Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Bartleby » Di 26. Nov 2019, 17:51

NMA hat geschrieben:(26 Nov 2019, 17:41)

Fühle mich belehrt, danke schön!

Ich will damit nur sagen, dass meiner Meinung nach das Abstammungsthema nicht überhöht werden sollte. Wenn jemand Deutscher sein will, dann kümmert er sich darum, dass der den deutschen Pass bekommt. Wenn er das geschafft hat, ist er für mich Deutscher. Hautfarbe oder Migrationshintergrund sind für mich zweitrangig. Für mich zählt das Statement.


Es war nur in Erinnerung an die Schwierigkeiten, bei der Verbeamtung als junger Mensch an einen Staatsangehörigkeitsausweis zu kommen. Da war mir wieder eingefallen, dass einen in Deutschland nicht einmal der Pass valide als Angehörigen des deutschen Volkes ausweist, und dass umgekehrt auch solche ohne Pass dem Geiste nach dazu gezählt werden.

Ein tiefer gehendes Statement war damit nicht verbunden. "Was ist eigentlich ein "Deutscher"? ist im Grunde genommen leicht zu beantworten: Einer, der diese Frage stellt. :D
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 3. Jan 2020, 11:31

Was ist ein Mosambikaner? Ein Franzose? Ein Japaner? Ein Brasilianer? Ein Angolaner? Was macht sie aus?
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 3. Jan 2020, 11:33

Ich bin ein Bürger dieser Welt.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Bartleby » Fr 3. Jan 2020, 13:16

Alpha Centauri hat geschrieben:(03 Jan 2020, 11:33)

Ich bin ein Bürger dieser Welt.


Also ein Snob ;)
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 3. Jan 2020, 13:26

Alpha Centauri hat geschrieben:(03 Jan 2020, 11:31)

Was ist ein Mosambikaner? Ein Franzose? Ein Japaner? Ein Brasilianer? Ein Angolaner? Was macht sie aus?


Die haben den jeweiligen Pass.
Ein Deutscher ist jemand mit deutschem Pass. Ein Japaner jemand mit japanischem Pass. Gibt zugewanderte Passbesitzer und welche, die seit Generationen in ihrem jeweiligen Land leben. Wurde auch schon in der Sesamstraße thematisiert.

Weltpass gibt es nicht, Weltbürger zu sein ist aber ein schönes Gefühl.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Quatschki » Fr 3. Jan 2020, 13:32

Billie Holiday hat geschrieben:(03 Jan 2020, 13:26)

Die haben den jeweiligen Pass.
Ein Deutscher ist jemand mit deutschem Pass. Ein Japaner jemand mit japanischem Pass. Gibt zugewanderte Passbesitzer und welche, die seit Generationen in ihrem jeweiligen Land leben. Wurde auch schon in der Sesamstraße thematisiert.

Weltpass gibt es nicht, Weltbürger zu sein ist aber ein schönes Gefühl.

Und wenn man nie einen Pass beantragt hat?
Oder mehrere hat?
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon JJazzGold » Fr 3. Jan 2020, 13:41

Quatschki hat geschrieben:(03 Jan 2020, 13:32)

Und wenn man nie einen Pass beantragt hat?
Oder mehrere hat?


Dann kann man z. B. als ex Renault Manager schnell in den Libanon fliehen.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 3. Jan 2020, 13:43

Quatschki hat geschrieben:(03 Jan 2020, 13:32)

Und wenn man nie einen Pass beantragt hat?
Oder mehrere hat?


Naja, wer jahrelang in einem Land lebt, dort arbeitet und seine Kinder großzieht, wird sich wohl als Bürger des jeweiligen Landes sehen. Wenn nicht...auch gut.
Wer mehrere Pässe hat....keine Ahnung, sich das genehmste raussuchen?
Ist vielleicht auch eine Frage des Zugehörigkeitsgefühls. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, kenne keine andere Heimat und habe einen deutschen Pass - mir fällt nichts ein, was ich sein sollte außer Deutsche. Und Europäerin....wenn man das weiterführt, sind wir alle Bürger der Milchstraße. Der Pass dürfte der kleinste gemeinsame Nenner sein. Die Gefühlswelt ist natürlich grenzenlos.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Bartleby » Fr 3. Jan 2020, 13:45

Billie Holiday hat geschrieben:(03 Jan 2020, 13:26)

... Weltbürger zu sein ist aber ein schönes Gefühl.


