Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

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Marie-Luise

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Marie-Luise » So 26. Apr 2015, 20:08

Cobra9 » So 26. Apr 2015, 20:02

Ich muss mich mit dem Land anfreunden können inkl. der Umstände, Kultur und Gesetze.


So habe ich das auch in den Ländern gehandhabt, in denen ich lebte.

In Japan habe ich manchmal ungute Kommentare von Europäern/Amerikanern gehört, weil ich mich meistens in japanischer Gesellschaft befand. Zu den Einladungen der deutschen Botschaft bin ich aber meistens gegangen.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Katenberg » So 26. Apr 2015, 20:58

bakunicus » So 26. Apr 2015, 19:50 hat geschrieben:
was ist denn deutsche kultur ?

goethe oder brecht ?
bach oder nina hagen ?
fachwerk oder bauhaus ?
trachtenverein oder love-parade ?
weihnachtsmarkt oder wacken ?
adel oder proletariat ?



Was heißt denn hier oder, das alles gehört dazu...
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon bakunicus » So 26. Apr 2015, 21:12

Katenberg » So 26. Apr 2015, 20:58 hat geschrieben:
Was heißt denn hier oder, das alles gehört dazu...


ich bezweifle ganz stark, dass für einen opernliebhaber auch scooter ein teil der deutschen kulturnation ist.
oder für ein burschenschafter der sich mit militärtraditionen beschäftigt das werk von berthold brecht als teil der deutschen leitkultur betrachtet wird.

wenn du diese kontraste und unterschiedlichen weltbilder nicht sehen willst ist das deine sache, ich halte das aber für reichlich naiv.
es gibt keine deutsche leitkultur, die allgemeinverbindlich definiert werden kann.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Katenberg » So 26. Apr 2015, 21:45

bakunicus » So 26. Apr 2015, 21:12 hat geschrieben:
ich bezweifle ganz stark, dass für einen opernliebhaber auch scooter ein teil der deutschen kulturnation ist.
oder für ein burschenschafter der sich mit militärtraditionen beschäftigt das werk von berthold brecht als teil der deutschen leitkultur betrachtet wird.

wenn du diese kontraste und unterschiedlichen weltbilder nicht sehen willst ist das deine sache, ich halte das aber für reichlich naiv.
es gibt keine deutsche leitkultur, die allgemeinverbindlich definiert werden kann.


Leitkultur passt auch nicht da hinein, da haste Recht, da geht es eher um Verhaltensweisen. Aber diese ganzen Gegensätze gehören zu einer Kultur, gut, man kann sich fragen, inwieweit man Scooter als Kulturgut rechnen kann, aber deutsche Kultur ist Kraftwerk genauso wie Beethoven.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon bakunicus » So 26. Apr 2015, 21:57

Katenberg » So 26. Apr 2015, 21:45 hat geschrieben:
Leitkultur passt auch nicht da hinein, da haste Recht, da geht es eher um Verhaltensweisen. Aber diese ganzen Gegensätze gehören zu einer Kultur, gut, man kann sich fragen, inwieweit man Scooter als Kulturgut rechnen kann, aber deutsche Kultur ist Kraftwerk genauso wie Beethoven.


das ist für dich so, als vergleichsweise junger und liberaler deutscher bürger.
aber wir sind eine überaltete gesellschaft; die generationen 50+ wirst du in der großen masse nicht zu seiner aussage bringen.
und die jüngeren generationen kennen vielleicht die großen namen wie goethe, schiller, brahms, bach oder kant, nietzsche und heinrich heine, aber können das nur noch schwer mit konkreten inhalten verbinden.

was vielleicht noch übrig bleibt sind fleiß, ordnung und pünktlichkeit.
darauf könnte man evtl. noch eine mehrheit einigen.
aber ist das geeignet als werte für eine leitkultur, als essenz einer kulturnation ?
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon ariya richter » Mo 27. Apr 2015, 05:48

ThorsHamar » So 26. Apr 2015, 14:44 hat geschrieben:
Ich bezog mich auf Deinen hirnrissigen Satz: "Da er von den Deutschen nicht Vergast wurde, er war vom Blute her Deutscher!" ...


