Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

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ariya richter
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon ariya richter » So 26. Apr 2015, 09:11

ThorsHamar » Sa 25. Apr 2015, 12:21 hat geschrieben:
Was ist denn das für ein infantiler Blödsinn?


Bevor man sowas schreibt, sollte man sich über Google Schlau machen!

Das ist kein ""Infantiler Blödsinn"" sondern die deutsche Gesetzgebung im Jahre 2015!

Hier sind die einzelnen Gesetzestexte zu finden.:

http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-buergerdienste/staatsangehoerigkeitsbehoerde/artikel.165567.php


https://www.verwaltungsservice.bayern.de/dokumente/leistung/92109883264


Hier das Antragsformular, für die Feststellung ein Bundesbürger zu sein.:

http://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BVA/Staatsangeh%C3%B6rigkeit/Feststellung/Antrag_F.pdf?__blob=publicationFile&v=2


http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsangeh%C3%B6rigkeitsausweis


Wobei ich mich nicht über die Botschaft an das Bundesverwaltungsamt gewendet habe, sondern das selbst erledigt habe!

Wer nun Eltern oder Großeltern hat, die in den Jahren 1933 bis 1945 geboren sind oder in dieser Zeit geheiratet haben, mit dem Nachweis der Abstammung (Ariernachweis) diese Personen wurden als Deutsche eingestuft, durch den Nachweis, der Gesetzgebung über Reichsdeutsche, die nicht Ermordet wurden, das ist ein Grund, in der Bundesrepublik als deutscher anerkannt zu werden.

Da ich 1935 geboren bin, würde ich von der Bundesrepublik als Deutscher anerkannt, aber mir war Zuwieder, sich auf das Ariergesetz eines Adolf Hitler zu berufen!

Darum habe ich mich auf meine Eltern berufen, Vater 1914 und Mutter 1916 geboren, somit waren meine Eltern Staatsbürger von Preußen!
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Adam Smith
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Adam Smith » So 26. Apr 2015, 09:28

Hier mal die Links.

Was wird bei Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises geprüft?

Die Staatsangehörigkeitsbehörde prüft im Regelfall, ob der Antragsteller bzw. seine Vorfahren zumindest seit 1938 immer als Deutsche behandelt wurden. Waren sie z. B. von Veränderungen staatlicher Hoheitsgebiete betroffen, die beide Weltkriege mit sich brachten, können weitergehende Prüfungen erforderlich sein. Für im Ausland wohnende deutsche Staatsangehörige nimmt die jeweilige deutsche Auslandsvertretung den Antrag entgegen und leitet diesen dann an das für die Bearbeitung zuständige Bundesverwaltungsamt in Köln weiter.


http://www.berlin.de/ba-friedrichshain- ... 165567.php

In diesen Fällen bedarf es eines umfassenden Feststellungsverfahrens, in dem die konkreten Abstammungsverhältnisse oder der Erwerbsgrund (Einbürgerung oder Geburtserwerb nach dem 01.01.2000) zu überprüfen sind. Ist die Prüfung der Abstammungsverhältnisse erforderlich, muss der Antragsteller nachweisen, dass er und gegebenenfalls die Personen, von denen er seine Staatsangehörigkeit ableitet, spätestens seit dem 01.01.1938 von deutschen Stellen als deutscher Staatsangehöriger (Deutscher) behandelt wurde


https://www.verwaltungsservice.bayern.d ... 2109883264

Für die Erteilung eines Staatsangehörigkeitsausweises werden daher höhere Anforderungen an die Beweisführung gestellt als für die Ausstellung eines Reisepasses oder Personalausweises. Bedingt durch das vom Abstammungsprinzip (ius sanguinis) geprägte deutsche Staatsangehörigkeitsrecht wurde die deutsche Staatsangehörigkeit in der Vergangenheit überwiegend durch eheliche (später auch uneheliche) Geburt und somit durch die Abstammung vom Vater, gegebenenfalls aber auch von der Mutter und deren Vorfahren bestimmt (je nach dem Zeitpunkt der Geburt).


http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsangeh%C3%B6rigkeitsausweis

Und hier mal das Grundgesetz.

(1) Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.

(2) Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern. Sie gelten als nicht ausgebürgert, sofern sie nach dem 8. Mai 1945 ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben und nicht einen entgegengesetzten Willen zum Ausdruck gebracht haben.


http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_116.html

Und hier mal die Erklärung bei Wikipedia.