Es ist trotzdem Snobismus, denn er möchte sich als Weltbürger ja gerne absetzen vom Deutschsein und was besseres darstellen als diejenigen, die womöglich eine Antwort darauf geben und sich aufs Deutschbürgersein beschränken. Vorzugeben mehr zu sein, als man ist, das ist das Kennzeichen für Snobismus. ;)
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 3. Jan 2020, 13:47

Bartleby hat geschrieben:(03 Jan 2020, 13:45)

Es ist trotzdem Snobismus, denn er möchte sich als Weltbürger ja gerne absetzen vom Deutschsein und was besseres darstellen als diejenigen, die womöglich eine Antwort darauf geben und sich aufs Deutschbürgersein beschränken. Vorzugeben mehr zu sein, als man ist, das ist das Kennzeichen für Snobismus. ;)


Da ich mich erstmal als Nordlicht und Fischkopp betrachte, sehe ich das gutmütig und unbeeindruckt. N´ büschen überkandidelt zu sein tut niemandem weh.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Bartleby » Fr 3. Jan 2020, 13:54

Billie Holiday hat geschrieben:(03 Jan 2020, 13:47)

Da ich mich erstmal als Nordlicht und Fischkopp betrachte, sehe ich das gutmütig und unbeeindruckt. N´ büschen überkandidelt zu sein tut niemandem weh.

Ja, so des oine oder andere Polit-Stutzerle kasch au em Südweschda durchganga lassa. Ob er damit auch in Nordkorea durchkäme, darf bezweifelt werden. :D
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Quatschki » Fr 3. Jan 2020, 14:01

Billie Holiday hat geschrieben:(03 Jan 2020, 13:43)

Naja, wer jahrelang in einem Land lebt, dort arbeitet und seine Kinder großzieht, wird sich wohl als Bürger des jeweiligen Landes sehen. Wenn nicht...auch gut.
Wer mehrere Pässe hat....keine Ahnung, sich das genehmste raussuchen?
Ist vielleicht auch eine Frage des Zugehörigkeitsgefühls. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, kenne keine andere Heimat und habe einen deutschen Pass - mir fällt nichts ein, was ich sein sollte außer Deutsche. Und Europäerin....wenn man das weiterführt, sind wir alle Bürger der Milchstraße. Der Pass dürfte der kleinste gemeinsame Nenner sein. Die Gefühlswelt ist natürlich grenzenlos.

Zeigen wird sich's eh erst, wenn Loyalität zum Land gefordert ist, wenn es mal nicht mehr so gut läuft.
Wenn zum Beispiel ein Reaktorunglück passiert und Freiwillige gesucht werden, die ein bißchen höhere Dosen auf sich nehmen müssen, um das Land zu retten.

Das ganze "Weltbürger"-Gesocks ist doch da bei Drei auf dem Flugplatz. um sich zu verdünnisieren.
So wie damals in Tokyo!
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 3. Jan 2020, 14:27

Bartleby hat geschrieben:(03 Jan 2020, 13:54)

Ja, so des oine oder andere Polit-Stutzerle kasch au em Südweschda durchganga lassa. Ob er damit auch in Nordkorea durchkäme, darf bezweifelt werden. :D


Ich sehe ehrlich gesagt auch das große Problem nicht, mich woanders als Deutsche vorzustellen. Bin noch nie auf Probleme gestoßen. Es ist auch nicht so, dass die Menschen anderer Länder großartig beängstigt oder beeindruckt sind, wenn ich erzähle, wo ich herkomme - auf Nachfrage, viele wollen es halt gern wissen. Wir sind nur ein winziger Teil der Menschheit. Ich biedere mich nur nicht an, ich weiß, dass ich woanders die Fremde bin. Da ich freundlich und respektvoll auftrete, ist das aber kein Nachteil für mich.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Billie Holiday » Fr 3. Jan 2020, 14:32

Quatschki hat geschrieben:(03 Jan 2020, 14:01)

Zeigen wird sich's eh erst, wenn Loyalität zum Land gefordert ist, wenn es mal nicht mehr so gut läuft.
Wenn zum Beispiel ein Reaktorunglück passiert und Freiwillige gesucht werden, die ein bißchen höhere Dosen auf sich nehmen müssen, um das Land zu retten.

Das ganze "Weltbürger"-Gesocks ist doch da bei Drei auf dem Flugplatz. um sich zu verdünnisieren.
So wie damals in Tokyo!


Mag sein, keine Ahnung. Der Weltbürger müßte konsequenterweise um die Welt jetten, um überall zu helfen. Nun, ich fliege nicht um den ganzen Erdball, ich vertraue auf die Menschen vor Ort.
Sollte hier etwas in meiner Nähe geschehen, gucke ich, ob und wie ich helfen kann, oder ob ich nur dumm rumstehen muß, weil Feuerwehr, THW und sonstige Fachleute die Sache im Griff haben.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 3. Jan 2020, 16:29

Billie Holiday hat geschrieben:(03 Jan 2020, 13:26)

Die haben den jeweiligen Pass.
Ein Deutscher ist jemand mit deutschem Pass. Ein Japaner jemand mit japanischem Pass. Gibt zugewanderte Passbesitzer und welche, die seit Generationen in ihrem jeweiligen Land leben. Wurde auch schon in der Sesamstraße thematisiert.

Weltpass gibt es nicht, Weltbürger zu sein ist aber ein schönes Gefühl.