Ich werde nun einen dummen Menschen mal Aufklären!

Diese Gesetze, erlassen von Adolf Hitler wurden herangezogen, zum Nachweis des deutschen Blutes, von der Bundesregierung für die Ausstellung eines Deutschenausweis!

Ich hoffe, sie Wissen noch, alle Deutschen mit "Unreinem Blut" wurden Ermordet!

Wer nun diese Ermordung überlebte, der muß doch heute, nach Meinung der Bundesregierung " Reinem Blutes sein"? Diese Menschen sind Deutsche! Ohne jeden anderen Nachweis, nur mit Urkunden aus dieser Zeit, der Gültigkeit, dieser Gesetzgebung!


Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre.
[Das "Blutschutzgesetz" ist Bestandteil der "Nürnberger Gesetze".]

Vom 15. September 1935.


Durchdrungen von der Erkenntnis, daß die Reinheit des deutschen Blutes die Voraussetzung für den Fortbestand des Deutschen Volkes ist, und beseelt von dem unbeugsamen Willen, die Deutsche Nation für alle Zukunft zu sichern, hat der Reichstag einstimmig das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:

§ 1

(1) Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten. Trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig, auch wenn sie zur Umgehung dieses Gesetzes im Ausland geschlossen sind.
(2) Die Nichtigkeitsklage kann nur der Staatsanwalt erheben.

§ 2

Außerehelicher Verkehr zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes ist verboten.

§ 3

Juden dürfen weibliche Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes unter 45 Jahren in ihrem Haushalt nicht beschäftigen.

§ 4

(1) Juden ist das Hissen der Reichs- und Nationalflagge und das Zeigen der Reichsfarben verboten.
(2) Dagegen ist ihnen das Zeigen der jüdischen Farben gestattet. Die Ausübung dieser Befugnis steht unter staatlichem Schutz.

§ 5

(1) Wer dem Verbot des § 1 zuwiderhandelt, wird mit Zuchthaus bestraft.
(2) Der Mann, der dem Verbot des § 2 zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis oder mit Zuchthaus bestraft.
(3) Wer den Bestimmungen der §§ 3 oder 4 zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft.

§ 6

Der Reichsminister des Innern erläßt im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers und dem Reichsminister der Justiz die zur Durchführung und Ergänzung des Gesetzes erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften.

§ 7

Das Gesetz tritt am Tage nach der Verkündung, § 3 jedoch erst am 1. Januar 1936 in Kraft.


Nürnberg, den 15. September 1935
am Reichsparteitag der Freiheit.

Der Führer und Reichskanzler
Adolf Hitler

Der Reichsminister des Innern
Frick

Der Reichsminister der Justiz
Dr. Gürtner

Der Stellvertreter des Führers
R. Heß

Reichsminister ohne Geschäftsbereich


Reichsbürgergesetz.

vom 15. September 1935.

aufgehoben durch das Gesetz Nr. 1 des Alliierten Kontrollrats für Deutschland vom 20. September 1945 (ABl. S. 6)

Der Reichstag hat einstimmig das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird:

§ 1. (1) Staatsbürger ist, wer dem Schutzverband des Deutschen Reiches angehört und ihm dafür besonders verpflichtet ist.

(2) Die Staatsangehörigkeit wird nach den Vorschriften des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes erworben.

§ 2. (1) Reichsbürger ist nur der Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes, der durch sein Verhalten beweist, daß er gewillt und geeignet ist, in Treue dem Deutschen Volk und Reich zu dienen.

(2) Das Reichsbürgerrecht wird durch Verleihung des Reichsbürgerbriefes erworben.

