Euros nicht gelingen will. So kann Iran sein Spiel mit faulen Ausreden so lange fortsetzen, bis der Schaden so groß ist, daß die Europäer aufgeben müssen.

Was dann folgt, daß weiß der Teufel allein.


Der Iran wird auf die Kapitulationsforderungen Trumps nicht eingehen (verzicht auf Industrie, Technologie und Wehrfähigkeit, vertraglich auf "alle Zeiten"). Das ist sicher.

Was abzuwarten bleibt, ist ob die EU ein Instrumentarium für die Zukunft schafft mit China und den USA ernsthaft konkurrieren zu können. Darum geht es. Bisher ist da zuwenig (EU-) Power drin. Sicher auch ein strukturelles Problem. Um ein Kerneuropa wird man nicht herumkommen.

Der Iran hat da viel mehr Zeit.

Das ist anstrengend und das kostet allen viel Kraft, was Trump da macht, aber der ist nicht hundert Jahre US-Präsident. Der Iran denkt in viel längeren Dimensionen.

Für einen maximal 8-Jahres Präsident Trump, wirft der Iran seine Verteidigungsfähigkeit, Schlüsseltechnologien nicht "für alle Zeiten" in den Mülleimer. Der Iran verfügt über gewaltige Bodenschätze. Ist ist eine Frage der Zeit, wann das imminnent wird. Da kommt man dann nicht herum. Sicher auch ein Versuch das jetzt brachial zu lösen. So auf die Schnelle. Das wird nicht funktionieren. Da wird Trump lange weg sein. Die Bodenschätze, die Technologie, der Iran selbst nicht.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 10:31

King Kong 2006 hat geschrieben:(24 Aug 2019, 10:18)

Der Iran wird auf die Kapitulationsforderungen Trumps nicht eingehen (verzicht auf Industrie, Technologie und Wehrfähigkeit, vertraglich auf "alle Zeiten"). Das ist sicher.

Was abzuwarten bleibt, ist ob die EU ein Instrumentarium für die Zukunft schafft mit China und den USA ernsthaft konkurrieren zu können. Darum geht es. Bisher ist da zuwenig (EU-) Power drin. Sicher auch ein strukturelles Problem. Um ein Kerneuropa wird man nicht herumkommen.

Der Iran hat da viel mehr Zeit.

Das ist anstrengend und das kostet allen viel Kraft, was Trump da macht, aber der ist nicht hundert Jahre US-Präsident. Der Iran denkt in viel längeren Dimensionen.

Für einen maximal 8-Jahres Präsident Trump, wirft der Iran seine Verteidigungsfähigkeit, Schlüsseltechnologien nicht "für alle Zeiten" in den Mülleimer. Der Iran verfügt über gewaltige Bodenschätze. Ist ist eine Frage der Zeit, wann das imminnent wird. Da kommt man dann nicht herum. Sicher auch ein Versuch das jetzt brachial zu lösen. So auf die Schnelle. Das wird nicht funktionieren. Da wird Trump lange weg sein. Die Bodenschätze, die Technologie, der Iran selbst nicht.


Vor allzu großem Eigensinn kann ich nur warnen. In Europa sind uralte Reiche mit dem 1. Weltkrieg verschwunden, und mit dem 2. Weltkrieg eine beherrschende Kultur in Mittel- und Osteuropa mitsamt der aufstrebenden Weltmacht Japan.

Warum soll nicht auch die uralte Macht Iran durch ihre beständigen Händel dieses Schicksal erleiden? Bodenschätze sind kein politisches Verdienst... allenfalls zufälliger Reichtum.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 24. Aug 2019, 10:47

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 10:31)

Vor allzu großem Eigensinn kann ich nur warnen. In Europa sind uralte Reiche mit dem 1. Weltkrieg verschwunden, und mit dem 2. Weltkrieg eine beherrschende Kultur in Mittel- und Osteuropa mitsamt der aufstrebenden Weltmacht Japan.