Während der faktische Verlust der deutschen Ostgebiete nach dem Zweiten Weltkrieg die Staatsangehörigkeit der dort ansässig gewesenen Deutschen unberührt ließ,[61] ergab sich durch die Vertreibung Deutscher aus früheren Siedlungsgebieten außerhalb des Deutschen Reichs die politische Notwendigkeit, den Begriff des deutschen Staatsangehörigen neu zu fassen. Nach § 1 RuStAG ist Deutscher, wem die unmittelbare Reichsangehörigkeit verliehen wurde. Damit hätten die Volksdeutschen keine deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Daher wurde in Artikel 116 GG eine neue Legaldefinition getroffen. „Deutscher im Sinne des Grundgesetzes“ ist auch, wer als Flüchtling oder Vertriebener (bzw. Ehegatte oder Nachfahre) deutscher Volkszugehörigkeit in Deutschland in den Grenzen vom 31. Dezember 1937 aufgenommen worden war.[62] Neben dem deutschen Volkstum war maßgeblich, dass innerhalb des früheren Reichsgebietes ein neuer Wohnsitz begründet worden war. Österreicher, die ihren Aufenthalt in Deutschland ab dem 26. April 1945 hatten, konnten in der Zeit zwischen dem 14. Mai 1956 und dem 30. Juni 1957 gegenüber der Staatsangehörigkeitsbehörde die Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit erklären.[63]


http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_S ... %B6rigkeit
Das ist Kapitalismus:

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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Katenberg » So 26. Apr 2015, 12:43

giih » Mi 15. Apr 2015, 23:57 hat geschrieben:Was sind seine Eigenheiten/ Merkmale?


Dazu müsste man allerdings erstmal "Deutsch" definieren. Persönlich würde ich dabei eher einteilen in:
- Ethnodeutsch
- Kulturdeutsch
- Passdeutsch

Letzteres ist ein rein verwaltungstechnischer Begriff, ersteres abhängig von der Abstammung und das zweite wiederum eine Einstellungssache.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon ThorsHamar » So 26. Apr 2015, 14:44

ariya richter » Heute 08:11 hat geschrieben:
Bevor man sowas schreibt, sollte man sich über Google Schlau machen! .....


Ich bezog mich auf Deinen hirnrissigen Satz: "Da er von den Deutschen nicht Vergast wurde, er war vom Blute her Deutscher!" ...
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Gregorius I » So 26. Apr 2015, 16:31

Katenberg » So 26. Apr 2015, 12:43 hat geschrieben:
Dazu müsste man allerdings erstmal "Deutsch" definieren. Persönlich würde ich dabei eher einteilen in:
- Ethnodeutsch


Wie legt man das fest?

- Kulturdeutsch


Was ist das? Muss man Wein- oder Biertrinker sein? Oder beides? Können Antialkoholiker dann Deutsche sein? ...

- Passdeutsch


Ich habe als Deutscher einen Pass. Was fehlt mir noch?

Letzteres ist ein rein verwaltungstechnischer Begriff, ersteres abhängig von der Abstammung und das zweite wiederum eine Einstellungssache.


Schau an: alles ziemlich beliebig!
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Katenberg » So 26. Apr 2015, 16:48

Gregorius I » So 26. Apr 2015, 16:31 hat geschrieben:
Wie legt man das fest?



Was ist das? Muss man Wein- oder Biertrinker sein? Oder beides? Können Antialkoholiker dann Deutsche sein? ...



Ich habe als Deutscher einen Pass. Was fehlt mir noch?



Schau an: alles ziemlich beliebig!


Ich habe eine unkonkrete auf die selbige Frage beantwortet. Dass ich dafür bin, "Deutsch" mal wieder, auch neu, zu definieren, habe ich hier bereits offen gelegt. Kulturdeutsch kann man dabei allerdings zB an der deutschen Sprache festlegen. Zur restlichen Diskussion will ich mich nochmal einlesen, wie die Ungarn das genau klären.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Helmuth_123 » So 26. Apr 2015, 17:44

Katenberg » So 26. Apr 2015, 12:43 hat geschrieben:
Dazu müsste man allerdings erstmal "Deutsch" definieren. Persönlich würde ich dabei eher einteilen in:
- Ethnodeutsch
- Kulturdeutsch
- Passdeutsch

Letzteres ist ein rein verwaltungstechnischer Begriff, ersteres abhängig von der Abstammung und das zweite wiederum eine Einstellungssache.


Ich würde Ethnodeutsch (also das Abstammungskriterium) nicht so sehr hervorheben. Ethnodeutsch und Kulturdeutsch als eine Kategorie und Passdeutsch als die andere. Denn wer sich zum Deutschtum (ja ich benutze das böse Wort :D ) bekennt, der ist für mich Deutscher egal woher seine Eltern oder er selber ursprünglich stammen.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Katenberg » So 26. Apr 2015, 17:52

Helmuth_123 » So 26. Apr 2015, 17:44 hat geschrieben:
Ich würde Ethnodeutsch (also das Abstammungskriterium) nicht so sehr hervorheben. Ethnodeutsch und Kulturdeutsch als eine Kategorie und Passdeutsch als die andere. Denn wer sich zum Deutschtum (ja ich benutze das böse Wort :D ) bekennt, der ist für mich Deutscher egal woher seine Eltern oder er selber ursprünglich stammen.


