EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Eiskalt
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Fr 28. Jun 2019, 23:13

Kohlhaas hat geschrieben:(28 Jun 2019, 19:56)

Ja, aus unserer Sicht ist das so.

Aber Trump hat doch schon deutlich klargestellt, dass ihm das völlig egal ist. Gab doch schon genug Konflikte zwischen ihm und GB.

Das verstehen die Briten nur nicht. Die sind gerade dabei, den Flugzeugträger "Quenn Elisabeth" in Dienst zu stellen, und erwarten, dass sie damit wieder zur Weltmacht aufsteigen.. Schau Dir mal an, was sie damit für Ambitionen verfolgen. Beim Gedanken daran musste ich für das Schreiben dieses Beitrags gerade ungefähr 30 Minuten aufwänden, weil ich mich vor Lachen so oft vertippt habe.


Welche Ambitionen verfolgen die denn?
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H2O
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 29. Jun 2019, 06:54

Eiskalt hat geschrieben:(28 Jun 2019, 23:13)

Welche Ambitionen verfolgen die denn?


Meine Vermutung: Die Briten wollen nicht ganz aus ihrer "special relationship" im Bündnis mit den USA heraus rutschen. Wir Europäer sollten uns so weit ertüchtigen, daß wir immer freundlich gefragt werden, was wir denn von aktuellen Ereignissen halten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Sa 29. Jun 2019, 14:37

Boris Johnson soll die Franzosen in seiner kurzen Zeit als Aussenminister wg. Ihrer Haltung bei den Brexit-Verhandlungen als "Scheisshaufen" bezeichnet haben. Das existierende Video wurde auf "Bitten" des britischen Aussenministeriums von einer BBC-Dokumentation herausgeschnitten und nicht veröffentlicht. Auf Nachfragen von Journalisten konnte sich Boris Johnson daran nicht erinnern... :p
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Sa 29. Jun 2019, 14:45

Ich traue Trump und Boris alles zu.
Warscheinlich hätten die zu Römerzeiten auch Rom abgefackelt und behauptet die waren es nicht.;-))
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 29. Jun 2019, 15:12

Kohlhaas hat geschrieben:(28 Jun 2019, 19:43)

Ach, das ist doch alles nebensächlich. Was sollte sich BoJo um Japan kümmern? Japan war/ist halt keine britische Kolonie. Oder doch? Ich verliere langsam den Überblick.... BoJo kümmert sich ja nichtmal um die Europäische Union! Und die liegt seinem Land definitiv deutlich näher als Japan.

Es zeigt sich aber immer deutlicher, welche Bündnispartner GB nach einem Brexit noch haben wird. Meinem Eindruck nach sind das nur die USA. Und das auch nur so lange, wie Trump dort Präsident ist.

Europa wird Boris und Donald überstehen und da sein wenn die Briten merken dass sie doch kein Empire mehr haben.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Sa 29. Jun 2019, 15:31

Die Briten ohne extrawürste und eingebunden in MEHRHEITSENTSCHEIDUNGEN wären immer denkbar. Aber die nächsten Jahre müssen sich GB und die E.U erstmal wieder
als Solopartner jeweils beschnuppern.
Jeder muss wieder erkennen was er an dem anderen hat!!
Und das die anderen Bräute nicht das waren wofür man sie hielt!(Commonwealth, USA ect.)
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 29. Jun 2019, 20:24

Alter Stubentiger hat geschrieben:(29 Jun 2019, 15:12)

Europa wird Boris und Donald überstehen und da sein wenn die Briten merken dass sie doch kein Empire mehr haben.


Nach dieser anhaltenden Unsicherheit über BREXIT oder doch nicht meine ich, daß eine Neuaufnahme der Briten nur noch mit Aufgabe der Nationalwährung
und ohne wenig begründbare Sonderregelungen möglich sein sollte, Schengenraum eingeschlossen. Formale Gleichbehandlung mit anderen Neuaufnahmen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Mo 1. Jul 2019, 18:40

Eiskalt hat geschrieben:(28 Jun 2019, 23:13)

Welche Ambitionen verfolgen die denn?

Flugzeugträger eignen sich schlecht für die Landesverteidigung. Das gilt besonders, wenn es sich um Flugzeugträger handelt, die nur Senkrechtstarter tragen können. Für die Landesverteidigung sind landgestützte Flugzeuge viel effektiver. Sie haben eine deutlich größere Reichweite, können deutlich größere Waffenlasten tragen, können dezentral starten und landen, können viel unkomplizierter mit Nachschub versorgt werden, können außerdem noch Unterstützung erhalten, die auf Flugzeugträgern nicht verfügbar ist (Tankflugzeuge, Awacs-Luftüberwachung, Hilfe von Verbündeten....)