Warum soll nicht auch die uralte Macht Iran durch ihre beständigen Händel dieses Schicksal erleiden? Bodenschätze sind kein politisches Verdienst... allenfalls zufälliger Reichtum.


Das spielt doch keine Rolle. Die Bodenschätze im Iran liegen nunmal da. Es ist auch kein Verdienst Chinas, seltene Erden zu haben. Oder das Öl bei den Saudis. Oder das fracking Öl aus den USA oder Kanada. Es ist nun einmal da.

Neben dem Erdöl und Erdgas gibt es viel mehr im Iran. Zu großen Teilen nicht erschlossen.

Mining in Iran is underdeveloped,[1] yet the country is one of the most important mineral producers in the world, ranked among 15 major mineral-rich countries,[2] holding some 68 types of minerals, 37 billion tonnes of proven reserves and more than 57 billion tonnes of potential reserves worth $770 billion in 2014.[3][4] Mineral production contributes only 0.6 per cent to the country's GDP.[5] Add other mining-related industries and this figure increases to just four per cent (2005). Many factors have contributed to this, namely lack of suitable infrastructure, legal barriers, exploration difficulties, and government control over all resources.

The most important mines in Iran include coal, metallic minerals, sand and gravel, chemical minerals and salt. Khorasan has the most operating mines in Iran. Other large deposits which mostly remain underdeveloped are zinc (world's largest), copper (world's ninth largest reserves in 2011, according to the managing director of National Iranian Copper Industries Company), iron (world's 12th largest in 2013 according to the US Geological Survey),[6] uranium (world's tenth largest) and lead (world's eleventh largest).[7][8][9][10][11] Iran with roughly 1% of the world's population holds more than 7% of the world's total mineral reserves.[12]

https://en.wikipedia.org/wiki/Mining_in_Iran


Dazu das Transporthandelskreuz zwischen Asien und Europa und zwischen Zentralasien und dem Weltmeer. Weder die location, noch die Rohstoffe werden dort verschwinden. Das ist Fluch und Segen zugleich. Man wird darauf zurückkommen. Der Kampf seit dem Bruch zwischen den USA und Iran geht darum. Gut, ich weiß, Atomwaffen... seit den 80er ständig im Gespräch... Komischerweise erst, nachdem die USA und Iran nicht mehr können...

Jeder, der sich damit beschäftigt weiß, daß dies eher ein Propagandamittel ist bei dem Kampf um Macht und Ressourcen. Trump will ja Grönland nicht wegen den Skipisten, sondern wegen Rohstoffen. Atomwaffen sind höchstens interessant, als das sie den Zugriff auf den Iran deutlich erschweren würden. Und die Iraner lassen sich von keinen Trump vorschreiben welche Industrie und Technologie sie haben dürfen. Am besten nur noch Teppichknüpfen. Und abhängig und auf einfachen Niveau stagnierend. Und wie schlapp und wenig abschreckend die Verteidigung sein darf. Man solle sich mal vorstellen, man würde das China, den USA, Frankreich, Italien, Russland, Israel, Pakistan u.a. ständig befehlen und vorhalten. Aber das lenkt ab.

Hier geht es um die EU. Die EU will weder einen Flüchtlingsstrom, noch eine Drogenflut, oder Regionalkrieg als Dauerbrandherd an den Grenzen. Trump hat die Sache - mit Ansage - eskaliert.

