Integrationsunterschiede Stadt / Land

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Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Skeptiker » Mo 1. Jul 2019, 09:23

Ich lese gerade einen Artikel, welcher den Horror jedes Familienvaters darstellt: Mob-Angriff hunderter Halbstarker, offensichtlich mit Migrationshintergrund (genaueres kaum zu finden).

Der Artikel beschreibt eine Begebenheit die, wenn man sie sich ausgedacht hätte, jedem als stereotypes Märchen um die Ohren gehauen würde. Es ist aber kein Märchen.
https://www.derwesten.de/region/duessel ... 30109.html
Eskalation im Freibad in Düsseldorf: Hunderte Jugendliche umzingeln Familienvater - neue Schlägereien am Tag darauf

Düsseldorf. Nach Auschreitungen mit mehreren Hundert Beteiligten am Samstag hat das Rheinbad in Düsseldorf auch am Sonntag vorzeitig schließen müssen. Erneut war es dort zu Auseinandersetzungen und teils kleineren Schlägereien gekommen, wie ein Polizeisprecher mitteilte.
[…]
Am Samstag war es dort zu unglaublichen Szenen gekommen: Ein anfänglich kleiner Streit eskalierte derart, dass die Polizei zu einem Großeinsatz zum Rheinbad ausrücken musste – ein einziger Mann stand gut 400 Jugendlichen gegenüber.
[…]
Laut Polizei kam es zum Streit zwischen einem Familienvater und einer Gruppe Jugendlicher. Der Vater stellte sich schützend vor seine Familie und wurde dabei teilweise von den Jugendlichen angegriffen.

Da wird mal als alter weisser Mann auf dem Land ersteinmal stutzig. Ich kenne soetwas hier nicht, habe nicht einmal von ähnlichen Szenen hier gehört.
[…]
Die Situation schaukelte sich schnell hoch. Ein Wort gab das andere. Immer mehr Jugendliche schlossen sich der anfangs kleinen Gruppe an, bis dem Mann plötzlich 400 Jugendliche gegenüberstanden. Zeugen wollen gehört haben, dass der Familienvater die Jugendlichen zuvor als „Nafris“ beschimpft haben soll.
[…]

Hm, also ein Familienvater, der in einer offensichtlichen Übermacht von Jugendlichen mit Migrationshintergrund diese als 'Nafris' beschimpft - oder ist da einer von hunderten Jugendlichen schlau genug die Opferkarte zu ziehen? Schwer zu beurteilen
Als die Beamten am Samstag am Rheinbad in Düsseldorf eintrafen, wurden wiederum schnell sie zum Ziel der Beleidigungen der riesigen Gruppe. Es flogen Pappkartons, einzelne Beamte wurden provoziert.
[...]
Die Polizei brauchte anschließend ganze drei Stunden, um die mehreren hundert Männer aus dem Schwimmbad bringen.
Glücklicherweise gab es keine gewalttätigen Ausschreitungen oder Verletzungen während des Einsatzes. Allerdings soll der Familienvater nach eigener Aussage bedroht worden sein: So sollen ihm die jungen Männer eine Geste gezeigt haben, die ein Aufschlitzen der Kehle symbolisieren soll.

Wie gesagt - hätte man es sich ausgedacht würde man als übler Rassist beschimpft werden. In der Realität ist es aber am nächsten Tag gleich wieder passiert …

Jetzt könnte ich mir sagen, gut, das ist selbst gemachtes Leid einer vollkommen verkorksten Integrationspolitik die eine Seite immer zum Opfer und Hilfsbedürftigen macht und die andere pauschal zum Täter mit Bringschuld erklärt (und mir ist klar, dass hier viele die Zuordnung unterschiedlich sehen), aber, und das ist mein Punkt, ich kenne diese Tendenzen in der Form hier nicht auf dem Land - und das obwohl wir hier jede Menge Migranten haben.

Was läuft auf dem Land anders, sodass wir diese Kapriolen, wie sie aus Brennpunktregionen immer wieder dokumentiert werden, nicht oder weniger haben? Wieso stellen sich mir die Mitschüler meines Sohnes als vollkommen unauffällig dar, während am laufenden Band von haarsträubenden Respektlosigkeiten und Opposition zur Mehrheitsgesellschaft in den Städten zu sehen ist?