Die Queen Elisabeth und ihr angeblich geplantes Schwesterschiff sollen also nicht um Großbritannien kreisen und die kleine, nebelige Insel verteidigen. Sie sind Ausdruck des britischen Wunsches, weitab vom Mutterland - also: weltweit - Machtansprüche durchsetzen zu können. Unabhängig von möglichen Interessen europäischer "Verbündeter"!

Was das konkret für Machtansprüche sind, kann ich mir schwer vorstellen, weil dieser Flugzeugträger dafür eigentlich nicht gut geeignet ist. Das fängt schon damit an, dass die Senkrechtstarter an Bord nur eingeschränkte Reichweite haben, nicht besonders schnell und nicht besonders wendig sind, ohne AWACS-Luftaufklärung auskommen müssen, keine nennenswerten Lasten tragen können... Es geht weiter damit, dass zwei dieser Träger nahezu die gesamte existierende britische Flotte als Eskorte mitnehmen müsste. Und es endet noch nicht damit, dass die Royal Navy im Moment gar nicht in der Lage wäre, die Träger während eines Einsatzes fernab der Heimat zu versorgen (z.B. hat die Queen Elisabeth einen Dieselantrieb - und es gibt in GB nicht so sehr viele Tankschiffe....).

Ich persönlich denke, dass die Queen Elisabeth sichtbarer Ausdruck des britischen Anspruchs ist, eine "Weltmacht" sein zu wollen. Wo und aufgrund welcher Marine-Doktrin das Schiff evtl. eingesetzt werden könnte, kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich bin auch kein Marine-Experte. Vielleicht haben die Briten sich dabei was gedacht. Vielleicht ging es ihnen auch nur darum, dieses Riesenschiff als sichtbares Zeichen ihrer Machtansprüche zu besitzen. Ist ja schon eindrucksvoll, das Ding. Wobei z.B. aus Russland nur Spott kam. Da war von einem "langsam fahrenden See-Ziel" die Rede.

Jedenfalls scheint mir dieser Flugzeugträger so überhaupt nicht zu europäischen Sicherheitsinteressen zu passen. Also muss es um spezifisch britische Interessen auf den Weltmeeren gehen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Gen_Y » Mo 1. Jul 2019, 18:57

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(29 Jun 2019, 14:37)

Boris Johnson soll die Franzosen in seiner kurzen Zeit als Aussenminister wg. Ihrer Haltung bei den Brexit-Verhandlungen als "Scheisshaufen" bezeichnet haben.


Vielleicht will Macron deshalb Frans Timmermans als Kommissionspräsidenten durchsetzen. Denn die Werte dieses klassischen EU-Apparatschiks (Babyboomer, Beamtenkind, Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal) sorgen garantiert dafür, dass sich GB doch noch für den harten Brexit entscheidet.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Mo 1. Jul 2019, 20:21

Ich habe das nicht so verstanden, das Macron den Frans Timmermans durchsetzen will. Mir schien das eher so, dass er bloß auf keinen Fall den Manfred Weber wollte. Ist ihm ja anscheinend auch gelungen. Mein Kompliment dafür!

Weber hat keinerlei Regierungserfahrung, war auf internationaler Bühne nie präsent... Wie kann die EVP so einen Mann aus der dritten Reihe als Repräsentanten der EU vorschlagen???? Nur weil der zur EVP-Gruppe gehört und aus Bayern ist??? Geht gar nicht. Das "Spitzenkandidatenmodell" in der EU darf nicht dazu führen, dass Spitzenposten in der EU durch irgendeine Art von Parteiproporz ausgewürfelt werden. Die Posten sollen gern unter Berücksichtigung der Interessen der großen Nationen besetzt werden (nicht fünf Franzosen oder fünf Deutsche....). Aber das doch bitte auch unter Berücksichtigung der Eigung. Dass das im EU-Parlament nach irgendwelchen fiktiven "Fraktions-Stärken" ablaufen soll, ist ja wohl die dümmste Idee!

