EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon think twice » Sa 25. Jun 2016, 08:37

Svi Back hat geschrieben:(25 Jun 2016, 07:49)

und was dann auch wieder typisch ist, dies wird in den deutschen Medien-bisher-, bis auf wenige nicht thematisiert. Dabei ist es derart offensichtlich.

Alle europäischen Krisen und Missstände Frau Merkel und den Flüchtlingen anzulasten, ist ja nun auch sehr borniert und hat bestenfalls AfD-Niveau. Warum sollten sich deutsche Medien damit beschäftigen? Es gibt interessantere Meldungen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon freigeist » Sa 25. Jun 2016, 08:39

Cobra9 hat geschrieben:(25 Jun 2016, 08:31)

Ich beziehe mich auf die Inhalte und Aussagen wie von Nigel Farage. Ein elementares Versprechen wurde schon gebrochen:



Also keine 350 Millionen für das britische Gesundheitssystem. Boris Johnson versprach Wirtschaftswachstum durch eine bessere Handelspolitik und bessere Verträge mit anderen Ländern. Nur wie soll das gehen ? Die USA sagen klar:




Im Sozialsystem erwartet man auch Probleme.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 97166.html


Ich bin der Meinung die Engländer haben sich verschätzt und das wird Folgen haben.


Ich kenn keine Land das sich viel anders geäußert hätte und England den roten Teppich ausrollt. England alleine will bessere Konditionen anbieten als die EU ?
Da bin Ich doch mal gespannt wie das gehen soll. Wirtschaftsverträge können Jahre brauchen, England hat 24 Monate. Open Europe hat da interessante Zahlen.
1,6 mehr Leistungskraft und mit Pech ein minus von 2,2 plus Vermögensverluste. Die britische Wirtschaft ist stark auf Exporte in den EU Raum abgestimmt. Das wird interessant.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaf ... tr.C3.B6me
http://www.welt.de/wirtschaft/article13 ... uropa.html
http://diepresse.com/home/politik/eu/46 ... sse-Risken


Ja, Farage, der der Initiator des Referendums gewesen ist, stört das kaum, solange er sein Ziel erreicht. In der Politik ist er eine Ausnahmeerscheinung. Das mit den Millionen für das NHS habe ich eigentlich gleich als Marketingfinte verstanden und deswegen nicht für voll genommen.

Hier noch etwas zum Handel Großbritanniens mit der EU und den kursierenden ''circa'' 50%:

''Figures from the ONS showed that Europe is gradually becoming a less important destination for UK companies. In 2000, 60% of exports went to other EU countries, but the percentage fell to 58% in 2005, 54% in 2010 and 47% in 2015.

Over the same period, imports from the EU remained constant, accounting for 54% in both 2000 and 2015.''

https://www.theguardian.com/business/20 ... dum-brexit
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http://henryjacksonsociety.org/ http://openeurope.org.uk/
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Cobra9 » Sa 25. Jun 2016, 08:41

think twice hat geschrieben:(25 Jun 2016, 08:37)

Alle europäischen Krisen und Missstände Frau Merkel und den Flüchtlingen anzulasten, ist ja nun auch sehr borniert und hat bestenfalls AfD-Niveau. Warum sollten sich deutsche Medien damit beschäftigen? Es gibt interessantere Meldungen.


Die Flüchtlingsproblematik ist Teil der gesamten Probleme. Ein Baustein, nicht mehr und nicht weniger. Aber Ich bin mal auf die Stimmung gespannt bei den Wählern in England, wenn weitere Brexit Wahlversprechen platzen wie das

http://www.sueddeutsche.de/politik/ukip ... -1.3049615
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon think twice » Sa 25. Jun 2016, 08:43

Schaun wir mal, ob uns nicht zukünftig eine Fluchtwelle von jungen, integrationswilligen und weltoffenen Briten überrollt.:)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon think twice » Sa 25. Jun 2016, 08:47

Cobra9 hat geschrieben:(25 Jun 2016, 08:41)

