EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 11. Jun 2016, 23:14

H2O hat geschrieben:(11 Jun 2016, 18:42)

Geld stinkt nicht; die Briten zahlen mehr in die EU und ihre Projekte ein als sie zurück bekommen. Offenbar wurmt das die Briten noch immer, trotz der Zugeständnisse. Unter dieser Voraussetzung sind 55% für BREXIT doch klar genug!

du hast es doch selbst auch bestätigt. nicht geld ist trumpf, sondern xenophobie.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 11. Jun 2016, 23:20

Nomen Nescio hat geschrieben:(11 Jun 2016, 23:14)

du hast es doch selbst auch bestätigt. nicht geld ist trumpf, sondern xenophobie.


Ja klar; die Briten gönnen den unverschämten Fremden ihr gutes Geld nicht. :D
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon freigeist » So 12. Jun 2016, 00:10

frems hat geschrieben:(11 Jun 2016, 19:36)

Ist extrem unwahrscheinlich. Wenn die Briten austreten und dann teure Geschenke kriegen ohne Gegenleistung, werden noch mehr Länder austreten und Vorteile auf Kosten anderer genießen wollen. Das werden Paris und Berlin nicht zulassen.

Das wahrscheinlichste Szenario ist jenes, wo die ca. zweijährigen Austrittsverhandlungen so abschließen, dass Großbritanniens EU-Mitgliedschaft um 23 Uhr 59 endet und sie ab Mitternacht Mitglied des EWR oder zumindest EFTA sein werden. Alles andere wäre ökonomischer Selbstmord. Dass sie aber besser gestellt sind als andere Drittstaaten, ist unwahrscheinlich. Manch Europapolitiker war recht froh darüber, als die Schweizer ankündigten, die Bilateralen aufzukündigen, da man dem Land sehr viele Zugeständnisse damals gemacht hat, die man heute niemandem mehr machen würde. Nun beißen sich die Schweizer seit einer Weile die Zähne aus.


Die Spekulationen über die Folgen des Brexit sind relativ sinnlos und mühselig, weil keiner recht weiß, was danach passieren würde. Goldman Sachs hat auch vom Brexit abgeraten. Ich denke, dass diese Finanzinstitute ihre Wegen finden werden, auch wenn passporting-Rechte und Direktinvestitionen nach London in den Europäischen Binnenmarkt teilweise wegfallen. Die Schweizer spielen ja auch schon mit dem Brexit-Gedanken.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Jun 2016, 06:31

H2O hat geschrieben:(11 Jun 2016, 23:20)

Ja klar; die Briten gönnen den unverschämten Fremden ihr gutes Geld nicht. :D

LOL
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Wildermuth » So 12. Jun 2016, 06:46

H2O hat geschrieben:(11 Jun 2016, 23:20)

Ja klar; die Briten gönnen den unverschämten Fremden ihr gutes Geld nicht. :D



Zahlen werden die briten auch weiterhin. So wie CH und norwegen ja auch. Sie werden sich auch an die richtlinien der eu halten müssen, wenn sie mit ihr geschäfte machen wollen. Nur mitbestimmen dürfen sie dann nicht mehr.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 96667.html

Aber, GB wird dann endlich wieder frei sein! :thumbup:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Jun 2016, 06:54

Wildermuth hat geschrieben:(12 Jun 2016, 06:46)

Zahlen werden die briten auch weiterhin. So wie CH und norwegen ja auch. Sie werden sich auch an die richtlinien der eu halten müssen, wenn sie mit ihr geschäfte machen wollen. Nur mitbestimmen dürfen sie dann nicht mehr.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 96667.html

Aber, GB wird dann endlich wieder frei sein! :thumbup:

MEINE geduld ist allmählich hin: »wer nicht hören will, muss fühlen«
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 12. Jun 2016, 08:02

Nomen Nescio hat geschrieben:(12 Jun 2016, 06:54)

MEINE geduld ist allmählich hin: »wer nicht hören will, muss fühlen«


Von solchen "Rachegedanken" rate ich ab; falls es zum BREXIT kommt, werden Regeln angewandt und hoffentlich auch eingehalten. Nicht mehr und nicht weniger. Die Regeln werden den Briten von ihren "Remain"-Befürwortern hoffentlich einigermaßen verständlich erklärt. Und dann haben die Briten zu entscheiden, ob sie diese Folgen tragen möchten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Jun 2016, 09:31

H2O hat geschrieben:(12 Jun 2016, 08:02)