(3) Der Reichsbürger ist der alleinige Träger der vollen politischen Rechte nach Maßgabe der Gesetze.

§ 3. Der Reichsminister des Innern erläßt im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers die zur Durchführung und Ergänzung des Gesetzes erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften.

siehe hierzu die Verordnungen vom 14. November 1935 (RGBl. I. S. 1333, geändert durch Verordnung vom 5. Dezember 1938 (RGBl. I. S. 1751)), vom 21. Dezember 1935 (RGBl. I. S. 1524, betr. Beamte, geändert durch Verordnung vom 5. Dezember 1938 (RGBl. I. S. 1751)), vom 14. Juni 1938 (RGBl. I. S. 627, betr. jüdische Gewerbetreibende), vom 25. Juli 1938 (RGBl. I. S. 969, betr. Ärzte), vom 27. September 1938 (RGBl. I. S. 1403, 1439, betr. Rechtsanwälte; hierzu eine Durchführungsverordnung vom 12. Juni 1940 (RGBl. I. S. 872)), vom 31. Oktober 1938 (RGBl. I. S. 1545 (betr. Patentanwälte), vom 5. Dezember 1938 (RGBl. I. S. 1751, betr. Ruhegehalt), vom 17. Januar 1939 (RGBl. I. S. 47, betr. Zahn-, Tierärzte, Apotheker), vom 5. Mai 1939 (RGBl. I. S. 891, betr. österr. Eherecht), vom 4. Juli 1939 (RGBl. I. S. 1097, betr. Reichvereinigung, Judenschulen, -wohlfahrtspflege), vom 25. November 1941 (RGBl. I. S. 722, betr. Aufenthalt im Ausland), Verordnung vom 12. April 1943 (RGBl. I. S. 268, betr. Staatsangehörigkeit), Verordnung vom 1. Juli 1943 (RGBl. I. S. 372, betr. Aufhebung des Erbrechts für Juden; hierzu eine Durchführungsverordnung vom 1. September 1944 (RGBl. I. S. 201).

In Kraft getreten am 17. September 1935.

In Österreich durch Erlaß vom 20. Mai 1938 (RGBl. I. S. 594, im Sudetenland durch Erlaß vom 27. Dezember 1938 (RGBl. I. S. 1997) und in den Ostgebieten durch Erlaß vom 31. Mai 1941 (RGBl. I. S. 297) eingeführt.

Nürnberg, den 15. September 1935,
am Reichsparteitag der Freiheit.

Der Führer und Reichskanzler
Adolf Hitler

Der Reichsminister des Innern
Frick
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon SLclem » Mo 27. Apr 2015, 08:20

ariya richter » Mo 27. Apr 2015, 04:48 hat geschrieben:... alle Deutschen mit "Unreinem Blut" wurden Ermordet!

Wer diese Ermordung überlebte ...

... kann heute eigentlich nur ein Zombie sein ... :D :D :D


(Und treibt offensichtlich sein Unwesen hier im Forum. V O R S I C H T ! ;) )
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Dark Angel » Mo 27. Apr 2015, 09:55

bakunicus » So 26. Apr 2015, 17:28 hat geschrieben:
ich bezweifle sehr dass es dir oder irgend jemand anderem gelingt einen mehrheitsfähigen konsens über die deutsche leitkultur zu formulieren.
zu unterschiedlich sind dabei die weltbilder, lebensumstände und vorlieben.
wo dem einen der trachtenverein und familientradition als deutsch gelten, sind das dem anderen das leben in der großstadt mit kosmopolitischer bildung und internationalem kulturangebot.
wo dem einen adelige tradition und die glamour-welt einer thurn und taxis in der yellow-press als deutsch gelten, ist das für andere der club der getunten VW-golfs, oder mit tätowierten gleichgesinnten in wacken es mal richtig krachen zu lassen.
wo für den einen pflichterfüllung, pünktlichkeit und ordnung vorrangig sind, ist es für den anderen gute nachbarschaft, ein gepflegtes laisse-fairez und boheme ...

unsere leitkultur ist das grundgesetz, als basis einer pluralistischen und inzwischen multi-kulturellen gesellschaft, als "leben und leben lassen".
alle versuche darüber hinaus eine "leitkultur" zu definieren müßen zwingend scheitern.