Was sind die relevanten Unterschiede und können wir daraus etwas für unser Verhalten in der Stadt ableiten?
Ist es ...
  • Eine engere soziale Kontrolle, die auf dem Land immer gegeben ist?
  • Der prozentuale Anteil der Migranten, der in Brennpunkten natürlich deutlich erhöht ist (ist Düsseldorf ein Brennpunkt?)?
  • Eine andere Integrationspolitik in Städten als in ländlichen Kommunen?
  • Der Effekt, dass man sich dem gemeinsamen Miteinander auf dem Land nicht entziehen kann (Parallelwelten funktionieren offenbar erst ab bestimmten Stadtgrößen)?
  • ???
Oder ist es vielleicht einfach Einbildung und alles ist gut, oder es unterscheidet sich eigentlich nicht zwischen Stadt und Land? Alles ein Wahrnehmungsproblem?

Mein Eindruck ist, dass man es bei der Integration besser machen kann. Aber dann sollte man von Erfolgsmodellen lernen und Modelle in Frage stellen, die zwar ideologisch Applaus finden, aber schlechte Ergebnisse abliefern.
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Uffhausen » Mo 1. Jul 2019, 15:50

Wie kommst du darauf, dass es sich betreffend des Vorfalls um eine Integrationsproblematik handelt? :?:

Ich dachte erstmal an eine Art Generationenkonflikt - steht ja auch so im Artikel:

... ein einziger Mann stand gut 400 Jugendlichen gegenüber.


Als Jugendlicher habe ich selbst reichlich allergisch auf entsprechende Vorurteile von Erwachsenen, bzw. älteren Generationen reagiert, wenn solche Kommentare fielen wie bspw. "Die Jugend von heute hat keinerlei Anstand mehr" usw., aber mittlerweile, rund zwanzig Jahre später, kann ich dieses Denken und Verurteilen eigentlich mehr als nachvollziehen bis bestätigen. Und es liegt nicht an den veränderten Sprachgewohnheiten, sondern tatsächlich am fehlenden Anstand. Z. B. beobachte ich immer wieder, wenn ich an Gruppen von Jugendlichen vorbeikomme, dass diese sich oft gegenseitig mit den allerübelsten Ausdrücken titulieren - aber in vielen Fällen nicht, um sich gezielt zu beleidigen, sondern um sich gegenseitig Respekt zu zollen. In etwa wird dies auch im Artikel angesprochen:

Das Wort "Respekt" hatte früher eine ganz andere Bedeutung als heute.


Migrationshintergründe oder kulturelle Verschiedenheiten sind für mich dabei nicht der entscheidende Faktor. Deutsche/christliche Jugendliche sind nicht besser als andere. Für sie alle ist bspw. Mädchen, das u. a. durch seine körperbetonte Kleidung oder ein sonstiges selbstbewusst anmutendes Merkmal hervorsticht, in erster Linie eine "dreckige Bitch, die bestimmt mit jedem ins Bett steigt/geile Fotze, die bestimmt gut zu ficken ist" oder ein Kerl, der von Natur aus gut aussieht oder sonstwie auf sein Äußeres achtet, ein "verfickter Hurenbock" oder eine "Scheiß-Schwuchtel".

Und ich habe persönlich auch schon die Erfahrung gemacht, dass ich Jugendliche auf ihr Verhalten jedweder Anstandslosigkeit angesprochen habe, worauf ich von selbigen massive verbale Beleidigungen bis körperliche Drohungen erfuhr. Z. B. wenn ich einen Azubi zum x-ten Male ermahnte, während der Arbeitsszeit seine Smartphonerei zu unterlassen. Entweder kommen dann so rotzdoofe Entschuldigungen wie "Aber ich muss doch antworten, wenn man mir schreibt!" oder eben "Alter, halt die Fresse und verpiss' dich!". Und wenn man dann deswegen unten beim Chef im Büro sitzt, dann plärren die tatsächlich was von "fehlendem Respekt" ihnen gegenüber (weswegen sie sich dann ihrerseits respektlos verhalten würden - das sei schließlich nur logisch...)!
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Teeernte » Mo 1. Jul 2019, 20:40

Uffhausen hat geschrieben:(01 Jul 2019, 15:50)

Wie kommst du darauf, dass es sich betreffend des Vorfalls um eine Integrationsproblematik handelt? :?:



Die "Kölner Silvesterfeier" war baden....