Von solchen "Rachegedanken" rate ich ab; falls es zum BREXIT kommt, werden Regeln angewandt und hoffentlich auch eingehalten. Nicht mehr und nicht weniger. Die Regeln werden den Briten von ihren "Remain"-Befürwortern hoffentlich einigermaßen verständlich erklärt. Und dann haben die Briten zu entscheiden, ob sie diese Folgen tragen möchten.

was ich unbedingt nicht wünsche ist daß der brexit profitabel gemacht wird, wodurch andere länder vllt auch einen ¿exit überwiegen.
das ist nicht rachsüchtig, sondern common sense. und wenn der preis dann hoch wird, es sei so. WIR werden auch dafür zahlen (NL vermutlich 10 milliarden). die briten aber gönne ich einen albtraum wenn der brexit tatsache wird.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Fuerst_48 » So 12. Jun 2016, 09:35

Nomen Nescio hat geschrieben:(12 Jun 2016, 09:31)

was ich unbedingt nicht wünsche ist daß der brexit profitabel gemacht wird, wodurch andere länder vllt auch einen ¿exit überwiegen.
das ist nicht rachsüchtig, sondern common sense. und wenn der preis dann hoch wird, es sei so. WIR werden auch dafür zahlen (NL vermutlich 10 milliarden). die briten aber gönne ich einen albtraum wenn der brexit tatsache wird.

Wenn die Briten gehen, ist es ihr Problem, nach dem "auf die Schnauze fallen" wieder aufzustehen. Die EU geht das dann nichts mehr an.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 12. Jun 2016, 09:53

Praktische Dinge haben natürlich ihren Stellenwert; nur führt Rache nicht zu besseren Einsichten, sondern nur zu Überlegungen, wie man auf einen Schelm anderthalbe setzen kann. Wenn den Briten also irgendwann der Sinn auf Wiedereintritt stehen sollte, dann sollte man jeden Versuch unterlassen, sie zu demütigen.

Allerdings spricht nichts gegen eine klare Anwendung der Regeln, die bei einem Austritt aus der EU gelten. Diese Regeln sind verbindlich für beide Seiten. Alles Weitere wird man ab zu warten haben. Bringt nichts, sich schon jetzt darüber zu ereifern.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Jun 2016, 11:21

Fuerst_48 hat geschrieben:(12 Jun 2016, 09:35)

Wenn die Briten gehen, ist es ihr Problem, nach dem "auf die Schnauze fallen" wieder aufzustehen. Die EU geht das dann nichts mehr an.

genau
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » So 12. Jun 2016, 11:41

Der EU geht es vermutlich deutlich besser ohne als mit den ewigen Nörglern.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 12. Jun 2016, 11:51

Nomen Nescio hat geschrieben:(12 Jun 2016, 11:21)

genau


Wenn GB der Union nicht mehr angehört, dann muß unser Verhalten sicher etwas kühler sein als innerhalb unserer Schicksalsgemeinschaft. Bei reumütiger Rückkehr sind wir dann wieder mit dem Herzen dabei... meine Sicht der Dinge.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 12. Jun 2016, 11:55

garfield336 hat geschrieben:(12 Jun 2016, 11:41)

Der EU geht es vermutlich deutlich besser ohne als mit den ewigen Nörglern.


Ja, und was machen wir dann mit unserer sprichwörtlichen Harmonie in der EU? ;)

Ich meine, daß wir die EU umbauen müssen, ob die Briten nun bleiben oder gehen. Oder wollen wir warten, bis unsere nationalistischen Partnerstaaten der EU endgültig einen Fußtritt oder gleich mehrere geben? :cool:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 13. Jun 2016, 15:02

offensichtlich weiß in GB keiner mehr was churchills ideen waren
In his famous Zurich speech of 1946, Churchill said, ‘We must build a kind of United States of Europe.. The structure of the United States of Europe, if well and truly built, will be such as to make the material strength of a single state less important.. If at first all the States of Europe are not willing or able to join the Union, we must nevertheless proceed to assemble and combine those who will and those who can.’

(1949) `The French Foreign Minister, M. Schuman, declared in the French Parliament this week that, ‘Without Britain there can be no Europe.’ This is entirely true. But our friends on the Continent need have no misgivings. Britain is an integral part of Europe, and we mean to play our part in the revival of her prosperity and greatness.’

The following year, in 1950, Churchill called for the creation of a European Army ’..under a unified command, and in which we should all bear a worthy and honourable part.’ (France objected to this plan).