Da er US-Präsident ist, hat er einige Mittel. Man sieht gerade, wie die EU da deswegen herumeiert. Die EU, habe ich hier verlinkt, denkt in einer sich verändernden Weltlage ohnehin nach, wie man mit den USA und China konkurrieren kann. Merkel selbst sagte, man könne sich auf die USA nicht mehr verlassen. Man sieht jetzt am Beispiel Iran, wie die EU versucht sich ein Instrumentarium zu beschaffen sich von den USA machtpolitisch, handlungsfähig zu emanzipieren. Das sieht zugegebener Maßen noch pupertär und unausgegoren aus. ;)

Muß man nur in Teheran anfragen. Die können damit (noch?) nichts anfangen. China ist da in dem Instrumentarium deutlich entwickelter. Und das sieht man an der Kooperation beider.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 10:54

Tja, wenn Sie meinen... aber sagen Sie nicht, daß Sie nie gewarnt worden sind.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 24. Aug 2019, 10:56

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 10:54)

Tja, wenn Sie meinen... aber sagen Sie nicht, daß Sie nie gewarnt worden sind.


Soll das jetzt eine Drohung sein? :D

Naja, ich argumentiere, daß die Rohstoffe und Technologie Ziel sind und nicht "so einfach" zu haben sind. Und von dir kommt daraufhin eine Warnung. Das ist doch sehr transparent und reflektiv. Weil es eben genau darum geht.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 12:20

King Kong 2006 hat geschrieben:(24 Aug 2019, 10:56)

Soll das jetzt eine Drohung sein? :D

Naja, ich argumentiere, daß die Rohstoffe und Technologie Ziel sind und nicht "so einfach" zu haben sind. Und von dir kommt daraufhin eine Warnung. Das ist doch sehr transparent und reflektiv. Weil es eben genau darum geht.


Das hätten Sie wohl gern so gedeutet; aber nein, es geht um unschuldige Menschen, die wirklich nichts weiter möchten, als in bescheidenem Wohlstand leben. Mit diesen Menschenleben spielt Iran herum, ganz einfach um mächtig zu erscheinen. Das muß eine regionale Krankheit sein.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon imp » Sa 24. Aug 2019, 16:10

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 10:31)

Vor allzu großem Eigensinn kann ich nur warnen. In Europa sind uralte Reiche mit dem 1. Weltkrieg verschwunden, und mit dem 2. Weltkrieg eine beherrschende Kultur in Mittel- und Osteuropa mitsamt der aufstrebenden Weltmacht Japan.

Warum soll nicht auch die uralte Macht Iran durch ihre beständigen Händel dieses Schicksal erleiden? Bodenschätze sind kein politisches Verdienst... allenfalls zufälliger Reichtum.

Den Iran oder Persien, zuvor die Sassaniden bis hin zu den Parthern gab es schon, bevor Erdoel eine Rolle spielte. Es wird ihn auch geben, wenn Erdoel nicht mehr Heizungen und Autos treibt. Der Trend geht doch dahin, dass Laender auch Krisen und Kriege ueberdauern. Der Iran hat eine Kontinuitaet, die trotz Mongolen, trotz Alexander, trotz Besetzung in beiden Weltkriegen ungebrochen ist.


Vor dem Islam gab es den Zoroastrismus im Iran - und die dortige Spielart beider Religionen hat einiges gemein.

Ich wuerde nicht gegen die Fortexistenz des Iran wetten.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 16:19

Ich wuerde nicht gegen die Fortexistenz des Iran wetten.


Das hielte ich auch für sträflich; dennoch muß man sich klar machen, welche Gewalten über Europa hinweg gegangen sind und die Landkarte des Kontinents verändert haben. Ich würde deshalb auch keine Wette abschließen wollen, daß Iran von solchen Brüchen verschont bleiben wird.

Unser Teilnehmer Hongkong 2006 erweckt diesen Eindruck ewiger Ungebrochenheit Irans. Das ist bodenloser Leichtsinn... jedenfalls empfinde ich eine solche Haltung so.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon imp » Sa 24. Aug 2019, 17:12

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 16:19)

Das hielte ich auch für sträflich; dennoch muß man sich klar machen, welche Gewalten über Europa hinweg gegangen sind und die Landkarte des Kontinents verändert haben. Ich würde deshalb auch keine Wette abschließen wollen, daß Iran von solchen Brüchen verschont bleiben wird.