2 NAFRI hatten sich untereinander gestritten und sind den Leuten auf die Badetücher gestiegen....

Der Mann wollte schlichten -

...und der Mann ist Türke - mit 2 ebenfalls "jungen" Leuten als "Kind"...
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon ThorsHamar » Mo 1. Jul 2019, 20:44

Uffhausen hat geschrieben:(01 Jul 2019, 15:50)

Wie kommst du darauf, dass es sich betreffend des Vorfalls um eine Integrationsproblematik handelt? :?:
....
Migrationshintergründe oder kulturelle Verschiedenheiten sind für mich dabei nicht der entscheidende Faktor. ....


Ohne diese "Hintergründe", welche mittlerweile die Vordergründe sind, wären solche Ereignisse in Deutschland und Europa undenkbar ....
Normale Menschen, egal mit welchem Hintergrund, gehen bei uns gar nicht mehr in diese Bäder.
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Teeernte » Mo 1. Jul 2019, 20:47

ThorsHamar hat geschrieben:(01 Jul 2019, 20:44)

Ohne diese "Hintergründe", welche mittlerweile die Vordergründe sind, wären solche Ereignisse in Deutschland und Europa undenkbar ....
Normale Menschen, egal mit welchem Hintergrund, gehen bei uns gar nicht mehr in diese Bäder.


...die werden aus kostengründen geschlossen... oder saniert - mit Eintrittspreiserhöhung und mehr Sicherheitspersonal.
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon ThorsHamar » Mo 1. Jul 2019, 20:50

Teeernte hat geschrieben:(01 Jul 2019, 20:47)

...die werden aus kostengründen geschlossen... oder saniert - mit Eintrittspreiserhöhung und mehr Sicherheitspersonal.


Das kommt noch dazu ....
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Quatschki » Mo 1. Jul 2019, 21:09

Wer Tunesier ins Land holt, bekommt Tunesien.
Und kann bald nur noch wie ein Tunesienurlauber im von Sicherheitskräften abgeschirmten Ressort baden gehen.
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Uffhausen » Mo 1. Jul 2019, 21:35

ThorsHamar hat geschrieben:(01 Jul 2019, 20:44)
Ohne diese "Hintergründe", welche mittlerweile die Vordergründe sind, wären solche Ereignisse in Deutschland und Europa undenkbar ....

Dann sei doch froh, dass wir die Ausländer da haben - für dich ist ja jedwede Schuldfrage allein durch ihre Anwesenheit geklärt.

Normale Menschen, egal mit welchem Hintergrund, gehen bei uns gar nicht mehr in diese Bäder.

Deine "normalen" Menschen machen derlei Problemszenarien erst alltäglich - weil sie ihnen geflissentlich aus dem Weg gehen und sie somit möglich machen. Und wenn sie doch zufällig zugehen sein sollten, dann verstecken sie sich u. a. hinter ihrem Smartphones, filmen die Szenerie und amüsieren sich an der Situation. Anstatt couragiert einzugleifen, denken sie nur an Likes bei Facebook. Wegschauen, ignorieren, zulassen - und gleichzeitig jammern, schimpfen und hetzen. Das ist heute NORMAL!
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Teeernte » Mo 1. Jul 2019, 21:47

Uffhausen hat geschrieben:(01 Jul 2019, 21:35)
Anstatt couragiert einzugleifen, denken sie nur an Likes bei Facebook. Wegschauen, ignorieren, zulassen - und gleichzeitig jammern, schimpfen und hetzen. Das ist heute NORMAL!


ein einziger Mann stand gut 400 Jugendlichen gegenüber...


Was stellst Du Dir unter >> couragiert einzugleifen vor ?

Nochmal >>
ein einziger Mann stand gut 400 Jugendlichen gegenüber...
Benzinkanister ?
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Billie Holiday » Mo 1. Jul 2019, 21:57

Uffhausen hat geschrieben:(01 Jul 2019, 21:35)

Dann sei doch froh, dass wir die Ausländer da haben - für dich ist ja jedwede Schuldfrage allein durch ihre Anwesenheit geklärt.


Deine "normalen" Menschen machen derlei Problemszenarien erst alltäglich - weil sie ihnen geflissentlich aus dem Weg gehen und sie somit möglich machen. Und wenn sie doch zufällig zugehen sein sollten, dann verstecken sie sich u. a. hinter ihrem Smartphones, filmen die Szenerie und amüsieren sich an der Situation. Anstatt couragiert einzugleifen, denken sie nur an Likes bei Facebook. Wegschauen, ignorieren, zulassen - und gleichzeitig jammern, schimpfen und hetzen. Das ist heute NORMAL!