Es gibt KEINE "deutsche" Leitkultur! Es gibt nur eine europäische Leitkultur und die basiert einerseits auf antiken griechischen und römischen Einflüssen und andererseits auf Einflüssen aus der Renaissance bis hin zum Industriezeitalter. Ein Da Vinci oder Rembrandt gehört genauso zu unserer Kultur wie ein Goethe, Schiller, Verdi, Bizet, Goya oder Orff. Und diese Menschen sind genauso Bestandteil der italienischen, spanischen oder französischen Kultur.
Im europäischen Kulturraum gibt es keine spezielle nationale Kultur und damit auch keine nationale Leitkultur.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Milady de Winter » Mo 27. Apr 2015, 18:50

bakunicus » So 26. Apr 2015, 21:57 hat geschrieben:
was vielleicht noch übrig bleibt sind fleiß, ordnung und pünktlichkeit.
darauf könnte man evtl. noch eine mehrheit einigen.

Das sind auch die Attribute, die man am häufigsten im Ausland zu hören bekommt, wenn es um "die Deutschen" geht. Nur dass diese Eigentschaften in meinen Augen immer mehr verschwinden. Das hat sich nur noch nicht bis ins Ausland rumgesprochen. Was in diesem Fall ein Vorteil ist.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Helmuth_123 » Mo 27. Apr 2015, 18:58

bakunicus » So 26. Apr 2015, 21:57 hat geschrieben:
das ist für dich so, als vergleichsweise junger und liberaler deutscher bürger.
aber wir sind eine überaltete gesellschaft; die generationen 50+ wirst du in der großen masse nicht zu seiner aussage bringen.
und die jüngeren generationen kennen vielleicht die großen namen wie goethe, schiller, brahms, bach oder kant, nietzsche und heinrich heine, aber können das nur noch schwer mit konkreten inhalten verbinden.

was vielleicht noch übrig bleibt sind fleiß, ordnung und pünktlichkeit.
darauf könnte man evtl. noch eine mehrheit einigen.
aber ist das geeignet als werte für eine leitkultur, als essenz einer kulturnation ?


Die Sekundärtugenden, klingt schon mal gut. Eine Verbindung aus preußischen und bürgerlichen Tugenden, das wäre doch eine gute Grundlage für eine Leitkultur. Das würde noch nicht einmal etwas spezifisch Nationales enthalten, an dieses Wertegerüst kann sich ein Deutscher, ein Franzose, ein Türke oder ein Südafrikaner halten.

Zu Deiner Frage von gestern Abend. Ich sehe das ähnlich wie Katenberg.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Bielefeld09 » Mo 27. Apr 2015, 20:39

Ein Deutscher lebt heute in der Realität.
Ein Deutscher weiß um die Vergangenheit.
Ein Deutscher weiß um die Vergangenheit und die Verantwortung für die Gegenwart.
Deutsche sind Pragmatiker mit Geschichtsbewusstsein.
Was denn sonst?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Katenberg » Mo 27. Apr 2015, 21:02

bakunicus » So 26. Apr 2015, 21:57 hat geschrieben:
das ist für dich so, als vergleichsweise junger und liberaler deutscher bürger.
aber wir sind eine überaltete gesellschaft; die generationen 50+ wirst du in der großen masse nicht zu seiner aussage bringen.
und die jüngeren generationen kennen vielleicht die großen namen wie goethe, schiller, brahms, bach oder kant, nietzsche und heinrich heine, aber können das nur noch schwer mit konkreten inhalten verbinden.

was vielleicht noch übrig bleibt sind fleiß, ordnung und pünktlichkeit.
darauf könnte man evtl. noch eine mehrheit einigen.
aber ist das geeignet als werte für eine leitkultur, als essenz einer kulturnation ?