Unser Teilnehmer Hongkong 2006 erweckt diesen Eindruck ewiger Ungebrochenheit Irans. Das ist bodenloser Leichtsinn... jedenfalls empfinde ich eine solche Haltung so.

Umbrueche gab es immer, manche mit erheblichen Lasten fuer Land und Leute. Nicht zuletzt die US-Politik spielte da eine Rolle.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 17:21

imp hat geschrieben:(24 Aug 2019, 17:12)

Umbrueche gab es immer, manche mit erheblichen Lasten fuer Land und Leute. Nicht zuletzt die US-Politik spielte da eine Rolle.


So ist das nun einmal; vielleicht spielt dereinst China oder Indien in dieser Weltgegend eine vergleichbare Rolle. Früher habe ich zu vorgerückter Stunde und erreichter Bettschwere oft vor Ärger an der deutsch-chinesischen Grenze gewarnt.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon imp » Sa 24. Aug 2019, 17:50

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 17:21)

So ist das nun einmal; vielleicht spielt dereinst China oder Indien in dieser Weltgegend eine vergleichbare Rolle. Früher habe ich zu vorgerückter Stunde und erreichter Bettschwere oft vor Ärger an der deutsch-chinesischen Grenze gewarnt.

Persisch war einmal eine wichtige Adelssprache vom Irak bis Indien, etwa wie franzoesisch im europaeischen Adel.

Noch heute spielt persisch eine gewisse Rolle in Afghanistan, Usbekistan, Tadschikistan, Teilen Pakistans, sogar einigen suedlichen Teilen Russlands. Ueberall da, wo Kina jetzt rein draengt.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 24. Aug 2019, 21:10

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 16:19)

Das hielte ich auch für sträflich; dennoch muß man sich klar machen, welche Gewalten über Europa hinweg gegangen sind und die Landkarte des Kontinents verändert haben. Ich würde deshalb auch keine Wette abschließen wollen, daß Iran von solchen Brüchen verschont bleiben wird.

Unser Teilnehmer Hongkong 2006 erweckt diesen Eindruck ewiger Ungebrochenheit Irans. Das ist bodenloser Leichtsinn... jedenfalls empfinde ich eine solche Haltung so.


Wie würdest du "Ungebrochenheit" definieren?

Der Iran verfolgt, ob unter Großkönigen, Kaisern (Schahs) oder der jetzigen und zukünfigen Führung seine Interessen. Klar, steckt man auch ein. Wichtig ist aber auch jedesmal wieder aufzustehen. Es mag für dich vielleicht wie stumpfsinnige Sturrheit erscheinen, aber wenn die Iraner über die Generationen nicht auch mal Standgehalten hätten, dann könnte man den Iran wie andere antike Reiche nur noch in Geschichtsbüchern wiederfinden. Das könnte genauso passieren. Ich bin sicher, daß der Iran nach Trump noch da ist. Mit seinen Interessen. Mit der Atomindustrie und mit seinen Streitkräften.

Es ist sinnlos einem Land wie Iran "für alle Zeiten" das Abschwören von Technologie und Verteidigunsfähigkeit abzupressen. Das ist totaler Stumpfsinn darauf zu beharren. Das kann man genauso gut mal mit Indien, Großbritannien oder den USA versuchen. Völliger Quatsch. Das ist politisch motivierte Herumlavieren. In der Sache unpraktikabel. Welcher Staat sollte auf so etwas ernsthaft eingehen? Deshalb haben die USA auch noch maximal das heraugepresst (erpresst) was ging. Das Atomabkommen. Mehr geht nicht. Alles andere wäre koloniales Verhalten.