Selbstverständlich, halte ich ja ebenso. :thumbup:
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Aristide » So 26. Apr 2015, 17:57

Ist ein Wirtschaftsflüchtling aus Subsahara, der sich zum Deutschtum bekennt, also auch automatisch Deutscher? Dann wird die Zahl der Deutschen in aller Welt aber gewaltig unterschätzt!
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Katenberg » So 26. Apr 2015, 18:01

Aristide » So 26. Apr 2015, 17:57 hat geschrieben:Ist ein Wirtschaftsflüchtling aus Subsahara, der sich zum Deutschtum bekennt, also auch automatisch Deutscher? Dann wird die Zahl der Deutschen in aller Welt aber gewaltig unterschätzt!


Zu wenig Information, konkretisiere das bitte.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Demolit » So 26. Apr 2015, 18:14

Helmuth_123 » So 26. Apr 2015, 16:44 hat geschrieben:
Ich würde Ethnodeutsch (also das Abstammungskriterium) nicht so sehr hervorheben. Ethnodeutsch und Kulturdeutsch als eine Kategorie und Passdeutsch als die andere. Denn wer sich zum Deutschtum (ja ich benutze das böse Wort :D ) bekennt, der ist für mich Deutscher egal woher seine Eltern oder er selber ursprünglich stammen.


Genau ! Und deshalb hat die Leitkultur auch so einen hohen Stellenwert, damit das funzt...kapiert eigentlich jeder.

echt ;)
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Helmuth_123 » So 26. Apr 2015, 18:23

Aristide » So 26. Apr 2015, 17:57 hat geschrieben:Ist ein Wirtschaftsflüchtling aus Subsahara, der sich zum Deutschtum bekennt, also auch automatisch Deutscher? Dann wird die Zahl der Deutschen in aller Welt aber gewaltig unterschätzt!


So wie der hier? Dann ja!
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon bakunicus » So 26. Apr 2015, 18:28

Demolit » So 26. Apr 2015, 18:14 hat geschrieben:
Genau ! Und deshalb hat die Leitkultur auch so einen hohen Stellenwert, damit das funzt...kapiert eigentlich jeder.

echt ;)


ich bezweifle sehr dass es dir oder irgend jemand anderem gelingt einen mehrheitsfähigen konsens über die deutsche leitkultur zu formulieren.
zu unterschiedlich sind dabei die weltbilder, lebensumstände und vorlieben.
wo dem einen der trachtenverein und familientradition als deutsch gelten, sind das dem anderen das leben in der großstadt mit kosmopolitischer bildung und internationalem kulturangebot.
wo dem einen adelige tradition und die glamour-welt einer thurn und taxis in der yellow-press als deutsch gelten, ist das für andere der club der getunten VW-golfs, oder mit tätowierten gleichgesinnten in wacken es mal richtig krachen zu lassen.
wo für den einen pflichterfüllung, pünktlichkeit und ordnung vorrangig sind, ist es für den anderen gute nachbarschaft, ein gepflegtes laisse-fairez und boheme ...

unsere leitkultur ist das grundgesetz, als basis einer pluralistischen und inzwischen multi-kulturellen gesellschaft, als "leben und leben lassen".
alle versuche darüber hinaus eine "leitkultur" zu definieren müßen zwingend scheitern.
Zuletzt geändert von bakunicus am So 26. Apr 2015, 18:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Cloudfox » So 26. Apr 2015, 18:40

Die *Neue Rechte* hat schon eine *Neue Definition* was ein *Neuer Deutscher* ist, oder? :D
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Gregorius I » So 26. Apr 2015, 18:49

Katenberg » So 26. Apr 2015, 16:48 hat geschrieben:
Ich habe eine unkonkrete auf die selbige Frage beantwortet. Dass ich dafür bin, "Deutsch" mal wieder, auch neu, zu definieren, habe ich hier bereits offen gelegt. Kulturdeutsch kann man dabei allerdings zB an der deutschen Sprache festlegen. Zur restlichen Diskussion will ich mich nochmal einlesen, wie die Ungarn das genau klären.