Notice how in his speeches, Churchill said ‘we’ must build a United States of Europe; not ‘they’. He said ‘we’ aim at the eventual participation of the peoples of Europe; not ‘they’. He said ‘we’ must assemble and combine countries to join the Union of Europe; not ‘they’. He said ‘we’ should create a European army; not ‘they’ It’s surely beyond doubt that Churchill wanted the UK to take part in the unification of Europe.

ich weiß es auch nur, weil ich vor vielen jahren diskutierte über churchills ansichten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Mo 13. Jun 2016, 15:14

Nomen Nescio hat geschrieben:(13 Jun 2016, 15:02)

offensichtlich weiß in GB keiner mehr was churchills ideen waren

ich weiß es auch nur, weil ich vor vielen jahren diskutierte über churchills ansichten.


Ich war immer davon ausgegangen, dass Churchill das Vereinigte Königreich nicht als Teil dieses neuen Europas verstand und würde auch an diesem Eindruck festhalten wollen. Churchill sprach von der Führungsrolle Frankreichs in "Europa" (er meint offensichtlich den continent im britischen Sinne, also ohne die Briten), was ganz sicher nicht eine Führungsrolle Frankreichs gegenüber dem Vereinigten Königreich miteinschloss.

Hier die letzten Sätze aus seiner Züricher Rede (1946):
In all this urgent work, France and Germany must take the lead together.

Great Britain, the British Commonwealth of Nations, mighty America, and I trust Soviet Russia - for then indeed all would be well - must be the friends and sponsors of the new Europe and must champion its right to live and shine.

http://www.churchill-society-london.org ... onish.html
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon frems » Mo 13. Jun 2016, 15:18

freigeist hat geschrieben:(12 Jun 2016, 00:10)

Die Spekulationen über die Folgen des Brexit sind relativ sinnlos und mühselig, weil keiner recht weiß, was danach passieren würde. Goldman Sachs hat auch vom Brexit abgeraten. Ich denke, dass diese Finanzinstitute ihre Wegen finden werden, auch wenn passporting-Rechte und Direktinvestitionen nach London in den Europäischen Binnenmarkt teilweise wegfallen. Die Schweizer spielen ja auch schon mit dem Brexit-Gedanken.

Trotzdem spielt man ja diverse Szenarien durch, um halbwegs gewappnet zu sein. Europa ist jedenfalls schon auf den Brexit vorbereitet. Ich persönlich glaub jedenfalls nicht, dass die Briten einen Minengürtel um ihre Insel ziehen werden und sämtliche Handelsbeziehungen kappen. Kann theoretisch natürlich passieren.
Labskaus!

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 13. Jun 2016, 15:40

Julian hat geschrieben:(13 Jun 2016, 15:14)

Ich war immer davon ausgegangen, dass Churchill das Vereinigte Königreich nicht als Teil dieses neuen Europas verstand und würde auch an diesem Eindruck festhalten wollen. Churchill sprach von der Führungsrolle Frankreichs in "Europa" (er meint offensichtlich den continent im britischen Sinne, also ohne die Briten), was ganz sicher nicht eine Führungsrolle Frankreichs gegenüber dem Vereinigten Königreich miteinschloss.

Hier die letzten Sätze aus seiner Züricher Rede (1946):

http://www.churchill-society-london.org ... onish.html

du müßtest m.e. alles ansprachen churchills lesen. 1946 war es ganz sicher »we an they«, wobei »they« the continentals waren.
danach kam aber der zerfall des britischen reiches. es war nicht mehr ein weltmacht; es hatte dazu schwere wirtschaftliche probleme. der krieg hatte das land ja bettelarm gemacht.
ich vermute daß seit 1948 (USSR !!) churchill immer mehr davon überzeugt war, daß GB ein teil europas war. ich erinnere mich, daß mein großvater jedenfalls 1956 bei der ungarnkrise (da war »anthony eden« schon PM) sagte, daß churchill vermutlich anders reagiert hätte. der war mehr ein draufgänger.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Mo 13. Jun 2016, 15:49

Nomen Nescio hat geschrieben:(13 Jun 2016, 15:02)

offensichtlich weiß in GB keiner mehr was churchills ideen waren

ich weiß es auch nur, weil ich vor vielen jahren diskutierte über churchills ansichten.