Deswegen meine ich, dass wir mehr an unserer eigenen Identität arbeiten müssen, weniger auf andere Gruppen gerichtet. Wie ich schon dargelegt habe, ist Pegida meiner Meinung nach vor allem ein interkulturelles Problem. Von der Leitkultur spreche ich deswegen weniger, das sind vielleicht die Grundlagenwerte, die du genannt hast und natürlich das deutsche Recht als solches, aber tatsächlich ist das, wo ich ja hin will, das "Land der Dichter und Denker" und ich denke als Grundgedanken, kann man da schon sehr gut "Einigkeit und Recht und Freiheit" nehmen.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon frems » Mo 27. Apr 2015, 21:05

Bielefeld09 » Mo 27. Apr 2015, 20:39 hat geschrieben:Ein Deutscher lebt heute in der Realität.
Ein Deutscher weiß um die Vergangenheit.
Ein Deutscher weiß um die Vergangenheit und die Verantwortung für die Gegenwart.
Deutsche sind Pragmatiker mit Geschichtsbewusstsein.
Was denn sonst?

Deutsche sind selten Pragmatiker. Da wird alles mit einem philosophischen bzw. tiefgründigen Historismus erstmal besudelt. Ein "Hauptsache es funktioniert" reicht dem Perfektionisten nicht.
Labskaus!

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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon AndyO » Mo 27. Apr 2015, 21:07

Ein Deutscher ist das, welches im Gemeinwesen den Wohlstand und das friedliche Zusammenleben ermöglichte, wie wir es nach 2 WK erfahren haben.

Diese Werte werden politisch verwässert, bis davon nichts mehr übrig bleibt. Heute ist der Deutsche der, der für den Mangel an Tugenden anderer Länder sich von der ganzen Welt melken lassen darf.

"Du weißt nicht wie die Blumen duften, du kennst nur arbeiten und schuften. Hinter dir da grinst der Tod, kaputtgeschuftet du Idiot!"
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon schelm » Mi 29. Apr 2015, 09:38

bakunicus » So 26. Apr 2015, 18:50 hat geschrieben:
was ist denn deutsche kultur ?

goethe oder brecht ?
bach oder nina hagen ?
fachwerk oder bauhaus ?
trachtenverein oder love-parade ?
weihnachtsmarkt oder wacken ?
adel oder proletariat ?

leitkultur des grundgesetz ist dabei, dass das alles deutsch ist, und keiner bestimmen darf was davon deutsch ist oder nicht.

Gibt es nach deiner Meinung überhaupt ein Land mit einer Kultur ?
Denk ich an D in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht, Heinrich Heine.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon ariya richter » Mi 29. Apr 2015, 10:26

SLclem » Mo 27. Apr 2015, 08:20 hat geschrieben:... kann heute eigentlich nur ein Zombie sein ... :D :D :D


(Und treibt offensichtlich sein Unwesen hier im Forum. V O R S I C H T ! ;) )


Somit sind für Sie, alle heute vor Gericht stehenden Angeklagten und die Zeitzeugen, die über diese Ermordung aussagen ""ZOMBIS""?

Ich, der nun hier im Forum den Leuten Erklärt, wie die Bundesregierung heute tickt, ein 80 jähriger ein Zombi bin?

Alle Kinder von Juden und Sinti und Roma, die diese Blutschande überlebt haben und heute noch Leben sind Zombis?
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon ThorsHamar » Mi 29. Apr 2015, 11:03

ariya richter » 27.04.2015 04:48 hat geschrieben:
Ich werde nun einen dummen Menschen mal Aufklären!
....
Ich hoffe, sie Wissen noch, alle Deutschen mit "Unreinem Blut" wurden Ermordet!