Die Flüchtlingsproblematik ist Teil der gesamten Probleme. Ein Baustein, nicht mehr und nicht weniger. Aber Ich bin mal auf die Stimmung gespannt bei den Wählern in England, wenn weitere Brexit Wahlversprechen platzen wie das

http://www.sueddeutsche.de/politik/ukip ... -1.3049615

Vielleicht demonstrieren sie in ein paar Monaten in Londons Straßen zu Zigtausenden gegen ihre eigene Entscheidung...wie die Polen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Cobra9 » Sa 25. Jun 2016, 08:51

freigeist hat geschrieben:(25 Jun 2016, 08:39)

Ja, Farage, der der Initiator des Referendums gewesen ist, stört das kaum, solange er sein Ziel erreicht. In der Politik ist er eine Ausnahmeerscheinung. Das mit den Millionen für das NHS habe ich eigentlich gleich als Marketingfinte verstanden und deswegen nicht für voll genommen.

Hier noch etwas zum Handel Großbritanniens mit der EU und den kursierenden ''circa'' 50%:

''Figures from the ONS showed that Europe is gradually becoming a less important destination for UK companies. In 2000, 60% of exports went to other EU countries, but the percentage fell to 58% in 2005, 54% in 2010 and 47% in 2015.

Over the same period, imports from the EU remained constant, accounting for 54% in both 2000 and 2015.''

https://www.theguardian.com/business/20 ... dum-brexit


Richtig aber 47% sind knapp die Hälfte und wenn man für 47% nun bald Zölle usw. zahlen darf wird das eine Belastung. In 24 Monaten darf England sich mal von außen den Wirtschaftsraum EU ansehen und Ich glaube bsp. dein Beispiel Frankfurt ist nicht verstanden worden. Der Standort Frankfurt wird nach EU Recht laufen, was bedeutet London ist draußen als Standort oder ordnet sich unter. Es werden aber auf jeden Fall saftiger Steuern usw. fällig. Was am Schluss stehen wird weiss keiner. Sicher ist nun droht jahrelanges Gerangel über komplizierte Fragen wie einen neuen Freihandelsvertrag oder die Arbeitnehmerfreizügigkeit. Das dürfte viele Unternehmer und Kunden verunsichern, die deshalb Investitionen und Einkäufe verschieben. Für nternehmen wird es mittelfristig schwieriger, jeweils Geschäfte zu machen. Handelserleichterungen fallen möglicherweise weg, es könnte neue Zölle , Steuern und Abgaben geben. Für die Banken in London wird es lustig. Jede Bank mit EU Pass konnte in der EU agieren, dadurch das England raus ist verfallen die EU Pässe. Die Fusion der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange wird interessanter.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Cobra9 » Sa 25. Jun 2016, 08:53

think twice hat geschrieben:(25 Jun 2016, 08:47)

Vielleicht demonstrieren sie in ein paar Monaten in Londons Straßen zu Zigtausenden gegen ihre eigene Entscheidung...wie die Polen.


Ich weiss es nicht. Akzeptiere die Entscheidung der Engländer, aber mit der Befürchtung manche dachten nicht ausreichend vor der Stimme nach. 2 Jahre haben die Engländer nun Zeit einen Plan zu entwicklen. Für uns hat das alle auch Folgen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon TheTank » Sa 25. Jun 2016, 08:54

think twice hat geschrieben:(25 Jun 2016, 08:47)

Vielleicht demonstrieren sie in ein paar Monaten in Londons Straßen zu Zigtausenden gegen ihre eigene Entscheidung...wie die Polen.

Vielleicht gehen auch die in England unerwünschten Polen zurück und sorgen für ein besseres Polen...
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Re: Nach dem Brexit ... Quo vadis EU ?

Beitragvon HugoBettauer » Sa 25. Jun 2016, 08:59

Cobra9 hat geschrieben:(25 Jun 2016, 08:33)

Klar Sie können den gleichen Status erlangen wie die Schweiz usw. ohne Probleme, wenn Sie die Auflagen erfüllen. Es fällt nur weg das Sie dann Mitspracherecht haben, wie bisher. Dazu gelten 80% der EU Binnenmarkt Bestimmungen auch für die Wirtschaftspartner in der Form.