Vor dem Bruch mit den USA ging das ja auch alles. Hast du eine Ahnung wie großdimensioniert das Atomprogramm und die Streitkräfte im Aufbau wie auch geplant waren? Mit den USA? Dagegen ist der Iran heute in diesen Bereichen schon als bescheiden bezeichnen. Und selbst das reicht nicht. Wenn man kein Satellitenstaat mehr der USA ist...
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 21:23

Tja, Drohungen gehen weder von Indien noch von Pakistan aus. Aber Iran will Israel von der Landkarte tilgen. Da dürfen Sie Großkönige der Antike oder Mullahs der Gegenwart anführen, das wird sich weder Israel noch die USA noch Europa ansehen. Dann war es das mit der Geschichte Irans. Mit kolonialer Unterwürfigkeit sollten Sie den Verzicht auf dieses Teufelszeug nicht verwechseln, eher mit "Lebensversicherung".
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 24. Aug 2019, 21:51

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 21:23)

Tja, Drohungen gehen weder von Indien noch von Pakistan aus. Aber Iran will Israel von der Landkarte tilgen. Da dürfen Sie Großkönige der Antike oder Mullahs der Gegenwart anführen, das wird sich weder Israel noch die USA noch Europa ansehen. Dann war es das mit der Geschichte Irans. Mit kolonialer Unterwürfigkeit sollten Sie den Verzicht auf dieses Teufelszeug nicht verwechseln, eher mit "Lebensversicherung".


Du meinst Ahmadinejad? Und das, was er nie gesagt hat? Der hat ne Menge erzählt.

"Für niemanden eine Gefahr"

Der Präsident betonte, niemand könne der Islamischen Republik das Recht auf das Atomprogramm streitig machen. "Iran ist für niemanden eine Gefahr, nicht einmal für das zionistische Regime", sagte Ahmadinedschad und benutzte damit die iranische Bezeichnung für den Erzfeind Israel.

https://www.dw.com/de/iran-weiht-schwer ... -2147784-0


Aber da dreht man sich im Kreis. Der ist weg. Und wenn Trump nicht wieder alles hoch eskaliert, dann haben die Falken im Iran weniger Chancen. Scheint ihn nicht zu interessieren. Es geht also wieder um Israel? Gar nicht um Atomwaffen? Die sind nicht da und die IAEO sagt nichts anderes.

Also sind wir doch wieder bei dem Thema, der Iran ist nicht "gut" für die USA Ansprechbar? Schon erstaunlich wie sich ein Israel als Atommacht und modernsten Waffen so bedroht fühlt. Es gibt nichts besseres als Ablenkung vom Nahostkonflikt als bei jeder Gelegenheit den Iran als Totschlagargument anzuführen. Deutschland, GB, Frankreich, die USA, Russland und China sehen das anders. Oder was soll die Unterstützung der Annäherung und des Abkommens mit dem Iran? Es geht nicht um Israel. Israel ist nicht der Nabel der Welt an dem alles gemessen werden muß. Auch, wenn Netanjahu seit vielen Jahren mit dem Iran alles abblockt.

Israel und Iran – in Feindschaft vereint

Doch die Gefahr wird von Ministerpräsident Netanyahu aus politischem Kalkül überzeichnet. Den Hardlinern in Teheran dient er damit als willkommenes Feindbild.


Das Szenario einer existenziellen Bedrohung durch einen äusseren Feind eignet sich weltweit für Hardliner, um Wähler zu mobilisieren und Kritiker unter den Generalverdacht des Landesverrats zu stellen. Die bewusst gezogene Parallele zum Holocaust ist aber auch ein psychologisches Druckmittel gegenüber den westlichen Partnern – ein direkter Appell an ihre Schuldgefühle.


Bei einer nüchternen Analyse überwiegt der Eindruck, dass Netanyahu die Bedrohung überzeichnet und mit seiner kriegerischen Rhetorik in Teheran genau jene Scharfmacher stärkt, die er so fürchtet. Wenn es um Iran geht, ist der israelische Regierungschef ein Getriebener.

Zu dieser Erkenntnis kam 2010 auch Yuval Diskin, damaliger Leiter des israelischen Inlandgeheimdiensts Shin Bet. Gemeinsam mit dem Mossad-Chef Meir Dagan stellte er sich im Kabinett gegen Netanyahu und verhinderte einen Luftangriff auf die iranischen Atomanlagen. «Ich glaube nicht an eine politische Führung, die Entscheidungen auf der Grundlage messianischer Gefühle trifft», erklärte Diskin später.