Donald Tusk hat jetzt Michel Barnier ins Gespräch gebracht. Sehr geschickter Schachzug! Der gehört der EVP-Gruppe an und ist als Diplomat und Fürsprecher der EU nun wirklich sichtbar gewesen und unumstritten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Mo 1. Jul 2019, 20:40

Kohlhaas hat geschrieben:(01 Jul 2019, 20:21)

Weber hat keinerlei Regierungserfahrung, war auf internationaler Bühne nie präsent... Wie kann die EVP so einen Mann aus der dritten Reihe als Repräsentanten der EU vorschlagen???? Nur weil der zur EVP-Gruppe gehört und aus Bayern ist??? Geht gar nicht.
Weber wurde deswegen von fast 800-EVP-Delegierten gegen starke Wettbewerber zum Spitzenkandidaten gewählt weil er über eine Fähigkeit verfügt die für einen Job an der EU-Spitze von herausragender Bedeutung ist. Mehrheiten finden und Strippen ziehen. Das beherrscht er als langjähriger EVP-Fraktionsvorsitzender perfekt. Wie weit so ein dominanter Hau-Drauf wie Macron kommt kann man ja aktuell bewundern. Den lassen andere Staaten ohne Ende auflaufen und der erreicht gar nichts.
Das "Spitzenkandidatenmodell" in der EU darf nicht dazu führen, dass Spitzenposten in der EU durch irgendeine Art von Parteiproporz ausgewürfelt werden. Die Posten sollen gern unter Berücksichtigung der Interessen der großen Nationen besetzt werden (nicht fünf Franzosen oder fünf Deutsche....). Aber das doch bitte auch unter Berücksichtigung der Eigung. Dass das im EU-Parlament nach irgendwelchen fiktiven "Fraktions-Stärken" ablaufen soll, ist ja wohl die dümmste Idee!
Weber wurde gerade wegen seiner Eignung zum Spitzenkandidaten gewählt.
Donald Tusk hat jetzt Michel Barnier ins Gespräch gebracht. Sehr geschickter Schachzug! Der gehört der EVP-Gruppe an und ist als Diplomat und Fürsprecher der EU nun wirklich sichtbar gewesen und unumstritten.
Von den Fähigkeiten her sicher auch für den Job geeignet (er hat bei den Brexit-Verhandlungen alle EU-Staaten bei der Stange gehalten) aber da er keiner der Spitzenkandidaten war wird ihn das Europaparlament nicht akzeptieren.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Mo 1. Jul 2019, 20:58

Donald Tusk hat jetzt Michel Barnier ins Gespräch gebracht. Sehr geschickter Schachzug! Der gehört der EVP-Gruppe an und ist als Diplomat und Fürsprecher der EU nun wirklich sichtbar gewesen und unumstritten.


Herr Barnier wäre ein idealer Nachfolger Junkers. Er verfügt über Härte und Verhandlungsgeschick... ganz hervorragend. Aber das EU-Parlament müßte von allen guten Geistern verlassen sein, wenn es dem Rat das alte Recht erneut einräumte, einen Kandidaten nach eigenem Geschmack zu ernennen. Herr Weber, Herr Timmermans und Frau Vestager waren Spitzenkandidaten in der Europa-Wahl, und einer von denen wird es, wenn das EU-Parlament seine gewonnene Legitimität durch Wählerstimmen behaupten möchte. Wir können ja noch die Wahl des EU-Parlamentspräsidenten abwarten, damit da den hohen Herren im Rat ein Verhandler auf Augenhöhe gegenüber tritt. Den Parlamentspräsidenten wird der Rat hoffentlich nicht auch noch ernennen wollen.

Dann wäre die Machtbalance in der EU ungefähr dort, wo die EWG sich ausgeformt hatte. Parlament überflüssig... gab es damals ja auch nicht.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Fliege » Mo 1. Jul 2019, 21:05

H2O hat geschrieben:(01 Jul 2019, 20:58)
Dann wäre die Machtbalance in der EU ungefähr dort, wo die EWG sich ausgeformt hatte. Parlament überflüssig... gab es damals ja auch nicht.

Aus einer EWG wären die Briten nicht getreten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Mo 1. Jul 2019, 21:09

Fliege hat geschrieben:(01 Jul 2019, 21:05)

Aus einer EWG wären die Briten nicht getreten.


Das ist wahrscheinlich richtig, aber keineswegs sicher. Wir Europäer wollten aber die stetig sich vertiefende Zusammenarbeit unserer Staaten. Da geht die Reise hin, jetzt ohne die Briten, wenn sie denn die EU verlassen sollten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Di 2. Jul 2019, 09:32

Fliege hat geschrieben:(01 Jul 2019, 21:05)

Aus einer EWG wären die Briten nicht getreten.


Das glaube ich nicht.

