Das Kopftuch im Klassenzimmer

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3x schwarzer Kater
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 26. Apr 2017, 22:00

Zunder hat geschrieben:(29 Nov 2016, 01:45)

Neues Urteil des BVerfG:

"Eine Muslimin darf bei ihrer Arbeit in einer Kindertagesstätte ein Kopftuch als Ausdruck ihrer religiösen Selbstbestimmung tragen. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Fall einer Erzieherin in einer kommunalen Kita in Baden-Württemberg hervor.
Der Arbeitgeber hatte der Erzieherin wegen Verstoßes gegen ein zu dem Zeitpunkt in Baden-Württemberg bestehendes Kopftuchverbot eine Abmahnung ausgesprochen. Dagegen wehrte sich die in der Türkei geborene Frau mit deutscher Staatsbürgerschaft. Die Gerichte bis hinauf zum Bundesarbeitsgericht entschieden jedoch gegen sie. Das Bundesverfassungsgericht hob diese Urteile nun auf und wies die Sache an das Landesarbeitsgericht Baden-Württembergs zurück.
"Ein 'islamisches Kopftuch' ist in Deutschland nicht unüblich, sondern spiegelt sich im gesellschaftlichen Alltag vielfach wider", schrieben die Richter in Karlsruhe zur Begründung. Es gebe keinen verfassungsrechtlichen Anspruch darauf, "von der Wahrnehmung anderer religiöser oder weltanschaulicher Bekenntnisse verschont zu bleiben", hieß es in dem Beschluss weiter."

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/b ... 23496.html

Komische Begründung.
Ein islamisches Kopftuch "spiegelt sich im gesellschaftlichen Alltag vielfach wider".
Beim Kruzifix-Urteil spielte die Häufigkeit der Widerspiegelung irgendwie keine Rolle.


Beim Kruzifixurteil ging es auch um was ganz anderes.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Zunder » Mi 26. Apr 2017, 23:32

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(26 Apr 2017, 22:00)

Beim Kruzifixurteil ging es auch um was ganz anderes.

Stimmt. Da ging es ums Kruzifix. Ein Kruzifix ist tatsächlich kein Kopftuch.
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3x schwarzer Kater
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 26. Apr 2017, 23:36

Zunder hat geschrieben:(26 Apr 2017, 23:32)

Stimmt. Da ging es ums Kruzifix. Ein Kruzifix ist tatsächlich kein Kopftuch.


Genau genommen ging ja nicht mal darum.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon FTS » Di 17. Jul 2018, 21:48

Billie Holiday hat geschrieben:(03 Apr 2017, 16:31)

Da hast du mich falsch verstanden. Lies meinen Beitrag nochmal.
Ich sagte, ich zweifle die Neutralität eines Lehrers an, der nicht in der Lage und willens ist, vor einer gemischten Schulklasse sein religiöses Symbol abzunehmen. Diese strikte Haltung zeugt von einem sehr tiefen Glauben oder Trotz.
Eine neutrale, gerechte Benotung von z.B. atheistischen Schülern bezweifle ich.

Ein Staatsbediensteter, der im übrigen auch durch meine atheistischen Steuergelder bezahlt wird, hat seine Arbeit neutral zu verrichten und nicht seine Religion oder Lebensanschauung zu demonstrieren, das kann er im Privaten machen, er ist privat völlig frei, den ganzen Tag zu beten und zu glauben.

Wir hatten vorletztes Jahr in meiner Stadt einen kleinen Eklat: unser einer Standesbeamte hat sich strikt geweigert, ein lesbisches Paar zu trauen. Er ist Zeuge Jehova und die Eheschließung Homosexueller verbiete seine Religion. Gottseidank war er kein Moslem, also kam niemand in die Bredouille und die Empörung und Ablehnung dieses Verhaltens konnte auf der Straße und in den regionalen Medien breitgetreten werden. Das lesbische Paar hat später sowohl standesamtlich als auch kirchlich geheiratet und der Standesbeamte bekam eine Abmahnung. Er hat seine Dienstpflicht verletzt und seine Religion über alles andere gestellt. Für meine Begriffe ist er unfähig, seine Arbeit neutral zu verrichten.