Wer nun diese Ermordung überlebte, der muß doch heute, nach Meinung der Bundesregierung " Reinem Blutes sein"? Diese Menschen sind Deutsche! Ohne jeden anderen Nachweis, nur mit Urkunden aus dieser Zeit, der Gültigkeit, dieser Gesetzgebung! .....


Und Sie Allround - Experte wollen, mich, einen dummen Menschen, mal aufklären? :cool:
Wenn Sie so lesen, also Gelesenes verstehen, wie Sie schrieben, habe ich volles Vertrauen zu Ihrer Kompetenz.
Ich hoffe sehr, dass Sie wirklich so ein alter Sack sind, weshalb ich so nett bleibe. ;)
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon relativ » Mi 29. Apr 2015, 11:57

Sich als Deutscher zu empfinden oder Deutsch sein ist eine Sache der Zeit und Generationen. Beispiel: Viele Deutsche mit polnischen Ur-Wurzeln fühlen sich heute als Deutscher, von ihrer polnischen Herkunft bleibt meist nur noch das -ski- am Ende ihres Nachnamens. Das klappt aber auch nur, wenn eine Gesellschaft es schafft, ihre Immigranten und deren Nachkommen ordentlich zu integrieren und ihnen alle Chancen gibt, die die sogenannten Ur-Deutschen auch haben.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon SLclem » Mi 29. Apr 2015, 12:11

ariya richter » Mi 29. Apr 2015, 09:26 hat geschrieben:
    SLclem » Mo 27. Apr 2015, 08:20
    ... kann heute eigentlich nur ein Zombie sein ... :D :D :D
    (Und treibt offensichtlich sein Unwesen hier im Forum. V O R S I C H T ! ;) )

Somit sind für Sie, alle heute vor Gericht stehenden Angeklagten und die Zeitzeugen, die über diese Ermordung aussagen ""ZOMBIS""?
Ich, der nun hier im Forum den Leuten Erklärt, wie die Bundesregierung heute tickt, ein 80 jähriger ein Zombi bin?
Alle Kinder von Juden und Sinti und Roma, die diese Blutschande überlebt haben und heute noch Leben sind Zombis?

Mein Gutester: "wer diese Ermordung überlebte" ist ein in sich unsinniger Satz.
Entweder wird man ermordet, dann ist man definitiv und endgültig tot; oder man überlebt, aber: dann wurde man nicht ermordet.

Schreib einfach: "wer diese versuchte Ermordung überlebte" ... dann hat der Satz einen Sinn - nichts für ungut ;)
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon ariya richter » Mi 29. Apr 2015, 13:04

ThorsHamar » Mi 29. Apr 2015, 11:03 hat geschrieben:
Und Sie Allround - Experte wollen, mich, einen dummen Menschen, mal aufklären? :cool:
Wenn Sie so lesen, also Gelesenes verstehen, wie Sie schrieben, habe ich volles Vertrauen zu Ihrer Kompetenz.
Ich hoffe sehr, dass Sie wirklich so ein alter Sack sind, weshalb ich so nett bleibe. ;)


Ich Hoffe, Sie können einen Text, der Länder lesen?

http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-buergerdienste/staatsangehoerigkeitsbehoerde/artikel.165567.php


Da steht es, wer in den Jahren der Hitlerdiktatur gelebt hat, von dieser Hitlerdiktatur als Deutscher angesehen wurde, ist heute noch ein Deutscher!

Was wird bei Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises geprüft?