Fäuste im Gesicht oder Messer zwischen den Rippen sind so unschön. Zivilcourage sollte nicht das eigene Leben gefährden. Bevor ich mir was einfange, mache ich lieber eine Zeugenaussage.
Es gibt keine Hemmschwellen mehr, auch Alte, Frauen oder Behinderte zu zweit oder zu dritt anzugreifen. Mal schnell zur eigenen Belustigung Mödchen Treppen runtertreten...hui wie spaßig.
Je größer der Wert auf Ehre gelegt wird, desto mehr Freunde werden eingeladen, an der Ehre teilhaben zu können und in Gruppenarbeit auf einen einzudreschen. :cool:
Du bist natürlich frei, dich dem ritterhaft in den Weg zu stellen. : :thumbup:
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon ThorsHamar » Mo 1. Jul 2019, 22:03

Uffhausen hat geschrieben:(01 Jul 2019, 21:35)

Dann sei doch froh, dass wir die Ausländer da haben - für dich ist ja jedwede Schuldfrage allein durch ihre Anwesenheit geklärt.


Deine "normalen" Menschen machen derlei Problemszenarien erst alltäglich - weil sie ihnen geflissentlich aus dem Weg gehen und sie somit möglich machen. Und wenn sie doch zufällig zugehen sein sollten, dann verstecken sie sich u. a. hinter ihrem Smartphones, filmen die Szenerie und amüsieren sich an der Situation. Anstatt couragiert einzugleifen, denken sie nur an Likes bei Facebook. Wegschauen, ignorieren, zulassen - und gleichzeitig jammern, schimpfen und hetzen. Das ist heute NORMAL!


Fakten:
https://sz-magazin.sueddeutsche.de/gese ... walt-80647
https://www.focus.de/panorama/welt/blei ... 83833.html
https://www.welt.de/vermischtes/article ... eibad.html
https://www.tagesspiegel.de/berlin/poli ... 02122.html

Für Deine geforderte Civilcourage ist es bereits in vielen Städten viel zu spät.
Zuletzt geändert von ThorsHamar am Mo 1. Jul 2019, 22:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Uffhausen » Mo 1. Jul 2019, 22:04

Billie Holiday hat geschrieben:(01 Jul 2019, 21:57)
Fäuste im Gesicht oder Messer zwischen den Rippen sind so unschön. Zivilcourage sollte nicht das eigene Leben gefährden. Bevor ich mir was einfange, mache ich lieber eine Zeugenaussage.

Regel oder Ausnahme?

Es gibt keine Hemmschwellen mehr, auch Alte, Frauen oder Behinderte zu zweit oder zu dritt anzugreifen. Mal schnell zur eigenen Belustigung Mödchen Treppen runtertreten...hui wie spaßig.

Unabhängige gesellschaftliche (Fehl-)Entwicklung oder rein "ausländischer Import"?
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon ThorsHamar » Mo 1. Jul 2019, 22:06

Uffhausen hat geschrieben:(01 Jul 2019, 22:04)

Regel oder Ausnahme?


Unabhängige gesellschaftliche (Fehl-)Entwicklung oder rein "ausländischer Import"?


Das ist inländische Entwicklung von ehemals "ausländischen Importen" ....
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Skeptiker » Mo 1. Jul 2019, 22:14

Uffhausen hat geschrieben:(01 Jul 2019, 15:50)
Wie kommst du darauf, dass es sich betreffend des Vorfalls um eine Integrationsproblematik handelt? :?:

Ich dachte erstmal an eine Art Generationenkonflikt - steht ja auch so im Artikel:

Das es sich um einen Fall handelt, in dem Migrationshintergrund eine Rolle spielt, hat mir schon die Beschreibung des Hergangs gesagt - Sorry, aber wenn Stereotype nunmal immer bedient werden, dann treffen sie vielleicht auch einfach zu …

Dann ging aus dem Text hervor, dass der Aufhänger für den Streit angeblich das Verhalten der Jugendlichen war und diese behaupteten der Familienvater hätte den Begriff 'Nafri' verwendet, welcher bei der Polizei für einen nordafrikanischen Typus steht. Die "beleidigten" hatten also ganz sicher Migrationshintergrund, dass die Unterstützer einen haben könnten ist dann naheliegen - eben auch aufgrund des Verhaltens, das ich eben durchaus bestimmten Kulturkreisen zuordne (Du nicht, okay, kann man drüber reden).