Ja, wir sind uns doch einer Meinung. Stimme dir zu.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Vongole » Di 30. Apr 2019, 15:50

In einem Beitrag für Jungle World beschreibt eine Deutsche mit algerischen Wurzeln den Freiheitskampf der Frauen in Algerien, und findet
harte Worte für die falsch verstandene westliche Toleranz gegenüber dem rückwärts gewandten Islam und seinen Kleidervorschriften.
Der ganze Artikel ist äußerst informativ, ich zitiere hier die wichtigsten Passagen zum Thema:

Inakzeptabel ist es, wenn sich bereits kleine Mädchen verhüllen sollen. Mädchen so früh zu sexualisieren, empfinde ich als Muslimin als zutiefst menschenverachtend, herabwürdigend und absolut inakzeptabel. Niemand sollte Kinder zu politisch-ideologischen Zwecken instrumentalisieren dürfen. Auch wenn es eine religiöse Vorschrift wäre – im Koran ist allerdings kein Hinweis darauf zu finden –, dürfte eine aufgeklärte Gesellschast diese Kindeswohlverletzung nicht tolerieren.
Nicht nur in Deutschland wird das Mädchenkopftuch von liberalen Musliminnen zu Recht als Missbrauch angesehen. Auch Psychologen und Psychologinnen, Ärzte und Ärztinnen in muslimischen Ländern, wie Dr. Saïda Douki Dedieu und Dr. Hager Karray aus Tunesien, sprechen in diesem Zusammenhang von einer »Misshandlung der Mädchen durch Autoritätspersonen« und berichten über die negativen gesundheitlichen und sozialen Folgen, die eine Früh­ver­schleierung von Mädchen haben kann. Hier darf es nicht um eine einseitig ausgelegte Religionsfreiheit gehen, vielmehr sollte das Wohl der Mädchen im Mittelpunkt stehen, ihre freie Entwicklung und Entfaltung. Der Schutz von Kindern vor Ideologie und Instrumentalisierung muss gewahrt bleiben.


Und:
Und in Deutschland und anderen europäischen Ländern? Hier über­sehen oder leugnen manche feministischen oder linksliberalen Kräfte frauenverachtende Praktiken, um den Rechten nicht in die Hände zu spielen. Sie betreiben einen krassen kulturellen Relativismus und messen mit zweierlei Maß. Man kann nicht für sich selbst Gleichheit und Freiheit fordern und gleichzeitig bei anderen Unfreiheit und Bevormundung akzeptieren! Warum sollten für mich, eine muslimische Deutsche, andere Rechte und Pflichten gelten als für eine nichtmuslimische Deutsche? Den einen Rechte zuzu­gestehen, während man den anderen diese vorenthält, ist eine Denkweise, die dem identitären Denken der Islamisten gleicht und den Gedanken universaler Menschenrechte ablehnt.

Sich einem rückwärtsgewandten Islamverständnis zu öffnen, ist keine Toleranz, sondern Verrat an Millionen von Frauen, die in muslimischen Ländern für ihre Freiheit und gegen den Fundamentalismus kämpfen. Wir sollten den muslimischen Frauen weder im Westen noch in den muslimisch geprägten Gesellschaften in den Rücken fallen.

https://jungle.world/artikel/2019/15/au ... der-frauen
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Wolverine » Di 30. Apr 2019, 16:04

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(26 Apr 2017, 22:00)

Beim Kruzifixurteil ging es auch um was ganz anderes.


Es ist nicht nur ein religiöses Symbol sondern es verletzt auch die Neutralitätspflicht der öffentlichen Einrichtungen für alle Mitbürger. Ein solches Urteil werde ich nie verstehen. Wer sich so durchklagt dem geht es nicht um seine religiösen Gefühle sondern um das Einknicken der Beklagten vor der Intoleranz.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Dark Angel » So 5. Mai 2019, 21:47

Vongole hat geschrieben:(30 Apr 2019, 15:50)