Die Staatsangehörigkeitsbehörde prüft im Regelfall, ob der Antragsteller bzw. seine Vorfahren zumindest seit 1938 immer als Deutsche behandelt wurden. Waren sie z. B. von Veränderungen staatlicher Hoheitsgebiete betroffen, die beide Weltkriege mit sich brachten, können weitergehende Prüfungen erforderlich sein. Für im Ausland wohnende deutsche Staatsangehörige nimmt die jeweilige deutsche Auslandsvertretung den Antrag entgegen und leitet diesen dann an das für die Bearbeitung zuständige Bundesverwaltungsamt in Köln weiter.
Notwendigen Unterlagen

Zum Nachweis der Staatsangehörigkeit sind Angaben und Urkunden über Personalien und Wohnorte des Antragstellers und seiner Vorfahren erforderlich. In jedem Fall benötigen wir vom Antragsteller einen gültigen Personalausweis/Reisepass, eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenbuch mit sämtlichen Randvermerken neuesten Datums und bei ehelicher Geburt die Heiratsurkunde der Eltern. Weitergehende Informationen sowie Antragsformulare erhalten Sie telefonisch unter den genannten Rufnummern. Informationen sowie auch das Antragsformular bekommen Sie selbstverständlich auch, wenn Sie innerhalb unserer Sprechzeiten persönlich vorbeischauen.


Und hier.:

https://www.verwaltungsservice.bayern.de/dokumente/leistung/92109883264



In diesen Fällen bedarf es eines umfassenden Feststellungsverfahrens, in dem die konkreten Abstammungsverhältnisse oder der Erwerbsgrund (Einbürgerung oder Geburtserwerb nach dem 01.01.2000) zu überprüfen sind. Ist die Prüfung der Abstammungsverhältnisse erforderlich, muss der Antragsteller nachweisen, dass er und gegebenenfalls die Personen, von denen er seine Staatsangehörigkeit ableitet, spätestens seit dem 01.01.1938 von deutschen Stellen als deutscher Staatsangehöriger (Deutscher) behandelt wurde. Hierzu sind regelmäßig Geburtsurkunden und gegebenenfalls Heiratsurkunden des Antragstellers erforderlich. Darüber hinaus kommt auch die Vorlage weiterer Urkunden oder anderer schriftlicher Beweismittel z.B. von Heiratsurkunden der Eltern bzw. deren Scheidungsurteil in Betracht. Zusätzlich hat der Antragsteller glaubhaft zu machen, von welchen deutschen Stellen er und seine Vorfahren jemals als Deutsche behandelt wurden. Hierbei wird die Staatsangehörigkeitsbehörde dem Antragsteller in jeder Hinsicht behilflich sein und von sich aus Auskünfte bei anderen Behörden und Stellen einholen (z.B. bei Meldebehörden, Passbehörden, Standesämter, Wehrmachtsauskunftsstellen, Heimatauskunftsstellen usw.).

Der Antrag ist bei der Staatsangehörigkeitsbehörde (Kreisverwaltungsbehörde) einzureichen. Antragsvordrucke sind bei den Kreisverwaltungsbehörden (Landratsamt, kreisfreie Stadt) zu erhalten. Ein amtlicher Vordruck ist nicht eingeführt. Im Antrag auf Ausstellung einer Staatsangehörigkeitsurkunde sind die persönlichen Daten des Antragstellers darzulegen und die angeforderten Urkunden oder sonstigen Beweismittel beizugeben.

Wird festgestellt, dass der Antragsteller die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, wird die beantragte Staatsangehörigkeitsurkunde ausgestellt.


Da können Sie es Nachlesen, wer von Nazideutschland als Arier anerkannt wurde, nicht Ermordet wurde, ist heute in der Bundesrepublik ebendfalls Deutscher, das gilt auch für Sie!

Ich als alter Sack, geb. 1935, die Vorlage der Geburtsurkunde sollte ausreichen!

Aber ich habe mich lieber berufen auf die Geburtsurkunde meines Vaters, 1914, ich stamme nun als Angehöriger meines Vaters, ich bin Bundesbürger als Nachfolger der Staatsangehörigkeit meines Vater ab, der war Staatsbürger von Preußen!

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