Da das Rheinbad nunmal im Ruhrgebiet liegt und meiner Erfahrung nach in der Öffentlichkeit eher mehr Menschen mit als ohne Mihagru unterwegs sind, erscheint mir die Wahrscheinlichkeit eben sehr groß, dass es sich um einen solchen Fall handelt.

Im WDR gibt es in den Lokalnachrichten einen Beitrag, der das dann auch nochmal klarstellt, ohne natürlich - das gehört offenbar zur Folklore dazu - das in das allgemeiner gefasste Thema "Respektlosigkeit in Schwimmbädern" zu verpacken.
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinla ... t-100.html

Nun, ich kann das nicht beweisen und nimm es als mein ganz persönliches Vorurteil, aber ich könnte mir vorstellen, dass das Schwimmbadpersonal, welches in dem Bericht zu Wort kommt vorher gebrieft wurde besser auf Zuordnungen von typischen Tätergruppen zu Kulturkreisen zu verzichen, sondern eher ein allgemeines Phänomen zu beschreiben. Wer will schon gerne in der Rechten Ecke stehen - erst recht in Ruhrgebiet.
Als Jugendlicher habe ich selbst reichlich allergisch auf entsprechende Vorurteile von Erwachsenen, bzw. älteren Generationen reagiert, wenn solche Kommentare fielen wie bspw. "Die Jugend von heute hat keinerlei Anstand mehr" usw., aber mittlerweile, rund zwanzig Jahre später, kann ich dieses Denken und Verurteilen eigentlich mehr als nachvollziehen bis bestätigen. Und es liegt nicht an den veränderten Sprachgewohnheiten, sondern tatsächlich am fehlenden Anstand. Z. B. beobachte ich immer wieder, wenn ich an Gruppen von Jugendlichen vorbeikomme, dass diese sich oft gegenseitig mit den allerübelsten Ausdrücken titulieren - aber in vielen Fällen nicht, um sich gezielt zu beleidigen, sondern um sich gegenseitig Respekt zu zollen. In etwa wird dies auch im Artikel angesprochen:

Migrationshintergründe oder kulturelle Verschiedenheiten sind für mich dabei nicht der entscheidende Faktor. Deutsche/christliche Jugendliche sind nicht besser als andere. Für sie alle ist bspw. Mädchen, das u. a. durch seine körperbetonte Kleidung oder ein sonstiges selbstbewusst anmutendes Merkmal hervorsticht, in erster Linie eine "dreckige Bitch, die bestimmt mit jedem ins Bett steigt/geile Fotze, die bestimmt gut zu ficken ist" oder ein Kerl, der von Natur aus gut aussieht oder sonstwie auf sein Äußeres achtet, ein "verfickter Hurenbock" oder eine "Scheiß-Schwuchtel"

Um die Sprache geht es mir überhauptnicht. Dass die bei den jungen Leuten anders ist als bei den älteren, ist klar. Da würde ich auch keinen signifikanten Unterschied im Hintergrund mehr sehen.
Und ich habe persönlich auch schon die Erfahrung gemacht, dass ich Jugendliche auf ihr Verhalten jedweder Anstandslosigkeit angesprochen habe, worauf ich von selbigen massive verbale Beleidigungen bis körperliche Drohungen erfuhr. Z. B. wenn ich einen Azubi zum x-ten Male ermahnte, während der Arbeitsszeit seine Smartphonerei zu unterlassen. Entweder kommen dann so rotzdoofe Entschuldigungen wie "Aber ich muss doch antworten, wenn man mir schreibt!" oder eben "Alter, halt die Fresse und verpiss' dich!". Und wenn man dann deswegen unten beim Chef im Büro sitzt, dann plärren die tatsächlich was von "fehlendem Respekt" ihnen gegenüber (weswegen sie sich dann ihrerseits respektlos verhalten würden - das sei schließlich nur logisch...)!

Das wiederum sehe ich vollkommen anders.