In einem Beitrag für Jungle World beschreibt eine Deutsche mit algerischen Wurzeln den Freiheitskampf der Frauen in Algerien, und findet
harte Worte für die falsch verstandene westliche Toleranz gegenüber dem rückwärts gewandten Islam und seinen Kleidervorschriften.
Der ganze Artikel ist äußerst informativ, ich zitiere hier die wichtigsten Passagen zum Thema:

Inakzeptabel ist es, wenn sich bereits kleine Mädchen verhüllen sollen. Mädchen so früh zu sexualisieren, empfinde ich als Muslimin als zutiefst menschenverachtend, herabwürdigend und absolut inakzeptabel. Niemand sollte Kinder zu politisch-ideologischen Zwecken instrumentalisieren dürfen. Auch wenn es eine religiöse Vorschrift wäre – im Koran ist allerdings kein Hinweis darauf zu finden –, dürfte eine aufgeklärte Gesellschast diese Kindeswohlverletzung nicht tolerieren.
Nicht nur in Deutschland wird das Mädchenkopftuch von liberalen Musliminnen zu Recht als Missbrauch angesehen. Auch Psychologen und Psychologinnen, Ärzte und Ärztinnen in muslimischen Ländern, wie Dr. Saïda Douki Dedieu und Dr. Hager Karray aus Tunesien, sprechen in diesem Zusammenhang von einer »Misshandlung der Mädchen durch Autoritätspersonen« und berichten über die negativen gesundheitlichen und sozialen Folgen, die eine Früh­ver­schleierung von Mädchen haben kann. Hier darf es nicht um eine einseitig ausgelegte Religionsfreiheit gehen, vielmehr sollte das Wohl der Mädchen im Mittelpunkt stehen, ihre freie Entwicklung und Entfaltung. Der Schutz von Kindern vor Ideologie und Instrumentalisierung muss gewahrt bleiben.


Und:

https://jungle.world/artikel/2019/15/au ... der-frauen

Ein wirklich sehr guter, informativer Artikel.
Nur leider werden ihn die, an die er sich richtet nicht lesen, sie werden weiter auf ihrem irrigen Standpunkt beharren und weiter relativieren. Sie werden weiter leugnen, dass das Kopftuch, die Ganzkörperverhüllung für die Minderwertigkeit der Frau und Unterdrückung der Frau steht, sie werden weiter von Toleranz faseln und weiter jeden Kritiker islamischer/islamistischer Kleidervorschriften, jeden der sich ernsthaft mit den Hintergründen beschäftigt als rääächts diffamieren, weil sie sich ja im Besitz einer absoluten, allgemeingültigen Wahrheit befinden und der Islam (in all seinen Ausprägungen) gefälligst so zu sein hat, wie sie sich das vorstellen.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Misterfritz » So 5. Mai 2019, 21:59

Dark Angel hat geschrieben:(05 May 2019, 21:47)

Ein wirklich sehr guter, informativer Artikel.
Nur leider werden ihn die, an die er sich richtet nicht lesen, sie werden weiter auf ihrem irrigen Standpunkt beharren und weiter relativieren. Sie werden weiter leugnen, dass das Kopftuch, die Ganzkörperverhüllung für die Minderwertigkeit der Frau und Unterdrückung der Frau steht, sie werden weiter von Toleranz faseln und weiter jeden Kritiker islamischer/islamistischer Kleidervorschriften, jeden der sich ernsthaft mit den Hintergründen beschäftigt als rääächts diffamieren, weil sie sich ja im Besitz einer absoluten, allgemeingültigen Wahrheit befinden und der Islam (in all seinen Ausprägungen) gefälligst so zu sein hat, wie sie sich das vorstellen.

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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Billie Holiday » Mo 6. Mai 2019, 07:17

Dark Angel hat geschrieben:(05 May 2019, 21:47)

Ein wirklich sehr guter, informativer Artikel.
Nur leider werden ihn die, an die er sich richtet nicht lesen, sie werden weiter auf ihrem irrigen Standpunkt beharren und weiter relativieren. Sie werden weiter leugnen, dass das Kopftuch, die Ganzkörperverhüllung für die Minderwertigkeit der Frau und Unterdrückung der Frau steht, sie werden weiter von Toleranz faseln und weiter jeden Kritiker islamischer/islamistischer Kleidervorschriften, jeden der sich ernsthaft mit den Hintergründen beschäftigt als rääächts diffamieren, weil sie sich ja im Besitz einer absoluten, allgemeingültigen Wahrheit befinden und der Islam (in all seinen Ausprägungen) gefälligst so zu sein hat, wie sie sich das vorstellen.