Alles eine Preisfrage. Bisher ist ja nichts entschieden
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kibuka » Sa 25. Jun 2016, 09:03

Cobra9 hat geschrieben:(25 Jun 2016, 08:15)

Bei allem Respekt die Flüchtinge sind nicht der Hauptaspekt behaupte Ich für das Brexit.


Das behaupte ich auch nicht. Aber die Angst vor Migration hatte ihren Anteil.

Es gibt in ganz Europa nicht die Bereitschaft endlos Migrationsströme zu tolerieren. Das wurde in den letzten Monaten zunehmend ersichtlicher. Selbst Merkel hat das erkannt, wenngleich sehr spät.

Aber viel entscheidender war doch das Bild der EU. Ein supranationaler Staatenverbund, der seine Grenzen nicht schützen kann. Ein Gebilde, dass nur auf dem Papier funktioniert. Selbst Frontex hat zuletzt eingeräumt, dass die EU-Außengrenzen de facto nicht existieren.

Die Leute sehen, dass in der EU Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen. Man verspricht den Leuten die innereuropäischen Grenzen zu öffnen und dafür die Außengrenzen zu sichern und dann muss die Bevölkerung zusehen, wie Terroristen und Migranten nach Belieben bis nach Kerneuropa reisen.

Es ging beim Brexit auch um das Thema Innenpolitik. Es ging auch um Sicherheit.

Dabei spielt es keine Rolle, ob GB im Schengenraum war oder nicht. Die Briten sahen, dass Personen bis nach Frankreich kamen und sogar durch den Ärmelkanal flüchteten.

Flüchtling rennt 50 Kilometer durch Eurotunnel

Es ist eine Geschichte mit dramatischem Ausgang. Ein Flüchtling rennt 50 Kilometer durch den Eurotunnel. Getrieben vom Traum, in Großbritannien zu leben. Doch dieser Traum ist jetzt geplatzt.

http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... unnel.html


Manche starben, andere schafften es.

Und sie wissen, dass diese Leute, sobald sie in der EU sind, im Zuge der Personenfreizügigkeit früher oder später auch legal nach GB einreisen können, wie es beispielsweise die Polen tun.

Die Eurokrise ist ein Beispiel neben der Flüchtlingskrise.

Auch hier ist das Außenbild entscheidend.

Cobra9 hat geschrieben:(25 Jun 2016, 08:15)
Ja das war ein Fehler in der Art und Weise, aber eine Überflutung wie die Brexit Gegener behauptet hatten fand nie statt. Seit Anfang 2016 hatte Großbritannien zudem eine "Notbremsen"-Funktion: Steigt die Zuwanderung auf ein "ungewöhnliches Maß" an, kann ein "Schutzmechanismus" beantragt werden, wobei hierbei die Kürzung als auch die Streichung von Sozialleistungen für EU-Ausländer möglich wären - das war ein Zugeständnis aus Brüssel an Cameron und seine Kampagne. Also bitte auch hier nicht behaupten die EU habe England nur in die Pfanne gehauen. Ich seh gewaltige Nachteile für England, auch für die EU.

Der Handel mit anderen Nationen innerhalb der EU wird eingeschränkt, was eine deutliche Rezession der Wirtschaft mit sich bringen würde. Die Bayern LB geht von einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Großbritannien um zwei Prozent aus - statt zwei Prozent Wachstum. Außerdem stützt die englische Wirtschaft sich auch auf junge Migranten. Das wird jetzt viel schwerer. Eine nicht zu kalkulierende Folge des Austritts ist der damit verbundene Wegfall des freien Zugangs zum EU-Binnenmarkt. Ich hab keine Ahnung wo man das berechnen könnte. Spätestens zwei Jahre nach dem Austritt muss Englande diesen wohl verlassen und weltweit neue Freihandelsabkommen verhandeln.Weltweit. Das könnte Jahre in Anspruch nehmen wie die Geschichte zeigt. Auch eine baldige Rückkehr in den Binnenmarkt der EU halten Experten für nicht wahrscheinlich. Brüssel wird die Briten schließlich zappeln lassen müssen, um so andere austrittswillige Staaten abzuschrecken und keinen Unmut bei anderen Staaten aufkommen zu lassen wo einen schweren Prozess durchschreiten mussten bevor man "Partner" wurde auf einer Ebene. Den roten Teppich für England kann sich die EU nicht erlauben. Aber selbst angenommen in 1-2 Jahren dürften die Engländer wieder am Binnenmarkt wie Norwegen teilnehmen wäre nichts gewonnen. Im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gelten die Regeln der EU für alle Teilnehmer beitreten. In dem EWR gelten rund 80 Prozent der Vorschriften des EU-Binnenmarkts - nur, dass Großbritannien dann auch kein Mitspracherecht mehr besitzen würde. Also man würde dümmer dastehen wie vorher, Ausnahmen kann die EU nicht machen sonst gibts mit anderen Ländern massiven Ärger.