Es gibt in der jüngeren Generation - und dort eben bevorzugt Richtung arabischer Herkunft - scheinbar einen vollkommen übersteigerten Ehrbegriff und eine hochgradige Affektivität wenn die Ehre verletzt wird. DAS hat ganz klare Ursachen die offen ersichtlich sind.
Im Arabischen Raum ist die ganze Gesellschaft hochgradig hirarchisch mit einem Gerüst aus sozialen Verbindungen aufgebaut, wer wem wie welche Ehre erbieten muss. Viel stärker als in der biodeutschen Bevölkerung ist der respektvolle Abstand zu den Eltern (gleichzeitig sehr liebevoll - nicht um missverstanden zu werden). Zudem gibt es einen Männlichkeitskult, der dem einzelnen auferlegt darauf zu achten sein Gesicht nicht zu verlieren - was hochgradige Affekte auslöst. Nicht zuletzt bilden Familien und Freundeskreise eine enge Verbindung zwischen den Jugendlichen, sodass man in der Öffentlichkeit oft als Gruppe auftritt - welches der Situation dazu noch das Gefühl von Macht verleiht.
Daher kann ich keinen Zufall darin sehen, dass hier aus einer Nichtigkeit ein Massenauflauf wurde. Wenn hunderte testosterogesteuerte Jungs mit angespanntem Ehrgefühl in einer großen Gruppe die kleinste Provokation erfahren, dann geht sowas eben hoch wie eine Bombe.

Aber nochmal: Ich habe nicht den Eindruck, dass soetwas hier - auf dem Land - in der Form passieren würde. An der Stelle habe ich den Eindruck unterscheiden sich die Leute mit Mihagru in den Ballungszentren von denen auf dem Land enorm. Die Frage ist: Ist das einfach ein blödes Vorurteil, oder ist da was dran und wir können was lernen wie unser aller Leben entspannter werden könnte?
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Uffhausen » Mo 1. Jul 2019, 22:16



Ich zweifle nicht an den unschönen Fakten, sondern ich zweifle daran, dass sich die Problematik ALLEIN anhand Reduzierung auf die Herkunft, Kultur oder den Glauben von Menschen erklären lässt.
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Uffhausen » Mo 1. Jul 2019, 22:27

ThorsHamar hat geschrieben:(01 Jul 2019, 22:06)
Das ist inländische Entwicklung von ehemals "ausländischen Importen" ....


"Wir" unternehmen aber auch nichts dagegen - sondern gucken lieber zu und beschweren uns hernach darüber = was du ja als "normal" definierst... :?:
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon Billie Holiday » Mo 1. Jul 2019, 22:32

Uffhausen hat geschrieben:(01 Jul 2019, 22:27)

"Wir" unternehmen aber auch nichts dagegen - sondern gucken lieber zu und beschweren uns hernach darüber = was du ja als "normal" definierst... :?:


Was unternimmt man denn so? Also als toleranter, weltoffener Mensch? :cool:

https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 75179.html

Man leckt Knöchel und bleibt schön ruhig.
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon ThorsHamar » Mo 1. Jul 2019, 23:37

Uffhausen hat geschrieben:(01 Jul 2019, 22:16)

Ich zweifle nicht an den unschönen Fakten, sondern ich zweifle daran, dass sich die Problematik ALLEIN anhand Reduzierung auf die Herkunft, Kultur oder den Glauben von Menschen erklären lässt.


Natürlich nicht, sondern auf die Sozialisation, die aus den von Dir genannten Vorgaben, plus Bildung und Geschlecht resultiert.
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon ThorsHamar » Mo 1. Jul 2019, 23:44

Uffhausen hat geschrieben:(01 Jul 2019, 22:27)

"Wir" unternehmen aber auch nichts dagegen - sondern gucken lieber zu und beschweren uns hernach darüber = was du ja als "normal" definierst... :?:


Es ist zu spät. Jahrelang wurde weggesehen, Kritiker als Nazis diffamiert und die Realität geleugnet, dass die Schwarte krachte.
Jetzt kommt eine neue Qualität auf uns zu ....
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Re: Integrationsunterschiede Stadt / Land

Beitragvon relativ » Di 2. Jul 2019, 09:34

ThorsHamar hat geschrieben:(01 Jul 2019, 23:44)

Es ist zu spät. Jahrelang wurde weggesehen, Kritiker als Nazis diffamiert und die Realität geleugnet, dass die Schwarte krachte.
Jetzt kommt eine neue Qualität auf uns zu ....

Das zu häufige wegsehen tolerie ich als ein Grund noch, den Opfer Ritus allerdings nicht.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.

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