Das ist auch mein Eindruck.
Vermutlich stehen gewisse userinnen, die im Freundeskreis ausschließlich Kopftuchtrögerinnen haben, die das Tuch lieben und entgegen des Wunsches ihres Vaters nie ohne gehen, in den Startlöchern, um die Autorin unter rechtsaußen zu verorten.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Umetarek » Mo 6. Mai 2019, 08:04

Laßt es mich so sagen, da ich intensiven Kontakt zu Kopten habe, das Kopftuch macht keinen Unterschied, es ist schlicht irrelevant.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Umetarek » Mo 6. Mai 2019, 08:08

Wie macht man das jetzt bei koptischen Lehrerinnen, müssen die dann ihre Kreuztattoos an den Handgelenken mit Schweißbändern abdecken?
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon unity in diversity » Mo 6. Mai 2019, 10:04

Umetarek hat geschrieben:(06 May 2019, 08:08)

Wie macht man das jetzt bei koptischen Lehrerinnen, müssen die dann ihre Kreuztattoos an den Handgelenken mit Schweißbändern abdecken?

Wo Religion Privatangelegenheit ist, also keine Staatsreligion, darf Religionszugehörigkeit in der Öffentlichkeit nicht zu sehen sein.
Alles andere wäre Exhibitionismus, weil die unbedingt was ausstellen, zur Schau stellen müssen. Das ist zwanghaftes Verhalten und beruht manchmal auf Gruppenzwängen.
Zuletzt geändert von unity in diversity am Mo 6. Mai 2019, 10:16, insgesamt 1-mal geändert.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Umetarek » Mo 6. Mai 2019, 10:16

unity in diversity hat geschrieben:(06 May 2019, 10:04)

Wo Religion Privatangelegenheit ist, also keine Staatsreligion, darf Religionszugehörigkeit in der Öffentlichkeit nicht zu sehen sein.
Alles andere wäre Exhibitionismus.

Prinzipiell sehe ich das genauso, keine Kreuze und keine Kopftücher zumindest bei staatlichen Bediensteten. Trotzdem sollte man sich vergegenwärtigen, dass das Problem in den Köpfen und nicht auf ihnen sitzt.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Keoma » Mo 6. Mai 2019, 10:18

Umetarek hat geschrieben:(06 May 2019, 10:16)

Prinzipiell sehe ich das genauso, keine Kreuze und keine Kopftücher zumindest bei staatlichen Bediensteten. Trotzdem sollte man sich vergegenwärtigen, dass das Problem in den Köpfen und nicht auf ihnen sitzt.


Eben.
Und da sagt das Kopftuch viel aus.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Umetarek » Mo 6. Mai 2019, 10:25

Keoma hat geschrieben:(06 May 2019, 10:18)

Eben.
Und da sagt das Kopftuch viel aus.

Aber was bringt da ein Verbot?

Wie gesagt, prinzipiell bin ich für eine absolute Trennung von Staat und Religion. Mir gehts jetzt nur um die Sinnhaftigkeit eines generellen Verbots.

Selbst wenn es sich um kleine Mädchen handelt, das Kopftuch ist nur der Zeiger, wenn man den wegnimmt, hilft man dem Mädchen nicht, man muß sich vielleicht keine Gedanken mehr machen, das wäre natürlich bequemer.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Keoma » Mo 6. Mai 2019, 10:27

Umetarek hat geschrieben:(06 May 2019, 10:25)

Aber was bringt da ein Verbot?

Wie gesagt, prinzipiell bin ich für eine absolute Trennung von Staat und Religion. Mir gehts jetzt nur um die Sinnhaftigkeit eines generellen Verbots.

Selbst wenn es sich um kleine Mädchen handelt, das Kopftuch ist nur der Zeiger, wenn man den wegnimmt, hilft man dem Mädchen nicht, man muß sich vielleicht keine Gedanken mehr machen, das wäre natürlich bequemer.