Wirtschaftlich werden alle Seiten leiden, politisch auch. Ich akzpetiere die Enscheidung von England. Nur bitte nicht in 4 Jahren wenn es mies läuft kommen und .....oh oh bitte wieder anders. Da muss die EU hart bleiben. England darf wieder rein wenn es sich wie jeder Bewerber verhält.


Das sich GB mit einem Austritt nicht nur einen Gefallen tut, ist klar. Die weitere Entwicklung wird man abwarten müssen. Es ist vorallem eine Schwächung Europas, welches sich in Zeiten der Globalisierung uneins und zerstritten zeigt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 25. Jun 2016, 09:04

UncleSams_Berater hat geschrieben:(25 Jun 2016, 01:32)

Nicht ganz, jetzt sind sie aber vollkommen frei

Genau, frei wie der Wind :D
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 25. Jun 2016, 09:09

Welcome to Boris Island! Der Typ sieht aus wie der Bruder vom Trump :D
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Re: Nach dem Brexit ... Quo vadis EU ?

Beitragvon Cobra9 » Sa 25. Jun 2016, 09:16

HugoBettauer hat geschrieben:(25 Jun 2016, 08:59)

Alles eine Preisfrage. Bisher ist ja nichts entschieden


Mhmm ja Preisfrage. Aber es stellt sich doch die Frage ob andere Länder bei einer Sonderrolle von England nicht auch sich fragen...warum sollten wir so weitermachen ?
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Re: Nach dem Brexit ... Quo vadis EU ?

Beitragvon HugoBettauer » Sa 25. Jun 2016, 09:20

Cobra9 hat geschrieben:(25 Jun 2016, 09:16)

Mhmm ja Preisfrage. Aber es stellt sich doch die Frage ob andere Länder bei einer Sonderrolle von England nicht auch sich fragen...warum sollten wir so weitermachen ?

Weil Sonderrollen extra kosten. No representation without taxation
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Re: Nach dem Brexit ... Quo vadis EU ?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 25. Jun 2016, 09:35

Kennister hat geschrieben:(25 Jun 2016, 01:03)

Es klingt so, als würde man die Handelsbeziehungen zu Großbritannien erschweren wollen, aufgrund der EU-Richtlichtlinien gegenüber Nicht EU-Mitgliedstaaten.

Ja nu, GB ist nach dem Austritt ein Nicht-EU-Mitgliedstaat wie jeder andere auch, das wollen sie doch so haben. Die Handelsbeziehungen müssen dann neu ausgehandelt werden, Zugang zum Binnenmarkt kann es nicht zum Nulltarif geben.

Und die 5-10% der Exporte sind keine kleine Prozentzahl.

Die EU kann das besser kompensieren als die Briten ihre 47% Exporte in die EU.
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Re: Nach dem Brexit ... Quo vadis EU ?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 25. Jun 2016, 09:45

H2O hat geschrieben:(25 Jun 2016, 07:16)

Die Bundesregierung/Finanzminister Schäuble verfolgt einen Plan, der dem Vereinigten Königreich einen Status ermöglicht, wie ihn die Türkei genießt: Assoziierung zur EU. Im Grunde ist das ein Wartestand für Bewerber um eine EU-Mitgliedschaft, aber warum nicht auch für einen sanften Ausstieg. Aber bitteschön, die Briten müssen sich dazu äußern und zuvor die EU-Partner natürlich auch.