Rechtlich magst du recht haben, aber "gefühlt" würden dir da auch viele widersprechen, ein Pass ( oder mehrere) sagt noch lange nichts darüber aus zu welchen Land sich ein Mensch hingezogen fühlt , dazu gehört noch weit mehr ( Sprache, Mentalität Kultur, Klima usw), dass ist ziemlich naiv so eine engstirnige Sichtweise.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 3. Jan 2020, 16:35

Ein Bekannter z.b. hat deutschen Pass aber seit Kindertagen war er verliebt in Frankreich , Italien und Japan ( er meinte die Kunst und Kulturländer dieser Welt schlechthin) , heute lebt er im sonnigen und warmen Südspanien und ist glücklich drüber,
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Bartleby » Fr 3. Jan 2020, 16:46

Alpha Centauri hat geschrieben:(03 Jan 2020, 16:35)

Ein Bekannter z.b. hat deutschen Pass aber seit Kindertagen war er verliebt in Frankreich , Italien und Japan ( er meinte die Kunst und Kulturländer dieser Welt schlechthin) , heute lebt er im sonnigen und warmen Südspanien und ist glücklich drüber,

Die Frage ist, ob dieses Glücksgefühl beidseitig ist. Und was es hieße, wenn das nicht der Fall wäre.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Bartleby » Fr 3. Jan 2020, 17:04

Alpha Centauri hat geschrieben:(03 Jan 2020, 16:29)

Rechtlich magst du recht haben, aber "gefühlt" würden dir da auch viele widersprechen, ein Pass ( oder mehrere) sagt noch lange nichts darüber aus zu welchen Land sich ein Mensch hingezogen fühlt , dazu gehört noch weit mehr ( Sprache, Mentalität Kultur, Klima usw), dass ist ziemlich naiv so eine engstirnige Sichtweise.


Worauf ich eigentlich bei Ihnen hinauswill: Weltbürgertum können sich nur Wohlhabende leisten. Und wenn ich mir Ihre Haltung in dem Strang zum Reichtum des Westens und dem Kolonialismus anschaue, dann denke ich mir, dieses Weltbürgertum hat schon auch diese Bereicherungskomponente, denn als Universalist steht man letztendlich halt uneingeschränkt an der Seite derjenigen, die Sie der Bereicherung beschuldigen. Natürlich nicht freiwillig, aber Sie leisten mit dieser Weltbürgerideologie als Universalist dem ganzen Vorschub. Manches kann man sich dann halt nicht aussuchen. ;)

Zur Frage noch einmal: Ich habe fünf Kollegen mit deutschem Pass. Einer davon ist Deutscher, wenn man ihn fragt, vier nicht. Allen fünf ist gemeinsam, dass sie hier nicht geboren sondern eingebürgert sind.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Nudelholz » Fr 3. Jan 2020, 17:07

Bartleby hat geschrieben:(03 Jan 2020, 13:45)

Es ist trotzdem Snobismus, denn er möchte sich als Weltbürger ja gerne absetzen vom Deutschsein und was besseres darstellen als diejenigen, die womöglich eine Antwort darauf geben und sich aufs Deutschbürgersein beschränken. Vorzugeben mehr zu sein, als man ist, das ist das Kennzeichen für Snobismus. ;)

Was du da alles reininterpretierst, ist schon erstaunlich.
Ich habe den deutschen und den englischen Pass, sehe mich aber auch als Weltenbürger, so wie eine Utopie, dass Menschen nicht in Ländergrenzen leben und denken. Ich kann mich mit keinem Land voll identifizieren, also bleibt halt nix, als alle ein bißchen gut zu finden.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Bartleby » Fr 3. Jan 2020, 17:20

Nudelholz hat geschrieben:(03 Jan 2020, 17:07)

Was du da alles reininterpretierst, ist schon erstaunlich.
Ich habe den deutschen und den englischen Pass, sehe mich aber auch als Weltenbürger, so wie eine Utopie, dass Menschen nicht in Ländergrenzen leben und denken. Ich kann mich mit keinem Land voll identifizieren, also bleibt halt nix, als alle ein bißchen gut zu finden.

Ja, das ist halt eine Haltung, die man sich leisten können muss.

Nur 20% der Menschen, also etwa 1,6 Milliarden, nutzen Flugzeuge. Die anderen können sich das nicht leisten. Die sind also ohne Wahlfreiheit darauf beschränkt, das zu bleiben, was sie sind, haben aber das unverschämte Glück, dass derjenige, der sich fliegen leisten kann, sie, wenn ihm danach ist, um seine Anwesenheit bereichern darf. Der Wohlfühlfaktor des Weltbürgers gibt dann also den Ausschlag, wo er sein darf und was er ist, nicht der Wohlfühlfaktor derjenigen, die irgendwo sind und gar nicht erst gefragt werden.

Ist alles okay, so sind halt die singulären Weltbürger. Allerdings sollte man dann auch nicht mehr Kolonialismus und alte Schuld reden. Denn das ist ja der Urgrund, warum man sich das Weltbürgertum leisten kann, wenn man auf der glücklichen Seite geboren ist. :D
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