Nun, von Verboten halte ich zwar nicht viel, aber in der Pflichtschule ist es nicht ganz verkehrt.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Misterfritz » Mo 6. Mai 2019, 20:13

Umetarek hat geschrieben:(06 May 2019, 10:25)

Aber was bringt da ein Verbot?

Wie gesagt, prinzipiell bin ich für eine absolute Trennung von Staat und Religion. Mir gehts jetzt nur um die Sinnhaftigkeit eines generellen Verbots.

Selbst wenn es sich um kleine Mädchen handelt, das Kopftuch ist nur der Zeiger, wenn man den wegnimmt, hilft man dem Mädchen nicht, man muß sich vielleicht keine Gedanken mehr machen, das wäre natürlich bequemer.
Wenn in Schulen das Kopftuch verboten wäre - gerade auch für Schülerinnen, dann gäbe es schon mal keine Abgrenzung (ob freiwillig oder erzwungen). Es wäre für diese Schülerinnen eine Erfahrung ohne Kopftuch wahrgenommen zu werden, wie die anderen Schülerinnen auch.
Und es wäre gut für die Schülerinnen, zu erfahren. dass die Vorstellungen ihrer Familien und ihres sozialen Umfeldes nicht die allein seligmachende sein müssen.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Umetarek » Mo 6. Mai 2019, 20:20

Misterfritz hat geschrieben:(06 May 2019, 20:13)

Wenn in Schulen das Kopftuch verboten wäre - gerade auch für Schülerinnen, dann gäbe es schon mal keine Abgrenzung (ob freiwillig oder erzwungen). Es wäre für diese Schülerinnen eine Erfahrung ohne Kopftuch wahrgenommen zu werden, wie die anderen Schülerinnen auch.
Und es wäre gut für die Schülerinnen, zu erfahren. dass die Vorstellungen ihrer Familien und ihres sozialen Umfeldes nicht die allein seligmachende sein müssen.

Die Abgrenzung gibt es auch ohne Kopftuch, zumindest wird mir das von Sandi so berichtet. Sie hängt dann auch eher nicht mit Deutschen zusammen, sondern mit Muslimen und das obwohl sie vor Islamisten aus Ägypten geflohen ist.
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Misterfritz » Mo 6. Mai 2019, 20:53

Umetarek hat geschrieben:(06 May 2019, 20:20)

Die Abgrenzung gibt es auch ohne Kopftuch, zumindest wird mir das von Sandi so berichtet. Sie hängt dann auch eher nicht mit Deutschen zusammen, sondern mit Muslimen und das obwohl sie vor Islamisten aus Ägypten geflohen ist.
Ja, das ist heute so, leider.
Aber es könnte sich ändern, dazu müssten sich alle bewegen.
Tatsächlich könnte ich Schuluniformen sogar Positives abgewinnen ;)
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Re: Das Kopftuch im Klassenzimmer

Beitragvon Billie Holiday » Mo 6. Mai 2019, 21:09

Misterfritz hat geschrieben:(06 May 2019, 20:53)

Ja, das ist heute so, leider.
Aber es könnte sich ändern, dazu müssten sich alle bewegen.
Tatsächlich könnte ich Schuluniformen sogar Positives abgewinnen ;)


Ich auch, weil die rein äußerlichen Unterschiede zwischen Markenklamotten und billigen Kik-Sachen, die sich nunmal die eine oder andere Familie nur leisten kann, wegfallen und sich auf anderes konzentriert wird.

Die Tochter der Flüchtlingsfamilie, die ich vor drei Jahren kennengelernt habe, ist freundlich und mit offenen Armen in der Klasse aufgenommen worden. Sie wurde zu allen Aktivitäten mitgeschleppt und hat einen Freundeskreis aus deutschen und migrantischen Schülern. Dieses als Ergänzung zu Ume. Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen unwilligen und freundlichen deutschen Schülern. So, wie ich die Mutter kennengelernt habe, hat diese null Bock auf Kopftuch und Zwang...deshalb ist sie nach D gekommen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski

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