Für Netanyahu aber hat die überzeichnete iranische Bedrohung ganz praktische Vorteile. Unter anderem lässt sie den ungelösten Konflikt mit den Palästinensern und die israelische Besetzungspolitik in den Hintergrund rücken.

https://www.nzz.ch/meinung/iran-netanya ... ld.1407011


Selbst die USA haben Israel Waffen vorenthalten. Weil sie keinen Krieg mit dem Iran wollen. Also lassen sie den Iran gewähren? Sind sie heimliche Verbündete Irans? Nein. Es geht eben nicht immer um Israel. Und niemand "tilgt" Israel von der Landkarte. Es geht auch nicht um Atomwaffen.

Dem Iran ist mit Ausslöschung gedroht worden, von Saddam, von Trump. Und im Gegensatz zu Israel ist der Iran tatsächlich Opfer von Massenvernichtungswaffen geworden. Trump hat Nk mit Auslöschung gedroht. Chrustschow wollte den Westen begraben usw.

Du meinst mit einer Eskalation und unanehmbaren Forderungen gegenüber Iran wird alles chilliger? Meinst du die USA, EU3, Russland, China und Iran, die sich an den Tisch gesetzt haben, Lösungen erarbeitet haben, haben nicht wie Trump den Durchblick?

Du wirst sehen, das läuft wie unter Bush. Jahrelanges eskalieren. Am Ende hat man wieder davon die Nase voll. Wie vor Jahren. Das dumme ist jetzt aber, der Iran hat das schon einmal mitgemacht. Hat verzichtet, hat sich (im Gegensatz zu anderen Staaten) auf Rechte verzichtet. Und was kam? Nichts. Stattdessen noch mehr Sanktionen. Warum sollte der Iran nochmal auf so etwas eingehen? Das ist ein schweres Erbe, das Trump der Welt hinterlassen wird. Iran ist da nur ein Beispiel. Er randaliert auch gegen andere "Böse". In Europa, Asien oder Lateinamerika.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 21:59

Nun jammern Sie nicht, sondern folgen Sie endlich den wohlgesonnenen Bitten der Europäer, sich von dem Teufelszeug fern zu halten, das tatsächlich niemand braucht, dessen industrielle Entsorgung unbekannt ist, und das uns deutlich länger als Gefahrenquelle besorgt machen sollte, als irgendwelche persischen oder iranischen Reiche bestanden haben. Unser Land kommt bestens ohne dieses Zeug zurecht, und viele andere Länder auch. Warum nicht auch Iran?
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 24. Aug 2019, 22:06

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 21:59)

Nun jammern Sie nicht, sondern folgen Sie endlich den wohlgesonnenen Bitten der Europäer, sich von dem Teufelszeug fern zu halten, das tatsächlich niemand braucht, dessen industrielle Entsorgung unbekannt ist, und das uns deutlich länger als Gefahrenquelle besorgt machen sollte, als irgendwelche persischen oder iranischen Reiche bestanden haben. Unser Land kommt bestens ohne dieses Zeug zurecht, und viele andere Länder auch. Warum nicht auch Iran?


Warum sollte ich mich von Atomwaffen fernhalten? Ich habe gar keine!

Übrigens hat der Iran auch keine. Sagt jedenfalls die Internationale Atomenergiebehörde. Und Teheran.

Und Trump macht die Sache nicht besser. Es war vorher besser. Die EU versucht zu retten was noch ist. Trump bekommt noch eine Chance. Die wird er nicht nutzen. Deeskalation gehört nicht zu seinem Charakterprofil.

Trump Unlikely to Support Macron’s Plan to Revive Iran Deal

https://www.bloomberg.com/news/articles ... n-standoff
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