Die deutsche Sprache ist ein wesentliches, wenn nicht das einzige Merkmal dafür, um zu erkennen, wer ein "Deutscher" ist. Der Rest ist Mythos ("Ethnodeutsch") und Staatsrecht ("Passdeutsch"). Man könnte noch eine Kombination überdenken aus Sprache und staatlicher Anerkennung. Alle anderen Kriterien bleiben schwammig und sind äußerst beliebig, nicht zuletzt ideologisch aufgeladen!
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Progressiver » So 26. Apr 2015, 18:59

Katenberg » So 26. Apr 2015, 16:48 hat geschrieben:
Ich habe eine unkonkrete auf die selbige Frage beantwortet. Dass ich dafür bin, "Deutsch" mal wieder, auch neu, zu definieren, habe ich hier bereits offen gelegt. Kulturdeutsch kann man dabei allerdings zB an der deutschen Sprache festlegen. Zur restlichen Diskussion will ich mich nochmal einlesen, wie die Ungarn das genau klären.


Kulturdeutsch? Sollen wir also automatisch jedem Österreicher, Südtiroler, alemannischen Schweizer, deutschsprachigen Belgier und Elsässer die deutsche Staatsbürgerschaft zuerkennen? :?:
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Katenberg » So 26. Apr 2015, 19:04

Progressiver » So 26. Apr 2015, 18:59 hat geschrieben:
Kulturdeutsch? Sollen wir also automatisch jedem Österreicher, Südtiroler, alemannischen Schweizer, deutschsprachigen Belgier und Elsässer die deutsche Staatsbürgerschaft zuerkennen? :?:


Nö, wie kommst du auf die Idee?
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Helmuth_123 » So 26. Apr 2015, 19:35

bakunicus » So 26. Apr 2015, 18:28 hat geschrieben:
ich bezweifle sehr dass es dir oder irgend jemand anderem gelingt einen mehrheitsfähigen konsens über die deutsche leitkultur zu formulieren.
zu unterschiedlich sind dabei die weltbilder, lebensumstände und vorlieben.
wo dem einen der trachtenverein und familientradition als deutsch gelten, sind das dem anderen das leben in der großstadt mit kosmopolitischer bildung und internationalem kulturangebot.
wo dem einen adelige tradition und die glamour-welt einer thurn und taxis in der yellow-press als deutsch gelten, ist das für andere der club der getunten VW-golfs, oder mit tätowierten gleichgesinnten in wacken es mal richtig krachen zu lassen.
wo für den einen pflichterfüllung, pünktlichkeit und ordnung vorrangig sind, ist es für den anderen gute nachbarschaft, ein gepflegtes laisse-fairez und boheme ...

unsere leitkultur ist das grundgesetz, als basis einer pluralistischen und inzwischen multi-kulturellen gesellschaft, als "leben und leben lassen".
alle versuche darüber hinaus eine "leitkultur" zu definieren müßen zwingend scheitern.


Darüber kann man streiten, ob das Grundgesetz unsere Leitkultur darstellt. Welchen kulturellen Inhalt hat das Grundgesetz? Das Grundgesetz ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und regelt den Staatsaufbau und legt fest, an welche grundlegenden Gesetze und Richtlinien sich die drei staatlichen Gewalten halten müssen. Eine Leitkultur hingegen ist eine gesellschaftliche Leitlinie und definiert den Nationstyp. Kulturnation oder Willensnation. Die Deutschen sind meiner Meinung nach eine Kulturnation.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon bakunicus » So 26. Apr 2015, 19:50

Helmuth_123 » So 26. Apr 2015, 19:35 hat geschrieben:
Darüber kann man streiten, ob das Grundgesetz unsere Leitkultur darstellt. Welchen kulturellen Inhalt hat das Grundgesetz? Das Grundgesetz ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und regelt den Staatsaufbau und legt fest, an welche grundlegenden Gesetze und Richtlinien sich die drei staatlichen Gewalten halten müssen. Eine Leitkultur hingegen ist eine gesellschaftliche Leitlinie und definiert den Nationstyp. Kulturnation oder Willensnation. Die Deutschen sind meiner Meinung nach eine Kulturnation.


was ist denn deutsche kultur ?

goethe oder brecht ?
bach oder nina hagen ?
fachwerk oder bauhaus ?
trachtenverein oder love-parade ?
weihnachtsmarkt oder wacken ?
adel oder proletariat ?

leitkultur des grundgesetz ist dabei, dass das alles deutsch ist, und keiner bestimmen darf was davon deutsch ist oder nicht.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Cobra9 » So 26. Apr 2015, 20:02

Offen gesagt fühle ich mich eher als Schwabe der einen Pass der BRD hat. Ob ich nun einen deutschen Pass habe, den US Pass oder den ungarischen Pass ist doch Wurst. Ich muss mich mit dem Land anfreunden können inkl. der Umstände, Kultur und Gesetze.
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