Ich habe auf der verlinkten Seite nachgelesen. Da sind in der Tat einige bemerkenswerte Zitate Churchills, die man so verstehen könnte, als sehe er Großbritannien als volles Mitglied einer Europäischen Union. Allerdings fehlt der Kontext der Zitate - wohl absichtlich, um denn Sinn doch etwas zu entstellen.

At London’s Albert Hall, in May 1947, just a few months after his Zurich speech, Churchill spoke as Chairman and Founder of he United Europe Movement to ‘present the idea of a United Europe in which our country will play a decisive part..’

Churchill argued that Britain and France should be the, `founder-partners in this movement’ and concluded, `Britain will have to play her full part as a member of the European family’.

http://eu-rope.ideasoneurope.eu/2013/11 ... ean-union/

Das ist aber nicht die ganze Wahrheit, siehe zum Beispiel hier:
(Winston Churchill, 1949)
The French Foreign Minister, M. Schuman, declared in the French Parliament this week that 'Without
Britain there can be no Europe.' This is entirely true. But our friends on the Continent need have no
misgivings. Britain is an integral part of Europe, and we mean to play our part in the revival of her
prosperity and greatness. But Britain cannot be thought of as a single State in isolation. She is the founder
and centre of a world-wide Empire and Commonwealth. We shall never do anything to weaken the ties of
blood, of sentiment and tradition and common interest which unite us with the other members of the British
family of nations.
But nobody is asking us to make such desertion. But Britain to enter a European Union
from which the Empire and Commonwealth would be excluded would not only be impossible but would, in
the eyes of Europe, enormously reduce the value of our participation. The Strasbourg recommendations
urged the creation of an economic system which will embrace not only the European States, but all those
other States and territories elsewhere which are associated with them.

http://www.cvce.eu/content/publication/ ... ble_en.pdf

Auch von wissenschaftlicher Seite kommt man zu dem Schluss, dass Churchills Haltung zweideutig war:
On 19 September 1946, speaking at the University of Zurich, Switzerland, Winston Churchill proposed the creation of “a kind of United States of Europe”—”a European group which could give a sense of enlarged patriotism and common citizenship to the distracted peoples of this mighty continent.”1 With this proposal, and his activities over the next several years, Churchill put his enormous personal prestige behind the cause of European unity.

His campaign was by no means without controversy, especially at home. He was no longer Prime Minister. The ruling Labour government by and large did not favor his approach. Neither (for different reasons) did certain elements of Churchill’s own Conservative Party, which he served as leader. Further, over the coming years, it became evident that he did not favor full British membership in a future European political union, although he said he anticipated a close association. Britain was to be with, or of, but not in, Europe.

Churchill seldom spoke explicitly on this point, however, evidently keeping all options open, and not wishing to alienate unduly pro-unity opinion in Europe. For instance, he told the House of Commons in 1950 that “I cannot conceive that Britain would be an ordinary member of a Federal Union limited to Europe in any period which can at present be foreseen.” He prefaced that remark, however, with the observation that the matter “has not got to be decided today.”2 In 1961, towards the end of his life, when a Conservative government sought to apply for membership in what was then the European Economic Community, he expressed his support – but in a qualified, ambiguous fashion.

https://winstonchurchill.hillsdale.edu/ ... ean-unity/
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon frems » Mo 13. Jun 2016, 15:56

Julian hat geschrieben:(13 Jun 2016, 15:49)

Ich habe auf der verlinkten Seite nachgelesen. Da sind in der Tat einige bemerkenswerte Zitate Churchills, die man so verstehen könnte, als sehe er Großbritannien als volles Mitglied einer Europäischen Union. Allerdings fehlt der Kontext der Zitate - wohl absichtlich, um denn Sinn doch etwas zu entstellen.


http://eu-rope.ideasoneurope.eu/2013/11 ... ean-union/

Das ist aber nicht die ganze Wahrheit, siehe zum Beispiel hier:
(Winston Churchill, 1949)

http://www.cvce.eu/content/publication/ ... ble_en.pdf

Auch von wissenschaftlicher Seite kommt man zu dem Schluss, dass Churchills Haltung zweideutig war:

https://winstonchurchill.hillsdale.edu/ ... ean-unity/

Ist doch recht einfach. Schau Dir doch das von Dir fett markierte Dinge an. Wo soll das eine Aussagen gegen die Partizipation an der europäischen Einheit sein? Dass das Empire in den folgenden Jahren zerfiel, lag nicht an den Beziehungen Londons zu Paris und Bonn, aber war dann einer der Gründe, warum die Briten später dem Binnenmarkt beitraten.
Labskaus!

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