Also die Briten haben sich doch klar geäußert: "wir wollen raus aus der EU". Ich verstehe nicht, was es da groß zu interpretieren gibt. Es werden jetzt Verhandlungen anlaufen, wie man den Brexit händelt, die Briten ziehen aus den EU-Institutionen ab und das war es dann für's Erste. Die Beziehungen zur EU müssen dann neu ausgehandelt werden, während dieser Zeit gilt für Briten und britische Produkte das gleiche Recht wie für alle anderen Drittstaaten auch. Welchen Status GB nach diesen Verhandlungen hat, sehen wir dann, analog zur Schweiz und Norwegen ist durchaus vorstellbar. Das kommt aber auch auf das Verhalten der Briten an, wird zB, Schottland daran gehindert, EU-Mitglied zu werden, wird das die Verhandlungen sicher nicht einfacher machen und eine Menge Goodwill aufbrauchen, GB wird da imho relativ kleine Brötchen backen müssen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon CaptainJack » Sa 25. Jun 2016, 09:45

Cobra schrieb:
Bei allem Respekt die Flüchtinge sind nicht der Hauptaspekt behaupte Ich für das Brexit.

Auch bei allem Respekt .. sie waren mit Abstand der Hauptaspekt! Nicht nur die Freizügigkeit der EU-Bürger für den Arbeitsmarkt (trotz Extrawürste), sondern vor allem auch das Horrorbeispiel Deutschland hat der Mehrheit der Briten die Augen geöffnet! Niemals, allerdings, hätte sich Cameron das mit seiner Bevölkerung erlauben können, was sich AM mit Deutschland erlaubt hat.
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Nach dem Brexit ... Quo vadis EU ?

Beitragvon harry52 » Sa 25. Jun 2016, 09:48

Tom Bombadil hat geschrieben:Ja nu, GB ist nach dem Austritt ein Nicht-EU-Mitgliedstaat wie jeder andere auch, das wollten sie doch so haben. Die Handelsbeziehungen müssen dann neu ausgehandelt werden, Zugang zum Binnenmarkt kann es nicht zum Nulltarif geben.

Sehe ich auch so.
Es kann nicht sein, dass GB ihre Zahlungen an die EU einspart und so manchen anderen Nachteil, aber die Vorteile wie Zugang zum Binnenmarkt behält. Raus ist raus und dann sind auch erstmal die Vorteile weg. Wir müssen jetzt miteinander reden und verhandeln und da sollte die EU auch mal Härte zeigen.
"Gut gemeint" ist nicht das Gleiche wie "gut gemacht".
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Re: Nach dem Brexit ... Quo vadis EU ?

Beitragvon Quatschki » Sa 25. Jun 2016, 09:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(25 Jun 2016, 09:45)

Also die Briten haben sich doch klar geäußert: "wir wollen raus aus der EU". Ich verstehe nicht, was es da groß zu interpretieren gibt. Es werden jetzt Verhandlungen anlaufen, wie man den Brexit händelt, die Briten ziehen aus den EU-Institutionen ab und das war es dann für's Erste. Die Beziehungen zur EU müssen dann neu ausgehandelt werden, während dieser Zeit gilt für Briten und britische Produkte das gleiche Recht wie für alle anderen Drittstaaten auch. Welchen Status GB nach diesen Verhandlungen hat, sehen wir dann, analog zur Schweiz und Norwegen ist durchaus vorstellbar. Das kommt aber auch auf das Verhalten der Briten an, wird zB, Schottland daran gehindert, EU-Mitglied zu werden, wird das die Verhandlungen sicher nicht einfacher machen und eine Menge Goodwill aufbrauchen, GB wird da imho relativ kleine Brötchen backen müssen.

Eine Scheidung geht nicht so einfach mit ausziehen oder rausschmeißen.
Es müssen etliche Güter erst getrennt werden.
Und die Mutti blickte stumm.
Auf dem ganzen Tisch herum.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Yossarian » Sa 25. Jun 2016, 09:55

Ich hasse es zwar Merkel zu verteidigen.... aber zumindest hat sie etwas getan im Gegensatz zu allen anderen. Das mag nicht richtig gewesen sein und darf kritisiert werden, aber der ganze erbärmliche Rest hat außer Mauern gar nichts vorzuweisen.
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.

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