Die Europäische Union besteht aus 3Säulen. EWG, Gemeinsame Aussen und Sicherheitspolitik und Polizei und justizielle Zusammenarbeit.

Wenn es dir nicht entgangen ist, will UK nach wie vor an den beiden andern Säulen festhalen.
Faktisch wollen sie NUR aus der EWG austreten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 2. Jul 2019, 09:40

garfield336 hat geschrieben:(02 Jul 2019, 09:32)

Das glaube ich nicht.

Die Europäische Union besteht aus 3Säulen. EWG, Gemeinsame Aussen und Sicherheitspolitik und Polizei und justizielle Zusammenarbeit.

Wenn es dir nicht entgangen ist, will UK nach wie vor an den beiden andern Säulen festhalen.
Faktisch wollen sie NUR aus der EWG austreten.


Diese Wendung verstehe ich nicht: Ist es denn nicht so, daß die Briten geradezu fanatisch dafür gekämpft haben, sich weiterhin im Binnenmarkt der EU bewegen zu können, aber bitte ohne Freizügigkeit, ohne Finanzausgleich und ohne Zukunftspakt, und ohne "fremde Gesetze" übernehmen zu müssen?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Di 2. Jul 2019, 09:48

H2O hat geschrieben:(02 Jul 2019, 09:40)

Diese Wendung verstehe ich nicht: Ist es denn nicht so, daß die Briten geradezu fanatisch dafür gekämpft haben, sich weiterhin im Binnenmarkt der EU bewegen zu können, aber bitte ohne Freizügigkeit, ohne Finanzausgleich und ohne Zukunftspakt, und ohne "fremde Gesetze" übernehmen zu müssen?


Binnenmarkt ist EWG!

Die beiden andern Säulen der EU Zusammenarbeit in Sicherheit und Aussenpolitik und Polizeizusammenarbeit wollen sie weiterhin mitreden.
Das hat die scheidende PM May auch so gesagt.
Sie wollen soweit ich weiss sogar am europäischen Haftbefehlt festhalten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 2. Jul 2019, 09:52

H2O hat geschrieben:(02 Jul 2019, 09:40)

Diese Wendung verstehe ich nicht: Ist es denn nicht so, daß die Briten geradezu fanatisch dafür gekämpft haben, sich weiterhin im Binnenmarkt der EU bewegen zu können, aber bitte ohne Freizügigkeit, ohne Finanzausgleich und ohne Zukunftspakt, und ohne "fremde Gesetze" übernehmen zu müssen?

Jein.Was man nach außen verkündet und dann tatsächlich macht sind verschiedene Dinge. Man hat im Zuge des Brexit bereits massenhaft EU-Regelungen in nationales Recht überführt. So schlecht können die EU-Regeln also nicht sein wenn man sie freiwillig übernimmt.
Und ich bin mir sicher dass die Arbeitnehmerfreizügigkeit schnellstmöglich wieder eingeführt wird nach dem harten Brexit der mit Johnson wohl kommen wird. Dann ist auch der Weg frei für eine Zollunion die die Briten dringend brauchen. Es ist alles nur Show bei Johnson. Nichts ist echt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 2. Jul 2019, 10:08

garfield336 hat geschrieben:(02 Jul 2019, 09:48)

Binnenmarkt ist EWG!

Und darin wollten die Briten doch ganz unbedingt weiter mitmischen, aber ohne die Marktregeln zu übernehmen, ohne die vier Grundfreiheiten des Binnenmarkts. Das ging doch bis zur Weinerlichkeit! Dann wollte man noch die Zollunion aus dem Binnenmarkt heraus operieren... na ja, die Briten wissen selbst nicht mehr, worauf sie als Gemeinschaft hinaus wollen. Die müssen sich jetzt erst einmal sortieren.

Die beiden andern Säulen der EU Zusammenarbeit in Sicherheit und Aussenpolitik und Polizeizusammenarbeit wollen sie weiterhin mitreden.
Das hat die scheidende PM May auch so gesagt.
Sie wollen soweit ich weiss sogar am europäischen Haftbefehlt festhalten.


Ja, daran erinnere ich mich auch; das war alles irgendwann einmal im Gespräch. Nur gab es dazu kein verhandelbares Konzept. Was ansprechbar übrig blieb, das war der Chequers-Vorschlag May-Barnier, für den es aber keine politische Mehrheit im Unterhaus gibt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Di 2. Jul 2019, 10:35

Ich verstehe heute noch nicht warum die Briten nicht in der Efta blieben.Oder ist Mir da was entgangen!?
Gb ist doch in der Efta gewesen!
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!

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